24.12.2009, 19:20
Alle, außer Alienna, Leyla und Face, befinden sich auf dem Rudelplatz!
Seit der Nacht in dem einige Fremde angekommen waren, andere sich wieder verabschiedet und sich neue Freundschaften gebildet hatten, waren nun ein paar Tage vergangen. Ein trister Morgen kündigte sich an, schon erste Regentropfen fielen, noch schwach und unregelmäßig, aber der unruhige Wind würde bald größere Wolken, die schon am Horizont bereitstanden ins Tal treiben. Die Blätter an den Bäumen bekamen erste rote Ränder, der Wind rüttelte immer wieder an ihnen, war aber noch zu schwach, um sie von ihren Ästen zu fegen. Aber nicht mehr lange, dann würde auch der Wald so kahl werden wie es der Himmel schon war. Die Zugvögel hatten sich schon verabschiedet, nur noch wenige Nachzügler flogen ab und an verschreckt auf, als würde ihnen klar werden, dass sie zu spät waren, ließen sich aber dann doch wieder im Geäst nieder, nur um bald darauf erneut aufzufliegen, bis sie irgendwann tatsächlich nach einem solchen Aufschrecken davonflogen ... vom Wind getrieben, auf Wiedersehen, bis zum Frühling. Am Rudelplatz nahe am See, unruhig wurden seine Wasser herumgetrieben, ruhelos und ohne Rast, hatten sich die Wölfe des Rudels eingefunden. Banshee und Acollon hatten sie gerufen und sie waren gekommen ... bis auf Alienna und dem seltsamen Face. Doch von beiden konnte niemand bestimmt sagen, ob sie wirklich noch da waren. In der Nacht zuvor hatte Banshee Katsu Kyotos Leiche in der Höhle entdeckt. Der Kleine war an einer Wurzel erstickt, lag erst kurze Zeit dort und Banshee hatte ihn liegen lassen. Sie würde es Hanako erzählen müssen und diese sollte entscheiden, was mit dem toten Körper ihres Welpen geschehen würde. Doch zunächst gab es Anderes zu besprechen ...
Banshee sah von einem Wolf zum anderen, keine Gefühlsregung, außer ein leises Lächeln, lag auf ihrem Gesicht. Dennoch war sie froh, was sie zu sehen bekam. Sie hatte es nicht gewusst, aber sie waren ein großes Rudel. Nicht nur viele Welpen, sondern auch viele ernste Gesichter, die sie neugierig und abwartend betrachteten. Der Schwarze war nicht unter ihnen, was die Weiße aber auch nicht bedauerte ... es würde sie nur verwirren. Aber auch Alienna konnte sie nicht entdecken, was sie trauriger stimmte. Wahrscheinlich war sie mit Lighto gezogen ... damit wäre ihr Cylin nun patenlos. Aber darüber würde sie sich zu einer anderen Zeit Gedanken machen. Acollon und sie hatten ihr Rudel gerufen, weil es kein Rudel mehr war. Sie alle liefen irgendwo herum, kannten sich wohl nur flüchtig und wussten vielleicht nicht mal, wer Acollon war. Nachdem Banshee nun jeden Wolf einzeln gemustert hatte, drückte sie sich etwas enger an Acollon, der neben ihr saß und erhob schließlich ihre Stimme, wieder kräftig und beherrschend.
"Wölfe, die ihr alle hier zusammengekommen seid. Acollon und ich haben euch als Leitwölfe dieses Rudels gerufen, weil unser Rudel langsam verwischt. Viele von euch kennen sich wohl nicht mal untereinander, aber ein Rudel ist eine große Familie und keine Ansammlung von Fremden. Ein Rudel muss zusammenhalten und sich einander in so weit kennen, dass man sich aufeinander verlassen kann. Wir haben Welpen und auch wenn diese bereits 6 Monate alt sind, brauchen sie noch immer unseren Schutz. Ich möchte wieder eine Gemeinschaft schaffen und ich brauche eure Hilfe dafür. Ihr seid in einem Rudel und das bedeutet auch ein Stück weit Verantwortung für Schwächere übernehmen und zu all den anderen Wölfen des Rudels zu halten."
Sie verstummte zunächst. Zum einen wollte sie auch Acollon die Chance geben etwas zu sagen, zum anderen sollte das Gesagte auf das Rudel wirken und vielleicht Reaktionen hervorrufen. Sie wollte nicht wie der Herrscher zu den Untertanen sprechen und nur unterwürfiges Nicken sehen. Sie wollte Meinungen und Vorschläge, Anmerkungen und Kritik.
Wie viel Zeit doch vergangen war, wohl zu viel und doch zu wenig. Einiges war geschehen, viele neue Wölfe, seltsame Begegnungen, ein Kampf, Fremdheit, die Welpen, die wuchsen. Verluste. Narben. Ängste. Hanako schüttelte sanft ihren weißen Kopf und sah auf den Boden, auf dem sie saß. Dicht neben ihr saß ihr Gefährte, ihr stahlgrauer Hidoi, vor ihnen die beiden Welpen, Hanako war verwirrt. Sie vermisste ihren Sohn, Katsu, wo war er nur hin? Schon so lange hatte sie ihn nicht mehr gesehen, aber sie hatte nie erfahren, was geschehen war. Sie ahnte das schlimmste, aber innerlich hoffte sie noch immer, dass dem nicht so war. Es durfte dem nicht so sein. Sie seufzte leise, ihre dunklen Augen fielen über die ganzen Wölfe hier.
Alle waren sie da, das fremde Pärchen, das hinzugekommen war. Wölfe, die sie nur selten gesehen oder gesprochen hatte. Kaede war hier, Leé war hier und hatte nun die Liebe ihres Lebens gefunden. Hanako freute es, aber sie war enttäuscht, dass Leé nicht mehr zu ihrer Mutter kam. Nicht einmal ein Abschied war von Leé gekommen, der Abschied der alten Zeit. Eris war hier, Falk und Ayala waren hier, all die Wölfe waren hier, die sie schon so lange kannte, aber doch irgendwie nur flüchtig zum reden gebracht hatte. Sie spürte irgendwie, dass dieses Rudel nicht mehr wirklich geschlossen war, die Wölfe lebten sich immer mehr auseinander. Hanako stupste Hidoi sanft an, sah in den trüben Himmel hinauf und dann zu Banshee und Acollon.
Es dauerte nicht mehr lange, da erhob Banshee das Wort und Hanako merkte, dass einer ihrer Gedanken ebenso mit in die Worte von Banshee einfloss und Hanako konnte immer und immer wieder nur zustimmen. Sie hatte Recht und das Alphapaar hatte es schon lange gespürt. Die weiße Fähe war froh darüber, das Banshee nun darüber redete, viele Wölfe schienen dies noch gar nicht erkannt zu haben.
„Oh Banshee und Acollon, noch vor wenigen Sekunden flogen mir diese Gedanken durch den Kopf. Ein Rudel, ein Rudel, welches sich auseinander lebte, ein Rudel, das nicht geschlossen war und nicht miteinander redete. Keiner hier redet mit einem anderen, keiner hier teilt sein Leid mit den anderen. Wir kennen uns alle doch nur flüchtig, vom sehen, von wenigen Worten. Nur die Familien in diesen Rudeln haben teilweise engere Bindungen durch die Paten, Pärchen kennen sich untereinander Bestens, aber doch niemand anderen. Auch mir geht es so und ich schäme mich dafür, es vernachlässigt zu haben, Wölfe mehr kennen zu lernen, die ich damals nur angesehen habe. Ich kann verstehen, was deine Sorgen sind und was du von uns allen erwartest. Ich finde, dass wir alle einmal dem ganzen Rudel mitteilen sollten, was uns bedrückt, damit jeder Wolf jedem helfen kann. Alle sollen sich untereinander die Pfoten geben und den anderen verstehen, kennen lernen und auf eine bestimmte Weise mögen und lieben. Ist das denn nicht möglich hier? Ich denke schon.“
Hanako senkte ihre Schnauze wieder, sah mit einem müden Lächeln zu Banshee, dann zu Hidoi und als letztes zu ihren Welpen. Die Sorge um Katsu steigerte sich von Sekunde um Sekunde mehr, in ihren Augen war die Sorge wohl schon abzulesen. Hatte Hidoi es schon bemerkt? Oder wusste er vielleicht mehr? Aber nein, nun überspielte sie es noch, noch ging es um das Rudel.
Der Morgen kam über das Land. Die ersten Sonnenstrahlen streckten ihre langen Arme über Leyla und verliefen sich noch viel weiter. So weit, wie sie nie in ihrem Leben mit ihren Wolfsbeinen laufen könnte. Leyla öffnete die Augen. Ihr weißes Fell wehte leicht im frischen Herbstwind. Sie sah sich um. Ihre Gliedmaßen hatten sich wieder etwas erholt. Ihr Schädel aber brummte etwas. Sie erinnerte sich, was geschehen war. Sie haßte sich mehr denn je. Immer das Gleiche. Immer machte Leyla falsch, was man nur falsch machen konnte. Sie hatte es satt. Es wurde Zeit, die größte Dummheit endlich zu beenden. Die Dummheit sich selbst. Am Leben zu sein. Leyla mußte sich bestrafen für das, was sie getan hatte. Eine Wölfin schwer enttäuscht und verletzt und Haß auf sich gezogen. Sie stand auf. Immernoch spürte sie die Vergangenheit in ihren jungen Knochen. Das, was sie am liebsten vergessen wollte. Ihre Fehler aber auch das, was man ihr agetan hatte. Leyla lief langsam los. Sie hatte ein genaues Ziel vor Augen. Es würde das letzte Ziel sein, dass sie je erreichen wollte. Es war ein schwerer Gang. Hätten ihre Füße gewußt, wohin sie sie jetzt tragen sollten, die weiße Wölfin, sie hätten womöglich nicht mitgemacht. Immer weiter ging sie. Doch nicht außerhalb des Platzes, den sie einmal betreten hatte. Als sie sie kennen lernte [das Revier] sondern dort sollte sie für immer bleiben. In der Nähe der Person, mit der sie sich so viel erhofft und erwünscht hatte- eine sehr gute Freundschaft mit jemandem, der sie verstand. Der sie nicht ausnutzte, auslachte oder ihr wehtun wollte. Sie hoffte, daß es Alienna gut ging. Aber sie hoffte auch, daß Alienna sie nie vergessen würde. Sonst gab es keinen mehr, der von ihr wußte. Alle wollten sie schnellstmöglich vergessen. Sogar sie selbst tat jetzt alles, um all ihre Erinnerungen, ihre Qualen und ihren Schmerz, für immer zu erlöschen. Sich selbst zu vergessen. Sie kam zu einem Felsen. Sie legte sich daraufhin. Und dann blieb sie so liegen. Sie versuchte, alle Gedanken zu verdrängen. Sie versuchte sich an das Tot-sein zu gewöhnen. Nichts mehr. Kein Wort. Kein Bild. Einfach nur Stille. Sie blieb regungslos liegen und stellte sich tot. Sie versuchte immer flacher zu atmen. So mußte es sein, nicht mehr zu leben. Und das ganz ohne Schmerz. Aber so einfach ging es nicht. Sie stand wieder auf. Sie suchte etwas. Dort war er. Er war wirklich nicht zu übersehen. Der Sternensee. Ihr war klar, was passieren würde, wenn sie ins Wasser springen würde. Ihr Fell würde sich so mit Wasser vollsaugen, daß sie an ihrer Schönheit sterben würde. Sie würde schwer werden und untergehen. Sicher nicht der schönste Tod. Doch einen besseren kannte sie nicht. Durch die Menschen zu sterben mußte noch viel schlimmer sein. Das wollte Leyla schon gar nicht. Nun hatte Alienna so viel getan, damit sie überlebte und sie beendete ihr Leben jetzt einfach. Und wieder begann sie sich zu hassen. Es mußte schnell gehen. Reinspingen und sofort sterben. Ohne große Qualen, Schmerzen oder ein Auslachen, weil sie nicht mal fähig war zum Leben. Sie überlegte noch. Die Angst vor Schmerzen war groß. Aber schlimmer als die, die sie bereits spüren musste, konnte es nicht sein. Vor allem- danach war es endlich vorbei. Keine Wölfin die immer nur jammerte, weil alles so ungerecht war und sie mit ihrer eigenen Person nicht klar kam. Sie stand am Ufer. Wenige Pfotenlängen von ihrem Ende entfernt. So Leyla..jetzt ist Schluß mit dir. Du Fehler!
Sie schloß die Augen und war bereit, jetzt zu springen und ohne eine Bewegung unterzugehen. Sie blies die Luft aus den Lungen und spannte die Muskeln an. Ihr schöner Schwanz würde gleich nass werden und versinken. Friedlich lag er da, unangespannt und wölfisch wie immer. Nichts aussagend. Der Situation gar nicht angepaßt. Leyla hatte die Augen geschlossen. Dadurch war ihr Blick mit den grünen, lebendigen Augen schon früher erloschen als der Rest. Leyla wußte nicht, wie die Welt nach ihr weiter machen würde. Doch sicher besser als mit ihr. Sie war für alle immer nur Dreck. Außer für Alienna..diese ärgerliche Ausnahme. Ärgerlich, weil es ihr wieder Gewissensbisse bereitete, sie so schändlich zu "hintergehen".
Aliennas Augenlider flatterten. Irgendetwas hatte sie geweckt. Ein Heulen hallte von den Bergen wider und langsam drehten sich ihre Ohren zu den Lauten. Da rief jemand ... ein Rudel. Sie schlug die Augen auf. Es war hell um sie herum, leichter Nieselregen tropfte auf ihr Fell, sie war schon vollkommen druchnässt und um sie herum war die Erde aufgeweicht und matschig. Sie erinnerte sich an die Geschehnisse in der Nacht, alles wirkte unfassbar unwirklich, wie lange hatte sie geschlafen? Sie fühlte sich ausgeruht und wieder etwas kräftiger, sie konnte nicht bloß bis zum Morgen hier gelegen haben ... dafür war sie auch zu nass. Das heißt, sie hatte mindestens einen Tag lang geschlafen, wenn nicht mehrere. Langsam setzte sie sich auf, an der einen Seite war ihr Fell zwar pitschnass aber sauber, an der anderen Seite klebte alles voll Erde und nassem Gras. Versuchsweise schüttelte sie sich ein wenig, als ihr Körper keine Anzeichen von Schwäche hervorbrachte, etwas kräftiger und sah wieder einigermaßen normal aus. Als ihr Blick über ihre Ruhestätte und den angrenzenden Wald wanderte überkam sie auch die Erinnerung an Leyla. Die Fähe, die wohl jetzt schon längst über alle Berge war. Alienna seufzte leise, schüttelte sich erneut und genoss es, nicht mehr so schwach zu sein. Auch spürte sie diese eigenartige Kraft des Mondes in sich. Sie lächelte leicht, auch wenn Leyla fort war, so hatte sie ihr doch etwas gezeigt, was die Braune für immer in sich tratgen würde. Mit einem letzten, traurigen Blick drehte sie sich weg von dem Ort, an dem sie Leyla das letzte Mal gesehen hatte und begann etwas schneller zu laufen. Sie sollte nun zu dieser Rudelversammlung, denn es war Banshee gewesen, die gerufen hatte und es war das Rudel, in dem auch sie lebte, das gerufen worden war. Sie hatte sich schon zu lange nicht mehr blicken lassen, möglicherweise, war sie schon vergessen. Aber sie wollte hier bleiben. Denn hier hatte sie Leyla getroffen, hier hatte sie Cylin und hier war nun mal ein Rudel ... und ein Rudel war besser als kein Rudel. Sie war schon recht nahe am Rudelplatz, als sie auf den See steiß, sie würde wohl sein Ufer entlang laufen, bis sie zu den anderen Wölfen kommen würde. Aber irgendetwas hinderte sie. Sie blieb stehen, ihre Ohren drehten sich hin und her, als würden sie erwarten gleich ein verdächtiges Geräusch zu vernehmen, aber alles blieb still. Nur ein Geruch ... sie konnte ihn nicht ganz zuordnen, aber etwas bewegte sie dazu, sich von ihrer ursprünglichen Richtung abzuwenden und an der anderen Seite des Sees entlang zu laufen, nicht zum Rudel, sondern von ihm weg. Und schon nach wenigne Schritten wusste sie auch, was sie gerochen hatte. Leyla ... aber es war unmgölich, die Fähe war aus dem Revier verschwunden, sie war vor Alienna weggerannt ... Erst als sie die Weiße auf einem Felsen stehen sah, konnte sie ihrer Nase trauen. Die grünen Augen waren geschlossen, was auch immer sie da tat, sie schien sie nicht zu bemerken. Alienna trat etwas näher, wagte aber nicht, zu ihr hinauf zu springen.
"Leyla ...?"
Obwohl sie dort stand wollte Alienna ihre Stimme hören, um es ganz glauben zu können. Vielleicht war das alles nru ein Traum und sie lag noch immer dort im Schlamm und schlief und würde gleich aufwachen und wieder in den leeren Regen sehen.
Als ein erneuter, kalter Windhauch durch Ayalas Fell zog, schmiegte sie sich enger an Falk, ihren geliebten Gefährten, der neben ihr saß und ihre Berührungen ebenso zärtlich erwiderte. Dann sah sie auf, blickte in die Runde, musterte verhalten einige Wölfe die zwar keine wirklichen Fremde für sie waren, aber zu denen sie dennoch keinen Bezug hatte.
Unweit von ihr entdeckte sie Hanako, ein leichtes Lächeln umspielte Ayalas Lefzen. Hanako war immer sehr freundlich zu ihr gewesen - aber wir lange hatten sie sich schon aus den Augen verloren? Ein großer Seufzer staute sich in Ayalas Brust an, mehr und mehr verstärkt durch Banshee, die soeben angefangen hatte, das Rudel zu begrüßen und ihr Anliegen kund zu tun. Banshee, ihre Schwester im Geiste ... in Gedanken schickte Ayala jener eine Geste in Form einer innigen Berührung, einer Zustimmung, ein bisschen Wehmut mit einfließend und dennoch zeigend, dass alles richtig war. Ein Neubeginn stand womöglich an, doch sie würden ihn meistern - sie würden die Chancen ergreifen, die ihnen hiermit gegeben. Für einen kurzen Moment schickte Ayala Falk einen vielsagenden Blick, in welchem sowohl Liebe als auch geistiges Einverständis lagen. Unwillkürlich blickte sie sich auch nach Eris um, die stets zu ihr gehalten hatte - und Riku, die ihr das Leben gerettet hatte – und da saß Acollon, an Banshees Seite, nicht einmal das ...
Ein plötzliches Verlangen sich zu erklären, den Rückzug ihres Selbst zu rechtfertigen wallte so urplötzlich in ihr auf, dass sie über ihre Worte gar keine Gedanken mehr verlieren konnte.
Lächelnd blickte sie noch Hanako an, bevor sie sich von Falk löste, etwas hervortrat und Hanakos Rede übernahm.
„Banshee, werte Alpha, Hanako, … das Problem liegt viel tiefer, zuminest aus meiner Sicht. Wobei ich es nicht Problem nennen würde, eher Chance, etwas Neues zu schaffen, neuen Zusammenhalt, neues Vertrauen. Denn ist es nicht so, dass wir selbst unsere Nächsten vernachlässigt haben, selbst die, denen wir einst so nahe waren und es hoffentlich immer noch sind? Dieses Rudel hat so viele Veränderungen erlebt in letzter Zeit, soviel Schmerz, soviel Freude, soviel Unvorhergesehenes und Neues. Deshalb ist es wichtig, dass wir zuerst zu uns selbst finden, jedoch in Erfahrung mit anderen zusammen. Wenn wir uns alle an den Pfoten halten, können wir dieses Rudel zusammen halten! Keiner wird einsam sein, keiner ungeliebt, keiner besser, keiner schlechter – wir sind alle eins, wenn uns das klar ist, haben wir die Chance ergriffen.“
Nein, der Tiefschwarze hatte – wie selbst prophezeit, das Revier noch nicht verlassen. Warum auch immer, eine Antwort konnte er selbst sich nicht geben. Wie lange hielt er sich nun schon in dem Tal auf? Vielleicht einen Monat... Nun gut, viel war das ja eigentlich noch nicht, aber für seine Momentanen Verhältnisse? Wenigstens hatte Face Taihéiyo noch das „Glück“, dass man ihn nicht aufspüren konnte. Eine Witterung, die nicht existierte, solange man nicht genau wusste, wo sich dieser rabenschwarze Wolf befand. Vielleicht, hätte ihm das Tal sogar inzwischen schon gefallen, wie er so durch Alleen von Bäumen wanderte, unter rot geränderten Blätterdächern. In einem vollkommen sinnlosen Kreislauf lief er hin und her, ruhte mal hier, mal da – ohne das dieses Rast auch nur geringste Früchte trug. Gedanken ließen ihn einfach nicht in Ruhe, manchmal hatte er das Gefühl unter ihnen wahnsinnig zu werden, oder war er das vielleicht schon?
Ab und zu konnte sich ein einzelnes Blatt nicht mehr an den Ästen festhalten und segelte schwebend herab, doch noch waren die Brüder und Schwestern stark genug um nicht vom Winde verweht zu werden. Wahrlich, die, die sich nicht festhalten konnten, waren zuerst dran, auch wenn sie trotzdem vielleicht die besten waren. Resignierend senkte Face seine Lider etwas tiefer, seufzte innerlich auf. Dann trabte er weiter, die Haltung ausdruckslos. Weder Schwäche noch Stärke war in ihr wiederzuerkennen. Der Kopf leicht gesenkt, die Rute bewegungslos zwischen den Hinterläufen. Auch die Ohren waren zwar aufgestellt und nach vorne gerichtet, wirkten aber dennoch vollkommen teilnahmslos. Die Stimmen der Wölfe drangen wieder an ihn heran, inzwischen konnte er sie auch sehen. Sie ihn allerdings nicht, solange er noch hier verborgen im Dunklen und bei den großen Bäumen stand. Und das man ihn witterte, keine Gefahr. Für einen Spieler könnte es das reinste Paradies sein, so auf Erden zu weilen. Er empfand es allerdings als einfach nur grausam. Viele Wölfe konnte er auf dem Rudelplatz sehen, auch die schwarze Wölfin, mit der er sich damals im Wald unterhalten hatte. Als es ihn wieder einmal dazu getrieben hatte wegzulaufen, hatte der Tiefschwarze ihren Namen noch mitbekommen können. Eris. Auch wenn sich ihre Worte, in der Ferne verhallend, so angehört hatten, als hätte er ihn längst wissen müssen. Trotz allem, verdammt ein Hellseher war er nun wirklich nicht! Und da war noch diese riesige Wölfin, bei ihr musste er aufpassen. Vielleicht würde sie seine Präsens spüren...
Sein dumpfer Blick löste sich und wanderte zu Banshee herüber, die angefangen hatte zu sprechen. Er war ein stummer, unsichtbarer Beobachter, Zuhörer, als was auch immer man es sehen mochte. Sie sprach, ein Rudel sei also eine Familie? Mochte sein, aber eine Familie war nicht immer etwas Gutes. Nein, ganz bestimmt nicht, wenn er da an seine eigene dachte. Sie waren ebenfalls ein Rudel gewesen. Großvater und Vater in Tyrannerei und die eigene Mutter als feige Sklavin. Seine Schwester hatte das Weite gesucht, der kleine Bruder war bestimmt nun genau so wie sein Vater. Oder tot. Vielleicht hatte Dusken ihn ja umgebracht. Ihn, Face Taihéiyo hatte er schließlich auch töten wollen, er konnte fliehen. Er war auch feige gewesen. Die Einzige in seiner Familie, der er hatte vertrauen können, war wohl seine Großmutter und Namensgeberin gewesen. Tod, war sie Hundertprozentig auch schon. Viel zu alt, um den Weg zurück zu schaffen, nachdem sie ihn eine Weile auf der Flucht begleitet hatte. Verantwortung für Schwächere hatte keiner genommen, man hatte höchstens genießend auf ihnen rumgetrampelt. Der müde Blick ließ von der Leitwölfin ab, Unsinn... Aber eine andere, weiße Wölfin fing an zu sprechen. Sie stand neben einem großen, stahlgrauen Hünen, der mit Sicherheit ihr Gefährte war. Wollten sie alle so naiv sein und glauben, man könne in einer heilen Welt leben? Warum sollte man, ihren Worten nach, sein Leid teilen? Das war doch immer noch die Angelegenheit eines jeden selbst. Andere damit zu belästigen offenbarte doch noch mehr Schwäche, es zeigte, dass man nicht alleine mit ihr klar kam. Bemitleidenswert, war seiner Meinung nach, das Letzte, was man sein sollte. Und jeder sollte jedem einmal erzählen, was einen bedrückte? Lachhaft! Als ob Jemand Fremden seine ärgsten und schmerzhaftesten Gedanken mitteilen wollte! Und dann auch noch verstanden zu werden? Womöglich geliebt? Hoffnung, dieses Wort lag sehr nah an Naivität und Narretei. Ist das denn nicht möglich? - Nein, ich denke nicht.
Schon sprach eine andere Wölfin, auch weiß, auch neben ihrem Gefährten. Heile Welt – zum Teufel damit! Waren sie alle blind für die Realität? Oder hatte er sich schon zu tief in seinen Frust und seinen Hass geritten?
Keiner wird einsam sein, keiner ungeliebt, keiner besser, keiner schlechter – wir sind alle eins, wenn uns das klar ist, haben wir die Chance ergriffen.
Dummes Ding, so eine Aussage sollte man als Lüge bezeichnen. So etwas war einfach unmöglich zu schaffen. Keiner Besser, keiner Schlechter. Gott wie naiv sie doch alle waren. Die Chance, war an ihm so schnell vorbei gesaust, dass es unmöglich war sie zu fassen. Und die Letzte, die er endlich zufassen bekommen hatte, war in seinen Händen zerbrochen. Chancen waren bloß ein Gedanklicher Fluchtweg, an dem man sich festhalten konnte. Aber weiterführen, taten sie nicht. Zumindest nicht ihn, der nun eh verloren war.
Seine Seele wallte auf vor lauter Unverstandenheit. Sie schlug gegen seine tote Außenwand, wollte aufschreien. Doch Face drehte den Wölfen schließlich den Rücken zu und lehnte seinen Kopf gegen den kalten Stamm eines Baumes, neben dem er stand, und schloss die Augen. Er wollte nicht mehr zuhören.
Narren...
Die Blätter tanzten im schwachen Wind. Der schwarze Hüne betrachtete das Treiben des Herbstes. Die Wolkenwand schien auf das Tal hinab zu stürzen. Er hatte den Worten der anderen Wölfe gelauscht und sie aufgenommen. Es war vielleicht wirklich so, dass die Sternenwinde- Wölfe sich ein Verhalten eines Streuners angeglichen hatten. Aber der Schwarze wagte nicht das Wort zu erheben, er selbst hatte für eine lange Zeit seine Abwesendheit verbreitet und nun, wo er zurück gekehrt war, würde er mit Sicherheit kein Gehör des Rudels finden. Während Hanako sprach flüsterte der Rüde seiner Gefährtin zu:
“Eine gemeinsame Großrudeljagd wäre ein gutes Konzept, auch für die Welpen, sie würde etwas daraus lernen.“
Er sah die Weiße nicht an, Aber schenkte ihr von der Seite her ein leichtes ruhiges Lächeln. Seine Augen huschten über die Wölfe vor ihm. Er sah zum ersten Mal nicht auf sie herab, sondern schaute ihnen in die Augen. Auch wenn die Kühle und Leere in jeder Faser seines Körpers steckte versuchte er etwas offener zu wirken. Sein Lächeln wurde zu einem Grinsen
Das schwarze Übel schloss die Augen und sog genüsslich die erkaltete Luft ein. Bald würde es soweit sein und er würde Banshee seinen Schwur für die Ewigkeit schenken. Sobald der erste Schnee fallen würde. Ein gemischtes Gefühl lag in seiner Brust, einerseits wusste der Schwarze, dass er seine Gefährtin niemals verlassen würde, andererseits würde es auch bedeuten, dass er etwas schwor, was er vielleicht nicht halten konnte, denn wenn sein Sohn das Erbe antreten würde, so müsste er abdanken. Unbewusst huschten seine Augen zu dem schwarzen Averic. Dort blieb sein Blick hängen, doch eigentlich sah er ihn gar nicht an. In Gedanken versunken, die ihn sehr unter Druck setzten, lehnte er sich an seine Gefährtin.
Auch Ayalas Worten lauschte Acollon. Er hatte die weiße Fähe schon lange nicht mehr gesehen. Er erinnerte sich daran, wie sie einst Yakatavo liebte und dieser sich einfach aus dem Staub gemacht hatte.
Ihre letzten Worte blieben an ihm hängen: Keiner wird einsam sein, keiner ungeliebt, keiner besser, keiner schlechter – wir sind alle eins, wenn uns das klar ist, haben wir die Chance ergriffen.
Der Tod war immer einsam, aber auch er hatte etwas gefunden, dass seine Leere geschlossen hatte. Aber in einem Punkt widersprach er Ayala, es gab einen Wolf der besser war, als alle hier Anwesenden. Banshee, seine Fähe war um weiten besser mit ihrer Güte.
“Einsame Wölfe wird es immer geben, die Aufgabe eines Rudels ist doch, wenn ich das richtige sehe, diese Einsamkeit zu füllen. Wir sind ein Rudel, und ich sage gewiss wir, auch wenn sich neue Wölfe nicht gleich in die Gesellschaft“,
sein Blick huschte zu Face,
“fassen können, aufgrund eines schlimmen Schicksals oder größeren Verlusten. Würde ein Wolf wirklich die Einsamkeit suchen, so würde er einem Rudel ausweichen. Und so frage ich euch, seid ihr nicht alle hier, um nicht einsam zu sein? Abgesehen davon, dass ihr es vielleicht- noch- seid?!“
Acollon hatte eigentlich nicht sprechen wollen, doch ihm war klar geworden, dass er selbst, wenn er die Einsamkeit suchen würde, nicht hier wäre. Klar, viele Wölfe kannte er kaum, doch es würde ihm noch ein größtes Vergnügen sein, sie alle kennen zu lernen und etwas auf den Geist zu gehen. Das leichte Lächeln wurde stärker, wieder ehrlich, gewissenhaft, wenn aber auch ein wenig kalt. Er schloss abermals die Augen.
Neyla saß auf dem Rudelplatz und nun musste sie ihre Blicke einfach darüber schweifen lassen. Es war seltsam, nun gehörten sie also zu einer Gemeinschaft, Laios und sie, aber sie waren so fremd, jener Wolf, der zu ihnen blickte, war verwirrt, misstrauisch und unsicher. Sie konnte es doch verstehen, sie hatten wahrscheinlich kein gutes Bild im Moment, wortlos waren sie in das Rudel eingetaucht und hatten niemals auch nur jemanden wirklich kennen gelernt. Ihr Fell berührte das ihres Geliebten und sie sah unsicher zu ihm. Neyla war nun wieder Fit, sie war voller Kräfte und glücklich, dass sie weit weg von Weißrussland war, auch wenn sie das Land vermisste. Aber ihren Vater hasste sie trotz dessen und sie wollte nie wieder zurück, er würde sich nicht geändert haben, er hatte so vieles auf sich Lasten, das würde man nicht vergessen können.
oO(Nein, Vater, du hast deine Chancen verspielt.)Oo
Sie schüttelte leicht den weißen Kopf und sah ihren Gefährten mit einem sanften Lächeln an. Sie war so froh, dass sie ihn damals gefunden hatte, etwas Besseres konnte ihr gar nicht passieren. Die lange Reise hatten sie nur gemeinsam überstehen können, auf dieser Reise hatten sie die Liebe zueinander gefunden und nun wollte sie sich nie mehr von Laios trennen. Eine unsterbliche Liebe verband Neyla und den Rüden, den wundervollen Rüden, der ihr so ähnlich war, dass sie wie eine Familie zueinander passten.
Doch nun waren sie in diesem Rudel, ein sehr großes Rudel, bereichert von Rüden und Fähen und von vielen Welpen, die niedlich auf die Welt hinaus blickten und noch alles kennen lernten. Neyla lächelte bei den Gedanken an Welpen, sie würde mit Laios sicherlich auch einmal welche haben. Die Alphafähe Banshee, vor der Neyla einen großen Respekt aufgebaut hatte, sprach zu ihnen, aber Neyla wusste, dass sie sich nicht direkt äußern konnte. Sie war kaum hier, aber die Alphafähe sprach von einem Problem, dass schon lange in der Luft lag. Aber vielleicht konnte sie dazu etwas sagen, was sie sich wünschte? Die Einsamkeit, die Laios und sie umgab musste gebrochen werden in einem Rudel, in dem sie sich auch getrennt voneinander liebten, ohne eine Gefahr zu spüren, sie kannten es gar nicht anders. Plötzlich ergriff eine weitere weiße Fähe das Wort, sie sah bei einem stahlgrauen Rüden und hatte ebenso zwei Welpen bei sich sitzen. Eine kleine und glückliche Familie, die dennoch das Problem erkannt hatte. Und wenig später meldete sich eine andere weiß Fähe zu Wort, ebenso bei einem schwarzen Rüden sitzend, der Neyla im ersten Moment seltsam erschien, aber doch ruhig war. Ein Pärchen, zwar ohne Welpen, aber ebenso glücklich. So wie sie und Laios.
„Denkst du, wir sollten auch etwas dazu sagen? Was wir uns wünschen von dem Rudel?“
Fragte Neyla ganz leise zu Laios, ihre Schnauze berührte sanft sein Ohr, sie lächelte aber weiterhin und auch ihre Augen schienen beruhigt und zufrieden. Es würde schon klappen. Sollte sie ohne die Zustimmung von Laios Wünsche äußern? Vorstellungen? Unsicher sah sie die einzelnen Wölfe an, dann nickte sie kurz für sich, erhob sich aus ihrer sitzenden Position und hob vorsichtig den Kopf etwas an.
„Wölfe, die hier alle versammelt sind und werte Alphawölfe, wir – mein Gefährte Laios und ich – sind als neue Wölfe in dieses Rudel gekommen, nur kurze Zeit hier und sitzen nun bei einer ernsten Versammlung einer Gemeinschaft, die auseinander zu brechen droht. Wir als neue Mitglieder würden uns darüber freuen, wenn dieses Rudel uns als Gemeinschaft akzeptiert und hilft. Gerne würden wir Wölfe kennen lernen. Gerne würden wir behilflich sein. Gerne würden wir einfach ein Rudelleben führen. Und ich hoffe, dass uns alle Wölfe hier dabei helfen, dass wir uns in diesem Rudel wohl fühlen, keine Einsamkeit verspüren und das wir schnell neue Freundschaften bilden können, die wichtig für den Zusammenhalt sind. Laios und ich wollen Teil haben an dem, was hier geschieht und helfen!“
Neyla lächelte sanft, dann setzte sie sich wieder, sah zu Laios und ihr Blick fesselte sich in seinen Augen fest.
„Ich liebe Dich mein Rüde, mehr als mein ganzes Leben.“
Sie schleckte ihm sanft über die Schnauze und sah wieder aufrichtig zu ihren Leitwölfen.
Leyla? Das war sie! Sie hatte das Gefühl, jemand hatte ihren Namen ausgesprochen. Es klang..die Stimme kam ihr bekannt vor. Sie konnte sie zunächst nicht einordnen. Dann aber doch. Es war Aliennas Stimme. Doch das war absurd. Warum sollte Alienna jetzt direkt hinter ihr stehen? Sie hatte weder Gründe dafür, Leyla aufzusuchen, nachdem, was sie getan hatte, noch konnte sie sie hier überhaupt finden. Andererseits mußte sie natürlich auch irgendwo sein. Ob nun viele Wälder entfernt, zwischen einer Menge anderer Wölfe oder..oder wenige Wolfslängen hinter ihr. War sie das? War es die Wölfin, die Leyla zum ersten Mal im Leben etwas Gutes getan hatte? Die einzige Wölfin vielleicht, die sie überhaupt ein kleinwenig verstand? Eine Person, die womöglich Ähnliches erlebt hatte und ähnliche Begabungen hatte wie Leyla. Ein ähnliches Schicksal. Leyla schlug die Augen auf. Eigentlich wollte sie das nicht mehr tun. Nie wieder sollten ihre grünen Augen das grelle Licht dieser grausamen Welt betrachten. Aber der Moment wollte es anders. Ihre Ohren zuckten etwas nach hinten orientiert. Sie vernahm das Geräusch. Diese so schöne Stimme...lieb, sanft und irgendwie vertraut. Vertraut, als hätte sie die Braune schon ganze Wolfsgenerationen lang gekannt. Leyla war verrückt. Sie bildete sich das ein, was sie sich am sehnlichsten wünschte. Daß Alienna zu ihr kam und ihr vielleicht sogar für das verzieh, was sie getan hatte. Aber egal wie lange sie darüber jetzt noch nachdachte. Es änderte nichts an der Tatsache, daß sie Aliennas Stimme gehört hatte. Und es war nicht nur irgend ein Laut. Nein, es war ihr Name. Leyla. Also mußte Alienna sie sehen. Sie hatte sie womöglich gefunden. Und sie sah, was Leyla gerade tat. Wenn sie es denn verstand. Warten auf das Ende. Leyla blieb nichts anderes übrig. Sie mußte einen Blick nach hinten riskieren. Hoffentlich nur würde sie nicht so schwer enttäuscht werden. Aber wahrscheinlich war es doch eher ihre Einbildung, die sie glauben ließ, dort stünde Alienna und spräche zu ihr. Langsam, sehr langsam atmete sie ein Mal wieder Luft ein und drehte dann ganz sacht ihren Kopf nach hinten um. Sie war von Schwäche gezeichnet, was sie auch nur schwerlich zu unterdücken vermochte. Sie drehte sich um. Und sie sah eine Gestalt. Eine bräunliche Gestalt. Ja, sie war es. Alienna. Braunes, hübsches Fell, die schwarze, feuchte Nase, die sie berührt hatte und diese Augen. Diese Augen, die sie fragend ansahen, was sie dort mache. Augen, die ihr sagten, daß diese Wölfin nicht verstand, was gestern abend geschehen war und warum Leyla so war, wie sie war. Und nicht zu vergessen- die braunen Ohren, mit denen sie desöfteren zuckte. Jetzt warteten auch sie. Sie warteten auf eine Antwort. Auf eine Antwort die Aliennas Innerem sagen sollte, wie Leyla zumute war, was sie dort tat und wie sie auf Aliennas Anwesenheit reagierte. Leyla erschrak und drehte sich blitzschnell wieder zum See um. Es war ihr sehr peinlich. Die Wölfin, die so viel getan hatte und unbedingt wollte, daß Leyla überlebte, mußte nun sehen, daß Leyla das alles einfach wegwerfen wollte. Oh wie hatte sie die Braune enttäuscht. So schrecklich bitter enttäuscht.
Leyla kam sich so schrecklich vor, böse. Bevor sie ging, mußte sie das noch erledigen. Noch ein Mal drehte sie sich um. Aber die Blicke auf das Schrecklichste, Aliennas Augen, unterließ sie und sah nur auf die Pfoten von ihr. Sie konnte Aliennas vorwurfsvollscheinenden und fraghaften Blick nicht ertragen, ihre Ohren, die auf ein paar Laute der Weißen warteten. Sie wollte etwas sagen. Es mußte schnell gehen. Lange würde sie diese Haltung von ihr nicht ertragen können. Niemanden wollte sie je weniger enttäuschen als Alienna. Sie hatte auch gehofft, daß vielleicht einst etwas Besonderes aus den beiden werden könnte. Aber Leyla hatte alles zerstört. Zerstört durch ihre Art, durch ihr Trauma, durch ihren Schmerz. Es war wie ein Fluch, der auf ihr lag. Leyla hatte begonnen, Alienna ein paar sehr wichtige, prägende Dinge zu erzählen und dann drehte sie selbst völlig ab. Doch es war wohl das Beste, Leyla ging endlich. Zwei Wölfinnen mit dieser Begabung oder eigentlich nur noch eine, das ging nicht. Jetzt war Alienna an der Reihe. Sie mußte lernen, was es hieß, anderen zu helfen. Jedenfalls hatte sie schon eine sehr gute Einstellung. Ihr Geist war völlig rein, lieb und mitfühlend. Niemand anderes hatte die Gabe mehr verdient als sie. Mutter Natur mußte gemerkt haben, daß Leyla nicht fähig war, mit dieser Gabe umzugehen. Sie selbst war viel zu sehr vom Pech verfolgt. Also entdeckte sie, daß Alienna das viel besser könnte. Wahrscheinlich hatte Alienna ihre Kraft bekommen. Aber vielleicht gab es doch mehrere, die diese Kraft gleichzeitig besitzen konnten. Leyla wußte es nicht. Sie war doch selbst noch jung. Nun war es Zeit für eine Entschuldigung für ihren gestrigen Auftritt. Aber Leyla wußte, daß sie sich nicht entschuldigen konnte. Aliennas Erinnerung hatte es aufgezeichnet und würde es nie wieder vergessen. Und Leyla wußte nicht, wie genau sie das je wieder gutmachen konnte und wie sie Alienna klar machen konnte, woran das lag und warum es so war und daß Leyla so eigentlich nicht war. Sie war nicht verrückt. Nur von einem Fluch besessen. Und wenn sie jetzt ging, konnte er sich wenigstens nicht auf Alienna übertragen. Leylas Fluch. Jetzt ging sie an ihm zu Grunde. Schnell würde Leyla sich floskelhaft entschuldigen, damit „alles seine Ordnung“ hatte, was, das war ihr klar, aber eh nicht viel nutzte, und dann auf nimmer Wiedersehen sagen. Sie überlegte kurz. Sie sah ihr ganz kurz in die Augen. Aber die Aufregung darüber, was sie sagen wollte, war so groß, daß sie gar nichts sah. Sie war geistig völlig abwesend, als sie das sagte. Leise krächzte Leyla heraus, mit totem Blick.
„Es tut mir Leid, Alienna. Ich muß jetzt gehen. Lebe wohl!“
Schnell drehte sie sich wieder um. Sie wollte jetzt nichts von Alienna haben. Keine Reaktion. Keinen antwortenden Blick, kein Ohrenzucken und erst recht kein „nein warte, tu es nicht!“.
Leyla wußte, daß das, was sie tat, total dumm war. Aber sie glaubte, für sie und die anderen wäre es das Beste. Die Welt wäre Leyla los. Sie wußte nicht, daß ihr Leben ein Geschenk der Natur war. Und ein Geschenk Aliennas, die ihr ihres gerettet hatte und ihr somit den Weg für einen Neuanfang geebnet hatte. Alienna würde sie hassen. Und deshalb wollte sie jetzt endlich in das kalte Wasser springen und untergehen. Ihre Augen würden in das finstere, tiefe Nichts gucken und nie wieder Licht dieser Welt aufnehmen. Ihre Lunge nie wieder Luft der ungerechten Wälder einatmen und ihre Ohren nicht mehr das verstehen, was Alienna vielleicht noch hinterher rufen würde. Oder wie sie über Leyla fluchen würde. Schluß sollte sein.
Und wieder hatte sie eine Feindin mehr. Doch was interessierte es sie noch, was nach ihrem Tod geschah. Sie wünschte Alienna alles Gute. Sie konnte ja nichts dafür. Aber mehr konnte sie nicht tun. Sie setzte zum Sprung an. Sie hebte die Vorderpfoten, schloß die Augen und atmete die Luft aus. Alienna mußte das auch noch mit ansehen. Es war so traurig. Noch bevor richtig etwas beginnen konnte, war es schon wieder vorbei. Leyla war eben bei niemandem beliebt. Sie hatte Alienna schändlich „hintergangen“.
Alienna stand stumm hinter Leyla, ihre Augen glitten über den weißen Pelz, ihre Ohren waren aufgestellt, beteten fast um ein Wort der Fähe, damit es ihr bestätigte, dass dies Leyla war. Auf ihren Namen reagierte die Weiße nur ganz leicht, ein kaum merkliches Zucken, dass der Braunen sagte, dass ihre Worte gehört worden waren. Aber dann geschah eine lange Zeit gar nichts, sie konnte von hinten nicht sehen, ob Leyla die Augen geöffnet hatte, aber sie sah das ganz leichte Heben und Senken der Brust. Und dann, zögerlich, als könnte hinter ihr ein ungeheuer lauern, drehte sich Leylas Kopf und für Sekundenbruchteile sahen sie sich beide an. Dann war es vorbei und der Kopf der Weißen schnellte wieder nach vorne. Alienna verstand nicht. Sie hatte viele Reaktionen erwartet, so wie auch schon zuvor. Ablehnung oder Zuneigung, jetzt eher Ablehnung, Hass oder Freude oder irgendetwas, dass sie eine Gefühslregung erkennen konnte. Aber Leyla schwieg und schien schon fast erschrocken ... als hätte Alienna sie bei irgendetwas Wichtigem unterbrochen. Jetzt drehte sich Leylas Körper erneut, diesmal ganz, und stand Alienna gegenüber. Aber der Blick war zu ihren Pfoten gerichtet, ganz so, als hätte der kurze Blick in ihre Augen sei so erschreckt, dass sie es nun nicht mehr wagte. Dann erklang Leylas Stimme, krächtzend und erstickt, kaum mehr ihre. Was sie sagt konnte die Braune zunächst nicht verstehen, sie hatte die Chance wegzugehen, Alienna hatte erwartet, das sie weggehen würde und jetzt, wo sie die Chance nicht genutzt hatte und doch ins Revier zurückgekehrt war, hatte sie nur diese Worte übrig? Leyla drehte sich wieder um, wieder zum See und erst jetzt verstand Alienna die Worte. Ihre Augen weiteten sich leicht, Leyla war nicht aus dem Revier verschwunden, sie war zum See gegangen um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Einige Sekunden war die Braune stumm vor Entsetzen. Deshalb war Leyla auch erschrocken gewesen, als Alienna gekommen war. Sie wollte alleine sterben, sie wollte nicht von Alienna aufgehalten werden. Diese Erkenntnis brachte auch den bittern Beigeschmack des Wissens mit, dass kaum ein Wort Aliennas Leyla von dieser Entscheidung noch abbringen würden. Zum ersten Mal richteten sich die Augen der Braunen langsam in den Himmel und sie begann stumm um die Hilfe Engayas zu flehen. Sie hatte noch nie um Hilfe von Göttern gebeten, aber hier schien es zu helfen, wie oft hatte Banshee schon das gemacht, sie erzählten sogar, dass sie dadurch ein totes Leben zurück hatte holen können. Vielleicht würde die Göttin des Lebens auch jetzt eingreifen, wenn eine junge Fähe ihr Leben hergeben wollte und nur eine hilflose Schwache bei ihr war, ohne sie daran hindern zu können. Aber es geschah nichts, Leyla setzte schon zum Sprung an und noch immer stand Alienna nur hinter hier. Jähe Trauer umflutete sie, ließ ihre Lefzen zittern und ihre Läufe schwanken. Hilflos, das war das einzige, das sie schon immer gewesen war.
Langsam drehte sie sich weg, den Kopf zur Seite gedreht, erste Tränen in den blauen Augen. Ihre Stimme war leise und seltsam belegt.
"Es war eine schöne Zeit, dann geh den Weg, den du dir aussuchst, aber entschuldige dich nicht bei mir, verlange nicht, dass ich dir verzeihe, verlange nicht, dass ich es mitansehe, wie eine junge Fähe, die gerade dabei ist ein wenig Freude zu erfahren, ihre Leben wegwirft, weil sie anderes nicht erträgt. Und verlange nicht, dass ich, wenn du einfach aufgibst, weiter kämpfen werde. Verlange nicht ... nein, verlange nicht ..."
Ihre Stimme versagte, sie musste schluchtzen, drehte sich jetzt ganz weg und ging langsam auf den Waldrand zu, wagte sich nicht umzudrehen, wollte nicht sehen, wie Leyla sprang, wollte nie mehr etwas sehen. Noch nie hatte sie zu irgendjemandem so etwas gesagt, aber sie hatte auch noch nie jemanden getroffen, der so sehr sterben wollte. Und sie hatte sich noch nie so alleine gefühlt. Schwach, hilflos, sinnlos.
