Ahkuna Caiyé
16.07.2011, 00:02

Mit geschlossenen Augen lag die junge Fähe auf dem Rücken, alle vier Läufe von sich gestreckt, und genoss die Ruhe. Ihre wohlgeformten Ohren zuckten leicht, als sie in der Nähe einen kleinen Bach plätschern hörte. Wundervoll klang der Gesang der Vögel in ihren Ohren. Munter sangen sie ihr Lied und flatterten fröhlich umher. Viele verschiedene Gerüche tänzelten um sie herum. Seufzend öffnete Ahkuna ihre eisblauen Augen und blinzelte in die grelle Sonne. Sie spürte sofort ein lustiges Kribbeln in ihrer Nase. Sie legte ihre Ohren nach hinten an und wartete auf die Erlösung von dem Kitzeln. Ungewollt laut entfuhr ihr ein Nieser. Langsam öffnete sie ihre Augen wieder und sah sich kurz um, bevor sie sich aufrichtete. Gähnend streckte Ahkuna sich. Das kleine Schläfchen hatte ihr gut getan. Sie war nun ausgeruht von ihrem Weg hier hin.
Mit kleinen Schritten tapste sie wie ein kleiner Welpe los. Ohne eine Ahnung zu haben wohin, ging sie ihren Weg. Immer mehr Gerüche kamen hinzu. Sollte sie vielleicht einer dieser Spur folgen? Es wär interessant zu sehen welche bekannte Gesichter hier noch waren und welche weiter gezogen waren. Doch Ahkuna wurde in ihren Überlegungen unterbrochen als ein Geruch besonders herausstach. Instinktiv drehte die Weiße ihren Kopf in die Richtung. Jakash! Sie schluckte ungewollt. Sie wusste nicht ob sie zu ihm gehen sollte. Noch nie hatten sie ein gutes Verhältnis zueinander. Er konnte sie nicht ausstehen. Glaubte sie jedenfalls. Schließlich hatte er ihr immer die kalte Schulter gezeigt. Wenn das aber seine Art war zu zeigen, dass er sie lieb hatte, dann musste seine Liebe über den Himmel hinaus ragen …
Ahkuna seufzte und legte ihre Ohren seitlich an. Mit langsamen, aber zielstrebigen Schritten ging sie in seine Richtung. Es war Richtig. Auch wenn sie sich nicht leiden konnten, so sollte sie auch ihm von ihrer Wiederkehr erzählen. Er war schließlich immer noch ihr Bruder. Wahrscheinlich wär er noch wütender auf sie, wenn er von anderen Wölfen erfahren würde, dass sie wieder da war.
Ihre Sicht war von den Bäumen frei. Sie konnte sogar in der Ferne einen schwarzen Pelz ausmachen. Je näher sie auf diesen Punkt zusteuerte, desto intensiver wurde sein Geruch.
Da saß er also. Bloß einige Meter trennten die Geschwister voneinander. Ihr Blick klebte förmlich an seinem Rücken.

„Hallo Jakash.“

Ihre Stimme war kein piepsen, kein schüchternes flüstern mehr. Nein, ihre Stimme klang stark. Ahkuna wrang sich zu einem Lächeln, was ihr überraschenderweise gar nicht schwer fiel. Sie freute sich wahrhaftig ihren Bruder wiederzusehen!

Jakash Caiyé
17.07.2011, 08:27

Seit Wochen hielt Jakash sich nun schon die meiste Zeit in der Nähe der Welpenhöhle auf. Der Anblick des Eingang verfolgte ihn inzwischen schon in seine Träume, als hätte sich dieses Bild durch das ständige Beobachten in sein Gehirn schier eingebrannt. Bald würde er jedoch nicht mehr darauf achten müssen, ob sich jemand zu nah an die Höhle heran wagte, dem dies nicht gestatten worden war - dafür würde er sich wahrscheinlich vierteilen müssen, um alle seine Kinder im Auge behalten zu können. Bei diesem Gedanken schlich sich ein Schmunzeln auf seine Lefzen, verschwand jedoch sofort wieder, als leise Schritte hinter ihm erklangen. Jakash wandte den Kopf um und erblickte eine vertraute, aber schon länger nicht mehr gesehene Gestalt. Ahkuna. Der Schwarze erhob sich, drehte sich zu seiner Schwester herum und setzte sich wieder.

"Sieh an, du bist also tatsächlich wieder da. Ich dachte schon, meine Ohren wollten mir bei diesem Heulen einen Streich spielen und ich hätte mich verhört."

Seine Miene war unergründlich. Noch zumindest - immerhin hielt dieser Zustand nie lange bei Jakash an. Der Schwarze war sich lediglich noch nicht ganz sicher, wie er mit seiner Schwester umgehen sollte. Einerseits freute er sich darüber, dass sie gesund und wieder da war, andererseits war er sauer auf sie wegen des Kummers, den sie Mutter damit bereitet hatte. Musternd glitt sein Blick über sie. Ahkuna hatte sich verändert. Ihre Haltung sprach von Selbstbewusstsein, ebenso ihre Stimme und ihr fester Blick. Nun, das konnte ihr in ihrem Leben nur helfen. War ihr 'kleiner Ausflug' also wenigstens zu etwas gut gewesen.

