Isaí Caiyé
23.09.2011, 14:47
23.09.2011, 14:47
Es ist früher Mittag, nach Nacturne der Sterne. Seit der Welpenzeremonie sind 8 Tage vergangen. Es ist kühl, und ein mäßiger Wind lässt die Wipfel der Bäume schwanken. Die Sonne versteckt sich hinter einer leichten Wolkendecke.
Turien hielt sich immernoch direkt in der Nähe des Himmelsfelsens auf. Blinzelnd musterte er den hellen Umriss der Sonne, den er hinter der Wolkendecke erkennen konnte, und streunte am Fuße des Felsen umher, auf der hoffnunslosen Suche nach einer Maus.
Krolock spähte aus den Büschen heraus, um nach Sheena Ausschau zu halten. Weder sie noch Jakash waren zu sehen, also stolzierte er auf einen Felsen zu, hinter dem er sich kurz versteckte, ehe er sich weiter an Isaí anpirschte.
Isai schlich unbekümmert um die Felsen herum, unwissend, was er suchte. Von der Nacht hatte er sich längst erholt. In seinen Ohren dröhnte der Wasserfall, während er die Nase am Boden über die mit Schnee gespickte Wiese huschte und plötzlich mit jemandem zusammenstieß. "Aaau...", murmelte er leise, während er den Blick hob und Turien erkannte.
Turien blieb stehen, als er eine Regung vernahm. Sein Körper spannte sich an, bereit zum Angriff - als er bemerkte, dass es nur Isai war, der rote Flohpelz. Der silberne Rüde beobachtete, wie der Welpe mit der Nase im Schnee blind umherlief, und trat auch nicht zur Seite, als er bemerkte, dass Isai direkt in ihn hineinlaufen würde. Belustigt lächelte er, als Isai in ihn hineingelaufen war und sich beschwerte. "Augen auf, Ohren auf. Nicht nur die Nase benutzen, auch die anderen Sinne mein Freund!"
Krolock hörte Turien und Isai und hielt sich weiter im Verborgenen. "Isaaaaaaai...", hauchte er in unheimlichem Ton und mit verstellter Stimme. "Deine Zeeeeiiiit... sie ist vorbeeeeei."
Isai strahlte, als er den Silbernen erkannte, der Atalya in die Flucht geschlagen hatte, setzte sich auf und kratzte sich kurz hinterm Ohr, ehe er zu einer Antwort ansetzte. "Aber meine Augen sind doch offen! Und hören kann ich eh kaum was, weil der da -" er nickte kurz in richtung des Wasserfalls "- viel zu laut ist." Doch er grinste dabei, erfreut darüber, dass Turien ihn Freund nannte und war schon kurz davor, ihn endlich nach DER Sache zu fragen, als plötzlich eine unheimliche Stimme ertönte. Er schreckte auf, machte ein paar Schritte in Richtung Turien und stellte sich zwischen ihn und die Felsen, um den Ursprung auszumachen. "Da-Das ist nur wieder der Fieswolf Krolock... Oder?"
Turien wusste nicht genau, wie er auf die so freudige Reaktion von Isai reagieren sollte - immerhin kannten sie sich kaum. Dennoch entlockte es ihm ein Lächeln. "Du musst-..." Doch bevor er den Satz zu Ende sprechen konnte, zuckten seine Ohren zur Seite, als er eine Stimme vernahm, die er nicht sofort zuordnen konnte. Aufmerksam reckte er den Kopf und blickte in alle Richtungen, ohne direkt ausmachen zu können, von wo die Stimme kam - auch der Lärm des Wasserfalls trug dazu bei. Isai war aufgeschreckt und erzählte etwas von Krolock. "Krolock? Meinst du?" Seine Laune sank etwas bei dem Gedanken an ihn, und heimlich dachte er sich, dass "Griesgram- und Blödwolf" eher zu dem Dunklen passte. "Vielleicht."
Krolock hätte am liebsten gehässig gekichert, aber er blieb stumm."Ich bin Fenris, dein schlimmster Albtraum!" Mit einem Satz sprang er auf die beiden Wölfe zu. "Buuuuh!", rief er dann aus und lachte amüsiert.
Isai spielte unsicher mit den Ohren, jeden Moment mit einem Angriff rechnend und sich an den Worten Tyraleens festhaltend, dass Fenris ihm nichts tun würde. Somit blieb gar keine andere Möglichkeit, als dass sich Krolock einen weiteren Witz erlaubte. Dennoch zuckte er zusammen, wich ein Stück zurück, als der Schwarze hinter einem Felsen hervorsprang und ausgab, Fenris zu sein. Isaí murrte leise, ehe er zögernd ein paar Schritte vor ging, jedoch weiterhin ein Stück hinter Turién blieb. "Du bist nicht Fenris, du bist nur ein Fieswolf.", entgegnete er beleidigt und warf ihm einen welpenbösen Blick zu. Doch sein Lachen irritierte ihn. Somit warf er erst dem Silberprinz einen knappen Blick zu, ehe er noch einen Schritt vorging. Jetzt war seine Chance! "Und du hattest Glück, dass Mama mich gestern weggeholt hat." Das hätte er wohl besser gelassen...
Turien blickte irritiert auf die Worte des umheimlich klingenden Wolfes, der sich versteckt hielt und zuckte nur kurz mit der Rute, als Krolock plötzlich auf ihn und Isai zusprang. Der Rote hatte doch Recht gehabt, es war doch tatsächlich Krolock! "Oh ja, du bist so böse." murmelte er ironisch, und blickte dann hinter sich, wo Isai sich versteckt hielt. Er lachte auf bei der Feststellung Isais: "Genau, du hast gehört, du bist nicht Fenris, du bist nur ein Fieswolf!" Dass Isai schon ein Treffen mit Krolock als Fenris hatte, war nicht zu übersehen - dass der Welpe nun aber doch mutig wurde und auf Krolock zuging hätte er nicht erwartet.
Krolock sah auf Isaí hinab. "Pech... aber du hattest Angst! Und gestern erst!", er lachte wieder. "Richte deinen Eltern Grüße von mir aus, wenn sie wieder auf dich aufpassen. Das sollten sie nämlich wohl gewissenhafter tun." Dann wandte er sich an Turien. "Kann ich ja nichts für, wenn ich mich hier nicht jugendfrei verhalten kann."
Isai ermutigte die Tatsache, dass Turién ihm zustimmte und er spürte, wie ein bisschen Mut in seiner Brust aufstieg. Verlegen spielte er mit den Ohren. "Ich hatte gar keine Angst!", versuchte er sich zu verteidigen, wusste aber selbst, dass das nicht gerade überzeugend gewesen war. "Okay, vielleicht ein bisschen, aber nicht vor dir." Vor dem schönen Wetter nämlich, jawoll! "Wenn ich das tue, wird Papa dich aufessen. Zumindest, wenn Fenris dich nicht vorher aufisst, weil du ein fieser Schwindelwolf bist." Jetzt hatte er es fast, wie man wirklich unbeeindruckt klang. Und dann kam das Wort 'jugendfrei'. Fragend wandte er sich zu Turién um.