Die fast blinde Fähe, war wie fast all die anderen Wölfe des Rudels, zu dem Rudelplatz gelaufen und hatte sich dort niedergelassen. Gespannt hatte sie gewartet, auf das was Banshee und Acollon ihnen verkünden würden.Sie nickte leicht, als sie die Worte vernahm. Hörte auch all den anderen Wölfen zu, welche sprachen und machte sich ihre eigenen Gedanken. Auch sie hatte schon gemerkt, dass sie kein richtiges Rudel mehr waren und sie war froh, dass Banshee es gemerkt hatte und nun handeln wollte. Viele Wölfe waren gegangen und dazugekommen. Kaede kannte einige Wölfe nicht richtig, welche anwesend waren. Oder erkannte sie sie nur nicht mehr richtig? Kaede war sich nicht sicher. So weit war ihr Augenlicht schon geschwunden. Sie tappte ein wenig nach vorne, wo auch ihr Pate saß und stupste diesen leicht an.
"Na du kleiner großer?"
sie schmiegte sich sanft an ihn und blickte dann in die Richtung wo Banshee und Acollon standen.
"Grüßt euch ihr zwei. Ich finde es gut, dass ihr uns zusammengerufen habt. Auch ich habe wie die anderen ja auch gemerkt, dass unser Rudel sich etwas auseinander bewegt hat und hoffe nun auch, dass wir alle es wieder zusammen führen können. Gegen eine gemeinsame Jagd ist nichts einzuwenden, außer dass es etwas schwierig für mich werden könnte, doch auch ich möchte nicht darauf verzichten. Ich war so lange Zeit alleine und möchte nun all die Wölfe hier gerne kennen lernen. Mich wieder wie in einem Rudel fühlen und wissen können, dass sie hinter einem stehen. So sollen auch sie wissen dass ich und auch ihr hinter ihnen steht. Ich denke, dass das ein Rudel doch schließlich sehr stark ausmacht oder irre ich mich da ?"
So lange hatte die Fähe schon lange nicht mehr gesprochen. Ihren Namen hatte sie nun jedoch nicht genannt. Sie war davon ausgegangen, dass alle Wölfe sie kannten, doch so sicher war sie sich da doch nicht mehr, doch das konnte sie ja immer noch nachholen.
Sie lauschte nun auf weitere Reden, hörte in der zwischenzeit den leisen Atem Hyriogas (Name richtig geschrieben !? ) und die letzten davon fliegenden Vögel, welche aufgeregt zwitscherten. Der Wind, der den REgen mitsich brachte und durch die Bäume fuhr, zerzauste auch ihr Fell, welches aussah wie ein wogendes Meer. Ein silber graues Meer.
Leicht blinzelte sie, spürte den Regen auf ihrem Fell und seufzte. Nun kam der Herbst und bald darauf auch der Winter. Ihr Gefühl sagtei hr, dass dieser Winter kalt werden würde. Ein richtiger Wolfswinter. . .
Aliennas Worte trafen sie wie ein Pfeil in ihrer Brust. Wie ein Blitz der sie erschlug oder wie der Schmerz, vielleicht noch schlimmer, den sie bei ihrem Suizid verspüren würde. Sie drehte ich kurz um, nur ganz kurz. Denn sie wollte die Braune eigentlich nie wieder sehen. Leylas Angst vor dem Tod war so groß und Aliennas Besuch so überraschend, dass sie nicht schneller sterben konnte als daß Alienna noch antworten konnte. Leyla sah sie. Sie lief davon. Wie über Wolken und im Nichts veschwindend. Wohl für immer. Eigentlich starb nicht Leyla. Eigentlich starb Alienna. Zumindest für sie. Leyla drehte sich ganz um. Sie war still. Schrecklich geweint hätte sie jetzt. Leise aber tränenreich. Was tat Alienna da? Was hatte sie getan? So hatte sie sie noch nie erlebt. Auch, wenn sie die Braune noch gar nicht lange gekannt hatte, aber so etwas hatte sie nie vermutet. Diese Art der Rekation war für Leyla sehr überraschend. Daß Leyla eine Aufgeberin war, war nichts Neues. Aber daß die tapfere und freundliche Alienna jetzt das Tuch warf, war für Leyla schockierend. So hatte sie das nicht gedacht. Das war vollkommen unvorhergesehen für sie. Warum nur? Warum nur mußte alles so kommen? Sie verstand es nicht. Leyla war noch trauriger als zuvor. Sie war traurig, weil sich all ihre Gewissheit bewahrheitete. Alienna war sauer. Sauer darüber, daß sie ihr Leben weg werfen wollte wie alte Knochen. Zwar verstand Leyla den Grund der Wut, aber es überraschte sie trotzdem. Leyla überlegte, ob sie etwas sagen sollte. Eigentlich war jetzt der beste Moment um zu springen. Springen und ertrinken. Sie atmete unregelmäßig, schloß die Augen und sandte einen Blitz des Hasses durch ihren Körper den sie in Form eines stechenden Schmerzes zu spüren bekam. Diese Reaktion war für sie noch schlimmer als ihr bevorstehender Tod. Alienna wollte aufhören zu kämpfen, aufhören Leyla gut zu zu reden und war nun wieder allein. Was hatte sie ihr angetan? War es nicht alles ihre Schuld, daß sie jetzt wütend war? Ja war es. Aber daß sich das so auswirken würde hätte Leyla nie vermutet. Nicht diese Reaktion. Nicht diese. Leyla spannte ihre Gedanken an und holte Luft. Dann öffnete sie die Augen und sah die braune Wölfin, die fast verschwunden war, zum Waldrand hin, an.
„Alienna!“
Rief sie laut. Sie wartete auf eine Reaktion. Doch noch bevor sie sie sprechen ließ, falls sie das noch würde, wollte sie schon ihren gesamten Gefühlsfluß in einem plötzlichen Dammbruch heraussprechen. Sie rief laut, verzweifelt und auch etwas wütend zu ihr hinüber.
„Du bist doch nicht besser! Du gibst auch auf..schmeißt alles hin. Mit deinen grausamen Worten bist du es doch, die mir den schlußendlichen Todesstoß verleiht.“
Leyla wußte nicht, was sie in ihrer Wut sagte. Sie hatte soeben Alienna für alles beschuldigt. Sie schien also völlig am Ende aller Vorstellungen zu sein. Wenn sie sich hören könnte, würde sie sich dafür selber beißen. Wie konnte sie nur Alienna beschuldigen, daß sie jetzt Selbstmord begehen wollte? Wie konnte sie ihr nur vorwerfen, daß sie alles aufgab? War es nicht doch die Wut über sich selbst und die Tatsache, daß sie mit Aliennas überraschender Reaktion nicht klar kam, die sie dort ausposaunte? Sie hatte sich so lange gehaßt und verdammt, daß sie diese Wut nun zum ersten Mal so offen gegen jemanden anders richtete. Aber sie ließ das nicht unbestraft. Weinerlich stieß sie noch heraus..
„Ach, geh doch..tröste noch all die anderen wenn das deine Bestimmung ist. Mir kann es egal sein!“
Diese Worte waren reine Lüge. Leyla wußte, daß Alienna das nicht für jeden x-Beliebigen getan hatte, sondern für sie. Und sie wußte, daß Alienna es gut meinte und nicht die freundliche Botschafterin des Guten spielen wollte. Und egal war es ihr erst recht nicht, was Alienna tat. Im Gegenteil. Jedes Wort von ihr veränderte ein Stück ihrer Seele.
Nach diesen Worten ging sie noch näher an das Ufer und blies die Luft heraus. Sie tauchte ihren Kopf ruckartig unter die Wasseroberfläche und schluckte ganze Mäuler voll Wasser in sich und in ihre Lunge. Sie kam in Atemnot. Wie lange würde sie das durchhalten? Wirklich bis zum Tod? Auf alle Fälle hörte sie unter Wasser nicht mehr, was nun zurück kam. Vielleicht bekam sie ja nun wirklich den Stoß in das kalte Wasser. Doch das würde Alienna sicher nie tun. Leyla war völlig fertig. Durch Aliennas Worte fühlte sie sich noch weiter in die Ecke gedrängt und drückte den Haß aus, den sie gegen sich und all die jenigen hatte, die sie zu dem, zu dem sie heute verkommen ist, gemacht haben. Zu denen, denen sie ihre wahren Gefühle nicht gesagt hatte. Aus Angst. Aber zu Alienna..zu der, bei der sie im Innersten wußte, daß sie so nicht reagieren würde, sagte sie das. Leyla war wirklich am Ende ihres Verstandes. Es blubberte und der letzte Sauerstoff verließ ihre Lungen. Immer mehr verspürte sie den Drang wieder aufzutauchen. Doch bevor sie auftauchen würde, würde sie in das Wasser springen. Dann konnte sie nichts gegen das Etrinken unternehmen. Leyla bestrafte sich für das, was sie getan hatte, was sie gesagt hatte.
Die laue Luft des heranbrechenden Tages erfüllte Amatsuhikos Nase mit angenehmen Gerüchen, wie nassem Herbstlaub oder dem herben Duft herabfallender Eicheln und Nüssen. Seine Pfoten drückten sich tief in die weiche Erde und hinterließen sanfte Spuren die beinahe vom sanften Plätschern der Regentropfen hinfortgewaschen wurden als wollte Atsuhakku, der Gott der Icebloodswallows, Hikos Existenz vertuschen
Der Regen tropfte sachte von den roten blättern der eichen und hinterließ zart-graue spuren auf dem fell des rüden, der seine scheuen schritte in das revier dieses rudels lenkte, welches sich Sternenwind nannte.
Ob er hier ruhe finden würde? er dessen Name eine unheilvolle Prophezeiung bei den Icebloodswallows hinterlassen hatte? Sein Name war so sanft, so anders dass er verstoßen worden war.
Nein nicht nur deshalb, auch wegen seinem ständigen Begleiter, der sich ihm schon im zarten welpenalter nebenan gestellt hatte
"Kazunooo"
Hiko hob den Kopf, denn dies war der Name den seine Mutter ihm als schutz vor dem ältestenrat erteilt hatte, Blutrabe anstatt Sternengebet
Angst,Hass,Mordlust anstatt Liebe,Vertrauen,Freude
so hätte er sein sollen
aber er war es nicht, würde es niemals sein
Ruki, Hikos Geistwesen, war nicht mehr als ein Nebelhauch, ein lebender Gedanke und doch so ungleich mehr.
Er war.......ja was eigentlich?
Weder tot noch lebend
Ein Wesen zwischen den welten
Gekommen um Hiko zu leiten, ein Stern auf dem Weg aus der Finsternis
geboren aus den Gebeten einer Seele, so jung und doch schon zum sterben bereit
Ruki erschien an einigen Eichen und blickte Hiko entgegen
"komm kleiner Bruder....komm, wir sind auf dem richtigen Weg. Der Sternenstaub ist nicht mehr weit"
mit sternenstaub meinte er das rudel. denn in seinen augen waren sie ebenso unvergänglich wie die sterne im nachthimmel
Er blinzelte, umgeben von bläulich-weißem Geisterlicht wartete er auf seinen Schutzbefohlenen um ihm den rechten weg zu weisen, ihn zu schützen denn beide seelen in einem körper vereint ergaben ein wesen so alt, so wild und so wirklich wie es nur die zeit selbst sein konnte
Hiko lächelte als er Ruki dort sah und folgte dem Seelenstern
"ich komme großer Bruder der Sterne"
ihm gefiel es hier zu sein, doch wie lange würde es dauern bis er wieder fortgejagt werden würde
1mond? 2? 10?
wer konnte das schon erahnen?
so bewegten sich seelenstern und Wolf im einklang dahin, in eine ungewisse zukunft die voller überraschungen und wunder sein konnte
Leés Augen hafteten fest auf dem Boden. Schuldgefühle und Unruhe jagten ihre Gedanken umher. Sie fühlte sich hin und her gerissen. Sie blickte auf ein Blatt, dessen Rand bereits rot gefärbt war. Sie liebte den Herbst. Er war das Ende vom Anfang. Die Blätter sterben in festlichen Herbstfarben und sichern somit die Zukunft. Die Zukunft auf neue Pflanzen. Leé mochte diese Farben. Sie waren warm und wehmütig zugleich. Leé streifte lange zusammen mit Bastar durch den Herbstwald und das schweisste die Beiden mehr zusammen als alles andere. Leé blickte zu ihm hoch und rutschte näher an ihn heran. Sie genoss seine Wärme. Die Worte, die Banshee sprach trafen sie auf seltsame Art. Auf einmal wurde der Fähe klar, was sie getan hatte. Sie und ihre Mutter lebten sich auseinander. Leé hatte sehr lange geschwiegen und kein Wort mit ihr gesprochen, nicht einmal, als sie ging. Leés Blick wanderte unverzüglich zu Boden. Sie schämte sich und war traurig und wusste nicht genau, was sie tun sollte. Zum Einen wollte sie mit Hanako sprechen, in ihrer Nähe sein. Doch sie wusste, dass sie das nicht ohne weiteres tun konnte. Sie konnte nicht einfach zu ihr hingehen und wieder gute Tochter spielen. Sie war nie gut darin gewesen sich Fremden zu nähern. Hanako war zwar keine Fremde, doch etwas lag zwischen ihr und ihrer Mutter. Ein Fels aus hartestem Stein. Leé lugte unverbindlich zu ihrer Mutter und suchte deren Blickkontakt. Doch Hanako sprach und bemerkte ihren Blick anscheinend nicht. Leé schloss die Augen und legte ihren Kopf an Bastars Brust und versuchte der Realität zu entfliehen. Ein Rudel, weches sich auseinander lebt...Leé versuchte es für einen kurzen Moment zu vergessen und sich nicht selber die Schuld zu geben, obwohl sie sicher dazu beigetragen hatte...
24.12.2009, 19:21
Banshee musste leicht schmunzeln, als eine Fähe nach der anderen das Wort ergriff, ihr zustimmte und sich bereiterklärte, mitzuhelfen wieder ein Rudel zu formen. Die Rüden dagegen schwiegen beharrlich, mal abgesehen von Acollon ... es war alles wie immer. Sie konnte ein leises Lachen nicht unterdrücken, aber es war ein glückliches Lachen. Ihr Blick wanderte von Hanako, mit der sie bald sprechen sollte, zu Ayala, die interessante Metaphern verwendete, über Kaede, deren Augenlicht nun scheinbar ganz verschwunden war zu Neyla, die schon viel stärker schien. Die Welt war in Ordnung. Die Weiße legte leicht den Kopf auf Acollons Schulter, was so viel wie Zustimmung bedeuten sollte und ebenso das Glück ausdrücken sollte, das sie mit ihrem Rudel teilte. Erst nach einigen Sekunden erhob sie schließlich das Wort, ausgeglichen und ruhig.
"Ich bin froh, dass ihr mir alle zustimmt. Danke, Hanako, Ayala, Kaede und Neyla. Ein Rudel bedeutet, dass wir Schwache schützen, Kaede, du brauchst keine Angst haben und Neue in unsere Kreise eingliedern, Neyla und Laios. Deshalb halte ich auch eine Rudeljagd für eine sehr gute Idee. Bevor der Winter kommt, ziehen viele Herden durch unser Tal, ich weiß von einigen Stellen, wo wir gute Beute finden würden. Deshalb schlage ich vor, dass wir uns in vier Jagdtrupps einteilen, je zwei Jäger und zwei Hetzer. Dabei will ich absichtlich, dass sich bereits bekannte Wölfe nicht in einer Gruppe befinden. Acollon und ich werden eine Gruppe anführen, ich würde Ayala bitten, eine Truppe der Jäger zu übernehmen und Eris die andere der Hetzer."
Sie hielt inne und sah zu den beiden Fähen, sie nahm nicht an, dass sie ablehnen würden, es war nicht nur eine Ehre, ein Jagdtrupp anführen zudürfen sondern auch gleichzeitig ein stückweit ihre Pflicht, auch wenn Banshee sie niemans dazu zwingen würde. Langsamer fuhr sie dann fort, mittlerweile von einem zum anderen blickend.
"Ich werde ein Hetzertrupp leiten, Acollon das andere der Jäger. Ich würde Hanako und Hidoi bitten, ihre Welpen untereinander aufzuteilen, ebenso wie Acollon und ich dies tun werden. Achtete auf sie, sie sollen etwas lernen, aber sie werden beim Hetzen nicht so schnell laufen können und die Jäger müssen darauf achten, dass die Welpen nicht unter die Herde geraten. Ich überlasse es euch selbst, wie sehr ihr sie mit einbezieht."
Ihr Blick glitt langsam zu Face, der sich ebenfalls zu ihnen gesellt hatte, sich jedoch verdeckt hielt. Auch ihn würde sie miteinbeziehen, ob er mitkommen wolle, lag an ihm selbst. Langsam zählte sie die verschiedenen Gruppen auf, achtete darauf, dass jeder verstand, bei wem er war. Auch Alienna erwähnte sie, auch wenn diese nicht da war ... vielleicht würde sie ja noch kommen. Als sie endlich geendet hatte, war ihre Zunge trocken und sie seufzte leise, selten hatte sie soviel am Stück geredet. Und jetzt stieg ihr auch noch der Geruch eines Fremden in die Nase. Leitwolf sein war anstregend. Langsam hob sie die Schnauze zum Himmel, sie wollte nicht während der Jagd gestört werden, der Rüde sollte sich gleich zeigen.
Banshee musste leicht schmunzeln, als eine Fähe nach der anderen das Wort ergriff, ihr zustimmte und sich bereiterklärte, mitzuhelfen wieder ein Rudel zu formen. Die Rüden dagegen schwiegen beharrlich, mal abgesehen von Acollon ... es war alles wie immer. Sie konnte ein leises Lachen nicht unterdrücken, aber es war ein glückliches Lachen. Ihr Blick wanderte von Hanako, mit der sie bald sprechen sollte, zu Ayala, die interessante Metaphern verwendete, über Kaede, deren Augenlicht nun scheinbar ganz verschwunden war zu Neyla, die schon viel stärker schien. Die Welt war in Ordnung. Die Weiße legte leicht den Kopf auf Acollons Schulter, was so viel wie Zustimmung bedeuten sollte und ebenso das Glück ausdrücken sollte, das sie mit ihrem Rudel teilte. Erst nach einigen Sekunden erhob sie schließlich das Wort, ausgeglichen und ruhig.
"Ich bin froh, dass ihr mir alle zustimmt. Danke, Hanako, Ayala, Kaede und Neyla. Ein Rudel bedeutet, dass wir Schwache schützen, Kaede, du brauchst keine Angst haben und Neue in unsere Kreise eingliedern, Neyla und Laios. Deshalb halte ich auch eine Rudeljagd für eine sehr gute Idee. Bevor der Winter kommt, ziehen viele Herden durch unser Tal, ich weiß von einigen Stellen, wo wir gute Beute finden würden. Deshalb schlage ich vor, dass wir uns in vier Jagdtrupps einteilen, je zwei Jäger und zwei Hetzer. Dabei will ich absichtlich, dass sich bereits bekannte Wölfe nicht in einer Gruppe befinden. Acollon und ich werden eine Gruppe anführen, ich würde Ayala bitten, eine Truppe der Jäger zu übernehmen und Eris die andere der Hetzer."
Sie hielt inne und sah zu den beiden Fähen, sie nahm nicht an, dass sie ablehnen würden, es war nicht nur eine Ehre, ein Jagdtrupp anführen zudürfen sondern auch gleichzeitig ein stückweit ihre Pflicht, auch wenn Banshee sie niemans dazu zwingen würde. Langsamer fuhr sie dann fort, mittlerweile von einem zum anderen blickend.
"Ich werde ein Hetzertrupp leiten, Acollon das andere der Jäger. Ich würde Hanako und Hidoi bitten, ihre Welpen untereinander aufzuteilen, ebenso wie Acollon und ich dies tun werden. Achtete auf sie, sie sollen etwas lernen, aber sie werden beim Hetzen nicht so schnell laufen können und die Jäger müssen darauf achten, dass die Welpen nicht unter die Herde geraten. Ich überlasse es euch selbst, wie sehr ihr sie mit einbezieht."
Ihr Blick glitt langsam zu Face, der sich ebenfalls zu ihnen gesellt hatte, sich jedoch verdeckt hielt. Auch ihn würde sie miteinbeziehen, ob er mitkommen wolle, lag an ihm selbst. Langsam zählte sie die verschiedenen Gruppen auf, achtete darauf, dass jeder verstand, bei wem er war. Auch Alienna erwähnte sie, auch wenn diese nicht da war ... vielleicht würde sie ja noch kommen. Als sie endlich geendet hatte, war ihre Zunge trocken und sie seufzte leise, selten hatte sie soviel am Stück geredet. Und jetzt stieg ihr auch noch der Geruch eines Fremden in die Nase. Leitwolf sein war anstregend. Langsam hob sie die Schnauze zum Himmel, sie wollte nicht während der Jagd gestört werden, der Rüde sollte sich gleich zeigen.
"Fremder, gib dich zu erkennen!"
Der rüde hörte dem gejaule auf dem Rudelplatz entspannt zu und begutachtete seine Fähe,die eng an ihn geschmiegt neben ihm lag.Als sie den Kopf an seine Brust schmiegte senkte der Rüde seine schnautze zum Ohr von Leé.
"Ist..alles in Ordnung,Leé?"
Vorsichtig stuppste der Rüde ihre Schnautze an und folgte dann dem Blick,den Leé vorhin ihrer Mutter zugeworfen hatte.Er verstand.
"Leé du solltest einmal mit ihr sprechen,wenn ihr ungestört seid...findest du nicht?"
Er leckte ihr liebevoll das Ohr ab und seine Rute Wedelte sachte hin und her.Sein Blick glitt von der Fähe hoch zu Acollon,und schlieslich zu Banshee.Auch er fand die Ideen gut,die abgegeben wurden.Tatsächlich konnten die Welpen dadurch lernen.Doch als Acollon auf die Welpen kahm,wenn auch nur kurz,fuhr ein stechender Schmerz in das Herz des Rüden.Sein kleiner Freund..er würde den Welpen nie wieder sehen.
Als Banshee ernneut sprach nickte ihr Bastar stumm zu und erhob sich dann vorsichtig,um Leé nicht wehzutun.Sanft schmiegte er seinen Kopf an ihren Hals und schüttelte sich dann kräftig.
"Banshee..",
setzte er vorsichtig an.
"Was genau..sollen wir jetzt tun?Sollen wir uns,zu unseren Gruppen stellen,oder willst du noch etwas warten?"
Bei dieser Frage kahm der Rüde sich ziemlich dumm vor,doch wenn er etwas nicht verstand,dann fragte er eben.Seine großen,kräftigen Pranken schoben sich leicht in den Sandigen Boden.
Ruhig hatte die die ganze Einteilung gehört und verstanden. als sie Bastars stimme vernahm wand sie ihren Kopf in die Richtung in der sie ihn vermutete. Sie stieß dabei leicht gegen Hyrioga, bei dem sie sich sogleich leise murmeld entschuldigte und etwas von ihm abrückte, um ihm nicht nocheinmal ihren Kopf gegen den seinen zu hauen.
Auch sie nahm nun den fremden Wolf wahr, welchen Banshee zugerufen hatte. Mal sehen ob dies ein unkomplizierterer war. Nun stand sie und wartete auf Banshees Antwort. Bastar hatte etwas wichtiges gefragt, auch ihr war dies durch den Kopf gegangen. Sie seufzte und schüttelte sich.
"Hanako?"
rief sie leise, nur damit sie sich richtig orientieren konnte, wenn sie die Gruppen bildeten. In der langen Zeit, welche sie weg gewesen wahr hatte sie viele Wölfe nicht richtig vergessen, konnte sie dennoch aber nicht mehr richtig einordnen und bevor sie sich nun blamierte und zu jemand anderen rief wollte sie sich eben versichern.
Alienna stockte, als Leyla ihren Namen rief. Noch war sie sich nicht sicher, ob sie einfach weiterlaufen sollte, doch dann brach plötzlich eine Flut von Worten aus der Weißen heraus und umbrandeten die Pfoten der Braunen. Einige Sekunden stand sie starr vor Schreck, dann verwandelten sich die Tränen der Trauer zu Tränen der Wurt, sie wirbelte herum und kam wieder etwas näher, funkelte Leyla an und presste die Lefzen zitternd aufeinender. Etwas herrschte in ihr, dass sowohl Wut als auch Trauer war, sie wusste nicht, warum Leyla diese Worte sagte, aber sie wusste, dass die Weiße sie nicht wirklich meinte. So wenig sie auch wissen konnte, davon war sie überzeugt. Und trotzdem war sie wütend, alle Gefühle kollidierten, sie begann daran zu zweifeln, was sie fühlte, ob sie nun traurig oder wütend, verletzt oder überheblich war. Sie war plötzlich alles und nichts, weit mehr und doch weniger. Tränen verloren sich in ihrem Fell während sie mit zitternden Läufen vor Leyla stand, jetzt hatte sie kein Problem mehr damit, ihr in die Augen zu sehen, es war, als hätte die scheinbare Stärke, die Leyla erlangt hätte, auch Alienna gepackt. Während sie tief Luft holte, um all ihre Wut, ihren Schmerz und all das andere, was in ihr brodelte hinaus zu schreien, wandte sich Leyla ruckartig um und tauchte ihren Kopf unter Wasser. Ihre Ohren ragte noch raus und selbst wenn nicht, hätte Alienna angefangen zu reden, nicht zu schreien, aber sehr laut zu reden.
"Ich hab nie gesagt, dass ich alles hinschmeißen werde, ich stehe schließlich nicht am See und habe vor mich zu ertränken und andere, die mich vielleicht lieben, einfach zurückzulassen. Nur weil es mir nicht gut geht, soll es dann gerade denjenigen, die ich mag nicht auch noch schlecht gehen, weil ich zu selbstsüchtig war! Und wen soll ich denn schon trösten, es trauert ja niemand, weil dich ja niemand kennt! All diesen Wölfen gibst du keien Chance, sagst von vornerein, dass sie dich hassen werden und bringst dich um! Ich war wenigstens bei diesem Rudel, ich habe mit ihnen gesprochen! Aber nicht mal das tust du, nicht mal das!"
Ihre Augen hatten sich erneut mit Tränen gefüllt, während der letzten Sätze hatte sie angefangen hemmungslos zu schluchtzen und noch immer war Leylas Kopf unter Wasser. Wie lange war es bereits? Was sollte das? Vor Aliennas Augen begannen weiße Punkte zu tanzen, in ihr explodierte alles, mit einem schrillen Aufschrei, warf sie sich urplötzlich gegen Leyla, rammte sie von der Seite und stieß sie um, rollte selbst über sie hinweg und blieb im flachen Wasser liegen, die Weiße hatte sie ebenfalls nur seitwärts gestoßen, sodass das Wasser noch immer nur bis zu den Kniegelenken reichte. Schluchzend und winselnd fiel Aliennas Kopf ins Wasser, das ihr jedoch auch so nur bis zum linken Auge reichte.
Gelangweilt saß der junge Welpe, welcher nun schon fast keiner mehr war, neben seinem geliebten Bruder. Was dort gesprochen wurde interessierte ihn herzlich wenig, dass einzige was ihm wichtig war, dass er bei seinem kleinen Cylin sein konnte. Sie laberten und laberten, viel zu viel für seinen Geschmack. Zuhören tat er eh nicht. Die dunklen Augen flogen missgelaunt über die Meute, jeder stand bei seinem Liebling, und da meinten so viele Wölfe, sie würden sich voneinander entfernen? Boah hatten die alle Halluzinationen! Sachte fing Averic an am Ohr seines Bruders zu kauen, wie er es so oft machte, wenn er nachdachte. Der Pechschwarze überlegte, ob wohl noch einmal sowas passieren würde wie damals, als sich sein Vater verwandelt hatte und der Welpe plötzlich nicht mehr er selbst gewesen war. Vier Worte hallten noch immer so unendlich laut in seinen Gedanken:
.oO°(Averic... Du bist besessen!)
Nur von was oder von wem? Irgendwie konnte er sich keinen Reim machen, er wusste nur, dass er auch ganz anders sein konnte, eine zweite Persönlichkeit hatte, zwielgespalten - Schizophrenie. Egal, darüber konnte man noch später nachdenken, den inzwischen hatte Averic das zerknautschte Ohr seines Bruders losgelassen und stierte zu seiner Mutter empor. Wie, bereits bekannte Wölfe sollten sich nicht in einer Gruppe befinden? Worum ging es? Achja, die Jagd... Kam nicht in die Tüte! Niemand sollte es wagen ihn von Cylin zu trennen, auch nicht bei einer Jagd! Dort erst recht nicht! Mein Gott, sie hatten doch alle keine Ahnung von seinem kleinen Träumer, sie würden bestimmt nicht gut genug auf ihn aufpassen, ihm könnte was geschehen! Averic schüttelte bitterböse den Kopf und rückte noch näher an seinen Bruder heran, noch weiter und er würde den Bernsteinäugigen umschmeißen. Wenn er nicht da war und Cylin beschützte konnte sonst was passieren, vielleicht wurde er von dem gejagten Wild überrannt, fiel wo runter, lief gegen einen Baum, schlief bei der nächsten Hecke verträumt ein - kam überhaupt nicht in Frage! Viel zu groß das Risiko für seinen Kleinen. Nicht über seine Leiche!
24.12.2009, 19:22
Still war es geworden. Leyla lag neben dem See. Sie hatte die Augen geschlossen. Ihre Pfoten lagen „durcheinander geworfen“ neben ihr. Nichts an ihr bewegte sich. Außer ihr Brustkorb, der leicht auf und ab ging. Sie atmete noch. Ihr Kopf, ihr Gesicht, war pitschnaß. Eine ganze Weile war es still. Nach dieser Welle der Lautstärke war es ruhig. Niemand sagte etwas. Man hörte nur ein leises Schluchtzen. Und weil dieses Schluchtzen in Leylas Ohren ging, öffnete sie die Augen. Sie war munter auf. Sie hatte sich nur wieder totgestellt. Alienna hatte ihr mit Gewalt das Leben gerettet, wieder ein Mal. Und jetzt weinte sie. Als sie die Braune dort so niedergeschlagen im Wasser liegen sah, wurde auch sie wieder traurig. Sie hob den Kopf. Sie sah sie an, schloß dann die Augen. Sie ließ all das, was soeben geschehen war, noch ein Mal in ihrem Kopf ablaufen. Warum tat Alienna das? Warum nur ließ sie sich von Leyla so beeinflussen? Und warum gab sie die Hoffnung nie auf? Woher der Optimismus? Wer hatte sie so stark gemacht? Leyla war es ein Rätsel. Alienna war ein Rätsel. Für sie. Leyla stand auf. Sie stand sehr langsam auf. Ihr Kopffell tropfte. Sie sah vor sich auf die Wiese. Sie war etwas naß. Leyla überlegte noch ein Mal. Alienna hatte so viel für sie getan. Sie kannte Leyla kaum aber hatte so viel für sie getan. Sie wollte nicht, daß sie stirbt. Sie hatte soeben sogar ihre innere Angst vor Berührungen überwunden um sie vom See weg zu bekommen. Sie sah auf zu ihr. Die Braune lag traurig und naß, ihr braunes, schönes Fell, tropte im Wasser und war einfach nur traurig. Hätte Leyla ihre Worte gehört, es hätte sie noch mehr verletzt. Aber es war wohl besser so, daß sie sie nicht gehört hatte. Die Wassertropfen ließen einige Stellen von Aliennas Fell glitzern und etwas schimmern. Leyla sah neben sie. Dort „wackelte“ die braune, schaukelte als Spiegelbild auf dem Wasser. Leyla schüttelte sich ein Mal um das Wasser aus dem Fell zu bekommen. Ein paar kalte Tropfen trafen auch die braune Wölfin. Leyla stieg hinab ins Wasser. Sie ging ganz langsam an die Braune heran. Sie zögerte, ihr näher zu kommen. Sie war sich im Klaren, daß Alienna das eigentlich nicht wollte. Sie wollte ihr nicht noch Angst machen. Aber sie wollte einfach nur klar machen, wie wichtig das war, was sie jetzt tun wollte. Sie ging noch ein Stück näher. Etwa eine halbe Wolfslänge vor ihr, so nah war sie ihr schon, blieb sie stehen. Sie sah sie seitlich an. Leyla neigte ihren Kopf nach vorn, etwas nach unten. Immer weiter. Sie näherte sich der Braunen. Jetzt war sie nur noch eine halbe Pfotenlänge von ihrem Kopf entfernt. Als sie fast an ihrem Ohr war, sprach sie leise.
„Warum?
Warum tust du das?
Warum gibst du die Hoffnung einfach nicht auf? Was für einen Sinn siehst du in mir noch?“
Sie sprach so leise, daß es kaum verständlich war. Der kleine Atemzug und Austritt beim Sprechen kam an Aliennas Ohr. Sie hatte ihr Sprechen, die Wärme, sicherlich gespürt. Leyla war ihr ganz nah. Danach aber ging sie sofort wieder einen Schritt zurück um sie nicht zu lange mit ihrer Nähe zu beängstigen. Leyla sah, was sie getan hatte und guckte unterwürfig auf das Wasser vor sich.
„Tut mir Leid. Ich..ich hätte dir nicht so nah kommen sollen. Verzeih.“
Sie überlegte. Dann sah sie auf zu ihr. War sie darüber böse? Eigentlich war es sehr aufdringlich von Leyla, nach dem, was Alienna für sie alles getan hatte. Leyla versuchte Fassung zu gewinnen. Sie holte schwer Luft und sagte.
„Willst du wirklich, daß ich am Leben bleibe? Oder wolltest du nur nicht mit ansehen, wie mein Körper zu Boden fällt? Siehst du einen praktischen Nutzen in mir? Oder hast du das wirklich nur für mich getan?“
So offen sprach Leyla ihre kritischen Gedanken zu Aliennas Handlungen das erste Mal aus. Aber vermutet hatte sie diese vorwurfsvollen Sachen schon nach Leylas erster Rettung.
Sie wollte eine erhliche Meinung von ihr. Kein „ja vielleicht“ oder gar „nein, eigentlich nicht wegen dir“. Aber das paßte auch nicht zu Alienna. Leyla rechnete fest damit, daß sie es wirklich nur für sie getan hatte. Sie hoffte es. Also fuhr sie gleich fort.
„Wenn du wirklich willst, daß ich lebe, dann gib mir auch einen Sinn zum Leben. Einen wirklichen Sinn. Ich habe ihn verloren. Ich bin mir sicher, nur noch du kannst ihn mir zurück geben. Wie auch immer du das anstellen willst. Wenn du ihn auch nicht kennst oder das nicht willst, dann muß ich damit leben. Du hast mir gegenüber keine Verantwortung. Wir sind keine Schwestern..oder so etwas.“
Sie sprach sehr ernst. Sie hoffte, daß Alienna nach Leylas schockierender Reaktion, vorhin, überhaupt im Stande war, noch ein Mal „normal“ mir ihr zu sprechen. Wenn man Leyla nicht genau kannte, wußte man nicht, wann der beste Zeitpunkt war, um so etwas mit ihr zu bereden. Doch jetzt war er. Durch Aliennas Aktion wurde Leyla allmälig klar, daß es doch mehr gab. Daß Alienna doch noch anders war, als sie sich gedacht hatte. Hätte sie ihre letzten Worte gehört, hätte sie auch mit bekommen, wie selbstbewußt Alienna sein konnte. Denn das war sie. Überraschend sehr sogar.
Ernst lauschte Ayala den Vorschlägen der anderen. Sie war im Großen und Ganzen zufrieden, sie fand es bemerkenswert, dass sich so viele überwanden, etwas von ihren Gefühlen und ihrem Debken preiszugeben. Vor allem die Neuen. Die weiße Fähe, die so zärtlich mit ihrem Gefährten umging ... Ayala lächelte. Sie mochte sie auf Anhieb.
Banshee begann zu sprechen. Ayala lächelte ihr aufmunternd zu, sie war gespannt, welche Idee ihre Alpha hatte. Denn sie hatte eine, das konnte sie spüren. Auch Acollons kurzer Austausch mit Banshee war für Ayala nicht unbemerkt geblieben.
Als Banshee die Rudeljagd vorschlug, war die Weiße sofort Feuer und Flamme. Eine Jagd ... wie lange lag die letzte richtige Rudeljagd bloß zurück?! Sie dachte zurück an die Zeiten, in denen noch Yakatavo an ihrer Seite gewesen war, an die Zeit, in der sie zu diesem Rudel hier gestoßen war. Ein Rudel, das erst noch entstehen sollte. Nyota war damals mit Banshee in dieses Tal gekommen ... Ayala seufzte verträumt. Wie viele waren seit dieser Zeit gekommen und gegangen...
Die Weiße begegnete Banshees aufforderndem Blick. Was hatte jene gesagt? Rudeljagd , genau ... Ayala bitten, eine Truppe der Jäger zu übernehmen , ja, sie erinnerte sich - WAS?
Sie selbst? Um Himmels Willen … sie sollte eine Jagdtruppe leiten? Ayala kam sich anfangs leicht überfordert vor, doch sie spürte Banshees aufmunterndes und warmes Lächeln auf sich ruhen. Nun, … sie konnte es ja zumindest versuchen … Sie würde die ihr erlegte Verantwortung zu schätzen wissen und das Beste daraus machen. Ayala atmete einmal tief durch und nickte dann Banshee und Acollon lächelnd zu.
Malicia lag etwas abseitz der Gruppe, das sich Rudel nannte. Ihr Blick schweifte umher. Von Wolf zu Wolf. Sie beobachtete die Pärchen, die sich gebildet hatten. Ohne es zu wollen kam eine seltsame Kälte in ihr hoch und sie fröstelte. Ihr dunkles Fell, welches fast genauso aussah wie jenes ihres Vaters. Ihr Blick fiel unverzüglich auf Acollon. Sie selbst spührte seine Macht. Eine unnatürliche Macht, die nur ihr Vater ausstrahlte. Malicia war keine Wölfin, die sich nach dem Hintergrund fragte. Sie machte sich selbst die Antworten, dachte jedoch lange über etwas nach. Ihre Welt gehörte zu ihr wie ihre Pfote. Selten sprach sie und spielte nie mit ihren Geschwistern oder hält sich oft bei ihnen auf. Malicia legte den Kopf auf die Pfoten und ihr Blick wurde so seltsam träumerisch. Wenn man genau hinschaute, glaubte man das Meer zu sehen. Nicht einMeer sondern ihres...Ihre blauen Augen funkelten trüb und schienen sich zu bewegen, doch die Iris hielt dem Boden stand. Malicia glaubte in ein Loch zu fallen. Im Hintergrund konnte sie den Stimmen der Fähen und die ihres Vaters belauschen. Ihre Ohren zitterten fast unmerklich. Wie ein saugender Strom, ein langer Atemzug, verschwand das Gefühl und ihr Augenausdruck. Sie schien nun viel wacher und fühlte sich nicht mehr so in der Traumwelt gefangen. Malicia hob den Kopf und schaute geradewegs Averic in die Augen. Seine Augen faszinierte die Welpin. Ihre Augen funkelten. Von ihm ging dieselbe Macht aus wie von Acollon. Malicia erschrak, liess sich jedoch nichts anmerken. Sie konnte nicht merken, wie sie sich in die Seelen der Anderen hereindachte. Sie spührte die gefühle der Anderen. Die Trauer, Freude oder auch Unsicherheit. Malicia wurde in manchen Situationen richtig überschwemmt mit Gefühlen. Sie konnte auch die Stimmung der Luft gut einschätzen. Doch das alles hielt die Welpin für normal. Niemand war hier, der merkte, dass sie etwas spühren konnte, was niemand spührte. Mittlerweile konnte sie es unterdrücken und wurde seltem davon überschwemmt. Ihr Blick lag noch immer auf Averic. Sie hatte es gar nicht bemerkt, doch sie suchte seinen Blick. Er war so still. Genauso wie sie.
Es war ein trister Morgen, an dem der Hellbraune erwacht war und von seinen Eltern gerufen wurde, wie alle anderen Rudelmitglieder, gehorsam war er erschienen, hatte sich neben seine fast blinde Patin gesetzt und die Schnauze in ihrem Fell vergraben.
Nun, einige Zeit später, ertönte die sanfte Stimme seiner Mutter, Worte die ihn aufmerksam zu seiner Mutter blicken ließen. Hiryoga spürte die Nähe seiner großen Schwester und seufzte zufrieden, der bekannte Geruch, sowie ihr bekanntes Fell, das trübe in ihren Augen, das stärker geworden war, all dies liebte er an ihr, ihren Charakter und die Art wie sie war. Die Ohren zuckten neugierig hoch, als Kaede begann zu sprechen, lange hatte er ihre Stimme nicht mehr gehört, doch würde er sie wohl nie vergessen, denn in ihr lag etwas, etwas was auch in ihren trüben Augen verborgen war, etwas was wohl nur er sehen konnte, etwas was ihn magisch angezogen hatte, seit dem ersten Tag, an dem er ihr vorgestellt worden war, als sie seine Patin wurde. Ruhig vernahm er ihre Worte, auch die der anderen Fähen die mitsprachen, er ließ sich die Worte durch den Kopf gehen, doch würde er sich nicht dazu äußern, er war zu jung und zu unerfahren, als dass er sich mit einmischen durfte und das würde er auch offen zugeben, er horchte lieber den Worten der anderen, lernte von ihnen und versuchte das Wichtigste aufzuschnappen, seinen Teil dachte er mit.
Worte fielen, eine Jagd? Hatte er das richtig vernommen, sie wollte jagen und die Welpen mitnehmen?! Die Ohren des Hellbraunen drückten sich an den Kopf, als seine graue Patin sich wegdrehte, ihn aus Versehen ditschte, sträubte sich automatisch sein Nackenfell, er wollte weder jagen, noch wollte er das Kaede nun ging! Die grauen Augen huschten zu seiner Mutter, blickten sie leicht ungläubig an, es war doch nicht ihr ernst, dass er, der Kleinste, Schwächste und Zierlichste mitging, sowie seine große Schwester, die kaum etwas mehr sehen konnte?! Wollte sie sie umbringen, sie beide?! Seine Geschwister waren nicht so zerbrechlich wie er selbst, hatten sicherlich mehr Selbstbewusstsein als er, denn er traute sich nichts zu, der Gedanke daran, ein großes Tier zu hetzen und es zu erlegen, die Gefahr mitten unter die Herde zu kommen, die Hufe die auf den Leib eintreten könnten, ließ ihn erschaudern. Der unsichere Blick wanderte zu seinem Vater, betrachtete ihn einen moment lang, er hatte sich an den Schwarzen langsam gewöhnt, auch wenn er etwas an sich hatte, was den Welpen zusammenschrecken ließ.
Hiryoga wandte den Kopf ab, drückte ihn gegen die Seite von Kaede, zog langsam den Rest seines Körpers nach und stand somit neben der Grauen, abgewandt von Banshee und Acollon, doch hatte dies nichts zu bedeuten, er suchte einfach nur Schutz, Schutz vor seinen Gedanken und all den Gefahren die auf ihn lauern könnten…
Aliennas Blick war leer auf die leise an ihrem Fell leckenden Wellen gerichtet, Tränen tropften auf den funkelnden Wasserspiegel, sie wollte nicht zu Leyla schauen, woltle nicht wissen, was sie jetzt von ihr dachte. Sie hatte sie wieder berührt. Doch diesmal eher angegrifen, noch nie in ihrem ganzen Leben war Alienna so gewaltätig gewesen, In den Augen anderer Wölfe wäre damit so ein Angriff auch nichts schlimmes gewesen, aber für sie war es schreckliche Gewalt. Und zudem hatte sie nur durch diese Gewalt ihre Angst überwunden. Sie fühlte sich schlecht. Die Tatsache, dass sie Leyla wohl das Leben gerettet hatte, war ihr noch nicht ganz klar, sie sah es eher so, dass sie die Weiße angegriffen hatte und wenn sie ganz ehrlich war, so hatte sie ihr auch nicht nur das Leben gerettet, sondern auch ein Stück weit ihre Wut darüber hinausgelassen, dass Leyla einfach sterben wollte. Schließlich hätte sie die Weiße auch sanfter davon überzeugen können, wobei sie sich das nicht getraut hätte.
Aliennas Gedanken schwirrten im Kreis, während sie unaufhörlich weiter weinte, mittlerweile wusste sie selbst nicht mehr warum, alles verdrehte sich, noch nie in ihrem Leben war die Brauen so verwirrt gewesen. Dann spürte sie plötzlich eine Bewegung hinter sich, sie brauchte sich nicht umzudrehen, sie wusste, dass Leyla aufgestanden war. Jetzt trat sie in ihr Blickfeld, schrecklich nahe, ein neues Gefühl kam zu dem Chaos hinzu - Angst. Aber anders als sonst, überwiegte sie nicht, es war zuviel anderes da, Leyla trat noch einige Schitte näher und mittlerweile begann Alienna heftig zu zittern, allerdings reagierte nur ihr Körper so, ihr Geist war vollkommen außer Kontrolle, unfähig sich auf Angst zu konzentrieren. Und dann spürte sie Leylas Atem an ihrem Ohr, eine leise Frage, dann wich die Weiße wieder zurück. Alienna blickte langsam zu ihr auf, stumm nahm sie die Entschuldigung hin, ohne sie richtig zu verstehen. Was hatte diese Weiße getan, dass Alienna jetzt hier im See lag und sich selbst nicht mehr verstand? Langsam richtete sie sich auf, Stück für Stück stämmte sie sich hoch, sie war nicht schwach, zumindest nicht ihr Körper, aber irgendwie hatte sie trotzdem das Bedrüfnis sich nur ganz langsam zu bewegen, als würde jede Hast ihren Geist vollkommen verwirren. Als sie saß, mit tropfendem Fell und schwerem Atem, sah sie langsam zu Leyla und schüttelte dann sachte den Kopf.
"Ich weiß es nicht ... ich ... habe keine Ahnung. Ich sehe in nichts mehr einen Sinn. Es tut mir leid, für alles, was ich gesagt habe. Ich wünschte, ich könnte die Worte zurücknehmen. Und ich wünschte, ich könnte meinen Angriff zurücknehmen. Ich habe noch nie jemanden angegriffen und erst recht nicht, jemanden, den ich erhalten will."
Sie verstummte, und blickte eine Zeit lang zu Boden. Die zweite Frage Leylas war leicht zu beantworten, aber Alienna müsste über sie nachdenken. Warum stellte Leyla sie? Glaubte sie wirklich, dass Alienna Nutzen an Leyla haben könnte? Der einzige Nutzen ... doch ja, natürlich, Alienna hätte Nutzen an Leyla, aber auf eine ganz andere Art, als die Weiße wohl glaubte.
"Ich weiß nicht, was du mit Nutzen meinst, aber ich will, dass du am Leben bleibst, weil du nicht nur Leben bist, sondern auch die erste Fähe, die mir auf eine ganz andere Art begegnet ist und wenn diese jetzt stribt, dann ... dann war das alles nur ein Traum."
Sie hoffte, dass das nicht zu selbstsüchtig klang, aber sie wollte Leyla irgendwie klar machen, was sie dachte. Falls sie überhaupt noch etwas dachte. Sie stand langsam auf, ihr wurde kalt in dem Wasser des Sees, es war erbst udn zudem wehte ein kühler Wind. Trotzdem trat sie nicht ganz aus dem See hinaus, woltle Leyla gegenüberstehen.
"Es gibt leibliche Schwestern, aber es gibt auch geistige ... und die Geistesgeschwisterschaft ist meistens so viel tiefer, asl die körperliche."
Es wirkte, als würde sie zu sich selbst sprechen. Langsam fing sie sich wieder, noch immer war sie zutiefst verwirrt, aber ihre Tränen waren versiegt und einige Gefühle hatten sich gelegt, waren ebenso plötzlich verschwunden, wie sie aufgetaucht waren.
