Jakash Caiyé
06.03.2013, 19:43

Fortsetzung von "Glück zu Asche"


Jakash setzte einen Schritt aus, damit Isaí zu ihm aufschloss und er ihn leichter ansehen konnte, anstatt seinen Kopf immer ganz zurück drehen zu müssen. Dabei senkte er seinen Kopf zu seinem Sohn herab und leckte ihm einmal kosend über die Wange, als der kleine Rote erneut zum Sprechen ansetzte und ins Stocken geriet.

"Schon gut, Isaí. Du hast nach de geurteilt, was du wusstest, aber das war eben nicht alles. Sowas passiert."

Jakash sah seinen Sohn an und fügte nach einem kurzen Moment der Stille noch etwas hinzu:

"Mir tut es Leid, dass du das mit ansehen und -hören musstest",

sagte er, und begann erst dann wieder langsam, sich in Bewegung zu setzen. Unterwegs ergriff er wiederum das Wort, um Isaís Frage endlich zu beantworten.

"Ich wüsste keinen einzigen guten Grund, warum ein Vater - oder eine Mutter - seine Welpen verlassen sollte, ohne auch nur ein Wort des Abschieds oder der Erklärung. Aber selbst, wenn es doch so einen Grund geben sollte, so war dieser nicht die Ursache für Hiryogas Verschwinden. Andernfalls hätte er ihn jetzt nennen können, seinen guten Grund. Hat er das? Nein - du hast ihn selbst gehört, Isaí. Er sagte selbst, dass es dafür keine Entschuldigung gibt."

Zum Ende hin hatte Jakash sene Stimme etwas gesenkt, da sie schon fast Malik erreicht hatten, der immer noch schlief. der Schwarze legte sich neben seinem weißen Sohn nieder und schirmte ihn gleichzeitig mit seinem Körper von Isaí und den anderen Rudelmitgliedern ab, um ein wenig die Geräusche der anderen Wölfe und des Gespräches zu dämpfen und ihn nciht zu wecken.

Isaí Caiyé
07.03.2013, 13:22

Der junge Wolf war sich sicher, dass sein Vater durchaus wusste, was er tat und was er zu tun hatte. Er hatte mehr Erfahrung als er, kannte sich weitaus besser aus und wusste auch souveräner mit solchen Situationen umzugehen, die den Kleinen momentan noch vor eine fast unüberwindbare Aufgabe stellten. Und dennoch begann er bereits, zu hinterfragen und seine Gedanken kundzutun – alles in der Hoffnung, das irgendwie wieder hinzubiegen, was momentan einen merkwürdigen Geschmack von Endgültigkeit auf seiner Zunge hinterließ und ihn überforderte. Irritiert sah er auf, als er sich plötzlich doch an den Vorderläufen des Dunklen befand, doch seine Rute begann kurz wieder leicht zu pendeln, als er die liebevolle Berührung spürte. Ein schwaches Lächeln huschte über seine Lefzen, als er zu Jakash aufsah, ehe er wieder aufmerksam lauschte und glauben wollte. Bei seinen nächsten Worten legte er den Kopf etwas schräg und schüttelte hastig den Kopf.

„Das muss dir nicht leidtun. Ich bin doch kein Welpe mehr.“

Naja, so ganz stimmte das nicht, aber Isaí war sich sicher, dass sein Vater verstand, was er damit sagen wollte. Er war nicht mehr so klein, dass man ihn aus allem raushalten musste. Und wuchs man nicht an den Aufgaben, die einem gestellt wurden? Dem Roten war es weitaus lieber, selbst urteilen zu können, statt später bloß alles erzählt zu bekommen. Na klar, im Moment noch war er von seinem eigenen Urteil verunsichert, aber zumindest wusste er, was los war, wenn sein Vater nun etwas niedergeschlagen wirkte und konnte für ihn da sein. Er hielt sich nun dicht an dem dunklen Leib des Rüden, folgte ihm zurück zu Malik, der vollkommen erschöpft schien und nichts von ihrer Rückkehr mitbekam. Doch seine Aufmerksamkeit lag ohnehin auf den Worten, die sein Vater nun an ihn richtete. Natürlich, er hatte Recht – sein Opa hatte ihm recht gegeben und keinen Grund genannt, aber das bedeutete doch nicht zwangsläufig, dass er keinen hatte, oder?

