26.07.2011, 09:58
Jakash hatte sich einen schneefreien Flecken Gras gesucht, auf dem er nun lag, und ließ den Blick schweifen. Von seiner Position aus konnte er einen Großteil des Rudelplatzes überblicken, was entscheidend bei der Auswahl seines Liegeplatzes gewesen war. Seine Welpen erkundeten immerhin munter die Gegend und neigten dabei dazu, sich in alle vier Himmelsrichtungen gleichzeitig zu zerstreuen und mal hier und mal dort zu sein. Sie im Auge zu behalten, ohne sich dabei ständig um die eigene Achse im Kreis zu drehen, erforderte eine entsprechend strategisch günstige Position. Dabei den See recht nah im Rücken zu haben war eine weitere taktische Überlegung, die es ihm erlaubte sich ausschließlich daraus zu konzentrieren, was etwa hundertachtzig Grad VOR ihm lag, statt zusätzlich HINTER ihm. Perfekt. Jakash lächelte zufrieden in sich hinein, derweil er seinen Kindern beim Spielen zusah. Auch sie waren allesamt perfekt. Kein Zweifel. Das dachten vermutlich alle Eltern - oder zumindest die meisten - von ihren Welpen, aber in seinem Fall STIMMTE es! Ohja!
(Funpost XD ich bin gut drauf XD)
30.07.2011, 18:04
In den letzten Tagen hatten sich immer mehr papaaugenfarbene Flecken im weißen Bodenschnee abgezeichnet, doch Isaí hatte nicht danach gefragt. Er hatte es akzeptiert, hatte es teilweise sogar gar nicht bemerkt, so langsam und gleichzeitig schnell waren sie aufgetaucht. Und da war er, der perfekte Moment, in dem die breiten Pfoten den kleinen Körper vom Boden abstießen, ihn (in seiner Vorstellung) blitzschnell auf seine Beute katapultierten, in dessen Nackenfell er auch direkt versuchte, Halt zu finden. Und da fand er ihn, zerrte daran und ein spielerisches Knurren verließ seinen Fang, während er aus seinen großen Welpenaugen heraus hinauf zu seinem Vater sah, dem das Stück Nackenfell in seinem Fang gehörte. Nach ein paar Herzschlägen ließ er davon ab, legte seinen Kopf auf das papafellfarbene Fell und sah ihn weiterhin mit großen Augen an, als erwarte er ein Lob für seine tolle Anschleich-Beutefang-Aktion. Die kleine Rute pendelte sachte hin und her, ehe er erneut aufsprang und seinem Vater am Ohr zog, um ihn zum Spielen aufzufordern.
„Lass uns was spannendes machen!“, rief er leise, um seine Geschwister nicht darauf aufmerksam zu machen und lief einen Halbkreis um Jakash herum, sodass er nun den See neben sich sehen konnte.
„Papa! Zeig mir, wie ich machen kann, dass der Boden da mich nicht frisst, ja? Atalya hat gesagt, man muss ‚schimmen‘, aber ich weiß nicht, wie man ‚schimmen‘ macht. So, wie sie es erklärt hat, hab ich es getan und der Boden wollte mich trotzdem fressen!“, forderte er ihn neugierig auf und besah sich die glänzende, tückische Oberfläche des welpenfressenden Bodens. Wäre doch gelacht, wenn er den nicht auch bald überrumpeln konnte!
05.08.2011, 11:38
(lool, zum totlachen XD)
Ganz abgesehen davon, dass eine kurze Zählung Isaís Fehlen offenbarte und Jakash zu erhöhter Aufmerksamkeit animierte, sah er aus den Augenwinkeln eine verdächtige Schneewehe herankriechen. Jakash unterdrückte den Impuls, den Blick oder gar den Kopf in die entsprechende Richtung zu wenden, und musste sich angesichts der vor Anspannung und Aufregung hoch aufgerichteten Rute auch noch ein Grinsen verkneifen - und das war wahrlich nicht leicht! Seine Ohren flippten immer wieder in die Richtung seines Sohnes und lauschten auf das Knirschen des Schnees und dem leichten Qietschen aneinander reibender, feuchter Grashalme. Ein leichtes Schmunzeln glitt nun doch über seine Lefzen. Schnell wandte er den Kopf in die andere Richtung, als hätte er etwas anderes gehört, um seinem Sohn das Spiel nicht zu verderben. Isaí nutze auch sogleich seine Chance - Jakash konnte seine kleinen Pfoten eilig über den Boden hasten hören - und dann hing plötzlich ein kleiner Jäger in seinem Nacken.