Kaede spürte wie sich Hiryoga wieder an si drückte und wand beruhigend ihre Schnauze zu ihm. Drückte sie in sein sanftes Fell und pustete dieses leicht an.
"keine Angst mein kleiner. So eine Jagd ist nicht so gefährlich. Ich kann mir vorstellen, was du dir nun ausmalst, aber es sind viele wölfe dabei, die auf dich aufpassen. Du bist doch nicht alleine. Ich glaube an dich. du schaffst das"
Sie drückte sich enger an ihn, sodass er spüren konnte, dass sie immer für ihn da sein würde.
"Ich hab dich verdammt lieb das weißt du ja."
Sie seufzte. Auch in ihrem Kopf flogen Bilder herum. Bilder von dem was passieren konnte. Und das war jede Menge. Wahrscheinlich waren es ähnliche Bilder, wie die von Hiryoga. Er konnte sterben bei einer Jagd, wenn er vor Panik das denken ausschaltete. Das war Kaede nur zu bekannt. Es war einfach natürlich, dass der Verstand ab und zu aussetzte. Dann rannte Kaede nur noch. Dochgenau das war auf einer Jagd das falsche. Doch sie wollte sich nicht verrückt machen.
"Auch in meiner Gruppe sind viele, an denen ich mich orientieren kann und ich wäre ein ziemlich verlorener wolf wenn ich mich nicht selbst ernähren könnte oder ?"
Sie stupste den kleinen abermals aufmunternd an und legte sich neben ihn. Natürlich musste auch er lernen wie man richtig jagd dafür waren solche jagden ja wie geschaffen, er war nicht alleine und konnte beschützt werden und sah wie man nicht in eine situation gelangte, welche in seinem kopf umherspukten.
Cráwltimore Koritsu sah gen Himmel, als seine Pfoten wiedereinmal ein neues Revier betraten. Er hatte schon viele Grenzen überschritten, aber das Rudel hatte er nie aufgesucht. Und im Moment wusste er auch noch nicht, warum er dies ändern sollte. Der Nothern Rocky Mountain Wolf kam aus einem Gebirge, dass keine wirklich abwechslungsreiche Landschaft bot; Felsen, diverse Kräuter und ein Bach, der sich seinen Weg ins Tal bahnte. Irgendwann war er diesem Bach gefolgt, immer einen Schatten auf der Oberfläche beobachtend und fasziniert davon, wie es immer wärmer wurde, das Moos die scharfen Kanten immer mehr verdeckte und irgendwann in einer Grasebene endete. Er dachte damals noch Gras wär eine lang wachsende Form von dem Moos, aus dem er als Welpe jeden Morgen den ersten Tau getrunken hatte. Inzwischen war der Wolf zu einem stattlichen Rüden herangewachsen, für einen Gebirgswolf groß, wenn auch nicht hünenhaft. Ein seltsames Lächeln zierte die dunkel angehauchten Lefzen des Grauen. Ein Blätterdach verdichtete sich über ihn. Er hatte schon viele Landschaften gesehen; Schneegebirge, schier unendliche Ebenen, Flächen mit allerkleinsten Steinen bedeckt und sogar eine Stelle, wo Wasser das Land bis zum Horizont abschnitt, einen See, den man nicht umwandern konnte. Dort war er lange geblieben. Denn er sah die Landschaft anders als andere. Er sah die Spuren, die wenn auch nur im Geringsten, doch immer da waren. Ein Blatt, dessen Adern geknickt waren, ein zerbrochener Ast, verstummender Gesang der Vögel. Er hatte die Anzeichen, dass ein Schatten - wie er andere Wölfe nannte - in der Nähe war, genauestens studiert und konnte sogar zwischen den verschiedenen Geschlechtern dann unterscheiden. Zarte Fähen hinterließen eine andere Stille als Rüden.
.o(Ich hab nichts zu verlieren,
Es ist nichts mehr da.
Mal sehen was heute auf der Karte steht,
Viel zu viel was mir den Kopf verdreht.
Zwischen heute und morgen,
Bleibt Platz zum Durchdrehen.)
So hatte seine Schwester Mornéy oft gesummt. Ja, wenn sie am See standen und auf seine Oberfläche starrten. Und er hatte es übernommen. Immer waren da funkelnde Punkte, ein Paar dunkelviolette, einer Blume, die er später einmal sah, ähnlich und ein Paar gelbliche. Mornéys Augen waren als einzige gelb. Die anderen seiner Familie hatten orange Augen. Nur die beiden waren anders. Die beiden Erstgeborenen. Und letztlich hatte es doch ihn getroffen. Weil er eben ein Rüde war. Und nicht so zart besaitet wie eine Fähe. So dachte man damals. In dieser Karte las Cráwl, dass hier ein riesiges Rudel leben musste, als er sich dem Studieren des Bodens widmete. An seine Ohren, die leicht abgerundet waren, drangen Stimmen, die aber verhalten klangen. Der Witterung nach zu Urteilen musste hier in der Nähe ein Versammlungsplatz sein. Wie gerne würde er irgendeinen Schatten sehen. Aber er sah sie nicht. Und dass seit nunher 4 ¼ Jahren. Das Viertel Jahr, in dem es ihm möglich war sie zu sehen, hatte er vergessen. Aber wieso seine Zeit mit der Vergangenheit vertrödeln? Hier waren viele Schatten, so viele, dass vielleicht der Eine dabei war, den er sehen können würde. Deshalb wanderte der Nothern Rocky Mountain Wolf, um diesen einen zu finden, der nicht unsichtbar für ihn war. Die dunkelvioletten Seelentore starrten auf die andere Seite eines leeren Platzes, als er stehen blieb. Hier waren wohl viele. Aber er blieb am Rand stehen. Er lief schließlich Gefahr in diesem Rudel auf einen Schatten zu stoßen, den er in diesen vielen Spuren nicht sah. Und dann wäre er sicherlich nicht mehr lange genug am leben um diesen einen Schatten zu finden. Also lächelte der seltsame Rüde weiter, starrte in die Ferne und blieb regungslos stehen; die buschige Rute selbstbewusst aber nicht arrogant erhoben, eine offene Mimik auf den weichen Zügen und die immer tänzelnden Ohren die Schatten ortend. Ob ihn überhaupt jemand bemerkte? Er müsste Cráwl schon ansprechen. Aber wirklich daran glauben tat er nicht.
.o(Ich bin nur stehengeblieben um mich umzusehen,
Ein bisschen abzuwarten,
Um endlich umzudrehen.
Ich hab mich nur zurückgezogen und zusammengenommen.
Ich bin nur stehengeblieben um voran - wieder nach Hause - zu kommen.)
Eris beobachtete eine Schnecke, während das gruppenthreapeutische Rudelgespräch in Gange kam. Sie war klein und hatte ihr gelbes Häuschen mit einem braunen Streifen obendrauf, der sich mit in die heimischen Kreise eindrehte, dabei. Eris hatte íhr schon lange zugesehen, wie sie so unbeirrt über das nasse Gras schneckte oder über eines der ersten Herbstblätter, die sich schon zur Erde gesellt hatten.
Sie mochte die Schnecke und fand, dass es eine Sie war und überlegte dann, ob Schnecken überhaupt mit diesen Launen der Natur leben mussten, vielleicht konnte sie auch einfach entscheiden, dass sie nun Nachwuchs haben wollte und dann war das so. Jedenfalls fand Eris, sie gehörte zum zarten Geschlecht und sah sie nun langsam aus ihrem Blickfeld wandern. Ja, und so geht das Leben weiter, dachte Eris und blickte nun das erste Mal auf. Auch ihre Ohren schienen mit ihren Gedanken beschäftigt gewesen zu sein, denn sie hatte rein gar nichts von dem Gesprächsthema mitbekommen.
Ou, jetzt musste sie sich ranhalten und aufhorchen.
... nur kurze Zeit hier und sitzen nun bei einer ernsten Versammlung einer Gemeinschaft, die auseinander zu brechen droht ...
Auseinander zu brechen droht? Häh? Die Schwarze schaute verwirrt zu dem Pärchen, von dem die Fähe gerade sprach. Tatsächlich, die kannte sie nicht. Es war eine ziemlich große, weiße Fähe, die aber noch jung wirkte, mit klaren grünen Augen, die Eris leicht an die von Ayala erinnerten. Aber Ayalas Augen würden immer was besonderes für sie bleiben, die Augen einer Freundin sind immer etwas ganz besonderes. Dabei blickte sie nun auch zu der Weißen und ein leises Lächeln huschte über ihr Gesicht, Ayala schaute nicht in ihre Richtung und das war auch gut so, irgendwie verschüchterte sie ein so langes Schweigen zwischen ihnen, zwischen solchen, die sich eigentlich ganz gut kennen, ist es viel merkwürdiger, besonders wenn es eigentlich keinen richtigen Grund gab, nur ... keine Gelegenheit.
Aber was hieß hier nun eigentlich auseinander zu brechen droht ?, besann sie sich wieder und ließ die Ohren aufmerkend zucken. Ihr Blick huschte zu Kaede, die jetzt das Wort ergriffen hatte.
... auch ich habe wie die anderen ja auch gemerkt, dass unser Rudel sich etwas auseinander bewegt hat und hoffe nun auch, dass wir alle es wieder zusammen führen können. Gegen eine gemeinsame Jagd ist nichts einzuwenden ...
Der Verwirrtheit, wie sie jetzt auf eine Jagd kam, schob Eris erst einmal in den Hintergrund und machte sich ein Bild von der Situation. Ja, wo sie Recht hatte, die Gemeinschaft war schon auseinandergedriftet, aber es war schon immer so chaotisch gewesen, dass es ihr nicht großartig auffiel. Sie hatte sich schon lange mal etwas Zeit zur Besinnung gewünscht, nicht für sich alleine, da hatte sie ja genug von gehabt, sondern mehr so sozial ... so untereinander, so groooße Gemeinschafts-mäßig. Ach, seufz.
Da war nicht viel Kontakt gewesen seit Akái und dann noch Alienna, ganz kurz, ob die wohl noch da war? Oh, Banshee begann wieder zu sprechen, da konnte sie wieder einen Anknüpfungspunkt ergattern. Jedenfalls war das hier eine Krisensitzung zum Erhalt der sozialen Strukturen, oder so ähnlich. Ach, dann war die Rudeljagd so etwas wie ein gemeinschaftliches Erlebnis, das zusammenkleben sollte, verstanden! Darauf kam die weiße Alpha nun auch zu sprechen und Eris hörte gelassen zu, denn nun wusste sie ja, worum es hier ging, aber als sie ihren Namen in einer unangenehm verantwortubngsvollen Verbindung fallen hörte, hustete sie überrumpelt in sich hinein und blickte Bnashee entsetzt an, um sich allerdings gleich wieder zusammenzureißen und ihr Gesicht zu wahren.
War ja eigentlich auch nett und ehrenvoll, machte sie sich schnell klar. Also gut, Hetzertrupp anführen, anführen, das Wort passte nicht zu ihr, die Aufgabe passte nicht zu ihr, aber okay, Hanako, Kaede, Face und Hikaji zusammentrommeln, das bekam sie doch noch hin.
Der Blick des Schwarzen streifte über die einzelnen Rudelmitglieder, fragend ob der Vorschlag einer Großrudeljagd Zustimmung gefunden hatte. In Gedanken versunken über das vielleicht bevorstehende Jagen, ruhten seine Augen auf einer Welpin, die seine eigene Tochter war. Malicia allerdings sah Averic an, schien genau wie ihr Vater in Gedanken vertieft.
Ein leichtes Seufzen wischte die Zweifel weg. Unbewusst, doch Wärme suchend, legte der Todessohn die Schnauze in das dichte Fell seiner Gefährtin.
Es mochte ein grandioser Vorschlag gewesen sein, dass mit der Jagd, aber es war auch sehr riskant. Wie selbst Banshee wissen musste, hatte ihr Gefährte arge Probleme die Todgier zu unterdrücken. Für ihn war es nicht einfach eine Jagd für Nahrungsaufnahme oder für die Säuberung des Rudelzusammenhaltes, nein, er würde sich kontrollieren, jeden Gedanken, jedes Gefühl überprüfen müssen.
Der Herbst suchte sich langsam den Weg in das Tal, eine frische Windböe zerzauste dem Alpha das Fell. Er erhob sich, immer noch den Blick ins Leere gerichtet. Ein schlechtes Gefühl übermannte ihn. Es war ein hoffnungsloser Versuch sich zu fügen.
“Banshee, lass uns in Richtung Norden wandern, dort haben Hirschkühe gekalbt“,
flüsterte er der Weißen zu. Wie in Trance sah er sie an. Der Entschluss stand nicht mehr weit. Die Zweifel, die er zuvor noch problemlos wegwischen konnte, schienen wiederzukehren und den Schwarzen zu martern. Etwas bohrte sich tief in seine Brust, schnürte ihm die Kehle zu. War es etwa Vorsicht? Vielleicht die Sorge, dass er die anderen gefährden würde? Widerwillig schüttelte er sich und setzte ein Lächeln von der Falschen Sorte auf.
Der Tod würde keine Zweifel zulassen.
Doch jemand anderes hatte Zweifel. Der Vater setzte eine Pfote vor die andere. Zögernd, nicht sicher ob es richtig war. Die Schnauze gesenkt, den Kopf eng an den Boden gehalten. Er trat vor Hiryoga, der neben Kaede Platz gefunden hatte. Sein falsches Lächeln war erloschen, ein leichter Schleier von Leere überzog sein Gesicht. Allerdings, wenn man genau hinsah, erkannte man Fürsorge, nur ein kleines Licht im großen Meer, doch sie war anwesend.
“Du scheinst nichts von der Rudeljagd zu halten, geschweige denn von mir. Doch tu uns den Gefallen und jage mit“,
nicht die beste Art einem Kind zu sagen, dass man möchte, dass es dabei ist oder es gern hat. Aber wer behauptet hatte, Acollon könne sich schnell in die Rolle eines Vaters versetzen, der kannte entweder den Fenrissohn nicht oder ist einfach sehr gutgläubig.
Neyla hatte nach ihren Worten weiterhin nur gelauscht, schon wenig später nahm Banshee wieder das Wort an sich und die weiße Fähe hörte genau zu. Eine gemeinsame Jagd sollte helfen. Ja, sie hatte Erinnerung an eine gemeinsame Jagd in ihrem alten Rudel, allerdings hatte ihr Vater sie damals nur gequält und nie war es zu einer Gemeinschaft gekommen, wie man sie sich gewünscht hatte. Es war mehr das Pflichtgefühl gewesen, zu jagen. Sein seufzte leise, dann nahm sie die Gruppeneinteilung war und sah zu Laios. Die Wölfe, die sich wirklich gut kannten und liebten wurden getrennt, für Neyla war dies ungewohnt, es versetzte ihr im ersten Moment einen Stich im Herzen. Ohne Laios an ihrer Seite? Ohne ihren Beschützer? Sie kannte doch niemanden. Nicht einmal die Alphafähe kannte sie wirklich gut, ein Wort mit ihr hatte sie nie gewechselt. Seufzend strich sie ihren Kopf an Laios Schulter entlang, dann stupste sie ihn an.
„Ich liebe Dich.“
Flüsterte sie, aber dann musste sie sich von ihm trennen, das einfachste war es, dass sie zu Banshee gehen würde, immerhin kannte sie die anderen Wölfe nicht und wusste nicht, wohin sie hätte gehen sollen. Ihre Alphafähe sah Neyla eine Weile mit einem sanften Lächeln an, dann gesellte sie sich neben dieser hin.
„Wer sind denn all die Wölfe, die mit uns jagen? Ich kenne ja niemanden.“
Sagte sie unsicher in die Richtung von Banshee, sie hoffte, die Alphafähe würde nicht so wie Koros sein, aber das vermutete Neyla nicht. Sie hatte sich von Anfang an anders benommen, sie war nett, zeigte Gefühle und scheuchte niemanden. Sie würde Neyla bestimmt bei der Jagd helfen, die anderen besser kennen zu lernen. Die Weiße fühlte sich noch immer etwas unsicher bei dem Gedanken. Eins nahm sie war. In ihrer Gruppe waren einige Welpen und die Eltern davon hatten sich ebenso einteilen müssen, also war es wohl keine zu schlimme Sache, dass sie von Laios getrennt war. Sie würde immer an ihn denken, auch wenn sie nicht neben ihm war, das gehörte dazu und machte vieles deutlich.
Hanako lauschte der Situation nun weiter, viele weitere Wölfe hatten sich zu Wort gemeldet und Hanako lächelte auf die Worte hin. Alle hatten eingesehen, was das Problem war und auch die neuen Wölfe hatten ihre Wünsche geäußert und Hanako fand dies sehr mutig. Immerhin war das Rudel so zerrüttelt, dass es nicht selbstverständlich war, dass neue Wölfe ihre Meinung äußerten. Nach vielen Worten war Kaede ganz nah bei ihnen und Hanako lauschte ihren Worten, sie mochte die Fähe weiterhin, aber sie tat ihr auch Leid. Das mit ihrem Augenlicht war schrecklich, aber Hanako würde ihrer Freundin zur Seite stehen. Banshee teilte die Gruppen für die gemeinsame Jagd ein und Hanako freute sich auf die Jagd. Schon immer wollte sie so etwas tun, sie war eine gute Läuferin, es würde ihr Spaß machen und dies würde das Rudel zusammen schweißen. Vor allem die Idee, eng vertraute Wölfe eine Weile zu trennen war gut. Die stupste Hidoi sanft an.
„Ich werde Hikaji mit zu mir nehmen, nimm du Sheena.“
Sie lächelte dabei, schleckte Hidoi sanft über sein Nackenfell und nahm Hikaji dann an sich. Sie stupste den jungen Welpen sanft an, damit er mit ihr kam, dann hörte sie, wie ihr Name gerufen wurde. Kaede.
„Ich bin hier Kaede, warte, ich komm zu dir!“
Hanako tapste zu ihrer Freundin, ihr Sohn dicht an ihrer Seite, er würde schon mitkommen und auch viel lernen. Sie trat neben Kaede, stupste sie sanft an, ihre Gruppe war in Ordnung. Nun hatte sie die Chance, Eris etwas mehr kennen zu lernen und ein fremder Wolf war unter ihnen, der hoffentlich gut mit ihnen klar kam. Er würde somit schon Wölfe kennen lernen.
Hanako saß nun also wartend neben ihrer Freundin, es mussten nun nur noch der Fremde Rüde und Eris zu ihnen kommen, dann würden sie warten, bis alles losging und die Jagd konnte beginnen.
Die graue Wölfin neigte sanft den Kopf, als sie Hanakos stimme vernahm. Sie wollte zu ihr kommen. Dann spürte sie, wie Acollon zu ihnen trat und einiges zu seinem Sohn sagte. Sie fand die Art und Weise nicht sonderlich überzeugend doch sicher war es schwer für ihn als Vater. Sie nickte bedächtig und stupste Hiryoga nochmals leicht an.
"Du schaffst das mein kleiner! Deine Mutter ist doch schließlich bei dir! Sie wird dich beschützen und danach sehen wir uns munter wieder okay? Dann kannst du mir von deinen tollen Jagd erfolgen erzählen!"
Ganz sicher war sie die graue auch nicht, doch zeigte sie dies nicht. Sie stupste Hanako an, welche inziwschen zu ihnen gekommen war.
"Es freut mich, dass wir zusammen in einer Gruppe sind. Ich hoffe ich behindere euch nicht zu sehr!"
Sie seufzte leicht, verzog ihre Lefzen dann jedoch zu einem Lächeln. Trotzdem freute sie sich auf die Jagd. Wer war noch in ihrer Gruppe? Sie hatte nicht alle mitbekommen, da sie sich mit Hiryoga unterhalten hatte, doch gewiss waren es Wölfe mit denen sie klar kommen würde. Sowieso war sie ja eher diejenige die sich zurück hielt und sich lieber unterwarf als mit anderen Wölfen streit anzufangen. Sie schwenkte ihren Kopf leicht.
"Wohin gehen wir um zu jagen?"
Wurde das schon gesagt und hatte sie mal wieder was verpasst? Sie grinste nun leicht. JA das war sie. Wie ein Junger ungezogener Welpe . . .
Die junge Fähe hatte einigermaßen ruhig zugehört. Ab und zu hatte sie etwas gezappelt. Von solchen langen Reden hielt die kleine noch nicht sonderlich viel, doch als sie hörte dass es eine Jagd gab freute sie sich und sprang hüpfend aus. Sie war in einer relativ großén Gruppe, doch war sie gerne bereit sich einmal unterzuordnen. Klar sie war die jüngere auch wenn sie lieber für sich war und es nicht so mochte, konnte sie doch noch viel von den großen lernen. Sie sah wie eine weiße Fähe, die ihr neu vorkam neben Banshee trat und hüpfte auch zu ihnen. Dabei gab sie ein paar komische quietschende Geräusche von sich und stoppte erst kurz vor den beiden Fähen. Sie lächelte leicht und blickte sie vertrauensseelig an.
"Wohin gehen wir? Wohin gehen wir?"
Quikte sie und zappelte unruhig hin und her.
Aufmerksam lauschte der Hellbraune den Worten der Fähe, seiner großen Schwester, man sah es ihm deutlich an, dass er sich langsam entspannte, dass die Spannung in den Läufen verflog und das Nackenhaar sich auch schon wieder gelegt hatte, nur die Ohren waren unsicher nach außen gedreht, die Gedanken konnte er aus seinem Kopf nicht verbannen, vielleicht würde es doch nicht so schlimm werden, wie er dachte? Vielleicht würde er ja wirklich etwas lernen, vielleicht lag darin ja seine Stärke? Hiryoga kniff die Augen zusammen, ganz sicherlich nicht, er hatte kein Talent zum Jagen, denn selbst bei den Spielen mit seinen Geschwistern war er ein Versager. Die Worte Kaede's wirkten nur halb auf ihn ein, natürlich war er beruhigt, er belächelte sie sogar, als sie ihm sagte, sie habe ihn lieb, aber dennoch reichte dies nicht um seine Gedanken aus seinem Kopf zu vertreiben. Das Lächeln würde sie sicherlich verstehen, es war seine Art ihr zu sagen, 'ich hab dich auch verdammt lieb', dazu brauchte er keine Worte, seine Augen sprachen für sich, genauso wie die Geste die folgte, er rieb seinen Kopf sanft an den von seiner großen Schwester, bis plötzlich jemand zu ihnen trat, es war sein Vater, er hatte sich mit dem Rüden nicht wirklich viel beschäftigt und es war schwer für ihn, sich mit dem Schwarzen anzufreunden, denn es gab da etwas, was ihn von seinem Vater trieb und dann wieder etwas, was ihn zu ihm zog. Es war seltsam, jedes Mal fühlte er sich hin und her gerissen, wusste nicht, ob er nun weglaufen sollte oder ihn begrüßen, wie seine anderen Geschwister, denen ihr Vater sichtlich gefiel, nur er tat sich ziemlich schwer, denn in gewisser Hinsicht war er immer noch ein Fremder für ihn, jemand den er schlecht einschätzen konnte, doch schien ihm Kaede zu vertrauen und vor allem seine Mutter. Als der junge Rüde die Worte seines Vaters vernahm, ließ er die Ohren betrübt hängen, es waren keine Worte, die ihn aufmunterten, eher Worte die ihn dazu trieben, aufzuspringen und davon zu rennen, zu deutlich war es ihm ins Gesicht geschrieben, doch versuchte er diese Gefühle zu verbergen, selbst sein Vater, den er nur so kurz kannte, schien ihn für einen Versager zu halten, einen Schwächling der nichts konnte. Das Lächeln war von seinen Lefzen verschwunden, es schien, als würde der Hellbraune in sich zusammensacken, doch blieb er noch auf den Läufen. Der Schwarze schien zu denken, er könne ihn nicht leiden, war es nicht so? Natürlich, er hatte ihn nicht wirklich freundlich begrüßt, doch lag dies in seiner Natur, eine Natur die er nicht unterdrücken konnte, eine Natur die ihn durch sein Leben führte. Hiryoga fand, es war Zeit seinen Vater endlich einmal zu begrüßen, er liebte ihn, nicht so sehr wie seine Mutter, doch er liebte ihn wie man einen Vater lieben konnte, er versuchte ihn so gut zu lieben, wie er konnte, denn sein Herz war groß, doch sah man es ihm meist nicht an, man merkte es mit der Zeit, dass er einen liebte, wenn er anfing einem zu vertrauen, denn sein Vertrauen bekamen nur wenige Wölfe, doch schien sein Vater dazuzugehören. Vorsichtig, mit eingezogener Rute trat der Welpe an den Schwarzen heran, drückte den Kopf gegen die Brust seines Vaters und legte die Ohren unterwürfig an den Kopf. Die hellen Augen schloss er für einen Moment, sog den Geruch des großen Rüden ein, um ihn nicht mehr zu vergessen, er erinnerte sich an dem Tag, an dem er die Höhle zum ersten Mal verließ und seinen Namen erhielt, er hatte den Geruch seiner Mutter und seiner Patin, wie den von Kisha auf die gleiche Weise aufgenommen, mit dem Gedanken dabei, ihn nie wieder zu vergessen.
"Es tut mir Leid..."
Der Hellbraune wusste nicht, wofür er sich nun entschuldigte, doch hatte er den Drang dazu, seinem Vater zu zeigen, dass es ihm leid tat, vielleicht auch, dass er nicht gerade der perfekte Sohn war, sondern nur ein Schwächling. Ja, mit der Zeit merkte man, das Hiryoga älter wurde, er spürte die gewaltigen Unterschiede zwischen sich und seinen Geschwistern, ihre Stärke und dagegen seine Schwäche. Doch war nicht gerade das, das was ihn ausmachte? Er war so wie er war und wenn sich jemand einen anderen gewünscht hätte, so würde dieser jemand nun eben enttäuscht sein, denn er war kein richtiger Wolf, sondern nur ein halber und würde es immer bleiben..
Hiko hob den Kopf, sich des Heulens bewusst. Doch unfähig sich der Wölfin zu nähern. wie würde sie reagieren, wie blos?
dennoch erwiderte er es, leise, scheu, unsicher
"man nennt mich Amatsuhiko und ich möchte dieses Revier in Frieden betreten und es in Frieden verlassen. Bitte gewährt mir dies, edle Leitwölfin"
Er schluckte und ließ sich auf die Hinterbeine sinken, unfähig klare gedanken zu fassen
oO(schon einmal war ich vertrieben worden, will ich, kann ich das nochmal ertragen?)Oo
dies spukte durch seine Gedanken, doch er konnte es nicht vertreiben
Ruki umgab seinen Freund wie ein Nebelgeschwader und erhoffte ihn beruhigen zu können
"Still kleiner Bruder, still...sie werden dich nicht verscheuchen, nein...weißt du sie sind freundlich hier"
Er strich Hiko sanft mit der geisterhaften Nebelpfote über den Kopf, wissend dass er durch Hiko hindurchstrich, dieser das aber dennoch spürte
Lange hatte er seinen Sohn beobachtet, versuchte zu verstehen, was in ihm vorging. Es war nicht leicht zu erkennen und auch nicht zu erahnen, aber in ihm schien ein großer Schwall von Gefühlen zu sitzen. Der schwarze Rüde wusste nicht, ob seine Worte aufgefasst, vielleicht sogar angenommen wurden. Der Hüne konnte nicht anders, hatte nie gelernt was es hieß sich um jemanden zu kümmern, Liebe und Zuneigung zu zeigen. Sicher, er hatte unzählige Male seiner Gefährtin so etwas wie Liebe schenken können. Aber war es mit eigenen Welpen nicht anders? Waren sie nicht auch eine Art Teil von ihm selbst? Und da war es wieder, das ehrliche und charmante Lächeln, es ließ sich nicht mehr so leicht wegwischen. Das struppige Fell umtanzte seine Ohren, die dicken Pranken um Hiryoga gelegt flüsterte er leise:
“Ich bin Dir eine Entschuldigung schuldig, nicht Du mir. Schließlich habe ich Dich mit Deinen Geschwistern und Deiner Mutter sitzen lassen. Es war jedoch nicht leicht für mich Vater zu werden.“
Es sollte keine Rechtfertigung sein, es sollte nicht alles wieder gutmachen was in der Zeit seiner Abwesendheit passiert war. Diese Worte sollten seinem Sohn zeigen, dass er gerne ein guter Vater sei, aber es nicht werden würde. In seinen Augen spiegelte sich sein jüngster Sohn, und für diesen kleinen Moment war die Leere verschwunden.
Eigentlich war es dem Alpha nicht so angenehm, wenn ihn jemand anderes berührte, und auch jetzt spürte er Unbehagen, verbarg es aber geschickt
“Du wirst sicher Spaß an der Jagd haben. Lernen kannst Du auch viel, und wer weiß, vielleicht steckt da ja auch Deine Leidenschaft. Ich bin zuversichtig“,
Worte, wo er gedacht hatte, sie niemals gebrauchen zu können. Sie auszusprechen war es eine Wohltat, er glaubte damit seinem Sohn etwas Mut schenken zu können. Und die Hoffnung bestand, seinem Sohn etwas näher kommen zu können.
Malicia hob den Kopf, den sie so lange auf den Pfoten ruhend liegen gelassen hatte. Sie spührte die Blicke ihres Vaters und wurde etwas unruhig. Das Wort Rudeljagd liess ihr Herz höher schlagen. Nicht im Sinne von Freude. Malicia verband Jagen mit einer Kunst. Sie hatte einmal davon geträumt. Es erschien ihr als reine perfekte Präzision, ein Tier zu jagen. Ihre Augen veränderten sich zu einem matten leuchten. Ihr Blick fiel auf ihre Mutter. Mama würde schon zeigen, wie es geht, dass war Malicia klar.. Die dunkle Wölfin überfiel ein kalter Schauder. Sie wusste nicht warum, doch sie verspührte geradezu den Drang ein Tier zu jagen. Mit dem Rudel zu rennen. Sich wie ein wichtiger Teil der Welt vorzukommen. Das alles klang so verlockend. Doch Malicia würde sich stets im Hintergrund halten, das wusste sie bereits jetzt, als sie so dalag und in Gedanken vertieft über die bevorstehende Jagd nachdachte. Auf einmal fühlte sie sich alleine. Sie sehnte sich nach etwas Wärme und doch hatte sie Angst davor. Plötzlich kamen Bilder in ihr Hoch, die sie bereits verdrängt hatte. Sie erinnerte sich an eine Grosse Gestalt...sie wurde am Nackenfell gepackt und herumgeschleudert. Sie erinnerte sich auch, wie ihr Vater damals auf den Fremden losging. Sie verteidigte. Sie blickte ihren Vater an. Ein leichtes, beinahe unmerkliches Lächeln zierte ihre Lefzen. Gleichzeitig wurde ihr Körper vom kalten Schaudern erfasst. Entschlossen stand sie auf und ging langsam, fast schleichend zu ihrem Bruder Averic. Sie legte sich neben ihn hin und lliess den Kopf auf die Pfoten sinken. Auf eine seltsame Art fühlte sie sich bei ihm wohl, Sie konnte es sich nicht erklären. Vielleicht, weil er wie sein Vater war?
Cylin hatte die ganze Zeit stumm neben seinem Bruder gesessen und in die leere gesehen, vielleicht ein wenig geträumt, ja wahrscheinlich war einfach mal wieder in seine eigene Welt eingetaucht die in diesem Moment für den jungen Wolfsrüden so viel spannender erschien. Er war froh das er sich an alles erinnern konnte was er die ganzen letzten Tage gemacht hatte, so ein Filmriss wie man es schon sagen konnte, wollte er nie wieder haben. Es war noch gar nicht solange her gewesen, doch er spürte immer noch das seltsam erleichternde strömende Gefühl in sich, als es plötzlich alles wieder klar wurde und sein Bruder neben ihm saß und einfach bei ihm war, so wie jetzt und es war wohl eine der einzigen Dinge die der junge Schwarze in diesem Moment warnahm. In seiner Traumwald lag er dicht an den Boden getrückt in einer weiten Landschaft und beobachtete die Umgebung. Die Schatten huschten nach wie vor in der Gegend herum und ab und zu meinte er auch die sonderbaren Augen des fremden schwarzen Rüde Face Taihéiyo, auch wenn er kleinen blassen Schimmer hatte was dies eigentlich zu bedeuten hatte. Er genoss es einfach in dieser Ruhe hier zu liegen, zu beobachten und doch die Nähe seines Bruders bei sich zu spüren, denn nur in seiner Nähe fühlte er sich, neben seiner Eltern eigentlich wirklich sicher und konnte ungestört träumen.
Schließlich jedoch öffneten sich die klaren bernsteinfarbenden Auge des Welpen und blickte verwirrt von seinem Bruder zu den ganzen anderen Wölfen die sich in sonderbarer Hektik irgendwie zusammen scharrten. Sein Blick verharrte auf den blauen Augen seines Bruders, hatte er zugehört? Sicherlich und irgendwie schien ihn die ganze Sache zu verärgern.
"Was ist los?"
Fragte er leise, fast schon mit verschlafener Stimme, er war wahrlich ein Tagträumer und vielleicht auch ein klein wenig eine Schlafmütze, ja sicherlich, er hatte jetzt schon wieder das Verlangen einfach die Augen zu schließen und vor sich hin zu träumen, er mochte diese Hektik nicht und die Ruhe in seinen Träumen schien ihm in diesem Moment doch ganz passend. Doch der nun sechs Monate alte Wolf hielt sich davon ab noch einmal die Augen zu schließen und wegzudämmern. Mit zu Schlitzen verengten Augen beobachtete er zuerst seine Geschwister, dann seine Mutter und seinen Vater und am Ende einfach nur noch Averic der einfach nur still grollend neben ihm saß. Das gefiel ihm da doch immernoch am besten. Er gab sich nicht wirklich die Mühe direkt zu verstehen um was es ging. Die wenigen Informationen die er aus den Gesprächen der anderen herausfiltern konnte sagten ihm das es wohl eine Jagd geben sollte und das sie sich irgendwie aufteilen sollte. Mit einem plötzlich Ruck legte er die Ohren an und zog den Kopf wie bei einem Angriff en. Was wenn sie ihn und Averic trennen würden! Was sollte er denn ohne seinen Bruder machen. Nein, Oh Nein das würde er nicht mitmachen. Nicht ohne seinen schwarzen Bruder. Kein Weg, voll nicht, kam gar nicht in die Tüte. Er würde sich von ihm auf keinen Fall trennen lassen, Basta!
Vorsichtig legte er eine Pfote auf den Rücken seines Bruders um jedem zu demonstrieren das er nicht von seiner Seite weichen würde. Und wenn sie ihn von ihm wegholen würde, dann - ein unwillkürliches Gähnen drang aus seinem Fang - ach egal, sie würden die beiden schon zusammen lassen. Und wenn nicht würde er sich einen Weg zu seinem bruder suchen. Oder, oder... ach das kam noch nicht einmal in seinen schlimmsten Alpträumen vor. Er wollte nicht von seinem blauäugigen Bruder weg, doch wenn sie es wollten? Er hatte nicht die Macht sich gegen irgendwen hier aufzulehnen, Averic vielleicht, Averic war stark, auch im Willen, ihm gelang immer genau das was er sich in den Kopf gesetzt hatte, bei ihm war das was anderes. Ach es würde schon werden. Mit einer raschen Bewegung lehnte er seinen Kopf an den Vorderlauf dessen Pfote immer noch auf dem Rücken seines Bruders lagerte. Er wollte nicht von ihm weg. Doch im nächsten Moment erschien Malicia bei ihnen. Cylin schenkte seiner Schwester einen freundlichen Blick, hielt sich jedoch weiterhin ruhig bei Averic. Fast schon egoistisch. Doch ihm war es egal, hautsache sie würden ihn nicht von ihm trennen und Malicia konnte von ihm aus auch da bleiben...
Angriff? Alienna meinte, sie hätte Leyla angegriffen? Das enttäuschte Leyla. Sie sah es lediglich als Rettung an. Daß es Alienna selbst als Angriff vorkam, stimmte Leyla sehr traurig. Aha, so ist das also..sie hatte Leyla angegriffen. Leyla schloß die Augen und neigte den Kopf langsam nach unten. Andererseits- sie hatte auch gesagt, daß sie Leyla nicht sterben lassen wollte. Leyla zweifelte. Sie zweifelte stark, ob aus den beiden je eine Freundschaft werden würde. Sie hätte es sehr gern so gehabt. Und eigentlich ist es das einzige, was sie sich in ihrem Leben noch wünschte. Leyla sah zu Boden. Sie dachte nach. Alienna hatte „Schwestern“ gesagt. Fand Alienna, die beiden wären wie Schwestern gewesen? Nun Ähnlichkeiten gab es schon. Sie hatten sich schon jetzt gern und trotzdem gab es hin und wieder Streit. Aber würden Schwestern sich angreifen? Das „Angreifen“ widerspricht all dem, was Alienna zuvor gesagt hatte. Leyla war sich im Klaren, daß, wenn sie so etwas wie Schwestern wären, sie Alienna nicht einfach allein lassen konnte. Sie war schon ungerecht genug zu der braunen Wölfin. Aber sie konnte dafür sorgen, daß sie ihr verzeihen würde und jetzt das Beste daraus machen. Sie nicht verlassen sondern ihr bei zu stehen, sich gegenseitig zu beschützen, zu helfen und Leyla konnte ihr helfen mit ihrer neu entdeckten Fähigkeit besser klar zu kommen. Und vielleicht..vielleicht hatte sie ihre Gabe der Magie ja doch nicht verlernt. Vielleicht könnte sie mit Alienna zusammen auch ihre eigene Gabe wieder entwickeln. Gespürt hatte sie sie schon ein Mal und sie wußte, wie es sich anfühlte. Man mußte mit dieser Magie umgehen können. Und Alienna konnte das sicher. Aber sie brauchte Leylas Unterstützung. Und das wurde ihr allmälig klar..der Weißen.
Leyla ging auf das „Angreifen“ gar nicht ein. Die Zeit würde zeigen, wie Alienna das gemeint hatte. Mußte sie vor Alienna Angst haben? Hoffentlich nicht. Leyla war so wie so immer schon ängstlich. Sie sah auf zu ihr. Dann sprach sie mit ruhiger Stimme.
„Alienna. Möchtest du, daß ich bei dir bleibe? Möchtest du von mir mehr über diese neue Entdeckung, deine Gabe, lernen? Wirst du mich unterstützen und mir einen Sinn zum Leben geben? Bitte überlege dir deine Antwort gut. Ich lebe schon seit meiner Geburt nur für andere. Und das wird sich sicher nicht mehr ändern.“
Danach verschnaufte sie müde und ging ein Stück weiter ins Land, um Alienna, die Arme, aus dem See kommen zu lassen. Leyla war sich im Klaren, daß es schwierig für sie sein würde, an Leyla vorbei zu gehen. Wegen der Nähe. Sie wirkte für sie wie ein Zaun, der sie gefangen hielt. Alienna fürchtete die Berührungen mit diesem „Zaun“. Das war wie eine innere Grenze, dachte sie sich. Mit so etwas gestraft zu sein, war sicher keine Freude. Und troztdem liebte Alienna das Leben. Das dachte Leyla zumindest. Und sie hoffte es. Also wollte sie es ihr nicht noch unnötig erschweren und Aliennas Hoffnungen zerstören. Sie konnte ihr nicht noch mehr weh tun. Das war nicht fair nach dem, was Alienna für sie alles getan hatte.
Ruhig saß Ninniach zwischen all den Wölfen, die sich nicht einmal grobkörnig gesehen in Kategorien aufteilen ließen - zumal die Schwarze nicht Einen von ihnen kannte. Namen, ja, Namen waren ihr geläufig. Nicht von jedem und schon gar nicht viele. Aber so manchen hatte sie sich einprägen können. Die Schwierigkeit war bloß diese Titel einem Gesicht zuzuordnen. Obgleich sie nun ein Teil dieses 'Rudels' war, fühlte sie sich als stieße sie aus der Menge hervor. Sie ließ die anderen reden, hielt sie ziemlich reserviert und richtete den Blick auf Niemanden bestimmten. Mal zu mal schweifte er ab und richtete sich auf andere Gestalten, die zwangsläufig auf das Rufen ihrer Leitwölfe gefolgt waren und hierhergelangten.
Halbherzig lauschte sie den Worten derer, die ihre Stimme erhoben. Sie selbst.. schwieg. Dementsprechend tat sie das, was sie immer tat. Nichts sagen und nachdenken. Es erschien ihr nicht richtig sich zu diesem Thema zu äußern und so wandte sie abwesend den Kopf etwas zur Seite. Es waren viele Wölfe, in vielen Farben und Altersstufen mit verschiedenem Auftreten. Und obwohl es ihr auffiel achtete sie eigentlich kein Stück darauf. Erst als die Leitwölfin von einer Großjagd sprach horchte die Mitternachtsschwarze auf. Jagen? Und laut Einteillung war sie auch genau in der Gruppe von Jägern. Beunruhigt darüber musterte sie die aufkommende Hektik. Doch ließ sie sich davon nicht einnehmen. Sie strahlte eine fast schon unangenehme Ruhe aus. Die Ohren halb herabhängend und dennoch halbgespitzt versuchte die Fähe die einzigen Geischter zu finden, denen sie Namen zu ordnen konnte. Acollon und Averic. Averic hatte sie kennen gelernt als der Träumer Cylin zu ihr gekommen war. Was?! In der meergrünen Augen breitete sich etwas aus, dass keinesfalls etwas Gutes zu bedeuten hatte. Ni's Schwanzspitze zuckte unwillkürlich auf. Schwer schluckend huschte ihr Blick über die Versammelten. Acollon war leicht auszumachen. Sie hatte enormen Respekt vor dem Rüden obgleich sie nie zuvor ein Wort mit ihm gewechselt hatte. Er strahlte etwas aus, dass ihr Sorge bereitete. Aber... worum machte sich der schwarze Fleck auf einer weißen Leinwand denn keine Sorgen? Vor allem das Wissen, dass die beiden Welpen, die sie nun mehr oder weniger 'kannte' die seinen waren beunruhigte sie zutiefst. Ihre Nähe bedeutete ihrer Ansicht nach Tod und Verderb. Einmal war es die Angst im Genick, dass es den beiden auch wiederfahren würde und das andere war der Druck von Acollos ausgehend, dem sie nicht standhalten wollte.
Ein unerklärliches Schwindelgefühl stieg ihr zu Kopf als ihr Blick über Cylin huschte. Zwar streifte sie bloß die drei Welpen die dort lagen doch legte es eiserne Ringe um ihre Lungen, schnürte ihr die Kehle zu und versetzte ihrem armen Herz zahlreiche Hiebe. Verkrampft suchte sie nach irgendwas, das sie kannte. Irgendwer musste doch da sein... irgendwer. Wie schmerzhaft es doch war, sich eingestehen zu müssen, dass es niemanden gab. Absolut niemanden.
Erst nachdem innere Monologe das Gewirr von Gedanken entknüpft und das Chaos in ihr geordnet hatten kehrte einigermaßen wieder Ruhe in die entfremdete Wölfin ein. Ihre Muskeln lockerten sich wieder. Wem fiel sie schon auf? Das kleinem unbedeutene Mauerblümchen unter den tausenden Rosen, die in vollster Schönheit standen. Ni empfand fast schon eine Art Neid, dennoch hatte sie sich daran gewöhnt, nicht so zu sein wie alle anderen. Was würde das Mauerblümchen dafür geben so sein zu dürfen wie sie war. Seufzend schloss sie für einen Herzschlag lang die Augen. Nur keine Panik. Vielleicht zertrat sie ja ein bockiger Hirsch. Dann wäre es vorbei.
Nachdem sich scheinbar alle anderen in ihre Gruppen begaben dachte auch sie daran sich in Bewegung zu setzen. Aber irgendwas blockierte sie, hielt sie zurück. Nicht bevor ihr Blick noch ein einziges Mal über die Versammlung schweifen konnte erhob sie sich. Die recht schmalen Pfoten trugen die zierliche Fähe voran. Sie wusste nicht wohin die vier sie trugen und eigentlich nicht einmal warum. So leicht zu zerbrechen, schon angebrochen an den meisten Stellen trotzte sie noch immer all dem was um sie herum geschah. Schon ein Regentropfen hätte den gläsernen Schutz um sie zerschlagen können, doch mit Feuereifer, der längst versiegt war, hielt sie all den Witterungen stand.
Sie wagte es nciht Acollon viel näher als mehrere Meter zu kommen. Sie sträubte sich vor ihm, vor dem Umfeld, vor eigentlich allem was hier ablief. Es war nicht ihre Welt - da war es ruhig, weniger hecktisch und vor allem war es da... leer...
Banshee stand einige Sekunden lang regungslos in dem Chaos. Dummerweise hatte sie ncith schnell genug alles gesagt, was die Wölfe wissen mussten, jetzt begann das Gebrabbel, das Aufteilen, das Suchen udn das Meckern. Averic sagte zwar nichts, aber sien Gesichtsausdruck sprach Bände und Cylin tappte zu seinem Bruder und blieb eng neben ihm. Nein, von Welpen würde sie sich jetzt nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Es wurde Zeit, etwas stärker durchzugreifen. Sie machte eine leichte Schnauzenbewegung zu Acollon, er sollte seine zugeteilten Welpen holen, gleichzeitig war es auch eine Bestätigung zu seinem Vorschlag. Hidoi soltle sich um Sheena kümmern, sie würde schon Mühe haben, Cylin und Malicia von Averic zu lösen. Und dann Hiryoga von seinem Vater. Mit einer zeimlich schnellen Bewegung hing Averic in ihrem Fang, eilig trug sie ihn zu Acollon und warf ihm einen eindringlichen Blick zu, er solle Averic da festhalten und nicht wieder wegrennen lassen.
"Mein Kleiner, später wirst du einiges ohne deinen Bruder tun müssen. Glaube mir, auch das Loslösen muss man lernen. Sieh diese Jagd als eine Chance. Malicia und Hiryoga sind bei Cylin ... und ich. Keine Angst."
Sie drehte sich wieder um, warf Neyla einen kurzen Blick zu, als würde sie nicht verstehen, was sie meinte und machte dann eine Kopfbewegung, sie möge ihr folgen. Hiryoga nahm sie dabei sanft von Acollon mit zu ihr selbst. Kurz warf sie einen Blick auf ihre Gruppe. Die Welpen waren alle da, Neyla und Bastar auch, nur noch Hidoi. Jetzt galt es Fragen zu beantworten.
"Sheena, Hidoi wird gleich kommen, wir werden jagen gehen, deinn Vater wird dir einiges erklären."
Sie warf Hidoi einen eindringlichen Blick zu, um Sheena konnte und wollte sie sich nicht kümmern. SIe hatte hier selbst drei Welpen, von denen zwei möglicherweise zu Averic wollten. Jedoch schob sie dieser Möglicheit gleich einen Riegel vor und hielt sich dicht über ihren Welpen. Keiner würde wegrenne können, ohne dass Banshee ihn nicht wieder erwischen würde. Dann wandte sie sich zu Bastar und nickte und lächelte auch noch Neyla zu.
"Ja, bleibt bitte jetzt alle bei mir. Neyla, der graue Rüde dort hinten ist Hidoi, der andere hier bei uns ist Bastar udn dann haben wir hier noch unsere Welpen. Cylin, der Schwarze, Malicia, die Schwarze und Hiryoga, der Braune sind meine Kleinen, Sheena ist die Tochter von Hanako und Hidoi."
Erschöpft blinzelte sie einige Male. Sie merkte, Organisation war nicht umbedingt ihre Stärke. Leicht kniff sie die Augen zusammen, als nicht nur eine Antwort von dem Fremden kam, sondern auch noch ein neuer Geruch auftauchte. Mit einem leichten Zorn in den Augen, der sich aber nicht in ihre Stime übtrug, antworte sie dem Fragenden und rief den anderen.
"Amatsuhiko, du bist willkommen, komm zu uns! Und anderer Fremder, gib dich zu erkennen! Komm bitte auch zum Rudel."
