30.08.2011, 21:01
Sie war nicht da und das schürte erneut die Sorge in dem kleinen, roten Körper. Was war, wenn Fenris sie statt Malik und ihm verschlungen hatte? Immerhin hatte Atalya gemeint, er würde sie nur dann verschonen, wenn sie ihm zwei böse Welpen bringen würde. Ein Schütteln durchfuhr seinen Körper bei diesem Gedanken und sein Blick sank ängstlich zu Boden. Er war doch gar nicht böse gewesen! Malik war es gewesen und hatte ihn da mit hineingezogen! Der würde noch was erleben! Vielleicht würde Fenris ja ihn verschonen, wenn er ihm Malik dafür gab? Als Handel, wie es auch Atalya getan hätte? Na das war doch auf jeden Fall eine Überlegung wert. Es erklärte aber immer noch nicht, weshalb Atalya immer noch verschwunden war. War sie Fenris tatsächlich in die Fänge gelaufen? Hatte er sie geholt, weil sie so oft geschwindelt hatte? Ein hilfloses Fiepsen verließ den kleinen Fang, während er unruhig hin und her rutschte. Was, wenn sich nun jemand fragen würde, wo sie war? Was sollten sie dann sagen? Würde man ihnen dann die Schuld geben und sie auch an Fenris verfüttern? Aufgeregt begann sein kleines Herz zu klopfen und erneut umgarnte die Furcht vor dem bösen existierenden Geschichtenwolf sein Herz.
Plötzlich vernahm er eine Bewegung aus den Augenwinkeln, die ihn augenblicklich aufschrecken ließ. Mit einem Satz wollte er sich sofort wieder in der Höhle verstecken, doch bei einem flüchtigen, hastigen Blick erkannte er eine bekannte Gestalt. Es war nicht Fenris. Seiner Erleichterung gab der junge Wolf mit einem tiefen Seufzer Luft, ehe er kurz zögernd mit den Ohren spielte und sich nach ein paar weiteren, wachsamen Blicken rasch von der Höhle entfernte. Je näher er jedoch der papafellfarbenen Mama von heute Morgen kam, desto langsamer wurde er, ehe er den Kopf demütig senkte und in ein paar Metern Entfernung stehen blieb. Wenigstens ging es ihr gut, doch die Vorahnung, dass sie Fenris hierher geführt hatte, wollte dem kleinen Wolf nicht aus dem Kopf gehen. So sah er sich noch einmal vergewissernd um, dass auch ja Wölfe in der Nähe waren, die ihn retten würden, ehe er mit leiser, flüsternder Stimme zu Atalya spach.
„Was bin ich froh, dass Fenris dir nichts getan hat.“
Schuldbewusst sah er zu ihr hinauf, die kleine Rute leicht eingeklemmt und hoffte, dass sie die Entschuldigung, die noch nicht erfolgt war, im Namen seines Bruders annahm. Immerhin war er so vorlaut gewesen und hatte Fenris als Geschichtenwolf beschimpft. Isaí war sich keiner Schuld bewusst.
01.09.2011, 20:34
((Du bist einfach so charmant, ich kann nicht anders ;D))
Atalya genoß die Ruhe, die sie umgab. Das Zusammentreffen mit den Welpen war schon einige Stunden her, und bald würde die Sonne am Horizont verschwinden. Nachdem sie die Welpen zugegebener Maßen nicht ganz sanft los geworden war, hatte sie ihren Weg allein fortgesetzt, war noch einmal zum See gegangen und hatte dann den Wald in der Umgebung erkundet. Und die beiden kleinen Wölfe waren nicht wieder aufgetaucht, welch ein Glück. Dieser Gedanke ließ sie schmunzeln, hatte sie doch nun den richtigen Weg gefunden, um sie von sich fern zu halten. Ob ihre Eltern ihr dieses kleine... Spiel, oder wie auch immer man es nennen sollte, wohl übel nahmen? Sie hatte ihnen ja eigentlich nichts getan... außer ihnen ein wenig Angst zu machen. Und über diese Angst würden die jungen Wölfe sicher schnell hinweg kommen. Und wenn nicht... dann hatten sie eben den Rest ihres Lebens Angst vor Fenris. Und sie hatte diese Angst immerhin nicht ausgelöst, sie nur ein wenig... verstärkt.