"Aargh! Etwas hat mich gefangen, es will mich fressen!",
rief er theatralisch aus und schüttelte sich, um sich gegen den Angreifer zu wehren. Isaí kam zum Vorschein und entschied sich gnädigerweise dafür, ihn zu verschonen und von ihm abzulassen.
"Isaí, na sowas! Und ich dachte schon, ein gefährlicher Varg hätte mich erwischt!",
spielte er den Überraschten und Beeindruckten, und pfotete spielerisch nach seinem Sohn, als dieser nach seinem Ohr zu schnappen versuchte. Sein Sohn fand aber nur allzu schnell ein neues Abetnteuer. Er lief zum Seeufer, und Jakash erhob sich, um ihm hinterher zu trotten.
"Das ist Wasser, Isaí. Eine solche Ansammlung davon nennt man 'See', oder auch 'Fluss', wenn es sehr lang gezogen und sich schnell in eine Richtung bewegt",
erklärte er lächelnd.
"Und schimmen kannst du, indem du mit allen Pfoten kräftig gegen das Wasser trittst, sobald es dir bis zum Hals steht. Versuch es ruhig, ich verhindere, dass es dich frisst. Also nur keine Angst!"
29.08.2011, 21:03
Aufmerksam lauschte er den Worten seines Vaters, nickte, als Zeichen, dass er verstanden hatte und blickte schließlich wieder misstrauisch zu der trügerischen Überfläche hinüber. Das war also ein See, so wie das andere Zeug auf dem Boden, der nun allmählich immer dunkler wurde, Schnee nannte. Auf seine weitere Aufführung hin, fixierte er seinen Vater wieder mit einem ungläubigen, hilflosen Blick. Auch das hatte Atalya schon gesagt gehabt, doch so sehr Isaí es auch versucht hatte – obwohl er so kräftig gestrampelt hatte, wie er konnte, war er nur knapp dem Gefressenwerden entkommen. Unsicher neigte er den Kopf zur Seite, legte ein Ohr an und blickte von See zu Jakash und zurück.
„Aber das hab ich schon versucht! Ich wollte Atalya retten, die davon verschluckt worden war, aber es wollte mich auch fressen.“, gab er zu bedenken und blickte fast kläglich zu Jakash hinauf.
Daran, dass es ihn vielleicht schockieren konnte, dass Isaí theoretisch gesehen, bereits knapp dem Tode entkommen war, dachte er gar nicht. Er neigte nun mal noch dazu, Gefahren generell zu unterschätzen. Dennoch – von den Worten seines Vaters ermutigt – traute er sich erneut ein Stück näher heran, versuchte das Wasser mit der Pfote zu berühren und zog sie sogleich wieder zurück, als es bedingungslos vor ihr flüchtete. Wasser war ihm irgendwie wirklich nicht geheuer… Dennoch wollte er unbedingt lernen, schlauer zu sein als das flüssige Bodenzeugs!
13.09.2011, 18:26
Im ersten Moment schien es ihm, als verstünde sein Sohn nicht ganz, was er tun sollte. Aber Isaís Blick gründete nicht Unverständnis, wie er gleich darauf feststellen musste, sondern auf einem bereits fehlgeschlagenem Schwimmversuch. Anscheinen hatte schon Atalya bereits versucht, seinem Sohn ein paar Schwimmlektionen zu erteilen. Konnte schließlich ja auch nicht schaden, wenn Isaí bereits so mutig und hilfsbereit war - nicht zu vergessen naiv, aber Welpen waren nun einmal so - vermeintlich ertrinkende Erwachsene retten zu wollen. Besser, er lernte also schnell schwimmen, bevor wirklich noch ein Unglück geschah.
"Es ist auch nicht ganz so einfach, denn Schwimmen erfordert eine besondere Art von Pfotentritten, die man an Land nur schwer nachahmen kann",
erklärte er und beobachtete derweil, wie Isaí vorsichtig eine Pfote ins Wasser streckte und sie gleich wieder zurück zog.
