Jumaana
14.02.2011, 18:31

[FONT=times new roman][SIZE=4]Cirádan und Jumaana, nach Monster, in der Abenddämmerung[/SIZE] [/FONT]

Hin- und hergerissen starrte Jumaana auf den schlafenden Wolfsleib an ihrer Seite, doch dann fuhr ein entschlossener Ruck durch ihren Körper und sie erhob sich. Ihr Blick schweifte von rechts nach links, doch alles um sie herum war still. Stille. Was für ein grausames Werkzeug der Einsamkeit. Stille trieb einen in den Wahnsinn, Stille war ein Synonym für den Tod. Aber Jumaana wusste, dass es um sie herum niemals still sein würde, nicht ehe sie ihren letzten Atemzug getan hatte. Sie hatte ja Aarinath. Ihre Gedanken schweiften ab zu dem vergangenen Gespräch mit ihrem Gefährten, der nun auf dem kalten, harten Boden verharrte. Es war nicht gut, kein bisschen, auch wenn sie ihm das immer und immer wieder eingeredet hatte. Nichts war gut, solange die Angst vor dem Dunkel in ihren Gedanken war. Ein leises Pochen und Klopfen war stets in ihrem Hinterkopf, doch sie hatte sie schon daran gewöhnt und konnte es weitgehend ausblenden - und wenn das Feenkind auch noch schwieg, war es leicht, zu vergessen, wie rasch die Abfolge von Zufriedenheit und tödlichem Schmerz sein konnte.
Am Ufer des Sternensees, der im schwindenden Licht der untergegangenen Sonne schwach leuchtete, entdeckte sie eine helle Silhouette. Cirádan. Wie lange war es her, dass sie bei ihm gewesen war und mit ihm gesprochen hatte. Sie meinte, sich zu erinnern, dass die Flucht vor dem Nichts ein paar Worte des Welpen mit sich gebracht hatte, doch danach hatten die beiden Seelenverbundenen sich in Schweigen gehüllt. Was für eine dumme Idee, wo er doch ihr Patensohn war! Ihr Patensohn, der zu ihrer Familie gehörte, ebenso wie Majibáh, Takashi und ihre Blutsverwandten. Das schlechte Gewissen fraß sich in die Seele der Weißen, ganz langsam und schmerzhaft. Wie ein intensiv loderndes Feuer, das sich durch nichts löschen ließ.

„Mein Kleiner.“

War er überhaupt noch ihr Kleiner, dieser schmächtige, weiße Jungrüde, der auf einem Auge erblindet war? Oder hatte er längst vergessen, dass sie es gewesen war, die bei seiner Geburt auserwählt wurde, für den Kleinen zu sorgen? Dass sie ihn vor seinem Bruder und seinem Vater beschützt hatte? Das alles ließ sich leicht vergessen. Und die Angst, dass es wirklich so war, schmerzte der Wölfin im Herzen, als sie sich neben dem Weißen niederließ und ihm ein zaghaftes, aber liebevolles Lächeln schenkte.

Cirádan
14.02.2011, 22:34


Er hörte die Stimme von Jumaana und erschrack ein wenig. Mit einem Ruck drehte er sich rum und erkannte seine Patentante.
Nein, sie hatte er nicht vergessen. Zwar war Cirádans Gedächnis Löchrig, doch an seine Patin erinnerte er sich.

"Jumaana. Kommst du, weil du jetzt die Reise mit mir machen möchtest?",

fragte Cirádan unsicher.
Er hatte schon so lang nichts mehr mit der Wölfin zu tun gehabt. Lag es ihm? Kapselte er sich zu sehr ab?
Der Jungwolf befand sich immer noch um Umbruch, teilweise war Cirádan noch ängstlich und versteckte sich und doch blitzte ab und an welpenhafter Mut auf, welchen er als er noch ein Welpe war nicht gehabt hatte.