Die beiden gleich heir her einzuladen könnte man vielleicht als zweifelhafte Entscheidung ansehen, aber jetzt da hinaus zu rennen, war undenkbar. Das Chaos würde vollkommen überhand nehmen. Fast flehend sah sie zu Ayala und Eris. Sie hatte die Reaktion der beiden durchaus mitbekommen, trotzdem woltle sie sich jetzt auf sie verlassen können. Sie sollten ihre Gruppen rufen und etwas Ordnung schaffen. Banshee alleine konnte das bei diesem großen Rudel einfach nicht schaffen. Sie wünschte sich, Falk wäre schon hier.
24.12.2009, 19:23
Das wieder einigermaßen Ruhe in das Tal eingekehrt war, hatte den stahlgrauen Rüden sehr zufrieden gestellt, er konnte viel Zeit mit seiner geliebten Gefährtin und den Welpen verbringen, die nun schon fast keine mehr waren. Das war irgendwie schon sehr traurig... Aber nicht zu ändern. Der große Hüne hielt sich dicht bei Hanako auf und lauschte dem allgemeinen Gespräch. Aber richtig interessieren tat es ihn erst, als man anfing von einer Jagd zu sprechen. Das war doch mal etwas interessantes und sicher gut um den Welpen mehr beizubringen. Ein Schmunzeln legte sich auf seine Lefzen, als Hanako ihm verkündigte Hikaji mit sich zu nehmen. Schleckte seiner Gefährtin kurz liebevoll über die Schnauze und beugte sich dann zu seinem Sohn hinunter.
"Hör auf deine Mutter und benimm dich, versprichst du mir das Hikaji?"
sprach er mit rauer, aber freundlicher Stimme, die trotzdem - wie immer - keinen Widerspruch duldete. Doch dann konnte der Graue schon sehen, wie seine Tochter ungeduldig voran gesprungen war, nun galt es für ihn hinterher zu gehen. Mit raschen Schritten war er bei Banshees Gruppe angekommen und schob die aufgeregte Sheena mit der Pfote näher zu sich.
"Genau, wir gehen jagen und da muss man sich ganz still verhalten, sonst bleibt dein Magen leer."
erklärte der Große ihr schmunzelnd und hob den stechend gelben Blick aufmerksam wartend wieder zu Banshee.
Die Stimmen erhoben sich, Alles setzte sich uneinheitlich in Bewegung, zögerlich, irritierend, nervend, wenn es um Überblick ging. Also blendete Eris aus, was sie nichts anging, vor allen Dingen die ganzen Stimmen. Sie ließ den Blick kreisen und sah nur Banshees überforderten Gesichtsausdruck, den sie etwas entlasten wollte. Alpha sein war bestimmt kein Job für die Schwarze und sie fand es auch immer wieder beachtlich, wie die Weiße das schaffte und dann mit dieser Güte! Mit diesem freundlichen, offenen Lächeln, wenn Eris schon längst losgeschrien und sich in den Wald verzogen hätte, um niemandem an die Gurgel zu gehen.
Hanako, Hikaji, Kaede, Face ... Eris blickte sich um und fand zu ihrer Überraschung drei von ihnen schon beisammen. Zufrieden lächelnd ging sie auf den Trupp zu. Geht doch.
"Super, dass ihr euch schon so schnell zusammengefunden habt. Spitze ... und Dankeschön, bleibt zusammen. Ähm-",
Eris sah die Drei nachdenklich an und ließ den Blick dann am Waldrand entlang schweifen, erblickte aber nicht, was sie sich erhofft hatte.
"Gleich werde ich dann wohl noch einiges zu unserer Situation sagen. Als Hetztertrupp. Aber erstmal muss ich Face herholen ... rufen, herholen dauert ja zulange, dann müssten wir eben auf ihn verzichten. Ich geh nur mal ein Stückchen in den Wald und rufe nach ihm, okay?",
erläuterte sie ihr Vorgehen und ging dann auch schon los. Sie würde ihnen auch noch sagen müssen, dass sie in keinster Weise zur Leiterin einer Gruppe berufen war, aber das war ihnen sicherlich auch aufgefallen. Sie mussten zusammenarbeiten, denn Anweisungen könnten in den Matsch gehen.
Ob dieser Face überhaupt noch im Revier war? Er wirkte ja eher anders ...
Eris hob nun, einige Schritte in den Wald hineingegangen, wo die Bäume auch glücklicherweise schon ihre stimmtilgende Wirkung entfalteten, die Schnauze in die Höhe und versuchte kraftvolle Klänge.
"Hey, Face, eine Großrudeljagd steht an, wir könnten deine Hilfe gebrauchen. Wir sind jetzt auf dem Rudelplatz!"
Einzelgänger hin, Einzelgänger her, wenn er seine Ehre wahren will, wird er herkommen und wer weiß? Vielleicht wird sich das Ganze ja emotional positiv auf ihn auswirken, dann schaut er nicht mehr so bedröppelt drein und hält es womöglich länger mit mir aus, als noch letztes Mal.
Bevor Malicia es noch ganz begrfeifen konnte, sass sie unter ihrer Mutter. Sie duckte ihren Kopf leicht, um alles sehen zu können. Es war das reinste Chaos. Jeder wollte zu jemandem anderen. Das spührte sie. Jeder hatte seine Probleme mit der Gruppe. Malicia spührte das Chaos und sie begann lecht zu zittern. Nicht aus Angst, sondern aus anstrengung. Die Stimmung machte ihr zu schaffen. Sie blickte kurz zu Averic, dann zu Cylin. Sie spührte das unsichtbare Band zwischen den Beiden und benitt sie darum. Malicia war es egal, mit wem sie in der Gruppe war. Sie fühlte sich entsetzlich erdrückt in diesem Chaos und begann zu hecheln. Wenn sie schwitzen könnte, täte sie das nun. Vor erschöpfung legte sie sich flach auf den Boden und schloss die Augenlieder. Sie versuchte die Geräusche und die seltsame Stimmung, die in der Luft lag zu vergessen. Langsam wurde es dunkel...die Geräusche verstummten und Malicias Herz schlug ruhiger. Sie hoffte, dass niemand ihre Unruhe bemerkt hatte...Sie öffnete die Augen und blickte ins Chaos. Sie hatte sich beruhigt...
Laios stand einfach neben Neyla, es gab keinen Grund von ihrer Seite zu weichen und was die Leitwölfe da erzählten von zersplitterten Rudeln und auseinandergelebten Wölfen, war ihm egentlich recht egal. Solang er immer neben Neyla stehen bleiben durfte. Als sie etwas sagte, lauschte er zwar auf, aber eigentlich drang nur ihre Stimme zu seinem Ohr, den Inhalt ihrer Worte verstand er nicht, weil er ihn nicht verstehen wollte. Das alles war wie ein halber Traum, ein Dahingleiten, nicht umbedignt wunderschön, aber doch schön, denn Neyla war bei ihm und es ging ihr wieder gut. Das Rudel war ihm nicht ganz geheuer, er kannte niemanden und er würde sich auch nicht darum bemühen, jeamand kennenzulernen. Außer Neyla würde dies wünschen, das war etwas anderes.
Als die leise Stimme seiner Gefährtin an sein Ohr drang, wurde ihm bewusst, dass gerade alle durcheinander liefen. Sie stupste ihn nochmal an und ging dann weg. Laios blinzelte ihn nach, warum gign sie, was war überhaupt los? Er suchte in seinen Gedanken nach den Worten der Wölfe, die er durchaus aufgenommen hatte, nur nicht verstehen hatte wollen.
.oO(Gruppen ... neue Wölfe kennenlernen ... Ayala und Leé ...)
Was? Er sollte zu anderen Wölfen? Jagen? Er woltle nicht jagen. Und er wollte auch nicht eifnach von Neyla getrennt werden. Aber die Weiße war zur Alphafähe gegangen und sah sich nicht mehr um ... sollte er sich ihrem Willen beugen? Wenn überhaupt, dann nur, weil es auch Neylas Wille zu sein schien. Widerwillig sah er sich um, wer auch immer Leé war, Ayala konnte er erkennen. Mit einem Murren und einem sehnsüchtigen Blick zu Neyla, drehte er sch weg und ging auf Ayala zu, nickte knapp und knurrte leise.
"Ich bin Laios. Und wer ist nun Leé?"
Er klang nicht so wahnsinnig interessiert, gleichzeitig war ihm auch klar, dass die Leitwölfe und Neyla von ihm erwarteten, dass er sich eingliedern würde. Er zwang ein Lächeln herbei und sah sich um, Chaos schien das richtige Wort zu sein, aber er stand immerhin etwas abseits.
Etwas hart drückte der Schwarze seinen Sohn zu Boden. Manche mögen jetzt behaupten, dass man den Alpha vielleicht verbannen oder die Lizenz zum Erziehen entziehen sollte, doch es sah alles nur halb so schlimm aus, wie es doch wirklich wahr. Averic konnte lediglich nicht mehr abhauen und Acollon war sich sicher, dass der schwarze Welpe ein welpisches Verhalten jetzt ablehnen würde und sich einfach dem fügen konnte.
Eine Unruhe war im ganzen Rudel zu spüren. War das Sinn und Zweck der Sache? Um Fenris` Willen, nein!
Der Hüne kräuselte die Lefzen und legte die Brauen in Falten.
“Verdammt noch mal, nun reißt euch ein wenig zusammen, oder liegt irgendeine Schwierigkeit darin, sich einfach mal dem zu fügen, was Banshee sagt?! Meine Güte“,
der Rüde hatte die Stimme erhoben, sie klang kalt und rau, vielleicht sogar etwas drohend. Dieses Durcheinander war einfach nicht dem Alter entsprechend, außerdem konnte der Schwarze keine Komplikationen daran erkennen, dass sich die jeweiligen Wölfe einfach den Gruppenleitern anschließen.
Mit funkelndem und leicht kaltem, ignorierendem Blick heischte er jeden Wolf an. Es sollte keineswegs Eindruck schinden, er wollte lediglich daran erinnern, dass sie heute jagen gehen wollten und nicht morgen.
Nach einer Weile lockerte er den Druck von Averic´ s Körper, in der festen Auffassung, er würde nicht mehr abhauen um zu seinem Bruder zu kommen.
Der Regen frischte ein wenig auf, der Regen nieselte in kleinen Tropfen herab. Das schwarze Fell wurde von kleinen Perlartigen Regen benetzt.
Die Situation war viel zu schnell für den jungen schwarzen Rüden. Bevor er etwas tun konnte wurde Averic von seiner Seite gerissen und von Mutter weggebracht. Störrisch wollte er schon aufspringen und seinem bruder nachlaufen, doch Banshee war viel zu schnell zurück und ehe er sich versah waren er, Malicia und Hiryoga, sowie Sheena, die aus einem anderen Wurf kam, quasi unter Banshee gefangen. Maulend ließ sich Cylin auf die Hinterläufe sinken und warf einen fast schon beleidigten Blick zu seiner Mutter empor. Aber er wollte doch bei Averic bleiben! Hatte er nicht eben noch gesagt das es gar nicht in die Tüte kam das man sie trennte? und jetzt machte man es doch, das war ja wohl sowas von ungerecht. Seine Pfoten glitten über den erdigen Boden als der Welpe sich hinlegte und den Kopf auf die Vorderpfoten senkte. Er versuchte Averic auszumachen der bei ihrem Vater war, doch konnte er ihn durch das Gewimmel der ganzen Wölfe gar nicht erkennen. Pfoten schoben sich in sein Blickfeld und verschwanden wieder, manchmal kamen Wölfe näher und andere entfernten sich wieder was für ein Chaos.
Am liebsten wäre er einfach wieder in seine Traumwelt verschwunden, doch es war viel zu laut und viel zu Chaotisch als das er jetzt hätte träumen können. Andererseits hätte er es wohl schon gekonnt wenn er es wirklich gewollt hätte, doch mit einem Ohr lauschte er weiterhin auf den Tumult der Wölfe bis irgendwann die Stimme seines Vaters ihn vollkommen erschreckte und er starr die vorher aufmerksam aufgerichteten Ohren anlegte. Sofort war er wieder auf allen vier Pfoten und blickte sich hecktisch um.
Banshee redete mit irgendwelchen Fremden, dennoch wollte er es lieber nicht riskieren wegzulaufen, oder doch? Fast schon kitzelte ihn diese Aktion an den Pfoten, aber bei Averic war Vater und der würde es wahrscheinlich nicht sonderlich gut finden wenn er sich Befehlen einfach so wiedersetzte. Sein Blick wanderte vvon der Umgebung zu seiner Schwester und seinem Bruder, dann zu den anderen Wölfen die also mit in ihrer Gruppe waren, keinen davon beobachtete er so wirklich, schließlich wandte der Träumer seinen Blick wieder zu seiner Schwester Malicia um. Kurz zuckte der Anfang eines Lächeln über seine Lefzen, jedoch ließ er es schließlich bleiben, keine Ahnung wieso. Den Kopf wieder auf die Pfoten gelehnt ließ er den Blick auf ihr.
"Super... wirkliches Chaos hier... dir scheints auch nicht wirklich zu gefallen. Und ich wär jetzt viel lieber bei Averic"
murmelte er leise an seine Schwester gewandt und bei seinen letzten Worten wandte r den Kopf vielversprechend herum, fest davon überzeugt seinen Bruder gleich irgendwo zwischen den Wölfen auftauchen zu sehen und mit mutiger Miene auf ihn zumaschierend. Doch, nix da.
Wieder lehnte er den Kopf auf die Pfoten, wie als hätte es keine träumerische Unterbrechung gegeben, den Blick einfach weiter auf Malicia liegend, eine Antwort abwartend und den Beginn des Geschehens.
Face hatte den Gesprächen stillschweigend weiter zugehört, sich dabei eigene, verrückte Gedanken machend. Okay, so verrückt waren sie gar nicht, eher raubten sie ihm verzweifelt den Verstand. Das dort drüben war einen Wölfe die in einer heilen Welt voller Hoffnung lebten, jeder an der Seite desjenigen, den er liebte. Zusammen mit Kindern oder Freundin bildete man eine große Familie. Dort gehörte er nicht hin... Face sah längst nicht mehr zu. Alle dort lebten im Einklang mit Leben und Tod, es war eine Lüge zu behaupten alles wäre zerrüttet. Der Tod hatte ihn wieder gesehen, ließ ihn hämisch weiter leiden. Auch das Leben wusste über seine „Anwesenheit“ bescheid, doch es hatte ihn nie gereizt oder gar gelockt. Als man plötzlich anfing von einer Rudeljagd zu sprechen, zuckte Face innerlich zusammen und öffnete die saphirblauen Augen wieder. Er lehnte den Kopf wieder vom Stamm weg und drehte sich um. Es war an der Zeit zu gehen, hier hatte er nichts mehr zu suchen. In eine Gesellschaft hatte er nie gehört. Nie. Auch in dem Indianerdorf hatte sich der Tiefschwarze nie wirklich heimisch gefühlt. Das war halt so. Es gab weder einen Ort, noch eine Person die ihn festhalten könnte. Alle hatten sie sich von ihm entfernt, waren nun an einem Ort, der ihm verwährt wurde. Der leblose Rüde hoffte die Erlösung in der Zerstörung seiner Seele zu finden, denn wenn es so weiter ging, würde das in jedem Fall passieren. Niemand konnte mit der Gewissheit leben nicht zu sterben, egal wie oft man sich umbrachte. Ein toter Körper atmete nicht, egal wie oft er erstickte. Spendete weder Wärme noch Kälte, unwichtig, wie er innerlich fühlte. Es gab keinen körperlichen Schmerz mehr, dafür litt er in sich hundertfach. Und sein Körper konnte keine Gefühle mehr zeigen, nur rege Mimiken ausdrücken, egal wie heftig seine Seele rotierte. Allein die Gedanken daran ließen sie aufwallen. Gequält verzog Face die Lefzen zu einer unheimlichen Grimasse, der ein Ausdruck fehlte. Genug von diesen verdammten Gedanken! Er wollte grade loslaufen, als er aus unmittelbarer Nähe gerufen wurde. Wieder zuckte er innerlich zusammen, dieses mal so stark, dass es weh tat, doch ihm fehlte die Luft um aufzukeuchen. Das war doch die Stimme dieser seltsamen, schwarzen Fähe, mit der er sich einmal unterhalten hatte. Der Drang wegzulaufen wurde immer stärker, nicht wegen ihr, sondern weil sie ihn um Hilfe bat. Er konnte keine Hilfe leisten, immer wenn er es versuchte ging etwas gewaltig schief. Als er den Vater des Indianerjungen vor einem Weißen schützen wollte, traf die Kugel Cloud und tötete ihn. Als er Akári helfen wollte den Weg aus einer Schlucht zu finden, wurde sie von dem Gesteinsbrocken – welcher auf sie beide niederfiel – zerquetscht damit dem Tiefschwarzen nichts geschah. Er war verflucht! Seine Gesellschaft brachte immer Pech und nun lebte er nicht einmal mehr! In seinem Inneren fand ein Machtkampf statt; eine Seite, die es für hoffnungslos befand ziellos umher zu streifen, im Nichts zu wandern. Die andere Seite schrie und wollte einfach nur Weg, an einen Ort wo ihn niemand mehr finden konnte, wo er bis ans Ende von allem und länger verharren musste. Ein leises, hilfloses Wimmern kroch seine Kehle empor, doch er verschluckte es wieder. Es besäße eh keine Echtheit. Verdrängend drehte sich der Rabenschwarze vielleicht etwas zu schnell um, er stolperte fast. Seine Haltung wirkte verkrampft, als wolle ihn etwas wieder wegziehen, tauchte er aus den dunklen Schatten der Bäume auf, lief durch das Dickicht, als er dann direkt vor Eris stand, blieb Face Taihéiyo jedoch sofort wieder stehen. Sein rechter Hinterlauf schob sich Millimeter wieder zurück, wollte ihn zurückweichen lassen, aber der Tiefschwarze blieb mit ausdruckslosem Gesicht und wie je leeren Augen dort, wo er war.
„Bist du sicher, dass ihr meine Hilfe wollt?“
fragte er leise. Der langbeinige Rüde konnte sich einfach nicht vorstellen, dass sie das ernst gemeint hatte. Er hatte den Eindruck gehabt, dass sie recht wütend gewesen war, als er damals einfach abgehauen war. Außerdem war Face Taihéiyo immer noch ein vollkommen Fremder, Einer, der den Welpen aus unerklärlichen Gründen Angst einflößte. Unmöglich...
Averic hatte seinem Bruder antworten wollen, doch seine Schwester kam noch vorher zu ihnen herüber gekrochen. Die meisten seiner Geschwister waren ihm auch sehr wichtig, er duldete ihre Nähe und stupste sie sogar leicht an. Keiner von ihnen würde jedoch jemals an seine Beziehung zu Cylin heran reichen können. Er, zwar nicht der Älteste und doch der Größte, wollte grade ein paar ermunternde Worte an die zwei überlegen, als ein Schatten über ihnen auftauchte. Der Dunkle konnte gar nicht so schnell gucken, da wurde der schon unglaublich groß gewordene Welpe von seiner Mutter gepackt und von seinem Bruder weggezerrt. Natürlich nicht ohne lautes, aggressives Knurren und Herumgezappel.
„Hey lass das! Lass mich los verdammt!”
zischte der Pechschwarze seine Mutter an, aber sie schien ihn gar nicht zu hören! Ein Wutentbranntes Schnauben verließ seine Kehle und er spannte seinen Körper an, machte sich schwer. Er war mindestens halb so groß wie seine Mutter, also war es schon ein schwieriges den 6 Monate alten Wolf voran zu bekommen. Keine Minute später wurde er aber schon bei seinem Vater abgesetzt, konnte über die Worte seiner Mutter nur verächtlich Grollen. Niemals würde er etwas ohne Cylin machen, die spinnten doch! Wenn sie meinte, die Bindung zu seinem Bruder würde nicht überdauern, dann bitte. Es kränkte ihn. Der junge Rüde wollte es auch gar nicht und von seinem kleinen Träumer wusste er, dass er es Hundertprozentig genau so sah. Und was die Jagd betraf konnte sie ihn mal. Nicht einen Handschlag würde er ohne Cylin machen! Außerdem waren ihre Worte eher beunruhigend als umgekehrt. Malicia und Hiryoga waren auch noch da? Und Cylin musste sich bestimmt als Ältester verpflichten auf die zwei Acht zu geben! Die waren doch vollkommen verrückt! Das war doch viel zu viel für seinen kleinen Schwarzen und wer passte dann auf Cylin auf?! Wutentbrannt schickte er seiner Mutter ein böses Knurren hinterher, wollte ihr stur folgen, aber da wurde er schon von Acollon zu Boden gedrückt. Das besserte seine Laune natürlich keines Wegs. Da war aller Respekt vor diesem Wolf vergessen, er versuchte nach seinem Vater zu schnappen um frei zu kommen, spannte seinen Körper an und versuchte mit aller Macht los zu kommen. Seine Worte überhörte er schlichtweg, sie interessierten ihn ‚nen Scheiß! Als Acollon seinen Griff lockerte schnellte Averic nach vorne und blieb gleich am Felsrand wieder stehen, fletschte vor seinem Vater dreist die Zähne und kehrte ihm den Rücken zu. Dann ließ er sich auf die Hinterläufe sinken und sah stur von dort oben zu seinem Bruder hinüber. Sein Fell blieb weiterhin gesträubt wie eine Bürste, ein Ohr steil aufgestellt, das andere scharf angelegt verfolgte er kalt jede Bewegung die dort unten in der Nähe seines Bruders und Malicia’s vorging. Es war ihm völlig egal was sein Vater tun würde, solange er nicht bei Cylin sein konnte, war es ihm sogar egal ob er ihn umbringen würde. Sollte er ihn für etwas bestrafen wollen, an dem sie selbst schuld waren, würde er nicht klein bei geben und sich wehren. Die Jagd konnten sie sich sonst wo hinschieben, er würde gar nicht erst zuhören, sowieso fand er es langweilig, früher oder später würde er jagen auch so lernen.
Mit leicht aufgestellten Ohren saß die kleine Schwarze da. Ihr Blick fiel von einem Wolf zum anderen und wieder zurück. Eine Jagd? Ruhig hatte die Fähe auf dem kalten Untergrund eines Steines Platz genommen. Sie würden heute also das Jagen lernen? Stumm blickte sie zu ihrem Vater, der ganz in der Nähe stand. Hiryoga war in einer anderen Gruppe als sie selbst, genau wie Cylin. In ihrer Gruppe waren ihr Bruder Averic und ihre Schwester Parveen. Leicht zuckten die dunklen, kleinen Ohren nach Hinten, als ihre Mutter einen mürrisch dreinblickenden Rüden zu Acollon brachte. Anscheinend passte es ihrem Bruder nicht so Recht, dass er von Cylin getrennt wurde. Ein leichtes Lächeln huschte über die dunkel umrandeten Lefzen Kisha’s. Langsam erhob sich die kleine Fähe und trottete langsam auf ihren Vater zu, der Averic auf den Boden drückte und kurz darauf etwas kühl zu dem Rudel sprach. Die dunkelbraunen Augen der Fähe schienen nicht von dem großen Schwarzen abzuweichen. Sie hatte noch geschlafen, als er in das Revier zurück gekehrt war und dann hatte sie ihn nur angeschaut und sich gefragt, wer da vor ihr stand. Erst als sie registriert hatte, dass dies ihr Vater war, war sie leise wuffend um ihn herum gesprungen. Und nun stand sie neben ihm und schaute gelassen in die Richtung Averic’s.
“Na? Kriegst du deinen Willen nicht?“
Kisha lächelte ihren Bruder an, als wenn sie ihn auslachen wollte. Nun würden sie also bald zu ihrer ersten Jagd aufbrechen… Der Schwarze war sichtlich nicht zufrieden mit der ganzen Situation. Aber er würde sich wohl damit abfinden müssen. Erneut ließ sich Kisha auf die Hinterläufe sinken und legte sanft die kleine Rute um ihre Seite. Sie schien förmlich auf eine Antwort ihres Bruders zu warten. Sie rechnete jedoch nicht mit irgendeiner Reaktion ihres Vaters. Kurz seufzte die Fähe, ehe sie zu der kleinen Gruppe etwas entfernt blickte. Hiryoga war in ihrer Nähe doch wahrscheinlich würde er sie eh nicht sehen. Lautlos blickte sie wieder zu ihrem Bruder, der etwas entfernt von seinem Vater saß und zu Cylin hinüberblickte...
Noch wütender fuhr Averic dann herum, als es seine Schwester wagte neben ihm diese Töne von sich zu geben. Sein langer Fang schnellte nach vorne und kurz vor Kishas Schnauze ließ er seinen Kiefer aufeinander krachen.
„Halt die Fresse!“
fauchte er die Schwarze an, würdigte seinen Vater weiterhin keines Blickes. Was auch immer er machte, es interessierte ihn nicht. Der Pechschwarze war nicht so blöd wie manch andere kleine Welpen, die einfach alles mit sich machen ließen, über die man bestimmten konnte wie man wollte. Averic ließ aber nicht auf sich herum trampeln, er hatte einen eigenen Willen, wenn sie das nicht akzeptieren wollten war das nicht sein Problem. Noch einmal Grollte er seine Schwester warnend an, dann riss er den Kopf wieder herum, ließ sich erneut sinken und fixierte aufs Neue jede Regung die dort hinten statt fand.
Wie plötzlich alles durcheinander ging … Ayala hatte sich noch gar nicht richtig sammeln können - sie als Gruppenführerin … - als schon das reinste Chaos ausbrach. Hilfesuchend dachte sie an Falk, welcher mit Sicherheit alles locker hingekriegt hätte. .o0(denk an deinen Gefährten, wir würde er handeln?)0o. Zuerst hätte er wahrscheinlich dir Gruppe, zusammengerufen … ja, das war wohl das Wichtigste momentan. Unsicher blickte sie sich um nach Leé, die sie allerdings schon länger nicht mehr gesehen hatte. Wieder fiel ihr auf, wie wenig sie vom restlichen Rudel mitbekommen hatte die letzten Wochen. Ihr Blick fiel auf Banshee – bestimmt wusste sie, wo Leé stecken musste. Als Ayala jedoch das rege Treiben wahrnahm, das sich um ihre Alpha gebildet hatte, wurde ihr erst bewusst, wie beschäftigt jene doch selbst war. Es war wohl dringend an der Zeit, ihr etwas Arbeit abzunehmen. Sie schickte ihr ein paar Blicke voller Mitgefühl und Stärke. Du schaffst das, Ban, meine Schwester – wenn du es nicht schaffst, wer dann?
In Ordnung, Leé würde hoffentlich bald von selbst auftauchen,sie war immerhin schon etwas mit ihr vertraut, sie sollte sich jetzt wohl eher um den neu Hinzugestoßenen kümmern. Laios war sein Name … wer mochte das sein? Ayala seufzte und versuchte in diesem heillosen Durcheinander die verschiedenen neuen Namen den ihr noch Unbekannten zuzuordnen. In diesem Moment schob sich vor ihr Blickfeld ein weißer, recht kräftig gebauter Rüde. Ayala musterte ihn und lächelte ihn freundlich an. Bevor er sich noch vorstellte, wusste die Weiße, wer er war.
„Willkommen Laios. Freut mich, dich kennenzulernen. Du bist der Gefährte jener Weißen, Neyla, nicht wahr?“
Während sie diese Worte sprach, umspielte ihr Lefzen ein warmes Lächeln. Sie mochte diese Neyla … irgendwie war sie ihr im Entferntesten ähnlich.
„Leé ist eine junge Fähe. Vielleicht hast du ja schon Hanako kennen gelernt. Sie ist Leés Mutter. Wo Leé im Moment steckt, weiß ich allerdings auch nicht …“
Noch einmal schaute sich Ayala um und glaubte die braune Fähe nahe Bastar zu sehen.
Die ganze Zeit hatte Hikaji stumm den Gesprächen gelauscht. Es interessierte ihn kein Stück was besprochen wurde, ob nun wer dem Rudel beitrat oder nicht. Nur als die Rede davon war, das die Jungwölfe jagen lernen sollten, lichtete sich ein wenig der teilnahmslose Blick des Rüden. Er war jetzt ein Stück gewachsen, hatte schon Teile seines welpenhaften Aussehens eingebüßt. Die stechenden bronzefarbenen Augen blickten leer in die Gesichter einiger Rudelmittglieder. Vielleicht kam endlich mal ein wenig Leben in die öde Truppe, deren Tagesablauf meist nur aus dösen, hin und her rennen und teilweise irgendwelchen Gesprächen bestand. Also alles Dinge, die ihn langweilten. Da kam ihm eine Jagt gerade recht. Gerade wollte er den Fang öffnen, als seine Mutter ihn einfach mit nahm. Sie sollte ihm das Jagen beibringen? Das sollte wohl ein schlechter Scherz sein? Oder doch nicht? Seine Mutter sah dazu zu ernst aus und auch die Worte seines Vaters, er solle sich benehmen und auf Hanako hören, konnte er nur als schlechten Scherz auffassen. Was war aus dem Stahlgrauen geworden? Dieser sollte nämlich auf seine kleine Schwester aufpassen. Nachdenklich, die Stirn in leichte Denkfalten gelegt, blickte er dem Krieger hinterher. Was sollte der Mist? Er hatte sich eigentlich erhofft, das sein Vater ihm alles beibringen würde, doch dieser entwickelte sich seiner Meinung nach rapide zu einem Drückeberger, der seinen Sohn im Stich ließ. Hatte er etwas falsch gemacht? Warum ließ ihn sein Vorbild hängen. Nun schlug auch seine Schnauze leichte Falten, die dunklen Lefzen zuckten leicht, ehe er den Kopf zwischen die Schulterblätter gesenkt an seiner Mutter vorbei trabte. Er hatte keinerlei Interesse ihr zu folgen. Er war bald immerhin schon ein Jahr und kein kleiner Welpe mehr. Die langen Läufe bewegten sich geschmeidig und in einem gleichmäßigen Takt. Nur ein leises Brummeln war von dem Grauen zu vernehmen, der sich schnellen Schrittes von der Gruppe entfernte. Warum standen die denn noch rum, wenn sie doch jagen wollten? Die Beute würde nicht ewig warten, sondern auch mal weiter ziehen. Genervt blieb er stehen und drehte den Kopf über seine Schulter zurück. Er war gerade noch in Sicht- und Hörweite stehen geblieben und wartete.
Die worte ihres Vaters hatte die kleine vernommen. sie stupste ihre Schnauze leicht gegen seine. wollte ihm zeigen wie sehr sie ihn liebte. JA diese Jagd war was tolles nun konnte sie noch mehr lernen. Sie blickte Hanako, ihrer Mutter hinterher, wie sie mit ihrem Bruder Hikaji davontrabte. Hoffentlich passierte ihnen nichts. Ihr fehlte ihr anderes Bruder so sehr. Was war nur mit ihm geschehen?
"Papa was ist mit meinem Bruder? Hikaji ist bei Mama. und dein anderer sohn? Mein Bruder?`wo ist er?"
Die Stimme der kleinen klang ein bisschen verzweifelt. Auch wenn sie eigentlich immer alleine umherstreifte, alles alleine erkundete und lange Zeit fortblieb, liebte sie doch ihre Familie. Man merkte es vielleicht nicht so oft, aber tief in ihr war sie ein sehr liebevoller und anhänglicher wolf. Sie liebte es bei ihrer Familie zu sein und zu schmusen. Ebenso liebte sie das alleinige Erkunden aber eben aus eine andere art und weise, welche die kleine sich noch nicht erklären konnte. War ihm wohl was schlimmes zugestoßen?
Die weiße Fähe winseltekurz, ehe sie sich zu Boden drückte. Sie musste sich doch auf die Jagd konzentrieren. Sie musste leise sein und aufpassen, dass ihrem Vater nichts geschah. Das er nicht auch noch plötzlich weg war. Konnte Hanako wohl auf Hikaji aufpassen? und auch sich selber? Es war eine große verantwortung. Das ihre Mutter um einiges älter war als sie, daran dachte die kleine momentan nicht. sie sorgte sich nur um sie, und diese sorge brachte sie fast um. Es schien als würde ihr herz zersplittern. War das Angst?
Freundlich wendete Kaede ihren Blick zu Eris, welche etwas unsicher schien. sie nickte leicht und lächelte der Fähe zu. sie wollte noch einen Wolf holen und dann war ihre Truppe scheinbar zusammen. Hanako und ihr kleiner sohn waren ja bereits schon da. Sie blickte in die Richtung wo die beiden saßen und fragte abermals
"Wo jagen wir denn? Weißt du das schon Hanako?"
Sie wendete ihren Blick wieder und spitzte die Ohren, als sie Acollons stimme vernahm. Er schien etwas missgelaunt. Natürlich war das hier anstrengend für ihn, doch war das nicht typisch das ein Chaos entstand? Gehörte das nicht dazu? Wieder stellte sie fest, wie unterschiedlich Banshee und Acollon waren und lächelte darüber. Sie setzte sich auf den Boden und schlang ihre Rute um sich. Sie hörte das Stimmengewirr, doch sie wartete ab. sie konnte sowieso nicht viel machen. Nur abwarten und hoffen, dass alles gut verlief und sie sich alle wiedersehen würden. Und zwar gesund!
Ein wenig grollend drehte sich Acollon zur Seite. Ihm war es gleich, wie seine Kinder ihn behandeln wollten, schließlich waren es auch nur Wölfe, die irgendwann seinen Pfad verlassen würden. Er konnte Averic außerdem nichts verübeln, sein Vater hätte nicht anders reagiert. Und dennoch, etwas störte ihn. Vielleicht die Tatsache, dass die Kindheit des Hünen anders war? Das er nie die Nähe eines Elternteils spüren konnte, weil er sie nach seinem 6. Lebensmonat getötet hatte? Oder war es die andere Seite, dass Averic genauso werden konnte? Der Schwarze setzte sich auf die Hinterpfoten. Den Blick leer auf Banshee gerichtet. Er erinnerte sich nur wage, doch er konnte noch das Blut schmecken, roch den Eisenanteil, hörte Schmerzensschreie. Auch seine Geschwister hatte er nachdem Fenris ihn den Befehl dazu gab, getötet. Die Zeit danach war einsam, nur erfüllt von Morden und treibenden Kämpfen. Schön war Acollons Vergangenheit nicht, und er wusste, dass er schon vor dieser Geburt gelebt hatte, wandelnd in einem anderen Körper. Heute wusste er, dass er noch lange nicht ruhen durfte. Er nahm es gelassen und mit beißendem Humor.Der Regen prasselte leise auf das abfallende Blätterdach, die Wolkenwand stürzte sich weiterhin ins Tal, geradewegs so als wollte sie es verschlingen.
Der Schwarze würde hier sitzen bleiben, bis sich die Jagdgruppen gebildet hatten. Keine weitere Lust sich dem Geschwätz der anderen zu ergeben.
Herablassend betrachtete er Averics Reaktion auf Kisha. Der junge Schwarze würde schon früh genug merken, was sein Verhalten ihm bringen mochte. Sollte er doch den gleichen schmerzhaften Weg gehen, den sein Vater gegangen war. Dem Alpha war es nur Recht, so konnte man nicht viel falsch machen, denn man musste mehr mit sich selbst zurechtkommen als sich um andere zu sorgen. Allmählich war Acollon das Gefühl hochgekommen, dass er wieder gehen sollte, die Einsamkeit genießen, doch er würde Banshee nicht allein lassen können, nicht jetzt, wo die Welpen größer wurden.
Ein wenig grollend drehte sich Acollon zur Seite. Ihm war es gleich, wie seine Kinder ihn behandeln wollten, schließlich waren es auch nur Wölfe, die irgendwann seinen Pfad verlassen würden. Er konnte Averic außerdem nichts verübeln, sein Vater hätte nicht anders reagiert. Und dennoch, etwas störte ihn. Vielleicht die Tatsache, dass die Kindheit des Hünen anders war? Das er nie die Nähe eines Elternteils spüren konnte, weil er sie nach seinem 6. Lebensmonat getötet hatte? Oder war es die andere Seite, dass Averic genauso werden konnte? Der Schwarze setzte sich auf die Hinterpfoten. Den Blick leer auf Banshee gerichtet. Er erinnerte sich nur wage, doch er konnte noch das Blut schmecken, roch den Eisenanteil, hörte Schmerzensschreie. Auch seine Geschwister hatte er nachdem Fenris ihn den Befehl dazu gab, getötet. Die Zeit danach war einsam, nur erfüllt von Morden und treibenden Kämpfen. Schön war Acollons Vergangenheit nicht, und er wusste, dass er schon vor dieser Geburt gelebt hatte, wandelnd in einem anderen Körper. Heute wusste er, dass er noch lange nicht ruhen durfte. Er nahm es gelassen und mit beißendem Humor.Der Regen prasselte leise auf das abfallende Blätterdach, die Wolkenwand stürzte sich weiterhin ins Tal, geradewegs so als wollte sie es verschlingen.
Der Schwarze würde hier sitzen bleiben, bis sich die Jagdgruppen gebildet hatten. Keine weitere Lust sich dem Geschwätz der anderen zu ergeben.
Herablassend betrachtete er Averics Reaktion auf Kisha. Der junge Schwarze würde schon früh genug merken, was sein Verhalten ihm bringen mochte. Sollte er doch den gleichen schmerzhaften Weg gehen, den sein Vater gegangen war. Dem Alpha war es nur Recht, so konnte man nicht viel falsch machen, denn man musste mehr mit sich selbst zurechtkommen als sich um andere zu sorgen. Allmählich war Acollon das Gefühl hochgekommen, dass er wieder gehen sollte, die Einsamkeit genießen, doch er würde Banshee nicht allein lassen können, nicht jetzt, wo die Welpen größer wurden.
Ihr Blick kreiste in den Baumwipfeln umher, verlor sich kurz in den verschwimmenden Bewegungen der Blätter, die der eisige Wind, der auch ihr unangenehm durch das Fell fuhr, so herumschubste. Eris schüttelte es ungewohnt heftig und sie schloss dabei die Augen, ließ ihren warmen Atem mit einem frostigen Laut in die Kälte entfleuchen. Als sie die Lider nun wieder aufschlug, verjagte sie sich schrecklich. Dieser Face stand schon da, mit noch reinerem Schwarz und diesen Augen. Sie hatte ihn nicht kommen gehört, der Wind war ihr laut an den Ohren vorbeigefegt.
Nach einem unterdrückten Husten, atmete sie beruhigend aus und schaute ihn an. Sie lächelte schief auf seine Frage hin.
"Ich hätte nicht gefragt, wenn ich es nicht so gemeint hätte. Außerdem kann es nur besser werden, schlimmer nicht. Also kein Druck für dich.",
meinte Eris und schniefte einmal kurz, nicht, dass sie jetzt eine Erkältung bekam, das hasste sie ja wirklich. Dabei war der Winter überhaupt noch nicht da, wie alt sah sie dann erst aus, wenn die Bäume nackt waren? Sie blickte in die blauen Augen und empfand den Wolf ihr gegenüber in diesem Moment als sehr schönes Wesen. Sie wusste nicht, was sie von ihm halten sollte, er wirkte, als wüsste er selbst nicht so recht, wo er hin und was er tun wollte.
Jetzt musste Eris auch noch gähnen und dabei war deutlich zu sehen, wie sehr sie das ärgerte. Was war denn heute los mit ihr, zum Teufel? Irgendwie war sie etwas neben der Spur, hoffentlich war sie bei der Jagd aufmerksamer. Sie riss die Augen für einen Moment weit auf und wünschte sich ein Erwachen von der Kälte.
"´Tschuldigung, ich versuche gerade etwas wacher zu werden. Wir sind übrigens im Hetzertrupp, vielleicht später aber doch am Jagen beteiligt, mal schauen. Bist du schnell?",
fragte sie und drehte sich langsam wieder dem nahen Rudelplatz zu, sie sollten sie nicht warten lassen, Banshee schien wohl auch ziemlich gereizt durch die plötzliche Kälte und den unangenehmen regen zu sein.
Eine Fähe, weiß wie frischer Schnee, lief leichtfüßig zwischen schlanken Bäumen her. Die Äste waren teilweise schon recht kahl, doch die bunte Blätterpracht erfreute die junge Fähe. Rote, gelbe, braune Blätter glitten zu Boden, wurden vom Winde aufgewirbelt, waren einfach zu schön zum betrachten. Sanfte Regentropfen glitten vom Himmel herab, prasselten auf die herabschwebenden Blätter und auf das Fell der Weißen. Einzelne Perlen des Wassers verfingen sich in dem weichen Fell, perlten ab und fielen sanft zu Boden. Die stahlblauen Augen folgten einem unsichtbaren Weg, der sie durch ein fremdes Rudel führte. Zahára Kitsumi, blieb plötzlich stehen, blickte sich um. Die Nase im frischen Wind, erkannte sie die Gerüche von anderen Wölfen, einigen vielen Wölfen. Ein Lächeln huschte über die weißen Lefzen. Endlich fand sie ein Rudel. Die Suche hatte sie über allerlei verschiedene Landschaften geführt, Berge, Täler, Wiesen, Wälder. Den Kopf gen Himmel gehoben erschallte ihre Stimme.
“Seid gegrüßt fremdes Rudel, mein Name lautet Zahára Kitsumi. Ich würde gerne zu euch stoßen, wenn ihr es gestattet!“
Der Kopf der Weißen senkte sich, die schmalen Läufe spannten sich kurz an bevor die Fähe wieder voran ging. Vielleicht würde sie ‚ihn’ wieder finden… Mit fast tanzenden Schritten bewegte sie sich fort, sprang übermütig in große Blätterhaufen. Schon zu alt für eine Welpin noch keine Erwachsene, aber doch noch ein Kind. Ihre Verspieltheit hatte sie noch lange nicht verloren, ebenso wie ihre Naivität. Nie im Leben hätte sie daran gedacht, das das Rudel ihr feindlich gesinnt sein könnte. Nein. Alle Wölfe waren gut, manche versteckten ihre Gute Seite nur, und sie, Zahára, würde diese Seite ans Licht bringen. Ein lautes Niesen entfuhr der schwarzen Nase, die Weiße lachte kurz, bevor sie weiter tänzelte und auf eine Antwort wartete. Sie fand ihre Wortwahl gut, obwohl sie sich noch nie angekündigt hatte war sie doch stolz auf sich. Sie konnte auf sich selbst aufpassen. Und sie würde ‚ihn’ wieder finden. Ganz bestimmt. Wie lange es auch dauern mochte, sie würde ihn wieder sehen. Das hatten sie sich schließlich versprochen…
24.12.2009, 19:25
Alienna hatte den Kopf leicht gesenkt und betrachtete ihr Spiegelbild, nach ihren leisen Worten herrschte einige Zeit Stille und sie fragte sich, wessen Gesicht ihr da entgegenblickte. Es war eine braune Wölfin, weiße Abzeichen um die Augen herum, die selbst von einem tiefen Hellblau waren, ähnlich wie der See selbst. Es war ein hübsches Gesicht, aber sie selbst fühlte sich nicht hübsch, nein, sie machte dafür zu viel falsch. Sie spürte, obwohl sie nicht zu Leyla sah, dass die Fähe irgendetwas stutzen ließ. Alienna wusste nicht was, aber sie wollte auch nicht nachfragen. Sie sah erst auf, als die Weiße leise zu sprechen begann, sich dann erhob und aus dem See watet. Alienna lächelte dankbar, tappte ihr hinter her und schüttelte sich, schwächlich aber doch effektiv, am Ufer das Wasser aus dem Pelz. Noch immer war ihr recht kalt, so ließ sie sich ins Gras gleiten und rieb ihren Pelz ein wenig daran, ohne sich aber wie sonst auf den Rücken zu legen und hin und her zu robben. Es schien ihr unangebracht, sie empfand diese Situation als eine Besondere, das wollte sie auch Leyla zeigen. Dementsprechend ließ sie sich auch mit der Antwort etwas Zeit, ihr Blick glitt dabei wieder auf den See. Leyla hatte nur für andere gelebt und sie wollte es auch nicht ändern. War es nicht auch so bei der Braunen? Lebte sie jetzt nicht nur, weil sie Leyla retten wollte? Nein, es war nicht so schlimm, wie bei der Weißen, aber doch irgendwie, vielleicht ... sie verdrängte die Gedanken, sah zu Leyla auf und lächelte erneut.
"Leyla, ich wünsche mir nichts mehr, als dass du mich in die Kunst der Gabe einweihst, dass du mir hilfst, sie zu gebrauchen und wir gemeinsam dir helfen, sie neu zu entdecken. Ich will deinem Leben einen Sinn geben, ich werde es so gut ich kann versuchen. Ich war noch nie der Sinn des Lebens für jemand anderen aber vielleicht kann ich es sein, wenn auch mein Sinn meines Lebens derjenige ist."
Sie merkte, dass sie irgendetwas verdreht hatte, war sich aber nicht ganz sicher und korrigierte es lieber nicht. Leyla würde es schon verstehen.
Banshees Blick lag auf ihren Welpen, die ihr zu Pfoten leise vor sich hinmurmelten. Sie sah Cylin in aller Deutlichkeit an, dass er um eingies lieber bei Averic sien würde und auch Malicia schien dieser Meinung zu sein, aber das musste warten. Sie würden ja nicht lange getrennt sein, lediglich die kurze Zeit, in der sie zu der Herde laufen würden, dann käme die Jagd und die würde wie immer viel zu schnell vorbei sein. Deshalb hatte sie auch nicht gerade viel Verständnis für die Reaktion ihrer Welpen, als sie jedoch die laute Stimme ihres Gefährten hörte, wurde sie besorgter und reckte sich leicht um Acollon und Averic sehen zu können. Kisha war bei ihnen und wurde soeben von Averic grob gepackt während er mit seinem Vater herumstritt. Banshee verspürte das Gefühl, herbeieilen zu müssen, Averic zurechtzuweisen und Acollon zu unterstützen. Mutete sie ihm zu viel zu? Sollte sie nicht lieber doch Averic einfach zu sich nehmen? Aber schon wurde es etwas ruhiger, Acollon schien nicht mehr streiten zu wollen und Averic sich zumindest jetzt mit der Situation abgefunden zu haben. Erleichtert stieß sie ein Seufzen aus, sah sich langsam um und lächelte dann Hidoi zu, der sich jetzt zu ihnen gesellt hatte. Ihre Gruppe war vollständig, aber die Fremden geisterten noch immer im Revier herum. Zudem erklang jetzt ein neues Heulen, ebenfalls ein Fremder, wieder jemand, der zu ihnen kommen wollte. Sie schloss kurz die Augen, hob dann aber brav die Schnauze zum Himmel und antwortet, hoffte, dass sie sich alle etwas beeilen würden.
"Seid gegrüßt, Zahára Kitsumi. Ich gewähre euch Einlass, kommt zum Rudelplatz am See!"
Langsam senkte sie die Schnauze und sah sich um, zwei Fremde hatten sich angekündigt, aber keiner war zu ihnen gekommen. Konnten sie so alles verlassen und zu Jagd aufbrechen? Sie murrte leise vor sich hin, einmal mehr wünschte sie sich Nyota herbei. Ihre Schwester hätte mit einigen, schnellen Taten die ganze Situation souverrän unter Kontrolle gebracht und zudem wahrscheinlich auch noch alle Welpen zufrieden gestellt. Wie sie das gemacht hätte, würde Banshee ebenso schleierhaft bleiben wie überhaupt das Talent Nyotas alles aufeinmal machen zu können. Ein Organisationstalent war sie gewesen und Banshee zwar nicht umbedingt das Gegenteil, aber wenn sie sich die jetzige Situation ansah doch eher weniger.
Laios sah die Weiße etwas skeptisch an. Sie kam ihm ein wenig überfreundlich vor, aber vielleicht war er auch nur den Umgang mit jemand anderem als mit Neyla nicht mehr gewohnt. Er nickte leicht, einfach weil er sonst nix zu tun hatte, hatte Ayala aber auch nur halb zugehört. Einige Sekunden lang starrte er in den Wald, wünschte sich weit weit fort oder zumindest einige Schritte weiter neben Neyla, besann sich aber schließlich und sah wieder zu der Weißen. Neyla? Ja!