Irgendwann hatte die Graue entschloßen, den Weg zurück zum Rudel einzuschlagen, vielleicht noch irgendeine andere, angenehmere, Gesellschaft aufzusuchen. Mit leichtfüßigen Schritten trabte Atalya über den kalten Boden, spielte mit den Ohren im Wind und ließ die Rute ruhig durch die frische Luft pendeln. Der Weg war nicht weit, und bald war der Rudelplatz in Sicht, sie behielt den ruhigen Schritt jedoch bei. Erst, als der Wald weit hinter ihr lag, verlangsamte die junge Wölfin ihr Tempo, blieb auf dem Platz stehen und blickte sich kurz um. Eine leise Bewegung hinter ihr ließ sie leicht ein Ohr zurück drehen, um zu lauschen, wer sich ihr näherte. Als dann eine leise, bekannte Stimme zu ihr drang, schloß die graue Fähe einen Moment die hellen Augen, atmete tief ein und wieder aus. In diesem Moment kam es ihr so vor, als hätte sie die Welpen gerade erst fort gejagt. Den Sinn seiner Worte tat sie nur mit einem Schnippen ihres Ohres ab. Brachte es wohl etwas, wenn sie gleich von Fenris weiter sprach? Einen Versuch war es doch wert. Ihr Blick blieb dabei auf die Bäume in der Nähe gerichtet.
„Du solltest aufpassen, vielleicht ist er hier irgendwo und hat sich gerade deinen Bruder geholt.“
Sie achtete nicht darauf, leise zu sein, blickte nur leicht aus den Augenwinkeln zu dem Rötlichen, ehe sie sich wieder den Bäumen in der Nähe zuwandte.
01.09.2011, 20:55
Auf ihre Worte hin drehte er den Kopf tatsächlich einen Moment etwas ängstlich zurück zur Höhle, ehe er sich am liebsten selbst dafür gebissen hätte. Hier würde sie ihm keine Angst machen können! Hier waren überall Wölfe, die – wie Tyraleen ihm versprochen hatte – auf sie aufpassen und sie auch vor Fenris beschützen würden. Eh. Fenricollon! Warum auch immer Atalya ihn immer Fenris nannte. Nun gewöhnte er es sich ja auch schon an. So ein Mist aber auch. Herausfordernd ließ sich der kleine Körper auf den Hinterläufen nieder, blickte zu der Fähe hinauf, die ihn noch immer nicht ansehen wollte und legte schließlich den Kopf schief, als hätte er erwartet, dass noch irgendetwas nach kommen würde. Doch es kam nichts und so verzog sich das Gesicht des Jungen zu einer etwas beiläufigen Miene, ehe er seine Meinung zu dem Versuch kundtat, den Atalya soeben wieder gestartet hatte.
„Verdient hätte er es.“, erklärte er unbeeindruckt und drückte so gleichzeitig seinen Ärger über das gedankenverlorene Verhalten Maliks aus.
Doch schnell war damit abgeschlossen, der neugierige Glanz wieder in seine pfützigen Seelenspiegel getreten und dennoch war Isaí ungewohnt bedacht und vorsichtig in dem Umgang mit Atalya. Immerhin hätte das ganze auch anders ausgehen können… Ihretwegen – eh. Malikswegen.
„… War er böse, weil du seine Worte nicht erfüllen konntest…?“, fragte er nach, rutschte jedoch unauffällig ein Stück weiter nach hinten.
Die Anwesenheit der anderen machte ihn mutiger. Alleine irgendwo mit Atalya hätte er sich wohl irgendwo verkrochen. Doch das musste ja niemand wissen. So konnte er ein bisschen den Mutigen mimen, der er ja normalerweise auch war. Zumindest dann, wenn er keine heiße Verfolgungsjagd mit Fenris hinter sich hatte.