Turien beobachtete das Gespräch zwischen den beiden Wölfen, und überlegte kurz, ob er auch so vorlaut und frech gewesen war als er in Isais Alter war. Er kam zu der Feststellung, dass er nicht so mit Erwachsenen - oh ja, er war schon Erwachsen - umgegangen war. Turién nickte auf die Aussage von Isai nur, und hatte kaum etwas hinzuzufügen. "Was er sagt...!" Als Krolock sich an ihn wandt und sich beschwerte, nicht jungendfrei handeln zu können, prustete Turién und lachte einmal laut auf. "Immerhin soviel Anstand hast du noch!" Isais Blick begegnete er mit einem Blinzeln, ohne der Frage in seinen Augen zu antworten.
Krolock verdrehte die Augen. "Der hat mich gestern gebissen." Er deutete auf Isaí. Eigentlich fand er Welpen doof, aber sich welpisch mit ihnen zu zoffen, passte irgendwo zu ihm. Man konnte alles mögliche von sich geben, was völlig dämlich war und es als Argument ausgeben. "Soll ich dir mal ne böse Gruselgeschichte erzählen, Isaí?"
Isai wandte sich irritiert zu Turién um, als dieser laut zu lachen begann. Er stand einen Augenblick blinzelnd da, ehe er verstand, dass er anscheinend Krolock auslachte und sich schließlich ein schelmisches Lächeln auf seine Lefzen schlich. DIe Anwesenheit und Unterstützung des Silbernen gab ihm Kraft. Und die Frage nach 'jugendfrei' war somit auch vergessen. Mit einem skeptischen Funkeln in den Seelenspiegeln wandte er sich wieder an Krolock, verengte die Augen und schwieg einen Augenblick, um alles abzuwägen. "Wenn die so böse ist wie du, lacht Turién nur wieder.", entgegnete er und warf dem Silbernen einen knappen rückversichernden Blick zu. "Erzähl schon."
Turien konnte sich das Grinsen einfach nicht verkneifen. "Hat er?" Dieser Welpe hatte grade 100 Punkte an Zuneigung gewonnen. Es passte irgendwie zu Krolock, zu versuchen den Welpen Angst zu machen... die schlagefertigen Argumente des Roten waren aber auch nicht zu verachten. SO war er definitiv nicht gewesen... schade eigentlich. Breit grinsend nickte er, und ließ sich auf seine Hinterläufe, gespannt auf die Gruselgeschichte von Krolock wartend.
Krolock setzte sich. Er wurde sehr ernst und versuchte so bedrohlich und gruslig wie möglich auszusehen. Aber er hätte dennoch eine Jugendfreigabe erhalten, soviel stand fest. Wieso erzählte er nun eigentlich Geschichten für Welpen? Hatte es nicht gereicht, Caylee eine Liebesgeschichte zu erzählen? Das war auch schon nach hinten losgegangen. "Jenseits dieses Reviers, in einer der finstersten Ecken unserer Welt, gibt es eine Höhle, die kein Wolf betreten sollte. Sie ist dunkler als jede mondlose Nacht und unheimlicher als der schlimmste Albtraum, den man sich vorstellen kann. In ihren Tiefen ist es eiskalt, so dass der Atem in der Lunge schmerzt und der dickste Winterpelz nicht helfen kann. Aber es ist keine winterliche Kälte. Die eisige Temperatur kommt von dem urbösen, dass in dieser Höhle zu finden war. Bis zu dem Tag, als ein Wolf glaubte, mutig genug zu sein, um sie zu betreten. Er war jung und dumm. Ohne zu wissen, wohin er trat, gelangte er tiefer hinein in dieses Maul, das Fenris selbst hätte gehören können. Er wurde von der unbekannten Finsternis verschlungen und als er die Höhle am nächsten Morgen verließ, war das Böse aus ihr verschwunden. Aus der Höhle, wohlgemerkt, nicht aus der Welt." Er hielt inne und sah verschwörerisch zwischen Isaí und Turién hin und her.
Amur machte sicha uf den Weg zum Wassefal weil sie eine Witterung aus dieser Richtung vernahm, zudem hielten sich dort in letzter Zeit öfters Wölfe auf. Noch immer vom gestrigen Abend begeistert, trabte sie locker zum Wasserfall: nun wo sie ihre Ansgt so gut unterdrücken udn mit glaube udn hoffnung überdecken konnte, wollte sie mehr mit dem Rudel zu tun haben. Sie wra nicht mehr so wie sie damals war, das war auch gut. Sie endeckte ein truppe die aus einem ihrer Brüder, Isai und Krolok bestand. Sie ginga uf die gruppe zu udn hörte nebenbei das Treiben der insekten um sich rum. Sie lächelte udn sagte "hallo miteinander"
Isai wäre wahrscheinlich nie so mutig gewesen, hätte er nicht vorher den Eindruck gewonnen, dass Turién auf seiner Seite war. Und dann war da ja noch der Punkt, dass das, was er hier gerade tat, für ihn verboten war. Doch Isaí glaubte daran, dass Jakash stolz auf ihn sein würde, wenn er Krolock mal die Meinung sagen würde und sich für Mama rächeln würde! Auch das beflügelte ihn etwas, solange Jakash nicht im nächsten Moment auftauchen würde. Er hing Krolock skeptisch an den Lefzen und zum Ende hin blinzelte er ihn irritiert an. In der Mitte war es tatsächlich etwas unheimlich geworden, doch das Ende schien dem jungen Roten mehr wie ein Happy End. Nur am Rande bemerkte er, wie Amur sich dazugesellte, schenkte ihr ein kurzes Rutenwedeln und ein freundliches Lächeln, ehe er fragend zu Turién aufsah. "Aber ist das Böse dann nicht gar nicht böse, wenn ein 'dummer, junger' Wolf es einfach so vertreiben kann?" Das war ihm wirklich nicht schlüssig...
Turien musste immerhin widerwillig anerkennen, dass Krolock es draufhatte, böse und bedrohlich zu gucken. Würde er den Dunklen nicht kennen, und wissen, dass er öfter so dreinblickte, hätte er - auf jedenfall als Welpe - Angst vor diesem Wolf. Aufmerksam lauschte er der Geschichte, blinzelte dann immer wieder nach unten, um die Reaktion von Isai mitzubekommen. Turién selbst hatte die Geschichte tatsächlich gefallen - und er glaubte, wäre er ein Welpe, würde er sich fürchten; Isai sah aber gar nicht furchtsam aus. Die Frage, die er stellte ließ Turién, erst nur verduzt gucken, bevor er verstand, dass Isai die Geschichte nicht auf die selbe Art und Weise verstanden hatte, wie sie hatte verstanden werden sollen. Und wieder erklang ein amüsiertes Lachen aus seiner Kehle. "Das ist eine gute Frage!" - dabei dappte er mit einr Pfote nach Isai, um ihn spielerisch zu täscheln. Dann wandte er sich an Krolock. "Du solltest deine Geschichten welpenfreundlicher verpacken...!" Es war köstlich, dass Krolocks Geschichte seine Wirkung so verfehlt hatte, einfach weil Isai die Geschichte nicht richtig verstanden hatte. Sein Blick fiel zu Amúr, die er schon aus den Augenwinkeln bemerkt hatte und nickte ihr zu. "Hey Amúr, du hast eine lustige Situation verpasst.... und nicht nur eine!"