"Ähm, ja, ich bin mit ihr vor wenigen Tagen hier angekommen."
Er sah wieder in den Wald, eigentlich hatte er nichts, worüber er nachdenken konnte. Diese Jagd gefiel ihm nicht und er wünschte sich, er könnte einfach in den Wald gehen und sich dort hinlegen und die Ruhe genießen, die mit der Abwesenheit von all diesen Wölfen aufkommen würde. Aber natürlich war das undenkbar. Leider ... und seiner Gruppe waren nicht einmal Welpen. In jeder Gruppe war mindestens einer, aber nicht in seiner. Wahrscheinlich waren sie diejenigen, die eh niemand brauchte. Er grummelt leise vor sich hin, sah dann aber auf, als Leé zu ihnen trat. Sie nickte ihm leicht zu und er wollte ebenfalls nur nicken, als er es sich anders überlegte.
"Hallo Leé, ich bin Laios."
.oO(Hätte Neyla das nur gehört, sie wäre stolz auf mich.)
Aber Neyla hatte wahrscheinlich gar nichts gehört, sie stand zu weit weg. Schade, sie wäre sicher froh gewesen, ihren Gefährten so kommunikativ zu sehen.
Face Taihéiyo blickte die Schwarze weiterhin mit vollkommen leeren Augen an. Sie war wirklich eine sehr seltsame Wölfin und doch wirkte ihr Verhalten so vertraut... Sie erinnerte ihn noch immer sehr an eine gute, alte Freundin.
Ihre Antwort auf seine Frage verwunderte ihn ein wenig, was hatte das mit seiner Frage zutun? Aber sie hatte dennoch unrecht. Am schlimmsten Punkt war er bestimmt noch nicht angelangt, den wollte er sich auch gar nicht vorstellen. Kommen würde er wohl leider trotzdem noch. Besser konnte es auch nicht mehr werden, vorbei, er war schon tot. Zudem hatte es nie eine wirklich gute Zeit gegeben, die darauf folgenden Ereignisse waren immer wieder ausgleichend grausam gewesen. Aber weiter wollte er sich jetzt nicht damit befassen... Es war sowieso sinnlos, er wusste das und tat es trotzdem immer wieder. Der Dunkle wollte den Kopf etwas senken, ließ es dann aber und blieb reglos, wie eine Statur stehen. Er sagte nichts weiter dazu. Face musterte Eris ein wenig, irgendwie wirkte sie nicht so, als seie sie geistig voll anwesend. Darauf ergab sich aber gleich schon eine Antwort und er nickte dieser bloß still zu.
Er war also im Hetzertrupp. Ein Posten, den er früher zu Anfang oft übernommen hatte, danach hatten die Indianern ihn zu den Jägern gelassen.
„Ich denke schon...“
antwortete er auf ihre Frage hin, ob er schnell sei. Jemand wie er, der zu früheren Zeiten nur gewandert war und über schier endlose Steppen hetzte, nahm dieses irgendwann als Tagesablauf hin. An den großen, bemuskelten Pfoten hätte man das erkennen können, doch tote Muskeln strafften sich nicht mehr. Und er konnte nicht anders als ohne Ausdruck zu schauen und zu reden, vielleicht mochte er deshalb auf penible Wölfe desinteressiert wirken.
Die Wölfin ihm gegenüber wirkte noch sehr müde, aber wenigstens durfte sie schlafen und sich erholen. Und nach der Jagd konnte sie genussvoll mit den anderen die Beute vertilgen. Der Tiefschwarze selbst würde dann wieder verschwinden, so war es besser und das er nicht fraß fiel nicht so auf. Sein saphirblauer Blick wanderte an Eris vorbei zu den anderen Wölfen die noch in ihrer Nähe standen. Hatte schon oft an Gruppenjagden teilgenommen... doch noch nie zusammen mit anderen Wölfen.
Der junge Rüde hatte sich lange des Rudels des Reviers, in welchem er jagte, schlief und lebte, entzogen.
Er hatte sich am See hingelegt und war in Gedanken versunken, dachte nach, was ihn eigentlich so lange hier ruhen ließ. Vielleicht die Geschehnisse, die er gesehen hatte, aber nicht für ihn bestimmt waren? Ihn interessierte es nicht, was die anderen Wölfen von seinem kurzen Erscheinen gehalten haben, und noch weniger, ob sie ihn schon wieder vergessen hatten. Er war nie wirklich irgendwo willkommen. Aber Colón trauerte nicht des Nichtbeachtens nach, es war nicht seine Art, sich in die Köpfe anderer Wölfe drängen zu wollen. Aber da gab es einen Wolf, hier, den er wieder sehen wollte. Einen schwarzen mächtigen Wolf, dessen Aura so schön und geheimnisvoll war. Der ein imposantes Auftreten hatte, Kühle und Leere verbreitete. Dieser Wolf hatte den Rüden in den Bann gezogen. Dem unterlegen war Colón nun folglich hier geblieben, hatte sich bedeckt gehalten.
Ein Heulen zog sich schneidend durch die Luft, darauf folgend noch ein Heulen, das die Botschaft enthielt, der Fremde solle zum Rudelplatz kommen.
Kein Problem, dachte sich der Braune, denn er wusste wo sich dieser Rudelplatz befinden sollte. Gemächlich sprang er auf, und trottete stolz in das Geäst hinein. Sein Körper passte wunderbar durch die kleinsten Engpässe der Bäume. Wie von alleine suchten sich seine Pfoten den Weg, oft war er diesen Pfad gegangen, immer wieder vor der Entscheidung sich bemerkbar zu machen. Aber nie war er bei diesem Entschluss geblieben. Immer hatte die Vorsicht gesiegt.
Vor ihm tauchte der Rudelplatz auf. Aber der Jungwolf marschierte nicht geradewegs vor die Pfoten der anderen. Er hielt inne. Beobachtete die Wölfe zwischen den Bäumen hindurch. Leise, ganz leise, schlich er sich heran, machte sich fast unsichtbar. Gebannt starrte er dort hin, wo nun auch der Fremde eingetroffen war.
Die graue Fähe schnippte leicht mit den Ohren. Sie hörte Eris mit dem anderen Wolf reden. Mit dem Rüden, der noch in ihre Hetzer Truppe gehörte. Sie seufzte, ließ die Ohren leicht hängen. Hanako war gerade etwas mehr mit ihrem Sohn beschäftigt und so drehte sich Kaede leicht in Eris Richtung, witterte kurz und tappte dann jedoch auf diese zu. Sie setzte ihre Pfoten bedächtig und vorsichtig, immer erst tastend ob nicht irgendetwas im Wege war. Sie spürte, dass sie den beiden nun schon sehr nahe war und meinte leise.
"Eris? Du klingst etwas müde! Meinst du, du schaffst die Jagd trotzdem?"
Kaede kannte Eris nicht besonders gut, und so konnte sie sich auch nicht wirklich ein Bild von ihr machen. Die Fähe blickte etwas verzweifelt. Je länger sie warteten, desto unsicherer wurde sie. Natürlich Banshee hatte noch viele Fremde herein rufen müssen, sie gab niemandem die Schuld, doch solche Situationen hasste die Graue. Alleine Jagen, das ging noch, da gefärdete sie nur sich, aber bei dieser Gruppenjagd die an sich ja was schönes war, konnte sie auch noch andere Wölfe gefährden. Nein konnte sie nicht nur, sondern tat sie. Sie schüttelte langsam den Kopf und blickte dann zu dem Wolf der in ihrer Gruppe war. Face Taihéiyo hieß er, wenn sie es richtig mitbekommen hatte.
"Sei gegrüßt Face Taihéiyo. So ist doch Ihr Name oder? Es freut mich, dass wir in einer Gruppe sind. Ich hoffe ihnen gefällt unsere kleine Rudeljagd und ihr werdet uns danach noch Gesellschaft leisten, zumindest ich würde mich freuen und so wie ich die anderen kenne, fänden auch sie es schön euch dabei zu haben, denn wer Jagd, hat auch ein Recht zu fressen und zu, feiern."
Wenn es dann etwas zu feiern gab und alles gut gehen sollte. Sie blinzelte, versuchte zu erkennen, wie der Rüde ihr gegenüber aussah, doch konnte sie dies nichtmeh erkennen. Das was sie noch sah, konnte sie schon gar nicht mehr sehen nennen. Eher mit einem Auge erahnen. Wieder schüttelte sie resigniert den Kopf. Ach ja sie hatte es schon schwer und Tyrael. Nein so weit wollte sie nicht jetzt denken. sie schloß die Augen und öfnete sie nach kurzer Zeit wieder. Klappte die Ohren leicht nach hinten und duckte sich ein wenig. Wartete auf weitere Anleitungen von Eris, die ihre Truppe schließlich anführen sollte. Eris tat ihr Leid. Dass ausgerechnet sie, Kaede erwischen musste. Sie seufzte wieder.
"Eris soll ich nicht lieber hier auf dem rudelplatz bleiben? Ich meine mit mir in der Gruppe . . . "
Sie duckte sich noch etwas mehr. Erwartete wie früher Rüge und Ärger. Sie wusste zwar, dass sie nicht in ihrem alten Rudel war, sondern in diesem Rudel. Sternenwind Rudel, welches sie freundlich aufgenommen hatte, in welchem sie aufgeblüht war und doch fühlte es sich anders an. als ob gerade alles rückwärts laufen würde. Angst überfiel die fähe. Panik erfasste sie und sie wusste weder ein noch aus. Machte sich nur klein und hoffte sie Jagd würde beginnen. Würde sie auf andere Gedanken bringen. Die Umgebung nahm sie nicht mehr war. Spürte nur noch ihre Bedenken, die in ihr alles überschwemmten. Wusste, dass alles vorbei war, wenn sie sich diesen Gefühlen hingeben würde, biss ihre Zähne aufeinander und schluckte einmal schwer. Blickte sich dann unsicher um und wartete. Versuchte zu vergessen. Das was sie schon so lange überwunden hatte. Gedacht hatte, dass sie es überwunden hatte.
Gelangweilt hatte der Schwarze sich auf den Hinterpfoten gesetzt, wartete, bis der ganze Rummel endlich sein Ende finden würde und die Jagd beginnen konnte. Aber die Botschaft eines Fremden hatte den Rudelplatz erreicht und Banshee suchte sich diesen hierher zu bitten.
Aber nicht nur der Weißgraue Rüde hatte sich auf dem besagten Rudelplatz eingefunden, mit ihm war noch ein anderer Wolf gekommen. Er hielt sich bedeckt, dennoch lag seine Witterung deutlich in der Luft. Acollon runzelte die Stirn und erhob sich langsam. Sein Blick huschte über den Rudelplatz, das Geschwätz der anderen war in den Hintergrund gestellt. Mit den Augenbrauen tief über die Stirn gelegt und mit einem kalten Blick schritt er vorwärts. Genau auf die Stelle zu, wo sich dieser fremde Wolf befand. Wer hatte denn so viel zu verbergen, dass er sich nicht zeigen konnte? War dieser Wolf entwahr im Begriff das Rudel auszuspionieren? Das wäre eher unwahrscheinlich, denn der Alpha hatte schon oft die Reviergrenzen markiert und eindeutig eine Warnung ausgesprochen. Und falls ein Wolf wirklich versuchte sich zu verheimlichen und die Drohung nicht ernst zu nehmen, so musste dieser entweder sehr dumm oder einfach nur leichtsinnig sein.
Um so verblüffter war Acollon, als er durch das Unterholz spähte und einen braunen nicht mehr ganz jungen Welpen erblickte. Eine betretende Pause trat ein. Der Schwarze war sich nicht sicher, aber es schien ihm gerade so, als kannte er diesen Jungwolf. Aber woher sollte er einen Welpen kennen, wenn er kaum seine eigenen Welpen kannte?
Die Kühle wischte die Erstaunung weg, und kehrte zurück in seine Augen und in jede Faser seines Gesichtes. Unglaublich direkt sah er dem Welpen in Augen, kein Zeichen von Beigeisterung oder Willkommenheißung, nicht mal eine Regung der Notiz die der Schwarze von dem Braunen machte. Die blauen Augen dieses Welpen waren so kalt, wie die Acollons. Erstaunlicherweise störte es den Hünen nicht. Eigentlich mochte er andere Autoritäten, oder solche die es versuchten zu sein, überhaupt nicht, doch zu diesen Welpen schien es zu passen. Er schaffte es sogar dabei nicht Überheblich oder Arrogant zu wirken, was so manchen anderen misslang.
“So so, wen haben wir denn da“,
schnarrte er kalt. Es war keine Frage gewesen, eher schon eine beantwortete Feststellung. Der Welpe hatte sich schon länger Aufenthalt in diesem Revier gesucht, er roch stark nach dem Ruß der Sternenwinde. Der eisige Wind zerzauste dem Schwarzen das Fell, fast gleichgültig sah auf den Jungwolf herab, nicht dominant, eher desinteressiert.
Ein schwarzer Wolf war auf den Braunen zugekommen, der schwarze Wolf. Imposant stand er vor ihm da, kühl und leicht herabblickend. Colón hatte Mühe sein Erstaunen zu unterdrücken, doch ein kühles Lächeln verriet nichts von dem, was in ihm vorging. Die Aura des Wolfes war gewaltig und faszinierend. Der Welpe fühlte sich stark an jemanden erinnert, aber an wen? Jemandem den er einst sehr vertraut war. Es war verflucht mit seinem Gedächtnis, dass immer wieder von Zeit zu Zeit verschwand, die Erinnerungen, die er sich geschworen hatte nie zu vergessen, verblassten immer mehr. Nicht einmal ein Schleier eines Lichtblicks erlaubte ihm in seiner Vergangenheit rumzuwühlen. So langsam wurde dieses Kurzzeitgedächtnis ein Fluch. Er konnte sich nicht lange an etwas erinnern, ihm war es nicht erlaubt in Vergangenen zu schwelgen, nachzudenken, sich im Kopf zurück zuziehen. Es war nicht einfach sich in eine Gruppe zu fügen, denn ihm war immer das Verhängnis zur Last gefallen, dass es sich manchmal die Namen der anderen nicht merken konnte.
Er widmete sich voll und ganz dem Hünen, der vor ihm stand. Diese eisige Kälte des Rüden war einfach wunderbar, genauso wollte Colón immer werden.
“Colón“,
schnarrte der Jungwolf in einem fast ebenso kalten und desinteressierten Ton, wie er gefragt wurde. Auch er sah ihm direkt in die Augen. Etwas fröstelte ihn, warum rief dieses Gesicht des Schwarzen soviel Trauer in ihm hoch. Eine Woge der Übelkeit überflutete ihn. Wer war dieser Wolf? Und was hatte er mit seiner Vergangenheit zu tun? Sollte er doch gefälligst jemandem anderen ähnlich sehen, aber nicht einem aus seiner Vergangenheit, die ihn irgendwie und ungewollt traurig machte. Der Braune drückte die Muskeln seiner Hinterbeine durch und stellte sich aufrechter ihn. Er legte die Lefzen in Falten und sah somit etwas wütend aus. Das Zucken in seiner rechten Pfoten begann wieder, eine nervige und lästige Angewohnheit, gegen die er nichts unternehmen konnte. Das Zucken trat immer dann auf, wenn ihn etwas störte, er sich vielleicht bald wieder an etwas erinnert würde, oder wenn er Ärger spürte. Und leider auch, wenn er unsicher war. Colón versuchte auch seine Vorderpfoten tief in den Waldboden zu vergraben, sodass dem Hünen seine Nervosität nicht auffallen würde. Vor diesem Wolf gab er sich mit Sicherheit nicht die Blöße. Denn dem Braunen erschien es als wichtig, diesem Wolf gegenüber keine Schwäche zu zeigen, er wollte nicht als Angsthase abgestempelt werden. Auch wenn er oft etwas über sich ergehen lassen musste, was ihn nervte oder ärgerte. Aber er war erstaunlich gut darin, Gefühle zu unterdrücken. Die blauen Augen funkelten leicht gefährlich zu dem Gegenüber. Entschlossen zog der Jungwolf die Pfoten aus dem matschigen und von dem Regenaufgeweichten Boden heraus, trat auf den Schwarzen zu. Ließ den Blick nicht von ihm weichen. Er bleib erst stehen, als er fast den Hals verrenken musste, um ihn die kalten Augen blicken zu können. Ein gewaltiger Unterschied war zwischen den beiden zu spüren. Beide waren sehr verschieden. Selbst die Kälte ihn ihren Augen sprachen zwei verschiedene Sprachen. Die Kälte des Hünen war keine Angst, Unsicherheit, keine Maske oder eine Fassade, es war eine ehrliche Kälte. Gar so, wie der eisige tote weiße Schnee. Die Kühle die von Colón ausging war eine weiche, vergängliche, traurige. Sie sprach von des ungewollten Vergessens.
“Wem darf ich die Ehre geben?",
fragte der Jungwolf interessiert, dennoch immer noch mit etwas gefährlichem in der Stimme.
Eris schaute verdutzt zu Kaede, die ihnen gerade vorsichtig entgegengekommen war. Was machte sie sich denn so nieder? Die Graue duckte sich so sonderbar und fest, als wolle sie am liebsten verschwinden.
"Hey, hey, hey, hey ... hey.",
wusste die Schwarze keine Worte zu finden, kam auf sie zu und strich sacht mit der Schnauze an ihrem Hals entlang. Sie sah besorgt in die grauen, trüben Augen Kaedes, die langsam das Licht für sich verloren. Darüber hatte Eris bisher nicht oft nachgedacht, die Vorstellung hatte sie immer traurig gemacht und irgendwie schien das nie so real. Sie und Kaede hatten ja auch selten etwas miteinander zu tun gehabt. Sie fuhr noch immer sanft durch ihr Fell und sah stumm zu Boden. Nach einer Weile löste sie sich vorsichtig von Kaede und nickte Hanako und ihrem Sprössling Hikaji zu. Eris richtete sich ungelenk auf und sah sie alle mit einem schiefen Lächeln an, räusperte sich.
"Also ... wir, ich, na, ich bin keine so tolle Anführerin, fühle mich dabei auch nicht besonders wohl, aber dann ist das ja eine super Übung für mich."
Innerlich seufzte sie verloren, das war alles nicht richtig so. Aber , kam ihr glücklich wieder in den Sinn, wo liegt eigentlich das Problem? Ich meine, es ist doch nicht so wild.
"Hey, ich denke, wir ergänzen uns ganz gut. Das ist keine Rudeljagd auf Leben und Tod, herrje. Sie dient nur dazu, dass wir uns besser kennenlernen, die Jungspunte sich erproben können und wir nebenbei noch etwas zu futtern bekommen. Also, ich bin nicht die Spürnase unter uns. Meinen Geruchssinn ... den blende ich irgendwie zu oft aus und ich glaube, ich bekomme eine Erkältung. Da kannst du meine Schwäche gut ausgleichen, Kaede. Und hier, Face",
sie trat neben ihn und verpasste ihm einen kleinen Hieb mit der Flanke.
"Der ist schnell. Hikaji bestimmt auch, junge Knochen, frische Energie, klarer Geist. Und ich bin auch ganz flink, ich muss mich halt nur konzentrieren. Hanako hat einen Haufen Welpen geboren, da steckt Kraft hinter. Ich finde, wir sind doch ganz passabel als Gruppe. Schluss mit meinem Gefasel, die Anderen sind doch nicht besser, versteht ihr?"
Die Antwort auf ihren Ruf kam schnell. Die flauschigen Ohren lauschten aufmerksam, dann nickte sie. Natürlich, zum Rudelplatz. Nur wo war der? Die klaren Augen huschten suchend umher, bevor sie ihre Nase in eine frische Windbrise steckte. Ah! Sie musste einfach in Richtung Norden laufen, völlig einfach, wenn das Norden war. Zahára hob kurz ihre Augenbrauenwölbungen, bevor sie mit den Schultern zuckte und einfach drauflos hüpfte. Die kleinen Pfotenballen hinterließen fast keine Spuren auf dem Waldboden, wie ein kleiner Geist schwebte die junge Fähe durch das Geäst, voller Lebensfreude und Erwartungen. 'Er' war hier...ja bestimmt. Ein freudiges Lächeln auf den Lefzen und mit aufmerksam gespitzten Ohren wurde sie schließlich langsamer als ihr Gefühl ihr sagte, dass sie fast da war. Und tatsächlich konnte sie schon ein paar Stimme hören...
Der weiße Körper schob sich schließlich aus einem Busch, und stand nun ziemlich verlassen und ratlos auf dem Rudelplatz.
.oO( Und jetzt?)
Die blauen Augen suchten nach jemandem der wie ein Alpha aussah, doch wie zum Teufel sollte sie einen Alpha erkennen? Hier und dort ein Wolf, das Rudel mussteziemlich groß sein, wie es schien. Und alle waren in einer 'Aufbruchsstimmung'. Ob heute wohl irgendetwas besonderes stattfinden sollte?
Die Weiße schaute den etwas wortkargen Laios fragend an - scheinbar sollte sie akzeptieren, dass er etwas ... nunja, desinteressiert war. Dabei war sie so offen gewesen ... erst jetzt wurde Ayala bewusst, dass dies eines der wenigen Male gewesen war, an welchen sie nicht als Erstes misstrauisch gegenüber einem Fremden gewesen war. Seltsam ...
Vielleicht lag es schlicht und einfach an ihrer verantwortungsvollen Aufgabe. Vielleicht aber auch daran, dass sie sich seltsam beschwingt fühlte, gefordert und irgendwie wichtig. Sie lächelte in sich hinein. Falk wäre stolz auf sie. Sie würde ihr Bestes geben, die Jagd konnte beginnen.
Ayala lächelte wieder den zum Wald hin blickenden Rüden an. Er war nicht wirklich unrfreundlich, auch hatte er geantwortet, aber er war so ... so ... anders irgendwie. Sie dachte daran, als er noch neben Neyla gesessen hatte, da war er ihr so anders erschienen. Wie schon so oft beschloss Ayala, dass sie ihm helfen wollte. Allerdings hatte sie auch nicht das Gefühl, er wolle wirklich ins Rudel einbezogen werden. Sicher konnte er das auch selbst regeln, falls er dies wollte. Nein, es schien einfach, als wolle er seine Ruhe.
Diese würde sie ihm erst einmal geben - vielleicht kam er ja ganz von selbst. Solange er seine ihm zugewiesenen Aufgaben übernehmen würde, hatte sie schließlich keinen Grund zur Sorge. Zu diesem Ergebnis gekommen, entdeckte sie, dass Leé näherkam. Offenbar hatte sie sich von Bastar lösen können und hatte Ayalas Wink verstanden.
Lächelnd begrüßte sie die Hinzugestoßene.
"Hallo Leé."
Sofort wurde ihr wieder bewusst, wie lange sie nicht mehr dieser Fähe nahe gewesen war. Gerade, als sie sich nach den vergangenen Wochen erkundigen wollte, meldete sich Laios zu Wort. Sie schenkte beiden ein Lächeln, sie waren vollzählig.
Wenn sich die Neuen nicht bald melden, werden sie per SL in das Rudel aufgenommen! (Warnung *grummel*)
Falk - Mitführer der Gruppe von Ayala
Simariel - Gruppe von Acollon
Falk von Scharfenberg hatte ruhig am Waldrand gesessen und sich zunächst in keinster Weise eingemischt. Die anderen liefen wild herum, er selbst würde zunächst warten, bis sich die Gruppe ein wenig gebildet hatten, er war längere Zeit weggewesen und würde nicht sofort wieder hineinplatzen. Begrüßend fing er einen Blick von Banshee auf, dann erhob er sich und trat langsam zu Ayala, zusammen mit ihr würde er die zweite Jagdgruppe leiten. Bei ihr befanden sich bereits Leé und Laios, ein weißer, ihm noch unbekannter Rüde.
Simariel hatte sich unsicher zurückgehalten, sie kannte kaum jemanden von diesem Rudel, sollte aber zu der Gruppe von Acollon. Mehrer Welpen wuselten um den schwarzen Rüden, mit Einem, den sie im Übrigen schon irgendwann mal gesehen hatte, unterhielt sich der Leitwolf gerade. Ansonsten hatte sich noch niemand bei ihm eingefunden, eine Ninniel Favéll sollte aber noch kommen. Ohne ein Kommentar begab sich die Weiße zu der wuselnden Gruppe und betrachtete die Welpen.
Banshee warf einen seltsamen Blick zu Acollon udn einem fremden kleinen Welpen. Sie wartete auf irgendein Zeichen, Geruch, Geräusch von den Fremden, die sie allesamt hier her eingeladen hatte, aber jetzt wurde ihre Aufmerksamkeit kurzzeitig abgelenkt. Ein grau-brauner Welpe, in dem Alter ihrer eigenen, also auch in diesem Frühling geboren, war aufgetaucht und sprach mit Acollon. Beide musterten sich kühl und einige Sekunden glaubte Banshee, dass dieser Welpe ebenfalls ein Sohn des Schwarzen sein musste. Er war ihm so ähnlich, nicht in seiner Fellfarbe oder seinem sonstigen Aussehen, aber in der Art, wie er redetet, wie er sich umsah, wie er sich bewegte. Das brennende Gefühl in der Brust unterdrückte sie schnell, das konnte nicht sein. Acollon war zwar fort gewesen, aber erst nach der Paarungszeit. Oder ... sie drehte den Kopf weg, jetzt war keine Zeit für solch eifersüchtigen Gedanken, sie war Leitwölfin und diese musste jetzt die Fremden herbringen. Und wie zur Bestätigung tauchte am Waldrand eine der Fremden auf, vom Geruch her vermutete Banshee Zahára Kitsumi. Sie schien etwas verloren, offensichtlich erkannte sie Banshee nicht. Die Weiße sah sich kurz in ihrer Gruppe um, machte Hidoi dann ein Zeichen, er solle keinen wegrennen lassen und trat aus dem Kreis der Wölfe heraus auf die andere Weiße zu.
"Willkommen Zahára Kitsumi. Ich bin Banshee, Leitwölfin dieses Rudels Danke, dass du so schnell gekommen bist. Wie du siehst, sind wir in Aufbruchsstimmung, wir werden in kurzer Zeit zur Jagd aufbrechen."
Sie zögerte kurz, auch wenn die Weiße noch fremd war, würde sie wohl mitjagen müssen, sie hier alleien lassen war undenkbar. Ihr Blick huschte hin und her in die Gruppe Acollons wäre vielleicht eine ganz gute Idee. Aber abwarten.
Stumm wartete die Schwarze auf eine Reaktion ihres Bruders. Er schein nicht zu reagieren auf ihre Worte. Leicht verzog sie das kleine Gesicht und wollte sich gerade abwenden, als Averic den Kopf drehte und die Fänge vor ihrem Gesicht krachen ließ. Kurz bevor sie das Geräusch von seinen Zähnen vernommen hatte, hatte sie schnell die Augen zugekniffen. Als sie dann das Geräusch vernommen hatte, öffnete sie langsam ein Auge, um zu sehen, was passiert war. Sie hatte keinen Schmerz gespürt, also hatte ihr Bruder wohl nicht zugebissen. Nun öffnete sie das andere Auge auch noch, und bemerkte erst jetzt, dass der Schwarze sich wieder von ihr abgewandt hatte. Mürrisch verzog sie erneut das Gesicht, warf ihrem Bruder noch einen raschen Blick zu und wandte sich dann ab, um zu ihrem Vater zu gehen. Doch dieser war verschwunden. Langsam legte sie den Kopf schief und sah sich um. Er stand ganz in der Nähe. Er stand in einem Busch und beobachtete etwas. Gab es dort etwas interessantes? Mit vorsichtigen aber schnellen Schritten eilte die junge Fähe dem Schwarzen nach. Nur wenige Augenblicke vergangen, bis sie bei ihm ankam. Vorsichtig kletterte sie unter seinen Beinen hindurch und musterte prüfend den braunen Welpen, der dort lag. Die dunklen Augen Kisha’s versuchten nach oben hin einen Blick zu ihrem Vater zu erhaschen, doch sie war dafür noch etwas zu klein. Sie konnte gerade mal sine Schnauze sehen. Langsam ging sie auf den fremden Welpen zu und ließ sich zwischen die Vorderläufe ihres Vater’s sinken. Immer noch musterte sie den Fremden, bis sie den Kopf leicht anhob und ihre Stimme erklang.
“ Papa, wer ist das?“
Eine kurze und klare Frage verließ die Kehle der Schwarzen. Und nun? Nun musste sie wohl oder übel warten bis ihr Vater ihr antwortete. Und dann würden sie vielleicht bald aufbrechen, zur großen Jagd.
Noch eine Weile lang musterte der Schwarze den Welpen vor ihm, der in gewisser Weise sein eigener sein könnte. Und wie passend, spürte er Banshees Blick im Nacken. Die seichte Kühle löste sich auf, etwas Launisches kroch Acollons Kehle hoch. Doch diese Wut wurde fast im selben Augenblick wieder schlagartig zu Nichte gemacht. Kisha war unter dem Schwarzen hervor gekrochen. Den Blick immer noch auf den Braunen gerichtet, strich er mit der Schnauze über das Fell seiner Tochter. Unbewusst genoss er die Zärtlichkeit, die er ohne weiteres Krampfen der Schwarzen schenkte. Die Frage seiner Kisha allerdings, stellte er hinten an und ging wieder auf Colón ein.
“Acollon, Alpharüde der Sternenwinde.“,
der Hüne hatte seinen Namen deutlich betont, die Auffälligkeit, dass die Namen der beiden sich ähnelten, schien dem Schwarzen nicht weiter zu interessieren. Der Rüde wusste genau, er hatte vor Banshees Zeit mit vielen Fähen gespielt gehabt, sie aber immer anschließend alle getötet. Also ein unehrlicher Sohn war ausgeschlossen.
Der schwarze Alpha rückte seine Vorderpfoten ein wenig enger zusammen, sodass er die Flanke der schwarzen Welpin berührte. Er bemerkte die Faszination die Colón ihm gegenüber hegte und sie versuchte nicht zu zeigen. Jedoch, wenn gleich andere Wölfe Acollon rechtherzlich wenig interessierte, hatte er eine unglaubliche Gabe Wölfe zu durchschauen oder zu wissen, wie sie sich fühlten, oder was sie störte. Eine gute Wolfskenntnis also. Provozierend; und damit die aufkeimende Ähnlichkeit der Beiden zu vernichten; strich er abermals über Kischas Kopf, ging sogar so weit, ihr ein Lächeln zu schenken.
“Das, meine Kleine, ist Colón. Ein Welpe der sich schon seit längerem in unserem Revier aufhält und es nicht für nötig gehalten hat, sich dem Rudel zu zeigen“,
der Vater hatte seine Tochter freundlich angeguckt beim Sprechen, etwas Ungewöhnliches, was Acollon nie zuvor getan hatte. Ohne weitere Schwierigkeiten gab der Vater seinem Kind ein Zeichen von Aufmerksamkeit und Zuneigung. Doch als er wieder zu dem braunen Colón hochsah, war der Blick wieder kühl geworden, das Lächeln war verblasst.
Ihn machte es unglaublich wütend, dass der Welpe eine leichte Ähnlichkeit mit ihm zu haben schien, dabei konnte er sich nicht mal erklären warum ihn das so nervte.
Im immer weiter aufpeitschenden Wind stellte der Alpharüde sein Nackenfell auf, es machte den Eindruck als wolle er dem Welpen gleich an die Kehle springen, aber es war weiterhin keine Regung in den Fasern Acollons Körper zu sehen.
“Wie dem auch sei“,
wischte der Schwarze die eben noch ausgesprochene Empörung weg,
“Nun hast Du es ja geschafft, den Weg zu uns zu finden. Deshalb heiße ich Dich im Namen der Sternenwinde Willkommen. Da wir gerade im Aufbruch einer großen Jagd sind, solltest Du mitkommen, es sei denn, Du wolltest Dich nur hübsch nett verabschieden…“
Damit war für Acollon die Konversation mit dem Braunen abgeschlossen. Er wusste genau, dass der Welpe hier bleiben wollte und es auch würde. Der Schwarze drehte sich um, stupste seine Tochter leicht an, damit sie mit ihm kam und schritt wieder zu den anderen zurück, die sich schon langsam in ihren Gruppen zusammen fanden.
Er setzte sich hin und wartete nun auch, dass sich die Mitglieder seiner Jagdgruppe zusammensuchen würden. Immerhin waren Kisha und ihr Vater schon einmal zu zweit.
Hanako betrachtete ihren Sohn eingehend, sie konnte ihm ansehen, dass er nicht zufrieden war, mit ihr zu gehen, es stimmte sie etwas traurig, dass er in ihr kein Vorbild sah, nur die einfache Mutter, die ihn nährte und die Stimmung lag deutlich in ihrem Blick, wenn sie den Kleinen ansah. So ähnlich er seinem Vater sah, er hatte einen anderen Charakter. Sie seufzte, Kaedes Stimme drang an ihr und die Frage nach dem Ort der Jagd richtete sich danach. Hanako hob den Kopf, lächelte müde zu Kaede und sah sich um. Dies war wirklich eine gute Frage, aber Hanako wusste es auch nicht. Nein, aber Eris würde sicherlich Bescheid wissen und außerdem waren sie die Hetzertruppe. Dies bestätigte Eris in ihren Worten auch noch mal. Sie würden hetzen, ob sie noch weiter an der Jagd beteiligt waren, würde sich zeigen, je nachdem, wie gut es voranging. Mit Eris hatte sie eine gute Gruppenleiterin, da war Hanako sich sicher und dies zeigte sie der schwarzen Fähe mit einem ehrlichen Lächeln.
Als Kaede plötzlich auf die Idee kam, sie sollte hier bleiben, blickte auch Hanako erschrocken zu ihrer Freundin.
„Kaede…du bist wichtig für diese Jagd, verdammt wichtig…“
Die weiße Fähe war etwas verwirrt und stupste Kaede sanft an. Der Schwarze Rüde, der teilhaben würde an alle dem kam Hanako noch etwas seltsam vor, dennoch schenkte sie ihm einen freundlichen Blick und sah wieder zu Eris, die auf die Worte hin von Kaede ebenso sehr schnell reagierte. Zwar sah die Schwarze etwas überrumpelt mit der Aufgabe aus, aber sie würde es schaffen und sah es genauso ein, dass Kaede ein wichtiger Teil der Jagd war. Der Blick, den Eris ihr und ihrem Sohn schenkte, schenkte Hanako ein Lächeln, sie waren doch alle irgendwie Eins.
Als Eris das Wort ergriff, drehten sich Hanakos Ohren etwas unruhig hin und her, aber ihre Augen strahlten und auf ihren Leftzen lag ein tiefes Lächeln. Wie recht Eris doch hatte und die Worte waren lieb gemeint. Hanako dankte ihr. Die Kraft, die sie als Hetzerin nun aufbringen würde, würde sie gerne zeigen. Sie hatte diese Kraft. Ihre Narbe in ihrem zarten Gesicht bestätigte dies noch mal.
„Ich finde, Eris hat Recht. Wir ergänzen uns super und niemand ist besser als der Andere. Wir sind ein Rudel, eine enge Gemeinschaft, die zusammen halten muss und außerdem müssen wir uns ergänzen, sonst können wir nicht funktionieren. Versteht ihr? Auch du Kaede bist wichtig, ebenso Face, mein Sohn ist wichtig, jeder hier ist wichtig.“
Hanako lächelte sanft ihre Freunde an.
Resignierend hatte die Schwarze den Kopf abgewandt. Irgendwas an der ganzen Situation missfiel ihr; und zwar gewaltig. Vermutlich war es der ganze Tumult und die Unordnung die ausgebrochen war. Sie hielt nicht viel von der Jagt, von dem ganzen Bild vor ihren Augen nicht viel. Unscheinbar wandte der Blick der meergrünen Augen sich zum Himmel. Sie wartete sehnlichst auf den Schnee. Zarte Eiskristalle. Oder... ein bescheidener Gedanke kroch durch jegliche Erinnerungen an Winter und all seine wundervollen Bildnisse. Gab es in diesem Tal so einen schönen Winter? Irgendwo inmitten der Tundra war sie vor einigen Jahren geboren worden. Seufzend ließ ihr Blick vom Himmel ab und lauschte der Geräuschkulisse um sich herum. Unsicher saß sie da, eigentlich nicht weit entfernt von Acollons Gruppe - oder zumindest den Bruchstücken davon, die es irgendwann mal werden sollte. Unschlüssig ob sie hingehen sollte, hatte sie abgewartet bis die Meinungsverschiedenheit zwischen Acollon, Averic und Kisha abgeebbt war. Sie verstand den Welpen, er wollte zu dem, an dem er scheinbar am meisten hing. Obwohl er für sein Verhalten getadelt worden war, hatte er bei Ni mehr Verständnis erhalten als sein Vater. Acollon verstand sie nicht und würde es nie tun; geschweigedenn tun wollen. Die meisten Wölfe hier wollte sie gar nicht genauer kennen lernen. Sie waren so... gehetzt und gedrängt von Regelungen der Zeit. Ni war zeitlos, geduldig und auf eine Weise verträumt. Oh ja, eine sehr facettenreiche Wölfin. Und auf die meisten Facetten war sie nun wirklich nicht stolz. Mit wachsender Abneigung erhob sie sich und legte die Ohren leicht an. Diese Stimmung missfiehl ihr einfach. Zu viel Trubel um alles; zu viel Chaos.
Sanft kroch eine Erinnerung in ihr hoch. Ein schwarzer Rüde, an den sie kurze Zeit ihr Herz hatte hängen wollen. Oft erschien er ihr in ihren Träumen und immer, immer wieder lauschte sie den gleichen Worten.
oO( Und von allen Rätseln die ich kenne, wirst du mir ewig das größte bleiben. Aber irgendwann finde ich Lösung dazu. Irgendwann... Wann sehen wir uns wieder?)
Sie sah sein Gesicht so klar vor Augen. Doch wischte sie es mit einem Blinzeln fort und riss den Kopf herum. Ein warmes Lächeln umspielte einen Herzschlag lang die schwarzen Lefzen. Sie erinnerte sich gern daran; es war die einzige Zeit von der sie sagen konnte nicht zu bereuen sie durchlebt zu haben. Dennoch lag ein wenig Spott in diesem Lächeln. Dieses Versprechen. 'Wieder sehen'. Ironie des Schicksals. Er hatte sie das erste Mal gefragt, wann sie sich wiedersehen würden und starb noch am gleichen Tag. Die Nacht war doch noch jung gewesen. Der Sternenhimmel über ihnen, eine Lilie thronend an ihrem linken Ohr. So hübsch hatte sie ausgesehen. Und als das blutrote Licht der jungen Morgensonne auf sie traf färbte sich die Lilie leicht rosa.
Ein lauter Knall eröffnete ihr den Blick für die Realität. Nein, ab diesem Punkt wollte sie das Denken wieder abschalten. Ihre schlanken Pfoten folgten einer unsichtbaren Spur zwischen den Wölfen hindurch. Averic kannte sie zumindest... nunja - sie kannte seinen Namen und wusste wie er aussah. Wirklich kennen konnte man es nicht nennen. Aber es war diese Art von 'kennen' wie sie auch die anderen kannte. Sie wusste ein paar Namen und konnte sie entsprechenden Gesichtern zuordnen. Aber dann... dann hörte es auch auf. Und dieses kennen bezog sich vielleicht auf eine Pfote voll Wölfen. Mehr nicht. Lächerlich; lächerlich wie dumm die Schwarze war. Hatte sie wirklich gelaubt hier sei es anders als sonst wo? Wie naiv war sie denn. In Averics Nähe erspähte sie Simariel, eine recht große, weiße Fähe. Ein leichtes Interesse flammte in ihren Augen auf. Lebewesen interessierten sie. Doch rasch wandte sie den Blick ab. Sie beruhigte ihre zerbrochene Seele mit zarten Gedanken von blühenden Blumen, von zarten Schneedecken. Traumatisiert verzog sie sich in ihre Traumwelt. Eine Welt aus Lügen. Lügen, die alles besser machten, die für immer hielten, die ihr ein Zuhause gaben, die ihr Herz erwärmten und alle Wunden streichelten.
Nein! Ihre Narben würden nicht heilen. Sie bluteten oft noch, rissen immer wieder auf und zerrissen ihr Herz von neuem, zurrten die Ketten um ihren Geist fester, zertraten ihre Seele nur noch mehr.
oO( Your blooded scars won't heal... but they'll grow. Day after day a little more, till you're prisionned on the ground... till you die)
Dieser Gedanke riss sie erneut in die Realität. Es war jetzt mit großer Sicherheit nicht die Zeit sich in eine falsche Welt zurückzuziehen, in der sie jedem außer sich den Einlass verwehrte. Vorsichtig näherte sie sich Simariel, blieb aber in gebührendem Respekt etwas entfernt. Einmal weil Averic noch da war und er recht stark war. Solche Autoritäten belästigte sie nicht gern mit ihrer nichterwähnenswerten Anwesenheit und ein zweitesmal war Simariel ihr sehr fremd; fremder noch als die anderen hier. Somit gebührte ihr ebenso einiger Abstand. Und außerdem war es Acollons Gruppe. Da sollte sie ohnehin aufpassen was sie tat. Nun, wenn sie schon was tun musste, wollte sie heute möglichst perfekt machen. Sie war doch bloß ein so zartes Mauerblümchen, unbeachtet und so weit im Schatten stehend, dass es welkte ohne je erblüht zu sein. Kleine Ni...[/COLOR]
Verdutzt und einen Dämpfer in seiner Kühle bekommend, folgte Colón dem Schwarzen, dessen Namen er sich gewiss merken würde. Sicher, sein Kurzzeitgedächtnis machte ihm nicht gerade die beste Grundlage dafür her, dennoch war es so prägend, und seinem nicht unähnlich. Eigentlich hatte der Braune sich fest einreden wollen, dass er dem Rüden nicht ähnlich sein konnte, schließlich war dieser Wolf mehr als nur ein gewöhnlicher Wandler. Er war hart, kalt und hatte Charisma, wenn gleich er irgendwie auch durchlässig und vergänglich wirkte. Aber was genau die passenden Worte für diesen Hünen waren, konnte der Welpe nicht sagen. Nichts traf besser als „Tod“, ja, dieses Wort war wohl die beste Beschreibung für den Alpharüden.
Colón war ihm gefolgt, hatte sich zu ihm gesellt, ließ sich nicht im Geringsten anmerken, dass er überhaupt anwesend war. Die anderen Wölfe schienen ihn nicht zu sehen, nicht zu beachten, ihm war es doch nur recht. Keine Namen die er sich merken musste. Keine Verwirrung, keine Erklärung, die er jemanden für sein Gedächtnis geben musste.
Mit leicht verengten Augen betrachtete er eine weiße Fähe, sie war im Gespräch mit anderen Wölfen. Von der Entfernung verstand er kein einziges Wort, sah nur die Bewegungen der Schnauzen, die Zuckungen der Lefzen. Und nun, wo er hier in Mitten irgendwelchen Wölfen saß, er sie nicht kannte, sie niemals gesehen hatte; oder es zumindest glaubte, denn er konnte sich nicht daran erinnern; überwältigte ihn ein Angstgefühl, eine Panik. Was wäre, wenn sie ihn irgendwann abstoßend finden könnten? So wie es alle Wölfen doch immer bei ihm taten.
Du bist so normal, wie der Schwarze. Kein großer Trost. Na gut, aber zumindest bist Du ein Wolf. Auch nicht ganz wahr. Ein Wolf mit einem schlechten Gedächtnis, der seltsames Blut in sich trägt. Das war schon passender. Der Braune war keineswegs ein normaler oder einfacher Wolf, die Gefühlswelt dieses Welpens schien mehr als nur den Kopf zu beherrschen. Oft rebellierte sein Körper, wenn seinem Geiste etwas nicht passte. Das lästige Pfotenzucken. Der große Erinnerungsschwund. Die Verwandlungen… ja, das war wohl mit Abstand das Schlimmste.
Mit einem langsamen Trott erhob sich der Welpe, schritt ein wenig von dem Schwarzen ab und setzte sich wieder. Was um aller Welt machte er hier eigentlich? Keiner würde ihn jemals wirklich beachten, wenn er nicht selbst zu den einzelnen Wölfen hin marschierte und sich vorstellte: Hallo. Ich bin Colón, schön Dich kennen zu lernen. Und wie heißt Du?
Bei diesen Gedanken entfuhr ihm ein lautes:
“Pah“
Erst als er begriffen hatte, dass dieser Laut aus seiner Schnauze gekommen war, wurde ihm bewusst, wie bescheuert er doch jetzt aussehen musste, was die anderen von ihm jetzt halten mussten. Gerade so, als ob er diesen Laut öfters mal ausstoßen würde, warf er sein Nackenfell in Form und sah sich um.
Verwirrt sah Face Taihéiyo zu der grauen Fähe auf, die sich scheinbar mit Problemen zu ihnen hinüber tastete und hob den Kopf langsam. Je näher die Wölfin kam umso besser konnte der Tiefschwarze erkennen wie trübe ihre Augen schimmerten. So etwas hatte er schon einmal gesehen, er erinnerte sich an diesen alten Kojoten... Vielleicht war sie ja blind? Aber er wollte sich gar nicht weiter mit diesen Gedanken befassen, was mit anderen Wölfen war ging ihn nun wirklich nichts an, es hatte ihn auch nicht zu interessieren. Sein Inneres zog sich zusammen als sie anfing zu sprechen, warum siezte diese Wölfin ihn? Und wieder schien das eine von der Sorte zu sein, die ihre Namen erst nach Ewigkeiten preis gaben. Und sie log, aber das konnte die Graue ja nicht wissen... Egal wie diese Jagd auch ausgehen mochte, er hätte weder das Recht zu fressen, noch zu feiern. Nein, niemals. Und wieder verwirrte ihn diese verdammte Naivität der Wölfe.
Eris fing wieder an zu sprechen, dazu hatte sie wohl genau so wie Alail ein gewisses Talent... Hätte sie ihn im lebenden Zustand so in die Flanke gestoßen, wäre der pechschwarze Rüde wahrscheinlich fürchterlich zusammen gezuckt. Er wollte nicht berührt werden, aber so war es bloß, wie als befände er sich in einer Glaskugel und von Außen pochte jemand an die Scheibe, er spürte es nicht, aber merkte es irgendwie doch.
Face wollte die Ohren zurück legen, doch wie sich sein Ohr zurück drehte wirkte es bloß seltsam, ausdruckslos einfach. Die schwarze Fähe sagte er seie schnell, obwohl sie ihn nie hatte rennen sehen, sich bloß auf seine nicht sehr aufschlussreiche Antwort verlassend. Nun kam auch noch eine weiße Wölfin hinzu, dessen Welpe bereits ungeduldig zum Wald gelaufen war. Warum redeten sie alle so?
.oO°(Ihr seid dumm... Verdammte Narren, was wisst ihr schon? Ihr redet von Dingen, die ihr nicht versteht, wie kann ich wichtig sein, obwohl ihr mich nicht kennt? Warum behauptet ihr Dinge von mir, ohne zu wissen, was für Fähigkeiten mein Eigen sind? Warum glaubt ihr ohne Misstrauen meinen kargen Worten? Vielleicht habe ich ja gelogen und bin ein lahmes Arschloch. Ihr seid so naiv, für mich gibt es nichts Wichtiges und genau so bin ich selbst nicht wichtig, nie wichtig gewesen, denn sonst hätte man nicht so mit mir gespielt. Ich habe keine Zukunft und keine Gegenwart. Ein ‚Etwas’ ohne Leben und ohne Tod, dessen Vergangenheit nicht erwähnenswert ist, ihr wisst gar nichts! Ihr seid blind und lebt in einer Traumwelt wo alles gut ist und jeder gleichberechtigt. Schaut euch doch mal richtig um!)