Ahkuna Caiyé
17.07.2011, 18:05

Etwas geknirscht, dass Jakash sich nicht mal ansatzweiße freute, dass seine Schwester wieder da war, wrang Ahkuna sich nun wirklich zu einem Lächeln. Am liebsten wären ihre Mundwinkel in den Keller gefallen. Sie war schließlich ein halbes Jahr fort. Es könnte sonst was mit ihr passiert sein und er? Doch anders kannte sie es doch nicht von Jakash. Hatte sie allen Ernstes geglaubt er würde sie so herzlich willkommen heißen, wie ihre Mutter vorhin? Okay, ein wenig hatte sie schon gehofft. Aber diese kleine Hoffnung wurde zunichte gemacht. Auch wenn seine Miene undurchschaubar für die Fähe war, war es doch irgendwie verletzend.

„Wow, Jakash! Diese Freude die dein Körper ausstrahlt ist ja was ganz neues! Übrigens, ich freue mich auch dich zu sehen.“

Klang das vielleicht ein wenig zu Arrogant? Ach, war ihr doch egal! Wenn ihr Bruder meinte sie immer noch so zu behandeln wie früher, dann hatte er sich geschnitten. Vielleicht war es auch nicht der Richtige Weg ihn zu provozieren, aber diese Worte lagen ihr einfach auf der Zunge. Sie konnte sich auch nicht mit mühen zusammenreißen. Doch sollte sie es sich übel nehmen? Es war verdammt nochmal verletzend, dass der eigene Bruder anscheinend nichts für sie übrig hatte, als spitze Bemerkungen. Wenn es nach ihm gehen würde, dann würde Ahkuna wohlmöglich in der Pampa herum irren. Alleine und ohne jegliche Aussicht auf andere Wölfe oder Beute zu treffen. Vielleicht übertreib sie gerade. Aber nah an der Wirklichkeit war es schon. Glaubte die jedenfalls …

Jakash Caiyé
20.07.2011, 12:13

Ahkunas Bissigkeit war neu und unerwartet und ließ erahnen, in welch umfassendem Ausmaß sich seine Schwester gewandelt hatte. Aber auch Jakash hatte sich stark verändert - etwas, das seine Schwester vielleicht gar nicht als solches wahrnehmen würde, aber zu spüren bekam sie das jetzt dennoch. Jakash sprang auf, das Gesicht wütend verzogen und die Zähne gebleckt.

"Ach, tatsächlich? Das kann ich dir kaum glauben, so egal wie dir deine Familie offenbar gewesen ist! Hast du allen Ernstes geglaubt, du könntest ohne ein Wort abhauen und wenn du zurück kommst, müsstest du die Konsequenzen dafür nicht tragen?! Hast du allen Ernstes nie bemerkt, wie hart Hiryogas, Sharíkus und Kursaís Verschwinden Mutter getroffen hat? Oder deine Geschwister?"

Jakash schnaubte und schüttelte den Kopf. Er hatte nie viel mit der schüchternen, ängstlichen Ahkuna anfangen können, aber sie war seine Schwester, und entsprechend hatte er sich auch um sie gesorgt. Mehr noch als um Kursaí, denn Kursaí war immer stark gewesen und konnte sicherlich besser auf sich aufpassen, als er dies von Ahkuna erwartet hätte. Kursaí vermisste er nur mehr als die Jüngste seiner Schwestern.

"Und jetzt stehst du hier und wirfst mir vor, dass ich dich nicht auch noch dafür belohne, dass du uns die Ehre eines Lebenszeichens erweist?!"

Das würde ihrer beider Mutter schon getan haben. Ganz sicher.

Ahkuna Caiyé
21.07.2011, 15:53

Erschrocken wollte Ahkuna Caiyé zurück weichen, doch sie konnte sich keinen Zentimeter bewegen. Als ob ihre Läufe nicht mehr ihr gehorchen wollten. Die Reaktion Jakashs hatte ihr Angst gemacht. In seiner vollen Größe hatte er sich aufgerichtet, seine Zähne ehrfürchtig gebleckt. Ihr Verstand rief: ‚Lauf! Lauf weg!‘ Doch sie tat es nicht. Sie wollte nicht wegrennen. Schließlich wollte sie sich beweisen, dass sie nicht mehr die ängstliche Fähe von damals war. Doch noch mehr. Sie wollte dies auch Jakash beweisen. Schon allein aus diesem Grund bewegte sie sich keinen Schritt zurück. Sie hob ihre Rute steif nach hinten weg. Sie würde sich ihm nicht unterwerfen. Ganz sicher nicht. Sie schluckte tapfer und ließ sich weitere Emotionen nicht anmerken. Sie wollte doch stark sein! Aber wie es aussah, hatte sich Jakash auch verändert. Nur eine kleine spitze Bemerkung und er drohte schon ihr an den Hals springen zu wollen. Du hast dich verändert, wollte sie sagen, doch sie blieb stumm. Sie beobachtete starr den schwarzen Rüden. Es würde naiv rüber kommen. Sie würde Jakash doch nur noch einen Grund geben sie in irgendeiner Weise zu erniedrigen und fertig zu machen. Ihr Atem wurde schwerer. Sie merkte wie ihr Körper anfing zu Beben, vor Wut! Wütend funkelte sie ihn an, ließ aber seine Wörter über sich ergehen. Unbewusst bemerkte Ahkuna, wie sich ihre Krallen in den feuchten Boden gruben. Es war nur seine Stimme, seine wütende Stimme, die sie hörte und nur den schwarzen Wolf den sie sah. Alles andere rückte gewaltig in den Hintergrund.

