Tyraleen
15.01.2010, 22:19

Tyraleens Haltung versteifte sich, während sie Malakím zuhörte. Das Rudel war noch gefährdeter? Natürlich, es war weit aus langsamer und weniger flexibel, aber waren sie wirklich einer so großen Gefahr ausgeliefert? Ihr Kopf zuckte zurück, ein wenig sinnvoller Blick wurde über die Schulter geworfen – natürlich sah sie dort nicht das Rudel – und in ihren Gedanken fiel ein Welpe nach dem anderen dem bodenlosen Nebel entgegen. Sie schluckte, holte langsam tief Luft und schüttelte den Kopf, als würde das eine nicht ganz falsche Tatsache einfach als definitiv unwahr degradieren.

“Wir haben Aufpasser, Face, Takashi, Averic, Sheena, Midnight … sie alle haben ein wachsames Auge darauf, dass das gesamte Rudel nicht in Gefahr gerät. Sie sind in Sicherheit.“

Ihre Stimme klang fest und sicher, tatsächlich flehte sie aber fast darum, dass Malakím ihr zustimmen würde. Als ob der Schwarze viel über das Rudel und seine Aufpasser wüsste. Er kannte sicher keinen von ihnen und erst Recht wusste er nicht um die Verlässlichkeit Faces oder den Willen Averics, dieses Rudel – das seiner Mutter – in das Glück zu führen. Sie konnte sich auf sie verlassen. Dennoch warf sie einen weiteren sinnlosen Blick nach hinten und spürte die Angst um ihre Welpen sich wie Ketten um ihre Läufe legen. Sie war froh, als Malakím zu einer längeren Rede ausholte, wurde sich jedoch schnell darüber bewusst, was der Schwarze da redete und dann auch nicht mehr in der Lage, das Lächeln der Rüden auch nur ansatzweise zu erwidern.

“Meine Welpen haben erst wenige Monate in dieser Welt erlebt. Es kann niemals der Wille der Göttin sein, sie nun schon wieder zu sich zu holen. Es ist einzig mei…unser Versagen, wenn wir keinen Ausweg finden und diese hilflose, nach Liebe und Geborgenheit suchende Geschöpfe in das Nichts rennen lassen. Niemals darf es dazu kommen und somit werde ich alle meine Kraft darauf verwenden, diese Möglichkeit zu finden, die Engaya uns nur nicht offen vor die Nase setzt. Sie alleine weiß, warum, aber wenn wir heute sterben werden, dann ist das unser Verschulden. Und das werde ich mir nie verzeihen … nicht einmal im Himmelsreich.“

Ihr Ausdruck war verbissen geworden, fast starr erwiderte sie den Blick Malakíms und holte nur gepresst Luft. Sie spürte Tränen langsam in ihre Augenwinkel kriechen und blinzelte sie hinweg. Tyraleen war eine Mutter und manchmal entwuchsen einer noch so schwächlichen Fähe Flügel der Kraft und Verbissenheit, wenn sie um das Wohlergehen ihrer Kinder kämpfen mussten. Und auch die Weiße ließ keinen Zweifel daran, dass sie alle verbliebenen Kräfte und noch unendlich viele mehr darauf verwenden würde, ihre Welpen noch nicht hergeben zu müssen. Und wenn sie dafür selbst in das bodenlose Nichts stürzen müsste. Ihre Worte und Gedanken hatten Adrenalinschübe ausgelöst, sie spürte ihr Herz so schnell pochen, als müsste es vor einem Verfolger fliehen und ihre Läufe zitterten. Beinahe hätte sie Malakíms letzten Satz überhört, erwischte ihn noch an der Rute und zog ihn in ihr Bewusstsein. Kurz schloss sie die Augen, sah Banshee lächelnd unter der Trauerweide liegen und dachte an den Blick aus den bernsteinernen Augen, in dem am Ende nur noch Frieden stand. Das Zittern legte sich.

“Es kommt darauf an, ob der Sterbende darauf vorbereitet war, ob er auf dieser Welt noch etwas zu erledigen hat. Und ich weiß, Malakím … meine Welpen und auch ich haben noch etwas zu erledigen. Sie sollen das Leben lernen … und ich muss aufpassen, dass niemand sie davon abhält. Deshalb wäre es schlimm zu sterben. Und ich fände es auch nicht schön, wenn du dich ergeben in die Pfoten der Göttin begibst. Verwechsle nicht Demut mit Hingabe. Vertrauen mit Aufgeben.“

Sie hatte sich wieder gefasst, spürte wieder die nun fast beruhigende Trauer und Sehnsucht nach ihren Eltern und das strikte Kalkül, dass nach Planung forderte. Sie hatte nicht aufgepasst, was Kylia, Nyota und Aszrem taten und sah nun, dass sich die drei schon recht weit entfernt hatten. Gerade wollte sie anmerken, dass sie sich ein wenig beeilen sollten, als Neruí ein lautes Quietschen von sich gab und von dem eben erst mühsam erklommenen Rücken wieder hinabhüpfte. Sie wuselte ein paar Schritte durch hohes Gras und legte damit eine große, schillernde Blume frei. Die Blüte war blau wie Averics Augen und strahlte fast, ganz so, als würde auf sie Sonne scheinen. Sie war tatsächlich wunderschön. Fasziniert schien die weiße einige Sekunden zu vergessen, was sie eben noch hatte sagen wollen. Etwas stieß leicht gegen ihre Beine und wuselte dann zwischen ihnen hindurch um am Ende ein lautes Whoa! von sich zu geben. Ihr Silbersohn war gefolgt und ebenso fasziniert. Seine Worte zauberten tatsächlich ein Lächeln auf ihre Lefzen … er hatte Recht. Etwas so schönes war nicht vom Nichts verschluckt worden. Ob das nun zwangsläufig mit ihnen genauso war, würde sie bezweifeln, aber darum ging es jetzt nicht. Diesen kurzen Moment der Faszination durfte man leben. Gedankenverloren fuhr sie ihrem Sohn mit der Zunge über den Kopf.

“Sie ist wunderschön. Zu schön, um sie zu brechen und doch ebenso zu schön, um sie einfach dem Nichts zu überlassen.“


[ außerhalb - bei der Blume | Neruí, Turien und Malakím ]

Atalya
15.01.2010, 23:27

((Rausplay-Post ;) Nicht nachlaufen wäre schlau.))

Mutig wie ein Löwe blickte Atalya dem Nichts entgegen, verharrte wie eine Statue. Sie würde sich nicht besiegen lassen. Niemals! Die junge Fähe biß die Fänge aufeinander, wollte aber nicht zurück weichen. Wo blieben bloß die anderen? Kurz huschte ihr Blick zurück zu Madoc, Liam und Lucina. Aber sie kamen nicht, riefen sie nicht zurück und überhaupt blieb sie allein mit dem Nichts. Atalya schmunzelte. Sollte sie vielleicht doch wieder zurück gehen? Hin und her gerissen grummelte die kleine Fähe vor sich hin, machte dann entschlossen einen Schritt zurück. Über ihren Stolz hinweg war es wahrscheinlich klüger, wenn sie zurück ging. Vielleicht machten sich die anderen auch schon Sorgen? Aber.. Moment! Genau in diesem Moment fiel ihr etwas auf. Die Dunkle blickte den Weg zurück, den sie gekommen war. Die hellen Augen suchten jeden Winkel ab, nun drehte sie sich ganz um. Ihre Feder. Sie war weg. Sie war so in die Gespräche vertieft gewesen, dass sie nicht bemerkt hatte, wie ihr Schatz verloren gegangen war. Das durfte doch nicht wahr sein! Nun musste sie zurück, vielleicht hatte einer von den anderen sie gesehen?
Gerade wollte die Graue los springen, als eine Freude strahlende Wölfin zu ihr trat und.. sich bei ihr bedankte. Atalyas Kopf neigte sich etwas zur Seite. WOfür bedankte sie sich? Und woher kannte sie ihren Namen? Ihre Ohren zuckten leicht hin und her, während ihr verwirrter Blick auf der Fähe ruhte. Sie wollte jetzt nicht unhöflich sein.. aber ihre Feder!

"Ähm.. bitte. Wofür auch immer. Aber ich muss weg! Ganz dringend!"

Nervös trat sie von einer auf die andere Pfote, ließ den Blick nicht von der Fähe ab und lächelte dann kurz. SIe musste wirklich weg. Sonst.. wurde ihr Geschenk noch vom Nichts verschluckt. Sie nickte der Fremden also nur kurz zu, drehte sich um und sprang dann los, zurück auf das Rudel zu. Sie musste sie finden, und wenn sie den ganzen Weg zurück lief. Mit schnellen Schritten bewegte sich die Graue durch das Rudel, den Blick stets auf den Boden gerichtet.
Irgendwo hier musste sie sein.


[Mitten im Rudel - Allein]

Tyraleen
16.01.2010, 11:12

Die Gruppe um Takashi – Amúr, Krolock und Caylee – wollte sich gerade zu einem ausgelassenen Spiel verleiten lassen, als unerwartet Averic auftauchte und den Spaß verdarb. Er erntete dafür von den Welpen Gebrummel und von Krolock eine unerwartet heftige Reaktion. Er drehte sich einfach um und rannte in das Rudel hinein. Verdutzt starrten die vier verbliebenen Wölfe ihm nach, dann tappte Amúr vor und verkündete, dass sie auf ihn aufpassen würde und dass sie sich keine Sorgen machen sollten. Schon war die kleine hinterhergewuselt und ließ zwei nicht überzeugte Erwachsene zurück. Doch die Situation war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Akru mit Cirádan an ihrer Seite und verkündete, dass er auf die beiden Welpen aufpassen würde. Zuvor hatte er die Gruppe um Isis verlassen, als er Krolock und Amúr hatte herumrennen sehen. Beruhigter überließen Takashi und Averic diese Aufgabe dem Zeitwächter, der gleich darauf verschwand.
Auch ein wenig weiter hinten im Rudel gab es ein plötzliches Verschwinden. Aryan, der eben erst zu seinem Freund Shaén gekommen war und seinen Rat gesucht hatte, wurde langsamer. Ein schwarzer Schleier zog über seine Augen und ebenso plötzlich wie er neben den Wanderer getreten war, drehte er sich jetzt um und verschwand zwischen den anderen Wölfen.