"Hmm... Aber ich habe eine Idee, wie ich dir die richtigen Bewegungen zeigen kann",
fuhr er grinsend und mit einem schelmischen Tonfall fort, und schon im nächsten Moment hatte er seinen Sohn mit der Schnauze zur Seite geschubst und auf den Rücken gedreht. Sodann begann Jakash damit Isaí mit der Schnauze durch das Bauchfell zu fahren, wie er es bereits einige Male in der Welpenhöhle getan hatte, um seine Kinder zu kitzeln. Die rudernden Abwehrtritte waren so ziemlich die Bewegungen, die auch im Wasser von Nöten waren. Naja, so ähnlich zumindest...
14.09.2011, 22:55
Der rote kleine Wolf wendete den Kopf und prüfte, ob irgendeine Gestalt eines seiner Geschwister zu sehen war, doch die Luft schien rein und so begann er wieder erwartungsvoll seinen Vater anzulächeln. Doch dieser hatte sich in der Zwischenzeit bereits hinterhältig angeschlichen und die Übermacht, die der Knirps eben noch besessen hatte, war wie vom Winde verweht. Er wehrte sich spielerisch, lag sogleich aber auch schon auf dem Rücken und versuchte mit den Pfoten die Nase seines Vaters wegzudrücken. Wild strampelte er umher, versuchte die papafellfarbene Nase zu ‚greifen‘, schaffte es aber nicht wirklich, seine ganze Kraft einzusetzen.
„Paaaaaapaa!“, kicherte er und strampelte noch immer etwas hilflos umher. „Hööööör auf! Das kiiiiiiiitzelt!“
22.09.2011, 16:50
Jakash grinste breit und musste selbst lachen.
"Was denn, hast du schon genug?",
stichelte er und fuhr seinem Sohn nur umso schneller durch das weiche Bauchfell. Schließlich ließ er jedoch von Isaí ab, merkte er doch, dass sein Sohn langsam von all dem Lachen erschöpft war, und er brauchte ja noch ein bisschen Kraft für die Schwimmübungen. Wobei Welpen wiederum die beneidenswerte Fähigkeit besaßen, innerhalb weniger Lidschläge bereits wieder voller Energie zu sein.
"So, und jetzt ab ins Wasser! Stell dir vor, das Wasser kitzelt dich am Bauch - tritt zu und wehr dich!",
forderte er seinen Sohn auf. Er selbst ging bereits voran und trat in das kalte Nass um eingreifen zu können, sollte Isaí doch beinahe untergehen. Schwimmen erforderte nunmal viel Übung.
(ziemlich kurz, aber angemessen für die Kürze dieses Moments, würde ich sagen XD)
28.09.2011, 11:46
„Na warte!“
Doch Zeit für direkte Rache blieb nicht – Nun hieß es, das Problem am Schopf zu packen und Isaí folgte Jakash mit dem Blick, als er sich ins Wasser begab, skeptisch, prüfend. Nun wurde ihm doch wieder etwas mulmig, als es hieß, das ganze in die Tat umzusetzen. Nicht, dass er seinem Vater nicht vertraute, dass er ihn retten würde – das stand ja außer Frage, doch irgendwie fürchtete er sich dennoch ein bisschen davor, erneut gefressen zu werden. Doch da er vor dem Schwarzen nicht als Feigling dastehen wollte, war klar, was er tun würde – Auch er bewegte sich nun langsam darauf zu, stoppte, als er das Wasser erreicht hatte und ging ab da nur zögerlich weiter.
„Naaaa gut….“, entfuhr es ihm mehr zu sich selbst, als er schließlich mit allen vier Pfoten im Wasser stand und es nun hieß, weiter hinein zu gehen.
Es dauerte auch nichtlange, bis er unter seinen kurzen Läufen den Boden verlor, den Kopf angestrengt hoch hob, um ihn über Wasser zu halten und schließlich mit allen Pfoten wild zu paddeln begann, um nicht unterzugehen. Doch wie beim ersten Mal blieb seine Lage im Wasser nicht grade sondern eher vertikal, sodass er sich mit seinen eigenen Pfoten vorne und dem Wasser, was sie aufspritzen ließen, die Sicht nahm und die Augen schließen musste, um kein Wasser in die Augen zu bekommen. Ohne wirklich Orientierung zu haben, versuchte er sich paddelnd zurück zum Ufer zu bewegen. Öhm. In welcher Richtung hatte das gleich gelegen?
