22.02.2011, 01:18
Während die Schneeflocken den gefrorenen Boden immer mehr zudeckten, dachte der kuschelige Rüde darüber nach, wie es kommen konnte, dass im Sommer plötzlich Schnee fiel. Natürlich kam er zu keinem Ergebnis, wer konnte das Wetter schon hinterfragen. Es tat, wann immer, was es wollte. Warum also nicht auch Schnee im Sommer. Auch wenn es von den Wölfen natürlich einiges abverlangte. Ihr dünnes Sommerkleid war nicht für solche Temperaturen und Witterungen geeignet. Doch hier hieß es wohl Augen zu und durch. Etwas anderes blieb ihnen nicht übrig. Ganz einfach.
Und wieder einmal war er froh, ein solch dickes Fell zu besitzen. Natürlich war es in manchen Sommern lästig gewesen, aber den größten Teil seines Lebens war er stolz und glücklich, ein solches Fell tragen zu dürfen.
Doch nun wollte er seine kleine furchtlose Freundin suchen gehen. Sie hatte sicherlich mehr an der Kälte zu knabbern als er. Außerdem wollte er sich um sie kümmern, abgesehen davon, dass sie momentan sein einziger Anschluss an das Rudel war, war sie ihm damals anvertraut worden und diese Beziehung wollte er pflegen. Sie war ein toller junger Wolf und er hatte sie schnell lieben gelernt. Auch dies wollte er nicht verspielen.
Langsam trugen ihn seine Pfoten über die dünne Schneeschicht. Ihre Witterung lag gut in der Luft, er würde sie nicht verfehlen.
22.02.2011, 14:59
Mit schnellen Schritten bewegte sich die graue Fähe über das weiße Feld, immer wieder den Pelz schüttelnd. Sie mochte diese kalten Flocken nicht, mochte nicht, wie sie sich in Wasser verwandelten. Schnee. Sie konnte jetzt schon sagen, dass ihr dieses Wetter nicht gefiel. Gegen die Kälte hatte sie nichts, aber... der Schnee konnte ruhig wieder verschwinden. Aber darüber galt es nun nicht nach zu denken. In der kalten Luft lag ein bekannter und sehr vertrauter Geruch. Ihre jungen Läufe trugen sie schnell voran, voller Kraft und Energie. Sie hatte seine Fährte sofort erkannt, war von einem auf den anderen Moment los gerannt. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, seitdem sie das letzte Mal mit ihrem Paten gesprochen hatte. Sie wußte nicht einmal, was er über den Vorfall mit ihrer Mutter dachte. Und nun war sie fast bei ihm, legte automatisch ein wenig an Tempo zu. Es dauerte nicht lang, bis sein heller Pelz in ihre Augen trat.
“Liam!“
Nun waren es nur noch wenige Schritte, sie sie zu ihm gehen musste. Diese meisterte sie leichtfüßig, trotz des kalten Bodens. Bei dem bunten Rüden angekommen, blieb sie stehen, lehnte sich an seine Seite und versteckte das graue Gesicht in seinem warmen, weichen Fell. Die graue Fähe schloß die hellen Augen, atmete den Geruch ihres Paten ein. Erst einige Momente später hob sie leicht den Kopf, konnte ihm nun so in die Augen blicken. Dennoch lag auf ihren Lefzen kein Lächeln. Vielleicht konnte er das Lächeln zurück bringen... an solch kalten Tagen.
27.02.2011, 21:52
Er hatte gewusst, dass er sie nicht verfehlen würde. Und so war es gekommen. Anscheinend hatte sie ihn ebenfalls gewittert und, genauso wie er, das Bedürfnis gehabt ihn zu sehen. Das freute ihn und so trat er der heraneilenden Fähe mit einem sanften Lächeln entgegen.
„Hallo Schönheit.“
Als sie ihren Kopf in seinem Pelz vergrub, strich er ihr sanft mit der Schnauze zwischen den Ohren entlang.
Nachdem sie ihren Kopf wieder erhoben hatte, musterte er sie ein wenig kritisch. Es war kein Lächeln auf ihren Lefzen zu sehen, was stimmte die junge Fähe so nachdenklich, vielleicht sogar traurig?