„Egal? Meine Familie soll mir egal sein?!“

Sie schrie ihn an. Wütend und enttäuscht zu gleich. Wie konnte er nur sowas denken? Ihr Vorhaben am Anfang sich mit ihrem Bruder zu vertragen, ein besseres Verhältnis zu ihm aufzubauen waren dahin. Zerstört und niedergetrampelt von den schweren, schwarzen Pfoten. Sie schnaufte und zog ebenfalls unbewusst ihre Lefzen leicht nach oben.

„Du behauptest so einen Schwachsinn ohne überhaupt zu wissen wie es mir ging! Weißt du was du bist, Jakash? Du bist ein ignoranter Trampel!“

Natürlich wusste sie, dass sie ihrer Mutter weh getan hatte. Auch wusste sie, dass sie Rakshee allein gelassen hatte. Aber bei ihm war sie sich sicher, dass er einen Freudestanz aufgeführt hatte, als er merkte, dass seine Schwester weg war. Diese Realität, die sie vor Augen hatte, schmerzte sie. Es war als ob ein Dolch in ihr Herz gestoßen wurde. Immer wieder wurde er raus gezogen und mit voller Wucht wieder rein gestoßen. Hatte sie denn nicht das Recht zu erwarten er würde etwas glücklicher sein? Froh sein, dass sie noch lebte. Dass kein Wolf sie getötet hatte oder das sie auf keinen dieser felllosen Zweibeiner getroffen war. Nichts. Als ob er … Wütend wär, dass sie wieder da war …


_____________


Du darfst ruhig angreifen. ^-^

Jakash Caiyé
22.07.2011, 15:21

Er konnte in ihren Augen, ja in ihrem ganzen Gesicht ablesen, dass er ihr Angst machte. Das war so nicht beabsichtigt gewesen, hatte er doch lediglich seinem Ärger Luft machen wollen. Aber nun, da es so war, empfand er weder Reue noch Bedauern ob ihrer Furcht vor ihm, ihrem eigenen Bruder. Was hätte eine Entschuldigung jetzt auch gebracht? Er würde kein Wort davon ernst meinen, und sie würde ihm wahrscheinlich sowieso nicht glauben. Außerdem würde sie ohnehin gleich die Flucht ergreifen, sich von ihrer Mutter trösten und sich dabei über den bösen, bösen Jakash auslassen. Anschließend würde Shani sicherlich mit ihm reden wollen, was ebenfalls kaum gut enden konnte, und wenn sich das ersteinmal herum gesprochen hatte, würde ihm auch noch ein Streitgespräch mit Rakshee bevorstehen, soviel war klar. Aber was war das? Sie wich nicht zurück. War sie starr vor Schreck, oder erdreistete sie sich ernsthaft weitere Widerworte zu geben?

"Wie soll ich dein wortloses Verschwinden denn sonst deuten, nach allem, was diese Familie schon durchmachen musste?! Es interessiert mich nicht, welche Gründe du dafür gehabt hast oder auch nicht - so oder so hätest du es wahrlich besser wissen müssen, Ahkuna!"

Er spie ihr die Worte regelrecht entgegen und setzte eine Vorderpfote vor, fast unbewusst. In seiner Brust breitete sich ein Gefühl aus, ähnlich dem jenes Momentes, da dereinst fenris sein handeln übernommen und er Rakshee angegriffen hatte. Nur war da diesmal kein Gott, der sein Bewusstsein ausfüllte und seinen eigenen Willen unterdrückte - das war nun nicht mehr nötig. Jakash war drauf und dran anzugreifen, und es spielte keine Rolle für ihn, dass Ahkuna seine Schwester war.

"Und du glaubst, du bist die Einzige, der es schlecht ging? Die Einzige, die harte Zeiten durchmachen musste?"

Ahkuna war direkt nach Tyraleens Mord an Tascurio verschwunden, und Jakash ging davon aus, dass beides miteinander zusammenhing.

"Weißt du denn, wie es MIR ging? Damals, oder irgendwann? Nein! Also spar dir den Vorwurf der Ignoranz!"

Er konnte ihr nicht sagen, welche Sorgen er sich um sie gemacht hatte. Um sie, um Kursaí, um Sharíku. Allein der Gedanke wurde bereits fortgewischt von der Frechheit, die sie sich hier erlaubte! Kehrte zurück und wollte so tun, als wäre sie nie fortgewesen! Kriechen sollte sie vor ihrer Familie, kriechen und um Vergebung bitten und mit dem Rutenwedeln warten, bis ihr verziehen worden war! Und das nicht nur von Mutter, denn Mutter war immerschon schnell darin gewesen, zu Verzeihen...


Danke für die Erlaubnis, vielleicht mache ich nächsten Zug Gebrauch davon, wenn es passt x)

Ahkuna Caiyé
22.07.2011, 18:13

Ihre Augen verengten sich wieder ein Stück. Sie war fassungslos. Was zum Teufel war das jetzt? Spielte ihr Verstand einen so miesen Streich? Vor ihrer Ankunft hatte sie soviel nachgedacht. Überlegt wie sie vor den Wölfen, vor ihrer Mutter und ihren Geschwistern gegenüber treten wollte. Doch nie hätte sie damit gerechnet, dass so ein Gespräch zu Stande kommen würde. Was war das bloß für eine verrückte Situation gerade?! Ihr entsetzen verwehte langsam. Verwandelte sich in Zorn. Ihr Körper schlug Alarm, als er einen Schritt näher zu ihr kam. Vielleicht hatte Jakash dies nicht bewusst getan, doch für Ahkuna war dies, in diesem Moment, eine Herausforderung. Wollte er sie auf die Probe stellen? Sie rümpfte die Nase.