12.10.2011, 13:51
Jakashs Augen verfolgten wachsam, wie sein Sohn sich ins Wasser begab, bis es ihm bis zum Bauch stand. Für einen kurzen Moment zögerte er noch, dann jedoch wagte er sich noch tiefer hinein. Jakash nickte ihm ermutigend zu und beobachtete dann wiederum jede Bewegung Isaís genauestens. Schon ein paar Momente später war der kleine Rote wild am Strampeln und Paddeln. Das Ganze wirkte noch sehr unkoordiniert, aber immerhin - Isaí blieb oben! Noch zumindest. Jakash überließ Isaí ein paar Herzschläge lang sich selbst, bevor er zu ihm trat - ihm selbst stand das Wasser ja grademal bis zu den Flanken - und ihm hals oben zu bleiben, ihn dabei vorsichtig am Nackenfell hochhebend. Auf diese Weise dirigierte er ihn auch zurück ans Ufer.
"Gut gemacht, Isaí, sehr gut! Du bist ein kleines Stück geschwommen!",
lobte er ihn begeistert, kaum dass er ihn am Ufer losgelassen hatte.
"Das geht natürlich noch besser, aber für den Anfang war das sehr gut! Na, noch ein Versuch?"
Jakash war sichtlich stolz auf seinen Sohn und den schnellen Erfolg beim Schwimmen lernen. Keine Frage, Isaí würde es einmal weit bringen!
13.10.2011, 16:57
Noch immer tropfte ihm das Wasser leicht vom Fell, als er den pfützigen Blick zu Jakash wandte und ihn stolz anlächelte, noch etwas schräk zwar, aber man konnte ihm ansehen, dass er glücklich war, sich überwunden zu haben. Nun fehlte ihm nur noch der Zuspruch des Schwarzen, um mit seiner Leistung vollends zufrieden zu sein. Aber eigentlich musste Jakash gar nichts sagen. Isaí wusste ja schon, dass er mit diesem Schritt seinen Geschwistern in einer Sache vorauswar. Dennoch reckte er das Kinn, als das Lob seines Vaters kam, denn welcher Wolf freute sich nicht über Lob? Er war also geschwommen! Ganz alleine! Ha! Er hatte dem Wasser gezeigt, wer hier der Chef war! Auf seine Frage hin verrutschte das Lächeln des Welpen allerdings wieder etwas, während er das nasse Zeug einen Moment beobachtete und sich schließlich dazu entschloss, dass das wirklich noch besser gehen musste. Er schüttelte sich erneut, ehe er Jakash ein sachtes Nicken zuwarf und dieses Mal wesentlich zügiger hineinlief. Doch während ihm das Wasser bis zur Brust reichte, fixierten seine Seelenspiegel erneut seinen Vater mit einem herausfordernden Glänzen.
„Aber danach machen wir was spannenderes, ja? Schwimmen kann ich ja jetzt.“, gab er mit einem überzeugten Nicken von sich und startete den zweiten Versuch, der nicht viel, aber doch besser ablief, als zuvor.
Aber auch dieses Mal konnte er nicht die ganze Zeit über die richtige Lage wahren, sodass er relativ schnell erneut in eine eher vertikale Position überging und wendete, um den Weg zurück zu suchen. Außerdem musste er zugeben, dass Schwimmen echt müde machte, oh ja!
21.10.2011, 11:48
(Ich möchte nochmal daran erinnern, dass auch alle anderen Welpen immernoch jederezit einsteigen dürfen ^^ Der Thread heißt nicht umsonst "Jakash und die Welpen", und nicht "Jakash und Isaí" ^.~)
Ein außenstehender Beobachter hätte wohl kaum zu sagen vermocht, wer von en beiden gerade stolzer wirkte: Jakash oder Isaí. Der Schwarze hätte zumindest von sich behauptet, der stolzester Vater auf der ganzen weiten Welt zu sein, während sein Sohn Gefahr lief vor stolz geschwellter Brust abzuheben. Jakash hätte sogar fast schwören mögen, dass Isaís Sprünge ein wenig höher waren als sonst, als dieser sich noch einmal ins kalte Nass stürzte.