„Alles hat doch einen Grund. Es muss ja nicht unbedingt ein guter Grund sein, aber zumindest etwas, was einen überhaupt auf den Gedanken bringt. Wir müssen versuchen, ihn zu verstehen, statt zu urteilen.“

Er fühlte sich sicher mit diesen Worten, stellte die Ohren und hoffte, dass Jakash das nicht anders sah. Doch das hatte Tyraleen gesagt – ob es sich nun um Krolock oder Hiryoga handelte, spielte keine Rolle. Vor allem konnte er sich das Ganze immer noch nicht vorstellen. Der Braune war ihm auf Anhieb sympathisch gewesen und nun stellte sich heraus, dass er seinen Vater einfach im Stich gelassen hatte? Natürlich war das nicht wirklich ein Pluspunkt.

„Wie alt warst du, als er verschwunden ist?“, fragte er schließlich leiser nach, als sie sich bei Malik niedergelassen hatten. Er wollte seinen Bruder nicht wecken und auch, wenn er eigentlich auch tierisch müde war, war es ihm wichtiger, nun irgendwie Klarheit in diese Sache zu bringen.

Jakash Caiyé
08.03.2013, 09:51

Jakash gab ein kurzes Schnauben von sich, das irgendwie belustigt klang. Dieses seltsame Phänomen, dass Welpen schnell erwachsen werden wollten, kannte er sowohl von sich selbst als auch von seinem Patensohn, und nun verkündete ihm auch sein leiblicher Sohn, schon groß zu sein. Offenbar gab es doch ein paar Dinge, die sich nie änderten, im Gegensatz zu fast allem anderen.

"Stimmt, bist du nicht. Aber du bist jung, und es gibt Vieles, das du noch nicht kennst. Und bei Weitem nicht alles davon ist schön",

erwiderte er und mahnte sich dann stumm selbst, nicht zu sehr in kryptische Weisheiten abzudriften.

"Dann kannst du gerne versuchen den Grund von ihm zu erfahren, aber was mich angeht, bin ich längst über das Stadium hinaus, dass es mich noch interessiert",

entgegnete er hart, und seine Miene drückte Endgültigkeit aus.

"Alles hat auch Konsequenzen, Isaí, Gutes wie Schlechtes. Deine Großmutter mag ihm längst vergeben haben, aber ich kann das nicht so einfach. Dafür hat er unserer Familie zu viel Leid mit seinem Fortgehen zugefügt",

fügte er noch hinzu. Als sein Sohn ihn danach fragte, wann Hiryoga verschwunden war, schwieg der Schwarze eine ganze Weile und ließ den Blick schweifen, während er nachdachte.

"Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht mehr genau. Meine letzte Erinnerung daran, mit ihm gespielt oder etwas unternommen zu haben... da muss ich noch sehr jung gewesen sein. Vielleicht so alt wie du jetzt bist, oder eher noch jünger",

antwortete er mit einigem Zögern. Es war ihm anzusehen, dass er noch über etwas nachdachte, allerdings nicht mehr über das 'Wann'. Vielmehr grübelte er darüber nach, was er seinem Sohn erzählen sollte und was nicht. Isaí wollte nicht mehr wie ein Welpe behandelt werden, und früher oder später würde er die Geschichte dennoch hören. Dann vermutlich besser jetzt und von ihm, als irgendeine weichgespülte Version Shanis oder Nichtmehr-Kursaís.

"Weißt du, als er vor fast zwei Jahren plötzlich wiederkam, hat sich deine Großmutter auch deshalb mit ihm gestritten. Dann fiel er ins Nichts, und wir glaubten ihn tot. Deine Großmutter war am Boden zerstört. Ich erinnere mich noch gut daran, denn ich war als erstes bei ihr und habe sie getröstet. Aber ich selbst konnte nicht weinen, nicht um ihn. Nicht, dass ich ihm den Tod gewünscht hätte, aber ich weiß noch, dass ich damals gehofft habe, dass deine Großmutter nun endlich von dieser ewigen Ungewissheit erlöst sei, die sie so gequält hat. Dass sie jetzt endlich vielleicht einen Neuanfang wagen kann."

Für einen Moment hielt er inne, den Blick nach innen auf alte Erinnerungen gerichtet, die nun so frisch waren wir lange schon nicht mehr.