Caylee
16.01.2010, 12:01

Eben noch war Caylee vergnügt und jede Angst verdrängend an Takashis Rute gehangen, im nächsten Augenblick bellte eine strenge Stimme durch die kalte Luft und ließ die Kleine erschrocken loslassen. Schon landete sie auf ihrem Hinterteil und entdeckte enttäuscht ihren Vater mit ihrem Bruder im Schlepptau auf sie zu steuern. Ihr Blick wanderte enttäuscht die schwarzen Läufe Takashis hoch, der eben noch auffordernd gewufft hatte und damit sich nicht nur als Opfer, sondern auch als Spielgefährte qualifiziert hatte! Und jetzt kam Papa und verdarb den Spaß. Caylee beschloss, beleidigt zu sein, versuchte durch Blicke Amúr und Krolock auf ihre Seite zu ziehen und versteckte sich erstmal zwischen Takashis Läufen. Sie sah den tadelnden Blick ihres Papas zu ihrem Spielgefährten sofort und wollte schon anfangen zu meckern, als Averic das Nichts mit ziemlicher Eindeutigkeit erwähnte. Gerade hatte sie geschafft, es zu vergessen! Und zu allem Überfluss ging dann plötzlich alles ganz schnell, Krolock rannte weg, Amúr hinterher, Akru stand plötzlich da, war dann auch wieder weg und dann blieben nur noch sie, Takashi, Averic und Chardím übrig. Etwas verloren kroch die Weiße wieder unter Takashi hervor.

“Jetzt hast du sie verscheucht, Papa …“

Ihr Blick wanderte zu Taka und versuchte zu lächeln.

“Aber wenn das Nichts weg ist, dann besiege ich dich!“

Aber so richtig fröhlich wollte es nicht klingen. Unsicher setzte sie ein paar Schritte nach vorne und drehte sich dann zu den Erwachsenen und ihrem Bruder um.

“Dann müssen wir jetzt auch schnell weiterlaufen, damit wir bald zu Mama und Turi kommen. Und natürlich weg vom Nichts. Wann wird das denn sein? Und wohin gehen wir überhaupt?“

Sie hatte sich umgedreht und tappte jetzt rückwärts, was ihren Gang ein wenig wackelig machte. Es wäre wirklich schön, bald nicht mehr immer das blöde Nichts vor Augen zu haben. Es tat immer weh, wenn man hineinsah und außerdem war es ja auch gefährlich. Caylee wusste gar nicht genau, warum, ihr wurde immer nur gesagt, dass sie ja nicht näher hin durfte. Sicher wäre es interessant, es mal genauer zu Untersuchen, aber wenn die Kleine ehrlich war, hatte sie zu viel Angst davor. Außerdem mussten sie ja fliehen, sie hatten gar keine Zeit dafür.


[ beim Rudel | Takashi, Averic und Chardím ]

Takashi
16.01.2010, 16:47

Der schwarze Riese blickte sich um und fixierte Averic. Seine Augen schienen durch einen roten Schein leicht zu flackern. Urplötzlich schien er eine Wandlung seiner Laune durchzumachen. Zuvor war er selbst schon ein wenig angespannt gewesen und nun das! Averic war hergekommen und hinderte den schwarzen Rüden und die Welpen an einem ablenkenden Spiel. Der Schwarze war davon überzeugt, dass sein Umgang mit den Welpen zumindest in dieser Situation sinnvoller wäre.

„Achja?“

Fragte der Schwarze Rüde mit ein wenig herausforderndem Klang in der Stimme. Takashis Gesichtsausdruck verfinsterte sich für einen Augenblick. Er war es gewesen, der nicht gewollt hatte, dass die Welpen aufgebracht waren und panisch vor dem Nichts flüchteten. Bis gerade eben waren alle noch so fröhlich gewesen und nun schien die Situation zu kippen. Takashi gefiel das ganze gar nicht. Denn auch er hatte für sie die Verantwortung getragen, damit ihnen nichts geschah und, dass sie zusammen blieben. Und als ob er den Welpen etwas Schlechtes antun wollte! Was für eine Frechheit!

.oO(Was soll das denn jetzt? Will er ihnen nun Angst machen oder wie soll ich das verstehen? Eine tolle Strategie um hier heil und beruhigt rauszukommen, echt! Zumal weil die Kleinen noch so beeinflussbar und ängstlich sind. Wie sollen sie auch mit der Situation umgehen, wenn sie selbst für uns großen Wölfe fremd ist? Wegen dir da bricht noch die Massenpanik aus…sei einfach still!)

Seine Gesichtszüge entspannten sich wieder und er schüttelte nur noch den Kopf. Manche Wölfe schienen wohl keinerlei Taten der anderen zu schätzen. Ein anderer wäre mit den Welpen wahrscheinlich ganz anders umgegangen. Wütend, aber zugleich enttäuscht, wandte sich Takashis Blick ab. Krolock und Amúr waren nun irgendwo hin weggerannt. Na toll! Der Schwarze schien auch schon den Schuldigen dafür zu kennen, sagte aber jedoch nichts. Dass sich nun Akru um die Welpen kümmerte und sie wieder einsammelte, sollte Takashi wohl recht sein. Er war gerade sowieso nicht allzu gut gelaunt gewesen und würde wohl einige Missverständnisse bei den Welpen aufkommen lassen. Doch dann war da noch Caylee, die so eben versuchte, sich zwischen Takashis Läufen zu verstecken.
Der Schwarze war hier sicherlich nicht mehr sonderlich erwünscht. Averic war bestimmt überhaupt nicht von Takashis Reaktion beeindruckt und würde sogar vielleicht wütend werden. Der Rüde grummelte in sich hinein und ging in die Richtung weiter, wo auch alle anderen hin liefen. Nun wirkte er ganz angespannt und nicht mehr so fröhlich wie vorher. Averic brauchte nichts mehr zu sagen oder ihm gar nachkommen. Takashi würde ihn eiskalt ignorieren. Er lief immer weiter und weiter, während er hin und wieder den einen oder anderen überholte. Er war nun wütend. An einem Gespräch würde er wohl kein Interesse haben.

[Auf der Flucht | läuft an den anderen vorbei]

Averic
16.01.2010, 18:29

Averic starrte Takashi ziemlich unbeeindruckt entgegen, als der plötzlich sauer zu werden schien. Ach Gottchen. Da verkraftete wohl jemand nicht mal den unterschwelligen Hinweis, sich jetzt nicht mit Kinderspielen zu beschäftigen, wenn das Nichts einen jederzeit verschlucken konnte. Statt dessen wurde man lieber selbst zum bockigen Kleinkind. Sehr zuverlässig, sehr verantwortungsvoll, ja wirklich. Averic sah bestätigt, dass es nur gut war, hier auf zu kreuzen und sich selbst um seine Kinder zu kümmern. Doch ein anderer Welpe, schien ähnlich wie Takashi, lieber erst mal beleidigt zu sein. Krolock. Und das artete dann so weit aus, dass der schwarze Rüde davon rannte. Der Pechschwarze wollte grade nachsetzen, und den Kleinen zurück holen, als ihm seine kleine Tochter Amúr zuvor kam und erklärte, sie würde schon auf ihm aufpassen. Und dann fehlte nicht nur ein Welpe, sondern zwei. Averic, der Amúrs Pflichtbewusstsein zwar schätzte, das so jetzt aber nicht gutheißen wollte, wäre den beiden trotzdem nachgelaufen, wenn nicht ganz zufällig in diesem Moment auch noch Akru aufgetaucht wäre. Mit noch einem Welpen an seiner Seite. Der Graue wurde von ihm mit eindringlichsten Blicken durchbohrt, dann jedoch nickte er. Der Schwarze hatte nicht groß eine andere Wahl, als Akru widerwillig zu vertrauen. Denn genau das tat er eigentlich nicht. Mochte Tyraleen sagen, was sie wollte. Er konnte ihn nicht einschätzen und wusste nicht, wozu er im Stande sein konnte. Was, wenn er seinen Kindern aus Rache eben nichts Gutes wollte? Averic wischte den Gedanken fort. Er war mit der Gesamtsituation äußerst unzufrieden.
Immerhin bewies dann noch Caylee, dass sie auch kein kleines, bockiges Kind mehr war, indem sie souverän die Spielzeit auf später verschob und ganz schnell weiter kommen wollte. Takashi hingegen blieb was er war und lief genau so wie Welpe Krolock einfach mal davon. Sollte ihm egal sein.
Der Pechschwarze lief die paar Schritte hinter seiner Tochter her und fuhr ihr einmal mit der Zunge über den Kopf.

Du bist sogar jetzt schon vernünftiger, als dein großer, schmollender Spielgefährte. Wir gehen jetzt so weit, bis uns das Nichts nicht mehr erreichen kann. Dann sind wir alle in Sicherheit und du kannst spielen, so viel und so lange du willst.“

Und er hatte keine Ahnung, wann und wo das sein würde. Vielleicht würden sie Ewigkeiten gehen, vielleicht ständen sie aber auch irgendwann nur wieder vor dem Nichts und mussten dann einsehen, dass sie eingekesselt waren. Aber er wollte nicht glauben, dass das das Schicksal sein sollte, das Engaya ihnen auferlegt hatte. Es würde einen Ausweg geben, es musste.


