Malik Hikaji
08.05.2011, 18:37

(Ich mach jetzt einfach mal, sonst schaffen wir es gar nicht mehr *g*)

Er lief und lief und lief, neben ihm seine drei Geschwister, dahinter seine Mama. Und vor ihm das Licht, das ihn ständig ärgern wollte. Denn er konnte es nicht erreichen, so viel er auch lief, so schnell er auch war und so gut er auch versuchte, es auszutricksen. Irgendetwas sagte ihm, dass das Licht vor ihm etwas richtig Tolles war, etwas, das er unbedingt bekommen musste. Doch als würde es ihn verhöhnen, leuchtete es ungeachtete der angestrengten Versuche des Welpen weiter, so als wäre nichts. Malik liebte und hasste es gleichzeitig und lief weiter, immer weiter und weiter ...

Geräusche rissen den kleinen Welpen aus seinem Traum und er schlug schnell die Augen auf. Auch jetzt war das Licht noch da, schummrig und düster, aber trotzdem unheimlich verlockend. Seine dunklen Augen blickten neugierig und hoffnungsvoll um sich herum und entdeckten dabei seine Geschwister und auch seine Mutter, weiter hinten in der Höhle. Zu schade, so lange sie da war durften sie einfach nicht in die Nähe des böse, tollen Lichtes gehen.
Malik gähnte langgezogen und blieb noch einen Moment liegen. So lange seine Geschwister schliefen, war es langweilig. Und seine Mama wollte er jetzt lieber nicht stören, also mussten die anderen drei herhalten. Doch zuerst erhob er sich, so leise wie es ging und schüttelte seinen Pelz aus. Den Schmutz des Höhlenbodens musste er nicht mit sich herumschleppen. Wobei es sicherlich lustig gewesen wäre, ihn über die anderen drei zu schütteln und sie so zu ärgern. Malik kicherte leise und tappste dann zur erstbesten Gestalt, die am nächsten lag. Die Unglückliche war Taleesha, deren eines Ohr gerade so günstig nach oben stand. Flux hatte Malik das flauschige Ding gepackt und zog daran als wäre es Isaís Schwanz. Apropos, der lag auch in Reichweite. Noch während der kleine Rüde Taleeshas Ohr festhielt, trat er nach Isaí aus und hüpfte dann schnell davon, nur um im nächsten Augenblick über Tinca zu stolpern und auf der Nase zu landen. Im Dreck natürlich.
Prustend kam er wieder hoch und rief durch die Höhle:

"Na looos, aufstehen!"

Er wollte noch hinzufügen, dass sie doch versuchen konnte, heute mal das Licht zu erreichen, aber garantiert hätte seine Mama genau in dem Augenblick die Augen geöffnet und das Vorhaben vereitelt. Dabei sagte sie immer, dass sie es zur richtigen Zeit auch entdecken durften. Malik wollte es doch nur einmal berühren ... aber nein, heute besser nicht. Waren die anderen nur erstmal wach, konnten sie spielen.

Linalee
08.05.2011, 18:56

Wenn sie die Augen öffnete, würde sie nur das grelle Licht sehen, wo die Höhle zu Ende war, aber das wollte sie ja gar nicht. Isaí, Malik und Taleesha - ja, die wollten immer das Licht erkunden, immer zu dem Licht. Aber sie nicht, nein sie nicht. Tinca wollte hier in dieser dunklen Höhle bleiben, wo es immer schön dunkel war. Es gab Wände, die diese kleine und bescheidene Welt begrenzten und das war gut so. Sie wusste, wo es ein Ende gab und konnte sich danach richten. Keine Gefahren, keine unerwarteten Dinge, alles wie jeden Tag. Abgesehen von ihren Geschwistern, die jeden Tag etwas neues machen wollten und spielen wollten wie nichts anderes. Und sie? Nein, nicht jeden Tag was neues! Und auch jetzt wollte sie nichts neues in diese wunderbare eintönige Dunkelheit bringen, die sie umfasste, solange ihre Augen geschlossen waren - auch wenn sie nicht schlief. Aber es war dunkel und das Licht würde diese Ruhe nur wieder durcheinander bringen. Außerdem ... was sollte sie auch jetzt tun? Sie hatte keine Lust, durch die Höhle zu streunern, sie wollte auch nicht ihre Brüder und ihre Schwester belästigen, ebenso wenig brachte sie die Lust dazu zusammen, zu ihrer Mutter zu schleichen und sich an sie zu kuscheln ...
So in Gedanken vertieft, was Tinca machen sollte, wenn sie die Augen aufschlug, schlief sie dann doch ein. Doch nicht einmal ein toller Traum in ihrer eigenen Welt konnte beginnen, als schon ein schweres Gewicht über sie purzelte und dann auch noch anschnauzte. Da war sie aber auch schon laut aufquitschend aufgesprungen um gleich darauf rückwärts hüpfend vor Malik zu fliehen. Aber vor Malik zu fliehen handelte ihr nur ein, dass sie in Isaí reinrutschte. Nochmal auffiepend brachte sie sich im wilden Galopp, bei dem sie mehr voran stolperte als dass sie lief, an einer Höhlenwand in Sicherheit um dann von dort aus ihre Geschwister ins Blickfeld zu fassen. Angstvoll starrte sie sie an und besonders Malík hielt sie im Blick in der Befürchtung, er könne jeden Moment wieder zu ihr kommen und sich auf sie stürzen, weil er spielen wollte. Nein nein nein nein, sie wollte doch aber gar nicht spielen!

Isaí Caiyé
08.05.2011, 20:32

Irgendetwas versteckte sich dort draußen im Licht. Irgendetwas, was raschelnde Geräusche machte, mal laut, mal leise. Und immer, wenn das raschelnde Geräusch lauter wurde, das Ding, von welchem sie ausgingen, also näher kam, betrat jemand die Höhle. Das war dann Mama, Papa oder eine der anderen beiden Mamas, die auch mal hin und wieder aus dem Licht auftauchten, aber viel schneller als Mama oder Papa wieder verschwanden. Im ersten Moment war Isaí immer davon ausgegangen, dass sie diese Geräusche machten, raschelten, aber sobald sie ins Dunkle gekommen waren, wurde das Geräusch wieder leiser, entfernte sich und hatte den Rüden allmählich davon überzeugt, dass es nicht die Wölfe waren, die sie besuchten, die so raschelten. Die nächste Vermutung, die er angestellt hatte, basierte auf der Vermutung, dass das Rascheln Fenricollon war. Er kam immer wieder zur Höhle zurück, wenn sich gerade niemand in der Nähe befand, um sie zu holen, sie zu fressen, doch glücklicher Weise tauchte immer zu diesen Momenten einer der anderen auf und verscheuchte ihn. Was hatten sie doch für ein Glück! Gegen Fenricollon könnten sie in diesem Alter sicherlich noch gar nichts ausrichten. Aber Isaí war zuversichtlich, dass sie sich, wenn sie erstmal so groß wie Papa waren, auch in seinen Weg stellen müssten. Doch auch jetzt schon schob er sich immer, wenn das Geräusch lauter wurde vor seine Geschwister. Man durfte das nicht falsch verstehen, mehr mit Angst als mit Mut saß er dann da, doch irgendwie hatte er das Gefühl, dass er das machen musste. Immerhin war er ein Caiyé. Und Caiyés mussten das doch machen, oder? Seinen Geschwistern hatte er noch nichts von dieser Vermutung, von der geglaubten Tatsache erzählt. Er wollte ihnen keine Angst machen, reichte es ja, wenn er sich davor fürchtete.