Jumaana
16.02.2011, 20:18

Die Reise. Der Ausbruch aus dem Revier, die Suche nach etwas Unbekanntem. Für Jumaana war es klar, dass sie diese Reise irgendwann machen würde. Aber die Betonungen lag eindeutig auf irgendwann. Die Zeit war noch nicht reif, Cirádan noch nicht weit genug für einen Schritt über seine Grenzen. Er musste lernen, mit Enttäuschungen umzugehen, er musste seine Scheu gegenüber den anderen verlieren - und es war die Aufgabe der großen Weißen, ihn dabei zu unterstützen. Liebevoll musterte sie den kleinen Wolf neben sich und ließ dann ihren Blick über den Sternensee gleiten, der nun einer alles verschluckenden, tiefschwarzen, leicht glänzenden Platte geworden war, bereit, in Sekundenschnelle zu einem grausamen Monster zu werden. Das hier war ihr Zuhause, keine Frage. Das hier war Cirádans Zuhause. Und wenn sie loszogen, um ihre Reise zu machen, dann würden sie zu jeder Zeit ein Ziel vor Augen haben - das Sternenwindtal. Hier gehörten sie hin, bis ans Ende ihres Lebens. Daran gab es nichts zu zweifeln, keine Hintergedanken und nichts, was man hinterfragen musste, weil es eine unumgängliche Tatsache war. Ebenso schön war es, zu wissen, dass jemand auf einen wartete, wenn man auf Wanderungen ging, um Unbekanntes zu entdecken. Man würde stets wissen, dass der Weg nach Hause von Freude und Glückseligkeit gezeichnet sein wird, weil man sich unglaublich über das Treffen auf die Familie, auf seine Freunde freute.

„Nein, das tue ich nicht. Noch nicht. Es dauert nicht mehr lange, bis wir losziehen können, vielleicht noch ein paar Mondläufe, aber vorher musst du mir eines versprechen, mein Kleiner. Du musst mir versprechen, nicht aufzugeben, egal, was noch auf dich zukommen wird und du musst mir versprechen, dass du immer das tust, was du für richtig hältst - nicht das, was die anderen dir vorschreiben. Fürchte dich nicht vor der Zukunft, denn das Schicksal wird deinen Weg bestimmen und selbst wenn er dir noch sehr steinig und uneben erscheint - am Ende steht immer das Glück.“

Jumaana war keine weise Wölfin, sie war keine Priesterin und doch wusste sie intuitiv, dass ihre Worte war wahren. Vielleicht gab ihr Aarinath das Gefühl der Sicherheit, vielleicht war es aber auch einfach nur ihr Herz, das ihr sagte, dass sie richtig lag. Aber darauf kam es gar nicht an. Sie wollte einfach nur, dass Cirádan das Bestmögliche aus seinem Leben machte, dass er glücklich war und dass er stark sein würde - so wie seine Eltern. Sicher, er hatte sie niemals so erlebt wie die älteren Wölfe des Rudels, aber sein Herz wusste, dass sie stark waren. Dass ihr Lebensweg schwer zu bewältigen gewesen war und dass sie dennoch im Einklang mit der Welt verstorben waren. Für jede tote Seele wurde eine neue geboren. Für jedes tote Herz begann ein neues zu schlagen. So war es und so würde es immer bleiben.

Cirádan
27.02.2011, 11:46


Ob Cirádan wohl jemanden hier im Sternental hatte, auf den er sich freuen konnte? Er dachte nicht darüber nach. Zu sehr war er mit sich selbst beschäftigt und damit, wie er seinen Bruder stolz machen konnte, damit diese nicht mehr auf ihn herab sah.
Doch Cirádan hatte viele im Rudel, denen er bestimmt wichtig war. Er wusste es nur nicht.

Jumaana erklärte, dass es noch nicht so weit war. Ein wenig enttäuscht nickte der Jungwolf. Doch er hatte es nicht eilig. Zum Teil war er auch froh, dass sie das Tal nicht verließen. Jetzt nicht.
Der Halbblinde spitzte die Ohren und sah überrascht zu seiner Patentante. Warum sprach sie denn nun davon, dass er nicht aufgeben sollte? Warum wollte sie ihm dieses Versprechen abnehmen?

„Bist du dir sicher, dass am Ende einen immer Glück erwartet?“,

wollte Cirádan wissen doch schüttelte er gleich den Kopf.

„Aber du brauchst keine Angst zu haben, Tante. Ich denke, ich bin ein Stück gewachsen. Also ich... ich denke, ich bin zumindest ein bisschen stärker geworden.“

Ein wölfisches Lächeln zierte nun seine Lefzen und er nickte, zur Bestätigung an sich selbst.
Cirádan wusste nicht ob er wirklich stärker geworden war, aber er wollte nicht dass sich Jumaana Sorgen um ihn machte. Immerhin war er kein Welpe mehr, das hatte er erkannt. Wenn auch viel später als andere.
Und er wusste, dass es noch sehr viel länger dauern würde, bis er sich selbst als einen erwachsenen Wolf akzeptieren würde.