Krolock warf Amur einen Blick zu, der nicht mehr aussagte, als dass er sie bemerkt hatte. Er bemühte sich allerdings weder um eine Begrüßung, noch scherte es ihn, ob sie dadurch gekränkt wurde. Er betrachtete Isaí und senkte den Kopf zu ihm hinunter: "Er hat das Böse nicht vertrieben.", flüsterte er verschörerisch und versteckte hinter diesen Worten das wahre Grauen, dass nun spürbar zwischen ihnen allen hing. Die Geschichte war selbstverständlich noch nicht zu Ende, sie hatte gerade erst angefangen. Sein Blick glitt unbeeindruckt zu Turién, ehe er fortfuhr, ohne das Lachen weiter zu beachten. "Erst fiel es dem jungen Wolf gar nicht auf. Er erzählte, wie mutig er gewesen war und dass es in der Höhle gar nichts unheimliches gab. Sie war einfach nur dunkel und kalt. Das hatte er sich selbst eingeredet, weil er sich seine Angst, sogar seine Panik, nicht hatte eingestehen wollen. Ein paar Nächte später hatte der Wolf einen schrecklichen Albtraum. Dieser war so böse, kalt und finster, wie es die Höhle gewesen war und obwohl er daraus wieder erwachte und die Welt um ihn herum völlig friedlich war, ließ ihn ein ungutes Gefühl nicht los. Er fürchtete sich, den ganzen Tag hindurch. Sein Bruder leistete ihm Gesellschaft, ohne zu wissen, was los war, aber das verscheuchte die Angst nicht. Je mehr Zeit verging, desto genauer wusste der Wolf, dass er das, was in der Höhle hätte bleiben sollen, mit ihm heraus gekommen war. Und jetzt war es in ihm und ließ ihn auf eine ungekannte Weise frieren. Im Herzen war ihm kalt geworden." Wieder machte er eine Pause, um die Worte auf die Zuhörer wirken zu lassen.
Amur blickte zu Turien"Super, warum verpas sich sowas eigentlich immer? Kann ja nur hoffen das noch lustige ,Momente kommen" auf die Worte von Isai die er an Turien richtete lächelte sie nru kur udn schaute dann krolok kurz an, als dieser seine geschichte weiter erzählte, hörte Amur gleich gespannt zu. Es war wohl eine Geschichte über irgendwas böses. "Dann soll er sichin die Sonne stellen dann wird ihm warm" sie war einfach guit drauf heute und achute krolock kurz entschuldigend an, falls diese rihren Kommentar als unpassend empfinden würde.
Isai: blinzelte irritiert, als Turien SCHON WIEDER anfing zu lachen. Er fand an der Frage gar nichts lustiges und wenn es an Krolock lag, dass der Silberne lachte, dann hatte Isaí eindeutig etwas verpasst. Abwartend spielte er mit den Ohren, blickte zu dem SIlbernen auf, als er es für eine gute Frage hielt und nickte Krolock schließlich zu. "Ja! Krolock versucht gerade, gruselig zu sein.", erklärte er an Amur gewandt und lächelte, ehe er wieder den schwarzen Papa beobachtete. Auf seine Worte hin neigte er leicht den Kopf und rutschte, als es hieß, dass die Geschichte weitergehen würde, etwas näher an Turien heran. Und dieses Mal schaffte es der Schwarze tatsächlich ihm Angst zu machen. Isaí blickte ihn mit großen Augen an, während er spürte, wie etwas merkwürdiges in ihm aufstieg. Als er geendet hatte (beziehungsweise eine weitere Pause eingelegt hatte) schüttelte sich der junge Rute kurz, um das Kalte, was ihm den Rücken runterzulaufen schien, zu vertreiben. Doch es klappte nicht und - auch wenn er es noch nicht bedachte - die Welpenhöhle würder er für die nächste zeit wohl eher nicht betreten. Erst, als Amur etwas dazu sagte, lachte zum ersten Mal auch Isaí auf und vergaß für einen Moment die Angst, die Krolock ihm mit der Geschichte machte. "Und was passierte dann mit ihm...?" Es war ein Murmeln, vorsichtig, mehr nicht.
Turien flüsterte seiner Schwester noch ein "Ganz bestimmt!" zu, bevor er verstummte, und dann der Geschichte weiterlauschte, die noch gar nicht vorbei war. Er spürte, wie Isai näher an ihn heranrutschte, als Krolock weitererzählte; und ein Talent im Geschichtenerzählen konnte der Silberprinz dem Fieswolf nicht aberkennen. Und tatsächlich fand auch Turién die Geschichte ziemlich spannend - bei dunkler Nacht erzählt, hätte sie wohl noch mehr Wirkung. Den Einwurf von Amúr fand er nicht ganz passend, also reagierte er kaum drauf, sondern neigte seinen Kopf leicht zur Seite, darauf wartend, dass Krolock weitererzählte.
Krolock funkelte Amur kurz an, beachtete sie aber sonst nicht weiter. Sein Blick glitt zu Isaí, der ihm wenigstens aufmerksam zugehört hatte. Sogar Turién ließ sich die Geschichte gefallen, wie ihm schien. "Viele Tage zogen ins Land. Der Wolf merkte, wie er sich innerlich veränderte. Manchmal fühlte er sich gut, wenn es jemandem anders schlecht ging oder er wollte lachen, wenn jemand traurig war. Sein Bruder verstand diesen Wandel am aller wenigsten und als er ihn darauf ansprach, erzählte der junge, dumme Wolf, welche Torheit er begangen hatte und dass ihm in der Höhle etwas angeheftet wurde, dass nicht mehr verschwinden wollte. Er konnte das Böse nicht abschütteln und wusste immer noch nicht so genau, worum es sich dabei handelte. Gemeinsam kehrten sie zur Höhle zurück, die nicht mehr war, als eine gewöhnliche Höhle, seit das Böse aus ihr herausgerissen worden war. Ein Ältester des Rudels nannte dieses Böse schließlich einen Fluch. Nach dem klar geworden war, dass der Wolf diesen Fluch nun in sich trug, wurde er aus seinem Rudel verbannt. Denn das Böse würde in ihm reifen und größer werden, bis es ihn zerstörte. Aber auf diesem weiten Weg würde vermutlich der ein oder andere sein Leben lassen. Die Ältesten behaupteten, der Wolf konnte zur Gefahr für die eigene Familie werden. Sie behaupteten es so lange, bis er es selbst glaubte und ging. Er kehrte ihnen für immer den Rücken. In der Einsamkeit, so schien ihm, war der Fluch ungefährlich. Es gab niemanden, der ihn nährte, aber das war ein Irrtum. Denn der Wolf war einsam und unglücklich und das freute den Fluch. So konnte er wachsen und mächtiger werden." Erneut machte er eine Pause. "Der Wolf war kalt und hart geworden..."