Aber dennoch: Fenricollon hin, Fenricollon her – Ihn interessierte es, wie es im Licht aussah, woher die Wölfe kamen und wohin sie verschwanden, wenn sie nicht mehr bei ihnen in der Dunkelheit waren. Woher die ganzen Gerüche kamen, die Mama oder Papa oder eine der anderen mit hineinbrachten und wieder mit sich hinaus nahmen und was die anderen Geräusche bedeuteten, die nicht von Fenricollon kamen. Da waren helle, wohltuende Geräusche, bei denen der junge Rüde gern die Augen schloss und ihnen lauschte, aber auch trommelnde Geräusche, die sich anhörten wie viele kleine Pfoten, die über den Boden trommelten, die Unbehagen in ihm hervorriefen. Doch nichts davon kam zu ihnen in die Höhle. Weder das Wohltuende, noch das Trommelnde. Doch beides reizte ihn ungemein.

Während er so dagesessen hatte, das Licht betrachtet und den Geräuschen gelauscht gehabt hatte, waren ihm mit der Zeit dann doch die Augen zu gefallen und er war eingeschlafen. Allmählich hatte er sich dann eng zusammengerollt, ohne es zu merken. Wie lange er geschlafen hatte, wusste er nicht, aber es kam ihm so verdammt kurz vor, als er einen unangenehmen Tritt spürte und verschlafen den Kopf hob. Ein leises hohes Knurren galt dem weißen Körper, der die Ursache für sein Wachsein war, ehe er wieder verschlafen den Kopf auf seine kleinen Vorderläufe legte. Aber wieder dauerte diese wohltuende Ruhe nur einen kurzen Moment, ehe er einen weiteren Körper unangenehm dicht und drückend an seinem spürte. Wieder öffnete er die Augen, blinzelte und erblickte Tinca, die inzwischen an die Höhlenwand zurückgewichen war. Er blinzelte, zuckte mit den Ohren und blickte zu Malik, der sich gerade herausnahm, alle zu wecken, nur weil ihm langweilig war. Na sowas! Dabei war Isaí doch gerade erst eingeschlafen… Aber da wollte man ja nicht so sein.

Isaí erhob sich also, sprang auf und landete auf seinem jüngeren Bruder, um ihn in den Dreck zu drücken. Haha!

„Seit wann bist du denn papafellfarben? Oh. Das ist ja nur Erde.“, gab er belustigt von sich und lies von ihm locker.

Sollte er sich erstmal darum kümmern, in der Zeit hätten die anderen Zeit dafür, sich in Sicherheit zu bringen. Isaí taumelte seine großen Pfoten noch nicht ganz so unter Kontrolle wie erhofft hinüber zu Tinca und Taleesha. Er schenkte beiden ein glückliches Lächeln, erfreut über Maliks Reaktion auf den Boden der Höhle, die sicherlich nicht anders als sonst ausfallen würde.

Taleesha
09.05.2011, 10:21

Die kleine Welpin durchlebte im Traum die Geschichte, die sie zuvor von ihrer Mutter erzählt bekommen hatte. Sie sah eine sehr schöne, stolze weiße Fähe und betrachtete sie im gleichen Maße ehrfürchtig als auch neugierig. Ihre Mutter hatte sie „Banshee“ genannt und ihre Stimme war weich geworden, als sie von ihr sprach. Als Banshee nun auf Taleesha zukam und ihr lächelnd ein paar Worte zuflüsterte – Taleesha konnte sie nicht verstehen, aber der Klang der Worte war das Schönste, was sie bisher in ihrem kurzen Leben gehört hatte – wurde der Welpin wohlig warm und sie kuschelte sich noch etwas enger an die Körper ihrer Geschwister neben ihr. Lange sollte diese Behaglichkeit jedoch nicht andauern, weil sie im nächsten Moment grob am Ohr gezogen wurde und so gezwungen war, in die Wirklichkeit zurückzukehren.

Taleesha jaulte leise auf, gähnte einmal herzhaft, erhob sich wackelig und schüttelte sich anschließend. Noch etwas benommen torkelte sie auf Malik zu, den sie als Übeltäter erachtete und wollte sich auf ihn stürzen. Diesmal wäre sie sicher schon ein bisschen kräftiger und könnte ihn leichter umstoßen! Während sie also im raschen Anlauf freudig auf Malik zustürzte, kam ihr Isaí zuvor und drängte Malik aus ihrem Zielfeld. Na sowas! Die Welpin versuchte ihr Tempo zu verlangsamen, aber da sie noch nicht ganz geübt darin war, knickten ihre Vorderläufe weg und sie kugelte sich ein paar Mal auf dem Erdboden. Es dauerte eine kleine Weile, bis sie sich wieder gesammelt hatte und ihren Kopf hob, der nun größtenteils bedeckt war von irgendwelchen Erdbrocken. Sie schüttelte sich ordentlich und sah mit einem zufriedenen Grinsen, dass ein paar kleine Steinchen auch Malik und Isaí trafen.
Sie machte sich schon zu einem erneuten Angriff bereit, als sie eine huschende Bewegung an einer der Höhlenwände wahrnahm. Sie erblickte ihre Schwester, in deren Augen sich alles andere als Spaß widerspiegelte, und war sofort von ihren beiden verspielten Brüdern abgelenkt. Sie ging nun ganz langsam und zaghaft auf ihre Schwester zu und hoffte, dass jene ihre Absicht verstand und nicht durch ihren tapsigen Gang verschreckt wurde. Sie würde Tinca nicht zum Spiel auffordern wollen, denn sie wusste, dass ihre Schwester das irgendwie nicht so ganz mochte. Taleesha verstand zwar überhaupt nicht, wie man Spielen nicht wunderbar finden konnte, aber sie respektierte es und hatte es sich gemerkt. Sie blickte nochmals zu ihren Brüdern zurück und hoffte, dass auf jeden Fall Isaí verstehen würde, dass sich Taleesha jetzt um ihre verschreckte Schwester kümmerte und ein aufgedrehter und gelangweilter Malik etwas hinderlich wäre …
Dann setzte sie sich ein bisschen von ihrer Schwester entfernt hin und fragte sie leise:

"Geht’s dir gut, Tinca? Du guckst ein bisschen ängstlich. Oder traurig? Aber weißt du, ich pass auf dich auf!"

Sie wusste nicht so recht, wie sie mit Tinca umgehen sollte, aber sie würde sich um sie kümmern, wenn ihre Schwester das wollte.

Malik Hikaji
09.05.2011, 18:00

Die Reaktion Tincas war für Malik zum einen unverständlich, zum anderen fast schon gewohnt. Seine Schwester war ganz anders, wollte nie so richtig mitspielen und hatte scheinbar Angst vor ihnen. Echtes Verständnis konnte Malik dafür aber nicht aufbringen, er vermutete hinter ihrer Schreckhaftigkeit immer vielleicht doch noch ein Spiel. Möglicherweise wollte sie sich nur aus der Affäre ziehen und sich dann von hinten anschleichen. So drehte er den Kopf und lugte seiner quietschenden Schwester nach, die sich voll Panik an die Höhlenwand drückte. Maliks Augen funkelten voller Abenteuerlust und er hätte dem Drang, seine Schwester zu überrumpeln sicher nachgegeben. Hätte Isaí das nicht eher unabsichtlich verhindert, indem er ihn plattmachte.
Das erschrockene Aufquietschen Maliks endete in einem Zischen, als die Luft aus seinem Brustkorb entwich. Wortwörtlich geplättet blieb er liegen und wagte es nicht, sich gegen Isaí zu wehren. Doch als er dessen Spott hörte, grummelte er leise und schaffte es auch endlich, sich unter seinem Bruder hervorzuwinden. Dass dieser ihn bereits freigelassen hatte, war jetzt gar nicht wichtig...
Mit einem ganz besonders bösen Grollen packte der Weiße einen kleinen Stock, der auf dem Höhlenboden neben ihm gelegen hatte und fuchtelte damit herum.