„Oh, ich vergaß! Den großen Jakash interessiert nicht was seine Schwester für Gründe hat! Nein, DU denkt nur an dich! Dich! Dich! Und nochmal dich!“

Zischend kamen die Worte aus ihrem Maul. Sie bereute nichts. Kein einziges Wort. Sie war blind vor Wut. Nach allem was diese Familie schon durchmachen musste. Es waren schwere Zeiten, dass wusste sie selber. Dies brauchte er ihr nicht unter die Nase zu reiben. Sie konnte nichts dafür, genauso wenig wie er. Einen Fehler hatte sie also begangen. Einen einzigen, verdammten Fehler! Was sollte sie denn tun? Nachdem sie aus dem Revier gelaufen war nochmal zurück kommen. Ja, also ich gehe jetzt. Wollte nur eben Bescheid sagen, macht euch keine Sorgen. Würde sich dadurch alles so drastisch ändern? Würde ihre Mutter sich nicht noch mehr Sorgen machen? Ihre kleine Ahkuna, völlig aufgelöst, verstört. Als ob Shani sie dann einfach gehen lassen würde. Nur noch mehr Sorgen würde ihre Mutter plagen. Doch Jakash brauchte sie dies nicht zu erzählen. Er verstand sowieso kein Wort von dem, was sie sagte!

Seine nächsten Worte, ließ sie empört das Maul öffnen. Die einzige war sie sicherlich nicht, die schlechte Zeiten durchgemacht hatte. Das hatte sie auch nicht behauptet. Jeder Wolf weiß sicher, was diese Schmerzen waren, die niemand sah, außer man selber. Sie schloss ihr Maul wieder und hob ihren Kopf leicht nach oben.
Weißt du denn, wie es mir ging… Immer wieder wiederholte sie seine Worte in ihren Gedanken. Diese Worte ließ sie kurzzeitig denken, dass Jakash sie wirklich vermisst hatte. Doch seine nächsten Worte zertrampelten ihre Gefühle und drückten den Satz in den Hintergrund.

„Nein, du hast recht. Ich weiß nicht wie es DIR ging. Doch weißt du auch woran das liegt?!“

Was dann geschah, ließ die Fähe im nächsten Moment selber den Atem stocken. Sie öffnete ihr Maul und bleckte ihre Zähne, so wie er es auch getan hatte.

„Denk mal scharf nach!“

Sie wollte auf ihr Verhältnis hinaus. Dass sie nie viel miteinander zu tun hatten. Sie wusste nicht wie er tickt. Wusste ehrlich gesagt fast gar nichts von ihrem Bruder ...

Jakash Caiyé
22.07.2011, 18:56

Seine Augen verengten sich zornfunkelnd, und wenn Blicke verletzen könnten, würde Jakash bereits jetzt seiner eigenen Schwester die ersten Wunden schlagen. Für wen hielt sie sich eigentlich?! Glaubte sie ernsthaft, sie hätte niemals irgendwelche Verpflichtungen gegenüber ihrer Familie gehabt? Aber IHM warf sie Egoismus vor?!

"Ach, und an wen hast DU gedacht, als du abgehauen bist?! An UNS jedenfalls nicht!",

fauchte er ihr als Antwort entgegen, dabei einen weiteren Schritt vortretend. Seine Muskeln waren längst gespannt und warteten nur noch auf den erlösenden Impuls, durch den sie ihre geballte Kraft entladen durften. Nur ein dünner Faden familiärer Blutsbande hielten diesen Impuls noch zurück, aber mit jedem weiteren Wort Ahkunas zerfaserte dieser immer mehr. Jakashs Gedanken drehten sich nur noch darum, dass auch Ahkuna ihre ohnehin schon leidgeplagte Familie verraten und verletzt hatte, ohne zu begreifen, dass er im Begriff war genau dasselbe zu tun, nur eben anders. Vielleicht sogar schlimmer. Aber Jakash fühlte sich im Recht, mehr noch, fühlte sich zu unrecht angefeindet und beschuldigt, und so blieb er blind für den Keil, den sein Handeln nicht nur zwischen ihn und seine Schwester treiben würde, sondern möglicherweise auch zwischen ihm und dem Rest dieses Teils seiner Familie.
Seine Augen verengten sich zu Schlitzen. Ihm entging Ahkunas Spitze keineswegs, aber er sah die Schuld für ihrer beider Entfremdung nicht bei sich, nicht einmal teilweise. War sie nicht immer die gwesen, die sich nicht traute, Angst hatte mitzumachen, sich zurück gezogen hatte?!
Sie bleckte die Zähne, und der Faden riss.

"Das reicht jetzt! Ich lasse mir von dir nicht die Schuld für DEINE Fehler geben!"

Das letzte Wort hatte kaum seine Lefzen verlassen, da überbrückte er die Distanz zwischen ihnen schon mit einem Sprung und biss ihr über die Schnauze...