„Welche Gedanken betrüben dich, Liebste?“
Sie würden schon einen gemeinsamen Weg finden, um die trostlose Atmosphäre zu vertreiben. Irgendwann würde es wieder aufwärts gehen und auch wenn das Wetter durch den Schnee eher das Gegenteil bewies, wusste er, dass es aufwärts gehen würde. Schon alleine durch Zweisamkeit.
03.03.2011, 15:35
Die graue Fähe genoß die Berührung ihres Paten. Bei dieser Kälte war alles angenehm, was ein wenig Wärme spendete. Atalyas Blick ruhte auf den Augen des großen Rüden. Seine Worte ließen sie für einen kleinen Moment leicht auflächeln, jedoch verblasste dieses einen kurzen Moment später. Leise seufzend wandte die Graue den Blick ab, richtete ihn nach vorn. Die schloß die Augen. Mit Liam konnte sie offen über alles reden.
“Ich weiß nicht... seit das mit Mama war... ist es komisch. Ich bin abwechselnd wütend, dann traurig... Aber nicht auf sie. Ich weiß nicht, auf wen, oder auf was.
Einen weiteren Herzschlag später öffnete die graue Fähe die hellen Augen, wandte den Blick wieder herum, um Liam ansehen zu können.
“Und ich mag den Schnee nicht.“
27.03.2011, 16:27
Die Graue mochte also den Schnee nicht. Darüber konnte man nun streiten. Er empfand den Schnee als sehr angenehm, sie jedoch hatte auch nicht so ein dickes Fell wie er, fror deshalb auch schneller.
„Ist dir der Schnee zu kalt?“
Eine andere Begründung fiel ihm nicht ein, er liebte den Schnee nicht nur seiner Temperatur wegen, sondern fand es auch ausgesprochen schön, den Schneeflocken bei ihrem Weg vom Himmel hinunter auf die Erde zuzuschauen. Außerdem fand er es sehr amüsant die Spuren der Tiere im Schnee zu verfolgen, die vielen Kreisel die sich durch die verschiedenen Fußspuren bildeten, die verzweigten Weggeflechte die sich dann über die Landschaft zogen.
Nein, bis auf die Kälte und einen nicht angepassten Pelz dazu, konnte er wirklich nichts Negatives finden.
Aber das eigentliche Thema war nicht der Schnee, sondern ihre Gefühlswelt, die durch Tyraleens Handlung etwas aus den Fugen geraten war.
„Hast du gar keine Idee womit es zusammen hängen könnte? Du bist nicht sauer auf sie, aber traurig über den Verlust nehme ich an. Also bist du wütend über ihre Tat, gibst ihr aber nicht alleine die Schuld daran, weshalb du nicht wütend auf sie direkt bist. Verstehe ich das richtig?“
Es war doch erstaunlich, wie sich aus einem kleinen Welpen, so schnell eine Jungfähe entwickeln konnte, mit der man solche komplexen Gespräche führen konnte. Kam ihr es wohl auch so schnell vor, oder war sie wie viele Welpen bzw. Jungwölfe ungeduldig und konnte es kaum abwarten älter zu werden?
27.03.2011, 16:55
Atalya schüttelte leicht den Kopf, als ihr Pate sich erkundigte, ob ihr der Schnee einfach zu kalt war. Nein, das war es nicht. Die Kälte störte sie nicht, sie mochte ihn einfach nicht. Vielleicht... lag es einfach daran, dass er sie verunsicherte. Es war so ungewohnt, und sie mochte lieber das Gewohnte.
“Nein. Ich weiß nicht, wieso... er soll einfach weg gehen.“
Kurz schüttelte die Graue ihren Pelz, einer der vielen Versuche, den Schnee aus ihrem Fell los zu werden. Nur leider dauerte es nie lang, bis das Grau wieder fast von weiß bedeckt war. Als Liam dann wieder zu sprechen begann, neigte die Graue den Blick zum Boden, legte die Ohren ein wenig unglücklich an. Wie sollte sie es erklären? Sie wußte ja nicht einmal selbst, was mit ihr los war. Still dachte Atalya darüber nach, was sie antworten sollte. Wie sollte sie es ihm beschreiben? Kurz schloß sie die hellen Augen, hob den Blick dann zu Liams Gesicht.