"Duuuu bischt blöd! Isch bin nischt papafellfarben!", nuschelte er zwischen dem Stöckchen hervor.

Empört schüttelte er seinen sonst so lichthellen Pelz aus, doch der Schmutz wollte einfach nicht loslassen. Da musste er seine kleine Waffe schließlich doch fallen lassen und das erreichbare Fell mit den Zähnen reinigen. Dabei behielt er Isaí, Taleesha und Tinca aber immer im Auge, um einer weiteren Attacke zu entgehen. Nicht, dass Taleesha seine Liebe für Sauberkeit nicht auch humorvoll ausgenutzt hätte, also musste er aufpassen. Zum Glück lenkte Tinca nun die Aufmerksamkeit der Knickohrfähe, oder -mama auf sich und Malik musste nur den Rotpelz im Auge behalten.
Mit strubbeligen Haaren seines Brustfells im Maul versuchte er dann doch, Tinca zum Spielen zu motivieren.

"Wenn man traurig ist, muss man ganz viel spielen! Los Tinca, du kannst versuchen mich zu fangen."

Nach wie vor mit eigenem Fell im Maul grinste er sie spitzbübisch an und wackelte mit dem Hinterteil, das vor Dreck starrte. Aber was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß - oder so ähnlich.

Linalee
09.05.2011, 18:50

Spielen, spielen, spielen, spielen - warum wollten ihre Geschwister nur immer spielen? Gerade stürzte sich Isaí auf Malik, wieder spielen! Und Malik sah wirklich papafellfarben aus, ein sanftes Lächeln stahl sich durch ihre Augen, erreichte ihre Lefzen aber nicht, die weiterhin ein ihrem Fang einen verschreckten Ausdruck auferlegten und schon war auch das Lächeln aus ihren Augen wieder verschwunden, als Malik frei kam und sie Taleesha sah, wie sie sich auf sie zubewegte. Ihr tapsiger Gang ließ Tinca sich sofort ein Stück weiter an die Höhlenwand pressen, in der Befürchtung, Taleesha wolle mit ihr spielen. An sich hatte Tinca ja nichts gegen spielen, aber auf ihre Art und Weise! Ihre Geschwister waren ihr zu ... sie überlegte, aber sie kannte kein Wort, dass deren Spielweise erklären könnte. Vielleicht zu hart? Tincas Gedanken rasten, während sie ein passendes Wort suchte und gleichzeitig aber auf Taleesha und ihre Brüder achtete. Aber ihr wollte kein passendes Wort einfallen. Sie gab es schließlich auf, als ihre einzige Schwester sich vor sie hinsetzte, nachdem sie noch einen Blick ihren Brüdern zugeworfen hatte, und leise ein paar Worte an sie richtete. In ihnen war nirgends eine Spur von Spaß zu entdecken, zumindest keine Anzeichen darauf, dass Taleesha Tinca gleich anfallen würde und spielen wollte.
Ihre Worte verblüfften sie. Irgendwie. Ihre Augen nahmen eine verwirrte und fragende Stellung ein und ihr wachsamer Blick ruhte auf ihrer Schwester, Malik und Isaí waren für wenige Sekunden aus ihren Gedanken verschwunden. Und dann lächelte Tinca, ihre Lefzen hoben sich glücklich und ihre Augen strahlten. Ihre Schwester Taleesha war für sie, diese komische Tinca, die sie war, da! Erfreut schlich sie zu ihrer Schwester, mehr in geduckter und unterwürfigerer Haltung, und wedelte weit ausholend mit ihrer Rute. Bei Taleesha angekommen stupste sie sie sanft an und kuschelte sich an ihr Brustfell. Ein paar schmatzende Geräusche ertönten, als sie ihren Fang ein paar mal auf und zu machte mit dem Ziel, etwas zu sagen, doch sie wusste nicht, wie sie antworten sollte und so blieb ihre Dankbarkeit ausgedrückt durch ihre Taten. Selbst als Malik den - in ihren Augen - dummen Vorschlag machte, sie könne ihn ja fangen, verflog ihre Freunde ihrer Schwester gegenüber nicht und sie bedachte Malik nur mit einem Hochziehen der Lefzen, der Geste fehlte nur ein Knurren, was sie jedoch noch nicht erprobt hatte und auch nicht laut werden lassen wollte. Seinen dreckigen Hintern bedachte sie mit einem leisen Lachen, dann wandte sie sich ihrer Schwester wieder zu und kuschelte sich an sie, rieb ihren Kopf an ihrem Fell und war ihr Dankbar, dass sie sie beschützen wollte.

Isaí Caiyé
13.05.2011, 14:30

Er wusste nicht, was Tinca hatte und selbst, wenn man es ihm erklären würde, wäre es für ihn wohl nicht weniger unverständlich als jetzt schon. Sie war anders, war ängstlicher als sie alle und schien – was ihm besonders aufgefallen war – gar nicht so sehr von diesem Licht zu schwärmen wie es die anderen taten. Das Licht, das Unbekannte und das, was Mutter und Vater immer wieder verschluckte, wenn sie verschwanden. Das, was Malik, Taleesha und ihn wohl auch irgendwann hoffentlich verschlingen und in eine andere, hellere Welt führen würde, doch ob Tinca davon so begeistert war, bezweifelte er. Ihr Anblick, der mehr einem kleinen Haufen Elend als einem Haufen Welpe ähnelte, ließ sein glückliches Lächeln ein wenig verblassen, hatte er doch das Gefühl, irgendetwas falsch gemacht zu haben. Er ließ von Malik ab, wollte noch etwas näher an sie heran, doch zögerte er, als er sah, dass Taleesha ihr soeben etwas zugeflüstert hatte. Seine Augen verengten sich ein klein wenig, während seine Rute zu pendeln begann und seine Ohren aufmerksam aufgestellt versuchten, herauszufinden, welches Geheimnis da gerade von einem zu anderen gegangen war. Er wollte es auch wissen, besonders, als er sah, wie glücklich Tinca darüber war! Los, los, los!

Plötzlich spürte er einen Luftzug, der ihn von seinen Schwestern ablenkte und wieder zu Malik blicken ließ. Er hatte einen Zweig gepackt, den Mama oder Papa wohl mit hereingetragen hatten und wirbelte ihn jetzt merkwürdig durch die Luft. Unsicher, was er damit genau bewirken wollte, aber sicher darin, ihn machen zu lassen, solange er ihm nicht zu nahe kam, spielte er mit den Ohren, lächelte aber wieder vergnügt, als seine Worte Erfolg fanden und Malik ihn als ‚blöd‘ betitelte. Gar nicht wahr! Er hatte doch die Wahrheit gesagt! Er würde es nicht riskieren, dass Fenricollon kam und ihn fraß, weil er geschwindelt hatte. Nein, nein.

