13.03.2011, 18:02
Sharíku blcikte sich erstaunt um. Sie hatte für einen Moment die Orientierung verloren. Das Gefühl der erbitterten Einsamkeit kam der jungen Fähe sehr ungelegen.
Es war noch nicht so lang her, dass sie sich geschworen hatte, niemals mehr zu verzweifeln, niemals mehr die kleine Verängstigte zu sein. Doch der Weg zu dieser Einstellung, zu diesem freieren Leben war hart. Und er lag noch vor ihr.
Die letzte Zeit war von Veränderungen erschüttert gewesen. Selbst sie hatte das gespürt, obwohl sie bisher in der zarten Welt der Welpenträume ruhte und sich hinter ihrer offensichtlichen Behinderung versteckt hatte. Es war wie ein Erwachen. Aus dem Schleier der Einschränkung trat sie heraus, spürte den Wind, der das Leben darstellt und erkannte, das sie leben musste um frei zu sein.
Sharíku war klar geworden, dass sie ihre Zeit nutzen musste, das sie sich nicht verstecken konnte. Um zu jagen, musste man nicht sprechen können. Um zu laufen, musste man nicht sprechen können. Um ein Freund zu sein bedurfte es keine Worte. Sie sehnte sich nach den Wölfen, denen sie nahe stand.
Nach ihrer Familie, ihren Freunden. Besonders nach Lyerra. Sie war eine der Wenigen, die sie mochte, die sie kennen gelernt hatte und die nicht mit ihr verwandt war.
Sie hatten einander in der Aufregung kennen gelernt, die um das Nichts entstanden war. Seite an Seite waren sie hinein getreten um das Wunderland auf der anderen Seite zu erblicken. Obwohl sie sich kaum gekannt hatten und nur eine kurze Zeit miteinander verbrachten, waren sie Freunde geworden.
Der Kopf der Schwarzen suchte die Windrichtungen ab.
Die schwarze und die Weiße. Seit jeher liebte die Kleine Kontraste und dieser erstaunte jedes Mal aufs Neue.
13.03.2011, 19:41
Langsam lief Lyerra über die Wiese nahe des Sternensees. Gehorsam trugen ihre Pfoten sie über die Ebene, ließen sie nicht im Stich. Lange dachte die weiße Fähe über verschiedenste Dinge nach, bemerkte kaum dass sie den See ansteuerte. Hier war sie noch nie gewesen. Ein sanfter Wind umspielte ihr Fell, formte die Umrandungen ihres Körpers nach. In der Ferne meinte Lyerra einen weiteren Wolf ausmachen zu können, allerdings war sie nicht ganz sicher. Lautlos lief sie weiter, kam der anderen immer näher. Erst als sie beinahe bei ihr war, erkannte die Weiße in der schwarzen Wölfin ihre geliebte Freundin Sharíku. Beinahe taumelnd vor Glück lief sie auf ihre Freundin zu, sah wie diese ihre Schnauze in den Wind hielt, lächelte sanft. Fast ein wenig ungestüm wie sie:
„Sharíku, Sharíku..”
Überglücklich lief sie die letzten Meter, überbrückte den kleinen Abstand zwischen sich und ihrer Freundin. Wieso hatten sie sich bloß so lange nicht mehr gesehen? Lachend stupste sie Sharíku an, fuhr ihr mit der Nase durchs Gesicht, stieß sie sanft an.
„Sharíku, wo warst du bloß so lange? Wo warst du bloß die ganze Zeit?“
In ihrer Stimme schwang so viel Freude und Erleichterung mit, dass sie beinahe atemlos klang. Was für ein wundervoller Tag das war. Immer noch lächeln blickte Lyerra ihre Freundin an. Schwarz und Weiß, Weiß und Schwarz. Wie man es auch sagte, es passte. Sie beide passten, harmonierten miteinander, verstanden sich ohne Worte.
13.03.2011, 20:46
Als sie ihren Namen hörte, dessen Klang von einer ihr so vertrauten Stimme in de Himmel entsannt wurde, blickte sie so ruckartig in die selbe Richtung, das sie fast das Gleichgewicht verlor. Sie musste einen Schritt zur Seite treten um sich noch abfangen zu können, doch so recht spürte sie dies nicht. Ihr Blick heftete an weißen Fähe, an die vor einer Sekunde noch gedacht hatte. Sie traute ihren Augen, ihren Ohren nicht, schimpfte sich selbst dafür, diese wahnwitzige Hoffnung weiter zu zu lassen. Foch scheinbar war Lyerra wirklich hier.
Erst langsam sickerte zu der Schwarzen durch, dass es die Wirklichkeit war. Sie wedelte erst zögerlich, wie in Trance mit ihrer Rute, denn immer heftiger und bewegte sich einige Schritte auf die Freundin zu.
oO(Ich würde es dir ja gern erzählen, gestaltet sich nur etwas schwierig, wenn man stumm ist.)
Als Lyerra sie fragte, wo sie gewesen war, kam der Kleinen der erster ironische Gedanke ihres Lebens. Er durch zuckte sie, konnte ihre gute Laune trotzdem nicht trüben. Mit einem Lächeln auf den Lefzen blickte Sharíku die Weiße mit tiefblauen Augen an.