Ahkuna Caiyé
22.07.2011, 22:31

Sie hätte darauf achten sollen. Auf alles. Seine angespannte Haltung, sein wütender Blick und seine gebleckten Zähne. Doch sie war auf das alles nicht eingegangen. Sie bereute es, dies nicht getan zu haben. Denn viel zu schnell drehte sich plötzlich ihre Welt. Fauchend, leise, drohend verließ der letzte Satz sein Maul. Kaum verständlich für Ahkuna. Doch trotzdem hatte sie immer noch nicht auf die Signale gehört. Signale von ihrem Körper, der zurück weichen wollte, der wegrennen wollte. Ein Sprung und er stand bei ihr. Eine Bewegung und er war ihrem Gesicht gefährlich nahe. Ein weiterer Moment und sein Fang öffnete sich. Sie riss ihre Augen auf. Ihr Atem stockte. In dem Moment trafen ihre eisblauen Augen auf seine grasgrünen. Der Moment wo Grün auf Blau traf. Dann ging alles wieder ganz schnell. Ahkuna riss sich von ihrem Bruder los, streifte dabei mit ihrem Fangzahn seine Schnauze nur leicht.

Benommen torkelte sie einige Schritte zurück und wäre dabei über einen dämlichen Ast gestolpert. Ihr Kopf drehte sich. Ihr war übel. Sie verstand das alles nicht mehr. Es kam ihr alles so irreal vor. Nein, das konnte doch nicht wahr sein? Jakash, würde sie doch niemals angreifen. Ihr großer Bruder würde ihr doch niemals weh tun. Stark hob und senkte sich ihr Brustkorb. Ungläubig schüttelte sie ihren Kopf leicht. Langsam spürte sie den Schmerz. Dieser bissige Schmerz …

„Warum …?“

Hauchdünn war ihre Stimme. Leise und gebrochen. Das leichte zittern konnte sie auch nicht unterdrücken. Wieder schüttelte sie nur ihren Kopf und ein bitteres Lächeln zierte ihre Lefzen. Dabei spürte sie auch, wie der Schmerz größer wurde. Doch sie hielt es aus. Versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Sie konnte nur ahnen wie armselig sie gerade aussehen musste. Sie war selbstbewusster, ja. Aber trotzdem war sie immer noch die kleine, zerbrechliche Ahkuna. Auch dies war ein Teil von ihr und es würde sich daran nichts ändern, wie sie nun merkte.

„Wie ich sehe hast du dich auch verändert.“

Unterstrichen wurde diese Bemerkung durch ihr Grinsen. Gespielt und einfach nur falsch. Während sie lächelte, spiegelten ihre Augen nur Traurigkeit wider. Diese Veränderung an ihm hatte sie schon früher gemerkt, aber erst jetzt wurde es ihr so richtig klar, in welchem Ausmaß er sich gewandelt hatte. Sie schluckte bitter und drehte sich um. Ihr Blick war starr nach vorne gerichtet. Das aufgesetzte Lächeln verblasste. Sie spürte etwas Warmes an ihrer Schnauze. Der unangenehme Geruch von kupferartigem Blut. Sie sah runter und sah wie der erste Tropfen runter gekullert war.

„Du … hattest recht. Ich glaube es war wirklich ein … Fehler … Hier hin zurück gekommen zu sein.“

Noch ein Fehler … Ahkuna schnaufte leise und blinzelte diese verdammten Tränen weg, die sich in ihren Augen gebildet haben.

Jakash Caiyé
23.07.2011, 09:12

Sie leistete keine nennenswerte Gegenwehr, sondern riss sich einfach nur los. Der Schreck stand ihr noch deutlicher ins Gesicht geschrieben als zuvor die Angst und der Trotz. Ihr ungläubiger, entsetzter Blick bohrte sich in ihn hinein, und ihm entging nicht, dass sie mit den Tränen zu kämpfen hatte. Und plötzlich war sie wieder die kleine, ängstliche Fähe. Seine kleine Schwester, die jüngste des Wurfes.
Ahkuna Caiyé.
Die Wut in seinem Inneren verrauchte so schnell, wie sie hochgekocht war. Verdammt, das war nicht richtig so. ja, sie hatte einen Denkzettel verdient - aber sie war seine Schwester, und er wollte seine Familie doch beschützen. Hatte genau das immer gewollt, schon als Welpe, und erst recht, nachdem Hiryoga seine Gefährtin und Welpen verlassen hatte. Aber schon seit dem Moment, da Fenris zum ersten Mal seine Pfote nach ihm ausgestreckt hatte, hatte er seine Familie nicht vor sich selbst schützen können. Das war keine Rechtfertigung für sein Handeln, aber er wollte sich auch nicht entschuldigen. Er bedauerte diese Tat und bedauerte sie auch nicht, und so konnte er ihr auch nicht ihre Frage nach dem Warum beantworten. Was immer er auch erwidern würde, sie würde es ohnehin nicht verstehen. So vermochte er nur den Blick zu senken, zur Seite zu sehen. Seine Augen fanden erst wieder zu ihr zurück, als sie weitersprach, und blieben auf ihrem falschen Grinsen hängen. Er konnte sehen, wie ihre Lefzen dabei zitterten. Erste Blutstropfen perlten auf ihrer Schnauze. Er konnte den Blick nicht davon nehmen, bis sie sich umdrehte und damit den Bann brach. Leise drang ihre Stimme an seine Ohren.

"Das habe ich... nie gesagt",

erwiderte er mit ebenso gesenkter Stimme, wagte es aber nicht, auch nur einen Schritt auf sie zu zu machen.