[Auf der Flucht | Caylee, Chardím]


(Edit: Ehm, meine Farbe passt als BBCode nicht. Sie wird dunkelblau. o.o)

Chanuka
16.01.2010, 20:40

Chanuka lächelte sanft, wenn auch freudlos, als Liel so einfach seine Gedanken aussprach. Es fühlte sich komisch an, fast beängstigend, wie gut er mit ihr reden konnte. Es war, als könne seine Freundin, wenn sie wollte, alles wissen, ohne ihn zu fragen. Da konnte er sich schon ein wenig ausgeliefert fühlen, aber bei Liel schien es ihm nicht so viel auszumachen. Er war sicher, sie würde nie über ihn lachen, oder ihn für dumm halten. Das Vertrauen kam einfach so aus seinem Herzen und gar nichts konnte daran etwas ändern.
Ein bisschen irritiert blickt er zu ihr hinüber. Wieso mussten Rüden stark sein? Und warum stärker als Wölfinnen? Er musste eine ganze Weile darüber nachdenken, um eine Antwort zu finden.

“Ich glaub nicht, dass Rüden bei so etwas stärker sind. Wir sind nur meistens körperlich stärker, weil wir größer und schwerer sind und einfach mehr Kraft aufbringen können. Die Schwäche die du meinst, die ist bestimmt von Wolf zu Wolf unterschiedlich. Ich glaube nicht dass das was mit dem Geschlecht zu tun hat.“

Er fühlte sich ein bisschen dumm, weil er nicht so recht ausdrücken konnte, was er sagen wollte.

“Und du darfst dir sorgen um deine Brüder machen. Immer. Aber man kann anderen nicht immer helfen, obwohl man es unbedingt will. Du kannst Krolock und Ciradán nicht stark machen, dass muss aus ihrem Inneren kommen. Aber du kannst sie immer wieder wissen lassen, dass du für sie da sein wirst. Es dauert vielleicht einfach noch ein bisschen, bis sie sich besser fühlen.“

Aufmerksam lauschte er ihrer weiteren Erzählung über die Brüder und über das, was der weiße Welpe gesagt hatte. Schmerz zog durch Chanukas Herz, er wusste nur nicht, ob dies sein eigener war. Mit den nächsten Schritten näherte er sich Liel noch ein bisschen mehr, obwohl sie sowieso schon nebeneinander gingen. Er drückte seinen Kopf ganz leicht gegen ihren.

“Ich glaube, wenn Ciradán jetzt nicht akzeptieren möchte, dass seine Eltern tot sind, sollte er noch ein bisschen träumen dürfen. Also ich glaube, wenn ich meine Mama noch sehen könnte, dann wollte ich auch nicht hören, dass ich sie mir nur einbilde. Ich würde mich freuen, dass alles nur ein böser Traum war. Also vielleicht kommt die Einsicht ja dann von allein, irgendwann, wenn man sich an den Schmerz gewöhnt hat. Das Gegenteil zu behaupten würde ja auch nichts ändern.“

Danach sagte er eine ganze Weile nichts mehr. Nachdenklich versuchte er sich vorzustellen, wie dass wohl war, wenn man einfach Wölfe sah, die nicht mehr lebten und an sie glauben konnte und mit diesen Gedanken wanderten seine Augen zum Himmel, ohne dass er wusste, wieso er seine Mama dort suchte. Er vermisste sie schrecklich, aber dass machte ihn nicht wütend, nur traurig. Und obwohl es so schmerzte konnte er sich nicht vorstellen, die Wahrheit zu verleugnen. Dass wäre ihm wie Verrat vorgekommen. Sie hatte ihnen allen Mut gemacht und war sehr friedlich gestorben. Egal was das Leben nach dem Tod, dieses Unleben, mit sich brachte, seine Mama würde es gut haben.

“Findest du eigentlich, dass ich… anders bin als die Anderen?“



[Bei Liel]

Krolock
17.01.2010, 12:01

In ihm brodelte es, während er auf schnellen Pfoten ins Rudel hineinrannte und schließlich einen Haken schlug, als er einfach nicht mehr wusste, wo er hin sollte. Das Nichts umschloss sie immerhin beinahe schon und Krolock war nicht lebensmüde genug, um sich gänzlich von der Gruppe zu trennen. Ein Schnauben verriet seinen Unmut, während noch mehr Zorn in ihm aufkochte. Dieser respektlose Idiot von Averic! Der glaubte wohl, etwas Besseres zu sein, nur weil er der Sohn der ehemaligen Leitwölfin war!
Krolock war mitten in den Fliehenden stehen geblieben und reihte sich schließlich wieder in den Zug ein. Seine Schritte wurden zielgerichteter, seine Wut konzentrierte sich auf genau einen Rüden. Amúr war ihm nirgendwo mehr begegnet, aber er wusste ja auch nicht, dass sie ihm nachgelaufen war.
Sein Körper bebte vor Zorn, als er wieder zu Averic und den Anderen aufgeschlossen hatte. Mit herzhaftem Biss schnappte er nach der Rute des Älteren. Es war wohl logisch, dass er ihm keine schweren Verletzungen zufügen konnte, dennoch erschien ihm dieses sinnlose Tun ein Ventil. Sollte der arrogante Mistkerl doch ein bisschen Schmerz spüren!
Doch noch ehe Averic nach ihm schnappen oder ihn zu Recht weißen konnte, rannte Krolock davon, um sich wieder zu Takashi zu gesellen. Aufgeplustert wie nur Jungtiere in seinem Alter auftreten konnten, - mit gesträubtem Fell und dadurch wie eine Fellkugel aussehend – lief er letztlich wieder neben dem Rüden her.

“Irgendwann zeig ich’s diesem eingebildeten Trottel!“

Murrte er, ehe er wieder zu dem älteren Rüden hinüber blickte.

“Dass du dir so was gefallen lässt!“

Seine Stimme war anklagend, enttäuscht und enthielt eine Spur Hohn.



[Zunächst ins Rudel gerannt, danach Averic in die Rute gebissen und nun bei Takashi]

Amáya
17.01.2010, 16:44

Geschmeidig lief die Schwarze den Weg weiter, den ihnen das Nichts noch ließ. Ihre Welt versank im Chaos, wurde von einer Macht bedroht und zerstört, die niemand kannte und die niemand bezwingen konnte. Sie würden verschwinde, mit Haut und Haaren. Wohin es dann ging? Würden sie sterben, ersticken oder einfach nur formlos durch eine andere, eine fremde Welt wandeln. Es war unerheblich, den Todesengel bereitete es keine Angst. Angst war etwas, was den Körper und Geist schwächte und Schwäche endete in jedem Fall früher oder später tödlich. Nicht jedoch für den Todesengel, der sein Gesicht abwandte und auch die größte Gefahr ignorierte. Ein Leben in Treue und Loyalität – was führte sie für eines? Sie war ihre eigene Herrscherin, sie besaß einen eigenen Kopf und handelte stets nach ihrem Willen.
Die regenblauen Augen hatte Amáya in die Ferne gerichtet, sah schon die vielen Leiber nicht mehr, die sich hektisch voran schoben, um ihrem Schicksal zu entgehen. Noch war es ruhig. Noch.
Was würde wohl geschehen, wenn nun eine Massenhysterie ausbrechen und eine Panik entstehen würde. Würden sie alle kopflos voran stürmen und in ihr Verderben preschen, wie die Huftiere, wenn sie ihnen nach jagten? Wie seltsam, so wurden Jäger selbst zu Gejagten. Der Macht der Natur konnte sich niemand entziehen, ihrer Gewalt konnte sich niemand befreien und wenn ihre Zeit gekommen war – dann war es nun soweit. Ihre Welt versank, ging mit ihren glorreichen Sternen unter.
Ungeachtet der anderen würde Amáya sich nicht nieder werfen. Sollten sie doch laufen, rennen und fliehen. Sie würde stehen bleiben und warten. Warten auf den Augenblick, an dem man sie für ihre Sünden strafen würde. Doch selbst dann noch würde der Todesengel gleichgültig lächeln und dem Richter mit kalter Schulter begegnen.
Ihre Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf den Honigwolf, der mit zuckersüßer Zunge sprechen konnte und dennoch kein einziges Mal gelogen hatte. Stets hatte Amáya seinen Blick im Nacken gespürt, selbst wenn sie es nicht wahr haben wollte. Hatte er nicht gesagt, dass er sie nicht alleine lassen würde? Irgendetwas in dieser Art schwirrte ihr im Gedächtnis herum, wobei sie noch immer nicht verstand. Sie wollte und konnte nicht mehr sehen, Herz und Augen verschlossen.
Seine Worte löste keine äußere Reaktion bei der Fähe aus, unberührt blieb ihr Gesicht, nicht das kleinste Zucken des Verstehens.

Es wäre mir gleich, sollten dies meine letzten Augenblicke auf dieser Welt werden.

Mehr sagte sie dazu nicht, der Rest war in ihren Augen töricht. Wozu sollte sie etwas bereuen, was sie nun nicht ändern konnte. Sie hatte ihren Paten ermordet und ihre Mutter nicht um Vergebung angefleht. Ihre Seele würde dunkel bleiben, die Schwarze nicht verzeihen.


[auf der Flucht bei Yerik]

Takashi
17.01.2010, 17:39

Als Takashi irgendetwas hinter sich gehört hatte, hatte er sich doch noch einmal umgedreht. Hatte dieser Averic denn vor, ihm zu folgen? Nein. Krolock war wieder aufgetaucht und steuerte direkt auf Averic zu. Was hatte er denn nun wieder vor? Freundlich sah er nicht aus, ganz und gar nicht. Sein Onkel konnte förmlich spüren, wie wütend der Kleine doch war. Und was sich dann vor den tiefblauen Augen abspielte, konnte der Schwarze kaum fassen. Wie schon leise vermutet hatte es Krolock auf Averic abgesehen und biss diesen sogar in die Rute! Aufgebracht machte Takashi einen Satz in die Richtung der Beiden, blieb dann aber doch stehen.