04.09.2011, 14:38
(Diese ganzen Nebenplays mit dir... man man man xD)
Atalyas helle Augen beobachteten die Blätter an den Bäumen, richtete den Blick nicht einmal Ansatzweise in die Richtung des kleinen Wolfes. So entging ihr zwar die Reaktion Isaís auf ihre Worte, aber sie konnte sie sich nur zu gut vorstellen. Aber das Glück, schien nicht auf ihrer Seite, so konnte sie nicht hören, wie er davon lief, oder ängstliches Gestammel von sich gab. Und dieses Mal verschwand auch kein Welpenkörper unter ihr. Den Gedanken, einfach zu gehen, verfolgte sie erst gar nicht. Sie war gerade erst hierher zurück gekehrt, sie wollte wenigstens einen Moment Pause. Auch wenn die diese wohl nicht genießen könnte, Isaí würde sicher alles daran setzen, ihr diese kleinen Momente zu vermiesen.
Als dann doch seine welpische Stimme an ihre Ohren drang, winkelte die Graue leicht eines an, die Augen einen Moment schließend. So, sein Bruder hatte es also verdient, von Fenris geholt zu werden? Das war dann wohl wahre Geschwisterliebe. Sie seufzte lautlos, richtete den Kopf dann langsam zurück, um den kleinen Roten ansehen zu können.
„Das solltest du nicht zu laut sagen.“
Dabei beließ die Fähe es, spielte noch einmal mit den Ohren in der frischen Luft, als Isaí dann eine Frage an sie richtete. Ob er BÖSE auf die war? Natürlich. Fenris hasste sie nun bestimmt dafür, dass sie ihm keine zwei Welpenseelen hatte bringen können. Ob sie nun ebenso Angst haben sollte? Vielleicht kam Fenris nun nachts zu ihr, um sich ihre Seele zu holen? Die Graue rollte leicht mit den Augen bei diesem Gedanken, entschloß sich dann aber doch, Isaí auf seine Frage zu antworten.
„Nein. Er ist ganz nah bei mir und beobachtet euch, um euch in einem schwachen Moment zu erwischen. Du siehst ihn sicher nicht, aber vielleicht spürst du ihn, wenn du dich darauf konzentrierst.“
Sie neigte leicht die Schnauze neben sich, um an den Ort zu zeigen, wo Fenris neben ihr verharrte. Dort war nichts außer Luft, aber sie hatte ja schon einmal erlebt, wie gutgläubig dieser Welpe war. Wieso sollte sie es also nicht noch einmal probieren?
06.09.2011, 20:08
Umso mehr Sorgen machte er sich, als sie ihm den Ort zeigte, an dem Fenris angeblich stand – genau neben ihr. Doch ganz sicher, ob er ihr das glauben sollte, war er nicht. Er machte einen Schritt zurück, musterte dabei prüfend den leeren Fleck und sah Atalya schließlich wieder skeptisch an. Er versuchte sich darauf zu konzentrieren, etwas zu spüren, doch nichts dergleichen durchfuhr seinen Körper. Oder? Doch! Da war was, doch es war doch nur so schwach und er hatte es erst gespürt, als die Blasspapafellfarbene ihn darauf aufmerksam gemacht hatte. Er schluckte kurz, ehe er sich an die Worte Tyraleens erinnerte. Nein, nein. Atalya konnte nicht die Wahrheit sprechen! Da war er sich sicher (wenn das komische Gefühl auch wirklich sehr, sehr komisch war…)
„…Tyraleen würde es nie zulassen, dass Fenris hierher kommt…“, warf er zögerlich aber dennoch überzeugt ein und sah zu Atalya hinauf.
Er hoffte, dass er damit richtig lag. Dass er richtig lag, oder dass seine Mama oder sein Papa oder Tyraleen gleich kommen und ihn vertreiben würden. So wäre dann auch Atalya gerettet, doch im Moment konnte er nicht wirklich etwas für sie tun, die sie ja von Fenris im Griff gehalten wurde. Aber sie würde doch nicht wirklich ihn oder Malik (lieber Malik) für sich opfern, oder…?
10.09.2011, 11:16
(Da... fehlt noch ein Charakter mit dem wir zusammen playen können :D *High Five* ...)