Amur schweig dann, sollte sie sich doch zurückhalten. Sie hörte kurz was Isai sagte und als krolock wieder zu erzählen begann, wurde auch sie von der geschichte gepackt: Sie spitzte die Ohren um aj ncihst zu verpassen udn sagte nicht dazu um keinen unpassenden kommentar wieder abzulassen.
Isai drückte sich leicht an den Lauf Turiéns, der sich neben ihm befand, noch immer gefesselt von der Geschichte Krolocks, von dem er glatt vergessen hatte, was für ein Fieswolf er eigentlich war. Auch die anderen schwiegen wieder, vollkommen auf das konzentriert, was der Schwarze erzählte. "... Wo liegt diese Höhle?", fragte er schüchtern. Er wusste nur, dass er da nicht reingehen wollte. "Und konnte sich der Wolf davon befreien?" Oder! "...Hast du ihn getroffen, Krolock?"
Turien nickte Krolock zu - was einem Lob für seine Geschichte gleichkommen sollte. Sie war spannend, gut erzählt und auch 'unheimlich' - so wie der Dunkle es zu Anfang gesagt hatte. Sein interessierter Gesichtsausdruck, wich einem sanften Lächeln, als er Isai immer näher an ihm spürte, und er blickte aus den Rotwolf hinab, als er anfing Fragen zu stellen. Irgendwie war es niedlich. Genau das gleiche hätte er vor mehr als einem Jahr bestimmt auch gefragt, auch gemacht. Das vereinte wohl alle Welpen miteinander; eine unstillbare Neugierde, und der Gedanken, dass alles, was erzählt wurde echt war.
Krolock sah von Amur zu Isaí und senkte erneut den Kopf zu ihm. "Wie ich schon sagte: Die Höhle ist weit weit entfernt." Er wusste in diesem Augenblick selbst nicht, ob er das sagte, um den Welpen zu beruhigen, oder nur, weil es einfach eine Tatsache war. Außerdem wusste er nach den folgenden Fragen nicht mehr, wie weit er die Geschichte erzählen sollte. "Der Wolf begegnete einem anderen Rudel, dass ihn in seiner Mitte aufnahm. Er war so lange allein gewesen, dass er glaubte, nicht ohne Gesellschaft weiter leben zu können. Deshalb schloss er sich einer Gemeinschaft an, die in einem friedlichen Tal lebte. Aber der Fluch hörte nicht auf, zu sein. Er war in ihm und er wurde immer größer. Böse war der Wolf geworden, obwohl er sich verliebte und versuchte, sein Glück zu machen. Was er nicht wusste war, dass sein Bruder, als sie gemeinsam in der Höhle gewesen war, sich angesteckt hatte. Auch er kämpfte nun gegen den Fluch und war aus der Heimat fortgezogen. Monate später begegneten sie sich wieder. Der Bruder konnte den Fluch besiegen, der einst dumme und junge Wolf allerdings nicht. Er wurde Vater von drei Welpen, die ihn alle irgendwie fürcheten, denn meistens war das Böse an ihm so gegenwärtig wie er es in der Höhle einst selbst erlebt hatte. Und je mehr er darunter litt, dass ihn niemand leiden konnte, desto mehr freute sich der Fluch. Und als er eines Tages mit seiner Tochter im Wald war, die ihn fürchtete, starb er, als er sie rettete." Krolock blickte die drei an und wartete auf Reaktionen.
Amur schluckte. Hatte sie gehofft das irgendwann eine positive Wendung kam. Doch das er seine tochte rrette war doch etwas positives. "Aber wieso hat er sie gerettet wenn doch eigentlich der Fluch in ihm lebte? Das passt doch nicht..." fargte sie aus dem Impuls herraus. Welche Antwort sich krolock dafür überlegen würde, fragte sie sich: Die Geschichte war wirklich gut erzählt, wie sie fesstellen musste. Doch dann schlich sich die Frage in sie, Was wenn sowas wirklich mal passiert? kann sowas überhaupt wirklich passieren?
Isai spürte, wie sein Herz allmählich schneller schlug. Er sagte nichts mehr, schluckte die Fragen herunter und selbst die Aussage, dass die Höhle weit weg war, beruhigte ihn im Moment nicht. Was war, wenn der - wie Krolock weitererzählte - Bruder hierher kam und der Fluch doch nicht ganz besiegt war? Oder wenn ein anderer die Höhle betreten würde? Oder wenn das Böse nun frei hier herumlaufen würde! Ohne Körper! Unsichtbar - so wie Fenris laut Atalya. Er schluckte, drückte sich auf den Boden und schwieg, während er all die Eindrückte zu verarbeiten versuchte. Auf Amurs Frage hin hob er zögerlich den Kopf. "Weil jeder Papa dazu verpflichtet ist, seine Welpen zu schützen.", flüsterte er leise und starrte dann wieder hinüber zu Krolock. "...Oder?" Er atmete tief durch, ehe er sich doch dazu überwandt, zu hinterfragen. "...Wieso konnte sein Gebruder den Fluch besiegen und er nicht?"
Turien war erst noch begeistert von der Geschichte, während seine Stimmung zum Schluss der Geschichte kippte. Es war keine Angst, oder Furcht die er spürte, nur etwas seltsam kalt, vertrautes. Und so wie Krolock sie erzählte, war es fast, als würde er auf eine Erinnerung zurückgreifen... Misstrauisch beäugte er Krolock, blieb jedoch stumm.
Krolock machte eine längere Kunstpause, beinahe so, als wäre die Geschichte zu Ende. Dann fügte er an: "Es heißt, der Fluch wäre mit dem Wolf gestorben. Aber genau weiß man es nicht.", flüsterte er geheimnisvoll und sah dabei Isaí aufmerksam an.
Amur machte sich weiter Gedanken um die geschichte. Gerade bei Geschichten gab es viele verschiedenen Blickwinkel. So gingen ihre Gedanken mal da udn dort hin, gingen die Aspekte der Geschichte nochmal durch. Sie betrachtete krolock schweigend, hatte er sich diese geschichte frei ausgedacht? Manchmal erzählte man auch geschichten, die auf ein gewisses gefühl basieren wa sman in sich slebst hat, das hatte sie bei ihrer reise mitbekommen.
Isai hätte jetzt wohl gerne seine Eltern bei sich gehabt, doch da dies mit Ärger für ihn einher ging, mussten im Moment Amur und Turién reichen. An den Lauf des Letzteren war er noch immer leicht gedrückt und ließ Krolock nicht aus den Augen. Der Fluch war gestorben? Zusammen mit dem Wolf? "Wo-Woher weißt du das?" Ja, jetzt galt es, die Verlässlichkeit der Quellen zu hinterfragen.