“Aber…Krolock…!“

Sagte Takashi leise und wusste gar nicht, ob er nun blankes Entsetzen oder Schadenfreude zeigen sollte. Ausdruckslaus blickte sein Gesicht in die Richtung, wo Averic von Krolock so eben in die Rute gebissen wurde. Die verspannten Gesichtszüge des großen Schwarzen entspannten sich allmählich und ein sanftes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Es waren Glück und Schadenfreude zugleich. So war Krolock eben. Vor allem war sein Onkel froh, dass er nun doch nun zurück gekehrt war.

.oO(Ich hatte mir doch schon Sorgen gemacht, als er vorhin einfach so losgelaufen war! Ich hatte ihn nämlich auf einmal aus den Augen verloren, wollte meine Unruhe aber dennoch unterdrücken. Das hätte wohl negative Auswirkungen genommen, sodass ich Averic gegenüber wohl kaum so ruhig gegenüber geblieben wäre! Jetzt kann ich wieder etwas beruhigter sein. Dennoch sollte ich schleunigst zusehen, dass Krolock und ich voran kommen. Das Nichts kommt uns schon bedrohlich nah!)

Und so war es: Das Nichts schien nur noch eine schmale enger werdende Gasse für die Wölfe zu sein. Jeden Moment schien es ein wenig näher zu kommen und wirkte immer mehr bedrohlicher. Zum Glück war Krolock vorhin nicht in das Nichts hineingelaufen! Das hätte noch verheerende Folgen haben können. Takashi sah Krolock für einen Augenblick an. War er denn nun der Einzige, der ihm aus seiner Familie noch geblieben ist?

“Krolock…wir müssen von hier weg!“

Sprach der Schwarze entschieden, strahlte aber dennoch Gelassenheit aus. So wandte sich der Große dem Kleinen zu und stupste diesen an, um ihn zu motivieren, sich vorwärts zu bewegen. Er selbst lief langsam los, den anderen flüchtenden hinterher.

[Auf der Flucht | direkt neben Krolock]

Aszrem
17.01.2010, 21:23

Sein bernsteinfarbenen Augen wanderten zu Kylia und blieben auf ihr hängen. Er mochte die Patin seiner Tochter, sie gab sich mit Nerúi viel Mühe, war freundlich und aufgeweckt. Umso mehr bereitete ihm ihr derzeitiger Zustand zunehmend Sorge. Er konnte nicht sagen, was der Fähe fehlte, und vermutete daher, dass ihr ganz einfach die Angst vor einem baldigen Tod heftig zuschaffen machte. Das wäre die einfachste und logischste Erklärung in dieser Situation, und Aszrem konnte ihre Angst nur zu gut nachempfinden. Auch er fürchtete sich sehr - es war ihm nur weniger anzumerken als Kylia.
Hinter ihnen erklang die Stimme Nerúis, die aufgeregt nach ihm rief und sich scheinbar gar nicht mehr beruhigen wollte. Aszrem hielt inne und wandte den Kopf um, während er mit einem Ohr der Antwort lauschte, die Nyota Kylia gab. Sein Blick fing den seiner Gefährtin auf, als sie ihn zu ihrer beider Tochter schickte, und mit einem leichten Lächeln nickte er. Schon hatte er sich halb umgewandt, als er sich doch noch einmal zu Kylia hin wandte und und sie leicht mit der Nase an der Schulter anstieß. Eine Geste, zu der er sich bisher nur bei Nyota hatte hinreißen lassen, wenn er ihr Nähe und Ruhe signalisieren wollte. Für's Erste würde diese kleine Geste reichen müssen, um der jüngeren Fähe Trost zu spenden. Später konnte er sie dann vielleicht direkter auf ihre Ängste ansprechen.
Nun aber führten ihn seine Schritte zurück zu der kleinen Gruppe um Tyraleen und Malakím. Die beiden Welpen hatten irgendetwas im Gras gefunden, und auch Tyraleen war bereits hinzugetreten, um den Fund der beiden zu begutachten. Es war, wie der Schwarzbraune kurz darauf feststellte, eine Blume. Eine blaue Blume, deren Schönheit durchaus so bemerkenswert war, dass die Faszination der Welpen nicht weiter verwunderlich war. Aszrem war schon weit herumgekommen und hatte vielen Pflanzen seine Aufmerksamkeit gewidment, und daher war er sich sicher, eine derartige Blume zum ersten Mal zu sehen. Sie war in der Tat ausnehmend schön.

"Eine solche Blume habe ich noch nie gesehen, sie ist wirklich ausnehmend schön. Wer weiß, vielleicht ist sie ja ein zeichen Engayas?"


[Spähtrupp, bei der Blume | Nerúi, Turién, Tyraleen und Malakím]

Malakím
17.01.2010, 22:08

Des Schwärzlings Lächeln war nicht von seinen Lefzen gewichen, während er der weißen Lebenstochter neben sich lauschte. Nichts schien dieses Lächeln vertreiben zu können. Nicht der Schmerz in Tyraleens Stimme, nicht der Klang der Verzweiflung darin. Nicht die Worte, mit denen sie seine Ansichten von sich wies, und nicht die Tränen, die ihr ind die Augen stiegen. Malakím lauschte nur und sah die Weiße unverwandt an, kaum auf den Weg vor seinen Pfoten achtend. Der erwachsene Teil seines Geistes ahnte, dass er selbst wohl auch so fühlen würde, hätte sein eigenes Leben einen anderen Verlauf genommen. Doch der andere Teil, der stets Welpe geblieben war, weil er es so gewollt hatte, zuckte nur die metaphorischen Schultern. Und lächelte. Der Schwärzling wusste, dass er genauso viel zu verlieren hatte wie alle anderen Rudelmitglieder auch - und gleichzeitig doch weniger. Denn eigentlich hatte sein Leben dereinst schon geendet, bevor es wirklich begonnen hatte. So sah er es zumindest, und so hatte er sich seine vielleicht einzigartigen Ansichten gebildet.
Auf seinem Rücken kündeten Druckveränderungen von den bewegungen der beiden Welpen. Während der Silberprinz gerade noch seinen Rücken so richtig erklomm, purzelte die Prinzessin bereits mit einem lauten Quietschen von ihm herunter, ehe er noch ihren Ruf Folge leisten und anhalten konnte. Gerade noch konnte er sich etwas vorbeugen, um den Abstieg des kleinen Rüden etwas leichter zu gestalten, das purzelte auch dieser hinunter und folgte der Welpin zu einer bestimmten Stelle im Gras. Malakím achtete vorerst nicht weiter auf die beiden, seine Aufmerksamkeit galt nach wie vor ganz Tyraleen. Ihre Sorge um ihn rührte den Schwärzling, und sein Lächeln wuchs.

"Dann schlage ich vor, dass du den Weg nicht mit der Suche verwechselst. Denn der Weg ist da, er ist in dir. Du musst nur aufhören ihn zu suchen, und ihn stattdessen GEHEN."

Eine bedeutungsvolle Pause schloss sich an, die nur einen Herzschlag währte.

"Er ist in dir, weil auch dir Göttin in dir ist. Es muss so sein, denn in deiner Brust -", mit einer fließenden Bewegung legte er seinen Kopf an die linke Häfte ihrer Brust, "- kann ich den Herzschlag der Göttin hören."

Malakím zog sein Haupt wieder fort und sah Tyraleen an. In seinen Augen funkelte sein Glaube, und seine Lefzen umspielte ein sanftes Lächeln. Erst als er blinzelte, schien der Schalk in seinen Blick zurück zu kehren. Sie hatten die Welpen erreicht, und Malakím wandte sich nun den Welpen und der Blume zu. Das Rufen der Prinzessin hatte derweil Aszrem zu ihnen geführt. Dem Schwärzling klappte vor Staunen der fang auf, und er beugte sich so tief zu der Blume herab, dass nur seine aufrechten Hinterläufe ihn am Liegen hinderten.

"Ein Wunder!",

rief er aus, und hob den Blick dann zu dem schwarzbraunen Rüden.

"Ein Zeichen? Ein Zeichen! Bestimmt wachsen hier noch mehr dieser Blumen, und wir sollen ihnen folgen! Kommt, ihr zwei Helden, bestimmt finden wir den Weg!"

Und mit diesen Worten sprang er auf und begann, dass umliegende gelände nach weiteren blauen Blumen abzusuchen...


[Spähgruppe, blaue Blume | Welpen, Tyraleen, Aszrem]

Yerik
18.01.2010, 10:06

Wie lange war es nun her seit er hier her gekommen war? Wie lang war es her, dass er die Schwarze getroffen hatte und sie vor einer schlimmen Tat bewahrt hatte? Die Diskussion und der Kampf lagen dem Sonnenwolf noch nahe im Gedächtnis. Nie hatte er die Bilder vergessen, hatte sie immer in Gedanken gehalten und sich seither selbst versprochen gehabt, die Schwarze vor weiteren, ähnlichen Taten abzuhalten.
Es hatte gewirkt, mehr oder weniger. Sie hatte keinen Wolf mehr angegriffen, selbst als niederes Mitglied dieses Rudels. Sie war sich seöbst treu geblieben, hatte aber nie wieder über die Stränge geschlagen. Und er hatte fast umsonst den Beschützer gespielt. Doch das war falsch ausgedrückt. Es war nicht umsonst gewesen. Kein Atemzug in dieser Zeit war jemals umsonst gewesen. Denn zumindest er hatte etwas viel wichtigeres begriffen. Amáya würde dies vielleicht nie verstehen, doch er selbst wusste es nur zu genau. Und genau aus diesem Grund würde er auch so schnell nicht gehen können. Wenn er hier starb, dann tat er es wenigstens guten Gewissens.

Die Worte der Schwarzen waren tonlos an seinen Ohren und doch war es als wollte er diese kleine Herausforderung hören, die ihre Worte an sein Innerstes richteten. Es war nicht gut das es ihr egal war. Und er würde es irgendwie ändern, egal wie, es würde ihr nicht egal sein, sie würde irgendwann irgendwie lernen ihr Leben zu schätzen. Und dies war der Punkt woran er glaubte. Ihr Leben war noch nicht zu Ende, das Leben der meisten Wölfe hier konnte einfach nicht zu Ende sein. Und er glaubte daran. Sie alle hier waren viel zu jung um zu sterben, sie würden es nicht tun. Nie.