"Einverstanden",
antwortete er auf Isaís Bitte hin und musste grinsen. Seinem Sohn war das Wasser offensichtlich nicht mehr spannend genug, kaum dass die Herausforderung des Schwimmens einigermaßen gemeistert war. Selbstbewusst war Isaí, das stand außer Frage. Jakash und Sheena würden wohl aber darauf achten müssen, dass aus diesem Selbstbewusstsein keine Überheblichkeit wurde.
Jakash trat selbst ebenfalls ins Wasser um darauf zu achten, dass sein Sohn auch diesmal nicht unterging. Schon bald schien es zwar so, als würde Isaí gleich wieder seiner Hilfe bedürfen, doch diesmal wartete Jakash länger ab. Sollte Isaí ruhig ein Gefühl dafür bekommen, wie lange er es alleine im Wasser aushielt, das konnte ihm nur helfen, sich nicht zu überschätzen. Der kleine Rüde wandte sich auch recht schnell wieder dem Ufer zu und schaffte es dann auch gänzlich ohne Unterstützung zurück an Land. Hätte Jakash noch breiter gegrinst, hätten sich seine Lefzenwinkel am Hinterkopf treffen müssen.
"Bravo Isaí, du hast es raus!",
lobte er erneut und ließ seinen Sohn ersteinmal verschnaufen. Derweil ließ er den Blick über die Umgebung schweifen, auf der Suche nach einem neuen, lohnenden Ziel.
"Sag mal, ist mit dir schon jemand beim Steinernen Wald gewesen?"
25.10.2011, 12:23
Na denn (; Isaís Begeisterung freute Jakash sehr, umso mehr noch, da er seinem Sohn noch einen Ort zeigen konnte, den er nicht bereits schon mit seiner Mutter, diversen Onkeln, Tanten, sonstigen Verwandten oder seiner Patin besucht und erkundet hatte. Der Schwarze setzte bereits eine Pfote vor, ein "Na dann los!" auf den Lefzen, als er eine helle Stimme nach ihm rufen hörte. Und siehe da, da kam auch schon Malik angesaust und schien sich einklinken zu wollen, was auch immer Jakash und Isaí wohl gerade taten. Jakash selbst hatte nichts dagegen, diesen Ausflug mit seinen beiden Söhnen zu unternehmen statt nur einem - aber Isaí schien nicht so begeistert. Aber auch maliks Geschwisterliebe schien sich derzeit in Grenzen zu halten. Typisch Geschwister.
Vorsichtig schob der die Muschel nun unter die Wurzel des großen Baumes, wischte mit der Schnauze einige Blätter darüber und machte sich dann auf den kurzen Weg zurück zum Rudelplatz. Es war gar nicht so einfach, den kleinen Muschelwolf zu besuchen, ohne dass ein anderer Wolf mitkam. Mal kam er nicht von seinen Geschwistern los, mal nicht von seiner Mama oder Oma und mal nicht von Madoc. Er hatte schon oft überlegt, seinem Paten von seinem Muschelwolf zu erzählen, aber letztlich hatte er es doch immer geheim gehalten. Irgendwann mal, da war er sich sicher. Heute aber hatte er es geschafft, hatte er sich allein davongestohlen, damit er nach der Muschel sehen konnte. Immer wieder sorgte er sich, dass Isaí sie vielleicht finden würde und sie ihm wegnahm. Oder noch schlimmer, dass er seinen Muschelwolf entdeckte und ihm Angst machte, weil er so eine komische Fellfarbe hatte. Darum versteckte sein kleiner Bruder die Muschel immer so gut, dass er sie selbst nicht mehr sah und wohl verloren hätte, wenn er nicht an seinem Geruch erkennen würde, wo er sie verborgen hatte.
Auf dem Weg zurück kam er an dem See vorbei, der schon mal Isaí und Atalya fast verschluckt hätte. Heute waren wieder zwei Wölfe dort und zuerst glaubte Malik, es wären erneut Isaí und die fiese Atalya. Bei genauerem Hinsehen aber stellte er fest, dass das Schwarze da sein Papa war. Das Vorhaben, zum Rudelplatz zurückzukehren war augenblicklich vergessen und Malik verfiel in eine Art unbeholfenen Galopp.