„Es macht mich traurig, dass so etwas passieren musste. Das meine Mutter meinen... Bruder getötet hat. Das nichts mehr so ist, wie es sein sollte...“
Ihre Stimme brach ab und sie wandte den Blick wieder auf den weißen Boden vor sich. Sie konnte nicht beschreiben, wie sehr sie sich wünschte, dass alles wieder so wurde, wie vorher.
27.03.2011, 17:27
Auf das Thema ‚Schnee’ ging Liam nicht weiter ein, jeder hatte seine eigene Meinung und er konnte sich gut vorstellen, dass Atalya den Schnee mit der momentanen Situation verband und sie ihn deshalb einfach nicht mochte. Eine mögliche Erklärung.
„Zum Erwachsenwerden gehört es dazu, Situationen gestellt zu werden, denen man eigentlich gar nicht begegnen möchte. Es gehört nicht nur zum Erwachsenwerden dazu, sondern zum Leben allgemein. Auch mir begegnen solche Situationen. Die Zeiten ändern sich, alles verändert sich. So wie die Jahreszeiten, nichts bleibt im gewohnten Trott. Und das ist es woran man sich gewöhnen muss. Man muss sich daran gewöhnen, dass sich alles ändert, alles neu wird.
Natürlich ist der Tod eine Situation, die einen ohnmächtig macht, die einen wütend und traurig macht, aber letztendlich bringt einen auch diese Wut nicht weiter. Und Trauer ist gut, aber nur in einem gewissen Rahmen. Trauern muss man, schon alleine um den Verstorbenen zu würdigen, aber im Endeffekt lebt man weiter. Und dieses Leben sollte man schätzen, man sollte es lieben lernen.“
Er wusste nicht so recht, ob sie mit seinen Worten etwas anfangen konnte. Er konnte seine Gedanken nicht so aussprechen, wie er es gerne getan hätte. Er war hilflos, wenn es darum ging seine Ansichten in Worte zu verpacken, denn vieles des Gedachten, konnte man gar nicht so aussprechen, wie man es dachte. Gedanken waren Fetzen, Bilder. Es war schwierig alles einzufangen und zu übersetzen.
Sanft berührte er die eingeschneite Graue an der Schnauze. Es brach ihm das Herz sie so hilflos und traurig zu sehen. Doch er konnte nichts machen, außer für sie da zu sein. Den Weg musste sie selber finden und gehen.
09.04.2011, 21:37
.Still betrachtete die Graue den Schnee, dachte noch einmal über ihre eigenen Worte nach. Sie wußte es nicht besser zu erklären. Aber vielleicht würde ihr Pate verstehen? So konnte sie nur hoffen und hob den Kopf wieder, als der bunte Rüde zu sprechen begann. Während Liams Worte neigten sich ihre Ohren leicht zurück, ihr Kopf sank ein wenig tiefer und Atalya seufzte leise. Sie wußte nichts darauf zu erwidern, konnte keine Antwort finden, die ihre Gefühle in Worte fassten. Kurz schloß sie die Augen, als Liam sie sanft berührte. Sie schleckte ihm über die Schnauze und blickte ihn dann wieder direkt an. Und dann, ganz plötzlich fiel der Grauen ein, was Liam ihr erzählt hatte. Wiedergeburt. Jedes Lebewesen wurde wieder geboren – nur in einem anderen Körper. Sie hätte zum Beispiel ein Vogel sein können. So stellte sie die Ohren wieder leicht auf, ihr Blick traf den ihres Paten.
“Glaubst du, Tascurio wird auch... wiedergeboren? In einem anderen Körper?“
23.04.2011, 19:26
Erfreut über ihre innige Berührung und den direkten Augenkontakt, wartete er gespannt auf ihre nächsten Worte. Man konnte es in ihren Gesichtszügen lesen, sie dachte über etwas nach und er musste nicht lange auf die Antwort nach dem was warten.
„Ob ich das glaube? Ich bin überzeugt davon! Jeder Wolf, jedes andere Tier, wird wiedergeboren. Das ist der Kreislauf des Lebens. Oftmals habe ich gehört, dass Wölfe in einem Körper wieder geboren sind, der sie ihrer Erleuchtung ein Stück näher gebracht haben. Verstehst du was ich meine? Waren sie in ihrem vorherigen Leben ein alleinlebendes Tier, wurden sie nach ihrem Tod zum Beispiel in einem Wolfskörper wiedergeboren. Da wir Wölfe Rudeltiere sind, gehörten sie damit einer Gemeinschaft an, haben sie diese Aufgabe gut gemeistert und sind gestorben, sind sie ihrer Erleuchtung ein Stück näher gekommen.“
Er dachte einige Augenblicke nach. Er hatte Tascurio nicht sonderlich gut gekannt, aber vielleicht hatte Atalya eine Idee, in was für einem Tierkörper Tascurio wieder geboren werden könnte. Hatte sie nicht gesagt, dass er Blumen gemocht hatte?