"Weißt du, wenn wir nicht in einer äußerst gedrungenen Situation wären, würde ich jetzt versuchen deine Meinung zu ändern."

Der goldene Rüde blickte der Fähe in die Augen, leicht lehnte er den Kopf schief, ehe er ihn langsam vor neigte und die Schwarze sanft anstupste. Eine freundliche, aufmunternde Geste, ganz egal ob sie es gar nicht wollte. Es war alles okay. Und er würde es ihr zeigen. Nichts war verloren. Ihre Leben nicht und auch das Ihre nicht. Sie hatte noch nicht alles verloren, sie hatte sich selbst noch nicht verloren - er würde es ihr noch zeigen.


[Auf der Flucht | Amáya ]

Krolock
18.01.2010, 12:24

Ein letztes Mal ließ Krolock den Blick über die Wölfe schweifen. Wo waren seine Geschwister? Er wollte nicht die Schuld tragen, wenn sie zurückblieben, nur weil er sich nicht nach ihnen umgesehen hatte. Das Rudel war so unübersichtlich! Kurz blickte er auch zu Caylee hinüber, ehe er sich wieder an Takashi wandte und lachte.

„Hast du nun Angst vor dem Nichts, oder dass Averic uns nachkommt?!?“

Um den Schwarzen zu beruhigen zog er das Tempo ein bisschen an, damit sie auch wirklich noch rechtzeitig hier weg kamen. Aufmerksam und mit kühler Neugierde blickte er nach vorne. Das Nichts machte ihm eigentlich keine Angst. Was auch immer dahinter lag, würde ihn dann wahrscheinlich nicht mehr interessieren. Es wäre nur ärgerlich gewesen, jemanden zu verlieren, der ihm wichtig war. Glücklicherweise gab es da sowieso nicht viele Wölfe.

„Was ist eigentlich, wenn das Nichts uns den Weg versperrt und uns umzingelt. Irgendwann wird es wohl keinen Ausweg mehr geben, ganz egal wie weit wir laufen. Es breitet sich immer weiter aus. Irgendwann hat unsere Flucht sicher ein Ende. Oder glaubst du dass es sich um eine lokale Anomalie handelt?“

Er blickte zu seinem Onkelchen hinüber, betrachtete den älteren Rüden mit durchdringendem Blick.

„Wenn es keinen Ausweg mehr gibt, geh ich freiwillig rein, ehe es mich holt. Keine Lust in der panischen Meute zu warten, bis das Ende kommt. Was wirst du tun?“

Seine Augen konzentrierten sich wieder auf den Weg, der vor ihm lag. Er erwartete eigentlich schon, dass ihre Wanderung jeden Augenblick zu Ende sein würde.



[Bei Takashi]

Amáya
19.01.2010, 09:00

Es ging weiter und weiter. Die Pfoten der Wölfe würden nicht ruhen, nicht so lange sie hier in dieser Gefahr schwebten. Alldem begegnete Amáya mit Gleichgültigkeit. Was brachte es, wenn man sich auf den Boden schmiss und um sein Leben winselte, wenn man einen Feind als Gegner hatte, den keine Krallen und Fänge bezwingen konnten. Sie würde nicht auf dem Boden kriechen, niemals, sondern aufrecht stehend warten. Einfach warten, bis auch das Nichts sie verschluckte. Sollte es eben so sein, würde sie nicht mehr zurück kehren in das Rudel, welches ihr die Augen geöffnet und eine neue Welt offenbart hatte. Ihre eigene Wahrheit war das Recht des Stärkeren, ihre Welt entstand nicht in einer Fantasie, sondern wurde mit Fleiß, Blut und Tränen aufgebaut. Mühselig und Stück für Stück.
Wer das nicht verstehen konnte, der würde niemals das haben, was er sich wünschte. Nichts wurde einem geschenkt und im Falle dieses Rudels, ironischerweise, sogar wortwörtlich.
Die Worte Yeriks perlten wie Regen an der Schwarzen ab, tropften ungerührt zu Boden, hinterließen allerdings – ebenso wie die Wassertropfen - ihre Spuren in dem seidigen Fell. Leicht biss die Dunkle den Fang aufeinander, ihre Mine wurde hart wie Marmor und ihre Augen kalt wie Eis.

Versuch’s nur.

, nahm sie kurz und knapp die Herausforderung an und warf dem Sonnenschein in spé einen vernichtenden Blick zu, der eher weniger ernst, als provozierend sein sollte.
Das es sich der Rüde heraus nahm über sie zu bestimmen und die Dreistigkeit besaß sie zu berühren, wie es ihm passte, schmeckte dem Todesengel so rein gar nicht.
Scharf legten sich die Ohren an, das Nackenfell ein Stück weit gesträubt.

Lass das.

Ein leises, verhaltenes Grollen schwang unterschwellig in ihrer Stimme mit und mit einem harten Schlag ihrer Pranke hielt der kleine, wimmernde Kern in ihrer verlorenen Seele wieder inne.


[bei Yerik]

Kylia
19.01.2010, 13:29

((Alles abgesprochen - bitte um kein Eingreifen ;) ))

Kylia fühlte sich immer benebelter. Die Übelkeit wurde immer stärker, mittlerweile so stark, dass sie sich gar nicht mehr übergeben wollte, lieber gleich sterben. Verbissen versuchte sie der Unterhaltung mit Nyota und ihrem Gefährten zu folgen, doch es wollte ihr kaum gelingen. Da, ihre schwarze Freundin antwortete ihr, aber was sagte sie? Götter … kennen ihre Namen … uns retten … ist eine Kunst. Irgendwie so? Nein, sie hatte die Hälfte auf dem Weg zum Verstehen verloren. Noch einmal … Götter unterscheiden, ihre Namen zu kennen. Huch, da rief jemand! Kylia wandte ganz leicht den Kopf und merkte dann, dass der Ruf nicht ihr gegolten hatte, sondern offensichtlich Aszrem, der sich nun auch umwandte, aber nicht ohne sie leicht anzustupsen. Auch für diese Geste brauchte Kylia ein paar Sekunden, um sie zu verstehen, warf dann dem Schwarzen ein schwaches Lächeln hinterher, welches er wohl nicht sehen würde. Nyota hatte eine sehr gute Wahl getroffen, sicher war Aszrem ein toller Gefährte. Weit aus toller, als Amiyo, der noch immer nicht aufgetaucht war. Aber eigentlich gab es momentan alles möglich, an das Kylia denken sollte, dazu gehörte ihr seltsamer Gefährte-oder-auch-nicht eindeutig nicht. Bevor sie die erste Antwort Nyotas – noch vor dem Ruf – verstehen konnte, redete diese schon wieder weiter und konfrontierte die Braune mit nur noch schwererer Kost. Die Übelkeit schien noch mehr zuzunehmen – wie war das überhaupt möglich? – und Kylia verstand nur noch dumpfe Fetzen von Worten. Sie taumelte zur Seite, hielt sich zitternd auf den Pfoten und übergab sich dann. Mehr als das … sie spie sich selbst aus, stürzte und lag wie leblos im Gras.
Die Augen der Fähe öffneten sich. Als aller erstes sah sie ein einige Wolfslängen entferntes Grüppchen von drei Erwachsenen und zwei Welpen. Sie standen um irgendetwas herum, was die Fähe aus ihrer liegenden Position heraus nicht sehen konnte. Sie spürte den Impuls aufzuspringen und sich mit gebleckten Zähnen auf die Welpen zu stürzen, aber die Vernunft hielt sie zurück. Gegen drei Erwachsenen hatte sie keine Chance. Ihr Blick wanderte weiter. Da, eine Fähe, praktisch direkt neben ihr! Schnell und präzise erfasste sie die äußeren Merkmale, die ihren eigenen erstaunlich nahe kamen. Recht klein und schlank, dennoch nicht schwächlich. Aber die braune Fähe hatte einen entschiedenen Vorteil gegenüber der Schwarzen … sie war jung. Der Fang der Wölfin war ergraut, ihr ganzer Körper zeigte deutliche Spuren des Alters … sie musste mindestens sechs Jahre alt sein. Langsam erhob sich die Fähe, die Augen unverwandt auf die Ältere gerichtet, die Zähne leicht gebleckt.

“Wer steht denn hier einfach so an einem Abhang herum?“

Ihre Stimme klang wie das Zischen einer Schlange. Ein Grinsen lag auf ihren Lefzen, als sie plötzlich lossprang. Ihr Ziel – die Kehle der Schwarzen – verfehlte sie, weil die alten Läufe ihrer Gegnerin offensichtlich noch nicht ganz so eingerostet waren. Sie spürte, wie scharfe Zähne knapp ihre Schultern verfehlten, wirbelte nach der Landung herum und ging sofort in den nächsten Angriff über. Diesmal hatte sie mehr Glück, erwischte die Schwarze am rechten Oberschenkel und begann wild zu schieben – gen Abhang. Doch auch jetzt erwies sich die Schwarze als weniger einfache Gegnerin als erhofft. Sie drängte zurück, erwischte die Fähe in dieser Position mit Leichtigkeit an der Schulter und riss eine klaffende Wunde hinein. Die Fähe heulte auf, lockerte ihren Biss ein wenig zu lange und spürte, wie ihr der Lauf entglitt. Einem neuerlichen Angriff auf ihre Schulter wich sie aus, sprang diesmal ohne direktes Ziel mit alles Kraft los und rammte die Schwarze in die Seite. Wenige Herzschläge lang strauchelte die Getroffene und schien zu stürzen, dann hatte sie sich gefangen und ging nun ebenfalls in den Angriff über. Ihre Kiefer schlossen sich um ihr Schlüsselbein, die Fähe hörte es brechen, spürte aber kaum den Schmerz. Sie sah nur den Angriffspunkt – den Hals ihrer Gegnerin – verbiss sich darin und spürte im gleichen Moment, wie auch die Schwarze ihre Position korrigierte und nur knapp oberhalb ihrer Kehle zupackte. Diesmal würde die Fähe nicht loslassen, mit aller Kraft stemmte sie sich gegen den Körper ihrer Gegnerin, schaffte es, selbst nicht mehr mit dem Rücken zum Abhang zu stehen und versuchte nun, die Schwarze in diese Lage zu bringen. Sie konnte es zwar nicht sehen, war sich aber bewusst, wie nahe sie beide nun der gähnenden Leere waren und verbiss sich noch tiefer um den Widerstand der Schwarzen zu brechen. Nur ein kleiner Moment der Schwäche und sie würde sie in den Abgrund stoßen können.