„Ich bin nicht blöd! Nimm das zurück!“, meinte er halb spielerisch, halb ernst und machte sich dran, seinen kleinen Bruder zu überfallen.

Dieser hatte gerade noch Tinca zum Spielen aufgefordert, als Isaí auch schon auf ihn zu lief, um sich erneut auf ihn zu werfen und wehrlos auf den Boden zu drücken. Der kleine Rotpelz war nun mal der Größte und Kräftigste von ihnen. Er war immerhin ein Caiyé (oder ein Fresssack, wie man’s eben sah…)

„Guck, Tinca! Ich halt ihn fest, dann kann er sich nicht wehren und du kannst dich für alles rächen, was er für Schwachsinn macht!“

Taleesha
15.05.2011, 17:45

Die große Unsicherheit wich einer Phase des Erstaunens. Eben noch hatte Taleesha überlegt, was sie wohl am besten zu ihrer Schwester sagen sollte oder ob sie sie besser ganz in Ruhe lassen sollte. Und kaum einen Augenblick nachdem sie sich schließlich zu zaghaftem Fragen entschieden hatte, hatte sich Tinca auf sie zu bewegt und sich eng an sie geschmiegt. Ziemlich verdutzt schaute Taleesha auf ihre Schwester, deren Kopf an ihrem Brustfell ruhte und sich an sie drückte. Was habe ich denn gesagt? Wieso mag mich Tinca plötzlich so? Verwechselt sie mich mit Mama? Was soll ich denn jetzt tun? Taleesha brauchte einen Moment, um sich an diesen plötzlich so selbstverständlichen Körperkontakt zu gewöhnen. Wäre es jetzt Malik gewesen, hätte sie gar nicht lange drüber nachgedacht, sondern einfach zurückgekuschelt – und ihn vielleicht in einem geeigneten Moment kurz in sein Ohr gezwickt. Dann hätte alles in einem wilden Spiel geendet, bis sie vor Müdigkeit nicht mehr konnten. Von Tinca war Taleesha dies allerdings ganz und gar nicht gewohnt. Sie hatte ihre Schwester in den letzten Tagen viel beobachtet und hatte immer den Eindruck gehabt, dass sie am liebsten in Ruhe gelassen werden sollte. Sie war nicht böse oder so, sie war sogar ziemlich lieb, aber sie wollte einfach nicht. Vielleicht war sie halt noch ein bisschen schüchtern. Während sie dies überlegte, fiel der kleinen Welpin ein, dass sie ihrer Schwester schließlich versprochen hatte, sie zu beschützen. Na also! Dann würde sie jetzt weiter mit ihr kuscheln und ihr dann zeigen, dass es gar nichts zu fürchten gab – schon gar nicht in dieser Höhle, die inzwischen ziemlich langweilig war. Könnten sie doch nur schon "raus", was immer das bedeuten mochte…

Taleesha stupste Tinca vorsichtig an, um sie kurz anzusehen und sich schließlich mit eben soviel Vorsicht an sie zu kuscheln, wie geboten war. Sie merkte jedoch ziemlich schnell, dass Tinca zufrieden war und sich willig auf die Zärtlichkeiten einließ. Erfreut gab Taleesha ein Fiepen von sich, das von Behaglichkeit und Zuneigung zeugte. Ihre Schwester mochte vielleicht nicht so gerne spielen, aber sie war so sanft im Umgang mit ihr, dass Taleesha voller Staunen zu ihren Brüdern schielte. Sie waren so anders. Irgendwie grob, wenn man Tinca in direkten Vergleich zu ihnen stellte. Als Malik versuchte, Tinca erneut zum Spielen aufzufordern, hatte Taleesha für einen kurzen Augenblick die Angst, dass ihre Schwester nun doch darauf einginge und mit ihr die Wärme, die so angenehm war, verschwand. Als Tinca jedoch deutlich genug signalisierte, dass sie keine Lust auf Maliks Spiele hatte, nahm Taleesha dies mit einem freudigen Lächeln auf und war dankbar, dass Isaí sich nun um ihren aufgedrehten Bruder kümmern würde.

"Weißt du Tinca, man muss ja nicht immer spielen. So ist es auch schön."

Sie leckte ihrer Schwester einmal kurz durchs Fell und sah sie glücklich an. Die Abenteuerlust und der Spieldrang waren plötzlich in weiter Ferne. Von ihr aus konnten sie auch noch eine Weile in der Höhle bleiben … sooo langweilig war es ja auch nicht.

Malik Hikaji
21.05.2011, 14:40

Zum zweiten Mal an diesem Tag musste Malik eine herbe Niederlage einstecken. Eigentlich sogar eine doppelte. Da bot er seiner seltsamen Schwester doch ganz lieb an, dass sie ihn fangen durfte und sie machte sich über ihn lustig? Irritiert starrte er sie an, ehe er ebenfalls die Lefzen nach oben zog und seine nadelspitzen Milchzähnchen zeigte. Man konnte den Spieß ja auch umdrehen. Gerade als er sich anschicken wollte, auf Tinca zuzustürmen, wurde er erneut plattgemacht. Und wieder entwich die Luft in seinem Brustkorb mit einem Zischen, während der kleine weiße Wolf riesengroße Augen machte. Das konnte doch einafch nicht wahr sein! Was bildete sich sein Bruder eigentlich ein. Dreck von unten und von oben, denn Isaí war auch nicht der sauberste in dieser Höhle.
Klagend quietschte Malik auf und wand sich wie ein Regenwurm unter seinem fetten Bruder. Doch da war diesmal kein Entkommen, so viel er auch zappelte. Also mussten grobere Mittel her. Mit den Zähnchen versuchte er, Isaís Pfoten zu erhaschen, damit er kräftig zubeißen konnte. Ganz bestimmt würde der dann von ihm ablassen. Doch das war in seiner Position gar nicht so einfach. Und leider nicht von Erfolg gekrönt. Okay, Mist. Nächster Versuch, andere Taktik. Mühsam stellte Malik die wackeligen Pfoten auf und drückte gegen das von oben kommende Gewicht. Als ob es nicht schon schwer genug war, den eigenen Körper nach oben zu bekommen und da zu halten. Nein, jetzt musste er noch den Pummel der Familie nach oben stemmen.

„Du bist ja schwerer als Papa und Fenricollon zusammen! Und ich bin stärker, weil ich dich hochheben kann.“

Triumphirend stemmte Malik sich und den Bruder in die Höhe, seine Beinchen zitterten vor Anstrengung. Bis ganz nach oben schaffte er es nicht, weil er spürte, wie die Kraft seine Beine verließ. Flink warf er sich zur Seite und befreite sich so wenig elegant von seinem Zusatzgewicht, landete aber leider ganz genauso im Dreck. Kugelnd kam er zum Halten, sprang schnell auf und sah sich um. In seinem Kopf drehte sich alles, doch schnell erhielten die Höhlenwände ihre Form zurück. Er kannte das schon, immer wenn er sich im Kreis gedreht und seine Rute gejagt hatte, rannten die Höhlenwände mit. Aber jetzt war er schmutzig. Isaí bekam einen tödlichen Blick geschenkt, dann kratzte Malik den Dreck vom Höhlenboden mit den Hinterpfoten auf seinen Bruder und hüpfte in Richtung seiner Schwestern. Von Tinca hielt er aber vorsichtshalber Abstand, sie war immer noch komisch und einfach ziemlich langweilig. Also setzte er sich neben Taleesha, die seltsamerweise mit Tinca kuschelte. Malik betrachtete die Szene kurz verwirrt, dann fand er sich damit ab und pustete Taleesha ins Fell.