„Vielleicht ist Tascurio ja als Schmetterling zu uns zurück gekehrt, damit könnte er immer bei den Blumen sein…“
Er lächelte sanft. Der Gedanke erfreute ihn, ein fliegender, wunderhübscher Tascurio der von Blume zu Blume flog. Es war ein schönes Bild, was sich in seinem Kopf darbot. Als was würde er wohl wieder geboren werden? Und Atalya?
Mit dieser Thematik war er wieder ganz in seiner Welt, er fühlte sich wohl, das veränderte fast sofort seine Ausstrahlung, sie wurde noch herzlicher, noch sanftmütiger und liebender. Und auch das spiegelte sich in seinen Augen wieder. Unendliche Liebe gegenüber Atalya, gegenüber den anderen Wölfen, gegenüber seinem Leben und der Welt.
„Vielleicht wirst du als ein Tier wiedergeboren, was im ewigen Schneereich zu Hause ist. Dann wirst auch du den Schnee mögen.“
Neckisch zog er ihr , immer darauf bedacht vorsichtig zu sein, am linken Ohr.
27.04.2011, 15:08
Still blickte Atalya ihren Paten an, zuckte nur leicht mit den Ohren, wenn eine Schneeflocke sie dort berührte. Es dauerte nicht lang, und Liam antwortete ihr. Ihr Kopf neigte sich leicht zur Seite, während sie seinen Worten lauschte, und konnte die Veränderung seiner Mimik deutlich erkennen. Mit dieser Frage, und seiner langen Antwort, hatte sie ihn wohl glücklich gemacht. Sie konnte sich das noch immer nicht vorstellen, dass Wölfe in einem anderen Körper wiedergeboren wurden. Was... wäre dann jetzt ihre Oma? Und Nyota? Waren sie vielleicht... irgendwo unter ihnen? Als der Bunte eine Pause machte, schwieg auch Atalya und blickte ihn nur abwartend an, sah sie ihm förmlich an, dass ihm noch etwas auf der Zunge lag. Also schwieg sie, um ihn nicht zu unterbrechen.
Und als er dann von Tascurio sprach, der vielleicht ein Schmetterling geworden war, hob sie ganz leicht eine Augenbraue. Ein Schmetterling? Und dann, ganz langsam, zog sich bei diesem Gedanken ein sachtes Lächeln auf die Lefzen der jungen Fähe. Wenn dieses Lächeln vielleicht auch nicht zu dieser Situation passte.
“Das wünsche ich ihm..“
Ihr Blick wandte sich kurz umher, betrachtete noch einmal den Schnee, der sie umgab. Wenn es so war, würde er auf jeden Fall in diesem Moment nicht bei ihnen sein. Vielleicht, wenn der Schnee wieder fort war? Ein leises Seufzen verließ ihren Fang, ehe sie sich wieder ihrem Paten zuwandte. Gerade richtig, um seine letzten Worte wahrnehmen zu können. Einen Moment verharrte sie, ihr Blick war fragend.
“Das glaube ich kaum!“
Als er ihr am Ohr zog, schüttelte die Graue leicht den Kopf, befreite sich aus seinem Fang und stellte sich auf die Hinterläufe, die Pfoten auf seinem Rücken abgelegt. Nun war sie es, die nach seinem Ohr schnappte und leicht daran zog.
08.05.2011, 12:58
Noch glücklicher machte ihn das seichte Lächeln auf den Lefzen der Fähe. War es noch so klein, es kam von Herzen, folgte auf seine Worte und ihren Gedanken dazu.
Doch von seinen nächsten Worten war sie wohl weniger überzeugt, sie fing an, an seinem Ohr zu knabbern und er lachte leise auf. Vorsichtig, aber dennoch schnell genug, machte er einen kleinen Satz zur Seite und schüttelte sich dabei, sodass sie das Gleichgewicht verlieren müsste und von seinem Rücken gleiten würde. Wie groß sie mittlerweile geworden war!