Sie wußte nicht, was sie nun erwartete. Vielleicht, dass Isaí wieder davon lief, flüchtete und sich im Pelz seines Bruder versteckte? Aus den Augenwinkeln konnte sie sehen, wie er einen Schritt zurück machte, und auf ihren Lefzen zeichnete sich der erste Eindruck eines Lächelns ab. So tapfer er auch tun wollte, dass Fenris direkt neben ihr stehen sollte schien ihn doch einen Moment verunsichert zu haben. Wie weit konnte sie wohl noch damit gehen? Jetzt schien genau der richtige Moment zu sein, um dies heraus zu finden. So schnippten ihre Ohren leiht durch die frische Luft, und auf seine Worte hin hob sie gespielt überrascht eine Augenbraue.
„Tyraleen? Meinst du, Fenris lässt sich von ihr aufhalten? Der Tod lässt sich von keinem Wolf aufhalten.“
Okay... sie hatte etwas zu schnell ausgesprochen, was sie gedacht hatte. Ihre Worte versetzten ihr selbst einen kleinen Stich, den sie versuchte zu ignorieren. So ließ sich die Graue auf die Hinterläufe sinken, blickte nun in die Richtung des Waldes, wandte den Blick nur kurz auf den rötlichen Welpen.
„Fenris bekommt, was er will. Und wenn er nicht gesehen werden will, wird ihn nie ein Wolf zu Gesicht bekommen.“
Sie selbst konnte sich nicht daran erinnern, zu wissen, wie er aussah. Aber das war nicht entscheiden, und Isaí selbst brauchte das nicht zu wissen. Er sollte also ruhig glauben, dass der „böse Geschichtenwolf“ in diesem Moment bei ihnen war, und jedes ihrer Worte hören konnte.
„Und ich glaube, er ist nicht glücklich darüber, so etwas von einem kleinen Welpen zu hören. Er mag keine Schwächlinge, die sich hinter anderen verstecken, du solltest dich also nicht auf Tyraleen verlassen, Feiglinge holt er sich als erstes.“
Mit diesen Worten blickte sie noch einmal neben sich, als würde dort ein alter Freund sitzen, von dem sie gerade Gruselgeschichten erzählte. Und dann, ganz ruhig, richteten sich die hellen Augen auf den Welpen, jede panische Reaktion war ein Genuß.
11.09.2011, 13:53
„Hat Fenris Angst, hier ununsichtbar aufzutauchen?“
Die Frage klang unbeeindruckt und voller welpenhafter Naivität, doch Isaí unterdrückte ein leichtes Zittern seiner Läufe. Eigentlich hatte ihm was anderes auf der Zunge gelegen, aber für den Fall war dann diese Frage doch besser und lebenssicherer gewesen als die Feststellung, dass Fenris ein ganz schöner Feigling war. Mit großes Augen sah er zu Atalya hinauf, neigte den Kopf leicht fragend und im nächsten Moment sah er leicht angefressen aus. Er war kein Schwachling! Und Fenris war ja auch nicht gerade der, der sich hinter niemandem versteckte. Etwas genervt schnippte der kleine Rote mit den Ohren, ehe er an Atalya vorbeischielte und sie schließlich mit einem leichtbösen Ausdruck ansah.
„Ich bin kein Schwachling!“, murrte er leise und kratzte einen kurzen Augenblick mit der Pfote durch den weißen Boden, wodurch er den Boden darunter sichtbar machte. „Ich bin sichtbar, siehst du? Ich versteck mich hinter niemandem! Das muss ich nämlich gar nicht!“
Er schnaufte kurz, ehe ihm bewusst wurde, was er nun für Probleme am Hals hatte, war Fenris wirklich da. Aber eines musste man ihm doch lassen – Fenris war wirklich der, der sich wie ein Schwachling aufführte. Unsichtbar und versteckte sich trotzdem noch hinter Atalya. Ganz ehrlich. Isaí würde ihm unter keinen Umständen glauben, dass er keine Angst vor Tyraleen hatte. Alles Schwindelwölfe hier!