„Seid ihr jetzt zwei Mamas? Zwei andere Mamas als Mama? Oder bist nur du die andere Mama?“

Großherzig sah er Taleesha und Tinca an. Was er sagte hatte keine wirkliche Ursache, keinen Drang, beantwortet zu werden. Er verstand nicht, weshalb Tinca Taleeshas Nähe wollte, wo das doch sonst nur ihre Mama durfte. War Taleesha deshalb eine Mama? Und wie war das noch mit Geschlechtern?

Linalee
23.05.2011, 17:13

Ja, so weich war Mama's Fell auch, und jetzt kuschelte Taleesha auch noch zurück! Japsende Laute entwichen der Kehle dieses Welpens und Tinca schmiegte sich an ihre Schwester so gut es ging. Als sie angestupst wurde, maulte sie fast schon böse aus, doch das war gleich wieder vergessen, als ihre Schwester ihre Zuneigung erwiederte. Sie waren schon ein seltsames Knäul, doch Tinca hatte nur eins im Sinn: Kuscheln! Und zwar mit Taleesha! Sie war so vorsichtig und ging mit ihr um, als sei sie eine Feder. Ihre Brüder würden niemals so reagieren, nein, die würden sich auf sie stürzen und spielen wollen. Aber warum sollte sie dauernd spielen? Kuscheln war viel schöner! Nicht so brutal. Seufzend gab sie sich dem Moment hin und schloss die Augen.
Erst die Stimme von Malik riss sie aus ihrem Traum. Sie war vollkommen in sich selbst und der Berührung versunken gewesen, aber Malik hatte eben noch mit ihr spielen wollen und deshalb war Vorsicht geboten. Ihre Augen riss sie auf, sie starrte Malik aus ihren großen kugelrunden Augen an und ihr Körper erstarrte. Sie wirkte, als sei sie einfach an Ort und Stelle zu Eis geworden. Ihre Augen ruhten auf Malik, doch sie sah ihn nicht; ihre Ohren waren angelegt, sie hörte nichts; ganz langsam fing sie an, sich in ihrer sitzenden Position vor und zurück zu wiegen, sie hatte Angst, dass Malik jetzt spielen wollte. Angstvoll starrte sie ins Leere und rührte sich nicht. Ihre Gedanken standen still und ihr Atem wurde hektischer, ihr Herz raste. Vor Malik selbst hatte sie doch eigentlich keine Angst, nur davor, dass er immer spielen wollte - oder? Ihr Körper erzitterte einmal und sie wippte sich weiterhin vor und zurück. Wieso durfte sie denn nicht einfach mal mit Taleesha kuscheln?

Isaí Caiyé
23.05.2011, 20:02

Ein Ruck von untenher, der ihn glauben ließ, der Boden bewege sich, ließ sein triumphierendes Lächeln verblassen. Es wich einen verwirrten Blick nach unten, der nicht minder verwirrt war, als er erkannte, dass Malik es war, der den Boden dazu brachte, sich zu bewegen. Oder besser gesagt, der ihm den Boden unter den Füßen nahm. Gewisser Weise. Fast eben. Isaí spürte den Druck an seinem Bauch und Brustkorb, glaubte aber nicht, dass Malik es tatsächlich schaffen würde, wurde aber auch zugleich vom Gegenteil überzeugt. Der junge Rüde musste die Beine ausstrecken, um weiterhin an den Boden zu kommen, so weit schaffte es sein kleiner Bruder, ihn von sich zu drücken. Genauso betröppelt stand er auch da, als Malik sich bereits flink unter ihm herausgerollt hatte, blinzelte verwirrt und richtete dann erst seinen Stand zu einen akzeptablen ‚Stehen‘, das man auch ‚Stehen‘ nennen konnte. Er schüttelte sich, drehte sich dann zu den anderen um und sah seinen Bruder mit einer Mischung aus versteckter Bewunderung und einer ‚Du hast doch keine Ahnung von allem!‘-Miene an. Nachdem er sich zur Seite wegducken musste, um die Ladung Schmutz, die Malik sich traute, auf ihn zu scharren, nicht direkt abzubekommen, mischte sich auch noch ein verärgerter Ausdruck dazu, der aber schnell an Wirkung verlor.

„Du weißt ja gar nicht, wie groß Fenricollon ist, also auch nicht, wie -!“, begann er, stoppte aber, als er merkte, dass sie sich alle irgendwie Tinca zugewandt hatten.

Er spielte mit den Ohren, während Ärger in seiner Brust zu keimen begann, aber nicht genug Sauerstoff bekam, um weiter zu wachsen. Die Ohren betrügt angelegt setzte er sich an Ort und Stelle auf seine Hinterläufe und beobachtete seine drei Geschwister einen kurzen Augenblick. Er verstand das alles gerade überhaupt nicht. Warum hatte Tinca immer so viel Angst vor ihnen? Warum wollte Taleesha deshalb auch nicht spielen? Und nun auch noch Malik, der ihm Tinca wegen den Rücken kehrte? Nein, nein, das war falsch. Da war eindeutig etwas falsch, auch wenn der kleine Rote nicht genau wusste, was es war. Eifersucht, von der er nicht wusste, dass es Eifersucht war, baute sich in seinem kleinen Herzen ein Nest und er fühlte sich vom einen auf den anderen Moment unglaublich einsam. Sein Blick sank zu Boden, ehe er sich erhob und sich – statt zu den anderen zu gehen – näher auf das Licht zu bewegte. Er wusste, dass Fenricollon dort draußen wartete und hatte auch nicht vor, hinaus zu gehen, doch hinten in der Ecke glaubte er, sich nur unwohl zu fühlen. Er wollte auch keinen von ihnen nun von Tinca weglotsen, um mit ihm zu spielen, nein, nein. Ihnen sollte es gut gehen, deshalb war er doch immerhin ein Caiyé, oder?

Taleesha
27.05.2011, 11:13

So entschlossen Taleesha eben noch gewesen war, einfach liegen zu bleiben und an Tinca gekuschelt einzudösen, so sicher war sie sich nach einigen Augenblicken, dass dies eher nicht möglich sei. Mit einem resignierten Seufzen nahm sie Notiz von ihrem aufgedrehten Bruder und sah ihn fragend an. Warum ließ er Tinca und sie nicht einfach ein wenig in Ruhe? War es denn so schwer, sich mit Isaí alleine zu beschäftigen? Ihr Blick wanderte an eine andere Höhlenwand, wo sich zuvor noch Malik und Isaí gebalgt hatten. Zugegebenermaßen war es sehr unterhaltsam gewesen! Taleesha hatte es absolut genossen, einfach dazuliegen, Tincas Wärme zu spüren und gleichzeitig über ihre Brüder zu lächeln. So sehr sie sonst auch in Versuchung gewesen wäre, sich dazuzuschleichen und ihre Brüder anzugreifen – seit sie bei ihrer Schwester lag, durchströmte sie eine Ruhe, die sie zuvor noch nicht erlebt hatte. Es war so … schön, ja, einfach schön. Und sie wollte ja gar nicht mitmachen, sie wollte liegen bleiben und zugucken! Und das würde sie Malik jetzt auch sagen!
Taleesha zögerte jedoch kurz, als sie Isaí nicht mehr am gewohnten Platz erblicken konnte. War er weggegangen und Malik deswegen zu ihnen gekommen? Seltsam … warum wollte Isaí nicht weiterspielen?
Langsam erhob sich Taleesha, um sich einmal umzudrehen und dabei nach ihrem Bruder zu suchen. Aber während sie so neugierig und verwirrt ihre Umgebung beobachtete, passte sie nicht auf ihre Pfoten auf, sondern stolperte und landete schmerzhaft auf dem Boden. Sie jaulte einmal kurz auf und rappelte sich langsam wieder hoch. Nach einem kräftigen Schütteln war sie wieder bei der Sache und entdeckte auch tatsächlich ihren Bruder! Er stand in der Nähe des Lichts, das sie alle unglaublich faszinierte. Er war zu weit weg, um ihn genau ansehen zu können, aber Taleesha schien es, als würde er von ihnen dreien nichts mehr mitbekommen. Nicht, dass er zu neugierig wurde… Mama hatte doch gesagt, sie sollten nicht … Sie wandte sich Malik zu und schaute ihn ernst an. Was sollten sie tun? Würde ihr Bruder vielleicht tatsächlich vor lauter Neugier das Verbot missachten?