[ am Abgrund | Nyota ]

Caylee
19.01.2010, 16:01

Takashi war ja doof! Viel mehr als ein „Achja?“ brachte er nicht zu Stande … und dann verschwand er auch noch, ohne Caylee eines Blickes und geschweige denn einer Antwort zu würdigen. Beleidigt starrte die Kleine ihm hinterher. Sicher war er auf Averic beleidigt, weil der verboten hatte zu spielen, aber dann hätte er sich immerhin auf ihre Seite stellen können und sie nicht einfach so hier stehen lassen! Die Weiße beschloss, Takashi beizeiten ihr Beleidigtsein spüren zu lassen und sich jetzt erstmal mit ihrem Papa zu unterhalten. Ihm verzieh sie schnell, immerhin war es ihr Papa. Den musste man lieb haben und eigentlich tat sie das ja sowieso. Auch wenn er jetzt ein Spielverderber gewesen war. So ganz Unrecht hatte er ja gar nicht … und er machte ihr ein Kompliment. Oder war es ein Kompliment, wenn man gesagt bekam, man sei vernünftig? Darüber müsste sie nachdenken … aber dafür hatte sie keine Zeit, weil ihr Papa etwas noch viel nachdenkenswerteres sagte.

“Aber wie weit ist das denn?“

Er hatte nämlich nicht erwähnt, wie lange sie denn noch laufen würden. Und so einfach ließ sich Caylee nicht abspeisen. Sie wollte da schon genaueres wissen, sie war eben kein doofer kleiner Welpe, sondern … äußerst vernünftig! Genauso brav tappte sie nun auch neben ihrem Papa und ihrem schweigenden Bruder her und sah nur aus dem Augenwinkel eine Bewegung, drehte sich leicht und bekam direkt mit, wie Krolock furchtlos Averics Rute ansprang. Ihr klappte leicht das Maul auf, doch in der nächsten Sekunde war ihr Spielgefährte schon wieder davon gelaufen. Caylee begann zu kichern.

“Tja Papa, jetzt steht es eins zu eins. Aber keine Angst, ich werde ihm von dir schon noch eins auswischen! Ich muss Krolock nämlich auch noch in die Schranken weisen, er hat mich Plüschkugel genannt!“

Angestrengt versuchte sie sich einen guten Plan zu überlegen, wie sie Krolock richtig ärgern konnte. Aber ihr wollte jetzt, auf die Schnelle einfach nichts einfallen.

“Mir fällt nichts ein.“ jammerte sie. “Hilf mir mal, Papa. Wir müssen einen Plan aushecken.“

Mit einem höchst verschwörerischem Blick hüpfte sie noch zwei Schritte näher an Averic und sah ihn durch leicht zusammengekniffene Augen und mit gebleckten Zähnen an.


[ beim Rudel | Averic und Chardím ][/quote]

Nyota
19.01.2010, 18:08

Musik
Nyotas Ohren zuckten zurück, als ein lauter Ruf Aszrem in Richtung der Welpen befahl. Ihr Kopf zuckte zurück, aber es schien nichts schlimmes passiert zu sein, eher im Gegenteil. Beruhigt setzte sie ihren Weg fort, Aszrem ein Lächeln nachsendend. Die Geste gen Kylia war auffallend - ihr Gefährte war niemand der mit der Beschreibung 'anschmiegsam' von sich reden machte. Nyota trat näher zu Kylia, der es auf einmal ganz und gar nicht mehr gut zu gehen schien. Mit einem Satz war sie neben ihr, versuchte die taumelnde Wölfin zu stützen, die jedoch nur weiter strauchelte, und sich übergab, bevor sie zu Boden ging. Die Schwarze stupste ihren Kopf an, kontrollierte ihren Atem, und tat beruhigt einen Schritt zurück, als Kylia sich - wie von den Toten auferstanden - plötzlich wieder erhob. Ihren unverwandten, veränderten Blick erkannte sie erst als sie die Worte der Braunen vernahm - es war nicht länger Kylias Stimme die aus ihrem Fang drang, es war die einer Fremden.

"Kylia..?"

Sie kam nicht einmal dazu ihre Frage in Gedanken zu beenden, da stürzte die Braune sich schon auf sie. Nyota dachte nicht weiter nach, das brauchte sie nicht. Reflexartig und schnell reagierte sie auf die Angriffe der Braunen, spürte das Brechen eines Knochens zwischen ihren Fängen, das Blut auf ihrer Zunge. Das alles war nichts neues für sie - sie konnte kämpfen, sie wusste was das bedeutete. Nur dass das Blut dass durch ihre Fänge ran diesmal das Blut einer Freundin war, hielt sie davon ab es zu genießen, weiter zu gehen und ihrer Erfahrung, Instinkt und Reflexen freien Lauf zu lassen. Jeder Kampf wich von dem vorherigen ab - die Schrittfolge, der Gegner, die Angriffspunkte, die Wunden. Aber kein Kampf sollte sein wie der, den sie nun focht - das war Kylia. Nyota hatte nicht die geringste Vorstellung von dem was in der jungen Fähe vorgehen mochte - aber ein anderer Teil von ihr war ihre Freundin. Und das änderte alles.

Der Abgrund war gleich neben ihr, sie spürte seine Nähe wie die Zähne in ihrem Fleisch. Mit leisem Knurren hielt sie dem Druck ihrer Gegnerin stand, sie konnte ihre Augen nicht sehen, aber sie musste wissen was mit ihr passiert war! Sie konnte sich keinen Fehler erlauben, und wich, die Braune mitzerrend, schräg zur Seite aus, um ihren Stand zu sichern - doch noch während sie den zweiten Lauf setzte, spürte sie unter sich Gestein nachgeben, das sich rieselnd in Bewegung setzte.

'Nein!'

Sie ahnte den Sturz bevor er kam, und schwang sich ein letztes Mal vorwärts, konnte ihren Biss festigen und wurde im nächsten Augenblick mit dem einstürzenden Geröll in die Tiefe gerissen, Kylia mit reißend.

'Warum nur, Kylia?'

Ihr Biss löste sich im Fall, die gelben Augen versuchten einen Blick der Braunen zu erhaschen, bevor sie zurück zu dem Pfad fanden, durch dessen Verlauf sich nun eine Lücke zog.

'Ich komme, Schwester'

Es gab noch so viele Worte, die sie Nerúi mit auf den Weg hatte geben wollen. So vieles, was sie Tyraleen hatte beibringen wollen, soviel das Jakash noch lernen musste. Soviele Worte, die sich geflüstert in Aszrems Fell hatten verlieren sollen, soviel was jeder Welpe noch zu wissen hatte. So viel zu viel für die wenigen Herzschläge ihres Sturzes, und mit Tränen in den gelben Augen schlug sie auf den Grund, dicht gefolgt von Kylia, die neben ihr aufkam. Ein schwere Stille folgte den Geräuschen des Auftreffens, durch die nur der, der darauf horchte, die Schritte des Todes vernehmen würde.


Es gibt keinen Zugang zum Grund des Abhangs, die Stelle an der die Lücke im Weg klafft ist nur noch einzeln passierbar.

[Pass | Kylia]

Aszrem
19.01.2010, 19:57

(Mit Erlaubnis Nyotas darf ich schon schreiben...)


Sein Blick blieb nicht lange auf der blauen Blume haften, trotz ihrer Schönheit. Vielmehr weckten Tyraleen und Malakím seine Aufmerksamkeit. Der schwarze, welpenhafte Rüde drückte mit einem Mal seinen Kopf gegen die Brust der Alphastochter, eine Geste, wie man sie höchstens von Familienmitgliedern oder Gefährten erwartete. Es kam so unerwartet und wirkte, zumindest von Malakíms Seite aus, so seltsam innig, dass Asrem unwillkürlich eine Augenbrauenwölbung hochzog, anstatt wie sonst seine neutrale Miene zu wahren. Seine Verwunderung war an Tyraleen gerichtet, denn der Schwarze schien sich in keinster Weise um Beobachter zu scheren - oder er verbarg es gut. Wie Nerúi und Turién bestaunte er die Blume und griff sogleich seine, Aszrems, Worte auf, um gleich darauf aufzuspringen und nach noch mehr "Zeichen" ausschau zu halten. Eine Idee, wie sie auch von einem der Welpen hätte stammen können. Vier Erwachsene, die also auf drei statt zwei Wirbelwinde aufpassen mussten.
Aszrem gestattete sich ein Schmunzeln und wollte sich umwenden, um die "drei Welpen" ihrem Spiel zu überlassen. Noch mitten in der Bewegung drang das Knurren in seine Ohren, sah er aus den Augenwinkeln hektische Bewegungen. Seine Augen fanden - Kylia und Nyota, ineinander verbissen.

'Was...?!'