„Papaaa!“, rief er von weitem voller Begeisterung.
Kurz vor den beiden stoppte er und warf seinem Bruder einen irritierten Blick zu. Hatte er sich schon wieder vom See fressen lassen wollen? Das würde ihm ja ähnlich sehen und so nass wie er war, konnte Malik sich nur das vorstellen. Sicher hatte sein Papa ihn retten müssen. Unter normalen Umständen hätte er Isaí mit einem Zupfen am Ohr oder einem Anrempeln begrüßt, aber so nass wie der war, hielt Malik lieber etwas Abstand.
„Du bist ja dumm.“, stellte er fast schon sachlich fest. „Du weißt doch, dass der Boden dich frisst.“
26.10.2011, 11:57
„Steinerner Wald? Lass uns dahin gehen, Papa! Das klingt spannend!“, rief er laut und sprang ein paar Schritte vor, ehe er sich umwenden und seinen Vater drängen wollte.
Doch dazu kam es nicht. Eine hohe, quietschige Stimmte drang an sein Ohr und ließ Isaí in der Bewegung herumwirbeln. Jegliche Begeisterung war seinem Blick entwichen, als er die weiße Fellnase sah, die auf sie zugelaufen kam. Ein klagender, letzter Blick galt Jakash, ein flehender, als wolle er, dass Jakash seine Idee, nun einfach schnell fortzulaufen, auch hatte, doch so kam es nicht. Ein missmutiges Murren verließ seine Kehle, ehe er sich wieder zu Malik umwandte und der Gedanke an einen spannenden Ausflug ins Wasser fiel. Er schnaufte unzufrieden, ließ die Ohren hängen und wusste, dass die Zweisam- und volle Aufmerksamkeit seines Vaters nun vorbei war. Auf Maliks Feststellung hin, kräuselten sich seine Lefzen kurz, während er ihm einen knappen Blick zuwarf, auf seine dummen Gedanken aber nichts erwiderte. Malik war soooo doof. Er hatte einfach keine Ahnung von gar nichts und glaubte, damit alles zu wissen. Er war im Grunde echt bedauernswert. Ohne seinen Bruder weiter zu beachten, holte der kleine Rote schließlich das nach, was längst überfällig war – Er schüttelte sich den nassen Pelz (zum Glück stand Malik so nah), warf dem weißen einen desinteressierten Blick zu und lächelte schließlich wieder Jakash entgegen. Eine letzte Chance hatte er noch.
„Lass uns gehen, Papa!“, meinte er ungeduldig und sprang auf ihn zu, ehe er sich wesentlich nüchterner an Malik wendete. „Du willst bestimmt nicht mit. Du könntest ja schmutzig werden, Diva.“, meinte er fast monoton.
Er würde ihm seinen Ausflug nicht kaputt machen…
21.11.2011, 15:57
"Dein Bruder ist nicht dumm, Mailk. Ich habe ihm nur eben das Schwimmen beigebracht",
erklärte er dem kleinen Weißem Isaís nasses Fell. Und wie auf's Stichwor schien der kleine Rote diesen Moment zu nutzen und sich trocken zu schütteln, als hätten Jakashs Worte ihn erst daran erinnern müssen, dass er ja noch nass war. Dass Malik dabei nass gespritzt wurde, war vermutlich nicht ganz unbeabsichtigt von ihm, aber Jakash entschied, dazu nichts zu sagen. Im Gegensatz zu dem, was sein Sohn daraufhin nachsetzte. Jakash tappte Isaí kurz mit einer Pfote auf den kleinen Kopf.
"Na, Isaí, nenn deinen Bruder nicht so! Seid nett zu einander, alle beide!",
fügte er hinzu, letzlich auch an Malik gewandt. Dann lief er los.
"Kommt ihr jetzt, oder wollt ihr hierbleiben und euch den ganzen Tag weiterstreiten?",
stichelt er leicht und war sich ziemlich sicher, dass zumindest Isaí ihm folgen würde. Gleichzeitig macht er sich darauf gefasst, noch öfter mahnend eingreifen zu müssen. Welpen.