"Malik, was ist denn mit Isaí? Warum spielt ihr nicht mehr?"

Sie überlegte kurz und entschied sich dann, auch Malik den Genuss, mit ihrer Schwester zu kuscheln, zu gönnen.

"Weißt du was? Ich geh Isaí kurz holen … nicht, dass er zu weit ins Licht geht. Tinca kuschelt bestimmt gern mit dir!"

Mit diesen Worten ging sie Richtung Höhlenausgang, um auf halber Strecke stehen zu bleiben. Sie hatte ein komisches Gefühl. So als hätte sie vor irgendwas Angst. Aber woher kam das? Und warum? Sie drehte sich verwirrt um und sah sofort den gequälten Gesichtsausdruck ihrer Schwester. Was war denn passiert? War Malik nicht lieb gewesen? Und sollte sie sich jetzt zuerst um ihre Schwester kümmern, der sie doch versprochen hatte, sie zu beschützen, oder sollte sie ihren Bruder vom lockenden Licht ablenken? Sie brauchte ein paar Augenblicke, um sich zu entscheiden. Sie rief ein kurzes und helles:

"Isaí?"

… und rannte – so schnell es ihre ungeübten Pfoten erlaubten – zurück zu ihrer Schwester.

Malik Hikaji
31.05.2011, 17:39

Malik hätte wohl vieles erwartet, vor allem eine erklärende Antwort zum schwierigen Thema Geschlechtertrennung. Doch Taleesha und Isaí machten ihm da einen Strich durch die Rechnung. Sein Bruder musste ja unbedingt wieder den tollen Entdecker spielen, der das Licht erforschen ging, das doch eigentlich verboten war. Und Taleesha (die in seiner Vorstellung immer mehr von einer Mama bekam) musste ihn ja dann retten, damit er nicht bestraft wurde.

„Wenn du ins Licht gehst, machst du Fenricollon böse!“, rief er dem Bruder nach.

Mit großen Augen schaute er seiner davonhoppelnden Schwester nach, die ihn hier mit der anderen allein gelassen hatte. Kuscheln sollte er mit ihr? Im Normalfall hätte Malik das gern gemacht, jedoch war er bisher davon überzeugt gewesen, dass Tinca das gar nicht wollte. Aber wenn Taleesha das sagte, musste es ja stimmen. Unsicher schielte er zu der hin und her schaukelnden schwarzen Welpin. Was war denn jetzt wieder passiert? Irritiert sah er ihr einige Augenblicke zu, dann schob er sich vorsichtig näher zu ihr.

„Du Tinca, du musst gar keine Angst haben. Wenn du nicht spielen möchtest … dann möchte ich das auch nicht.“

Aufrichtig nickte der kleine weiße Wolf. Selbst ein Welpe spürte irgendwann, was für den Moment am ehesten unangebracht war. Und dass Tinca jetzt irgendwie nicht so richtig der Sinn nach Spielen stand, das merkte selbst er. Wobei sie ja nie mitspielte seit sie laufen konnten, aber irgendwann musste das doch mal besser werden, oder? Wieder schob sich Malik näher zu ihr, aber nicht zu nah. Fast als hätte er Angst, sie zu berühren und sie damit zu erschrecken. Dann schob er vorsichtig seine großen Vorderpfoten nach vorn, bettete mit einem wohligen kleinen Seufzen den Kopf darauf und schaute neugierig zu seiner Schwester auf.

Linalee
01.06.2011, 17:18

Vor - zurück - vor - zurück - monoton und langweilig. Taleesha hatte sie verlassen, Malik war zurückgeblieben, Isaí war fort. Und sie selbst? Was war mit ihr, Tinca? Sie schaukelte vor und zurück und war in ihrer Welt gefangen. Mit Taleesha war kuscheln so toll - konnte Malik auch kuscheln? Ihre Gedanken, eben noch leer gefegt, fingen an, sich zu regen, neue Gedankengänge entwickelten sich und sie fragte sich das erste Mal, seit dem sie ihre Augen das erste Mal geöffnet hatte und ihre Geschwister wie Eltern hatte sehen können, ob Malik auch kuscheln konnte und nicht immer nur spielen wollte, wie er es doch fast nur tat und Tinca so dauernd auf die Nerven ging - irgendwie zumindest. Noch ein paar Mal vor und zurück, dann erstarrte sie, blinzelte kurz und ihr Blick wanderte dann langsam zu Malik. Sie starrte ihn an, beobachtete ihn. Wollte er spielen? Ihre Augen wurden noch größer, als sich ihr näherte. Noch ein Stück näher. Seine Worte nahm sie erst gar nicht richtig wahr, doch dann, als sie das Nicken ihres kleinen Bruders sah und die Aufrichtigkeit in seiner Geste, hob sich ihr Kopf etwas an, ihre Ohren schnippten nach vorne und sie legte den Kopf schief. War das ihr Bruder? Die Frage schoss ihr in den Kopf, ehe sie etwas dagegen tun konnte. Ihr Bruder wollte nicht spielen, wenn sie es auch nicht wollte? Aber er wollte doch immer spielen! Zu jeder Zeit wollte er spielen! Selbst wenn er schlief! Und jetzt wollte er auf einmal nicht mehr?! Für Tinca brach eine welt zusammen. Das konnte nicht ihr Bruder sein! war da dieser Fenricollon für verantwortlich, dass ihr Bruder auf einmal so anders war? Und als wären ihre nach vorne schnippenden Ohren und die riesigen Augen nicht schon genug zum Anlass zu denken, sie sei verrückt, wurden ihre Augen noch größer, ihr Kopf wanderte wenige Zentimeter nach vorne und ihr Unterkiefer klappte auf. Sie starrte Malik an. Und dann schoss ihr Kopf zurück, die Verwunderung war vorbei, in ihren Augen war Unglaube zu sehen und trotz dessen stürzte sie sich mit einem Aufjauchzen von Freude auf ihren Bruder mit einem großen Satz, der inzwischen vor ihr auf dem Boden lag, und drückte ihre Nase in sein Fell. Fieppend kuschelte sie sich an ihren komischen Bruder.
Und das erste Mal, seit dem sie aus ihrem Schlaf gerissen wurde, jappste sie in ihrer übermütigen Freude ein paar Worte.

"Du bist der komischste Bruder, den man haben kann, Spiel-Malik!"