Ahkuna Caiyé
23.07.2011, 13:33

Sie hatte maßlos übertrieben. Wär sie doch nicht so neugierig gewesen, um zu sehen wo ihre Grenzen waren. Wie weit sie bei Jakash gehen konnte. Es war ihre Schuld. Nur ihre …
Als sie seine Stimme hörte, drehte sich ihr Ohr nachhinten. Seine Stimme war wieder anders. Sie hatte damit gerechnet, dass er sie auslachen würde, verspotten oder anbrüllen. Wieder schluckte sie. Sie ließ seine Worte noch einmal in ihren Gedanken wiederholen. Erneut kam ein bitteres Lächeln über ihre Lefzen. Er hatte es nicht gesagt, dass es ein Fehler war, aber indirekt hatte er es getan.

„Aber gedacht hast du es. Hab ich recht?“

Sie konnte es sich nicht verkneifen. Sie wollte nicht weiter Vermutungen aufstellen. Sie wollte endlich Antworten haben. Antworten für diese lästigen Fragen die sie sich andauernd stellte.

„Du Jakash … Kannst du mir sagen, warum das so ist? Warum ist unser Verhältnis so schwierig? ...Warum ist zwischen uns nur Hass?“

Bam! Direkt, ohne um den heißen Brei drum herum zu reden, stellte sie ihm die Frage, die ihr schon die ganze Zeit auf der Zunge brannte.
Eigentlich war die Frage sowieso egal. Auch wenn sie die Antwort wissen würde, würde es sich doch sowieso nichts ändern. Im Gegenteil womöglich hatte sich ihr Verhältnis jetzt sogar nur noch verschlimmert …

Jakash Caiyé
27.07.2011, 10:42

Er hatte mit einem deratigen Vorwur-... mit einer derartigen Frage gerechnet, und wünschte sich trotzdem, sie hätte sie nicht gestellt. was konnte er ihr darauf schon erwidern, dass sie zufrieden stellen würde? Rein gar nichts. Die Worte bildeten einen rhetorischen Fallstrick, bei dem sein Kopf so oder so in der Schlinge landete.

"Und was soll ich jetzt dazu sagen? Wenn ich bejahe, fühlst du dich bestätigt, und wenn ich Nein sage, glaubst du es mir ja doch nicht",

erwiderte er ausweichend und ein wenig verärgert, aber er blaffte sie nicht an. Seine Augen kehrten zu ihr zurück, aber ihre Blicke trafen sich nicht. Sie hatte ihm nach wie vor den Rücken zugekehrt, und obwohl sie den Kopf leicht ins eine Richtung neigte, drehte sie sich doch nicht um.
Jakash seufzte leise, als sie wieder zu sprechen begann. Erneut gingen seine Augen auf Wanderschaft, auf der Suche nach einem Halt, den sie nicht finden konnten.

"Ich hasse dich nicht",

erklärte er frei heraus und fragte sich, ob sie dagegen tatsächlich Hass für ihn empfand.

"Es ist nur..."

Er fand keine Worte, um den Satz zu Ende zu bringen oder gar eine längere Erklärung anzufügen. jakash schüttelte nur leicht den Kopf, obgleich sie das gar nicht sehen konnte, und schwieg.

Ahkuna Caiyé
27.07.2011, 12:05

So was in der Art konnte sie sich doch schon denken. Eine patzige Antwort seinerseits und es änderte nichts daran, dass Ahkuna im Dunkeln tappte. Sie schnaufte leise. Sie hatte sich etwas eingekriegt. Der Schock war mehr oder weniger weg. Doch der brennende Schmerz war immer noch da. Erinnerte sie jedes Mal, wenn sie nicht darauf achtete erneut darauf, dass Jakash sie angegriffen hatte. Die Enttäuschung wurde größer. Immer größer und größer, bis sie platzte. Was dann für ein Gefühl die Fähe heimsuchte war Wut. Wut auf Jakash, auf seinen leicht zu reizenden Charakter, auf das Tal, auf sich selbst! Sie hatte ihren Kopf stur nach vorne gedreht, sie wollte ihn nicht sehen. Insgeheim erhoffte sie sich natürlich, er würde ihr hinterherlaufen und sie am weggehen hindern. Eben weil es ihm leid tat. Aber genauso wusste sie auch, dass es soweit nie kommen würde. Jakash hatte schließlich seinen Stolz und bla bla blaa …

„Ich will die Wahrheit wissen, verdammt!“

… Auf meine Gefühle hast du sonst doch auch nie Rücksicht genommen
, wollte sie noch anhängen, doch verkniff es sich. Sie sollte sich in seiner Gegenwart beherrschen. Sie sollte ihn nicht noch mehr reizen, als sie es schon getan hatte. Sie seufzte leise. Am besten sollte sie jetzt gehen. Es war das Beste. Sie hob ihre Pfote und wollte gerade einen Schritt vorgehen, als sie erneut seine Stimme im Nacken hörte. Ahkuna erstarrte. Ihre Augen waren aufgerissen. Stocksteif stand sie da. Wusste nicht was sie nun tun sollte. Er hasste sie nicht! Jakash hasste sie nicht! Sie wollte sich gerade umdrehen zu ihm, als seine nächsten Worte sie aufhielten. Es war was? Sie verstand ihn nicht. Er hasste sie nicht, dass hatte er gesagt, warum gab es dann noch ein ‚aber‘? Von dem einen auf den anderen Moment fühlte sie sich wie ein begossener Pudel. Von vorne bis hinten belogen.

„Es ist nur was? Oder waren deine Worte auch nur eine Lüge, damit ich mich besser fühle?“

Sie verdrehte ihre Augen. Wie sollte sie denn noch wissen, ob er tatsächlich die Wahrheit sagte? Schnippisch warf sie ihren Kopf zur Seite und sah ihn aus dem Augenwinkel an.