"Ich denke, deine Großmutter hat lange Zeit sich selbst die Schuld daran gegeben, dass Hiryoga ins Nichts gestürzt ist. Vermutlich kann sie ihm deshalb so leicht vergeben, weil es sie von ihren eigenen Schuldgefühlen befreit. Ich aber kann das nicht mal eben so - erst recht nicht, nur weil sie es verlangt."

Isaí Caiyé
19.03.2013, 13:47

Seine Ohren legten sich kurz etwas dichter an den Hinterkopf und er wagte einen flüchtigen Blick hinauf zu den grünen Augen seines Vaters, als er dessen Schnauben vernahm. Doch Isaí hatte im Augenblick deutlich andere Sorgen als das Gefühl, dass Jakash seine Aussage nicht ganz so ernst nahm, wie es ihm lieb gewesen wäre. Aber davon abgesehen, dass er nun wirklich nicht in der Stimmung war, zu betonen, dass er das durchaus ernst meinte, war ihm klar, dass es eine schlechte Idee gewesen wäre, sich daran nun aufzuhängen. Er wollte den Sinn nicht ganz verstehen, warum man sie von dem fern halten wollte, was sie noch nicht kannten – wie sollten sie es sonst kennenlernen und herausfinden, wie man damit umging? Ein kurzes Schütteln durchfuhr seinen Körper allerdings doch. Es war bei weitem nicht alles schön – auch das hatte er inzwischen längst gelernt. Er lebte nicht mehr in einer heilen Welt aus schönen Dingen und Träumen, selbst wenn er letztere wacker aufrecht erhielt und sich von nichts einschüchtern ließ. Doch um diesen Ehrgeiz zu teilen, diese Hoffnung, die nicht von ihm ablassen wollte – dazu musste man ihm die Gelegenheit geben und ihn ernst nehmen. Allerdings gab Jakash ihm tatsächlich das Gefühl, dass er weitaus weniger helfen konnte, als er es gerne getan hätte. Seine Worte klangen so endgültig, so unerschütterlich, dass sich Isaí trotz der offengelegten Möglichkeit, etwas Klarheit in die Sache zu bringen, hilflos fühlte und nicht wirklich daran glaubte, dass irgendetwas den Entschluss des Dunklen an seiner Seite erschüttern könnte. Er selbst allerdings war fest entschlossen, Hiryoga eine Chance zu geben. Es gab einen Grund, da war er sich sicher. Und vielleicht – ganz vielleicht – würde er ja doch ausreichen und alles wieder ins Lot bringen. Er hob den Kopf, als Jakash fortfuhr, befand es allerdings als sicherer, nichts mehr darauf zu erwidern. Er verstand inzwischen, dass sein Vater seinen Vater nicht fröhlich begrüßt hatte, sondern erst einmal verdauen musste. Er musste sich selbst darüber klar werden, wie es nun weitergehen sollte. Die Hoffnung starb nicht, dass letztendlich alle wieder zur Vernunft kommen würden – Und Vernunft bedeutete für ihn, dass die Familie das Wichtigste war.

Der Gedanke oder eher der Vergleich, Jakash würde nun einfach ohne ein Wort verschwinden, machte ihm Angst. Er ahnte, wie schlimm es sein musste, wenn der Vater einfach wortlos von dannen zog und nicht mehr auftauchte, allerdings war er nicht in der Lage, wirklich zu sagen, wie er reagiert hätte, wenn er wieder auftauchen würde. Im Moment war er fest davon überzeugt, ihm unheimlich glücklich entgegenzutreten, aber er spürte, dass es mehr war, als er im Augenblick noch wissen konnte. Er lauschte aufmerksam, um ja nichts Wichtiges zu überhören, stolperte dabei allerdings immer wieder über das Wort 'Nichts'. Auch Shani hatte es erwähnt, allerdings hatte ihnen bisher niemand erklärt, worum es sich bei 'Nichts' handelte. Dass es irgendetwas mit den Göttern zu tun hatte, vermutete er bereits, immerhin schienen Wölfe, die hineinfielen, zu Engaya zu kommen. Oder auch nicht, wenn man den Fall Hiryoga betrachtete. Ihm fiel auf, dass Jakash sich um das Wort 'Vater' drückte. Großmutter und Hiryoga. Der Rote ahnte, dass es eine gewaltige Aufgabe war, vor der er stand...