Isaí Caiyé
06.06.2011, 15:33

Seine Seelenspiegel funkelten leicht im Licht des Lichtes und seine Ohren drehten sich aufmerksam hin und her. Gut. Das Geräusch, das Fenricollon immer machte, wenn er sich der Höhle nährte, war nicht zu vernehmen. Er schnupperte kurz, sog kalte Luft ein und nieste. Den kleinen Welpenhintern auf dem schmutzigen Boden gebettet wartete er schließlich. Auf was? Das wusste er nicht wirklich. Immer wieder streckte er die Nase in die Richtung des Lichts, war er doch noch ziemlich weit davon entfernt. Näher heran wollte er aber nicht gehen. Er wusste, dass es verboten war, wusste, dass da draußen Fenricollon lauerte und nur darauf wartete, ihn zu verspeisen, wenn er alleine hinaus ging. Es dauerte einen Moment, bis er seinen Kopf hinüber zu seinem Bruder wandte und ihn ansah, hatte er ihm gerade ja eine Warnung zugeworfen.

„Ich will ja gar nicht ins Licht. Ich will es mir nur angucken!“, entgegnete er und sah wieder hinaus in die ihm unbekannte Welt.

Die nächste Minute schien wie im Flug zu vergehen, denn eben hatte er seine Schwester noch bei Tinca und Malik sitzen sehen und nun stand sie gar nicht soweit entfernt von ihm. Wieso ihm das aufgefallen war, obwohl seine Augen ja so vom Licht fasziniert gewesen waren? Ein heller Ruf hatte ihn aus seinen Träumen geweckt und instinktiv war er aufgesprungen. Die Ohren hatten berechnend gezuckt, ehe er dem Drang, seiner ‚fliehenden‘ Schwester hinterher zu jagen, nicht mehr wiederstehen konnte. Die kleinen Pfoten trommelten über den Boden, wenn seine Schritte auch nicht wirklich groß waren – für den Welpen schon, das durfte man nicht falsch verstehen, doch für einen Wolf waren es wohl eher Schrittchen als wirkliche Schritte. Taleesha machte erneut bei Tinca und Malik halt, Isaí jedoch stolperte kurz davor, verlor den Boden unter den Pfoten und rollte an allen drein vorbei gegen die Höhlenwand. Auf dem Rücken blieb er liegen und blinzelte verdutzt in die Gesichter seiner Geschwister. Hopla. Wieso drehte sich denn die Welt auf einmal?

„Wieso lauft ihr denn auf der Decke?“, fragte er verdutzt.

Taleesha
23.06.2011, 18:37

Die Sorgen um ihre Schwester waren völlig unbegründet gewesen. Das wurde Taleesha klar, als sie zu ihr und Malik zurückgekehrt war. Fiepend lag Tinca am Boden und kuschelte sich voller Wonne an ihren Bruder. Und was noch überraschender war: Malik lag am Boden und ließ dies über sich ergehen, ohne einen Angriff, ohne ein Necken, ohne diesen Schalk in seinen Augen. Man konnte beinahe meinen, er genoss es zum ersten Mal, einfach dazuliegen.
Völlig erstaunt über diese Situation stand Taleesha da und blickte ihre beiden Geschwister ungläubig an. Natürlich freute es sie, dass die beiden viel besser miteinander harmonierten als gedacht, aber dennoch war sie verwundert und konnte sich nicht ganz erklären, wie diese Innigkeit plötzlich zustande gekommen war. Und ein kleines bisschen ärgerte sie sich, dass sie aufgestanden war, um Isaí zu holen. Es war nämlich wirklich schön gewesen, Tincas warmen Körper neben sich zu spüren und sie ab und zu mit einem wohligen Lächeln anzusehen.

Da bei Tinca und Malik alles in bester Ordnung war, drängte sich der Gedanke an Isaí mehr und mehr in den Vordergrund und Taleesha drehte sich um, um nach ihm Ausschau zu halten. Stand er noch immer beim Licht?
Sie selbst war ja auch neugierig, was da war, hinter dem Licht. Oder in dem Licht? Aber Mama und Papa hatten gesagt, es würde noch etwas dauern, bis sie sehen durften, was passierte, wenn man hineinlief. Zuerst hatte Taleesha ein bisschen Angst bekommen, schließlich konnte es dort ja auch ganz furchtbar sein. Vielleicht gab es da keine Mamas und Papas und nur ganz böse Wölfe. Aber diese tolle und liebe Engaya passte doch auf alle auf, oder?
Verwirrt dachte sie darüber nach und suchte mit den Augen ihren Bruder. Zeitgleich kam jener an ihr vorbeigekugelt und wurde schließlich an der Höhlenwand gestoppt. Taleesha schob ihre Fragen beiseite, lachte vergnügt auf und hüpfte zu ihrem Bruder. Ihr kam nicht in den Sinn, dass er sich vielleicht weh getan hatte. Isaí war doch schon so stark…
Im nächsten Moment stupste sie ihn auffordernd an und machte sich auf einen Angriff seinerseits gefasst. Aber Isaí blieb erst mal liegen und stellte eine etwas komische Frage. Wieso sollten sie an der Decke laufen? Es war doch alles ganz normal!

"Wir laufen auf dem Boden, wie immer! Los, aufstehen, Bruderherz! Erzähl uns vom Licht! Hast du was gesehen, dahinter?"

Neugierig und aufgeregt auf eine spannende Erzählung wartend sah sie hinab auf ihren Bruder, der inzwischen vielleicht doch ein bisschen benommen auf sie wirkte.

Malik Hikaji
09.07.2011, 11:00

So, geht weiter, sorry dass ich so lang gebraucht habe ^^'

Mit ein wenig Angst verfolgte Malik Tincas Reaktionen auf seine Gegenwart. Erst glaubte er, sie würde wieder Angst bekommen und vielleicht sogar vor ihm flüchten, machte sich nun schon bereit, die Ohren bedrückt anzulegen und zu den anderen beiden zu gehen. Aber halt, dann wurde es doch ganz anders. Er blinzelte und hatte Schwierigkeiten, bei Tincas großen Augen den Blick nicht abzuwenden weil sie ihm ein bisschen Angst machte, doch dann kicherte er nur.

„Du siehst aus als würdest du gleich platzen, so … peng!“

Er kannte das Gefühl nur wenn man zu viel von Mamas Milch getrunken hatte und scheinbar nichts mehr reingehen würde, nicht morgen und nicht übermorgen. Aber Tinca hatte ja gar keine Milch getrunken, deshalb war das auch ein wenig unheimlich, wie sie ihn so anstarrte.
Zum Glück schien sie aber schnell wieder Platz in sich zu haben und seine ehrlichen Worte zu begreifen. Als sie plötzlich auf Freude umschaltete, schnippten Maliks Ohren sofort nach vorn und seine Rute wischte vor Freude über den Höhlenboden. Der Körperkontakt mit Tinca war ungewohnt für ihn, doch er freute sich so sehr, dass er sich sehr ermahnen musste, sie nicht spielerisch am Ohr zu ziehen oder sie sonst irgendwie zu verschrecken, denn spielen wollte sie ja nicht. Also machte er es seiner Mama nach und leckte seiner Schwester kurz verlegen über den schwarzen Kopf und bettete seinen eigenen dann auf ihren Rücken. Ein tiefer, zufriedener Seufzer entwich ihm und seine großen schwarzen Augen blinzelten müde.