Und wieder wurde ihm bewusst, sie vergänglich die Zeit war und er fragte sich, wie lange er noch hier weilen würde und als was er wiederkehren würde. Er hoffte, dass seine Pfade ihn dann erneut in dieses Tal lenken würden, damit er die Möglichkeit hätte, weiterhin über Atalya zu wachen. Denn, egal wie alt sie sein würde, es tat immer gut einen Wolf an seiner Seite zu haben.
Doch was sollten die trüben Gedanken?
Er hob seine Pfote, ein schelmisches Grinsen stahl sich auf sein Gesicht, die Augen blitzten vor Lebensfreude und er pfotete, als Reaktion auf ihr auf- ihn- drauf- springen, nach ihrer Schulter. Vorsichtig natürlich, schließlich wollte er nicht Schuld sein, dass sie in den Schnee fallen würde.
„Sei dir da mal nicht so sicher!“
Er lachte sie an, seine Rute pendelte rasch hin und her. Wuffend duckte er sich etwas auf den Boden, streckte die Vorderbeine und machte erneut einen Satz auf die graue Fähe zu.
„Vielleicht ein Schneehuhn. Davon habe ich gehört. Selber gesehen habe ich noch keines. Sie sollen gut schmecken wurde mir berichtet.“
Er grinste sie an. Es gab sicherlich interessantere Schneetiere als ein Schneehuhn, aber er war gespannt auf ihre Reaktion. Manchmal war sie einfach zu muffelig drauf. Sie musste lernen, nicht an allem festzuhalten, zwar die angemessenen Gefühle zu empfinden, aber trotzdem loslassen können.
08.05.2011, 18:45
Sanft hielt Atalya das Ohr ihres Paten fest, bis sie sein Lachen hörte und er im nächsten Moment zur Seite sprang. Damit war er von ihr befreit, und sie stand wieder mit allen Läufen im Schnee. Ihr heller Blick blieb dabei auf den Bunten gerichtet, der für einen Moment in seinen Gedanken versunken zu sein schien. Ihre Ohren zuckten leicht durch die kalte Luft, uns als Liam sich wieder regte, neigte sich ihr Kopf leicht zur Seite. Und schon im nächsten Moment wurde nach ihr gepfotete, sie taumelte leicht zur Seite. Kurz schüttelte Atalya den grauen Pelz, versuchte Liam dabei nicht aus den Augen zu lassen. und kaum war seine Stimme wieder verklungen, nahm er eine spielerische Pose ein, machte einen Sprung auf sie zu und verkündete seine Idee. Ein Schneehuhn. Erneut neigte sich ihr Kopf leicht zur Seite, konnte sie sich unter diesen Tieren nichts vorstellen. Aber sie schmeckten gut?
Atalya verzog gespielt beleidigt das Gesicht, wandte sich dann, mit hoch erhobenem Kopf, von dem Bunten ab. Jetzt, wo er ihr Gesicht nicht mehr sehen konnte, stahl sich ein ganz leises Lächeln auf ihre Lefzen. In einiger Entfernung blieb sie stehen, wandte erst den Blick leicht nach hinten, drehte sich dann ruckartig um und stürmte auf ihren Paten zu. Es tat gut, für diesen Moment all die Sorgen hinter sich zu lassen, an nichts denken zu müssen. Und ohne ihr Tempo zu verlangsamen, hielt sie auf Liam zu, setzte zum Sprung an. Gespannt, wie er sich nun verhalten würde.
“Kann ein Schneehuhn das?!“
23.07.2011, 21:04
Ernsthaft beleidigt war die Fähe wohl nicht, das konnte er dem kaum sichtbaren Grinsen entnehmen, als sie sich von ihm wegdrehte. Also musste sie etwas planen. Doch was?
Gespannt wartete er auf weitere Reaktionen von ihr, dennoch überrumpelt von ihrer raschen Drehung und ihrem Sprint auf ihn. Instinktiv trugen ihn seine Pfoten ein winziges Stück nach links, doch sie verminderte ihr Tempo nicht, steuerte direkt auf ihn zu und sprang ab.