Der Gedanke kam nicht zu Ende, einen halben Herzschlag lang waren Körper und Geist gleichermaßen gelähmt. Die Zeit floss plötzlich nur noch zäh dahin, während Aszrem seinen schier unendlich schweren Körper zwang, sich in Bewegung zu setzen. Er wusste, dass er vorwräts sprang, aber für diesen Moment, der ewig währte, schien er nicht von der Stelle zu kommen. Seine Sinne arbeiteten dagegen mit nie gekannter Schärfe. Kupfer in der Luft. Zähne, die Fell und Fleisch durchdranken. Ein Knochen brach. Blutstropfen wirbelten minimale Staubwölkchen vom Boden auf. Und ein Abgrund, zu dicht. Viel zu dicht, viel zu dicht, VIELZUDICHT!
Stein brach, ein Geräusch schärfer noch als das bersten von Knochen, und mit diesem Krachen beschleunigte die Zeit.
Aszrem rannte. Nyota und Kylia neigten sich zur Seite, dem Abgrund entgegen.

'Nein!'

Sie ließen einander nicht los.

'NEIN!'

Und fielen.

'NEINNEINNEIN...!'

Sie verschwanden außer Sicht. Zwei Herzschläge - zwei innere Tode - später kam der Schwarzbraune schlitternd am Rand zu stehen. Staub und Steinsplitter lösten sich und fielen herab. Und da unten lagen sie, zwei gebrochene Leiber. Bewegungslos.
Aszrem hatte nur Augen für einen der beiden.

"Nyota!"

Keine Antwort. Keine Regung. Ein schrecklich gnadenloser Teil von ihm wusste, dass das angesichts dessen, was er von ihr sah, besser so war. Er hasste sich sofort dafür.
Aszrem beugte sich herab, hing förmlich mit den Vorderpfoten über dem Rand. Als ob das irgendetwas bringen würde.

"NYOTA!"

Seine Stimme zitterte. Er spürte, dass auch seine Läufe zu beben begannen. Für einen Moment durchzuckte ihn der Impuls, sich abzustoßen und hinab zu springen.
Sie konnte nicht tot sein. Unmöglich. Sie war vielleicht schwer verletzt, aber wenn er erstmal unten war, würde sich zeigen, dass sie lebte. Sie konnte nicht tot sein. Sie durfte nicht tot sein! ER GESTATTETE SICH DIESEN GEDANKEN NICHT!
Ein Teil von ihm wusste es besser. Und Aszrem hasste sich auch dafür.

"NYOTAAA!"

Die Sicht verschwamm ihm. Er versuchte es fortzublinzeln, aber es gelang ihm nicht. Wann hatte er zuletzt geweint? Er erinnerte sich nicht. Er erinnerte sich nicht, jemals geweint zu haben. Er durfte jetzt nicht weinen, denn wenn er weinte, bedeutete das, dass etwas ganz Schlimmes passiert war. Das Schlimmste in seinem Leben.
Die Tränen blieben. Heiß.

"Nyota..."

Es hätte ein weiterer Ruf, in weiterer Schrei sein sollen. es erklang nur ein heiseres, zitterndes Flüstern.
Nerúi.
Der Gedanke an seine Tochter bohrte sich heiß in sein Herz. Sie war jetzt ohne ihre Mutter. Ihre leibliche Mutter. Ihr Götter, Nyota würde ihre Tochter nicht heranwachsen sehen!
Oh, ihr Götter...

...seine Gefährtin war tot.


[Am Abgrund]

Tyraleen
19.01.2010, 21:08

Tyraleens Faszination galt weiterhin der Blume, auch wenn Malakím nun folgte und das Gespräch ganz offensichtlich weiterführen würde. Auch wenn die Weiße mühe hatte, den Blick vom strahlenden Blau der Blüte abzuwenden, interessierte sie die Antwort des Schwarzen und war froh, sich vorerst ein wenig abgelenkt zu haben. Bevor es mit den Emotionen wieder losging, die sie eigentlich noch gut versteckt halten wollte, schließlich galt es nun einen Ausweg zu finden. Auf Malakíms Worte hin nickte sie dann leicht und sah versonnen in seine Kornblumenblauen Augen. Sicher mochte er Recht haben, nur …

“Es ist mir noch nicht möglich, zu unterscheiden, ob ich denn diesen richtigen Weg nun auch gehe, oder doch auf den Falschen abgleite. Ich bin noch sehr jung, Malakím, egal welche Rolle mir zugeschoben wird.“

Sie dachte an die Leitwolfposition, die sie sich erst zu verdienen hatte und die ihr doch manchmal so schien, als hätte sie sie bereits inne. Vielleicht auch nur, weil sie gar nicht wusste, wie es wirklich war, Leitwolf zu sein. Sie wollte gerade nachfragen, woher Malakím – der kindische, sorglose Malakím – denn eine so genaue Vorstellung von dem Weg in sich hatte, als der weitersprach und ohne jede Vorwarnung seinen Kopf in einer innig vertrauten Geste an ihre Brust legte. Fast peinlich berührt stand Tyraleen ganz still da, bevor der Schwarze sich wieder zurückzog, wusste dann erstmal nichts zu sagen und lächelte nur, weil ihr sonst nichts einfiel. Schließlich nickte sie wieder, diesmal ohne den Blickkontakt zu suchen und berührte Malakím – wie als müsse sie nun mit einer ähnlich vertrauten Geste reagieren um den Schwarzen nicht vor den Kopf zu stoßen – an der Stirn.

“Ich danke dir. Ich hoffe, dass er mir helfen wird.“

Sie war fast froh, als er sich nun abwandte und ebenfalls die Blume zu bestaunen begann. Sie selbst musste nun zunächst einmal kurz ihre Gedanken zu fassen bekommen, spürte aber nun Aszrems Blick auf sich. Ihr wurde die Sache noch ein wenig unangenehmer, wäre den Blick von Nyotas Gefährten am liebsten durch ein kindisch klingendes „Was ist?“ losgeworden, hielt aber dann doch den Mund. Als sie dann aber das Schmunzeln sah, holte sie schon Luft, doch im gleichen Moment wie Aszrem hörte sie das Knurren weiter vorne und musste sich anders als er nicht einmal umwenden. Verwirrt sah sie zwei Gestalten miteinander kämpfen, Aszrem preschte los, bevor sie verstand. Wie erstarrt starrte sie dem schwarzen Wolf nach, sah, wie er zu spät kam, sah die beiden ineinander verbissenen Fähen fallen und merkte erst dann, dass sie noch immer dastand, starrte und nicht fassen konnte, was sie sah.

“Nyota!“

Als erstes war ihre Sprache zurückgekommen, dann rannte auch sie los. Aszrem war bereits am Abgrund angelangt, schrie, beugte sich hinab, als wolle er ebenfalls springen. Panisch schrie Tyraleen jetzt seinen Namen, glaubte wirklich, er würde seiner Gefährten folgen.

“Aszrem!“

Lähmende Angst erfasste sie, zunächst, dass der Schwarze wirklich sprang, dann, was sie dort unten sehen würde, wenn sie den Abhang erreicht hatte. Schlitternd kam sie neben Aszrem zum stehen, der nicht gesprungen war, klammerte sich an seinen Blick, der doch nur nach unten ging und wagte schließlich, ihm zu folgen. Es schnürte ihr die Kehle zu. Tief unten – viel zu tief! – lagen zwei Gestalten, leblos, die Körper unnatürlich verbogen. Die Luft roch nach Tod. Tyraleen zweifelte keine Sekunde daran, dass sowohl Nyota als auch Kylia nicht überlebt hatten und doch starrte sie nun wie hypnotisiert auf den Körper ihrer Tante, als müsse sie nur genau genug hinsehen, um Bewegungen und Leben zu erkennen. Aber natürlich war da nichts. Ihre Tante … ihre … Lehrerin, ihre Stütze, ihre Hilfe, ihr letzter Halt nach dem Tod ihrer Mutter. Warum? Zitternd trat sie einen Schritt vom Abgrund weg, wollte nicht weiter auf die leeren Körper hinabblicken. Tränen schwammen in ihren Augen, verschleierten ihre Sicht und doch erkannte sie, dass auch Aszrem weinte. Sie hatte ihn noch nie weinen gesehen. Sie hatte noch nie viele Emotionen an ihm gesehen. In diesem Moment, in dem das lächerlich egal war, fiel ihr das voller Klarheit auf. Und, dass er Nyota geliebt hatte. Anders als Acollon durfte er nicht mitsterben. Er musste diesen ewigen Abgrund hinabstarren und den toten Körper seiner Gefährtin hinnehmen, ohne etwas tun zu können. Es zog der Weißen die Kehle zu. Unfähig etwas anderes zu tun, als dazustehen, zu weinen und zu starren, blieb sie wo sie war, wusste irgendwo im Hinterkopf, dass sie noch ihren Welpen und Neruí – oh Neruí, ihre Mutter! – dabei hatten und sie nach ihnen schauen musste und konnte doch nichts anderes tun, als dazustehen. Stumm und entsetzt, voller Trauer und doch ohne zu begreifen, wie dieser schreckliche Moment existieren konnte.


[ am Abgrund ]

Nerúi
19.01.2010, 23:53

Nerúi konnte kaum den Blick von der Blume abwenden, die sie da gefunden hatte. Das war ihre Blume, und sie war wunderschön! Turiéns Worten stimmte sie mit überschwenglichem Nicken zu, und lachte fröhlich als auch Malakím, Tyraleen und schließlich Papa Aszrem zu ihnen kamen und die Schönheit ihrer Pflanze bewunderten. Ohne jedoch weiter groß auf die weiteren Worte und Gesten der Großen zu achten - Malakíms Bewegung gen Tyraleens Brust nahm sie kaum aus den Augenwinkeln wahr - stolzierte sie einmal um die Pflanze herum, überlegte kurz und verkündete mit erhobenem Haupt ihre Entscheidung:

"Ich nenne sie Caylee!"