„Und du bist auch eine ganz komische Schwester, Kuschel-Tinca.“

Als wollte er seine Worte entschärfen, kuschelte er sich mehr an sie und schaute von seiner Position am Höhlenboden in Richtung Licht. Da hinten waren Isaí und Taleesha und sie störten sie zum Glück noch nicht. Jetzt konnte er Tinca fast schon verstehen.

Linalee
19.07.2011, 19:38

Zum ersten Mal lachte Tinca, seit dem sie aufgewacht war. Kuschel-Tinca hatte Malik sie genannt! Aber er hatte gar nicht so viel Unrecht damit und so nahm sie den Namen gerne an und stupste ihren Bruder liebevoll an. Ihre Schwester hatte sie schon vergessen, selbst als sie wieder zurück gekommen war, bekam sie sie irgendwie nicht mit. Ihre komplette Aufmerksamkeit galt Malik. Diesem komischen Bruder, der immer nur spielen wollte und nie eine Sekunde Zeit gehabt hatte, um seiner Schwester eine Kuscheleinheit zukommen zu lassen. Tinca hatte das Gefühl bekommen, ihren Bruder gar nicht mehr zu kennen. Aber jeder hatte schließlich zwei Seiten - oder? Aber nein, sie, Tinca, hatte nur eine Seite. Die ängstliche kuschelbedürftige Tinca. Mehr war sie doch gar nicht. Wie konnte sie auch mehr sein? Kuscheln und Angst haben war bisher doch alles gewesen, was sie empfunden hatte. Oder etwa nicht? Sie wusste es selbst nicht mehr.

Als sie dann aber auf einmal Haare von Maliks weißem Fell in die Nase bekam, fing sie an zu niesen und wurde aus ihren Gedanken gerissen. Sie setzte sich, mehr auf den Rücken als auf ihren Hintern, und nieste noch drei mal in Maliks Richtung, bis sie beim letzten Nieser eine Rückwärtsrolle begann. Wie sich so alles drehte, wurde ihr schwindelich, die Welt drehte sich zwei Sekunden und dann sah sie Malik, den sie versehentlich vollgeniest hatte. Aber anstatt sich zu entschuldigen, fing Tinca an zu lachen. Malik sah einfach nur urkomisch aus! Ihre Augen strahlten, während sie Malik so betrachtete, und auf ihren Lefzen lag ein breites Grinsen. Da bemerkte sie Isai's verdutzte Worte, warum sie denn alle an der Decke laufen würden und Tinca musste noch mehr lachen. Sie hüpfte auf ihren Bruder zu, drehte ihm ihren Hintern zu, hob die Rute und senkte den Kopf, sodass sie Isai auf dem Kopf sah. Breit grinsend meinte sie:

"Isai, wir laufen doch immer an der Decke! Hast du das noch gar nicht bemerkt?"

Tinca hatte Spaß. Riesigen Spaß. Erst eine große Kuscheleinheit mit Malik, davor eine mit Taleesha, und jetzt auch noch Isai ärgern! Tinca war fröhlich und glücklich. Sie freute sich einfach nur. Sie lachte Isai noch einmal an, lachte, als sie Malik sah und stürzte sich dann auf Taleesha. Kuschelte sich an sie und stand neben ihr. Ihr Blick ruhte auf ihren Brüdern.

Isaí Caiyé
21.07.2011, 14:28

Verdutzt blinzelnd blickte er zu Taleesha, die anscheinend froh darüber war, nun von Tincas Kuschelattacke befreit zu sein und spielen zu können. Er vernahm ihre Spielaufforderung, blieb allerdings noch kurz liegen, streckte den Kopf und drückte somit seine Ohren dicht an den Boden, um die etwas weiter entfernte Tinca und Malik sehen zu können. Die Läufe waren in die Luft gestreckt. Er schwieg, sah erneut zu Taleesha und schließlich noch einmal zu Malik und Tinca, als wolle er das Bild gar nicht glauben wollen. Malik, wie er da so ruhig und friedlich neben Tinca lag und ihr nicht am Ohr zog oder sonst irgendwie ärgerte. Skepsis. So kannte er seinen jüngeren Bruder gar nicht. Normalerweise war er doch immer der erste, der in einem unerwarteten Moment zuschnappte, um sich schnell genug in Sicherheit zu bringen. Und dass Tinca gerade nicht damit rechnete, schien ziemlich auffällig. Und doch kam der erwartete Angriff nicht. Auf Tincas Worte hin verzogen sich die Lefzen des jungen Roten zu einem neckenden Grinsen, ehe er sich anfangs eher einer Schildkröte auf dem Rücken ähnelnd zurück auf alle viere kullerte und sich erhob. Anscheinend hatte er Tinca etwas aus der Reserve gelockt, was ihn tierisch freute. Er stimmte in ihr Lachen mit ein, druckte sich schließlich vorne weg, als sie auf Taleesha und ihn zugestürmt kam und sprang zur Seite, während seine Schwester erwischt wurde. Die kleine Rute wedelte durch die Luft, ehe er vorsichtig an seine beiden Geschwestern herantrat und die kleine Schnauze sachte gen Tinca schob. Er war vorsichtig im Umgang mit ihr, hatte akzeptiert, dass sie nicht spielen wollte, nutzte aber dennoch immer wieder vielversprechende Momente, um vielleicht doch mal mit ihr herumzutollen.

Still stehend hob er die Nase hoch, reckte sie in Richtung Tinca und stupste ihr leicht gegen das Ohr, um schnell wieder die Nase wegzuziehen. Ein kurzer Blick, ehe er sie erneut in dieselbe Richtung schob und ihr ins Ohr pustete, nur um gleich wieder in ihr Lachen miteinzustimmen.

„Denkt ihr, es dauert noch lange, bis wir ins Licht dürfen? Ich hab nichts gesehen, aber da draußen sind so viele spannende Geräusche…“, fing er Taleeshas Frage auf und neigte den Kopf fragend zur Seite. Da draußen gab es sicher Spannendes zu entdecken!

Taleesha
14.08.2011, 23:07

Taleesha fühlte sich in diesem Haufen aufgedrehter Welpen – inklusive ihr selbst natürlich – enorm wohl. Eben noch hatten Malik und Tinca lieb gekuschelt und schon hatte sich Tinca erhoben und stürzte – was für sie wirklich vollkommen untypisch war - fast schon richtig ausgelassen auf Taleesha zu. Diese freute sich über den Angriff und reagierte mit einem erfreuten Jaulen und sanftem Zurückstupsen, um Tinca nicht sofort wieder zu vertreiben, sondern eine erneute Kuschelrunde einzuläuten. Ja, es hatte ihr vorhin wirklich gefallen …

Es war ja auch irgendwie absehbar gewesen, dass mindestens einer (aber schon eher zwei … ) ihrer Brüder dies nicht ruhig mit ansehen würde: Kaum hatte Isaí sich wieder aufgerappelt, war er auch schon wieder ganz der Alte und kam mit deutlicher Absicht zu den beiden Schwestern. Taleesha setzte sich auf und versuchte sich so groß wie möglich zu machen, um schließlich mit theatralischer Stimme zu warnen:

„Achtung! Ich schütze meine Schwester Tinca-Tin! Wer ihr Böses will, muss erst mich, ihre Schwester, besiegen! Niemand kommt an mir vorbei!“

Sie zwinkerte Tinca verschwörerisch zu und reckte ihren Kopf noch etwas höher.
Dann stieß sie ein lautes Glucksen in Vorfreude auf die kommenden Angriffe aus.