„Jumaana... Wann wusstest du, dass du erwachsen geworden bist?“

Die Unsicherheit kehrte wieder in seine Stimme zurück, jedoch war sie schwächer geworden. Interessiert und neugierig sah Cirádan seine Patentante an.

Jumaana
06.03.2011, 12:15

„Ja, da bin ich mir ganz sicher, mein Kleiner. Meine Mutter hat immer gesagt, dass am Ende alles gut sein wird - und wenn es nicht gut ist, dann es ist noch nicht das Ende. Das Leben endet nicht mit dem Tod, das weißt du doch. Deine Eltern sind nicht tot, sie sind nur woanders. An einem schöneren Ort, von dem sie dich beobachten können.“

Ein kleiner Vogel ließ sich zwitschernd am Uferrand nieder und wurde von Jumaanas aufmerksamen Blicken verfolgt. Sein Gesang verstummte, als er schnurstracks ins Schilf hüpfte. Ein Lächeln flog über das Antlitz der weißen Wölfin. Wie schon es sein müsste, ein Vogel zu sein. Frei, elegant und unstet. Ohne Zuhause, ohne Familie. Unabhängig und ... schön. Mit dem Lächeln im Gesicht wandte Jumaana sich ihrem Patensohn zu. Ja, er war kräftig geworden und sein blaues Auge leuchtete voller Energie. Die Unsicherheit darin erkannte man nur, wenn man genauer hinsah.

„Ich habe keine Angst darum, dass du zu schwach bist, um dich den Aufgaben des Lebens zu stellen. Ich habe nur Angst, dass du nicht begreifst wie stark du wirklich bist. Nicht deine körperliche Stärke, sondern die Stärke, die in deinem Herzen innewohnt!“

Während sie diese Worte sprach, senkte sie den Kopf und stupste den Jungwolf liebevoll gegen die Brust. Dort, wo sein Herz schlug. Dort, wo seine wirkliche Stärke war. Doch auf seine nächste Frage hatte sie keine richtige Antwort. Sie dachte einige Sekunden darüber nach, bevor sie mit einem zärtlichen Lächeln zu sprechen begann.

„Ich weiß es nicht, Cirádan. Es gibt keinen Punkt im Leben, an dem ich sagte: "So, jetzt bin ich erwachsen!" Es war ein stetes Auf und Ab, ich musste mich selbst erst einmal kennenlernen. Ich weiß nicht einmal, ob ich jetzt erwachsen bin. Man ist doch immer das, was man gedenkt zu sein. Wenn du glaubst, erwachsen zu sein, dann bist du es auch.“

Cirádan
13.03.2011, 14:52


Als Jumaana auf seine Eltern zu sprechen kannte, senkte Cirádan den Blick. Er liebte und vermisste seine Eltern unglaublich. Er wollte nicht daran denken, dass sie nicht mehr da sind. Nicht mehr bei ihm sind, auch wenn er es mittlerweile akzeptiert hatte. Aber immer wenn er an sie dachte, war er so furchtbar traurig.

Als seine Patentante weiter sprach, hob er wieder den Blick und sah überrascht zu ihr.
“Was meinst du... die Stärke die in meinem Herzen innewohnt? Ich bin doch immer noch ein Feigling, ich hab da keine Stärke.“
Er lachte jedoch bei diesen Worten leicht. Nein, er fand sie immer noch sehr feige, aber... so war er nun mal. “Siehst du, wenn irgendwas passiert, denke ich nicht dass ich euch beschützen könnte.... nicht so wie andere.“
Cirádan seufzte und schüttelte den Kopf. Nein, er hatte absolut keine Ahnung was ihm Jumaana eigentlich sagen wollte, aber spürte dass er es nicht verstand.

Er legte die Ohren an und musste lächeln. Wenn nicht einmal Jumaana wusste, ob sie erwachsen war, wie sollte er es dann wissen?
“Wissen es denn andere, ob sie erwachsen sind, was denkst du?“, wollte er von ihr wissen und beobachtete die Fische im See, die er mehr erahnen als wirklich sehen konnte.

Jumaana
04.04.2011, 18:48

Beinahe hätte Jumaana über die Dummheit, die aus Cirádans Worten klang, den Kopf geschüttelt und sarkastisch aufgelacht, doch sie hielt sich zurück, weil sie ganz genau wusste, dass ihr Patensohn von seiner Meinung überzeugt war. Er meinte zu wissen, wer er war und was ihm alles an Stärke und Wissen im Gegensatz zu Krolock oder Liel fehlte, aber er kannte sich selbst kein bisschen. Und die Weiße konnte nichts machen, außer ihm gut zuzureden und zu versuchen, ihm nahezubringen, wer er wirklich war. Ihm dabei zu helfen, sein wirkliches Ich als Spiegelung der Göttin zu finden.