„Wenn du mir etwas sagen willst, dann tu es. Nichts ist so verletzend wie eine Lüge, an die man sich festklammert.“

Jakash Caiyé
27.07.2011, 13:18

Die Wut kerhte in seinen Blick zurück, und ebenso das Grollen in seiner Stimme. Musste sie unbedingt noch weiter darauf herumtrampeln? Es hätte jetzt enden können, halbwegs friedlich und mit sehr gemischten Gefühlen, zumindest was ihn anging. Aber Ahkuna hatte offensichtlich noch nicht genug, oder sie ging ohne Rücksicht auf Verluste auf's Ganze.

"Siehst du, da haben wir's! Genau das meine ich!",

fuhr er sie an, als sie ihn der Lüge bezichtigte.

"Glaub doch, was du willst!"

Jakash wandte sich ab, wollte gehen. Er konnte auch sagen was er wollte, keines seiner Worte würde ihr gefallen. Nun, warum dann eigentlich Rücksicht nehmen? Nach nur wenigen Schritten blieb er plötzlich stehen und drehte sich doch noch einmal um.

"Du willst die Wahrheit hören, ja? Ich bin wütend! Als Kursaí und Vater plötzlich verschwanden, war ich davon überzeugt, dass es Schreckliches passiert sein muss. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand seine eigene Familie verlassen könnte ohne auch nur ein Wort des Abschieds. Ich habe gesehen, wie Mutter gelitten hat, und wie die Ungewissenheit ob des Schicksals ihrer Liebsten ihr erneut das Herz bluten lies, als Sharíki ebenfals verschwand. Als dann Vater zurückkehrte und plötzlich klar wurde, dass sie einfach gegeangen waren, konnte ich nur noch Wut empfinden. Sie haben Shani eines der schlimmsten Dinge angetan, das man einer liebenden Mutter antun kann: nicht zu wissen, was mit ihren Kindern, ihrem Gefährtin ist. Eine Weile fürchtete ich sogar, dass Mutter vollends daran zerbrechen und nie wieder glücklich sein könnte. Das kann ich nicht so leicht verzeihen, nicht ihnen und nicht dir, Ahkuna. Wir haben nie viel miteinander zu tun gehabt und ich hätte nie erwartet, dass du ausgerechnet mir von deinen Plänen erzählst, aber doch Mutter oder wenigstens Rakshee oder IRGENDJEMANDEM! Es ist mir egal ob du hier bleibst oder gehst - du bist erwachsen und du hast das Recht, dein eigenes Leben zu leben. Aber Mutter hat das Recht bescheid zu wissen, wenn ihre Kinder in die Welt hinaus ziehen - das sind wir ihr verdammt nochmal schuldig! Du hast das alles miterlebt, und bei Fenris, du hättest dir dessen bewusst sein müssen!"

Jakash ertappte sich dabei, wie er bereits wieder einen Schritt auf Ahkuna zugemacht hatte, und setzte ihn nun vorsichtshalber wieder zurück.

"Von all ihren Kindern ist Rakshee die Einzige, die Mutter noch keine ernsthaften Sorgen bereitet oder sie verletzt hat. Engaya weiß, das hat sie nicht verdient",

fügte er nun wieder leiser hinzu.

Ahkuna Caiyé
27.07.2011, 15:48

Abrupt drehte Ahkuna sich um. Ihre Augen zu kleinen Schlitzen zusammen gekniffen, starrte sie ihren Bruder an.

„Wieso gibst du mir dann den Grund dazu, deinen Worten zu misstrauen?!“

Sie war sichtlich empört über ihren Bruder. Dieses Gefühl stieg an, als er sich dieses Mal umdrehte und … einfach wegging?! Ihr klappte die Kinnlade runter. Er ging einfach? Ließ sie hier stehen? Sie kriegte sich schnell ein und schloss ihr Maul. Gerade rechtzeitig, bevor Jakash sich wieder zu ihr umgedreht hatte. Was dann für ein Wortschwall auf sie stürzte, hätte sie nicht gerechnet. Wieder spürte sie dieses starke Beben in ihrer Brust, doch nur nebenbei. Ihr Blick hing an seinen Lefzen. Die Quelle aus der diese ganzen Worte regelrecht raus gespuckt wurden. So viele Worte, so viele Vorwürfe. Ahkuna wusste nicht wo ihr der Kopf stand. Selbst als Jakash leise war, hörte sie noch immer seine Stimme. Seine wütende Stimme, die in ihrem Kopf widerhallte. Einen Moment lag ihr Blick starr auf einen Fleck gerichtet, hinter dem schwarzen Rüden. Sie versuchte sein Gesagtes einzuordnen. Egal wie sie es auch drehte, ihr kam es jedes Mal vor, als ob Jakash ihr auch die Schuld an dem Verschwinden von Kursaí und ihrem Vater gab.

„Es war meine Sache, misch dich da nicht ein! Sonst konntest du das ja auch so gut!“

Wie er schon sagte, sie musste ihm nichts sagen. Natürlich war er ihr Bruder und Shanis Sohn, aber ihr Verschwinden vor einem halben Jahr, ging ihn gar nichts an! Nur sie und ihrer Mutter und mit ihr hatte sie vorhin schon gesprochen. Es konnte alles so perfekt sein, aber nein, Jakash musste sich wieder so aufspielen!