„Natürlich können sie das! Und zwar nicht nur springen, sondern fliegen…!“
Keuchend erklangen seine Worte, denn just in diesem Moment war die Graue auf ihm gelandet und drückte ihn mit ihrem Gewicht und vor allem ihrem Schwung in den kalten, nassen Schnee. Er lachte auf, grummelte dann leise, als die Kühle sich durch sein dichtes Bauchfell drückte. Bevor sie vollends auf ihm zum liegen kam, drehte er sich auf die Seite. Dann, ihr ganzes Gewicht tragend, versuchte er nach ihr zu schnappen. Seine Bewegungsfreiheit war jedoch unendlich eingeschränkt, so blieb seine erste Reaktion bei einem jämmerlichen Versuch sie wieder los zu werden.
Also musste Plan B her. Er fing an wie wild mit seinen kurzen Beinen zu strampeln, durchaus darauf bedacht der Fähe keine Schmerzen zuzufügen. So robbte er sich Stück für Stück unter ihr hervor, sprang dann flink auf seine Beine um im gleichen Atemzug seinerseits auf sie zu springen und sie in den Schnee zu drücken.
„So nicht meine Liebe, so nicht!“
Spielerisch knurrte er auf und kniff sie leicht in die Lefzen. Nun war es an ihr, sich zu befreien. So leicht würde er sie nicht wieder auf die Beine lassen.
Doch er war sich sicher, dass sie keinesfalls zu schwach war. Außerdem war er nicht sonderlich groß und das einzige, was ihn vielleicht ein wenig schwerer machte, war sein dickes, wuscheliges Fell, was natürlich auch eine gute Zielscheibe bot. Hoffentlich übersah sie dies.
26.07.2011, 12:23
Atalya war selbst ein wenig überrascht, als ihr Pate nicht Stand hielt, sondern sich von ihr umwerfen ließ und im Schnee landete. Ein kurzer Moment der Verwirrung, dann hatte sie sich wieder gefangen, und ein stilles Lächeln legte sich auf ihre Lefzen. Er versuchte nach ihr zu schnappen, woraufhin die dunkle Fähe den Kopf hob, um seinen Fängen zu entkommen. Sie lachte leise, beobachtete wie Liam sich unter ihr wandte, und doch nicht frei kam.
„Das war doch fast fliegen!“
Und dann, ganz plötzlich, begannen seine Beine zu zappeln, und Atalya stellte die Ohren auf, den Kopf zur Seite geneigt. Was plante er denn nun? Sie hatte einen Moment nicht aufgepasst, und schon war ihr Pate frei, und sie lag im Schnee. Nur ein Moment blieb ihr Zeit, ehe sie ihrerseits nac unten gedrückt wurde. Mit einem dumpfen Laut entfuhr die Luft ihrer Lunge, und sie schnappte kurz danach. Die Worte des Bunten entlockten ihr dann ein leises, spielerisches Grollen. Es zwickte sie in die Lefzen, und auch ihr Zappeln befreite sie nicht. Was konnte sie nun tun, um ihn von sich runter zu kriegen? So strampelte sie noch ein wenig weiter, versuchte sich ein wenig hin und her zu rollen, ohne großen Erfolg. Sie sah nur sein Fell, seine Läufe. Und so streckte sie den Kopf, legte die Fänge sachte und doch bestimmt um eines seiner Beine und zog daran. Aber auch das würde ihr wohl nichts bringen, er konnte diese Pfote einfach anheben und aus ihrem Maul nehmen. So ließ sie schnell davon ab, legte kurz die Ohren an und schnellte dann mit dem Kopf hoch, packte ihn in seinem dicken Pelz und zog es kräftig zur Seite, dabei immer noch strampelnd. Sie musste nur einen Moment der Unachtsamkeit abpassen, dann würde sie wieder die Überhand haben!
09.08.2011, 19:06
Noch hatte er die Oberhand. Die Versuche Atalyas, sich aus seinem Griff zu befreien, scheiterten. Weder ihr strampeln mit den Beinen, noch der Griff ihres Mauls um seine Pfote ließen ihn taumeln. So blieb ihm die Zeit, herzhaft über ihre Worte zu lachen.
„Fliegen, fliegen. Vögel fliegen, aber dein Sprung. Das kann man doch nicht annähernd damit vergleichen…!“
Er wusste, dass er sie anstachelte. Mit vollem Bewusstsein wollte er alles aus ihr heraus kitzeln, sie sollte nur die trüben Gedanken vergessen. Das passte nicht zu ihr, dieses launische Wesen, das von ihr Besitz ergriffen hatte. Sie sollte springen und fröhlich sein.