15.09.2011, 13:57
(Keeeeine Konzentration u_u *Minze anhust und ansteckt* x__X)
Still fragte sich die graue Fähe, was der kleine Welpe wohl nun denken mochte. Er sah in diesem Moment nicht so aus, als spürte er das Verlangen, davon zu laufen. Aber dieses Mal machte er keine Andeutungen dazu, blickte sie statt dessen nur starr an. Die Wölfin erwiderte den Blick, drehte nur leicht die Ohren hin und her. Als er dann eine Frage an sie richtete, blinzelte kurz, ehe sich ein Grinsen auf ihre Lefzen zog. Ein leises Lachen verließ ihre Kehle auf die Frage des Welpen hin. In diesem Moment hatte sie das Bedürfnis gespürt, den Welpen auszulachen. Okay... das klang wirklich fies.
„Fenris hat vor Nichts und niemandem Angst. Er braucht vor Nichts Angst zu haben. Nicht einmal vor Tyraleen.“
Nun blickte Isaí unbegeistert drein, wie er sie so von unten heran anblickte. Atalya hob eine Augenbraue, schnippte kurz mit dem angefressenen Ohr durch die kühle Luft. Dann sah er an ihr vorbei, nur um sie dann wieder mit einem Welpen-bösen Blick anzusehen. Versuchte er nun, ihr Angst zu machen? Sie ließ ihm diesen Spaß, beobachtete nur, wie er mit einer seiner kleinen Pfoten den Schnee weg kratzte. Er war also kein... Schwachling.
„Nicht gesehen werden ist kein Zeichen von Schwäche. So hat Fenris die Möglichkeit, dich zu beobachten, ohne dass du etwas merkst. Und wenn du dann nicht aufpasst...“
Die Graue beendete den Satz nicht, ließ den Blick nur einmal über das Rudel schweifen.
„Niemand ist vor ihm sicher, selbst die, die ihn sehen können.“
Ihre Stimme war leise, kaum mehr als ein monotones Flüstern. Allmählich verging ihr den Spaß an diesem... Spiel. Aber wenn sie diese Geschichte noch einmal brauchte, durfte sie nun nicht einfach aufhören, sie in Isaís Kopf zu festigen.
16.09.2011, 16:36
Dann jedoch schnitt Atalya wieder das Thema an, von dem sich der junge Wolf wirklich schon eine Meinung gebildet hatte. Prüfend hob er die Augenbrauen hoch und vergaß unterdessen auch gleich noch, wie sie überhaupt auf dieses Thema gekommen waren. Schade um Fenricollon, doch Isaí hatte da eine andere Auffassung als Atalya und wollte sie ihr auch unbedingt mitteilen. Sie war ja ohnehin nur am schwindeln. Wenn Fenricollon wirklich da gewesen wäre, hätte er ihr schon längst das andere Ohr gelochbissert. Dann war er aus dem Schneider. Ha! Vielleicht würde Fenricollon ja auch ihn irgendwann darum bitten, ihm Atalya auszuliefern, weil sie ihn auch angeschwindelt hatte?
„Natürlich ist es das! Es ist immer feige, wenn man sich dem Gegenüber nicht zeigt und ihn dann beißt. Das ist nicht nur feige, das ist auch noch fies.“, gab er zurück und warf Atalya einen vielsagenden Blick zu – Würde ja zu ihr passen. Fies war sie ja schon und feige konnte er noch nicht beurteilen…
„… Oder willst du sagen, dass Malik nicht feige ist?“
Das war plausibel. Immerhin versteckte er sich auch aus Angst und nicht deshalb, weil er nicht feige war. Wollte Atalya das nicht verstehen? Doch bei ihren nächsten Worten schnippte er irritiert mit den Ohren. Seine pfützigen Seelenspiegel ruhten etwas besorgt auf ihrer Gestalt.