„Cirádan, sei nicht so ...“ feige.

Sie schwieg, ohne den Satz zu beenden. Mit einem Seitenblick auf den jungen Wolf an ihrer Seite entfuhr ihr ein Seufzen. Wenn es nur nicht so schwer für sie wäre, dachte Jumaana und schloss die Augen für einige Momente. Sie konnte es einfach nicht, ihm in die Augen zu sehen, während sie versuchte, die ganze Situation in Worte zu fassen.

„Du musst an dich glauben, wie wir alle es tun. Engaya, Shani und auch ich. Alle glauben an dich, nur du selbst begreifst es nicht. Du musst lernen, dich selbst zu schätzen und zu leben. Du kannst das. Ich weiß, dass du es kannst.“

Jumaana schüttelte leicht den Kopf, als sie die nächste Frage des weißen Wolfes vernahm. Ein Lächeln glitt über ihre nahezu gequälten Züge, verzerrt von Unsicherheit und einer Art stiller Verzweiflung, die sie stets heimsuchte, wenn sie nicht verstand, warum jemand anders nicht begriff, was sie meinte.

„Sieh dir zum Beispiel mal deine Geschwister an. Sie sind nicht erwachsen, doch manchmal führen sie sich auf, als würden sie die Herrscher des Tals sein. Aber auch vermeintlich erwachsene Wölfe haben Momente, in denen ihre Reife zu Unwissen umschlägt und sie sich kindlicher benehmen denn je. Erwachsen-Sein ist kein Zustand, es ist eine Phase. Ab einem gewissen Zeitpunkt kann man sagen, man ist erwachsen, weil man die Blüte seines Lebens hinter sich gelassen hat und weiß, dass es nur noch bergab gehen wird. Vielleicht lernt man immer dazu - aber ab diesem Zeitpunkt sieht es nicht mehr so aus, als würde man noch seinen Horizont erweiten. Das scheint dann der nächsten Generation vorbehalten bleiben, bis diese sich erwachsen nennen kann. Verstehst du das, mein Kleiner?“

Cirádan
08.05.2011, 14:58


Cirádan, sei nicht so...? Nicht so was, wollte er fragen, doch behielt er seine Gedanken natürlich für sich. Denn Cirádan behielt oft Gedanken für sich, wo andere schon längst sie hinaus geschrien hätten.

Er horchte genau auf ihre Worte. Shani und Jumaana glaubten an ihn. Und auch Engaya?
Engaya glaubt an mich? Woher weißt du das?, wollte er fragen. Doch er behielt die Gedanken vorerst für sich und lauschte den weiteren Worten seiner Patentante. Seiner Tante, die er so gern hatte.

Doch die anderen Worte... Nein. Er verstand sie nicht.
Also schüttelte Cirádan den Kopf. Nein. Das alles viel zu kompliziert. Doch irgendwie...
"Ich weiß nicht ob ich es verstehe. Vielleicht... also ich bin mir nicht sicher. Aber..."
Jetzt wollte er wissen, was da war. Er wollte wissen wer die Göttin war.
"Woher weißt du, dass Engaya an mich glaubt? Kannst du mit ihr sprechen? ... Kann ich mit ihr sprechen?"
Er wusste so wenig über Engaya. Cirádan glaubte sich erinnert zu können, dass seine Mutter ihm viel über die Götter erzählte. Aber genau wusste er es nicht mehr.