Über seine Gedanken hatte er nicht genügend auf Atalyas Befreiungsversuche geachtet. Sein eigenes Pech. Mittlerweile hatte sie nämlich sein Fell gepackt und bestimmend, aber dennoch vorsichtig, zu ziehen begonnen. Es tat ihm kaum weh, aber es piekte und ziepte an seinem Fell. Und das kitzelte. Und er war verdammt kitzelig. Viel zu sehr.
Ein leises Glucksen entstieg seiner Kehle, dieses wurde lauter, bis er sich vor Lachen schütteln musste. Und damit war sie frei, er purzelte über sie hinweg in den Schnee. So lag er neben ihr, hatte sich zwar dabei gekonnt aus ihren Fängen befreit, musste aber noch immer kichern. Er rollte sich ein wenig durch den Schnee um das Gefühl zu vertreiben, hinfort war seine Konzentration, sein ganzer Körper kribbelte und immer und immer wieder stieg ein neues Lachen aus ihm empor. Wie ärgerlich, nun würde sie die Situation schamlos ausnutzen können. Und obwohl er sich dessen bewusst war, konnte er nicht aufhören.
Da konnte nur eins helfen…
Er sprang auf, machte einen riesigen Satz in die Luft und hoffte, dass sie sich nicht schnell genug sammeln konnte. Mit einem Ruck durch seinen Körper, warf er sich nach vorne um, im besten Fall, wieder über ihr zu landen.
27.08.2011, 11:13
Fest hielt Atalya das Fell ihres Paten zwischen den Fängen, versuchte sich noch immer frei zu strampeln. Sie warf Schnee durch die Luft, knurrte immer wieder leise auf, um irgendwie frei zu kommen. Auch seine Worte entlockten ihr nur ein leises Grummeln, aber dann schien sie ihre Chance zu bekommen. Ihr Pate lachte leise, sie war frei, und Liam landete neben ihr im Schnee. Er lachte noch immer. Ein leises Lächeln schlich sich auf die Fänge der Grauen, da hatte sie wohl eine Schwachstelle gefunden. Kurz schüttelte die Fähe den Schnee aus ihrem Pelz, richtete den Blick dann wieder auf ihren Paten. Sie beobachtete ihn genau, jede Regung. So entging ihr nicht, als er schnell aufsprang und erneut zum Angriff gegen sie ansetzte. Noch bevor ihre Ohren durch die kühle Luft geschnippt waren, sprang auch die junge Wölfin auf, entkam mit einem Satz dem Angriff des bunten Rüden. Sie grinste, und versuchte nun ihrerseits dem Rüden keine Chance zu geben, reagieren zu können. Schnell bewegte sie sich hinter ihn, packte mit einem Haps nach der Rute ihres Paten. Sie zog leicht daran, tänzelte mit der Rute im Fang durch den Schnee.
„Und jetzt?“
28.08.2011, 14:33
Und jetzt…
Ihre leicht gehässige, jedoch nicht böse gemeinte, Frage ließ ihn spielerisch aufknurren.
Sie hatte seine Rute fest im Griff, um sich zu befreien, würde er versuchen müssen sie zu packen. Dafür müsste er jedoch um sich selbst laufen, was laut den Gesetzen der Natur nicht nur schwierig war, sondern einfach dämlich aussehen musste. So, wie es amüsant zu sehen war, wenn Welpen ihre eigene Rute jagten.
Folglich hatte sie ihn am Haken, er hatte verloren, das musste er einsehen. Wollte er aber nicht. Gleichzeitig wollte er sich aber auch nicht als einen Depp dastehen lassen. Welch ungünstige Situation.
Vorsichtig versuchte er seinen Körper so zu biegen, dass er sie erreichen könnte. Dies gelang ihm jedoch eher weniger. Er schaffte es zwar seine Schnauze in Richtung ihres Felles zu öffnen, aber selbst wenn er an diesem ziehen würde, saß sie noch immer am längeren Hebel.
Gespielt enttäuscht und getroffen blickte er zu Boden und murrte leise auf.