Wieder rotierte seine Seele, schrie und doch nicht allein. Eine weitere Macht trieb seine Gedanken an, machte seine Seele wütend und neben ihm hockte ein listig grinsender Junge mit Federschmuck im Haar. Dieses verdammte Kind! So seltsam es klang, Face sah in Cloud keinen Freund mehr, nicht mehr den, den er gekannt hatte – oh er fing an ihn abgrundtief zu hassen. Dieser Indianerjunge war nicht so, wie der tiefschwarze Rüde ihn in Erinnerung hatte. Der leblose Rüde sagte nichts, kein Wort und sah die Wölfe nur stumpf an, welch ein Glück das sie seine Gedanken nicht sehen konnten, vielleicht würden sie schreiend wegrennen. Sarkastischer Weise ‚freute’ es ihn sogar, dass sie in seinem Gesicht oder der Körperhaltung nichts erkennen würden, es war einfach unmöglich, egal wie laut er schreien würde. Waren hier alle Wölfe des Rudels vom Glück besessen?
Vielleicht überschlugen sich seine Gedanken zu sehr, vielleicht sah er es zu heftig... Aber verdammt, er kannte sowas halt nicht und hielt es nicht mehr länger aus! Wie gerne wäre er weggerannt und hätte sich vielleicht noch ein paar Mal umgebracht, aber es nützte nichts und der Schuldige saß hier neben ihm, ungesehen von den anderen Wölfen und grinste ihn so eiskalt an, wie es niemand sonst tun könnte...
Face Taihéiyo wandte den Blick ab, könnte er noch atmen, so würde es ihm wahrscheinlich nun große Not bereiten, er drehte durch...
Doch sein völlig leerer, tiefblauer Blick traf eine andere schwarze Wölfin in der Nähe jener riesigen weißen Wölfin, die anders war als sie alle hier. Die Schwarze schien nicht so froh und fröhlich wie die anderen, vom schwarzen Tod konnte man zwar auch nicht behaupten, dass er fröhlich war und doch... Nein, dass war etwas ganz anderes. Bei jedem hier etwas anderes und doch gehörten sie dazu – er nicht. Und sie wirkte auch irgendwie so, fremd was das Verhalten der Wölfe anging... Vielleicht bildete er sich das auch bloß ein und Face richtete seinen Blick – an Cloud vorbei blickend – wieder auf ‚seine’ Gruppe. Fast wollte er fragen, ob sie nun endlich fertig seien und es los gehen könnte, er wollte so schnell wie möglich wieder weg. Einfach nur Ruhe von diesem Gerede das jeder wichtig wäre, dass machte ihn fertig.
„Ihr kennt mich nicht...“
Ein kleines Flüstern, was vielleicht niemand gehört hatte – es sollte ihm egal sein. Es herrschte kein Ausdruck in der dunklen Stimme, nur... Kälte.
Verwirrt drehte die Fähe den Kopf. Hanako sowohl auch Eris meinten sie sei wichtig für die Jagd. Was konnte sie denn schon tun? Ihre Angst wuchs, was wenn sie unter die Tiere kam. Was wenn sie gegen irgend einen Wolf taumelte, dieser stürzte und zu Tode kam. So viele wirre Gedanken schossen Kaede durch den Kopf. Doch sie wollte mutig erscheinen. Ach wäre doch Tyrael bei ihr. Betrübt senkte sie den Kopf. Innerlich riefen leise Stimmen. Stimmen, welche sie verrückt machten. Ja genau das war sie. Eine verrückte unnütze Fähe. Als Tyrael da gewesen war, war alles anders gewesen. Er war für sie da gewesen. Hatte ihr geholfen. Sie ermuntert. doch wieder einmal war er von ihr gegangen. Dieses eine Mal war zu viel. sie hielt es nicht mehr aus. Ihr Herz schrie, lauter als sie es jemals gespürt hatte. Unter schmerzen zuckte sie zusammen. Wollte sie überhaupt jagen? Doch konnte sie die anderen wölfe im Stich lassen? Es war ihre Aufgabe dem rudel zu helfen. Sonst war sie es nciht würdig in diesem Rudel zu sein. Dies war ein Rudel, in dem jeder jedem half. Niemand wurde im Stich gelassen. Kaede brauchte Nahrung. Sie würde ansonsten verhungern. Doch wollte sie das nicht? Wollte sie nicht dieses schreckliche Leben hinter sich lassen? Sie schüttelte kurz den kopf, legte ihn schräg die Ohren dicht an den Kopf gepresst. an ihrer Haltung konnte man einiges Ablesen, jedoch niemand konnte ihre Gefühle erkennen. Man konnte sehen dass sie unsicher war, ja das schon aber mehr auch nicht. Kaede hatte gelernt Masken zu tragen. Noch immer schrie die Stimme in ihr. Nein es waren mehrere. Stimmen, die ihr leise Worte zuflüsterten. sie anschrien. Kaede merkte, dass sie es nicht mehr lange aushielt. Sie hatte gespürt was mit dem Schwarzen von sich gegangen war. Er fühlte sich nicht in diesem Rudel willkommen. Er wirkte abweisend. Sie hörte seine kaum hörbaren Worte. Nein sie kannten ihn nicht. Das stimmte, doch wollte Kaede ihn kennen lernen. Irgendwie erinnerte sie dieser Wolf an etwas. Doch sie spürte, dass er sie nicht kennen lernen wollte. Ganz sicher wäre er lieber weit weg von ihnen allen. Sie setzte sich langsam hin, hielt denKopf immer noch schräg, schlang die Rute eng um sich. Hob ihre eine Pfote. Gerade verheilt würden sie sicher wieder aufgehen. Bluten und ihre Spur hinterlassen. Sie mit schmerzen peinigen. Doch schmerzen war die Fähe gewöhnt. Seelische Schmerzen sowie körperliche. Und sie würde sie wie immer ignorieren. Es sollte ihr egal sein ihr Körper war und würde ein Krüppel bleiben. Sie wollte niemanden verletzen, ihr selbst war es jedoch egal was mit ihr geschah. Sie wusste, dass sie sich in etwas herein steigerte, konnte es jedoch nicht ändern. Es passierte einfach so.
Dunkelheit überkam sie. Andere Dunkelheit als sonst. Es war ihr als würden ihre Augen sich verändern. als ob es noch dunkler wurde. sie blinzelte, spürte wie Tränenflüssigkeit aus ihren Augen lief. Leckte diese weg und spürte ein wenig eiter. Das entzündete Auge war doch noch nicht verheilt. Entnervt schloss Kaede wieder die Augen. Blinzelte mit dem einen. Sah schemenhafte, verschwommene Umrisse. Ein leises Winseln kam aus ihrer Kehle. Sie fühlte sich so unwohl. Ihr Blick ging richtung boden, sanft tapte sie mit einer Pfote darauf. Spürte die Blätter und die feuchte Erde. Ein guter Boden für eien Jagd. doch sollte es langsam losgehen. sie konnte es nicht abwarten, die Angst steigerte sich. Sie sah es kommen irgend etwas würde passieren?
Verwirrt überlegte die Fähe. War sie einmal gerannt, nachdem sie nur noch so wenig sah? Nein war sie nicht. sie musste sich ganz auf ihren Instinkt verlassen, ihre Ohren offen halten und ihrem Geruchssinn folgen, wollte sie die anderen wölfe doch nicht verlieren.
Erschrocken sprang sie plötzlich auf. Schleuderte ihren Kopf herum, blickte Eris panisch an.
"Ich kann das nicht! Ich schaffe das nicht . . . "
Geflüstert hatte sie diese Worte, wollte doch niemanden beunruhigen.
"Kann es nicht endlich losgehen?"
Sie wollte nun nicht dastehen, von allen angestarrt werden. Und das schlimmste sie konnte nicht sehen, wenn die anderen sie anschauten. sie fühlte sich so beobachtet wie nie. Ihr Kopf bewegte sich hektisch umher. Schaute irgendwer? Dieses Verhalten kannte -Kaede zu gut von früher. Was sollte das hier? Hatte sie es nicht tief in sich vergraben? Hatte sie es nicht überwunden und vergessen?
"Alles wird gut, alles wird gut, keine Sorge wir schaffen das"
murmelte sie, war von ihren eigenen Worten jedoch nicht überzeugt. Was dachten die nun von ihr? Vor allem Eris, Face und Hanako, sowie ihr Sohn? Sie mussten sie doch für völlig abgedreht halten. Für verrückt . . . Sie wusste es . . . Es wurde ihr schon gesagt . . . ein psychisches Wrack . . . Eine verrückte, kranke und irre Wölfin war sie. Sie wusste es und wollte es dennoch nicht wahrhaben . . . Warum geschah das alles bloß? Wo war Hilfe?
Eris feuerte einen Haufen Blicke in jede Richtung ab. Einen erfreuten in Hanakos Richtung, einen mit zusammengekniffenen Augen zu Hikaji, der den straken Desinteressierten mimte, einen stummen, fragenden Blick zu Kaede, um die sie sich ein wenig Sorgen machte, sie macht sich runter, das ist nicht gut, überhaupt wird sich viel zu viel in diesem Rudel selbst runtergemacht , und mit skeptischem sah sie zu Face, der still in seinem Kopfkämmerchen zu stecken schien. Die Schwarze wiegte sich nachdenklich und leicht gereizt von einer zur anderen Seite. Sie sollten jetzt los, das war gerade wie in abgestandener Suppe zu schwimmen, im See, auf den schon zu lange die Sommersonne geschienen hatte und der längst keine Kühle mehr brachte. Sie hörte Face irgendetwas murmeln, er würde jetzt jedenfalls mitkommen und gute Arbeit leisten und aufblühen und basta.
"Hikaji, jetzt beweg deinen Hintern hierher oder willst du einfach so in den Wald marschieren, ohne Koordination mit den anderen Gruppen?! Und wo hetzt du die beute dann hin, ins Nichts, zu den unsichbaren Jägertrupps? Na toll!",
rief sie Hanakos Sprössling zu, es klang aber ziemlich milde, sogleich drehte sie sich aber trotzdem zu der Weißen um und sah sie entschuldigend an.
"Tut mir leid."
Dann trabte sie rasch zu Banshee und stellte sich neben sie, kaute beruhigend auf ihren Zähnen herum.
"Tut mir auch leid, dass ich dich jetzt störe. Viel Rudelzuwachs, mh? Jedefalls ... die werden ungeduldig, sollen wir vielleicht schon mal zu einem bestimmten Ort, die Lage abchecken oder so und über weiteres benachrichtigt ihr uns dann?",
fragte sie die Weiße, ließ den Blick kurz auf dem See ruhen und atmete tief die kalte Luft ein.
24.12.2009, 19:26
Ein kurzer Blick huschte zu dem Braunen, der sich zu ihm gesellt hatte. Doch der Schwarze ließ seine Augen auf Eris ruhen, dessen Gespräch er nur so am Rande mitbekam. Langsam erhob er sich und trat auf die Schwarze und seiner Gefährtin zu. Ein flüchtiges Lächeln huschte über seine Lefzen. Geduldig hörte er sich an, was die Gammawölfin zu sagen hatte, dann sprach er selbst:
“Ich stimme Eris zu, so allmählich sollten wir aufbrechen. Denn wer weiß?! Wenn wir noch ein paar Momente abwarten, haben wir bald mehr Mitglieder als wir zählen könnten“.
Abermals huschte ein flüchtiges Lächeln über seine Lefzen, diesmal aber etwas unsicher. Es war nicht zu übersehen, dass keiner seiner Jagdgruppe sich bei ihm eingefunden hatte. Was ihn aber nicht weiter wunderte oder störte.
Er sah kurz den Braunen an, den er fast als Bastard benennen wollte.
“Der braune Welpe, dessen Name Colón sei, nehme ich in meine Gruppe. Zumindest haben sich immerhin schon zwei meiner Gruppe zusammengefunden“,
er rieb seinen Kopf kurz an den von Banshee, dann viel sein Blick plötzlich auf eine schwarze Wölfin, mit der zuvor kein Wort gewechselt hatte, aber sie vom Namen her kennen sollte. Und trat auf Ninniach zu, sah sie ruhig an. Immer noch mit erhobenen Nackenfell, aufgestellt gegen den Wind.
Erst als er vor ihr stand uns sie eine Weile betrachtet hatte, mit einer genüsslichen und recht leichten Kühle sprach er zu ihr:
“Ninniach, richtig?“,
ohne eine Antwort abwartet fuhr er fort:
“Stell Dich bitte etwas näher an die anderen Wölfe unserer Gruppe. Wir wollten auch bald aufbrechen, bis dahin wäre ein wenig Ruhe und Ordnung nicht schlecht“,
es schien ihm nicht wirklich gefallen, an Ordnung und Ruhe zu denken, er mochte das Chaos, er mochte Durcheinander, was immer etwas damit zu tun hatte, dass er meist der Drahtzieher der ganzen Orgie war. Mit einem durchdringenden Blick schob er die Fähe förmlich vor sich her.
Gelangweilt hatte Averic den Blick irgendwann abgewandt, seine Schwester war zu ihrem Vater geflüchtet und begutachtete genau so wie der einen Neuankömmling. Desinteressiert hörte der pechschwarze Jungwolf nicht einmal zu, was sie dort erzählten, bestimmt wieder nur so einer, der sich bei Acollon einschleimen wollte. Kühl ließ er seinen Blick schweifen, über die anderen Wölfe und Mitglieder. Seltsam das sich so viele Neue auf einmal dazu gesellt hatten. Seine Rute war immer noch gestrafft nach oben gerichtet, er wollte damit bloß zeigen, dass es niemand wagen sollte den jungen Wolf in Frage zu stellen, er war längst kein kleiner Welpe mehr, den man herum schubsen konnte. Von seinen Geschwistern war er trotz des schlanken Körperbaus noch der Kräftigste und Größte. Seine zwei Brüder kamen viel mehr nach seiner Mutter, Cylin war so verträumt und konnte keiner Fliege was zuleide tun, Hiryoga wäre viel zu ängstlich dazu. So hatte er schnell klar machen können, wer der ‚Boss’ unter den Welpen war und das ohne sich dafür auf welpische Raufereien einzulassen. Averic sah es einfach als seine Pflicht an seine Geschwister zu beschützen und vor allem den kleinen Träumer. Es war einfach nur idiotisch, dass man sie getrennt hatte und wenn sie hier noch weiter rumsitzen würden, dann ginge er bald wahrscheinlich einfach wieder zu Cylin zurück.
Mit einem halben Ohr vernahm Averic die Worte seines Vaters, seufzte gelangweilt. Witze reißen war nicht gerade Acollons Stärke. Mit einer raschen, flüssigen Bewegung stand der pechschwarze Jungrüde wieder auf allen Vieren und trabte mit geducktem Kopf Richtung seines Vaters. Doch seine gesenkte Haltung sollte in keinem Fall Unterwürfigkeit darstellen, um Gottes Willen. Niemals würde es jemand auch nur annähernd schaffen ihn in eine solche Position zu bringen. Sein Blick war kühl, fast schon listig und doch lag viel Stolz und unantastbare Würde darin. Nichts welpisches. Rein gar nichts.
Das graugemalte Sichtfeld wanderte zu der Fähe unten am Felsen hinunter, die sein Vater nun ansprach. Ninniach, genau. War sie nicht die Fähe gewesen, bei der sein Bruder mal gewesen war um mit ihr ein bisschen zu reden? Er war auch dabei gewesen, viel hatte die Schwarze mit den grünlichen Augen nicht gesagt, aber das hatte Averic nicht gestört, im Gegenteil. Er mochte es nicht, wenn gleich alles munter drauf los plapperte und einem die ganze Lebensgeschichte in die Pfoten schob. Die sollte man schön für sich behalten, andere ging sie auch nichts an. Da vertraute er auch auf seinen Bruder, der von selbst immer auf ganz außergewöhnliche Persönlichkeiten zuging, als ob der Kleine das spüren könnte. Wer war überhaupt alles in seiner Gruppe? Kisha, dieser braune Welpe, welcher auch noch einen ähnlichen Namen wie Acollon trug – was ihn nur noch mehr von seiner Einschleimerei überzeugte – halt die schwarze Wölfin, er selbst... Noch wer?
Mit aufgestellten Ohren lauschte die Schwarze den Worten ihres Vaters. Sie spürte die zärtliche Geste auf ihrem Kopf, was sie diesen leicht heben ließ. Die kleine Rute wedelte leicht hin und her, wirbelte etwas Staub auf. Dann wandte sie sich wieder dem Braunen zu. Er war fremd, sie kannte nur seinen Namen. Wie war es wohl, fremd in einem Rudel zu sein? Was tat man in so einer Situation? Man konnte doch wegrennen, oder nicht? Die dunklen Augen musterten den Welpen, der ihr gegenüberlag, bis dieser sich erhob und davon ging. Gerade als sie sich an ihren Vater wenden wollte, bemerkte sie, dass dieser ebenfalls gegangen war. Etwas verwirrt zuckten die kleinen Ohren im sachten Wind. Was nun, hinterherlaufen, oder hier warten? Ohne lange nachzudenken sprang die Schwarze mit einem Satz auf ihre Läufe und trabte so schnell sie konnte zu Acollon, der mit dem Braunen bei Banshee und den anderen stand. Bei jedem Schritt schnippten die Ohren zurück, Kisha schien fast mit ihnen zu spielen. Sie wollte Averic, ihren Bruder der ebenfalls auf dem Weg zu ihrem Vater war, im laufen überholen, doch sie war dazu etwas zu langsam. Kurz nachdem der Schwarze sich bei seinen Eltern eingefunden hatte, traf auch die kleine Schwarze ein. Der Blick ihres Bruders schien immer noch das Gleiche zu sagen, wie vor kurzer Zeit auch noch. Gar nichts. Etwas prüfend stellte sie sich vor ihn und berührte fast mit ihrer Nase die von Averic. Leicht legte sie den Kopf schief und schaute dem Schwarzen genau in die Augen.
„Worüber denkst du nach, Brüderchen? Bist du immer noch sauer? Willst du immer noch zu Cylin? Oder doch nicht mehr? Na sag schon, großer Bruder!“
Spontan verließen diese Fragen die Kehle Kisha’s. Langsam ließ sie sich auf die Hinterläufe sinken, um ihren Bruder weiter mustern zu können. Kurz wandte sie den Blick der dunklen Augen zu Banshee, kurz darauf jedoch wieder zu dem Schwarzen, der ihr gegenüberstand. Ihre Augen weiteten sich, als sie etwas goldenes an Averic’s Schulter erblickte. Misstrauisch stupste sie genau diese Stelle an der Schulter an, doch das goldene Ding blieb genau da, wo es schon immer war. Nun etwas unruhiger wandte sie sich Banshee zu.
“ Mama? Ich glaube Averic ist krank, der hat da so was komisches… Aber du hast da ja auch was!“
Mit weit aufgerissenen Augen sprang die Schwarze auf und musterte das glänzende Ding an der Schulter ihrer Mutter. Sie wagte es nicht, den Blick zu den anderen zu wenden. Waren hier den alle krank? Oder doch nur ihre Mutter und ihr Bruder? Oder doch vielleicht sie selbst?
Die klaren Augen der jungen Fähe zuckten aufgeregt hin und her, versuchten all die Informationen die nun auf sie einströmten zu verarbeiten. Und irgendwie erfreute diese Situation sie. Weßhalb, da war sie sich nicht sicher, doch es ging fröhlich zu, und das mochte Zahára. Kein düsteres Rudel mit langen Trauermienen, die stumm in einer Ecke saßen und schmollten. Nein... hier war etwas los. 'Er' würde es bestimmt auch toll finden, 'er' könnte hier sein. Hier wäre ein schöner Platz für 'ihn'. Vielleicht war er tatsächlich hier? Mit einem Lächeln auf den Lefzen, ging sie einen Schritt vor, als eine weiße Wölfin, anscheinend die Alpha hervortrat. Mit leicht schief gelegtem Kopf und gespitzten Ohren lauschte sie den Worten, Eine Jagd? Ach deßhalb waren alle hier so aufgeregt. Das erklärte vieles. Die Augen der Fähe huschten kurz umher, bevor sie sich wieder der weißen Alpha zuwandten.
"Eine Jagd also...komme ich ungelegen? Ich möchten lieber nicht stören..."
Eine Stimme die an die Weiße vor ihr gerichtet war ließ sie an ihr vorbeiblicken. Eine schwarze Welpin, hatte ihr Wort an die Weiße gewandt und sie mit 'Mama' betitelt. Also hatte sie Welpen. Schön. Welpen waren schön, man konnte so schöne Sachen mit ihnen spielen... Man sollte meinen, dass eine 1 1/2 Jährige Fähe langsam erwachsen werden müsste, doch nicht Zahára. Nein, sie war so naiv und verspielt wie eine 3 Monate alte Welpin. Und das freute sie. Warum den Spaß am Leben verlieren wenn man älter wurde?
Schritt für Schritt setzte der grauweiße Rüde eine vor die andere Pfote. Manchmal machte er im Laufen einen kleinen Hüpfer, um einem Blatt nach zuspringen, welches vom Wind herum gewirbelt wurde, oder er hielt inne, um sich in den bereits zu Boden gefallenen Blättern zu wälzen. Alles in allem glich seine Wanderung eher einem Spiel, von dem der junge Wolf nicht genug zu bekommen schien. Er hatte wirklich Spaß an all dem, auch wenn er eigentlich aus dem Welpenalter so langsam einmal draußen sein sollte. Es war seine Art mit der Welt und dem Leben klar zu kommen. An diesem Herbsttag beendete er sein Spiel abrupt, als ihm der Wind den Geruch von Wölfen zutrug. Es waren einige Wölfe, bestimmt ein Rudel. Die Luft war erfüllt von den verschiedensten Düften. Die Rute von Shit begann hin und her zu pendeln, erst langsam, dann immer schneller. Freude breitete sich in ihm aus und doch mischten sich auch Gefühle der Angst mit unter diesen Zustand von Glück. Zurückweisung. Nichts hasste er mehr und doch hatte er bisher noch nie etwas anderes erfahren. Liebe? Was war das schon. Ein Wort. Ein Wort das eigentlich ein schönes Gefühl beschrieb. Shit kannte es nicht so wirklich. Mögen vielleicht, aber lieben? Niemals hatte ihn jemand geliebt. Seine Familie war aber auch nicht ganz normal gewesen, so schob er es auf sie, die ihn nicht haben wollten. Leider hatte ihn auch jeder andere Wolf, dem er begegnet war, nicht bei sich haben wollen. Shit war ein steh-auf-Männchen, wenn man so wollte. Ihn scherte das alles herzlich wenig. Er lebte und er liebte es.
Lange brauchte er nicht mehr weiter zu wandern, bis er die Markierungen fand, die das Revier kennzeichneten. Den Regeln eines Rudels waren irgendwo in seinem Unterbewusstsein vorhanden. Vermutlich kannte er sie auch genau, nur er hielt sich nicht wirklich daran. Meistens. Heute wollte er allerdings nichts riskieren und entschied sich somit, ein Heulen ertönen zulassen, welches seine Anwesenheit ankündigte. Er war hier und überließ es der Rudelführung, was sie dazu zusagen hatten.
Der Kopf Kaedes pendelte nun wieder leicht in die Richtung von Eris, welche sich nicht wirklich äußerte, sondern nur dem Sohn Hanakos etwas zurief und dann selber zu Banshee lief. Kaede konnte nicht genau verstehen, was sie sagte, sah jedoch eine fremde Fähe bei Banshee stehen und wie auf ein Kommando ertönte ein weiteres Heulen. Ein heulen, welches einen fremden Wolf ankündigte. Entnervt senkte Kaede den Kopf wieder. Es war doch immer schön Rudelzuwachs zu bekommen, jedoch nicht in solchen momenten. Sie wollte los, wollte die Jagd beginnen und es machte sie tierischverrückt so lange zu warten. Beschämt über ihr vorheriges Handeln senkte sie den Kopf. Atmete hörbar ein und versuchte sich zu beruhigen. Ja sie machte sie fertig, das wusste sie, doch konnte sie nicht anders. Die Ohren unverändert an den Kopf gelegt blickte sie wieder zu Banshee. Die arme hatte eine menge zu tun, sie musste die Jagd regeln und dann kamen auch noch alle Naselang Fremde hinzu welche um einlass baten, oder gar nicht erst erschienen, sondern irgendwo umherstreiften. Kaede konnte sich selbst unmöglich in einer solchen Situation vorstellen. Sie wäre vor Hektik einfach umgefallen, wäre nie wieder aufgestanden. Schon so war es der Fähe ja zuviel. Banshee musste wirklich starke Nerven haben und genau das war es was Kaede schon immer an ihr bewundert hatte. Sie hoffte, dass der neue Fremde schnell zu ihnen stoßen würde, sodass sie schnell anfangen konnten, doch unterdrückte sie ihr heulen, welches nur Banshee zustand. Sie selber hatte kein Recht und es wär falsch, wenn sie es tat, doch oft tat sie unüberlegte Dinge, doch diesesmal sollte es nicht so sein.
Ein gezwungenes lächeln in Faces Richtung lenkte sie davon ab und sie wartete still ab.
Banshee stimmte Eris zu, es wurde wirklich Zeit, sie und die Gruppe von Ayala und Falk sollten bereits aufbrechen, solange sie und Acollon hier noch etwas zu reglen hatten. Sie gab ihr genauere Anweisungen, wo im Osten die Herde sein musste, bat sie, Fährten zu legen, damit die Gruppe von Acollon später der Fährte von Ayalas Gruppe und Banshee der von Eris' folgen könnte. Soltle es Probleme oder ähnliches geben würdne sie sich auf die übliche Methode verständigen können. Sie bat Eris Ayala und Falk alles zu sagen und sie dann mitzunehmen.
Banshee schenkte ihrem Gefährten, der neben Eris ebenfalls plötzlich aufgetaucht war. Die Gruppen, die sich am Anfang so schön zu bilden begonnen hatten, waren schon wieder dabei sich aufzulösen. Ihr Ohr zuckte leicht nach hinten, erwiderte zwar den sanften Druck Acollons, zeigte ihm gleichzeitig aber, dass es Zeit war seine Gruppe ganz zu finden, damit sie möglichst bald aufbrechen konnten. Fast ein wenig entnervt glitt ihr Blick zu ihren beiden Welpen die ihrem Vater brav hinterher gedackelt waren. Abgesehen von diesem Cólon, zu dem sie nur leicht nickte und sich auch sonst jedes Kommentar zu Acollons Worten ersparte, waren auch noch Averic und Kisha aufgetaucht. Und beide schienen irgendein Problem zu haben. Averic schien auf eine seltsame Art und Weise äußerst missmutig gelaunt zu sein und Kisha war ... erschrocken. Banshee wandte sich leicht von der Fremden ab und sah erst auf Averic, die Stelle, an die Kisha gestupst hatte, sah aus wie jede andere. Und dann sollte auch noch etwas an ihr sein? Ihr Blick glitt rasch über ihren eigenen Körper, weißes Fell wie immer, an einigen Stellen nicht ganz so weiß aber doch war nichts auffälliges zu sehen. Was um Himmels Willen war mit Kisha los? Banshee machte sich ein wenig Sorgen, gleichzeitig war ihre Tochter mittlerweile 8 Monate alt und ebenso wollte Banshee sie auch nicht mehr umsorgen.
"Beruhige dich Kisha, da ist doch gar nichts."
Sie stupste sie noch sachte an, drehte sich dann aber wieder zu Zahára Kitsumi, nicht ohne Acollon einen inständig bittenden Blick zuzuwerfen, der ihn anflehte, sich um seine Tochter zu kümmern. Nicht nur, dass Banshee noch mit der Weißen reden musste, ein weiterer Fremder hatte soeben geheult. Ohne irgendeine Gefühlsregung in Hinsicht auf die Tatsache, dass das nun der vierte war, zuzulassen, hob sie die Schnauze zum Himmel und heulte, ein wenig tiefer als zuvor, aber freundlich wie immer.
"Fremder, tretet ein und kommt zu uns an den See zum Rudelplatz."
Über ihre Unvorsichtigkeit machte sie sich keine Gedanken mehr, zudem jetzt, da Acollon neben ihr stand. Viel mehr wandte sie sich endlich Zahára Kitsumi zu, ein entschuldigendes Lächeln auf den Lefzen, aber die Fähe würde sicher verstehen, Welpen, auch wenn sie schon älter waren, blieben anstregend.
"Nein, nein, da ich annehme, dass du gekommen bist, da du hier ein wenig verweilen willst, sehe ich diese Jagd als eine Chance."
Ihre Rute pendelte leicht hin und her während sie Zahára aufmerksam betrachtete. Sie schien die Welpen zu mögen, jedenfalls war soetwas wie Freude in ihrem Blick, als sie auf Kisha sah. Offensichtlich schien sie es ebenfalls eher für einen Scherz als ein ernsthaftes Sehen zu halten.
Shit hob den Kopf plötzlich und spitzte die Ohren. Er durfte also eintreten. Außerdem wieß man ihn an, zum See und zum Rudelplatz zu kommen.
oO(Schnell finden.)
Er nickte bei seinen Gedanken und rannte los. Natürlich hätte er sich Zeit lassen können, doch wieso, sollte er sie verschwenden? Abgesehen davon war das schnelle Laufen doch etwas absolut herrliches. Er flog geradezu durch den Wald, nur selten berührten mehr als eine seiner Pfoten den Boden. Er stürmte direkt auf den See zu. Shit gab sich alle Mühe, bei seinem Tempo auch noch Witterung aufzunehmen. Er stürmte eine Weile dahin, bis er sein Ziel erreicht zu haben glaubte. Vor ihm breitete sich eine Lichtung aus. Außerdem konnte er Wölfe erkennen. Vielleicht hätte er die Geschwindigkeit etwas früher zügeln sollen, doch darüber hatte er nicht nachgedacht. Jetzt jedenfalls legte er eine ungekonnte Bremsung hin, die ihn beinahe von den Pfoten gerissen hätte.
"Shit ist hier!"
Er setzte ein breites Grinsen auf und wedelte mit der aufgestellten Rute so unschuldig, das man ihm - so hoffte er - seinen Auftritt verzeihen würde.
Zusehens wurde der Schwarze genervt, nicht, weil alles etwas bruchhaft voranging, nein, es war eher die Tatsache, dass allen Wölfen plötzlich einfiel, dass sie unbedingt jetzt ins Rudel aufgenommen werden wollten, unbedingt jetzt, wo die Jagd beginnen würde.
Nachdenklich schob er Kisha zu sich heran, sah sie nicht ganz so aufmerksam oder freundlich an. Seine Ohren schnippten etwas missbilligend, was nicht seiner Tochter galt. Eher seiner Missgunst des Aufkommens immer neuer Wölfe. Wieder schweifte sein Blick über Banshee.
Und anschließend sah er seinen Sohn an, nicht desinteressiert, aber auch nicht interessiert, sah ihn nicht freundlich, aber auch nicht unfreundlich an. Es war ein leerer undefinierter Blick, der nicht versuchte den Welpen zu verstehen, nicht nachzuvollziehen, was in ihm vorging. Immer noch war er ein Welpe, und die Tatsache, dass er sich trotz seines Alters gewaltig viel herausnahm, machte Acollon etwas grummelig. Er hätte jeden anderen Welpen in die Schranken gewiesen, jedem anderen das Fürchten gelehrt. Averic allerdings ließ er so, wie er war. Der schwarze Welpe musste selbst auf die Schnauze fliegen, um zu erkennen, dass seine Eltern, das Rudel und seine Geschwister ihm nichts Böses wollten. Eigentlich kam dem Alpharüden das Benehmen des Welpen verwöhnt und sogar etwas arrogant vor. Doch des Weiteren würde er sich nicht darum kümmern. Er wollte ihn nicht erziehen. Averic hatte eindeutig und unmissverständlich klar gemacht, dass er nichts von Elterlicher Erziehung und Maßnahmen wissen wollte. So würde der Schwarze auch handeln. Seinen Sohn wie jeden anderen unbedeutenden Wolf behandeln. Keine Frage, Acollon würde seinen Sohn beschützen, falls der kleine Hüne erkennen würde, dass er trotz seiner Kühle und seines Willens verletzlich ist.
“Kisha“,
sagte er leer und sah seine Tochter an. Sein Blick hatte, größtenteils zwar Leere, etwas Fragendes. Das Nackenfell immer noch gegen die eisigen Winde aufgestellt, zitterte leicht im Wind. Der Körper des Hünen straffte sich. Seine Aufmerksamkeit glitt für einen kurzen Moment davon, etwas störte ihn, eine Vorahnung. So rasant und beißend, Schmerz und Chaos zu sehen.
Doch so rasch wie diese Vorahnung gekommen war, verschwand sie auch. Der Rüde schüttelte den Kopf leicht und ließ seine Schulterblätter aneinander knacken. Das war kein Einschüchterungsversuch. Eher eine lästige Gewohnheit.
Averic hatte sich bei seinen Eltern auf die Hinterläufe sinken lassen, mehr in der Nähe Banshees als Acollons. Suchend haschten seine tiefblauen Augen wieder nach Cylin, der war doch in der Gruppe seiner Mutter, also musste er ganz in der Nähe sein. Als er sich grade erhob, stand plötzlich wieder seine Schwester vor ihm und laberte den jungen Rüden zu. Ohne zu Wort zu kommen zog der Pechschwarze eine Augenbraue hoch und verfolgte die Bewegungen Kisha’s. Als sie plötzlich, wie unter Hirnverlust, anfing seine Schulter anzustupsen legte er irritiert ein Ohr zurück.
„Sag mal, hast du irgendwelche Krämpfe?“
fragte er in einem verwirrten, aber nicht großartig kühlem Ton. Als die Schwarze schließlich zu seiner Mutter hüpfte, schnaubte er noch einmal irritiert und schüttelte den Kopf. Resignierend ließ er sich wieder auf die Hinterläufe sinken, er hatte keine Lust mehr auf dieses Durcheinander, aber bitte konnte es nicht endlich losgehen? Auch wenn seine Eltern vielleicht zu blöd waren um das zu kapieren, er wollte nun einmal immer in Cylin’s Nähe sein. Ohne ihn fühlte sich der hochgewachsene Welpe immer so anders, so komplett gefühlskalt. Manchmal verließen Worte seine Kehle, über die er sich im Nachhinein wunderte, oder er tat etwas, was er selbst gar nicht kontrolliert hatte. Natürlich, er war nicht wie seine Geschwister ein kuschelbedürftiges, teilweise nervendes Fellbündel, nie gewesen, aber kaltherzig war er deshalb nicht. Er ordnete dies nur wieder auf die andere Stimme zu, die vor einem Monat mit ihm gesprochen hatte.
.oO°(Averic, du bist besessen!)
So oft dachte er darüber nach. Je näher er seinem Vater war um so weiter geriet es in Vergessenheit, dafür fühlte er sich kalt und unberechenbar. Bei seine Bruder war er einfach nur... Averic. Der Averic, welcher sich selbst in einen Teufelskreis geritten hatte. Je distanzierter sich seine Eltern ihm gegenüber verhielten umso stärker wurde der Drang in ihm sich selbst zu beweisen, allen zu zeigen, dass er niemanden brauchte. Niemanden außer Cylin. So erwiderte er den leeren Blick Acollons bloß ausdruckslos, war sein Vater wirklich zu naiv um zu sehen, dass er in einen Spiegel schaute? Der Pechschwarze kannte die Gedanken seines Vaters nicht, wollte sie auch gar nicht kennen, sie interessierten ihn nicht. Aber all zu viel schien er von seinem Sohn nicht zu halten. Das Averic unglaublich viel von seinem Vater hatte, wenn nicht sogar alles, schien er nicht zu verstehen. Narr. Eigentlich hatte er Acollon mal als eine Art Vorbild angesehen, hatte damals sehnsüchtig auf seine Rückkehr gewartet und nun war es doch so vollkommen anders. Averic hatte seinen Vater stärker in Erinnerung und nicht so selbstsüchtig und Arrogant. Er sah in Acollon nicht wirklich mehr eine Respektsperson, keinen den man väterlich um Rat fragen konnte, oder wollte. Ja, er war enttäuscht von ihm. Das einzige was der junge Wolf wollte, war nicht wie ein Welpe behandelt zu werden, den man nicht für voll nahm. Das war der größte Fehler von ihnen allen. Er war der große Bruder, auch wenn er biologisch nicht der Älteste war. Und er wollte auf seine Geschwister aufpassen, aber wenn man ihn nicht ließ... Averic machte sich ausgrenzend nur immer klarer, dass er niemanden brauchte, keinen Erwachsenen. Er war stark genug um das selbst zu schaffen, wenn sie ihm nicht helfen wollten, bitte. Mit ihren lächerlichen Erziehungsmethoden erreichten sie bloß das Gegenteil.
Seine saphirblauen Augen hatten viel Gesprochen, während dieser Gedanken. Ob Acollon in der Lage war zuzuhören wusste Averic nicht, es war ihm auch egal. Leer wandte der Pechschwarze seinen Blick schließlich vom Vater ab und drehte den Kopf zu Kisha. Wie dieses hyperaktive Fellknäuel sich wohl bei der Jagd anstellen würde? Auch wenn es oft so wirkte, als sei Averic vor allem von ihr genervt, so hegte er trotzdem diesen Beschützerinstinkt für alle seine Geschwister. Naja, vor allem für Cylin.
Missmutig hatte der Graue seine Augen geschlossen. Er hätte am liebsten etwas erwidert, was diese Schwarze ihm sagte, doch er blieb vorerst stumm. Die ganze Situation nervte ihn unglaublich. mit schnellen Schritten näherte er sich der Gruppe. Seine Mutter, eine Graue, eine Schwarze und ein Tiefschwarzer, wer noch dabei war, konnte er noch nicht erkennen. Er musterte die Truppe, ließ den bronzefarbenen Blick schweifen.
" Spuck keine großen Töne, sondern mach hinne. "
Er wusste, das seine Worte für sein noch recht junges Alter unanmaßend waren. Doch so langsam war er ein wenig mehr als genervt und auch die Fähe hatte kein Blatt vor die Schnauze genommen, also würde er es auch nicht tun. Er bedachte die Schwarze mit einem ähnlich scharfen Blick wie sein Vater, auf den er irgendwie sauer war. Hatte er sich doch immer vorgestellt, wie ihm der Stahlgraue das Jagen und Kämpfen beibringen würde. Doch dieser machte einen Rückzieher. Sein Vorbild hatte ihn im Stich gelassen. Kühl wandte er den Kopf und musterte die Graue. Ihm fielen gleich die leeren Augen auf – sie war blind. Was sollte denn der Mist? Eine Blinde bei einer Jagt. Das war doch unlogisch. Aber er hatte vom Wald aus gesehen das die Schwarze als auch seine Mutter mit der Grauen befreundet waren. Daher sagte er nichts weiter, sondern blickte sich suchend nach Hidoi um. Er hatte es immerhin versprochen, wenn auch widerwillig. Leise prustete er die Luft aus seinen Lungen und schnippte nur sachte mit einem Ohr. Wenn es nach ihm ginge, wären sie schon längst weg gewesen. Aber nein, die Anderen mussten ja noch unbedingt einen Plausch halten. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als zu warten. Gelangweilt blickte er zu den anderen Gruppen, sofern er sie erkennen konnte.
Still begutachtete der Braune die anderen Wölfe. Sah ihnen genau zu, sah direkt und unverhofft ihre Handlungen, Worte, Geste, Mimik und Haltung an. Sicherlich, der Welpe hatte ein Kurzzeitgedächtnis, aber wenn es etwas gab, worauf er immer wieder begierig achtete war sein eigenes Werk. Seine Gabe, die Wölfe zu analysieren. Lange hatte er den Alpharüden angesehen, wie er sich verhielt, wie er stand, was er sagte. Er wirkte nicht so kühl und unantastbar wie am Anfang, war runter gezogen von der Familie, von Gefährtin und Kinder. Nein, zu diesem Wolf passte keine Familie. Dieser Rüde war nicht dafür gemacht, und wenn doch; wie in diesem Fall; sah man ein Wrack, tiefer und tiefer von seiner Persönlichkeit entfernt. Aber keiner seiner Kinder, selbst nicht seine Gefährtin schien dies zu bemerken.
Der Blick des jungen Hünen glitt zu der Weißen. Die Alphafähe war zart, dennoch wirkte sie mutig und stark. Sie war wohl der einzige Wolf, der dem Schwarzen zu nahe treten durfte. Colón sog den Duft der Fähe tief ein. Er zersetzte den Duft in seine Einzelteile. Viel ordnete er Acollon zu, der andere Rest war ihr Eigengeruch, geziert vom Geruch der Welpen. Ein abscheuliches Gemisch. Er zentrierte die Informationen, die er aus den Bewegungen der Weißen erlesen konnte. Nach einer Weile war auch das Wissen über die Fähe gesättigt.
Nun war der schwarze Welpe an der Reihe. Ungeniert sah er ihn herausfordernd an. Wissend, dass den Schwarzen das kühl lassen würde.
Oh, was für ein Prachtbursche. So unantastbar, ohne Respekt vor seinem Vater. Uninteressiert an dem Chaos der anderen. Braucht niemanden, kann sich und seine Geschwister selbst verteidigen, oh, duziduziduzi.
Lange sah er das Ebenbild Acollons an. Eigentlich war er dem Braunen sympathisch, aber wie der Welpe genau wusste, wollten solche Wölfe wie es der schwarze Welpe und sein Vater waren nichts zu tun haben. Sie ernannten ihn kriecherisch, schleimerisch und sogar heuchlerisch. Doch die meisten kannten ihn nicht einmal. Wie denn auch, wenn Colón sich nicht einmal selbst kannte, wenn er nicht wusste wie er sich zuordnen konnte. Die blauen Augen sahen den Schwarzen lange an, er musste ungefähr in seinem Alter sein. Und da war es wieder, dieses Traurige, dieses entfernte Bekannte, das er einfach nicht fassen konnte. Selbst noch stärker als bei dem Vater. Der junge Wolf hatte ein hübsches Gesicht, nicht zerfurcht und ausgeraut wie das von seinem Vater. Es sprach von noch nicht soviel Erfahrung, dennoch von etwas Bleibendem, Stetigem, Starken und vielleicht etwas Traurigem. Anders als der Jungwolf selbst. Er war vergänglich.
Mit einem Seufzen wand er seinen Blick ab. Er hatte genug von dieser Familie gesehen, gehört, gerochen und sogar gefühlt.
Was wird dich hier bloß noch erwarten? Du weißt selbst, hier findest du dein Glück nicht. Und dennoch dieser Zwang dich diesem Rudel auszusetzen? Du bist verrückt, verzweifelt. Falls du eines Tages wissen willst, wer du einmal warst, wer du bist und wer du in Zukunft sein solltest, so musst du fortziehen weit, weit weg! Dort hin, wo alles begann. Aber wo hatte es seinen Anfang? Dort wo du den Tod gesehen hast?
Bleiern schnürte ihm etwas die Kehle zu, der Tod. Dieser Rüde war der Tod. Deswegen kannte er ihn. Deshalb diese Vertrautheit, dieses Kennen, dieses Traurige. Er hatte etwas damit zu tun, dass der Braune sein Gedächtnis auf Ewigkeiten suchen sollte. Und nun tat er so, als würde er den jungen Hünen nicht kennen. Unwillkürlich entfuhr ihm ein Knurren, tief und stark. Wie das eines erwachsenen Wolfes. Sein Nackenfell erhob sich, unweigerlich. Doch so rasch, wie diese Flut des Zornes erschienen war, so schnell ebbte sie auch wieder ab. Colón würde sich rächen, später. Ungezwungen setzte er wieder dieses süffisante, unantastbare, leicht desinteressierte und wissende Lächeln auf. So schnell würde ihm keiner sein Leben rauben.
Das weiße Fell lag eng am Körper der Weißen, als diese sich auf ihre Hinterläufe niederließ. Ihre Augen musterten breit Lächeln die junge Welpin die wohl 'Kisha' hieß. Schließlich wandeterten ihre augen wieder zur Alpha.
"Natürlich..."
Ein schelmisches Funkeln trat in die Augen der Fähe.
" Soll ich wirklich mitjagen? Das wäre meine erste Jagd...also meine erste Jagd, bei der ich 'richtig' mitmachen würde. Wenn ich denn mitmachen soll. Oder soll ich nur zuschauen?"
Ein fragendes Gesicht der Alpha zugewandt, mit den Ohren aufgeregt spielend, erhob sich Zahára wieder. Die Rute pendelte erwartungsvoll hin und her, ihre Augen jedoch waren ruhig auf die Fähe vor ihr gerichtet. Sie war schon bei vielen Jadgen dabei gewesen, doch aktiv mitjagen das war ihr noch verwert geblieben. Ihre Großmutter meinte, das sie noch nicht erwachsen genug für solch eine wichtige Aufgabe sei. Doch das war sie. Dachte Zahára zumindest.
.oO( Großmutter hat ein falsches Bild von mir... ich bin sehr erwachsen, schließlich habe ich mich selbst in diesem Rudel vorgestellt.)
Stolz wölbte die Weiße ihre Brust, straffte ihre Schultern. Ja sie war stolz auf sich, und das sollten die anderen Ruhig wissen. Wirklich. Sie war erwachsen. Alt genug zu Jagen. Doch sie würde nicht traurig sein, wenn sie nur zuschauen sollte. Vielleicht kamen Kisha und die anderen Jüngeren auch mit, dann konnten sie spielen? Ach nein. Die schwarte schüttelte ihren kopf in Gedanken. Sie vergaß. Bei der Jagd mussten man natürlich aufpassen um zu lernen. Lernen war wichtig. Ja das war es.
Banshee warf einen Blick zu Acollon, als der sich zu seiner Tochter wandte. Er schien sich irgendwie nicht ganz darauf zu konzentrieren, trotzdem sagte Banshee nichts weiter dazu. Sie war das erste Mal Mutter und hatte noch nicht ganz den richtigen Weg gefunden. Acht Monate waren eine lange Zeit, ihre Welpen waren fast Jungwölfe, es gab keinen Grund sie weiterhin zu verhätscheln. Es würde die Phase der strengen Erziehung beginnen, die Kleinen mussten anfangen wirklich zu lernen. Die Jagd war eine gute Einleitung dafür, später müsste sie mit den Paten reden, Einweisungen in sämtliche Lebenslagen waren erforderlich, Glaube, Verhalten, Jagd. Banshe blinzelte leicht, als Zahára wieder etwas sagte. Sie ließ sich zu leicht von ihren Gedanken ablenken ... oder sie hatte zu viele Gedanken. Ihr Blick glitt rasch noch einmal über die Fähe. Ihre erste Jagd? Sie musste schon weit älter als ein Jahr sein ... und dann ihre erste Jagd? Banshees Ohren zuckten leicht, sonst zeigte sie ihre Verwunderung jedoch nicht. Zahára schien jedenfalls irgendwie aufgeregt. Mit einem Lächeln und einer knappen Kopfbewegung deutete sie auf Acollon.
"Nun, du scheinst mir nicht mehr so jung, als dass du nur zusehen müsstest. Ich denke, du kommst einfach mit Acollon mit, sie sind die Jägertruppe. Ihr werdet ein wenig Zeit haben und er wird wohl am Ende entscheiden, ob du den Angriff tatsächlich mitmachst. Aber eigentlich sehe ich nichts, was dagegen sprechen könnte."
Erneut sah sie zu Acollon hin, trat dann einen Schritt zur Seite wie um Zahára den Weg zu dem Schwarzen freizumachen. Mit einem freundlichen Lächeln wandte sie sich dann ab und steuerte wieder auf ihre Gruppe zu. Es wurde Zeit ... nur wo waren die Fremden? Genau in diesem Moment tauchte ein graues Etwas auf, rannte über die Wiese und stoppte erst kurz vor der ganzen Ansammlung der Wölfe. Jetzt ließ sich erkennen, dass es ein Wolf war, ein äußerst lebendiger und kurz darauf hallte seine laute Stimme über die Lichtung. Banshee stutzte.
.oO(Shit ist hier?)
Wer? Shit ... Dreck? Die Weiße trat ein paar Schritte näher an den wild mit der Rute wedelnden und breit grinsenden Rüden heran. Wo war denn Dreck? Und ... warum schrie er das herum? Sie schloss geich zu Anfang aus, dass der Rüde sich damit selbst meinen könnte, es war vielleicht bei manchen üblich sich so vorzustellen, aber Shit konnte unmöglich sein Name sein.