25.11.2011, 22:54
Eigentlich hätte Malik mit so etwas ja rechnen müssen, aber trotzdem überraschte ihn die plötzliche Nässe, die sich tropfenweise über sein Fell verteilte. Empört drehte er den Kopf und war schon ein wenig stolz, dass ihm kein erschrockener Laut entfahren war, als er sah, dass Isaí mal wieder Schuld war. Das war ja sooo klar. Er warf seinem Bruder einen vernichtenden Blick zu, widerstand aber dem Drang, sich das Fell an ihm sauberzumachen. Nicht, dass er noch auf ihn abfärbte und Malik so rosa Fell bekam wie Jumaanas Auge aussah. Und außerdem war Isaí schmutzig, da war selbst er noch sauberer, trotz Nässe. Dummerweise fiel ihm sein Papa jetzt in den Rücken und gab zu, dass Isaí nicht ganz so dumm war, wie er aussah. Mitfühlend lächelte Malik seinem Vater zu und nickte wissend, ehe er sich neugierig wieder an die Allgemeinheit wandte.
„Wo gehen wir denn hin?“
Kategorisch und aus Prinzip sprach er schonmal von „Wir“, damit Isaí sich gar nicht darauf versteifte, dass sie Malik hier alleine ließen. Die tolle Bezeichnung, die sein Bruder ihm an den Kopf warf, ignorierte er – er wusste eh nicht, was sie bedeutete. Offensichtlich war es aber nichts Nettes, denn sein Papa richtete sich direkt an den kleinen Roten, um ihn zurechtzuweisen. Malik blickte neugierig von Isaí zu Jakash und wieder zurück, während er sich wieder auf alle vier Pfoten begab und aufgeregt mit der Rute wedelte.
„Was ist ein Diva?“
Er hatte sooo viele Fragen und er ahnte schon, dass Isaí gleich die Augen verdrehen würde, aber das war sowieso egal. Immerhin hatte er seinen Papa jetzt gefunden, ihn konnte er alles fragen. Es wunderte Malik nur, wie Jakash darauf kam, sie könnten hierbleiben und streiten wollen. Also er wollte das ja mal ganz sicher nicht. Und Isaí … er warf ihm einen kurzen, prüfenden Blick zu, aber eigentlich sah auch er nicht so aus.
Freudig wuselte der Welpe um die Beine seines Vaters und gab auch seinem Bruder einen übermütigen Stusper gegen die Schulter. Sie würden jetzt irgendwo hingehen und so lange Tinca nicht an diesem Irgendwo auf sie wartete und ihnen die ganze Aufmerksamkeit wegnahm, freute sich Malik wie eine Muschel darauf. Da durfte Isaí ihm sogar komische Namen geben und ihn nassmachen. Dass er selbst nicht mitwollte, weil er schmutzig werden könnte, fand der Welpe so abwegig und trottelig, dass er lieber gar nichts dazu sagte. Nicht, dass Isaí dann doch hierbleiben und streiten wollte, weil er schlechte Laune bekam. Natürlich kam er mit. Und dass er nicht schmutzig wurde, dafür würde er schon sorgen und gut Acht geben.
26.11.2011, 16:59
Ein weiterer, hilfesuchender, finsterer Blick galt seinem Vater, von dem er aber von Anfang an wusste, dass er damit auf eine massive Mauer stieß. Es gab wohl nichts mehr zu rütteln an der ganzen Sache. Malik würde mitkommen, egal, was Isaí tun würde. Und seine Laune war ja damit dann bereits im Keller. Mit schlurfenden Schritten folgte er schließlich der schwarzen Gestalt ihres Vaters, den Blick stur geradeaus gerichtet, doch das nervige Umherwuseln seines ach so tollen Bruders entging ihm trotzdem nicht. Ein unzufriedenes Murren verließ den kleinen Fang, ehe er die Augen genervt schloss, als Malik nach seinem Schimpfwort fragte.
„Sowas wie du eben. Ein herumstolzierendes, feiges Ding, dass alles kaputt macht.“, murmelte er leise in sein Fell hinein und hoffte, dass es niemand außer ihm selbst gehört hatte.
Hoffentlich suchte Jakash einen ganz schmutzigen und dreckigen Weg aus; vielleicht durch Dickicht. Dann wären sie das Problem von ganz alleine los.