Ihre Augen drückten ihre gesamte Wiedersehensfreude aus. Es war...ein Wunder? Ein Zufall?
Es war ein wunderbarer Zufall, dass sie Lyerra wieder traf. Sie hatten sich damals im Wald aus den Augen verloren, doch irgendeine Macht schien es gut mit ihnen zu meinen.
Sharíkus Atem ging schwer, sie war aufgeregt und wühlte mit ihrer Schnauze im weichen, weißen Fell ihrer Freundin. Wie konnte sie ihr nur sagen, wie sehr sie sich freute?
14.03.2011, 18:48
Die ruckartige Kopfbewegung ihrer Freundin hielt Lyerra keineswegs davon ab auf diese zuzustürmen. Das anfangs nur zögernde wedeln der Rute verunsicherte die kleine Fähe zwar etwas, doch schon nach einigen Sekunden war es ihr egal. Sharíku. Sie hatte wirklich ihre kleine Sharíku wiedergefunden. Wie konnte das sein, wo sie sich doch so lange nicht mehr gesehen hatten? Ausgerechnet jetzt, genau jetzt und hier trafen sie sich. Überglücklich schlug das Herz der Weißen schnell in ihrer Brust, trommelte gegen ihre Rippen, zumindest erschien es ihr so. Immer und immer wieder stieß sie ihre Freundin sachte mit der Nase an, ein fröhliches Lächeln auf den Lefzen. In den Augen ihrer geliebten Freundin sah sie all die Freude die auch sie selbst verspürte, in den Augen ihrer Freundin las sie all die Gedanken und Gefühle die sich auch in ihr regten.
„Meine kleine Sharíku, ich bin ja so froh dich zu treffen. Es ist so schön dich endlich wiederzusehen..“
Sie lachte, fuhr mit ihrer Nase durch das schwarze, dichte Fell. Sie fühlte die Nase Sharíkus in ihrem eigenen Fell, spürte den Atem ihrer Freundin, sah ihre eigene weiße Schnauze in dem dunklen Fell ihre Freundin. Wie wunderbar es war sie wieder zu haben, wie gut es tat so zu lachen. Was war das für ein Tag, dass er so schön war? Wem hatte sie das zu verdanken? Einem der Götter die sie nicht kannte? Nichts konnte ihre Freude trüben, wirklich nichts, denn nie hatte sie damit gerechnet ihre Freundin hier anzutreffen, auch wenn sie diese selbstverständlich nicht vergessen hatte.
25.03.2011, 17:40
Der Kleinen erschien es wahrhaft wie ein Wunder. Hatte sie es verdient, dass sie diese besondere Wölfin wieder gefunden hatte? War es ein glücklicher Wink des Schicksals, oder war es schlicht und ergreifend ein Zufall?
Sie wusste es nicht und konnte nicht weiter darüber nachdenken, warum es passiert war, warum gerade jetzt. Sie war einfach überglücklich. Die Einsamkeit war verschwunden.
Ihre Augen suchten die grünen der Weißen. Was sollten sie jetzt tun? Wohin sollte der Weg sie führen?
Am liebsten hätte sie sich mit Lyerra zusammen gesetzt und geredet. Einfach munter drauf los. Doch das konnte sie nicht.
Sie schüttelte leicht den Kopf. Diese trostlosen Gedanken konnte sich nicht länger akzeptieren. Es gab keine Einschränkungen mehr für sie.
Wieder blickte sie auf. Lass uns doch eine Weile gehen, sagten ihre Augen, ihr Kopf neigte sich leicht zur Seite und ihr Blick fuhr die Konturen des Sternensees.
25.03.2011, 18:49
Lyerra sah Sharíkus Blick, wusste womit ihre Freundin zu kämpfen hatte, konnte es dennoch nicht ganz nachvollziehen, denn sie selbst konnte sprechen. Ein sanftes Lächeln verzog ihre Lefzen.
"Lass dich nicht davon unterkriegen mein Engel, es gibt viele Wölfe die auch zuhören wenn niemand etwas sagt."
Sie stieß ihre Freundin an. Wie schön es war sie wieder zu haben, wie viel Liebe in ihre entstand wenn nur Sharíku da war, ihre kleine liebe Sharíku. Sie sah dass die Schwarze den Kopf schüttelte, wusste dass sie verstanden hatte und es schaffen würde. Lyerra wusste es einfach, denn Sharíku ließ sich nicht unterkriegen, nicht von ewigem Schweigen, denn sie sprach ganz ohne Worte.
Sie blickte in die blauen Augen, wusste was ihre Freundin dachte bevor diese ganz zu Ende 'gesprochen' hatte. Sie verstand den Blick, verstand die Zeichen. Ja, sie selbst hörte die Sätze, die Fragen und die Vorschläge auch ohne Worte.
"Ja, lass uns ein wenig gehen. Um den Sternensee kann man ganz gut laufen, es ist ziemlich schön hier."
sie lächelte. Es war so schön hier zu sein, hier mit Sharíku. Sanchte stieß sie ihre Freundin an der Schulter an, setzte sich dann ganz langsam in Bewegung, wartete darauf dass ihr Kleine ihr folgen würde.