„Bei … Fenris?“

Ihre Wut ließ etwas nach. Stattdessen blickte sie ihn etwas verwundert an, doch noch immer war ihr Körper äußerst angespannt. Seid wann war ihr Bruder denn gläubig? Oder hatte er dies einfach so, frei heraus, gesagt. Ohne überhaupt zu wissen, was er überhaupt sagte? Als sie merkte, dass Rakash einen Schritt auf sie zutrat, zog sie ihre Lefzen warnend hoch. Auch wenn der Schwarze augenblicklich einen Schritt zurück trat, trat Ahkuna auch einen Schritt zurück. Sie beruhigte sich etwas und zog ihre Lefzen wieder runter. Wirklich entspannt war sie aber dennoch nicht. Sie schnaufte leise und hätte beinahe seine nächsten Worte überhört. Alle, außer Rakshee?
Was hast du denn angestellt, Jakash? Wieder bloß eine stumme Frage, auf die sie nur allzu gern eine Antwort bekommen wollte.

Jakash Caiyé
05.08.2011, 11:12

"Ach, und wann habe ich das getan? Du hast dir selbst eingeredet, ich wolle dich belügen! Welchen Grund hätte ich schön, dir gegenüber nachsichtig zu sein und irgendetwas zu beschönigen?",

konterte er, und diesmal mischte sich ein verächtlicher Klang in seine wütende Stimme.

"Ich HABE mich nicht eingemischt! DU bist diejenige, die sich wundert, warum ich dich nicht schwanzwedelnd umspringe! DU hast nach dem Grund verlangt, oder? Jetzt kennst du ihn, also warum läufst du nicht zu Mutter uns weinst dich aus? Sonst konntest du das ja auch so gut!",

fauchte er und äffte sie am Ende absichtlich nach. Sie wollte ihn offenbar mit aller Kraft verletzen, und er würde ihr nichts schuldig bleiben. Konnten sie dem Strudel aus Bissigkeit überhaupt noch entkommen?
Es reichte ihm. Auf ihre letzten Worte erwiderte er nichts. Ahkuna wusste offenbar noch nicht über seine Zugehörigkeit zu Fenris bescheid, und er hatte nicht vor sie darüber aufzuklären. Das ging sie schlicht und einfach nichts an. Jakash wandte sich ab und ging, und diesmal drehte er sich nicht noch einmal um.


[Ich würde sagen, wir lassen es hier erstmal ausklingen^^]

Ahkuna Caiyé
07.08.2011, 17:08

Ahkuna hob ihren Kopf etwas an und sah ihm stur in die giftgrünen Augen. Sie würde lügen, wenn sie sagen würde, dass sie dieses Gespräch bereute. So konnte sie jedenfalls sein wahres Gesicht endlich sehen. Sein wahres Wesen. Vorher konnte sie nur Überlegungen aufstellen. Hatte immer geglaubt, dass Jakash obwohl er hin und wieder etwas ruppiger mit ihr umging sie eigentlich mochte und deswegen so war. Diese kleine Flamme der Hoffnung hatte sie immer in sich bewahrt. Auch wenn sie nur eine kleine Flamme war, wärmte es ihr Herz. Doch jetzt war die kleine Flamme erloschen. Er hasste sie! Ahkuna schluckte bitter. So viele Worte. Worte die wie eine scharfe Klinge auf sie einstachen und jedes Mal aufs Neue einen neuen Schmerz hinterließ. Es verletzte sie, sehr sogar. Doch nach außen hin ließ sie sich ihr leicht verletzliches Wesen nicht anmerken. Sie behielt ihre eiskalte Miene. Selbst bei seinen letzten Worten, sie sollte zurück zu Mutter laufen, entglitten ihr überraschenderweise ihre Gesichtszüge nicht. Er hatte eine Linie überschritten. Ob sie das auch getan hatte bei ihm, wusste sie nicht. Sie konnte ihn nicht einschätzen, bei welchem Punkt er wirklich angreifbar war. Vielleicht war es andersherum ja auch? Unzählige Gedanken huschten in ihrem Kopf. Tausende überflüssige. Das ganze Kopfzerbrechen über sie und Jakash. Zu viele Fragen standen noch offen. Das schlimmste war, je länger sie nach dachte, umso mehr Fragen bildeten sich. Von dem ganzen Chaos in ihrem Kopf und wegen der ganzen Situation bekam Ahkuna Kopfschmerzen. Sie kniff ihre Augen leicht zusammen, doch der Schmerz wurde nicht besser.

Selbst den Abgang von Jakash bemerkte sie erst, als er sich einige Schritte schon von ihr entfernt hatte. Hatte er nichts mehr zu sagen? Ahkuna war fassungslos und wütend zugleich. Er ließ sie stehen. Beendete ihre ‚Unterhaltung‘ einfach so abrupt. Sie waren noch nicht fertig. Oder doch? In dem Moment wusste Ahkuna nicht, was sie ihm noch sagen wollte. Doch sie wusste, dass noch lange nicht alles geklärt war zwischen ihnen. Eine dicke Mauer hatte sich ab diesem Zeitpunkt zwischen beide aufgebaut. Sie verhielten sich wie zwei Fremde und nicht wie zwei Geschwister. Doch nach seinen Worten würde Ahkuna nicht so schnell wieder in seine Nähe kommen wollen. Mit seinem leisen schnauben in seine Richtung, drehte die weiße Fähe sich schwungvoll um und schritt ebenfalls davon.