„Ich verstehe.“, murmelte er schließlich und senkte den Kopf auf einen der Läufe seines Vaters. „Aber jeder Wolf macht Fehler. Nicht einmal Engaya und Fenris waren unfehlbar. Muss alles wirklich immer so harte Konsequenzen nach sich ziehen?“

Er flüsterte nur noch, während sich sein Blick in der Ferne verlor. Doch eines lag ihm viel mehr auf dem Herzen als eine Antwort auf diese Frage. Er hob den Kopf abermals und sah zu Jakash hinauf, die Ohren unschlüssig nach hinten gedreht.

„Papa? Was ist das... Nichts?“

Jakash Caiyé
21.03.2013, 09:39

Jakash musterte seinen Sohn, während dieser seinen Kopf auf die Pfoten des Schwarzen gebettet hatte, als wollte er ihn am Weglaufen hindern. Isaí meinte zu verstehen, aber der Schwarze war nicht sicher. Wie sollte sein Sohn auch, war ihm doch die Erfahrung eines fehlenden Vaters fremd? Aber Isaí war einfühlsam und besaß eine schnelle Auffassungsgabe, und vermutlich verstand er tatsächlich mehr, als Jakash ihm zuschreiben wollte. Früher hatte der Schwarze sich gewundert, warum Eltern immer wieder der Satz 'Sie werden so schnell erwachsen' oder Ähnliches über die Lefzen kam, aber nun begann er zu begreifen, dass Eltern einfach dazu neigten der Zeit irgendwie hinterher zu hinken. Bei den Göttern, seine Welpen WURDEN aber auch schnell erwachsen! Wober er den Eindruck hatte, dass gerade Isaí seinen Geschwistern noch einen Schritt voraus war.
Sein Sohn sah ihn nicht an, als er schließlich seine Gedanken aussprach, und vielleicht war ihm nicht einmal richtig bewusst, dass er sie ausformulierte, so leise wie die Worte waren. Jakash entschied sich dennoch dafür, zu antworten.

"Nein, gewiss nicht alles. Aber das entscheidet jeder für sich, und je nach Situation kann dann Streit aufgrund der unterschiedlichen Bewertungen entstehen. So wie eben zwischen deiner Großmutter und mir",

erwiderte er leise. Als Isaí kurz darauf nach dem Nichts fragte, musste der Schwarze erst einmal überlegen, wie er das Nichts beschreiben sollte.

"Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, weil es schwer ist etwas zu beschreiben, das gar nicht da ist, weil es eben Nichts ist. Das Tal - damals sah es noch anders aus als heute - löste sich Stück für Stück auf, wurde immer kleiner. Pfade endeten im Nirgendwo; Bäume, Steine und Tümpel waren an einem Tag noch da und am nächsten - oder schon wenige Stunden später - einfach weg. Ich kann dir nichtmal sagen, ob wir das Nichts alle gleichermaßen wahrgenommen haben, weil unsere Augen einfach nicht erfassen konnten, dass da nichts zum Sehen war. Vielleicht... vielleicht kann ich es dir am besten so beschreiben: Du weißt ja sicher, wie es ist, wenn du nach einem Traum aufwachst - du möchtest jemandem sofort davon erzählen, aber du merkst, wie der Traum Stück für Stück verblasst. Eben hast du noch alles gewusst, jedes kleine Detail, weil du es im Traum ja regelrecht erlebt hast, aber es entgleitet dir Stück für Stück und verschwindet im... ja, im Nichts. So passierte es auch im alten Tal, es löste sich einfach langsam auf. Nur, dass es kein Traum war."

Jakash war nicht sicher, ob er seinem Sohn auch nur ansatzweise begreiflich machen konnte, was das Nichts war. So groß dessen Welpenfantasie auch sein mochte, sie musste wohl scheitern an etwas, dass sich nicht beschreiben lassen wollte.