"Hallo ... ich bin Banshee, Leitwölfin dieses Rudels."
Sie hatte noch immer einen skeptischen Blick und schien sich auch sonst nicht ganz sicher zu sein, was sie von der plötzlichen Erscheinung halten sollte. Trotzdem war sie freundlich wie sie es eigentlich immer war. Es gab auch keinen Grund, sich anders zu verhalten.
Liebe macht süchtig, betrunken und blind. Ich suche den Weg aus der Leere, die mein Leben bestimmt. Bin ich nur glücklich wenn es schmerzt?
Immer wieder rief sich Noaku die letzten Worte seines Bruders in Erinnerung. Schwer hatte ihn dieser Abschied getroffen. Und er hatte manchmal das Gefühl es wäre besser gewesen an seiner Stelle zu gehen. So müsste er nicht leiden, aber andererseits wollte er seinen Bruder nicht leidend wissen. Und so hob der Graue seinen Kopf an, er musste nun für Aki mitleben, egal wie tief diese Trauer auch sitzen würde. Aber hatte der Graue denn nicht das Recht auf Trauer? Früh hatte er zusammen mit seinem Bruder das Rudel seiner Eltern verlassen, auf der Suche nach dem eigenen Glück. Mit vielen Glückwünschen und Wohlsehen hatten die Wölfe die Geschwister in die Welt ziehen lassen. Die beiden waren sich immer schon wohlgesonnen gewesen, sie hatten Pläne. Noaku kann sich gut daran erinnern und tat es auch gern, als die beiden nachts zusammen den Mond anheulten und Pläne für die Zukunft schmiedeten. Sie wollten ein Rudel zusammenfinden. Wollten beide eine Gefährtin haben, sie umsorgen und später sogar Welpen beschützen, die ihre eigenen sein würde.
Und nun? Alles war weggewischt, auch die Zuversicht, dass sein Bruder immer glücklich war. Doch die letzten Worte bevor er starb waren eindeutig nicht das Zeichen für Glück, für Freude. Verletzt war der Rüde in seiner Vorstellung sein Bruder würde mit ihm zusammen die größte Freiheit finden. Er machte sich Vorwürfe, dass er nicht gemerkt hatte, wie es seinem Bruder wirklich ging.
“Und nun, Naoku? Was nun?“,
fragte er sich selbst, in der Hoffnung, da er es laut ausgesprochen hatte, eine verblüffend gute Antwort zu finden. Vergebens.
Naoku war zwar schwer betroffen mit dem Passierten, aber er war keineswegs ein Wolf der Sorte, die sich selbst bemitleideten und sich immer tiefer ziehen lassen würden, die die Zuversicht von anderen ausgesprochen brauchten. Nein, er war ein lebensfroher Wolf, der trotz eines Niederschlags wieder aufstand und dem Leben trotzte. Aufgeben war nur eine Lappalie, die es nicht galt zu besitzen. Schließlich ging das Leben auch ohne Aki weiter. Zwar geprägt und etwas traurig in der ersten Zeit; und er würde seinen Bruder nicht vergessen können; aber immer noch auf den Pfoten und zu etwas tauge.
Dass der Rüde soeben eine Reviergrenze überschritten hatte, war ihm nicht gleich bewusst, erst als der schwere Duft anderer Wölfe in der Luft lag, sah der Graue auf.
Er ergriff die Initiative und lief der Witterung nach. Es war ein hübsches Wäldchen. Selbst jetzt, wo die Bäume ihre Blätter warfen, war das Revier unglaublich gemütlich. Die Farbenfröhlichkeit des Laubs war unglaublich und ließ den Rüden leicht lächeln.
Er kam auf eine größere Lichtung, wo einige Wölfe versammelt waren. Naoku blieb stehen und besah sich der Situation. Etwas mulmig war ihm schon, bei dem Gedanken nun in Kontakt mit anderen Wölfen zu treten, denn seit langem war nur Aki bei ihm gewesen, ohne dass sie einen anderen Wolf gesehen oder gesprochen hatten.
Er reckte seinen Kopf um die einzelnen Gestalten besser erkennen zu können. Was ihm auffiel, das waren die Welpen, die so zahlreich versammelt waren. Ungewollt schlich sich ein leichtes Bedauern die Kehle des Grauen hoch. Doch mit einem Seufzen wischte er alle Sorgen weg und trat näher auf die Wölfe zu. Langsam und nicht hektisch. Und um auf sich aufmerksam zu machen, heulte er kurz auf.
"Okay, im Jägertrupp..."
Die Fähe blickte zu dem Schwarzen der wohl mit 'Acollon' gemeint war. Ein kurzes Nicken, dann trat sie näher an diesen heran, legte ihren Kopf fragend schief, etwas verloren wirkte sie. Tjaha, das war sie wohl auch. Völlig fremd hier irgendwo, im Nirgendwo. Die Ohren schnippten etwas aufgeregt hin und her, lauschten mal diesen mal diesen Stimmen, doch konzentrierten sich nicht wirklich auf irgendein Geräusch. Mehr erfreute sie die Tatsache, das es bald zur Jagd gehen würde und sie durfte höchst wahrscheinlich auch noch mitjagen! Ein erwartungsvolles Kribbeln durchlief ihren Körper. Dann öffnete sie leicht ihren Fang um ein paar Worte an den Hünen zu richten.
"Bist du Acollon? Wenn ja, dann gehöre ich wohl zu dir, denn ich bin im Jägertrup oder so ähnlich..."
Ein etwas verlegenes Grinsen, dann blickte Zahára zu Kisha. Die Rute der Weißen pendelte unaufhaltsam hin und her, mal langsam dann wieder etwas schneller. Nichts konnte sie halten, sie war einfach froh wieder von Wölfen umwimmelt zu sein, denn das Alleine sein war...so einsam. Sie war zwar nicht lange alleine durch die Gegend gelaufen, war immer wieder auf andere einsame Streuner gestoßen, aber doch hatte sie sich immer ziemlich alleine gefühlt. Das musste sie wohl, wenn sie auf der Suche nach 'ihm' war. Ja, Einsamkeit. Nie wieder möchtesie einsam sein, um sich doch wieder völlig alleine Auf der Welt zu fühlen...
Eris hatte Ayala inzwischen mitgeteilt, dass es an der Zeit war, aufzubrechen. Ayala nickte Banshee und Acollon noch ein letztes Mal zu, bevor sie mit Laios und Leé im Dickicht verschwiden und Eris nach Osten folgen würde. Ein Glücksgefühl durchströmte den ganzen Körper der Fähe. Falk war hier, bei ihr, an ihrer Seite. Sie lächelte ihn liebevoll an und träumte von den kommenden Monden.
„Wer weiß, Liebster, wenn die Jgd vorüber ist, kannst du mich vielleicht zu den Bergen, in denen die Wolken wohnen, führen. Ich wünsche mir so sehr, deine Heimat zu sehen.“
Flüsterte die Weiße Falk mit verträumter Stimme zu und begann, loszulaufen.
Unweit von ihnen ertönte plötzlich ein kurzes Heulen. Neben ihnen trat ein Rüde mit grauer Fellfarbe auf die Lichtung. Ayala blickte zurück zu Banshee, die gerade mit einem anderen Neuankömmling beschäftigt war.
„Laios, Leé, ihr folgt bitte zusammen mit Falk Eris. Ich komme sofort nach.“
Sie schenkte ihrem Gefährten einen letzten entschuldigenden Blick und wandte sich dann dem Neuen zu, dessen Blick offenbar auf den Welpen lag.
„Sei gegrüßt im Rudel der Sternenwinde, Fremder. In unserem Rudel herrscht momentan Aufbruchstimmung, wir organisieren gerade eine Jagd.“
erklärte sie kurz angebunden. Sie war sich etwas unsicher, denn sie kannte den Neuankömmling schließlich nicht und würde sich auf ihn verlassen müssen, falls er sie begleiten sollte.
„Wenn du möchtest, kannst du unserem Hetzertrupp beiwohnen. Wir sind gerade auf dem Weg. Ich bin übrigens Ayala, die Beta-Wölfin dieses Rudels.“
Sie schenkte dem Neuen ein Lächeln und wartete auf eine schnelle Antwort. Es war keine Zeit zu
verlieren.
Etwas ungeduldig lief der Graue auf und ab.Seine großen pranken drückten sich in den Herbst boden und seine Ohren waren dicht an den Kopf gelegt.Er sah nicht böse oder aggresiv aus.Jedoch sehr ungeduldig.Ihm war nicht entgangen,dass soviele Neue ins Rudel gekommen waren.ABer das gerade jetzt? WO sie doch jagen gehen wollten? Das kleine Küsschen von Leé lies sein Herz wie ienen kleinen Vogel,hin und her hüpfen.Kräftig schüttelte er sich und sah dann zu Banshee.Sein Blick glitt schlieslich zu Acollon,dann zu Kisha und zum schluss kurz zurück zu Leé.Er lächelte sie an,auch wenn er sich nicht sicher war,ob sie es sah.Seine Rute schleifte dabei die ganze Zeit auf dem Boden,ehe er sich neben Kaede niederlies.Lange hatte er nichtmehr mit ihr gesprochen und sein Kopf wippte neben ihren.Grinsend sah er sie an.
Na meine Hübsche..Lange nichtsmehr von dir gehört...
Seine AUgen blitzten leicht auf,jedoch nicht bedrohlich.Sein kaltes grinsen wurde zu einem liebevollen Lächeln und sanft stuppste er ihre Schnautze an.Sie war ihm sehr vertraut und doch hatte er nicht vergessen,wie sehr er diese Fähe geliebt hatte.Der lange Abstand zwichen dem Rüden und Kaede war ihm gut bekommen.So konnte er die Gefühle zu Kaede vergessen,da sie ihn sowieso immer zurückgewiesen hatte.Seiner Meinung nach und ausserdem wollte er Leé nichtmehr verlieren.Sie war sein ein und alles.
Wie geht es dir meine Schöne?
Hauchte er ihr sanft ins Ohr und sah sie dann an.Leé würde -so hoffte er- sicher nicht eifersüchtig werden.Kaede war mitlerweile sowieso nur noch wie eine Schwester für Bastar.
Wie geht es deinen Augen? kannst du noch sehen?
Seine Stimme klang mitlerweiel arrg besorgt und ein Blick in Kaedes Augen sagte ihm alles.Er hätte sie garnicht fragen brauchen,doch wollte er von ihr hören,was sie fühlte und wie sie es empfand,nichtmehr richtig sehen zu können.Er bewunderte ihren Mut,dass sie beim Rudel blieb und soviel vertrauen hinein setzte.Trotz ihrer schlechten Augen.Immernoch lächelte der Hüne leicht und wartete geduldig eine Antwort ab.Nunja..er erwartete eigentlich garkeine von ihr,da sie,genauso wie alle anderen,nicht sonderlich gesprächig war.
Ohne weiteres Warten, Beschnuppern oder Abschätzen war eine weiße Fähe auf ihn zugekommen. Sie erklärte ihm kurz angebunden die Lage des Rudels und stellte sich anschließend vor. Noaku hatte sich leicht verkrampft und war einen Schritt zurückgewichen. Er hatte es nicht so mit Eile und Hektik. Andererseits war er auch nicht der Wolf, der sich unbedingt groß vorstellen musste und dafür ein Lob und Aufmerksamkeit einheimsen wollte. Und so setzte er ein schüchterndes Lächeln auf und nickte entgegenkommend. Ist vollkommen okay, wenn ihn jemand schon so fragte. Und immerhin war Ayala ja Betawölfin. Eigentlich empfand der Graue sie nicht wirklich als einen Autoritätswolf an, sie sah zerbrechlich und schmal aus, dennoch glücklich. Er ließ sich mit seiner Antwort Zeit, wenngleich er damit das Rudel in die Bedrängnis setzte, wenige Momente später mit der Jagd anfangen zu müssen.
“Danke für deine Willkommensheißung, Ayala, Betawölfin. Sicherlich werde ich mich deinem Hetztrupp anschließen, wenn die Alphawölfe dies einfach so hinnehmen werden“,
sagte er mit belegter Stimme, leicht verlegen wegen seiner Ruhe, die der Wölfin Zeit kostete. Seine braunen sanften Augen sahen zu der Weißen, betrachteten ihr schönes Gesicht, und der Wunsch, selbst einmal das Leben im Glück und Familie zu verbringen, stieg wieder in ihm auf. Ach wäre Aki bloß hier, er hätte sicher eine bessere Antwort parat gehabt. Er war schließlich ein Wolf der großen Rede gewesen, Noaku hingegen war eher still, kreativ, ein Tagträumer und Visionär. Er dachte und sein Bruder setzte durch. Beide hatten feste Aufgaben übernommen und waren damit zufrieden gewesen, doch jetzt, jetzt war da niemand mehr, der das Sprechen übernahm, der seinen kleinen Bruder beschützte. Denn der große Bruder war tot, gestorben. Wäre er jetzt immer noch bei Noaku, wäre dieser jetzt nicht hier, hätte mit seinem Bruder ein Rudel gegründet. Aber es nützte nichts sich im Nachhinein klar zu werden, was er alles verpasst hatte. Schließlich kann er an seiner jetzigen Situation eh nichts verändern oder tun. Und so holte der Graue schweren Herzens sich selbst aus den Gedanken. Der verträumte Blick allerdings, war nicht einfach zu verstecken, sondern zierte sein hübsches Gesicht.
24.12.2009, 19:28
Shit grinste Banshee lieb an und schien sich nur noch mehr zu freuen. Er hielt die Rute ziemlich hoch, machte sonst aber keine Anstalten, die eine Drohung hätten sein können, oder gar eine Respektlosigkeit.
"Shit steht vor der Alphawölfin dieses Rudels."
Er nickte und begann dann zu hecheln. Sein Puls ging noch schnell, kein Wunder, bei der Hetzjagd, die er hinter sich gebracht hatte. Dann hob er den Kopf in die Höhe und sah sich um.
"Sehr viele Wölfe."
Es war wie eine Feststellung, die aber irgendwie zum falschen Zeitpunkt gemacht worden war. Mit unschuldigen Augen betrachtete er die Fähe, die vor ihm war. Er erkannte ihre Skepsis und schätzte ihre Freundlichkeit. Das sie nicht bösartig reagierte schien Shit nur noch mehr strahlen zu lassen, Freude über Freude.
"Möchte Banshee noch mehr von Shit wissen?"
Fragte er dann. Er war noch nie einem ganzen Rudel begegnet, nur einzelnen Wanderern. Vielleicht musste die Leitwölfin ja mehr wissen, als jene, die sich über ihn lustig gemacht hatten, ohne das sie auch nur das geringste über ihn wussten.
Die Fähe erschrak ein wenig als plötzlich ein Rüde hinter ihr auftauchte, doch schnell stellte sie fest dass es Bastar war. sie verzog ihre Lefzen zu einem leichten lächeln. Ja irgendwie dauerte es wohl noch seine Zeit mit der Jagd und sie freute sich, dass Bastar sich mal wieder blicken ließ. Lange hatte sie ihn nicht gesehen. Sie verbesserte sich im stillen. Gesprochen . . . Sehen würde sie ihn ja sowieso nie wieder. Sie lauschte seinen Fragen, dachte kurz nach, wie sie antworten sollte.
"Na mein kleiner. Schön, dass du zu mir gekommen bist. Mir geht es soweit ganz gut, auch wenn ich merke, dass ich Angst vor der Jagd habe."
Nun hatte sie es endlich ausgesprochen. Schwer war es ihr gefallen, doch sie vertraue Bastar. Sie liebte ihn so sehr, und hatte ihn schon immer geliebt. Tyrael war fort. Bastar war jedoch geblieben und darüber freute sich die Fähe sehr.
"Nein wie du sicher bemerkt hast, sehe ich nichts mehr. Sagen wir es so auf meinem einen Auge sehe ich noch ein wenig den dunkel, hell unterschied, jedoch hilft mir das nicht wirklich weiter. Ich kann nur hoffen, dass ich bei der Jagd trotzdem gut mitkomme und niemanden behindere."
Ihr blick glitt zu dem Welpen Hanakos. Er schien sehr missgelaunt und irgendwie hatte Kaede ein Gefühl, dass es etwas mit ihr zu tun hatte. Sie hatte seine scharfen Worte an Eris vernommen und machte sich nun ihr eigenes Bild. Anscheinend ärgerte es ihn, dass er in dieser Gruppe gelandet war. Sie seufzte und meinte leise
"Kleiner ich hoffe dir gefällt die Jagd trotzdem, auch wenn du mit mir in einer Gruppe bist."
Sie wand sich wieder Bastar zu und stupste ihn sanft an. Schleckte über seine Schnauze und lächelte wieder sanft.
"Und was gibt es bei dir neues? Lange Zeit hatte ich mich ja zurück gezogen, ich weiß gar nicht wie es dir ergangen ist, dabei habe ich dich doch so gerne! Und das weißt du ja hoffentlich auch. . ."
Sie legte ihren Kopf schräg. Verdrängt hatte sie nun ihre Angst und Panik und ihre Ohren waren nun leicht aufgestellt und ihr Blick entspannter und lockerer. Konzentriert wartete sie auf eine Antwort Bastars . . .
Banshee blinzelte leicht. War das gerade eine Beleidigung gewesen? Und seit wann konnte Dreck stehen? War dieser Wolf hier eine Art seltsamer Prophet der ihr das Böse in Form von Dreck prophezeien wollte und offensichtlich irgendiwe Freude daran hatte? Über die vielen Wölfe freute er sich genauso, viel für seinen Dreck zum erledigen? Banshee war nicht direkt sauer, aber diese Gedanken stimmten sie schon etwas misstrauisch. Es war schon mal eine Art Prophet zu ihnen gekommen und der hatte die Wahrheit gesprochen, aber er hatte nicht so einen Stuss geredet, wie dieser jetzt. Vielleicht sollte sie dieses Geplappere einfach überhören, gar nicht auf die Frage eingehen. Sie wollte nicht mehr über irgendeinen Dreck erfahren. Eignetlich wollte sie nur wissen, wer dieser Wolf war und ob er ihr wirklich nur den Weltuntergang hervorsagen wollte. Darauf konnte sie nämlich, ganz besonders jetzt, sehr gut verzichten. Doch während seinen Worten, war der Graue immer fröhlicher geworden, jedenfalls sah das so aus, seine Rute wedelte wild hin und her und er strahlte sie breit an, scheinbar vor Freude überquellend. Also irgendwie machte er nicht den Eindruck eines wirren Weltuntergangvorhersagers ...
"Nun ... aha, gut. Wie ist dein Name? Und was führt dich zu uns?"
Sie zeigte noch immer keinerlei Anzeichen für Abneigung oder Ablehnung, auch wenn ihre Haltung vielleicht ein wenig misstrauischer geworden war. Dass sie gerade irgendwie veralbert wurde konnte sie sich kaum vorstellen, aber dass dieser seltsam fröhliche Wolf ihr irgendeine Geschichte erzählen wollte, auch nicht. Aber was sollte er sonst mit diesem Gerede wollen?
Shit schüttelte den Kopf und schmunzelte. Grübelnd sah er Banshee eine Weile mit einem unbeschreiblichen Blick an, ehe er wieder lächelte und die Augen ruhig auf ihr ruhen ließ.
"Shit, ist der Name des Wolfes der vor euch steht, Banshee. Ganz einfach Shit."
Kurz wechselte seine Art, die einem Welpen glich, auf die eines unberechenbaren, geheimnisvollen Wolfs, doch dann begann seine Rute wieder wie wild hin und her zu wedeln. Sie wollte noch mehr über ihn wissen und er deutete dies als gutes Zeichen. Sie war auch nicht unfreundlich, das war immer noch das Wichtigste.
"Shit kommt aus dem Norden und wurde dort nicht sonderlich gemocht. Deswegen machte er sich auf den Weg, um herauszufinden, ob sein Rudel recht gehabt hatte, als es sagte, er würde nie irgendwo willkommen sein."
Er musterte die Leitwölfin und schien sich zu amüsieren. Sein unschuldiges Lächeln blieb auf seinen Lefzen und die Ausstrahlung von Freude war ungebrochen.
"Shit hat herausgefunden, das sein Rudel recht gehabt hatte, aber das macht nichts. Shit mag aber nicht allein sein, also würde er gerne in einem Rudel sein. Ihr habt hier ein großes Rudel, Banshee, viele Wölfe! Darf Shit bleiben, er tut auch niemandem etwas?"
Abwartend und hoffnungsvoll sah er die weiße Wölfin an. Es war der bittende Blick eines Welpen, aber wider aller Erwartungen war nichts von seiner Fröhlichkeit verschwunden, während er erzählte. Immer noch pendelte die Rute eilig von einer auf die andere Seite.
Leés Gedanken hielten sich noch an dem Lächeln von Bastar fest, welches sie noch kurz zuvor gesehen hatte. Ihr Blick wanderte aufmerksam über das Rudel. Alle schienen aufgeregt auf die Jagd zu sein. Sie selber freute sich darauf und es war ihr bewusst, dass es ihre erste Grossjagd war. Sie konnte sich noch vage erinnern, dass sie mit ihrer leiblichen Mutter einen Fasan gejagt hatte. Leé war damals so wahnsinnig stolz auf sich gewesen, dass sie ihn gesehen hatte und ihrer Mutter beim Anpirschen begleiten konnte. Wie seltsam es doch war, wie schnell man ein Gesicht vergessen konnte...Das Gesicht ihrer Mutter war so verschwommen und undwirklich geworden in all den Jahren. Jedoch konnte sie sich sehr wohl an das Gesicht ihres Vaters erinnern. Warum, das wusste Leé nicht. Immer , wenn sie sich das Gesicht ihres Vaters in Erinnerung ruft, erscheint sein Antliz in einem rötlichen Feuerschimmer auf dem Fell. Leé schauderte und versuchte sich nun auf die bevorstehende Jagd zu konzentrieren.
Sie blickte zu Ayala und nickte zu ihrer Anweisung zustimmend und trabte zu Laios hin. Sie lief neben ihm und blickte neugierig nach vorn.
Banshee starrte den Wolf einige Sekunden lang nur an. Shit war sein Name ...? So viel zu Weltuntergang. Es war wohl das erste Mal, dass Banshee wahrhaft ironische Gedanken hegte, normalerweise war ihr diese Art des Humors vollkommen subtil, aber jetzt verstand sie ihn zum ersten Mal. Dennoch lachte sie nicht, es schien ihr, als hätte dieser Wolf schon oft eben diese Reaktion erhalten, nachdem er seinen Namen gesagt hatte. Sie schluckte einmal. Wie kam ein Wolf zu dem Namen Shit? Wusste der Graue überhaupt, was das bedeutete? Wohl eher nicht, sonst hätte er sich doch einfach einen anderen Namen gegeben ... Aber neben diesem Namen war da noch etwas anderes ... er redete von sich, als wäre nicht er diese Person ... sondern irgendein anderer Wolf. Banshee musste sich erst einmal ordnen. Ganz offensichtlich schien dieser Shit nicht der Meinung zu sein, irgendetwas Seltsames an sich zu haben. Und damit war für Banshee klar, dass sie ihm das ebenso zeigen würde. Shit war normal. Fertig. Ihr Blick glitt kurz zu ihrem Rudel, einige dieser Mitglieder würden wohl anders auf ihn reagieren, aber zumindest mti Aco würde sie reden ... es entsprach ganz und gar Banshees Natur, dass sie diesen Wolf sofort beschützen wollte, ihm hier eien bessere Heimat geben wollte. Er war zwar seltsam ... nein, halt, er war ja nicht seltsam, aber auch er verdiente ein Zuhause und Wölfe, die ihn mochten. Banshee legte den Kopf leicht schräg und lächelte.
"Shit, es freut mich, dich kennen zu lernen. Und ich denke, du bist wirklich nicht gefährlich, gerne werde ich dich also in mein Rudel aufnehmen."
Sie nickte, als müsse sie ihre Worte erneut bestätigen. Dennoch glitt ihr Blick erneut leicht sorgenvoll zu den anderen Wölfen. Falk zum Beispiel würde wohl kaum so feinfühlig sein ... und Acollon erst Recht nicht. Doch kaum sah sie wieder zu Shit, linderte sich ihre Sorge etwas, dieser Wolf schien immer fröhlich zu sein, er wirkte wie ein aufgedrehter Welpe. Wie er wohl so geworden war? Oder könnte ihn die Abneigung seines Rudels zu so einem Wolf hatte werden lassen? Eher nicht ... Die Rute der Weißen pendelte ebenfalls leicht hin und her, sie ließ sich gerne von der Freude andere anstecken, auch wenn die Situation etwas seltsam war.
"Nun, Shit, wir brechen soeben zu einer Jagd auf ..."
Sie legte den Kopf wieder leicht schräg, sah den Grauen erwartungsvoll an. Bei seinem Verhalten konnte sie sich kaum vorstellen, dass er ein erfolgreicher Jäger war ... aber vorhin hatte auch kurz etwas durch seinen Blick gezuckt, das so gar nicht zu diesem Bild von Shit passte, das sie bis jetzt gewonnen hatte.
((Das funktioniert? guuut zu wissen [120] ))
Shit lauschte Banshees ersten beiden Sätzen aufmerksam. Sie freute sich, ihn kennen zu lernen? Wirklich? Das war ja toll! Außerdem sagte sie, er dürfe in ihrem Rudel bleiben, wie nett sie zu ihm war. Er freute sich nur noch mehr und sprang so gleich auf sie zu und kuschelte sich in ihr Fell. Er hatte sich gesetzt und seine Rute wischte über den Boden, genauso schnell, wie sie eben noch in der Luft hin und her gependelt war.
"Eine Jagd? Und Shit soll mit kommen? Obwohl er so neu ist? Banshee ist eine liebe Alphawölfin!"
Er lächelte sie an und drückte sich dann nochmal in ihr Fell.
"Shit ist bereit. Er wird sein Bestes geben und das Rudel unterstützen."
Er nickte, war völlig überzeugt, das er dies auch wirklich konnte. Strahlend sah er Banshee an, darauf wartend, das sie ihm sagte, was als nächstes zu tun war. Jagen gehen, mit einem Rudel. Bestimmt auf große Beutetiere! Schon immer hatte er mit anderen Wölfen jagen wollen und jetzt, jetzt würde er seine Chance bekommen. Was für ein schöner Tag. Ein Rudel, eine Heimat, ein Traum und dann hatte er noch eine Wölfin kennen gelernt, die sich freute, ihn kennen zu lernen. Konnte es noch besser werden?
Eris nickte fahrig in die Runde. Natürlich hatte sie Recht, die Unruhe war ja nicht zu überspüren. Sie nickte Ayala und Falk zu, die ihrer Gruppe folgen würden, Banshee gab sie mit einem Nicken zu erkennen, dass für sie Alles klar war und dann nickte sie noch Acollon zu, der ihr zugestimmt hatte und noch einigen Anderen ohne wirklichen Grund. Ihr Nacken verselbstständigte sich beinahe. Also gut, runter vom Rudelplatz, sonst bekommt hier noch einer Ausfälle. Sie marschierte auf ihre Gruppe zu und erkannte mit verzogener Miene, dass Bastar dazugestoßen war. Das war unvorhergesehen, das war verzögernd.
"Na, Bastar, dann bist du wohl in unserer Gruppe, dass heißt, du bist Hetzer und wir gehen jetzt los. Nach Osten, Fährten legen und auf weitere Anweisungen warten, alles klar?",
erklärte sie ihm etwas pampig und war auch schon einige Schritte voraus, ging an Hikaji vorbei und sah ihn dabei auffordernd an. Jetzt konnte er ja zufrieden sein. Auch für Hanako oder Kaede hatte sie kein Lächeln mehr übrig, bei Face würde es eh nichts bringen. Ihre Laune würde sich aber bestimmt ändern, wenn sie erst einmal eine Strecke weg war vom rummeligen Rudelplatz.
"Also, legt mal hier und da eine Fährte, damit wir nicht ohne Anhaltspunkt für die Anderen verschollen bleiben."
Rikunare. Leben heißt Leiden, Leiden heißt Schmerz, Schmerz. Von was konnte Riku wohl besser erzählen als vom Schmerz der sich mittlerweile tief in ihre Glieder geschnitten hatte und sich nicht mehr daraus entfernt. Tief ging er, viel tiefer als manche sich vielleicht dachten. Ob er je wieder aus dem Körper der Grauen weichen würde war eine andere Sache.
Mit leeren Augen streunte sie umher, nie weit weg, immer in der Nähe, wieso wusste sie selbst nicht. Angst davor irgendwann kein zurück zu haben vielleicht. Angst das die Einsamkeit sie irgendwann erdrückte und das sie dann keine Möglichkeit mehr hatte.
Riku war an einem Punkt an dem es für sie nicht mehr weiterging, es war leer. Das Gefühl von Leere in Kopf und Brust ließ sie nicht in Ruhe und nicht einmal das Gespräch suchte sie mit sich selbst. Eine Zeit lang hatte sie sich so die Zeit vertrieben, hatte mit sich selbst gesprochen und so die Stille vertrieben. Aber als sie angefangen hatte sich selbst nicht mehr zu fühlen hatte sie auch mit dem sprechen aufgehört, da nur Worte aus dem Fang drangen, die sie nicht verstand und die sich immer wiederhohlten, keinen Sinn ergaben. Zumindest in ihrem Kopf nicht.
Sie hatte oft an die Sternenwinde gedacht und überlegt ob sie wiederzurück kommen sollte, doch immer waren ihre Gedanken gegen sie, also war sie verschwunden geblieben.
Aber inzwischen hatten auch ihre Gedanken sie verlassen und die leere Hülle von Rikus Körper schlich über die Reviergrenzen der Sternenwinde. Kurz schien der Wind ihren Namen zu Flüstern, als sie die Stimme erhob, sie war zu leise und doch erklang der Name im Säuseln des Windes.
"Rikunare, Teufelskind!"
Dann herrschte Stille und der einst so kräftige Körper war dürr und kraftlos.
Wenn der Herbst streicht übers Land, tanzt ihr Name im Wind. Rikunare Teufelskind.
Kaede guckte leicht verdutzt. Bastar war doch gar nicht in ihrer Gruppe oder !? Verwirrt schwenkte sie den Kopf leicht von rechts nach links. Eris schien nun ebenfalls etwas genervt und gab nur knapp die Anweisungen. Kaede schüttelte den Kopf kurz, ehe sie ihre Ohren schnippen ließ und genau der Fährte Eris folgte. Ab und an markierte sie die Strecke, so wie es sicher auch die anderen tun würden, noch dazu half es ihr ungemein mitzukommen. ebenfalls beruhigte sie es, dass noch Wölfe hinter ihr waren, zumindest sein sollten. Sie wagte es jedoch nicht sich umzudrehen, aus Angst die orientierung zu verlieren, was ihr ja wirklich zu oft passierte. So schnupperte sie kurz und tappte weiter in der dunkelheit umher. Ihr kam es so vor, als ob sie in einer undurchsichtigen Suppe schwimmen würde. Die Angst umspülte sie wieder und ihre Schritte wurden zögerlich. Ihre Ohren lauschten angestrengt nach Eris schritten, sowie die der anderen wölfe, doch heute schien der Wald sehr laut zu sein. Oder bildete sie sich das nur ein und die anderen waren schon längst weg?
"Hey . . . Seid ihr noch da?"
Ihr kam diese Frage selber sehr unsinnig vor, doch was sollte sie tun. sie hörte nichts, roch zwar eine Fährte, doch verwirrte sie das alles ein wenig. Sie schnupperte erneut. Doch deutlich roch sie die Fährte, doch der Geruch der anderen Wölfe schien schon so fern. Oder bildete sie sich auch das nur ein? Sie hörte die Bäume rauschen und schüttelte leicht den Kopf. Konzentrier dich Kaede. Streng dich an! beschimpfte sie sich selber und ihre Bewegungen wurden wenigstens wieder etwas flüssiger.
Hanako hatte immer ihren Sohn im Blick, er war wirklich ungeduldig, schien sich unendlich auf diese Jagd zu freuen, sie lächelte nur müde. Doch noch viel mehr lag ihr Blick auf der Fähe Kaede, sie tat ihr wirklich leid, immer wieder kam ihr dieser Gedanke, der ganze Trubel schien sie dazu auch noch zu belasten. Mit einem leisen Seufzer kratzte Hanako kurz auf dem Boden eine kleine Kuhle und schnüffelte mal hier, mal dort am Boden. Langsam wurde auch sie ungeduldig, die Jagd musste endlich losgehen, sie durften nicht noch mehr Zeit verlieren. Seufzend hob sie wieder ihren Kopf, suchte ihren Gefährten, der bei der anderen Gruppe auch nicht gerade vorwärts kam. Sie lächelte zu ihm, vielleicht sah Hidoi es nicht, aber es war wichtig für Hanako, dass sie es tat. Sheena schien es auch gut zu gehen, also musste sie nur noch Acht auf den jungen Rüden aus ihrer Familie geben.
Langsam schien jeder Verstanden zu haben, dass es losgehen musste und Eris holte sich die letzten Anweisungen. Die weiße Fähe war zufrieden, dass es nun doch voran ging und sie zappelte unruhig mit den Läufen hin und her, sah hin und wieder zu Kaede, berührte die Flanke der Fähe sanft, um ihr Wärme und Mut zu schenken, damit sie ihre Sorgen vergaß. Die Fähe war wichtig für die gesamte Gruppe und das Rudel, sie würde es verstehen, wenn sie in Ruhe darüber nachdachte und vielleicht mit jemand redete. Hanako kam es wie ein Geistesblitz als Idee.
„Kaede, nach der Jagd möchte ich mich einige Zeit dir widmen und mit dir reden, ist das in Ordnung? Ich glaube, dass du sehr traurig bist und dich irgendetwas belastest und du bist mir eine wichtige Freundin, deshalb will ich, dass es auch dir wieder gut geht.“
Sie lächelte, vielleicht würde Kaede es nicht sehen, aber das spielte keine Rolle. Hanako hatte Wärme in ihrer Stimme übermittelt, damit Kaede es so spüren konnte. Dann aber tauchte auch schon Eris wieder auf und in Hanakos Gedanken hatte die Weiße vergessen oder auch übersehen, das Bastar auf einmal zu ihnen gestoßen war. Wieso denn das nun so plötzlich? Er war doch bei Banshee in der Gruppe gewesen. Sie verstand es nicht, aber sie nahm es so hin. Eris schien nervös zu sein oder vielleicht auch etwas überfordert, sie war nicht mehr ganz so freundlich, aber auch nicht böse, nur etwas gereizt, wollte hier aufbrechen und von dem Chaos weg. Hanako lächelte, Eris hatte Recht. Die Anweisungen nahm sie gut auf, es war wichtig, alles einzuhalten. Aber sie durften nicht zu viele Spuren legen, sonst konnte es gefährlich werden. Nun ging die Jagd los.
Hanako wollte nicht das Schlusslicht bilden, da sie einen Welpen bei sich hatte, aber ganz vorne wollte sie auch nicht sein, es war für Kaede wichtiger, dass sie vorne sah. So hatte sie halt und war sicher, dass alle bei ihr waren. Also reihte sich Hanako hinter Kaede ein, stupste Hikaji an, damit er losgehen würde und sie hatte ein kleines Lächeln auf den Leftzen.
„Na los, deine erste große Jagd beginnt!“
Er sollte Spaß daran haben und etwas lernen. So ging der Weg los, verwirrend und doch lang und einzigartig, Hanako war ein wenig aufgeregt, sie hatte lange nicht mehr eine so große Rudeljagd mitgemacht. Plötzlich hörte sie aber Kaedes Stimme und die Frage, die dahinter steckte, ließ Hanakos Kopf hochschnellen, der verschiedene Gerüche vom Boden hochnahm. Einige Fährten hatte sie hinterlassen, aber dennoch war Kaede nicht sicher, dass alle bei ihr waren.
„Ja, wir sind alle hier, Kaede.“
Sie seufzte leise, die Fähe war vollkommen durchgewühlt, sie brauchte nun enge Freunde bei sich.
Die Situation war vollkommen überfordernd für die junge weiße Fähe, die so viel Trubel nicht gewohnt war. Vielleicht lag es ja auch an ihrer Vergangenheit, dass sie es nun ein wenig mit der Angst zu tun bekam, Koros hatte sie einfach viel zu sehr gepeinigt, ihr so viel Leid angetan, so viel Stress und Trubel waren nicht das richtige für sie. Neyla Zárá schien sich vollkommen verloren zu fühlen, Laios war nicht mehr bei ihr, ihr geliebter Rüde, wo war er denn nur? Sie sah sich kurz um, konnte ihn aber nicht finden und senkte den Kopf. Sie wollte nichts mehr von den vielen Stimmen hören, nur noch alles vergessen und in eine andere Welt eintauchen. Seufzend schloss sie die grünen Augen, Neyla war sich unsicher, dem Stand zu halten, aber sie wusste, dass sie es tun musste.
Nun bekam die weiße Fähe auch noch mit, wie so viele Fremde auftauchten, sie kamen und würden vielleicht irgendwann ihren Weg gehen oder hier ihr Leben lassen in Frieden. Neyla sah die Wölfe alle nur an, einer verwirrte sie besonders. Shit war sein Name und sie konnte nicht ganz fassen, was geschah. Aber die gutmütige Alphafähe Banshee ließ sich wohl von nichts aus der Ruhe bringen. Wann würde diese Jagd denn nun endlich beginnen? Sie wollte endlich zurück zu ihrem Rüden, zu Laios, er würde sie beschützen, sie so behandeln, wie es kein anderer tun konnte. Verwirrt sah sie die vielen Wölfe an. Wer war alles in dieser Gruppe?
Welpen…unendlich viele Welpen, warum denn nur so viele Welpen? Waren sie kein Hindernis? Nein, wohl nicht, vielleicht halfen sie sogar richtig gut bei der Jagd. Oh ja, so war es doch immer, die Welpen lernten viel und wurden Erwachsen und was war mit ihr? Sie wurde immer kleiner in ihrem Herzen, wenn doch Laios jetzt hier an ihrer Seite wäre. Die Leitfähe war ihre Anführerin der Gruppe, sie war eine gute Anführerin und würde sie richtig weisen. Der helle Rüde war nun zu einer anderen Gruppe gegangen. Dies verstand Neyla zwar nicht, aber es würde wahrscheinlich seine Gründe haben. Und dann dieser stahlgraue Rüde, mit einer Welpin, Gefährte einer weißen Fähe, mehr wusste sie nicht. Sie kannte nicht einmal die Namen, vielleicht sollte sie anfangen, Wölfe kennen zu lernen? Unsicher sah sie den Stahlgrauen an, dann ging sie auf ihn zu. [Hidoi]
„Entschuldigt, falls ich Euch störe. Ich bin auch erst vor kurzem diesem Rudel beigetreten und ich kenne noch niemanden. Ich hatte gehofft, vielleicht kann ich Euch kennen lernen…und etwas über das Rudel lernen?“
Sie schluckte, wie dämlich klangen diese Worte nur? Sie hatte sich ja nicht einmal vorgestellt.
Parveen war ein wenig verwirrt, als auf einmal ein vollkommen riesiges Chaos herrschte. Sie fühlte sich etwas überrumpelt und musste erst einmal verstehen, was vor sich ging. Eine Jagd stand an? Sie verstand nicht, wieso, aber sie mussten sich aufteilen. Nun gut, so lange sie bei einem ihrer Eltern bleiben konnte, würde es sie nicht stören. Sie fühlte sich so ausgeschlossen in diesen wenigen Momenten, viel zu wenig war sie bei ihren Geschwistern, bei ihren Eltern, sie vermisste die Nähe, aber nu war sie schon so alt…sie wurde doch immer erwachsener, sie würde wohl bald keine Nähe mehr bekommen. Seufzend hatte sie gelauscht und festgestellt, dass sie zu ihrem Vater gehen sollte. Bei ihm waren Kisha und Averic, die beiden Geschwister, mit denen sie bisher nie ein Wort geteilt hatte. Parveen schämte sich, fühlte sich unwohl und sie war sich auch nicht ganz sicher, ob sie bei ihrem Vater so sein konnte, wie sie wollte. Der einzige Wolf, der dort war und ihr irgendwie etwas gab war ihr Patenonkel Falk. Sie seufzte leise, tapste unruhig hin und her, wusste nicht, ob sie gehen konnte oder ob sie es überhaupt wollte. Wo war ihre Mama? Konnte sie nicht noch einmal mit ihr reden? Parveen fiepste leise, dann legte sie sich still auf den Boden, hatte nur die Ohren gespitzt und betrachtete das ganze Chaos. Wölfe liefen nur noch hin und her, keiner beachtete mehr jemand anderen, Paare wurden getrennt, Freunde wurden getrennt, so sollten sich die Wölfe besser kennen lernen? Nun, ihre Mutter würde wissen, ob es helfen würde oder nicht, so viel stand fest. Dann aber bemerkte Parveen, dass es Zeit für sie wurde, auf ihre Gruppe zuzugehen, es würde ihr nicht weiterhelfen, wenn sie vor diesen Tatsachen weglaufen würde. Langsam erhob sie sich, tapste unruhig auf die Gruppe zu. Dort waren ihr Vater, Falk, zwei ihr fremde Fähen und ihre beiden Geschwister. Sie schluckte, fühlte sich vollkommen schlecht und die Kehle der jungen Welpin war wie zugeschnürt. Je näher sie ihnen kam, desto weicher wurden ihre Läufe, unsichere Schritte brachten sie näher und ihre Augen sahen nur zum Boden unter ihr, sie konnte nicht aufsehen, schämte sich irgendwie, fühlte sich schlecht. Passte irgendwie einfach nicht darein. Dann plötzlich war sie da, umhüllt von den Schatten der großen Wölfe sah sie mit großen Augen zu ihrem Vater Acollon hinauf, schluckte, sagte aber keinen Ton, dann sah sie zu ihren beiden Geschwistern, senkte etwas den Kopf und setzte sich hinter die Wölfe einfach nur stumm hin. Ob sie wirklich mitjagen wollte und konnte? Wenn sie doch keiner mehr mochte, dann konnte sie das doch nicht. Und fremden Wölfen traute sie einfach nicht, sie würde sich doch dann nur noch schlecht fühlen. Und vielleicht mochten sie ja doch noch die Wölfe ihrer Familie? Aber dazu gab es irgendwie keinen Grund, nein, sie konnten sie nicht mehr mögen….dafür war sie einfach nur zu gemein gewesen. Parveen wollte Lächeln, aber es ging nicht, sie sah nur traurig auf den Boden und fiepste leise, verstummte dann aber. Sie wollte nicht unbedingt auf sich aufmerksam machen, wenn irgendeiner etwas von ihr wollte, dann würde er sie ansprechen, aber wahrscheinlich hatte keiner einen Grund mit ihr zu reden. Im Gegenteil, keiner wollte mit ihr reden, weil niemand mehr sie liebte. Parveen legte sich platt auf den Boden und schluckte, ihr Stern war kalt und leuchtete nicht, ein deutliches Zeichen für Traurigkeit, Unglücklichkeit und Angst. Würde er jemals wieder leuchten?
Erleichterung erfüllte die graue Fähe. Hanako hatte ihr geantwortet. Hanako, welche sie auch gefragt hatte, ob sie nach der Jagd Zeit hätte um mit ihr zu reden. Zufrieden seufzte die Fähe auf.
"Danke Hanako, die vielen Gerüche haben mich etwas verwirrt und zu eben. Natürlich habe ich Zeit für dich nach der Jagd."
Kaede war froh, etwas abgelenkt auf die bevorstehende Aufgabe heranzugehen, war besser als total nervös hinein zu schlidern. Wenn dann alles gut gehen würde, würde sie reden können, verbesserte sich Kaede im stillen. Sie seufzte wieder.
Sie mochte die weiße Fähe Hanako, hatte sie schon immer gemocht und langsam stieg in ihr das Gefühl auf, dass auch diese sie mochte. Sie hatte sie sanften Stupser und die lieben Worte der Fähe nicht vergessen. Solche Gesten brannten sich immer in Kaedes Kopf fest. Solchen Gesten wollte sie nicht vergessen, wollte sie sammeln, wie in einem Buch. Und in schlechten Zeiten konnte man immer an schöne Dinge zurück denken. Doch leider vergaß Kaede auch viele der schönen Dinge.
Nun zierte ein lächeln die Lefzen der Fähe. Doch sie wollte nach vorne sehen, selbst wenn nur Hanako sie dabei unterstüztze, was sie allerdings nicht ganz glaubte. Bastar, Banshee sie würden sie doch nicht im stich lassen oder? So war ihr das rudel wirklich nicht vorgekommen, und schließlich mochte die graue all diese Wölfe hier in dem Rudel sehr gerne !
Verwirrt blickte die kleine zu ihrer Mutter herrüber. So wie sie es mitbekommen hatte, sollte Eris Gruppe schon los. Man war das hier ein Chaos. Die kleine lächelte leicht. Sie sah auch da sLächeln von Hanako, welches sicher Hidoi gegolten hatte.
"Papa, mama geht schon vor!"
sie lächelte Hanako zurück an und sah dann zu, wie die kleine Hetzer Gruppe sich auf den Weg machte. Später würden sie sicher wieder zu ihnen stoßen und spätestens nach der Jagd würde sie alle wiedersehen. Ihre Ohen hatte die kleien aufmerksam aufgestellt und lauschte den Erwachsenen. Ihr Vater war etwas verstummt und so schleckte sie diesem leicht über die Schnauze.
"Papa was ist denn? Freust du dich denn gar nicht auf die Jagd? Papa, papa ich glaube Hikaji wäre lieber mit dir migekommen, was ich aber gar nicht verstehen kann. Mama ist doch genauso toll wie du ! Warum ist er dann sauer dass er bei ihr ist? Und ich glaube er mag seine ganze Gruppe nicht! Wollte er lieber alles von dir lernen? Oh Papa manchmal ist er so stur und eigen. Ich habe euch beide ganz dolle lieb. Dich und Mama. Und meine beiden Geschwister auch, doch verstehe ich sie nicht immer... Leider. . .
Papa? Geht es gleich los?"
wie ein kleiner wasserfall sprudelten die Worte aus der jungen Fähe hinaus.
"Oh ich sollte leise sein stimmts papa? Tut mir leid!"
Leicht duckte sich die kleine und klappte die Ohren herunter. Nun hatte sie sich wieder nicht an die anweisungen ihres Vaters gehalten. So ein mist aber auch, beschimpfte sich die kleien, klappte aber im gleichen moment die ohren wieder hoch und und musterte neugirig die anderen wölfe und welpen.
Riku schlich immer noch durch den Wald, sah sich um, es schien als hätte keiner sie gehört, unsicher drehte sie den Kopf, eigentlich war es ihr egal, im Notfall würde sie warten, warten bis sie wiederkamen, oder würden sie nie wieder kommen. Während sie so von einem Ort zum anderen lief, schob sich plötzlich ein Welpe in ihren Augenwinkelt, sie blieb stehen und betrachtete ihn mit schief gelegtem Kopf, die Augen jedoch immer noch kalt und regungslos, sie sah auch einige der Anderen, ihre Augen wanderten zu ihnen, ein leises:
"Hallo!"
Verließ ihre Kehle dem sie ein kurz angebundenes, darf ich bleiben?, anhing, während sie auf antwort warete, ging sie mit schnellen Schritten auf die Welpe zu. Einen Meter vor diesem blieb sie stehen und sah ihn an, dann meinte sie mit kratziger Stimme:
"Was machst du denn hier, so traurig und alleine?"
Sie räusperte sich, ihre Stimme war so lange nicht mehr benutzt worden und nun klang sie rau und schroff. Sie versuchte sich an einem Lächeln doch es sah nicht ehrlich aus, war es ja auch nicht. Ihre Augen unendlich leer. Sie schluckte.
"Ich benutze meine Stimme nicht oft, deswegen klingt sie so böse, es liegt nicht an dir!"
Fügte sie schnell hinzu und wandte den Blick dann zu ihren Pfoten.
Hidoi hörte kaum zu, was um ihn herum gesprochen wurde, dies war auch nicht seine Angelegenheit. Der Stahlgraue war ruhig sitzen geblieben, mit der Tochter zwischen den riesigen Pfoten. Er hatte seinen stechend gelben Blick eher auf Hanako und Hikaji gerichtet. Sein Sohn zerbreitete ihm Kopfschmerzen, dieser Rebell musste noch lernen auf andere zu hören, nicht nur auf ihn. Bestimmt war er enttäuscht, da er ihm mal versprochen hatte ihm das Jagen beizubringen. Doch eins hatte der Kleine dabei nicht bedacht. Von einmal Hetzer sein lernte man noch lange nicht das Jagen. Hikaji würde noch oft genug die Gelegenheit bekommen von ihm zu lernen. Seufzend schüttelte er den Kopf, dieser Jüngling hatte wenig benehmen, fast schämte er sich für seinen Sohn. Aber auch um den Anderen machte er sich Sorgen, aufgrund der Tatsache, dass Katsu Kyoto einfach nicht mehr aufzufinden war. Doch länger Zeit sich Gedanken zu machen blieb ihm nicht. Er schenkte seiner Geliebten ebenfalls ein Lächeln mit auf den Weg, dann hörte er schon wie Sheena wieder anfing zu reden und ihm anschließend über den Fang leckte. Gelassen senkte er die kräftige Schnauze etwas und lauschte ihrem Schwall von Worten. Ein leichtes Lächeln blieb auf seinen Lefzen.
„Hikaji ist leider genau so rebellisch wie ich damals. Ich werde mit ihm reden müssen, aber nach der Jagd sollten wir erst mal deinen anderen Bruder suchen gehen.“
Auch der große Hüne fuhr mit seiner Zunge liebevoll über den Kopf seiner Tochter.
„Wir haben dich auch lieb und deine Brüder auch.“
Die Ohren spitzend hob der Stahlgraue das markante Haupt wieder und blickte einer hellen Fähe entgegen. Soweit er wusste, war sie noch recht neu in diesem Rudel, zusammen mit ihrem Gefährten. Doch die Namen beider kannte er noch nicht, was sich aber mit höchster Wahrscheinlichkeit noch änderte – angefangen bei der Wölfin.
„Mein Name ist Zangyaku Hidoi, Hidoi reicht. Ihr werdet bei dieser Jagd sicherlich noch einiges vom Rudel kennen lernen. Mit wem habe ich die Ehre?“
antwortete er der Fremden mit gewohnt rauer und leicht kühler Stimme. Aber so kalt wie am Anfang war sie schon lange nicht mehr, sein ganzes Wesen hatte sich verändert, was man früher wohl kaum geglaubt hätte. Aber nun war er Gefährte und auch Vater. Sachte anstupsend wies er auch seine Tochter an sich vorzustellen, das konnte sie schließlich alleine.
Parveen hatte nur den Kopf auf den Boden gedrückt und die Augen geschlossen, sie fragte sich, ob Einsamkeit einen umbringen konnte. Ihre Mutter würde bestimmt mit ihr reden, aber nun stand die Jagd bevor und ihre Mutter hatte keine Zeit. Wieso fürchtete sie sich so? Parveen seufzte leise, wollte alles verhindern was noch geschehen würde. Plötzlich nahm sie etwas wahr, es war eine Wölfin, die auf die Gruppe zukam. Noch jemanden, den sie nicht kannte und der sich auch nicht um sie kümmern würde, sie verzog etwas die Leftzen, schloss kurz die Augen und genoss den kühlen Wind, der um ihre Ohren und um ihre Schnauze zog, dann aber vernahm sie weiterhin Schritte, die näher kamen und öffnete die Augen wieder. Die Ohren waren wachsam aufgestellt, spitzten sich und reagierten auf jeden Laut, der sich ihr näherte. Eine graue Fähe kam auf sie zu und Parveen schluckte, verkleinerte etwas die Augen, aber sie war nur verwirrt, nicht verärgert und immer noch traurig. Was wollte diese Fähe wohl von ihr? Die Fähe blieb mit einem gewissen Abstand vor Parveen stehen, der Stern leuchtete immer noch nicht, er stach die Welpin eher, weil es wehtat, so allein zu sein. Die Frage der Grauen kam Parveen irgendwie sarkastisch vor, ihre Stimme war so seltsam, aber das hatte die Fähe schnell erkannt und erklärt und Parveen nickte nur kurz und knapp.
„Ich liege hier und frage mich, ob mich meine Familie überhaupt mag…“
Sagte sie mit trauriger und kindlicher Stimme, ihre Augen waren große Kulleraugen, die irgendwie genässt wirkten von Tränen, ausdrücken wollten, was sie fühlte.
„Und das mit der Stimme ist nicht schlimm. Aber wer bist du?“
Parveen wollte wenigstens wissen welcher der vielen Wölfe sich hier für sie interessierte, damit sie wusste, zu wem sie einmal gehen konnte, wenn sie wirklich irgendetwas belasten würde. Seufzend spielte sie mit der Pfote auf dem Boden und verzog immer noch die Leftzen.
Die weiße Fähe blieb einfach in der Nähe des Grauen Rüden, hielt aber dennoch Abstand. Immerhin wollte sie nicht, das Laios dachte, sie würde ihn betrügen und sie wollte der Fähe, die diesem Rüden angehörte, keine falschen Sorgen machen. Ihre Augen sahen auf den Boden, sie hatte Respekt vor dem Rüden, er schien stark zu sein und keinen niedrigen Rang mehr im Rudel zu haben, außerdem war er ihr noch Fremd und vor Fremden wollte sie nicht überheblich sein. Vielleicht würde er sonst wie ihr Vater reagieren? Nein, bestimmt nicht. Er hatte eine Familie, er würde doch niemanden töten, so ohne Grund. Dafür musste schon etwas schreckliches Geschehen, vielleicht etwas Schreckliches mit seiner Familie. Ja, das konnten Gründe sein. Kurz pochte ihr Herz, sie dachte an Laios, würde er sie auch so verteidigen? Ja, natürlich. Vor ihrem Vater hatte er dies auch getan…dem Mörder der Wölfe in Weißrussland. Neyla seufzte kurz, als die raue und tiefe Stimme des Rüden an ihr Ohr drang, er schien auf sie zu reagieren und sie nicht zu verachten. Es hätte alles geschehen können an Reaktionen.
„Hidoi, schön Euch kennen zu lernen.“
Sie sah zu der Welpin hinunter, lächelte sanft und schenkte ihr einen warmen Blick, dann sah sie wieder auf, höflich und respektvoll zu dem grauen Rüden namens Zangyaku Hidoi.
„Mein Name ist Neyla Zárá. Ich bin noch sehr neu im Rudel, aus den Tiefen von Weißrussland kam ich mit meinem Gefährten Laios. Nun endet unser Weg hier. Auf den ersten Blick scheint Euer Rudel sehr nett zu sein und neue Wölfe höflich aufzunehmen. Ich hatte Angst, das man uns vielleicht verstoßen würde.“
Sie bemerkte, dass zwischen dem Grauen und der Welpin wohl irgendeine Familienangelegenheit lag, sie wollte nicht stören.
„Ich will Euch nicht stören, falls Ihr mit Euer Tochter alleine sein wollt.“
Sie machte eine deutliche Bewegung dazu, dass sie bereit war zu gehen, falls sie wirklich stören würde oder ihn belästigte oder sonst etwas.
Die kleine lauschte den Worten ihres Vaters aufmerksam. Ja ihr Bruder. Er war wirklich schon lange verschwunden und auch hatte sie das Gefühl ,als sei irgendwie ein ganz bestimmter Kontakt abgebrochen, doch konnte sie es sich nicht richtig erklären aber es machte sie traurig. Sanft schleckte sie abermals über die Schnauze ihres Vaters und hörte dann wie er sich einer weißen Fähe vorstellte. Sie hatte auch seine liebkosung mitbekommen und bedächtig stellte sie sich ebenfalls vor.
"Und ich bin Sheena. Hidoi ist mein Vater und ich hab ihn ganz dolle lieb!"
Die kleine legte den Kopf schief, wedelte mit ihrer Rute und schleckte sich über das Maul. Sie liebte es ihrer Familie ihre Liebe zu zeigen wann immer es ging und sie scheute sich auch nicht dies vor Fremden zu tun. Sie sollten gleich wissen, dass sie ihre Familie mochte. Sie kratzte sich leicht mit der Pfote an ihrem Ohr und schüttelte sich dann. Ihre Augen blitzten leicht auf, als das schlacker Geräusch ihrer Ohren ihr bewusst wurde. Komisch das war ihr ja noch nie aufgefallen. Belustigt über sich selbst erhellte ein lächeln ihre Lefzen. Sie hatte schon mitbekommen, dass sich in diesem Rudel einige Wölfe selber etwas runter machten. Doch so wollte sie niemals werden. Sie liebte ihr Leben, ihre Familie und Freunde und sich. Sie konnte nur ahnen, dass den anderne Wölfen irgendetwas schreckliches passiert war und hoffte, dass ihr soetwas nie passieren würde. Doch irgendwie wusste sie, dass das tierisch naiv war. Doch sie war ein von natur aus fröhlicher wolf und sie hoffte dass dies sich nicht so schnell ändern würde. So lächelte sie weiter und blickte die Fähe aufmunternt an. Sie sollte sich nicht ausgeschlossen fühlen. Langsam stand die kleine weiße auf und tappte auf die andere zu.
"Du bist neuer hier oder? Gefällt es dir denn hier? Kennst du schon jemanden?"
Da war er wieder der Redeschwall. Wieder lächelte die kleine und stupste die andere sanft an um ihr zu zeigen, dass sie ihr nicht böse gewillt war und um sich zu entschuldigen sollte sie sie zu viel gefragt haben.
24.12.2009, 19:29
Was Alienna da gesagt hatte berührte Leyla sehr. Sie war bereit, Leyla einen Sinn fürs Leben zu geben. Sie wußte, daß sie zur Zeit die einzige war, die Leyla diesen Sinn geben konnte. Leyla betrachtete sie lange, bevor sie eine Antwort gab. Sie sah stolz aus. So prächtiges, braunes Fell, ausdrucksstarke Augen und keine zu zierlichen Pfoten. Eine buschige Rute die ein Audruck von innerer Strärke zu sein schien. Doch..was überlegte Leyla da? Sie hatte auch eine buschige Rute, nur halt in Weiß. Und sie war so schwach wie kaum eine andere Wölfin. Labil, am Ende aller Kräfte und von den Gefühlen, wie bei einem Erdbeben, hin und her gerüttelt. Sie war die Flamme im Sturm. Und Alienna war, obwohl sie Leyla noch gar nicht so lange kannte, die einzige, die die Flamme beschützen konnte und sie zum Weiterbrennen anhielt. Unglaublich..da tauchte eine wildfremde Wölfin auf und krämpelte Leylas ganze Leben einfach so um. War Alienna sich auch wirklich im Klaren, was für Auswirkungen sie auf Leylas Bewußtsein hatte? Wie witchtig sie jetzt selbst war? Ohne sie wäre Leyla womöglich nicht mehr am Leben. Leyla durfte jetzt aber nicht nur nehmen- nämlich Lebenskraft, sondern mußte auch geben. Das, was Alienna von keinem anderen bekommen konnte. Erfahrungen und Gefühle über die Begabung, die..Magie. Alienna war ebenso etwas Besonderes. Es war erstaunlich, daß ausgerechnet Leyla dazu auserkoren war, einer anderen, jungen Wölfin etwas über diese schöne aber auch sehr gefährliche Sache etwas zu erzählen.
Sie konnte sehr selbstzerstörerisch sein. Und das Letzte, was Leyla wollte, war, daß Alienna auch Leid dadurch erfuhr, durch ihre eigene Begabung. So war auch Leyla wichtig und hatte wieder eine Aufgabe. Es war ihre Bestimmung Alienna alles darüber zu erzählen, sie über die Vorteile der Gabe aufzuklären und auch über ihre Gefahren. Aber Alienna konnte damit sicher gut umgehen und lernen würde sie mit Sicherheit auch sehr schnell. Da war Leyla sich sicher. Leyla traute sich kaum etwas zu ihr zu sagen. Jedes Wort schien ihr so besonders..jedes Wort brauchte lange Bedenkzeit, bis es für Aliennas Ohren hörbar ausgesprochen wurde. Nachdem, was sie Schlimmes zu ihr gesagt hatte. Es hätte keinen weiteren Sinn gehabt Alienna dafür um Verzeihung zu bitten. Das hatte rein gar keine Bedeutung. Nicht so. Sie mußte Alienna über die Zeit hinweg klar machen, wie Leid ihr das tat. Wunden brauchen Zeit um zu heilen. Leyla mußte nur Geduld haben. Positiv aber war, daß Leyla die Hoffnung nicht mehr aufgeben wollte, daß Alienna ihr je dafür verzeihen würde. Sie war sicherlich nicht so schwer nachtragend, daß es unwiederheilbare Narben hinterlassen hätte. Leyla sprach zu der Braunen.
„Es freut mich, daß du dieser Sache offen gegenüberstehst und Neugier zeuigst, daß du Interesse hast, mehr darüber zu erfahren. Ich werde es sicher keinem Zweiten erzählen. Niemand außer dir soll die Künste dieser Begabung anzuwenden verstehen. Und dazu zählt noch eine Sache, die du dir, so lange du lebst, immer merken mußt. Hör mir gut zu, daß ist die aller erste und die oberste Regel.
Erzähle niemandem je, daß du diese Begabung hast. Das darfst du auf keinen Fall! Es wird auch für dich nicht immer einfach, es zu verheimlichen, aber du mußt alles daran setzen, damit niemand erfährt, daß du Magie in dir sitzen hast und anwenden kannst. Daß du ein Teil des Zaubers des Mondes bist. Vergiß das nie. Es könnte nicht nur dir, sondern auch vielen anderen Wölfen das Leben kosten. Deshalb wollte ich es dir auch nie erzählen. Doch ich weiß jetzt, daß du sie auch in dir trägst und daß du das rein Gute in dir trägst und damit umgehen kannst. Das hast du mir jetzt, in der kurzen Zeit, in der wir uns kennen, oft genug bewiesen. Ich möchte, daß du alles über diese Gabe lernst. Ich hätte es beinahe mit in den Tod getragen. Doch du sollst es noch wissen. Alles. Und nur für dich allein. Es muß dein tief gehütetes Geheimnis bleiben. Ein Teil von dir, den du, wie dein Fell, deinen Kopf oder deine Augen, nie von dir geben kannst, wie es nur dir gehört. Es ist ein Teil deiner Seele. Und so lange du lebst, wird es immer so sein. Nie würde es Positives haben, wenn du es weitergeben würdest. Nun, die einzige Ausnahme..
Die einzige Ausnahme bilden deine leiblichen Nachfolger, insofern du je welche haben wirst und sie auch die Gabe besitzen würden. Und auch dann nur, wenn sie alt genug wären und du dir sicher sein könntest, daß sie damit umgehen könnten. Das hat nur einen Grund, daß du es an sie weitergeben dürftest. Sie sind ebenso ein Teil von dir. Sie tragen Fleisch von dir in sich, von ihrer Mutter. Und somit weden sie leben, schon wenn du es irgendwann, in ferner Zeit, nicht mehr tust. Und auch die Magie von dir. Aber das hat noch viel Zeit. Und vielleicht kommt es auch so nie. Das weißt nur du allein. Laß uns jetzt einen anderen Ort aufsuchen. Dieser hier macht mir Angst. Er sollte mein Todesplatz sein, die Stelle, an der meine Seele für immer erlischt..und mit ihr die einzige Magie. Doch gib mir die Chance es zu vergessen. Ich denke, wie wohl jeder, nicht gern an meinen eigenen Tod. Ich tue es zwar leider oft, aber nie gern. Es macht mir Angst. Angst, weil ich mich jedes Mal mehr damit angefreundet habe und es wieder könnte. Und das ist der falsche Weg.
Mit dem Übertragen des Wissens der Magie wirst du ein kleiner Teil von mir..“
Leyla sah weg und überlegte noch ein Mal. Hatte sie zu viel erzählt? Sie wollte Alienna nur klar machen, warum Leyla es so schwer hatte. Auch, wenn das nicht der einzige Grund war. Sie kannte die Auswirkungen nicht, was passierte, wenn es doch jemand erfuhr, der es nicht erfahren durfte oder was Leyla passiert war, nachdem es so kam, wie es nie hätte kommen dürfen. Und wie es niemans, niemals mit Alienna kommen durfte. Auch das war eine Aufgabe von Leyla. Alienna die Macht über die Gabe zu zeigen und ihr den Umgang damit zu lehren war das Eine, der einfache Teil. Weil Alienna gut war. Doch es zu einem Teil von Alienna zu machen, der sich nie wieder trennte und niemals aus ihr herauskommen durfte, der andere, viel schwierigere und vor allem gefährlichere. Nicht, daß es Alienna eines Tages auf den selben Standtpunkt wie Lelya brachte und sie sich nichts sehnlicher wünschte als den Tod. War diese Begabung ein Segen..oder ein Fluch? Obwohl sie die Antwort nicht wußte, entschied sie sich dafür, es Alienna beizubringen und zu einem Teil von ihr zu machen. Ob das gut und nützlich war, wie sie hoffte, oder das, was Alienna zerstören würde, war Leyla nicht klar. Sie setzte alle Hoffnung, auf Aliennas Gutwerden mit der Magie, ein.
Mit lautlosen Schritten übertrat der Graue die Reviergrenze, die ihm so vertraut und verbunden mit schrecklichen Zeiten war. Doch äußerlich war nicht zu erkennen, dass er dieses Revier jemals bewohnt hatte. Der hübsche Kopf war leicht gesenkt und der Blick starr geradeaus gerichtet. Die vertrauten Gerüche erdrückten den Atem, die Erinnerungen waren deutlich im Kopf zu sehen. Vorwürfe und stechende Schuld pulsierte Tahashy durch die Adern. Hier hatte er seine Eltern und seine beiden jüngeren Geschwister hinterlassen, wollte sie geschützt wissen, war aber letzten Endes zu feige, zu schwach. Er hoffte nicht irgendjemanden hier noch vorzufinden, die einmal zum Rudel der Sternfänger gehört hatten. Ihm war klar, dass das Rudel gescheitert war. Warum er aber nun hier war, wusste er selbst nicht so genau, vielleicht um mit der Vergangenheit abzuschließen?
Die Witterung anderer fremder Wölfe lag in der Luft und zog eine deutliche Schneise zwischen dem Grauen und den Rest der Welt. Er hatte keinen Platz den er sein Zuhause nennen konnte. Er war ein Wanderer der Einsamkeit. Geschlagen von seiner Reise und dem mangelnden Schlaf taumelte er ein wenig. Der letzte Kampf war nicht lange her.
Seine Pfoten trugen ihn wie von selbstverständlich einen kleinen ihm noch bekannten Pfad entlang, der zum Rudelplatz führen würde. Tahashys Gefährtin war tot, er hatte seine Familie im Stich gelassen und hatte seine noch nicht geborenen Welpen nie zu Gesicht bekommen. Sein Leben war von Anfang an schon verkorkst gewesen, doch er hatte sich daran gewöhnt, hatte andere Wölfe getroffen und wieder verlassen, wandelnd und nach Glück suchend irrte er durch die tiefen seiner Selbst.
Die Augen verengten sich, der Geruch seines Blutes, seiner Geschwister, seiner Eltern wurde stärke. Er war sich jedoch so sicher, dass er keinen von ihnen finden würde.
Die Schwärze vor seinen Augen wurde deutlicher und zehrte an den Kräften des Rüden. Ohne großartig dagegen anzukämpfen fiel er zu Boden, die Erschöpfung zu groß, die Hoffnung zu klein. Ja, hier würde er liegen bleiben. Eine seltsame Wärme durchflutete den Grauen. Ungewöhnlich geborgen fühlte er sich hier auf dem Boden, ertränkt von der Erschöpfung und von seinen Gedanken. Tahashy blinzelte leicht, sein Körper konnte er nicht wieder erheben. Die Schnauze im aufgeweichten Boden liegend, das Fell zerzaust und dreckig.
Er war so müde, doch zur Ruhe kam er innerlich nicht. Das leichte, ihm unerträgliche Chaos benebelte ihn, setzte ihn unterdruck, ließ ihn wachen.
Oh, Engaya sprach er die Lebensgöttin an, wo bleibt Deine Sänfte, wo Dein Mitleid? Lass Fenris mich nehmen, ich habe keine Ziele und Wünsche mehr. Es gibt niemanden den ich noch beschützen könnte… oder es versuchen sollte.
Er musste immer spüren wie das Leben in seinen Pfoten zerbrach, wie er alles niederschlug was er liebte und nie beschützen konnte. Tahashy hatte alles Leid auf sich genommen, um auch einmal glücklich werden zu können. Doch sein Glauben wurde nie belohnt.
Ein lang gezogenes Seufzen war zu hören.
(Ich werde diesen Thread entweder heute Abend, morgen oder übermorgen schließen und einen Jagdthread eröffnen (Lelya und Alienna werden dort natürlich auch schreiben können, auch wenn sie nicht mitjagen). Alle Fremden werden dann einfach per SL aufgenommen, tut mir leid, wenn ihr euren Einsteig anders vor hattet, aber ich kann nicht ewig warten. Davon ausgenommen sind natürlich die, die noch nicht ins RPG eingestiegen sind und Tahashy. Er wird während der Jagd gefunden werden.)
Banshee stutzte und drehte leicht die Ohren nach hinten, als Shit auf sie zugesprungen kam und sich in ihr Fell kuschelte. Doch sofort drehten sie sich wieder nach vorne, der Rüde sollte nichts von ihrem kurzen Zögern bemerken, sie freute sich für ihn, wenn er so glücklich über seine Aufnahme war. Und außerdem hatte er etwas unschuldig welpisches an sich, das Banshee irgendwo in ihrem Herzen berührte. Sachte drückte auch sie ihre Schnauze kurz in sein Fell und beschloss, ihn zu ihrer Gruppe zu nehmen, als Hetzer würde weit aus weniger Gefahr drohen und er könnte auch weniger falsch machen. Außerdem ... war er hier bei ihr und noch würde sie ihn vor Kommentaren schützen können. Mit einem fruendlichen und irgendwie erwärmten Lächeln wippte auch ihre Rute, während sie ihn noch einmal leicht anstupste.
"Es freut mich, dass du uns gerne hilfst. Wir sidn vier Gruppen, zwei Hetzer, die die Beute auf die beiden Jägergruppen zutreiben werden. Ich bin die Führerin der ersten Hetzergruppe, ich möchte, dass du in meine Gruppe kommst, ja? Dort wirst du dann auch einige andere Rudelmitglieder kennen lernen und mehrere Welpen."
Sie machte eine Schnauzenbewegugn über die Schulte, drehte sich dann leicht und sah Shit auffordernd an, ihr zu folgen. Sie würde ihre Gruppe wieder rufen und dann würde es auch bald endlich losgehen. Sie würde direkt zu ihrer Gruppe gehen, gar nicht erst den anderen Shit vorstellen, das hatte Zeit.
Der Schwarze betrachtete das Geschehen des neuen Ankömmlings, der seiner Gefährtin gefährlich nahe kam. Ein kurzer Ruck durchfuhr seinen Körper, etwas stieg in ihm auf, wie ein loderndes Feuer, gleichzeitig erstickend und fesselnd. Wie gerne wäre er jetzt aufspringen und sich zwischen den Rüden und seiner Banshee stellen, doch ihn hintere etwas daran. Sein Körper schien ihm zu widerstreben und wollte sich nicht erheben, wollte einfach dort verweilen, wo er jetzt war. Wie eine schwere Trägheit oder eine unendliche Last, die ihn auf die Knie zwang. Der Stich in seinem Herzen kam unverhofft und scheinheilig schnell, wie der Regentropfen auf raues Wasser traf. Unbedeutend, dennoch schlug auch dieser Tropfen Wellen. Es war Eifersucht, die Angst dass man ihm Banshee nehmen könnte, die Furcht, dass irgendwann ein anderer Wolf ihnen dazwischen treten könnte. Selbst wenn die beiden Wölfe Gesandte Götter waren und unsterblich ihre Existenz in diesem Revier verweilten, war es nicht ausgeschlossen, dass ihre Liebe an der Gewalt, die ihnen durch ihre Aufgabe zugeteilt war, zerbrach. Vorsichtig schüttelte der Hüne den Kopf und vertrieb die Gedanken, sie waren unwirsch und falsch. Die weiße Fähe würde die Liebe nicht riskieren, für sie war die Liebe genau wie für ihn, etwas lebensnotwendiges. Was aber ließ die Zuversicht des Gesichtpunktes Acollons so wegwischen und alle Vernunft zerstören? Eine törichte Seele, die auf eine Familie, Zuneigung und Hoffnung gewachsen war. Jämmerlich fristete sie ihr Dasein in Acollon und meldete hier und da ihre Zuversicht von Gefühlen und Reaktionen. Und der Alpharüde ließ es einfach zu, ließ sich darauf ein, solange er einfach lieben konnte. Er suchte nur ein Weg aus dieser Leere, die so lange sein Leben bestimmt hatte. Nur langsam begriff der Schwarze, dass es vorbei mit seiner Freiheit, die ihm grenzenlos alles erlaubte war. Ja, er hatte das Privileg Familie gegen seine Freiheit eingetauscht und er bereute es keinen Tag, keine Stunde und auch keine Sekunde lang. Mit einem leicht verbittertem Lächeln erhob er sich, ließ sich vom Wind umspielen und spürte, wie doch ein wenig Freiheit an ihm zerrte, wie sie da war, ohne dass er seine Familie allein lassen musste.
Ich kann Dir zeigen, was es heißt allein zu sein, dachte er zufrieden, dennoch etwas traurig. Obwohl er Alpha war und von Anfang der Gründung dieses Rudels seine Anwesendheit hier verweilt hatte, er war bei den anderen Wölfen ein Dorn im Auge. Er verstand es nicht, mit den Gefühlen anderer umzugehen, wenn er doch selbst nicht mal seiner Seele die Aufmerksamkeit schenkte, die sie brauchte. Und so würde er an der Seite von Banshee alt werden, immer sich von anderen fern gehalten und abgesondert. Acollon war darüber nicht enttäuscht, denn es war schließlich sein eigener Weg gewesen, den ein Gott vorbestimmt hatte. Und ebenso war er glücklich darüber eigene Welpen zu haben, wenngleich er kein guter Vater war. Die schmerzliche Erinnerung, dass er einst Welpen tötete und darüber nur höhnisch lachen konnte, hatte er verdrängt, nur manchmal, wenn er schlief, sah er diese schwarze Gestalt, die über einen toten Leib gebeugt war und sich daran satt aß. Und wenn er dieses Geschehen näher betrachtete, konnte er sich selbst einen jungen Wolf fressen sehen. Ihm graute davor, deswegen schlief er selten, ließ sich keine Ruhe, vermied das Töten, was wohl seine Aufgabe war.
Und tatsächlich, in der Nähe musste ein Wolf kurz vor seinem Ende stehen. Er witterte es, er roch es, fühlte es, sah es. Die Lebenslinien die bei ihm alle endeten. Er konnte sie sehen. Wie Nebel der von Regen zerrissen wurde, in den verschiedensten grellsten Farben, dennoch Trist und Grau.
Wieder einmal ließ er die Schulterknochen aneinander knacken, er hatte bemerkt, dass er seine Gefährtin die ganze Zeit über angestarrt hatte. Langsam schritt er zu der Weißen herüber und schenkte dem Neuen (Shit) ein Nicken. Er sah in Richtung Himmel und deutete seiner Gefährtin, dass es Zeit war, aufzubrechen.
Shit sprang sofort auf die Pfoten und war wahrscheinlich schon bereit, als Banshee es noch nicht einmal war. Er tappte ein paar Schritte, bis er sie wieder ansehen konnte.
"Danke! Danke, Banshee. Shit begleitet mit großer Freude eure Gruppe. Auch möchte er mehr Wölfe kennen lernen. Shit will schließlich die Namen derer kennen, mit denen er in einem Rudel ist. In einem Rudel, das so eine liebe Alphawölfin hat. Shit kennt zwar nicht so viele Alphawölfinnen, nur noch eine, seine Mutter und die war nicht so gütig, aber bestimmt wäre nicht jede Fähe so großherzig."
Er unterbrach seinen Redeschwall zwar nur ungern, doch er hatte gesehen, wie sich ein schwarzer Rüde näherte. Shit verstummte kurz und musterte den Wolf, der an sie heran trat. Der Alphawolf? Wäre gut möglich. Der Gefährte dieser lieben Wölfin hier. Als er das Nicken auffing, erwiderte er es sogleich.
"Shit grüßt euch, Schwarzer. Nun kennt ihr auch seinen Namen."
Ein freundliches Lächeln zierte seine Lefzen, herzensgut und aufgeschlossen, als gäbe es nichts Schlechtes in dieser Welt.
Innerlich freute sich Ayala sehr über einen Zuwachs in ihrer bisher eher klein gehaltener Gruppe von Hetzern. Äußerlich blieb sie jedoch recht kühl und brachte nur ein leichtes Lächeln zustande. Sie war einfach zu angespannt in der momentanen Situation.
„Schön, dass du uns begleiten willst, Fremder. Ich verlasse mich auf dich. Das mit den Alphas geht sicher klar. Darf ich dich nach deinem Namen fragen?“
Die Weiße blickte nochmals kurz zu Banshee, die immer noch viel beschäftigt schien. Es würde sicher in Ordnung sein, den Neuen in der Gruppe aufzunehmen. Sie wartete jedoch so lange, bis sie einen kurzen Blickkontakt mit sowohl Banshee als auch Acollon erzielt hatte, sodass sie sicher gehen konnte, dass sie sich während der Jagd nicht noch mit dem plötzlichen Auftauchen neuer Persönlichkeiten beschäftigten mussten. Sie sollten ihn schon einmal kurz gesehen haben. Nachdem dies geschehen war, blickte sie wieder zu ihrem Gegenüber.
In seinen Augen lag etwas, das ihr vertraut erschien. Etwas latent Trauriges, Verträumtes schien ihr entgegenzublicken. Sie lächelte ihn kurz an und wandte sich dann zum Gehen.
„Lass uns schon einmal losgehen. Erzähl mir währenddessen etwas von dir.“
Es war weniger eine Aufforderung als ein Wunsch, ihn reden zu hören.
Schweigsam setzte sich der Rüde in Bewegung, langsam und vorsichtig. Seine Augen waren auf den schlammigen Boden gerichtet und suchten einen Anfang. Er sollte etwas über sich erzählen, kannte aber nicht viel, was interessant wäre zu erzählen. Er hatte seinen Bruder verloren, seine Träume waren zerstört und er hatte keine Perspektiven mehr. Aber war es das, was die weiße Ayala interessieren würde? Der Graue glaubte nicht daran. Er bevorzugte lieber das Schweigsame, schwelgte noch eine ganze Weile in Gedanken herum, bevor er sich entschloss seinen Namen zu nennen.
“Man gab mir den Namen Noaku, verehrte Wölfin“,
meinte er leise, in einem geflüsterten Ton. Es war keine Schüchternheit, eher die Verlegenheit nicht zu wissen, was er der Weißen erzählen konnte, und was sie im Moment einfach noch nichts angehen würde. Schließlich konnte er sich die Reaktion der Wölfin gut vorstellen, wenn sie hören würde, dass sein großer Bruder nicht vor allzu langer Zeit gestorben war. Entweder sie kannte klagende Wölfe und war davon angenervt oder sie würde mit übertriebenem Mitleid reagieren um ihr Desinteresse zu überspielen. Doch urteilte er einfach mal nicht zu schnell.
“Was möchtest Du von meinem Leben erfahren? Es gibt nicht viel zu erzählen, ich gehe bis hierhin einen friedlichen nicht allzu spannenden Weg. Ein einfacher Wanderer“,
meinte er mit einem seichten Lächeln auf den Lefzen und sah der Wölfin in die Augen. Nie zuvor konnte er einer erwachsenen ihm fremden Fähe so in die Augen sehen. Ihm war es etwas unangenehm, er hatte immer ein Gefühl, dass man ihn durchleuchten könnte, seine Schwächen erfahren und sie zu einem eigenen Vorteil nutzen. Rasch suchten sich seine Augen ein anderes Ziel. Den Boden. Fast liebevoll und mit völliger Aufmerksamkeit betrachtete er die Erde auf der sie gingen.
Die Ohren ließ er leicht hängen, was ihm das Aussehen eines verlorenen Welpen verlieh. Die Rute hing schlaff zwischen den Hinterbeinen. Mit dem größtem Interesse sah er die gammelnden und welken Blätter an.
Eine leichte Briese ließ die Bäume leicht rauschen. Die letzten Vögel machten sich langsam auf den Weg in den Süden, die anderen welche immer an einem Ort blieben, richteten sich auf den Winter ein. Überall huschten geschäftig die Tiere umher. Jeder tat was er konnte, damit es im Winter nicht erfror oder verhungerte. Das Treiben der Tiere störte den grauen Rüden jedoch in keinster Weise. Er bahnte sich seinen Weg sicher durch das Unterholz, lauschte zwar dem Wispern des Windes und den Tierlauten, jedoch störte es ihn nicht mal, wenn ein kleines Tierchen über seinen Weg hopste. Er dachte über die Vergangenheit, die Zukunft nach. So viele Fehler hatte er begangen, doch war er nun auf dem Weg der Besserung. Dachte er zumindest. Aus den tiefen seiner Gedanken wurde er geschleudert, als er das erschrockene quieken eines Eichhörnchens hörte, welches ihn erblickt hatte, als es gerade dabei war seine Nuss zu vergraben. Es blickte ihn erschrocken mit seinen kugelrunden, braunen Augen an. Der Rüde machte nur einen verächtlichen Rutenschlag und wand sich ab. Das Hörnchen sprang schnell davon, hatte es wohl auch seine Macht und seine Kälte vernommen? Langsam glaubte er nicht mehr daran, dass es irgendein Tier gab, welches ihn nicht verachtete. Welches nicht von seiner Vergangenheit wusste, dabei war er doch schon so weit weg. So weit von seinem Geburtsrudel entfernt. Soweit von all dem schlimmen davon gelaufen. Niemand hier konnte es wissen und doch hatte er das Gefühl, dass der Wind es allen erzählte. Es war als riefe der Wind höhnisch seinen Namen und er war machtlos. Er konnte sich schlecht gegen etwas wehren, was nicht wirklich existierte und doch wollte er es doch so gerne tun. Es war, als würde seine Geschichte ihm voreilen, überall Bericht erstatten und ihn runtermachen. Doch kein Laut verließ die Kehle des grauen Rüden. Verbissen biss er seine Zähne aufeinander und tappte weiter. Nun blieb er stehen und hob witternd seine Nase. Er hatte ein Ziel oh ja. Noch nie war er ohne Ziel losgezogen. Doch dieses Mal war es eine schwere Aufgabe. Er war auf dem Weg seine letzte noch lebende Tochter zu finden. Er schwenkte den Kopf ein wenig um die anderen Gerüche alle aufzunehmen. Entschlossen blickte er dann wieder nach vorne. Ja er befand sich noch auf dem richtigen Weg. Entschlossen setzte er sich wieder in Bewegung. Seine Rute schwang leicht mit, seine Schritte waren groß und raumgreifend, so fraß er schon seit Wochen die Kilometer seiner Wanderung. Man konnte seinem Fell schon die Zeichen der langen Wanderung ansehen. Es war etwas glanzloser geworden und an manchen Stellen verklebt und verstrubbelt. Doch seine Muskeln waren wie eh und je. Eher noch hatten sie sich gestärkt. Es war ja sowieso ein starker Wolf, von Natur aus und dann gestärkt durch die ganzen früheren Kämpfe. Es waren gestählte Muskeln hatte ein Wolf einmal zu ihm gesagt, bevor er für ewig geschwiegen hatte.
Wieder war der Rüde in seinen Gedanken versunken. Er achtete nur noch vage auf den Weg und die Geräusche um ihn herum hatte er nun endgültig vergessen. Die Vergangenheit. Er bereute es so sehr, was er getan hatte. Sein letzter Wunsch war es, seine Tochter Neyla Zárá zu finden. Er hoffte es so sehr. Er wollte sich entschuldigen. Konnte nur auf ein Wunder hoffen, nämlich darauf, dass sie die Entschuldigung annahm, wovon er nicht wirklich ausging. Und doch wollte er es versuchen. Wenn dieser Wolf sich einmal etwas vorgenommen hatte, führte er es auch zu Ende. So war es früher doch schon gewesen. Doch da fiel ihm eine Sache ein, welche er nicht zu Ende geführt hatte. Worüber er jetzt mehr als sehr froh war. Er hatte seine Gefährtin brutal umgebracht. Er hatte viele Wölfe auf dem Gewissen. Nicht nur Wölfe. Er hatte sie von der Klippe gestürzt. Seine Welpen hatte er angelogen, hatte er gequält und zum Schluss die klippen hinunter geworfen. Nur eine nicht. Neyla Zárá. Sie war geflohen.
Ein Stechen in seinem Herzen holte ihn in die Gegenwart zurück. Es tat ihm jedes Mal weh, wenn er daran dachte. Doch schnell versank er wieder in seinen Gedanken. Er hatte viele Wölfe getroffen und sie nach dem Weg gefragt. Nach dem Weg zum Sternenwind Tal. Dem Tal, in dem er hoffte Neyla wieder zu sehen. Vielleicht würden ihm dort auch andere Wölfe begegnen, welche an seinem Rudel vorbeigezogen waren, oder welche er unterwegs getroffen hatte. Einerseits hoffte er, dass niemand von seiner Vergangenheit wusste, doch andererseits wäre es irgendwie hilfreich. Er musste geradestehen für das, was er getan hatte und dann war es selbstverständlich, dass er verachtet wurde. Das hatte er sich doch schließlich alles selber eingebrockt. Warum war er nur so hart gewesen. So kalt und ohne Gewissen? Das hatte sich geändert. Noch immer war er ein kalter Rüde. Er fasste nicht schnell vertrauen, war jederzeit Kampfbereit, doch trotzdem hatte sich etwas geändert. Und er hoffte, dass Neyla genau das merken würde, wenn er sie sah. Er wollte nicht, dass sie Angst vor ihm bekam. Das sie dachte, er wolle das zu Ende führen was er damals nicht geschafft hatte. Neyla kannte seine Kälte. Sie müsste merken, dass er anders war. Wie verwandelt. So fühlte er sich zeitweise auch. Wenn ihn gerade nicht seine Wut überfiel. Wenn er gerade still und tief in Gedanken versunken war, so wie jetzt eben. Er fühlte sich befreit und verwandelt. Als ob er gestorben und wieder neu auferstanden wäre. Und genauso hatte er damals auch gehandelt, als ihm dies zum ersten Mal passiert war. Er war losgezogen, hatte beschlossen seine Tochter aufzuspüren. Hatte immer viele Rückschläge gehabt. Hatte auch noch Wölfe getötet. Immer dann, wenn er sich nicht mehr unter Kontrolle hatte, doch in der langen, langen Zeit die er unterwegs war, hatte er gelernt. War stets vorsichtig gewesen. Hatte gelernt sich zu beherrschen. War nicht sofort ausgerastet, wenn ihm jemand nicht antworten wollte. Er hatte sich vorgenommen sein Leben von Grund auf zu verändern. Wollte neu anfangen. Wollte ein friedliches Leben führen. Mit seiner Tochter vielleicht ja sogar, so hoffte er. Wenn sie ihm denn überhaupt verzieh. Was wenn nicht? Was würde er dann tun? Was wenn sie das Rudel gegen ihn aufhetzen würde? Wenn er wieder der alte werden würde? Nun erschauderte er doch. Das wäre ihm früher nicht passiert, bemerkte er! Doch eigentlich schätze er Neyla nicht so ein. Sie war es doch immer gewesen, die versucht hatte Friede zu bewahren. Er war es doch immer gewesen, der sie das Gegenteil hatte lehren wollen. Was wenn sie es zum Schluss doch gemerkt hatte. Wenn sie sich seine Lektüren gemerkt hatte und nun so war? Doch er wusste, seine Tochter war stark. Sie würde schon den richtigen Weg finden, schon das richtige tun. Nun entwich ihm ein seufzen. Erschrocken blickte er sich um. Hoffentlich hatte das niemand gehört. Noch hatte er sich nicht so ganz an seine, sehr kleine aber auch sehr weiche Seite gewöhnt. Er schüttelte nun doch leicht verärgert den Kopf. Manche Dinge, die ihn veränderten fand er ja okay aber manche, auf manche konnte er wirklich gut verzichten.
Dunkelheit überkam nun die Landschaft. Alles tauchte sich in ein rötliches Licht, bis die Sonne ganz untergegangen war. Nun waren es nur noch seine Augen, welche Rot schimmerten. So wie immer, wenn es Dunkel wurde. Wenn die Dunkelheit die Erde einholte, auch wenn man selber noch lange nicht bereit war. Doch Koros hatte beschlossen weiterzugehen. Er wollte nicht eher ruhen, bevor er seine Tochter gefunden hatte. Nur die wichtigsten Pausen wollte er einhalten. Schließlich musste er bei Kräften bleiben. Musste genügend Energie für die ganze Reise haben. Wollte im Notfall genügend Energie für einen Kampf haben. Wollte nicht ganz ruhmlos sterben. Wollte doch eigentlich in die Zukunft sehen. Doch was bedeutete schon Ruhm, wenn man niemanden hatte, mit dem er ihn teilen konnte? Langsam wendete er seinen Kopf und schaute hinter sich. Drehet sich langsam, ganz langsam um und starrte auf den langen Weg den er gekommen war. Auf seine Vergangenheit, welche er hinter sich gelassen hatte. Er setzte sich und öffnete seine Schnauze. Ein lautes Heulen durchbrach nun die gerade entstandene Stille. Gerade waren die letzten Tagaktiven Tiere zur Ruhe gekommen, da eröffnete der einsame Rüde sein Konzert. Sein Konzert zu Ehren der Zukunft. Zur Verabschiedung der Vergangenheit, welche er wie er hoffte für immer hinter sich lassen würde. Heulte in den dunklen Abendhimmel, hoffte auch keine Antwort. War nicht nah genug an irgendeinem Rudel, als dass er gehört werden konnte. Höchstens von irgendwelchen Wölfen, die so wie er umherzogen, doch auch die waren selten um diese Jahreszeit. Doch gab es sie immer. Mal mehr und mal weniger. Schließlich senkte er seine Schnauze wieder. Schloss sein Maul und stand auf. Wendete sich abrupt ab und schritt weiter nach vorne, in die unbekannte Dunkelheit, welche nun wirklich das ganze Tal in dem er sich befand eingehüllt hatte. Nun schritt er etwas langsamer aus. Beobachtete ganz genau die Umgebung. Wollte nicht von irgendetwas überrascht werden. Nicht so kurz vor seinem Ziel. Nach seinen Berechnungen, würde es allerhöchstens noch ein paar Tage dauern, würde er dieses Tempo beibehalten, einmal noch eine kurze Pause einlegen und einmal sich etwas zu Fressen organisieren. Natürlich beruhte sein Ergebnis nur aus dem zusammen getragenem Wissen der anderen Wölfe und er konnte sich nicht sicher sein weil immer ein paar etwas anderes behaupteten, doch um viel mehr sollte es sich eigentlich nicht verzögern. Hoffte er.
Ayala blickte den Rüden von der Seite an. Sie musterte ihn nicht, im Gegenteil, sie brauchte ihn nicht zu mustern. Etwas Unbestimmbares ging von diesem Rüden aus, das die Weiße bis ins tiefste Innerste berührte. Es war etwas anderes als das, dem sie gewöhnlich bei Fremden begegnete. Sie verspürte bei dessen Anwesenheit weder Mitleid, den Drang zu helfen, noch Unsympathie. Auch seine Wortwahl betreffend war sie zwar über das „verehrte Wölfin “ etwas überrascht, gleichzeitig jedoch hatte sie eine Ahnung verspürt, dass er sie besonders behandeln würde. Aber nicht aufgrund ihrer Position, sondern aufgrund irgendetwas, das sie nicht fassen konnte.
„Noaku, versteh mich bitte nicht falsch. Ich möchte dich nicht ausfragen. Ich will nichts über deinen Lebenslauf erfahren – zudem sind wir nicht vertraut genug, um dich nach so etwas zu fragen. Gleichzeitig jedoch wollte ich von dir eine Antwort, die mir Gewissheit über dein Denken gibt. Ich kann in deinen Augen etwas sehen, das mich … sehr an mich selbst erinnert.“
Ayala sah ihn nochmals an. Jedoch nicht eindringlich – nur mit einer Spur von Erinnerung, Aufforderung und zugleich einem Zeichen dafür, dass sie warten würde. Und dennoch nichts erwartete.
Es mochte ihr Angst machen einem Fremden gleich so viel preiszugeben, doch sie verließ sich nicht auf den Verstand, wie so oft. Diesmal siegte ihr Herz.
Etwas verblüfft über die Worte der Weißen sah der Graue zwangsläufig auf. Seine bernsteinfarbenen Augen suchten Erklärung, suchten eine Antwort, obwohl die Betawölfin ihm diese schon genannt hatte. Er fühlte sich Ayala seltsam vertraut, war aber gleichzeitig misstrauisch seinem so merkwürdigen Vertauen einer fremden Fähe gegenüber. Die Ohren schnippten nervös, die Rute schlenkerte auch Unsicherheit. Er konnte mit dem, was gerade in ihm vorging nicht umgehen. Er dachte zwar gerne nach, doch empfand Noaku es als lästig sich über seiner Person Gedanken zu machen. Der Rüde wollte einfach noch nicht über sich nachdenken, denn er wusste genau, dass er eine mächtige Trauer finden würde, tiefe Verzweiflung und eine große Müdigkeit entdecken mochte. Noch war der Verlust zu frisch.
Bevor Noaku antwortete setzte er wieder ein zögerliches Lächeln auf:
“Deine Frage war vollkommen in Ordnung und ich weiß, dass sie mehr rhetorisch gemeint war. Aber verzeih, ich finde die richtigen Worte noch nicht.“
Die hellen Augen nahmen eine leichte Traurigkeit ein. Irgendwann musste er sich mit dem Tod seines Bruders auseinander setzen, wie schwer es ihm auch fallen würde. Der Wind frischte ein wenig auf und stellte gegen den eigentlichen Strich das Fell des Grauen auf. Noaku versuchte krampfhaft das zögerliche Lächeln beizubehalten, es missglückte. Aus der leichten Freundlichkeit wurde etwas gezwungenes Nachdenkliches. Fast starr sah er gerade aus, versuchte sich das Brett vorm Kopf zu ziehen, um ja keinen Einblick in sein inneres Chaos zu bekommen. Wie mechanisch schritt er voran, bis der Anflug eines Erinnerungsschwalles abgeklungen war.
“Bist Du glücklich?“,
es war eine seltsam schwierige Frage, obwohl man sie auch einfach mit „Ja“ oder „Nein“ hätte beantworten können. Doch sich über wahres Glück bewusst zu werden, konnte das ganze Leben lang dauern. Eigentlich war es nicht Noakus Art Fragen zu stellen und dann auch noch solche, bei denen man nachdenken musste und sich tiefgreifender damit beschäftigen konnte. Zugleich bereute er es gefragt zu haben.
Entschuldigend sah er die Fähe an, hoffte auf Verzeih seiner dummen Frage.
Die Gruppen, die noch nicht aufgebrochen waren, fanden sich wieder zusammen, es gab noch die letzten Anweisungen, dann brachen sie auf. Es würde keine lange Wanderung werden, aber sie sollten sich trotzdem etwas beeilen. Das Wetter wurde schlechter, bei starkem Regen zu jagen war zwar einerseits eine gute Tarnung ... anerdererseits auch eine Behinderung. Und bei ihrer Taktik sollten sie eigentlich keinen Regen brauchen ...