Turien runzelte die Stirn und musterte Krolock auf irgendwelche Anzeichen hin - auf welche wusste er auch nicht genau. "Hmm." meinte er nur, während er abwesend Isai von oben am Kopf berührte.
Krolock grinste schließlich gehässig und sprang auf die Pfoten. "Manche Dinge weiß man eben." Er machte sich bereit, zu gehen. "Pass auf, welche Dummheiten du begehst, Isaí!" Rief er diesem noch zu, dann hatte er sich aus dem Staub gemacht.
Turien hielt sich immernoch direkt in der Nähe des Himmelsfelsens auf. Blinzelnd musterte er den hellen Umriss der Sonne, den er hinter der Wolkendecke erkennen konnte, und streunte am Fuße des Felsen umher, auf der hoffnunslosen Suche nach einer Maus.
Krolock spähte aus den Büschen heraus, um nach Sheena Ausschau zu halten. Weder sie noch Jakash waren zu sehen, also stolzierte er auf einen Felsen zu, hinter dem er sich kurz versteckte, ehe er sich weiter an Isaí anpirschte.
Isai schlich unbekümmert um die Felsen herum, unwissend, was er suchte. Von der Nacht hatte er sich längst erholt. In seinen Ohren dröhnte der Wasserfall, während er die Nase am Boden über die mit Schnee gespickte Wiese huschte und plötzlich mit jemandem zusammenstieß. "Aaau...", murmelte er leise, während er den Blick hob und Turien erkannte.
Turien blieb stehen, als er eine Regung vernahm. Sein Körper spannte sich an, bereit zum Angriff - als er bemerkte, dass es nur Isai war, der rote Flohpelz. Der silberne Rüde beobachtete, wie der Welpe mit der Nase im Schnee blind umherlief, und trat auch nicht zur Seite, als er bemerkte, dass Isai direkt in ihn hineinlaufen würde. Belustigt lächelte er, als Isai in ihn hineingelaufen war und sich beschwerte. "Augen auf, Ohren auf. Nicht nur die Nase benutzen, auch die anderen Sinne mein Freund!"
Krolock hörte Turien und Isai und hielt sich weiter im Verborgenen. "Isaaaaaaai...", hauchte er in unheimlichem Ton und mit verstellter Stimme. "Deine Zeeeeiiiit... sie ist vorbeeeeei."
Isai strahlte, als er den Silbernen erkannte, der Atalya in die Flucht geschlagen hatte, setzte sich auf und kratzte sich kurz hinterm Ohr, ehe er zu einer Antwort ansetzte. "Aber meine Augen sind doch offen! Und hören kann ich eh kaum was, weil der da -" er nickte kurz in richtung des Wasserfalls "- viel zu laut ist." Doch er grinste dabei, erfreut darüber, dass Turien ihn Freund nannte und war schon kurz davor, ihn endlich nach DER Sache zu fragen, als plötzlich eine unheimliche Stimme ertönte. Er schreckte auf, machte ein paar Schritte in Richtung Turien und stellte sich zwischen ihn und die Felsen, um den Ursprung auszumachen. "Da-Das ist nur wieder der Fieswolf Krolock... Oder?"
Turien wusste nicht genau, wie er auf die so freudige Reaktion von Isai reagieren sollte - immerhin kannten sie sich kaum. Dennoch entlockte es ihm ein Lächeln. "Du musst-..." Doch bevor er den Satz zu Ende sprechen konnte, zuckten seine Ohren zur Seite, als er eine Stimme vernahm, die er nicht sofort zuordnen konnte. Aufmerksam reckte er den Kopf und blickte in alle Richtungen, ohne direkt ausmachen zu können, von wo die Stimme kam - auch der Lärm des Wasserfalls trug dazu bei. Isai war aufgeschreckt und erzählte etwas von Krolock. "Krolock? Meinst du?" Seine Laune sank etwas bei dem Gedanken an ihn, und heimlich dachte er sich, dass "Griesgram- und Blödwolf" eher zu dem Dunklen passte. "Vielleicht."
Krolock hätte am liebsten gehässig gekichert, aber er blieb stumm.
Isai spielte unsicher mit den Ohren, jeden Moment mit einem Angriff rechnend und sich an den Worten Tyraleens festhaltend, dass Fenris ihm nichts tun würde. Somit blieb gar keine andere Möglichkeit, als dass sich Krolock einen weiteren Witz erlaubte. Dennoch zuckte er zusammen, wich ein Stück zurück, als der Schwarze hinter einem Felsen hervorsprang und ausgab, Fenris zu sein. Isaí murrte leise, ehe er zögernd ein paar Schritte vor ging, jedoch weiterhin ein Stück hinter Turién blieb. "Du bist nicht Fenris, du bist nur ein Fieswolf.", entgegnete er beleidigt und warf ihm einen welpenbösen Blick zu. Doch sein Lachen irritierte ihn. Somit warf er erst dem Silberprinz einen knappen Blick zu, ehe er noch einen Schritt vorging. Jetzt war seine Chance! "Und du hattest Glück, dass Mama mich gestern weggeholt hat." Das hätte er wohl besser gelassen...
Turien blickte irritiert auf die Worte des umheimlich klingenden Wolfes, der sich versteckt hielt und zuckte nur kurz mit der Rute, als Krolock plötzlich auf ihn und Isai zusprang. Der Rote hatte doch Recht gehabt, es war doch tatsächlich Krolock! "Oh ja, du bist so böse." murmelte er ironisch, und blickte dann hinter sich, wo Isai sich versteckt hielt. Er lachte auf bei der Feststellung Isais: "Genau, du hast gehört, du bist nicht Fenris, du bist nur ein Fieswolf!" Dass Isai schon ein Treffen mit Krolock als Fenris hatte, war nicht zu übersehen - dass der Welpe nun aber doch mutig wurde und auf Krolock zuging hätte er nicht erwartet.
Krolock sah auf Isaí hinab. "Pech... aber du hattest Angst! Und gestern erst!", er lachte wieder. "Richte deinen Eltern Grüße von mir aus, wenn sie wieder auf dich aufpassen. Das sollten sie nämlich wohl gewissenhafter tun." Dann wandte er sich an Turien. "Kann ich ja nichts für, wenn ich mich hier nicht jugendfrei verhalten kann."
Isai ermutigte die Tatsache, dass Turién ihm zustimmte und er spürte, wie ein bisschen Mut in seiner Brust aufstieg. Verlegen spielte er mit den Ohren. "Ich hatte gar keine Angst!", versuchte er sich zu verteidigen, wusste aber selbst, dass das nicht gerade überzeugend gewesen war. "Okay, vielleicht ein bisschen, aber nicht vor dir." Vor dem schönen Wetter nämlich, jawoll! "Wenn ich das tue, wird Papa dich aufessen. Zumindest, wenn Fenris dich nicht vorher aufisst, weil du ein fieser Schwindelwolf bist." Jetzt hatte er es fast, wie man wirklich unbeeindruckt klang. Und dann kam das Wort 'jugendfrei'. Fragend wandte er sich zu Turién um.
Turien beobachtete das Gespräch zwischen den beiden Wölfen, und überlegte kurz, ob er auch so vorlaut und frech gewesen war als er in Isais Alter war. Er kam zu der Feststellung, dass er nicht so mit Erwachsenen - oh ja, er war schon Erwachsen - umgegangen war. Turién nickte auf die Aussage von Isai nur, und hatte kaum etwas hinzuzufügen. "Was er sagt...!" Als Krolock sich an ihn wandt und sich beschwerte, nicht jungendfrei handeln zu können, prustete Turién und lachte einmal laut auf. "Immerhin soviel Anstand hast du noch!" Isais Blick begegnete er mit einem Blinzeln, ohne der Frage in seinen Augen zu antworten.
Krolock verdrehte die Augen. "Der hat mich gestern gebissen." Er deutete auf Isaí. Eigentlich fand er Welpen doof, aber sich welpisch mit ihnen zu zoffen, passte irgendwo zu ihm. Man konnte alles mögliche von sich geben, was völlig dämlich war und es als Argument ausgeben. "Soll ich dir mal ne böse Gruselgeschichte erzählen, Isaí?"
Isai wandte sich irritiert zu Turién um, als dieser laut zu lachen begann. Er stand einen Augenblick blinzelnd da, ehe er verstand, dass er anscheinend Krolock auslachte und sich schließlich ein schelmisches Lächeln auf seine Lefzen schlich. DIe Anwesenheit und Unterstützung des Silbernen gab ihm Kraft. Und die Frage nach 'jugendfrei' war somit auch vergessen. Mit einem skeptischen Funkeln in den Seelenspiegeln wandte er sich wieder an Krolock, verengte die Augen und schwieg einen Augenblick, um alles abzuwägen. "Wenn die so böse ist wie du, lacht Turién nur wieder.", entgegnete er und warf dem Silbernen einen knappen rückversichernden Blick zu. "Erzähl schon."
Turien konnte sich das Grinsen einfach nicht verkneifen. "Hat er?" Dieser Welpe hatte grade 100 Punkte an Zuneigung gewonnen. Es passte irgendwie zu Krolock, zu versuchen den Welpen Angst zu machen... die schlagefertigen Argumente des Roten waren aber auch nicht zu verachten. SO war er definitiv nicht gewesen... schade eigentlich. Breit grinsend nickte er, und ließ sich auf seine Hinterläufe, gespannt auf die Gruselgeschichte von Krolock wartend.
Krolock setzte sich. Er wurde sehr ernst und versuchte so bedrohlich und gruslig wie möglich auszusehen. Aber er hätte dennoch eine Jugendfreigabe erhalten, soviel stand fest. Wieso erzählte er nun eigentlich Geschichten für Welpen? Hatte es nicht gereicht, Caylee eine Liebesgeschichte zu erzählen? Das war auch schon nach hinten losgegangen. "Jenseits dieses Reviers, in einer der finstersten Ecken unserer Welt, gibt es eine Höhle, die kein Wolf betreten sollte. Sie ist dunkler als jede mondlose Nacht und unheimlicher als der schlimmste Albtraum, den man sich vorstellen kann. In ihren Tiefen ist es eiskalt, so dass der Atem in der Lunge schmerzt und der dickste Winterpelz nicht helfen kann. Aber es ist keine winterliche Kälte. Die eisige Temperatur kommt von dem urbösen, dass in dieser Höhle zu finden war. Bis zu dem Tag, als ein Wolf glaubte, mutig genug zu sein, um sie zu betreten. Er war jung und dumm. Ohne zu wissen, wohin er trat, gelangte er tiefer hinein in dieses Maul, das Fenris selbst hätte gehören können. Er wurde von der unbekannten Finsternis verschlungen und als er die Höhle am nächsten Morgen verließ, war das Böse aus ihr verschwunden. Aus der Höhle, wohlgemerkt, nicht aus der Welt." Er hielt inne und sah verschwörerisch zwischen Isaí und Turién hin und her.
Amur machte sicha uf den Weg zum Wassefal weil sie eine Witterung aus dieser Richtung vernahm, zudem hielten sich dort in letzter Zeit öfters Wölfe auf. Noch immer vom gestrigen Abend begeistert, trabte sie locker zum Wasserfall: nun wo sie ihre Ansgt so gut unterdrücken udn mit glaube udn hoffnung überdecken konnte, wollte sie mehr mit dem Rudel zu tun haben. Sie wra nicht mehr so wie sie damals war, das war auch gut. Sie endeckte ein truppe die aus einem ihrer Brüder, Isai und Krolok bestand. Sie ginga uf die gruppe zu udn hörte nebenbei das Treiben der insekten um sich rum. Sie lächelte udn sagte "hallo miteinander"
Isai wäre wahrscheinlich nie so mutig gewesen, hätte er nicht vorher den Eindruck gewonnen, dass Turién auf seiner Seite war. Und dann war da ja noch der Punkt, dass das, was er hier gerade tat, für ihn verboten war. Doch Isaí glaubte daran, dass Jakash stolz auf ihn sein würde, wenn er Krolock mal die Meinung sagen würde und sich für Mama rächeln würde! Auch das beflügelte ihn etwas, solange Jakash nicht im nächsten Moment auftauchen würde. Er hing Krolock skeptisch an den Lefzen und zum Ende hin blinzelte er ihn irritiert an. In der Mitte war es tatsächlich etwas unheimlich geworden, doch das Ende schien dem jungen Roten mehr wie ein Happy End. Nur am Rande bemerkte er, wie Amur sich dazugesellte, schenkte ihr ein kurzes Rutenwedeln und ein freundliches Lächeln, ehe er fragend zu Turién aufsah. "Aber ist das Böse dann nicht gar nicht böse, wenn ein 'dummer, junger' Wolf es einfach so vertreiben kann?" Das war ihm wirklich nicht schlüssig...
Turien musste immerhin widerwillig anerkennen, dass Krolock es draufhatte, böse und bedrohlich zu gucken. Würde er den Dunklen nicht kennen, und wissen, dass er öfter so dreinblickte, hätte er - auf jedenfall als Welpe - Angst vor diesem Wolf. Aufmerksam lauschte er der Geschichte, blinzelte dann immer wieder nach unten, um die Reaktion von Isai mitzubekommen. Turién selbst hatte die Geschichte tatsächlich gefallen - und er glaubte, wäre er ein Welpe, würde er sich fürchten; Isai sah aber gar nicht furchtsam aus. Die Frage, die er stellte ließ Turién, erst nur verduzt gucken, bevor er verstand, dass Isai die Geschichte nicht auf die selbe Art und Weise verstanden hatte, wie sie hatte verstanden werden sollen. Und wieder erklang ein amüsiertes Lachen aus seiner Kehle. "Das ist eine gute Frage!" - dabei dappte er mit einr Pfote nach Isai, um ihn spielerisch zu täscheln. Dann wandte er sich an Krolock. "Du solltest deine Geschichten welpenfreundlicher verpacken...!" Es war köstlich, dass Krolocks Geschichte seine Wirkung so verfehlt hatte, einfach weil Isai die Geschichte nicht richtig verstanden hatte. Sein Blick fiel zu Amúr, die er schon aus den Augenwinkeln bemerkt hatte und nickte ihr zu. "Hey Amúr, du hast eine lustige Situation verpasst.... und nicht nur eine!"
Krolock warf Amur einen Blick zu, der nicht mehr aussagte, als dass er sie bemerkt hatte. Er bemühte sich allerdings weder um eine Begrüßung, noch scherte es ihn, ob sie dadurch gekränkt wurde. Er betrachtete Isaí und senkte den Kopf zu ihm hinunter: "Er hat das Böse nicht vertrieben.", flüsterte er verschörerisch und versteckte hinter diesen Worten das wahre Grauen, dass nun spürbar zwischen ihnen allen hing. Die Geschichte war selbstverständlich noch nicht zu Ende, sie hatte gerade erst angefangen. Sein Blick glitt unbeeindruckt zu Turién, ehe er fortfuhr, ohne das Lachen weiter zu beachten. "Erst fiel es dem jungen Wolf gar nicht auf. Er erzählte, wie mutig er gewesen war und dass es in der Höhle gar nichts unheimliches gab. Sie war einfach nur dunkel und kalt. Das hatte er sich selbst eingeredet, weil er sich seine Angst, sogar seine Panik, nicht hatte eingestehen wollen. Ein paar Nächte später hatte der Wolf einen schrecklichen Albtraum. Dieser war so böse, kalt und finster, wie es die Höhle gewesen war und obwohl er daraus wieder erwachte und die Welt um ihn herum völlig friedlich war, ließ ihn ein ungutes Gefühl nicht los. Er fürchtete sich, den ganzen Tag hindurch. Sein Bruder leistete ihm Gesellschaft, ohne zu wissen, was los war, aber das verscheuchte die Angst nicht. Je mehr Zeit verging, desto genauer wusste der Wolf, dass er das, was in der Höhle hätte bleiben sollen, mit ihm heraus gekommen war. Und jetzt war es in ihm und ließ ihn auf eine ungekannte Weise frieren. Im Herzen war ihm kalt geworden." Wieder machte er eine Pause, um die Worte auf die Zuhörer wirken zu lassen.
Amur blickte zu Turien
Isai: blinzelte irritiert, als Turien SCHON WIEDER anfing zu lachen. Er fand an der Frage gar nichts lustiges und wenn es an Krolock lag, dass der Silberne lachte, dann hatte Isaí eindeutig etwas verpasst. Abwartend spielte er mit den Ohren, blickte zu dem SIlbernen auf, als er es für eine gute Frage hielt und nickte Krolock schließlich zu. "Ja! Krolock versucht gerade, gruselig zu sein.", erklärte er an Amur gewandt und lächelte, ehe er wieder den schwarzen Papa beobachtete. Auf seine Worte hin neigte er leicht den Kopf und rutschte, als es hieß, dass die Geschichte weitergehen würde, etwas näher an Turien heran. Und dieses Mal schaffte es der Schwarze tatsächlich ihm Angst zu machen. Isaí blickte ihn mit großen Augen an, während er spürte, wie etwas merkwürdiges in ihm aufstieg. Als er geendet hatte (beziehungsweise eine weitere Pause eingelegt hatte) schüttelte sich der junge Rute kurz, um das Kalte, was ihm den Rücken runterzulaufen schien, zu vertreiben. Doch es klappte nicht und - auch wenn er es noch nicht bedachte - die Welpenhöhle würder er für die nächste zeit wohl eher nicht betreten. Erst, als Amur etwas dazu sagte, lachte zum ersten Mal auch Isaí auf und vergaß für einen Moment die Angst, die Krolock ihm mit der Geschichte machte. "Und was passierte dann mit ihm...?" Es war ein Murmeln, vorsichtig, mehr nicht.
Turien flüsterte seiner Schwester noch ein "Ganz bestimmt!" zu, bevor er verstummte, und dann der Geschichte weiterlauschte, die noch gar nicht vorbei war. Er spürte, wie Isai näher an ihn heranrutschte, als Krolock weitererzählte; und ein Talent im Geschichtenerzählen konnte der Silberprinz dem Fieswolf nicht aberkennen. Und tatsächlich fand auch Turién die Geschichte ziemlich spannend - bei dunkler Nacht erzählt, hätte sie wohl noch mehr Wirkung. Den Einwurf von Amúr fand er nicht ganz passend, also reagierte er kaum drauf, sondern neigte seinen Kopf leicht zur Seite, darauf wartend, dass Krolock weitererzählte.
Krolock funkelte Amur kurz an, beachtete sie aber sonst nicht weiter. Sein Blick glitt zu Isaí, der ihm wenigstens aufmerksam zugehört hatte. Sogar Turién ließ sich die Geschichte gefallen, wie ihm schien. "Viele Tage zogen ins Land. Der Wolf merkte, wie er sich innerlich veränderte. Manchmal fühlte er sich gut, wenn es jemandem anders schlecht ging oder er wollte lachen, wenn jemand traurig war. Sein Bruder verstand diesen Wandel am aller wenigsten und als er ihn darauf ansprach, erzählte der junge, dumme Wolf, welche Torheit er begangen hatte und dass ihm in der Höhle etwas angeheftet wurde, dass nicht mehr verschwinden wollte. Er konnte das Böse nicht abschütteln und wusste immer noch nicht so genau, worum es sich dabei handelte. Gemeinsam kehrten sie zur Höhle zurück, die nicht mehr war, als eine gewöhnliche Höhle, seit das Böse aus ihr herausgerissen worden war. Ein Ältester des Rudels nannte dieses Böse schließlich einen Fluch. Nach dem klar geworden war, dass der Wolf diesen Fluch nun in sich trug, wurde er aus seinem Rudel verbannt. Denn das Böse würde in ihm reifen und größer werden, bis es ihn zerstörte. Aber auf diesem weiten Weg würde vermutlich der ein oder andere sein Leben lassen. Die Ältesten behaupteten, der Wolf konnte zur Gefahr für die eigene Familie werden. Sie behaupteten es so lange, bis er es selbst glaubte und ging. Er kehrte ihnen für immer den Rücken. In der Einsamkeit, so schien ihm, war der Fluch ungefährlich. Es gab niemanden, der ihn nährte, aber das war ein Irrtum. Denn der Wolf war einsam und unglücklich und das freute den Fluch. So konnte er wachsen und mächtiger werden." Erneut machte er eine Pause. "Der Wolf war kalt und hart geworden..."
Amur schweig dann, sollte sie sich doch zurückhalten. Sie hörte kurz was Isai sagte und als krolock wieder zu erzählen begann, wurde auch sie von der geschichte gepackt: Sie spitzte die Ohren um aj ncihst zu verpassen udn sagte nicht dazu um keinen unpassenden kommentar wieder abzulassen.
Isai drückte sich leicht an den Lauf Turiéns, der sich neben ihm befand, noch immer gefesselt von der Geschichte Krolocks, von dem er glatt vergessen hatte, was für ein Fieswolf er eigentlich war. Auch die anderen schwiegen wieder, vollkommen auf das konzentriert, was der Schwarze erzählte. "... Wo liegt diese Höhle?", fragte er schüchtern. Er wusste nur, dass er da nicht reingehen wollte. "Und konnte sich der Wolf davon befreien?" Oder! "...Hast du ihn getroffen, Krolock?"
Turien nickte Krolock zu - was einem Lob für seine Geschichte gleichkommen sollte. Sie war spannend, gut erzählt und auch 'unheimlich' - so wie der Dunkle es zu Anfang gesagt hatte. Sein interessierter Gesichtsausdruck, wich einem sanften Lächeln, als er Isai immer näher an ihm spürte, und er blickte aus den Rotwolf hinab, als er anfing Fragen zu stellen. Irgendwie war es niedlich. Genau das gleiche hätte er vor mehr als einem Jahr bestimmt auch gefragt, auch gemacht. Das vereinte wohl alle Welpen miteinander; eine unstillbare Neugierde, und der Gedanken, dass alles, was erzählt wurde echt war.
Krolock sah von Amur zu Isaí und senkte erneut den Kopf zu ihm. "Wie ich schon sagte: Die Höhle ist weit weit entfernt." Er wusste in diesem Augenblick selbst nicht, ob er das sagte, um den Welpen zu beruhigen, oder nur, weil es einfach eine Tatsache war. Außerdem wusste er nach den folgenden Fragen nicht mehr, wie weit er die Geschichte erzählen sollte. "Der Wolf begegnete einem anderen Rudel, dass ihn in seiner Mitte aufnahm. Er war so lange allein gewesen, dass er glaubte, nicht ohne Gesellschaft weiter leben zu können. Deshalb schloss er sich einer Gemeinschaft an, die in einem friedlichen Tal lebte. Aber der Fluch hörte nicht auf, zu sein. Er war in ihm und er wurde immer größer. Böse war der Wolf geworden, obwohl er sich verliebte und versuchte, sein Glück zu machen. Was er nicht wusste war, dass sein Bruder, als sie gemeinsam in der Höhle gewesen war, sich angesteckt hatte. Auch er kämpfte nun gegen den Fluch und war aus der Heimat fortgezogen. Monate später begegneten sie sich wieder. Der Bruder konnte den Fluch besiegen, der einst dumme und junge Wolf allerdings nicht. Er wurde Vater von drei Welpen, die ihn alle irgendwie fürcheten, denn meistens war das Böse an ihm so gegenwärtig wie er es in der Höhle einst selbst erlebt hatte. Und je mehr er darunter litt, dass ihn niemand leiden konnte, desto mehr freute sich der Fluch. Und als er eines Tages mit seiner Tochter im Wald war, die ihn fürchtete, starb er, als er sie rettete." Krolock blickte die drei an und wartete auf Reaktionen.
Amur schluckte. Hatte sie gehofft das irgendwann eine positive Wendung kam. Doch das er seine tochte rrette war doch etwas positives. "Aber wieso hat er sie gerettet wenn doch eigentlich der Fluch in ihm lebte? Das passt doch nicht..." fargte sie aus dem Impuls herraus. Welche Antwort sich krolock dafür überlegen würde, fragte sie sich: Die Geschichte war wirklich gut erzählt, wie sie fesstellen musste. Doch dann schlich sich die Frage in sie, Was wenn sowas wirklich mal passiert? kann sowas überhaupt wirklich passieren?
Isai spürte, wie sein Herz allmählich schneller schlug. Er sagte nichts mehr, schluckte die Fragen herunter und selbst die Aussage, dass die Höhle weit weg war, beruhigte ihn im Moment nicht. Was war, wenn der - wie Krolock weitererzählte - Bruder hierher kam und der Fluch doch nicht ganz besiegt war? Oder wenn ein anderer die Höhle betreten würde? Oder wenn das Böse nun frei hier herumlaufen würde! Ohne Körper! Unsichtbar - so wie Fenris laut Atalya. Er schluckte, drückte sich auf den Boden und schwieg, während er all die Eindrückte zu verarbeiten versuchte. Auf Amurs Frage hin hob er zögerlich den Kopf. "Weil jeder Papa dazu verpflichtet ist, seine Welpen zu schützen.", flüsterte er leise und starrte dann wieder hinüber zu Krolock. "...Oder?" Er atmete tief durch, ehe er sich doch dazu überwandt, zu hinterfragen. "...Wieso konnte sein Gebruder den Fluch besiegen und er nicht?"
Turien war erst noch begeistert von der Geschichte, während seine Stimmung zum Schluss der Geschichte kippte. Es war keine Angst, oder Furcht die er spürte, nur etwas seltsam kalt, vertrautes. Und so wie Krolock sie erzählte, war es fast, als würde er auf eine Erinnerung zurückgreifen... Misstrauisch beäugte er Krolock, blieb jedoch stumm.
Krolock machte eine längere Kunstpause, beinahe so, als wäre die Geschichte zu Ende. Dann fügte er an: "Es heißt, der Fluch wäre mit dem Wolf gestorben. Aber genau weiß man es nicht.", flüsterte er geheimnisvoll und sah dabei Isaí aufmerksam an.
Amur machte sich weiter Gedanken um die geschichte. Gerade bei Geschichten gab es viele verschiedenen Blickwinkel. So gingen ihre Gedanken mal da udn dort hin, gingen die Aspekte der Geschichte nochmal durch. Sie betrachtete krolock schweigend, hatte er sich diese geschichte frei ausgedacht? Manchmal erzählte man auch geschichten, die auf ein gewisses gefühl basieren wa sman in sich slebst hat, das hatte sie bei ihrer reise mitbekommen.
Isai hätte jetzt wohl gerne seine Eltern bei sich gehabt, doch da dies mit Ärger für ihn einher ging, mussten im Moment Amur und Turién reichen. An den Lauf des Letzteren war er noch immer leicht gedrückt und ließ Krolock nicht aus den Augen. Der Fluch war gestorben? Zusammen mit dem Wolf? "Wo-Woher weißt du das?" Ja, jetzt galt es, die Verlässlichkeit der Quellen zu hinterfragen.
Turien runzelte die Stirn und musterte Krolock auf irgendwelche Anzeichen hin - auf welche wusste er auch nicht genau. "Hmm." meinte er nur, während er abwesend Isai von oben am Kopf berührte.
Krolock grinste schließlich gehässig und sprang auf die Pfoten. "Manche Dinge weiß man eben." Er machte sich bereit, zu gehen. "Pass auf, welche Dummheiten du begehst, Isaí!" Rief er diesem noch zu, dann hatte er sich aus dem Staub gemacht.