Isaí Caiyé
04.04.2013, 11:53

Es gefiel ihm gar nicht, diese Wandlung und das besonders jetzt, wo sie ohnehin nicht genau wussten, wohin sie liefen. Das Tal der Raben. Doch allein ein Name reichte nicht, um ein Ziel vor Augen zu haben, wie er fand. Zwar kannte Averic offensichtlich den Weg dorthin, doch das änderte nichts daran, dass alles um sie herum fremd war und er – wenn er ehrlich zu sich selbst war – manchmal noch immer glaubte, den beißenden Geruch in der Nase zu haben, als die Dunkelheit und das Feuer ihr Tal verschluckt hatten. Sie hatten keine Heimat mehr; nicht in diesem Sinne zumindest, immerhin war der kleine Rote ein Verfechter der Meinung, dass das Zuhause dort war, wo die Familie war. Er war Zuhause, doch der unmittelbar zurückliegende Streit stellte gerade diese Sicherheit auf eine Probe, für die er vielleicht noch nicht bereit war. Er versuchte, sein bestes zu geben, versuchte, für seine Geschwister da zu sein und gleichzeitig sein Versprechen gegenüber Tyraleen zu halten. Hinzu kam nun also noch die Verpflichtung, die er spürte, seine Familie irgendwie zusammenzuhalten; seinen Begriff von 'Heimat' so vollkommen zu halten, wie er ihn kennengelernt hatte. Natürlich wusste er, dass nie alles gut sein konnte – hey, er hatte ja bisher auch schon verhältnismäßig viel Zeit mit Atalya verbracht! - aber das, mit dem er nun konfrontiert wurde, war keine Antisympathie. Es waren Wölfe, die füreinander da waren, was auch immer geschah, feste Bande, Freundschaft, Liebe – doch all das schien mit einem dumpfen Schlag nichtig. Und das konnte auf keinste Weise richtig sein. Auch wenn er Jakash zu verstehen glaubte, war er noch immer fest entschlossen dazu, es irgendwie wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Sein Blick huschte kurz in die Richtung, in der Malik schlummerte, doch er ahnte bereits, wie er auf diesen Zwist reagieren würde. Letztendlich musste er auf die Hilfe Taleeshas bauen. Und natürlich Sheena, wobei er sich da nicht sicher war, ob sie seinen Vater nicht bedingungslos unterstützen würde. Er hob den Blick, als der Dunkle fortfuhr und drehte die Ohren etwas unschlüssig nach hinten. Es klang so einfach, wie er es sagte, so bedeutungslos und klar, dass es eigentlich eine Leichtigkeit hätte sein müssen, das Ganze aus der Welt zu schaffen. Sie kannten den Grund, da konnte die Lösung doch unmöglich so weit entfernt liegen, oder? Er erwiderte nichts darauf, vielleicht war es besser, dieses Thema fürs erste ruhen zu lassen.

Stattdessen wandte er sich der Frage zu, die ihm bereits seit der Begegnung mit Hiryoga auf der Zunge lag. Der Rote hob den Kopf, als sein Vater etwas mit der Antwort wartete. Die Tatsache, dass er darüber nachdenken musste, weckte die Neugier und die Hoffnung auf etwas Spannendes in ihm, auch wenn sie sich dieses Mal deutlich in Grenzen hielt.

„Alles verschwand im... Nichts?“, wiederholte er mit leichter Überforderung in der jungen Stimme.

Allein der Gedanke an Nichts schien so verwirrend und ungreifbar, dass er den Kopf beim Versuch, es sich vorzustellen, etwas schief legte. Wäre es nicht Jakash gewesen, der ihm davon erzählte, hätte er es wohl für einen schaurigen Einfall in einer von Krolocks Geschichten gehalten.

„War das ein Plan von Fenris? Wie habt ihr es geschafft, dass das Tal wieder aufgetaucht ist?“

Am liebsten hätte er natürlich alles darüber erfahren, doch er wusste gar nicht so recht, wonach es alles zu fragen gab. Inzwischen hatte er seinen Hinterleib etwas zur Seite geschoben, um leichter zu Jakash hinaufzublicken, sodass er nun seitlich zu ihm lag und die Vorderpfoten leicht auf seinen Läufen geparkt waren. Trotz der gedämpften Tonlage, um die er sich noch immer bemühte, um Malik nicht aufzuwecken, hörte man ihm sein Interesse an – wenn auch nicht so freudig wie in einer der Welpengeschichten, denn er konnte sich vorstellen, dass diese Zeit nicht unbedingt schön gewesen sein konnte.

„Sind viele Wölfe in das Nichts gefallen?“