„… Du siehst Dinge, die andere nicht sehen?“
An sich wäre sowas ja echt cool gewesen, doch in diesem Moment verband Isaí es eher mit merkwürdigen Dingen, die einfach nicht normal waren. Lag es daran, dass Atalya von ihrem Gebruder nicht gemocht wurde, dass sie nun auch schon Dinge sah, die nicht da waren? Auf jeden Fall überzeugte es den kleinen Roten davon, dass Fenris wirklich nicht hier war. Irgendwie…
27.09.2011, 13:14
Wie sollte sie diese Welpen loswerden, wenn sie nicht mehr auf die Gruselgeschichte vom bösen Fenris ansprangen? Zumal sicher irgendwann jemand alles richtig stellen würde. Spätestens dann war ihr Plan sowieso passe, bis dahin musste eine neue Idee her. Wobei sich nicht viel bieten ließ, wenn selbst Fenris nichts mehr brachte. Die Worte des Welpen ließen die Graue nur leicht die Augen verdrehen und leicht den Kopf schütteln. Den Blick des Welpen erwiderte sie, jedoch hob sie leicht eine Augenbraue an. Ob sein Bruder nicht feige war?
„Man muss nicht immer nett und lieb sein, ganz einfach. Und anderen aufzulauern und aus dem Hinterhalt anzugreifen gehört zur Natur eines Wolfes. Was glaubst du, wie jagen wir sonst? Direkt auf die Beute zu zulaufen wäre dumm, und wir würden innerhalb kurzer Zeit alle verhungern.“
Sie zuckte kurz mit den Ohren, hob den Blick dann wieder und richtete in kurz in den Himmel. Davon konnte der Welpe natürlich noch nichts verstehen, aber irgendwann würde es im vielleicht klar sein.
„Wenn es nötig ist, siehst du Fenris auch. Aber dann ist es schon zu spät.“
Sie sprach weiter mit leiser Stimme, und als sie den Blick des kleinen Wolfes auf sich spürte, senkte sie den Kopf wieder, blickte auf den Roten herab. Sie dachte nur einen kurzen Moment nach, ehe sie leicht grinsen musste. Auf solch eine Fragen fiel ihr nur eine Antwort ein, vielleicht war sie gelogen, aber sie erhoffte sich dennoch Erfolg davon.
„Natürlich. Ich sehe ihn nicht immer, aber jetzt schon. Er lacht dich aus, kleiner Wolf, weil du so naiv bist.“
09.10.2011, 13:29
„Das ist doch was gaaaaaannnnz anderes.“, meinte er und nickte sich selbst zustimmend. „Bei Beute muss man das so tun. Aber bei anderen Wölfen ist das feige, wenn man dem anderen keine Gelegenheit lässt, sich zu wehren.“
‚Warum‘ ließ er ganz geschickt mal aus. Das war einfach so, basta. Isaí spielte etwas unruhig mit den Ohren. Er bezweifelte, dass er auch irgendwann mal Dinge sehen würde, die andere nicht sahen – zumindest dann nicht, wenn sie nur für ihn sichtbar waren. Das fand er nämlich irgendwie gruselig. Ihre Worte ließ er unkommentiert. Das machte die ganze Situation nur noch gruseliger. Und auch ihr gruseliges Grinsen machte es nicht besser. War sie nun völlig wahnsinnig geworden? Isaí zog die Rute leicht ein und duckte sich, als sie sich wieder zu ihm umwandte. Doch im nächsten Moment richtete er sich wieder auf und blickte Atalya herrausfordernd an.
„Ich bin nicht naiv!“, wiedersprach er etwas lauter.
Was auch immer ‚naiv‘ war, doch wenn Fenris ihn deshalb auslachte, war es sicherlich nichts Gutes. Er hielt dem Blick der Grauen Stand, zog sich dann aber doch wieder ein Stück zurück. Er wollte nicht mehr mit ihr reden, sie machte ihm inzwischen doch ein wenig Angst.
„Ich… gehe besser mal. Viel Spaß noch mit… Fenris.“, murrte er leise und schaute etwas schüchtern zu Atalya und dem Unsichtbar-Fies-Wolf.
Jetzt galt es nur noch zu hoffen, dass er wirklich nicht da war. Sonst hätte Isaí ein Problem. Dennoch – auch, wenn er glaubte, dass Atalya bloß schwindelte – sein Weg von der Grauen fort führte ihn geradewegs zu den anderen Wölfen. Allein sein war im Moment mehr als unintelligent…