Stolz grinsend sah sie zu den anderen herüber, erwartete Zustimmung und lächelnde Gesichter. Und Caylee würde sich sicher auch freuen, dass so etwas Schönes nach ihr benannt wurde.
Aber als Nerúi den Blick der Großen auffangen wollte, hatten sich diese bereits abgewandt - und Aszrem sprang davon, wie von Fenris selbst getrieben. Erst einen Herzschlag später erkannte sie die Szenerie die sich dort vorne abspielte, und mit vor Schreck geweiteten Augen schaffte sie es nach einer gefühlten Ewigkeit die kleinen Läufe in Bewegung zu bringen, und rannte Aszrem hinterher.
Sie sah das Blut, hörte ein ungesund klingendes Knirschen und konnte es nicht zuordnen, sah jeden Schritt der Wölfinnen so klar, so langsam als würden sie einen Tanz vorführen - einen Bluttanz, mit grollender Musik. Was taten sie da, warum machten sie das?! Nerúi verfluchte ihre kurzen Läufe dafür dass sie nicht schneller vorankamen, und die ganze Welt schien langsamer zu werden als sie die Gestein und Erde rieseln hörte. Der Boden entzog sich den dunklen Pfoten die darauf Halt gefunden hatten, und die plötzliche Vorwärtsbewegung Nyotas lies Nerúi eine Sekunde lang hoffen - eine Sekunde die viel zu schnell verging, als der Abgrund die zwei Wölfinnen verschlang.

"MAMA!"

Ihr Schrei musste die Fähen erreicht haben, aber als sie endlich am Abhang ankam war dort unten kein Leben und keine Regung mehr zu sehen. Nur mühsam konnte sie durch den Tränenschleier vor ihren Augen die zwei Körper ausmachen, die dort unten lagen als hätten sie nie etwas anderes getan, und die sich einfach nicht regen wollten.

"MAMAAA!"

Ihre Stimme war nun hysterischer, ihr Verstand weigerte sich zu begreifen was ihr Unterbewusstsein längst wusste. Weder ihre Patin noch ihre Mutter würden sich bewegen. Keine von beiden würde wieder aufstehen. Nie wieder.

Nur langsam fanden die Geräusche rings um sie zurück in Nerúis Bewusstsein, fluteten ihren Kopf und hinterließen sie in einem Schutzmantel der Verwirrung, während Träne um Träne aus den kleinen Welpenaugen ran.
Sie wusste Papa Aszrem neben sich und Mama Tyraleen, aber sie konnte den Blick nicht von den zerschundenen Leibern am Grund des Abhangs wenden. Das Geräusch von fallenden Tränen war das einzige was sie nun wirklich wahrnahm, sie hörte sich kaum selbst Schluchzen, konnte nur herabstarren und sich wünschen im nächsten Moment aufzuwachen. Aber sie wusste dass sie nicht aufwachen würde - es war ihr so schmerzlich bewusst wie alles um sie herum es nun war. Ihr Vater, den sie zum ersten Mal in ihrem Leben weinen hörte, Mama Tyraleen, ebenfalls den Tränen ergeben, hinter ihr Malakím und Turién - und vor ihr der tödliche Abgrund, der ihr ihre Mutter und ihre Patin gestohlen hatte. Warum nur?

"Mama...Kylia..."

Ihre Stimme war kaum in der Lage diese zwei Worte zu fomen, brach sogleich und ging in ein weiteres Schluchzen über. Es hätte das ganze Rudel dicht gedrängt bei ihr sitzen können, sie fühlte sich mutterseelenallein auf dieser Welt. Erinnerungen glommen in ihrem Geist auf, an Mama Kaedes Tod, an Tante Banshee - und jetzt war Kylia fort, einfach fort, und Mama! Mama Nyota. Verschwommen erinnerte sie sich an Averics Worte - und Nyota war nicht nur Mama Nyota sondern auch Mutter Nyota. Sie war mehr gewesen als Mama Kaede und Tyraleen, und sie bemerkte es erst jetzt - jetzt wo sie dieses Wissen mit niemandem mehr teilen konnte noch wollte.
Jetzt wo sie alleine war. Allein in einer Welt die plötzlich so unbedeutend war wie die Erdkrumen unter ihren Pfoten.


[Am Abgrund | Aszrem, Tyraleen]

Yerik
20.01.2010, 10:01

Der braune Rüde ließ sich von dem Gehabe der Fähe in keinster Weise beeindrucken. Ruhig hielt sein Blick dem ihren stand, ebenso gelassen war sein Lächeln. Wieso hätte er sich auch verunsichern lassen sollen? Das passte nicht zu seinem Charakter, so war er nie gewesen und sie würde sicherlich auch niemals einen verängstigten Hasen aus ihm machen. So viel sie manchmal auch aus ihm heraus lockte, es war nie etwas, was ihn verunsicherte. Es war alles okay, alles im Griff. Ihr Zorn war eine Beruhigung für ihn, denn dies hieß das er immer noch eine Chance hatte an Amáya heran zu kommen. Solang sie sich von ihm in Rage versetzen konnte, hatte er in seinem Plan noch nicht verspielt.
Fast musste Yerik lachen, als die Fähe ihn wirklich verhalten anknurrte. Munter zog er seine Schnauze zurück und zuckte belustigt mit den Schulterblättern.

"Ich glaube, diesen Wunsch kann ich dir nicht erfüllen. Auch wenn ich dir am liebsten die meisten anderen zu gerne erfüllen würde."

Die meisten. Natürlich hatten diese Wünsche ihre Einschränkungen. Und wahrscheinlich wünschte sich die Schwarze sowieso nichts, was er ihr hätte erfüllen können.
Ihre Wünsche gingen wahrscheinlich in eine vollkommen andere, wie die des Rüden. Und dennoch konnte er die Situation nicht vollkommen ungenutzt lassen. Mit einer raschen Bewegung schnitt Yerik der schwarzen Fähe den Weg ab, stellte sich genau vor ihr. Die sonnengelben Augen waren auf dem blauen Blick Amáya's verankert. Ihre Herausforderung war von ihm zwar nicht als Herausforderung angesehen worden. Versuchen, ihr etwas zu zeigen, konnte er es aber trotzdem.

"Na gut. Wenn es dir so egal ist, dann bleiben wir jetzt beide hier stehen und warten. "


[Auf der Flucht | Amáya ]

Avendal
20.01.2010, 11:16

Unsicher lehnt die kleine Fähe die Ohren zurück und beobachtete ihre weiße Freundin wachsam. Zwar zweifelte sie keine Sekunde an ihren Worten, aber irgendetwas war trotzdem seltsam. Aléya war seltsam. Irgendetwas war sonderbar verdreht, sonderbar anders oder bildete sie sich das etwa nur ein? Hm. Leicht neigte den Kopf zur Seite, blickte die kleine Weiße mit zusammen gekniffenen Augen an. Nein, eigentlich sah sie ganz normal aus. Aber ein wenig krank schien sie zu werden!

"Gehts dir gut Aléya? Ich glaub du wirst krank."

Gut, dann sollten sie schnell weiter und dann würde sie Aléya zum ausruhen schicken, sobald sie in Sicherheit waren, würde sie schon dafür sorgen das die Weiße sich dann etwas zum schlafen hinlegte. So wie ihre Freundin nun auf sie aufpasste, würde sie dann auf sie aufpassen, genau! So machte man das doch.
Ruckartig sprang sie auf, trat einige Schritte vor und schüttelte den hellen Pelz aus. Dann mal los. Schon wieder munter blickte sie zu Akhuna auf. Hm, sollte sie lieber vor oder nach laufen? Obwohl... hinterher war bestimmt besser, den Weg würden Aléya und sie schon allein finden, die ganze Masse an Wölfen die andauernd vorbei strömte war jawohl kaum zu übersehen. Und ihnen mussten sie ja ganz einfach nur folgen.

"dann mal weiter."

Die großen Ohren aufgestellt lief die kleine Welpin eilig los. Ihr Blick suchte die Umgebung ab, suchte unter all den Wölfen das Gesicht ihres Papas, oder halt eben Daylis. Wo war Dayli überhaupt? Sie hatte sie schon lang nicht mehr gesehen. Bei dem Gedanken an ihre Patin ließ Avendal kurz die Ohren hängen. Hoffentlich hatte das Nichts die Weiße nicht verschluckt. Oder ihren Papa. Oder Mama! Schnell schüttelte sie den Kopf. Nein. Bestimmt nicht, ihnen ging es sicher gut. Mama war mit Nyota und den anderen auf der Suche nach einem Ausweg, ihnen konnte ganz sicher nichts passieren. Und ihr Papa war hier bestimmt auch irgendwo. Wenn sie nur ganz, gaaanz gut aufpasste, würde sie ihn schon finden. Und so richteten sich ihre Ohren wieder auf, lauschten auf jedes Geräusch, versuchten jede Bewegung zu erhaschen. Vielleicht, wenn sie sich groß genug machte... würde ihr Papa sie dann sehen, wenn sie ihn schon nicht sah. Und so wie Aléya sich zuvor aufgeplustert hatte, versuchte es nun auch die kleine Graue. Die Aktion stellte sich beim Rennen allerdings als sehr schwierig heraus. Murrig und bevor sie sich ernsthaft auf die Schnauze hatte legen können, hörte sie schnell wieder auf. Ihr Blick wandte sich ihrer Freundin und Akhuna zu. Na egal, wenigstens waren die beiden da. Da würde ihnen schon nichts passieren. Oma Banshee und Opa Acollon passten schon auf sie auf. Ganz bestimmt.


[Auf der Flucht | Aléya & Akhuna ]

Turién
20.01.2010, 18:48

(Ich schreibe einfach schon mal, auch wenn ich meinen Bogen noch nicht gepostet habe, damit es hier weiter geht. Der Bogen folgt heute Abend! ^^ )

Den kleinen Schatz, den Nerúi gefunden hatte, war eindeutig ein Flecken von Hoffnung. Die Hoffnung die in dem kleinen Silberpelzen schlummerte, weil sie berechtigt war. Warum aufgeben? Nur weil das Nichts sich so sehr ausbreitete, dass es das Rudel zu ersticken drohte? Das machte ihm nichts aus! Denn sie waren auf der Mission sie zu retten, das ganze Rudel zu retten, und sie würden es auch schaffe. