Krolock
28.07.2010, 18:07

Der Sturm hatte sich gelegt, Krolocks Zorn sich lediglich gemäßigt. Hier und da platze er einfach wieder heraus und so zog es der schwarze Jungrüde vor, immer in Bewegung zu bleiben. Einfaches Herumliegen erschien ihm unmöglich. Er würde wahnsinnig werden. Langsam war er nur nicht mehr sicher, wie nahe er sich am Abgrund des Wahnsinns entlang bewegte. Es war, auf seltsame Art und Weise der einzige Antrieb den er hatte, der ihn zugleich zunehmend ermüden ließ. Recht lustlos hatte er am frühen Morgen mit ein paar Büschen gekämpft, bis von diesen nichts mehr übrig geblieben war. Dann war er gerannt, als wäre der Tod persönlich hinter ihm her. Durch Zufall hatte er einen Hasen aufgeschreckt und war diesem hinterher gehetzt, um irgendetwas Sinnvolles zu tun. Viel über die Jagd hatte er nicht gerade gelernt, aber wenigstens ein paar Kleinigkeiten. Für diesen Hasen könnte es reichen.
Der Bau kam ihm allerdings zuvor. Und schon wollte er wieder ausrasten. Er fing, unsinnigerweise an zu graben. Er wusste nicht so genau wie lange. Hier und da hatte er einfach nur in die Erde gebissen, als wäre sie der Feindersatz. Nach diesem überaus anstrengenden Vormittag stellte sich aber spätestens nach dem Grabausraster völlige Erschöpfung ein.
Seit diesem Zeitpunkt streifte er genervt durch den Wald, nicht wissend, was er mit sich anfangen sollte. Ruhelos.

Liel
29.07.2010, 14:01

Nachdem die Lehrjagd frühzeitig abgebrochen wurde und die Jungwölfe somit nicht sonderlich viel über eine ordentliche Jagd lernen konnten, blieb Liel nichts anderes übrig als ihren knurrenden Magen mit Mäusen und wenn sie Glück hatte einem dummen Hasen zu füllen. Doch dieses Glück schien ihr vergönnt. Aufmerksam schlich sie durch den Wald, immer auf der Suche nach irgendetwas jag- und essbaren. Die Ohren spielten leicht und kein knackender Ast verriet ihre Absichten. Doch trotzdem schienen die Tiere genau zu wissen, dass sich ihnen ein todbringender Wolf näherte, denn nichts schien sich auch nur im Geringsten zu bewegen.
Doch statt entnervt zu sein, musste sie über sich lachen. Vielleicht stellte sie sich auch einfach zu ungeschickt an. Wahrscheinlich würden die Tiere sie, wenn sie nicht so große Angst vor ihr hätten, ebenfalls auslachen.
Durch das Kichern wurde ihre Jagd natürlich nicht besser, aber der knurrende Magen war sowieso schnell vergessen, als ihr eine Witterung in die Nase stieg, die auf keinen Fall eine Beute darstellen konnte. Krolock.
Der Wind stand günstig, er würde Liel noch nicht bemerkt haben und so pirschte sie sich vorsichtig an ihr ‚Opfer’ heran. Sie bemühte sich sehr, sehr leise zu sein, aber bei all der Konzentration auf ihr Ziel, vergas sie vollkommen auf den Weg zu achten und als sie sich in dichtem Gebüsch wiederfand war es schwierig nicht mehr auf irgendwelche Äste zu treten, die scheinbar den ganzen Boden bedeckten.
Als ihr dann auch noch einige Pollen in der Nase kitzelten war die Beherrschung endgültig verloren. Langsam kräuselte sie ihre Nase, doch das Niesen ließ sich nicht mehr unterdrücken.

„Mist…“

Leise murmelnd kämpfte sie sich aus dem Unterholz. Jetzt war der Überraschungseffekt wohl gleich Null.

Krolock
29.07.2010, 14:49

Als hinter ihm jemand nieste, fuhr Krolock herum und suchte die Büsche ab. Die Stimme seiner Schwester verriet allerdings auch schnell, ohne dass er sie ausmachen konnte, wer sie war und wo sie sich befand. War sie ihm nachgeschlichen? Wenn ja wie lange? Und wozu?
Mit kühlem Blick stand er ihr gegenüber, unnahbar und gleichgültig. Sie war eine Fremde. Im ersten Augenblick war ihm nicht einmal klar, dass sie einst nebeneinander an ihre Mutter gekuschelt gelegen hatten. Dann wiederum, als er wusste, dass es sich um seine Schwester handelte, schnaubte er genervt.

„Darf ich erfahren, was du da treibst?“

Fragte er tadelnd und abweisend. Er hatte keinen Nerv dafür, sich nun mit ihr abzugeben. Krolock wusste nichts mit ihr anzufangen. Augenblicklich wollte er keine anderen Wölfe um sich haben, ohne dass er sich alleine übermäßig wohl fühlte. Es war einfach alles egal. Er war nur wütend, wusste nicht warum. Als wäre heute nicht sein Tag. Er hatte Lust auf gar nichts, außer vielleicht jemanden anzuschreien oder ein bisschen Blut zu lecken.

Liel
03.08.2010, 01:39

Überrascht blickte sie ihrem Bruder entgegen. Natürlich hatte er sofort erkannt um wen es sich handelte, aber seine Reaktion verunsicherte sie im ersten Moment ein wenig. Doch dann hob sie energisch ihren Kopf und trabte ihm entgegen.

„Was für eine freundliche Begrüßung.“

Leichter Spott lag in ihrer Stimme. Das musste sie sich nicht gefallen lassen. Früher waren sie wie beste Freunde gewesen. Krolock hatte ihr von Anfang an alles bedeutet, sie ihm auch. Das wusste sie. Warum war er nun so abweisend zu ihr. Sie hatte ihm doch gar nichts getan, sie hatte nicht mal nach ihm gesucht, sondern seine Witterung hatte ihren Weg gekreuzt. Warum also die ablehnende Haltung?
Von all den Gedanken in ihr, konnte man ihr nichts anmerken, sie blickte ihn an, beobachtend, abschätzend und ein wenig nachdenklich. Aber keinesfalls wehmütig. Doch so fühlte sie sich innerlich. Zerrissen und unsicher. Er war verdammt noch mal ihr Bruder.

Krolock
04.09.2010, 01:12

Krolock verdrehte die Augen und sah seine Schwester genervt an. Was wollte sie? Welpenspielchen spielen? Ihm war nicht danach. Er war wütend und er wollte sie jetzt nicht in seiner Nähe haben. Er hatte keine Lust auf schnippische Kommentare und auch nicht auf ein anderes Gespräch. Er musste erst noch ein bisschen toben. Sinnlos, bis seine Pfoten nicht mehr wollten.

„Verzeih, ich vergaß, dass man mit hochwohlgeborenen Prinzessinnen anders spricht.“

Gab er kühl zurück und betrachtete sie emotionslos. Er wusste nicht so genau, was er sah, wenn er in ihr Gesicht blickte. Irgendetwas vergangenes, etwas verlorenes, dass ihn jetzt aber nicht mehr scherte. Sie hatte Ähnlichkeit mit ihrer Mutter. Ob sie das wusste?

„Was ist nun? Wolltest du irgendwas von mir?“

Fuhr er sie erneut an. Seine Pfoten wollten sich in die Erde graben, wollten Anlauf nehmen und davon eilen. Bis ans Ende der Welt. Er wollte nichts lieber, als vor sich selbst davon laufen. Vor dieser Wut, diesem ungezügelten Zorn.

Liel
12.09.2010, 19:14

Hochwohlgeborene Prinzessin. Ein Schnauben entfloh aus ihrer Kehle. Krolock war eindeutig noch verrückter als Ciradán. War sie die Einzige von ihnen dreien die nicht verrückt geworden war? Oder hatte auch sie sich seit dem Tod verändert und wusste es nur selber nicht?
Was sie jetzt dennoch wusste, war, dass sie wütend war. Sehr wütend. Fast schon gefährlich wütend. Was bildete sich ihr aufgeblasener Bruder eigentlich ein. Auch früher war er schon grob gewesen, aber damals hatten sie sich trotzdem geliebt und verstanden. Und nun war er so ein ekelhafter Rüde geworden, der stark sein wollte und mit einer Härte in die Welt blickte, die Liel regelrecht verstörte. Würde er jemals wieder das Schöne in der Welt erblicken können?
Er hatte regelrecht Scheuklappen auf, konnte nur das sehen, was er sehen wollte. Das Böse, das Schlechte, seine eigene Wut, die er nicht kontrollieren konnte. Er gab sich so stark und war doch so schwach.

„Du Feigling“

Ein Knurren entwich ihr. Sie war ein wenig erschrocken über den Klang, es klang bedrohlich. Nicht so, wie ihr Knurren klang, wenn sie auf Mäusejagd ging. Erwachsener. Und stärker. Selbstbewusster.
Noch ehe sie weitere klare Gedanken fassen konnte machte sie einen Sprung nach vorne. Noch nie hatte sie sich so reizen und verleiten lassen, doch ihr Bruder hatte nichts anderes verdient als eine ordentliche Portion Schmerzen. Vielleicht würden diese seinen Verstand wieder entnebeln können.
Im Sprung riss sie ihr Maul weit auf, erneut Knurrte sie ihn an. Kurz vor ihm landete sie und ließ, kurz vor seiner Schnauze, ihre Kiefer aufeinander krachen.
Er sollte sich ja vorsehen.
Und plötzlich wurde ihr bewusst: Auch sie hatte sich verändert.

Krolock
15.09.2010, 17:11

Krolock hatte das Gefühl, ihr war nun nichts mehr eingefallen, was sie hätte erwiedern können. Sie beschimpfte ihn als Feigling und wusste sonst nichts zu sagen. Er reagierte gar nicht erst auf diese Beleidigung. Was sollte er auch damit anfangen? Ohne jede Emotion sah er sie an und beobachtete die Wut in ihren Augen, die er herauf beschworen hatte. Es amüsierte ihn irgendwie, dass er sie so in Rage versetzen konnte. Sie glaubte doch wohl nicht, dass er Angst vor ihr hatte? Regungslos stand er da und sah zu, wie sie nach einem drohenden Knurren vorschnellte und ihre Kiefer aufeinander schlagen ließ. Ganz kurz vor seiner Schnauze. Ein Blinzeln konnte er nicht unterdrücken, ansonsten rührte er sich nicht, sah sie unverwandt an. Was wollte sie von ihm? Er sah keinerlei Sinn in dieser Begegnung, in ihrem Verhalten, in der hitzigen Diskussion die sie führten und die er durch seine Stummheit beendet hatte. Sollte nun ein Schlagabtausch folgen, in dem sie sich irgendwelche dämlichen Sachen an den Kopf warfen? Darauf hatte er nun wirklich keine Lust.

"War's das?"

Fragte er gereizt. Sie war ihm immer noch gefährlich Nahe, ohne dass er sich dafür interessierte. Er war noch nicht viel größer als sie, man konnte allerdings vermuten, dass er sie irgendwann überragen würde. Womöglich nicht allzu viel, aber doch immerhin ein bisschen.
Krolock bewegte sich einige Schritte von seiner Schwester fort und blickte in den Wald. Das ruhelose Laufen würde gleich wieder beginnen. Der Wettlauf gegen seinen eigenen Schatten, der an ihm haftete. Müde und desinteressiert betrachtete er Liel noch einmal, ehe er in einen leichten Trab verfiel und begann, davon zu laufen. Schneller, immer schneller.

Liel
02.11.2010, 21:54

Warum tat er nur so herzlos? Was war nur mit ihrem verdammt blöden Bruder los. Sie waren doch schließlich Geschwister und mehr als ihn und Ci hatte sie doch nicht mehr. Sie waren nur noch zu dritt, mehr Familie gab es nicht und musste dann auch noch Krolock sich von ihnen entfernen. Vielleicht sogar trennen?
Die Gefühle fuhren Achterbahn. Schon längst war sie nicht mehr wütend und aggressiv sondern nur noch traurig. Sein Verhalten verletzte sie, diese nicht auffindbare Liebe und Vertrautheit die sie früher zwischen ihnen gefühlt hatte, war einfach verschwunden. Er war Ruhelos geworden, dies offenbarte sich gerade jetzt wieder nur zu deutlich.
Und dann, sie traute ihren Augen kaum, drehte er sich um und lief davon. In diesem Moment überschwemmte sie ein Gefühl von unendlicher Leere und Hilflosigkeit. Und obwohl sie dachte, dass sie wegen der plötzlich schwindenden Kraft eigentlich zu Boden sinken müsste, begann sie zu laufen. Krolock hinterher. Sie durfte ihn nicht so gehen lassen. Sie befürchtete ganz stark, dass sie ihn dann verloren hätte und das wollte sie um jeden Preis vermeiden. Doch wie sollte sie an ihn herankommen.
An seinen Verstand zu appellieren machte keinen Sinn mehr, der war längst inmitten von Wut und Hass ertrunken. So kam es ihr jedenfalls vor.
Mit leiser, brechender Stimme rief sie ihm hinterher.

„Krolock“ Dann wurde ihre Stimme wieder lauter, stärker. „Krolock. Bruder. Wenn du noch irgendwo in dir etwas anderes fühlst als den Hass und die Wut, auch wenn du es vielleicht nicht benennen kannst, dann bleib stehen. Bitte.“

Und mit diesen Worten beschloss sie, nur nicht aufzugeben, wenn er irgendeine Reaktion zeigen würde. Denn wäre dies nicht der Fall, so schlussfolgerte sie, hatte es keinen Sinn mehr. Wenn er aber irgendwie, ganz egal wie, darauf reagieren würde, wusste sie, dass ihm nicht alles egal war.
Nur, würde sie ihn ziehen lassen können, wenn er nicht reagierte?

Krolock
06.11.2010, 14:01

Krolock blieb stehen, mit gesträubtem Fell. Natürlich eher weniger, wegen ihrer verwirrten Bitte. Er schüttelte den Kopf über sie. Wohin sollte das führen, was wollte sie noch von ihm?

„Du denkst wie ein Welpe, Liel. Deine Welt ist einzig schwarz und weiß. Es gibt kein grau für dich. Kein Wolf dieser Welt kann nur Wut und Hass spüren und es ist so furchtbar unreif, dass du das glauben kannst. Dass du deine Bitte vorträgst, als wärst du davon überzeugt.“

Er sah auf sie hinunter. So abgebrüht, wie ein Altwolf, der schon viel zu viel gesehen hatte und sich für Neues nicht mehr öffnete.

„Du bist so arrogant. Für dich ist schlicht alles falsch, was du nicht verstehst. Ich wette du fragst dich, wieso nicht alles wie früher sein kann… und was aus mir geworden ist, statt es schlicht zu akzeptieren, dass ich nicht den Weg gegangen bin, den du gegangen bist! Du musst erst einmal beweisen, dass nur dein Weg der Richtige ist. Aber was ich sehe ist Dummheit, was ich höre gedankenloses Geschwätz.“

Krolock sah sie direkt an.

„Weißt du was ich in mir fühle, außer Hass und Wut? Was mich antreibt und rennen lässt? Es ist etwas, dass gar nicht in mich rein gehört. Aber es geht nicht weg. Nicht wenn ich raste, nicht wenn ich renne. Es ist immer da. Und wenn um mich alle wütend sind, oder traurig, oder verzweifelt, dann fühl ich mich gut. Nur dann. Und ich kann schon lange nicht mehr unterscheiden ob ich das fühle, oder… was auch immer.“

Er hatte zuviel gesagt. Es ging sie gar nichts an. Nun würde sie ihm nur noch mehr auf die Nerven gehen.

Liel
07.11.2010, 22:14

Anscheinend hatte sie sich zu undeutlich ausgedrückt. Es hatte nicht so ankommen sollen, wie er es aufgefasst hatte. Von wegen sie konnte nur schwarz oder weiß sehen. Vielleicht waren ihre Worte gerade nicht so ausgefeilt wie die eines Erwachsenen, aber das gab ihm trotzdem kein Recht sie so anzufahren. Außerdem war ihr Weg nicht der einzige Richtige, wenn er überhaupt richtig war. Aber sein Weg war auch nicht richtig, und wenn da etwas in ihm war, gegen das er sich nicht wehren konnte, dann musste er versuchen nach einer vernünftigen Lösung zu suchen und nicht nur irgendetwas zu tun, was es sowieso nicht besser werden ließ.

„Du bist ein Idiot, Krolock.“

Natürlich war ihr bewusst, dass er sofort merken würde, wie verunsichert sie war. Er war ihr Bruder, er war der Einzige, der merken würde, wenn sie versuchte ihre Gefühle zu überspielen. Dafür waren sie eine Familie. Aber sie hoffte, dass er die Situation nicht noch weiter ausnutzen würde, obwohl sie ihm natürlich gerade die beste Angriffsfläche bot. Vor allem, da es ihm, laut ihm, gut ging, wenn es anderen schlecht ging.

„Meinst du es ist der Fluch?“

Sie hatte keine Ahnung ob so etwas vererblich sein konnte und sonderlich viel konnte sie zu dem Fluch auch nicht sagen, schließlich hatte sie auch von ihrem Vater nicht allzu viel gehabt. Aber das bisschen, was sie mitbekommen hatte, war grauselig gewesen. Ungefähr so wie sein Tod. Sein elendiges Verkommen an den Ketten des Fluches. So hatte er es immer ausgedrückt. Gefesselt, ein Leben lang.
Das wollte sie für Krolock nicht. Takashi hatte es doch auch geschafft…

Krolock
08.11.2010, 15:08

Krolock funkelte seine Schwester an, warnend. Er hatte nichts zu verlieren, sie schon. Allein der Unterschied in ihren Gefühlswelten ließ ihn also in dieser Diskussion weit überlegen sein. Er kräuselte die Lefzen.

„Wie kommt es nur, dass du mich beleidigst, seid du hier aufgetaucht bist? Du solltest besser auf deine Wortwahl achten.“

Meinte er bissig. Er sah es zwar selbst ein, dass er sie provoziert hatte, aber er hatte jede fein gesetzte Beleidigung in anständiger Sprache verpackt.
Er war nicht dafür gemacht, andere Wölfe zu durchschauen. Er hatte gar kein Interesse daran. Für ihn war jede Maske nur die Maske einer Anderen und so reagierte er auch nur auf das, was Liel gesagt hatte.

„Ist wohl nahe liegend. Oder ich bin einfach nur verrückt.“

Er grinste. Für ihn war das eine nicht schlimmer als das andere, überhaupt war es ihm egal, das da etwas in ihm war. Er hatte zwar keine Lust wie sein Vater zu enden, aber wenn er es ohnehin nicht abwenden konnte, würde er sich eben damit abfinden.

„Bilde dir jetzt bloß nicht ein, dass es nicht ich bin, der die heuchlerische Art zu Leben ablehnt. Wenn das nicht ich bin, weiß ich gar nicht ob es mich überhaupt gibt.“

Was für eine blöde Unterhaltung.

Liel
14.11.2010, 15:58

Mittlerweile war Liel erneut stehen geblieben. Sie sah es nicht ein ihrem Bruder wie eine sich unterwerfende und nach Anerkennung buhlende Fähe hinterher zu laufen.
Natürlich beleidigte sie ihn offensiver als er sie. Er hatte sie provozieren wollen und genau dieses Ziel auch erreicht. Liel kam sich unendlich dumm und gedemütigt vor. Trotzdem versuchte sie nicht auch noch das letzte bisschen Stolz zu verlieren. Niemand sollte ihr ihren Stolz nehmen können. Auch nicht ihre Brüder.

„Trotzdem haben wir uns verstanden. Trotzdem haben wir uns geliebt. Und das tue ich immer noch, du bestimmt auch, auf deine Art und Weise. Ich fände es nur schön, dass auch wieder spüren zu können…“

Sie hatte gar keine Lust auf seine vorher gesagten Worte einzugehen. Sie hasste dieses Zusammentreffen, diese sinnlose Unterhaltung zwischen zwei Wölfen die sich so fremd geworden waren.
Sie reflektierte die drei Geschwister in ihrem Kopf. Wenn ein fremder Wolf sie alle zusammen antreffen würde, was würde er wohl denken? Drei so unterschiedliche Charaktere, würde er sie, Liel, als die Normale unter den dreien erkennen? Wollte sie das denn sein? Hatten ihre beiden Brüder eine bessere Wahl getroffen? Eine Wahl bei einer Entscheidung bei der sie gar nicht hatten wählen können. Es hatte sich alles so entwickelt. Trotzdem fragte sie sich, was bei ihr falsch lief.

#Vielleicht…# dachte sie sich. #Vielleicht läuft bei mir das Denken falsch. Was ist schon richtig und falsch? Wahr und unwahr?#

War das ihr Problem? Hatte sie einfach keine Einsicht? Konnte sie vielleicht einfach nicht das Denken anderer Wölfe verstehen? Obwohl sie sich solche Mühe gab?

Krolock
08.01.2011, 22:04

Krolock sah seine Schwester an, schien einen Augenblick über ihre Worte nachzudenken. Wenn es ihm nur nicht so furchtbar egal wäre. Was wollte sie von ihm? Was hatte sie davon, ihm auf die Nerven zu gehen?

„Du kannst ja spüren, was immer du willst.“

Gab er zurück. Hinderte sie immerhin niemand daran, zu spüren, dass er sie liebte. Auf seine Art und Weise. Was auch immer sie ihm damit hatte sagen wollen. Wenn sie soweit fantasieren konnte, würde es für den Rest sicher auch noch reichen.
Er sah sie an, ruhelos.

„Können wir um die Wette laufen?“

Er wartete auf keine Antwort, sondern stürmte einfach los. Er bemühte sich, so kräftige Sprünge zu machen, wie ihm nur irgendwie möglich war. Seine Pfoten trugen ihn und er war erst zufrieden, als er nichts mehr hören konnte, außer dem Wind, der ihm um die Ohren peitschte.

Liel
21.02.2011, 18:33

Verärgert trat Liel mit der Pfote auf die Erde. Ihren Bruder sah sie nun im Horizont verschwinden. Früher war er schneller gewesen als sie, war dies noch immer so? Er wollte nichts hören, er wollte ihre Worte nicht hören, gar keine Worte wahrscheinlich. Was wollte er dann? Warum lief er vor allem davon?
Doch, wenn er weglaufen wollte, wenn er einen Wettlauf wollte, so sollte er ihn bekommen.
Mit einem kräftigen Sprung setzte sie ihm nach, ihre Pfotenballen gruben sich hart in die Erde, immer stärker, immer fordernder wurden ihre Sprünge, immer schneller trommelten ihre Pfoten auf die Erde, immer schneller bewegten sich ihre Beine. Und langsam aber sicher kam sie ihrem Bruder wieder näher. Ihr Herz pochte unaufhaltsam gegen ihren Brustkorb, es wollte sich selber in die Luft sprengen, es hatte kaum Kapazitäten die Schnelligkeit aufrecht zu erhalten. Und tat es trotzdem. Liel war ihrem Herzen unglaublich dankbar. Es schlug für die Familie. Für immer und ewig für die Familie. Zu der Krolock gehörte.
Ob er sich wohl ärgerte, dass sie ihm wieder näher gekommen war? Damit hatte er sicher nicht gerechnet. Und nun war sie fast neben ihm, eigentlich war sie neben ihm. Nur nicht ganz auf Schnauzenhöhe, eher auf Schulterhöhe. Doch sie sagte nichts, rief nichts in den Wind hinein, sie würde mithalten können, selbst wenn er das Tempo anziehen würde. Denn sie lief mit ihm. Mit ihrer Familie. Und dem Wind.

Sheena
30.03.2011, 16:55

Kann ich das hier verschieben??

Krolock
31.03.2011, 16:56

wenn du so fragst, wohl schon ^.-

Sheena
31.03.2011, 18:01

Na, es ging ja sowieso sehr schleppend und so richtig was erreicht haben wir damit auch nicht... wenn du es gerne noch offen lassen möchtest, auch kein Problem (;