Jumaana
16.05.2011, 15:31

"Als ich gelehrt wurde, zu glauben, sagte man mir, dass Worte eine besondere Macht haben, um Gefühle auszudrücken. Man kann Vieles mit Worten machen, nicht nur gute Dinge, sondern auch Gefährliches, wenn man sie anzuwenden weiß. Worte können mächtiger als ein Prankenhieb sein und zerbrechlicher als die erste Eisschicht im frühen Winter. Wenn es etwas gibt, dass wirklich alles sein kann, dann sind es die Worte. Und du musst wissen, dass du sie niemals unterschätzen darfst, mein Kleiner, auch wenn es dir noch so banal erscheint. Nun ... Worte sind mächtig, definitiv. Aber das, was in deinem Kopf ist, ist häufig noch viel mächtiger. Mit deinen Gedanken kannst du Grenzen überschreiten, die du mit Worten nicht einmal beschreiben könntest. Man kann so gut wie alles in Worten ausdrücken, doch das, was unmöglich ist, bleibt in deinen Gedanken. Und die Götter, an die ich glaube, sind das Allermächtigste in dieser Welt - niemand ist ihnen überlegen oder kann auch nur annähernd das tun, was sie tun. Wir sind ihnen alle meilenweit unterlegen, doch sie würdigen uns, obwohl es ein Leichtes wäre, über unser Leben zu richten. Worauf ich hinauswill, Cirádan, ist, dass Worte nicht so mächtig sind, wie die Götter es stets sein werden. Du kannst vielleicht zu deiner Göttin sprechen, deinen Fang öffnen und schließen, aber es ist einfacher, wenn du an sie denkst, dir Bilder im Kopf ausmalst und sie ihr dann überreichst. Engaya ist nämlich immer bei dir und wenn du an sie denkst, denkt sie auch an dich. Du kannst mit deinen Gedanken deine Anliegen an sie äußern und sie wird dir zuhören, egal, worum es geht. Das können wir alle, wenn wir es nur versuchen. Engaya urteilt nicht voreilig über uns, denn sie hört jedem zu, der beschließt, sich an sie zu wenden. Das, mein Schatz, ist die Macht der Götter. Die Macht der Gedanken."

Jumaana schwieg und blickte ihren Patensohn lächelnd an. Er brauchte nicht zu verstehen, noch nicht, denn irgendwann würde er das alles begreifen.

Cirádan
04.06.2011, 14:15


Cirádan zitterte leicht, als er Jumaana zuhörte. Sie redete so viel und er hatte Schwierigkeiten ihr zu folgen. Dennoch hörte er aufmerksam zu um ja nichts zu verpassen.
Worte waren mächtig. Gedanken waren mächtiger. Und die Götter waren noch viel viel mehr mächtiger.
Ihm brummte ein wenig der Kopf und so blickte er Jumaana nur mit geöffnetem Fang ne zeit lang an.
Bevor sein Blick abschweifte und er sich umsah. Nein... es war alles viel zu viel.
Benommen schüttelte Cirádan den Kopf.

"Jumaana... Engaya... ", murmelte er vor sich hin, nicht wissend was er nun sagen sollte.
Doch dann hob der junge Wolf den Kopf und blickte seiner Patentante wieder fest in die Augen.
"Und du... du bist doch eine Engayapriesterin? ... Was ist das und ... warum bist du es?"

Irgendwie war er in letzter Zeit in der Stimmung mehr über das Rudel zu lernen und zu verstehen was wen zusammen hielt.

Jumaana
25.06.2011, 10:54

Die Wölfin war sich der Masse ihrer Worte bewusst, doch ihr war auch klar, dass der kleine Weiße irgendwann all das begreifen musste. Nicht jetzt, aber später und wenn dieses Später eintreffen würde, dann hatte sie ihm ihre Worte mit auf den Weg gegeben, damit er sie zu gegebener Zeit für das nutzen konnte, was in ihren Gedanken herumschwirrte.

„Nein, das bin ich nicht, Cirádan, diese Rolle wurde Tyraleen, Rakshee und Sheena zugesprochen. Doch in uns allen ruht ein Teil der Göttin und wenn wir dies wahrhaben, werden wir niemals allein sein.“

Sie wollte ihn beim besten Willen nicht verwirren, doch sie spürte, dass irgendetwas in ihm drin sie dennoch verstand, auch wenn sie redete und redete – und immer über Dinge, von denen er noch nicht wirklich viel verstand. Die Weiße wusste, dass seine Zeit noch kommen würde. Sicherlich später als bei den anderen gleichaltrigen Wölfchen, aber irgendwann kam sie immer. Vielleicht schon bald, vielleicht aber erst in ein paar Jahren. Solange er beim Rudel, bei ihr, war, war der Zeitpunkt egal, denn hier war er sicher.

Cirádan
29.06.2011, 17:46


Ein wenig verwirrt war er schon. WIe schon fast die Ganze Zeit in diesem Gespräch.

"Oh ... bist du nicht? Aber warum? Wenn auch in dir ein Teil der Göttin ist, dann ... dann ... warum sind es nur die anderen und kann ich auch eine Priesterin werden?"

Nicht dass Cirádan überhaupt wusste was dieses Wort für eine Bedeutung hatte und das merkte man nur zu deutlich durch seine schnell gesprochenen Worte.

Er wollte ein wenig ablenken. Ein wenig mehr von was anderem reden, auch wenn sie immer noch über Engaya sprachen.