„Du hast gewonnen…“
Nicht gerne gestand er sich diese Niederlage ein. Aber was halfs, er musste darüber stehen. Wollte er seine kurze Rute doch gerne in einwandfreiem Zustand behalten. Er wartete geduldig darauf, dass sie seine Rute endlich loslassen würde. Kurz sann er über einen erneuten Überraschungsangriff nach, doch nachdem er ihr den Sieg eingestanden hatte, wäre es hinterhältig sie erneut anzugreifen. Dies ging gegen sein Ehrgefühl.
Außerdem wurde er, so gerne er spielte, langsam ein wenig müde. Er war halt kein junger Hüpfer mehr, der den ganzen Tag durchpowern konnte ohne eine kleine Pause zu benötigen. Er hoffte Atalya würde ihm dies nicht übel nehmen.
„Wie sieht es bei dir aus? Ich könnte eine kleine Ruhepause benötigen…!“
Er lächelte seine geliebte Patenfähe an. Immerhin hatte er sie zum Lachen gebracht. Dieser Tag war also nicht unnütz und verloren gewesen.
29.08.2011, 17:10
Ein triumphierendes Grinsen schlich sich auf die Lefzen der jungen Fähe, die die Rute ihres Paten fest umklammert hielt. Als der bunte Rüde versuchte, sie zu erreichen, trat sie ein wenig zur Seite, sodass es für ihren Paten unmöglich war, sie zu packen. Ihre eigene Rute pendelte nun durch die kalte Luft, als wenn sie genau wußte, was nun kommen würde. Als Liam dann die Worte an sie richtete, lockerte sie ihre Fänge, machte einen Satz zur Seite, als erwartete sie, dass er erneut zu einem Angriff ausholte. Aber er tat es nicht, murrte nur leise dem Boden entgegen. Nun hob die Graue siegessicher den Kopf, ihre Rute schwang einmal durch die Luft.
„Du hast keine Chance gegen mich!“
Sie grinste, machte dann einen Satz auf den bunten Rüden zu. Ihre Ohren zuckten leicht durch die kühle Luft, als sie sich nach seinen Worten kurz in sein wohlig warmes Fell kuschelte, noch einmal vorsichtig daran zog und dann nickte. Langsam ließ sie sich schließlich auf den Bauch sinken, den Kopf zu ihrem Paten gewandt, in Erwartung, ob er sich nun zu ihr legen würde. Auf ihren Lefzen lag noch immer das Lächeln, um das sich Liam so bemüht hatte. Für einen Moment hatte sie all die Sorgen vergessen können.
(Ich denke, du kannst jetzt noch einmal, und dann verschieben wird es? =))
30.08.2011, 19:31
Dass sie sich an ihn kuschelte war das Größte für ihn. Es verdeutlichte, dass seine Bemühungen nicht umsonst gewesen waren. Und zur Belohnung, als ob ihre Berührung nicht schon genug gewesen war, lächelte sie noch immer, als sie sich auf den kalten Boden sinken ließ. Freiwillig noch mehr ihres Körpers dem Schnee hingab.
Glücklich lachte er auf, sie schien nun viel jünger als sie sich sonst gab. Nun passte ihr Alter auch zu ihrem Verhalten.
Rasch, fast geängstigt, dass sie es sich anders überlegen konnte, ließ er sich dicht neben ihr ebenfalls auf den Boden sinken. Er umschlang sie mit seinem Körper, so gut es ihm mit seiner Größe gelingen konnte. Er wollte nicht, dass sie anfing zu frieren und ihn dann verließ.
Er hatte das Gefühl, er könnte hier ewig mit ihr liegen. Wie gut, dass sie auf seinen Vorschlag eingegangen war, ebenso gut hätte sie auch weitertoben wollen oder sie hätte sich wieder hinter ihrer Maske verbergen können. Doch hinfort mit diesen Gedanken, sie lag bei ihm, lächelte und war, wenigstens für diesen Augenblick, vollkommen glücklich.
Vorsichtig bettete er seinen Kopf auf ihrem Nacken, die Schnauze dicht an ihrem Ohr.
„Nein, ich habe keine Chance gegen eine so furchtlose, starke und hübsche Fähe wie du es bist!“
Damit schloss er seine Augen, lauschte seinem Herzschlag der, vom wilden spielen, noch immer schneller schlug. Ansonsten lag eine gemütliche Stille um die beiden. Leicht nur, konnte er auch ihr Herz spüren.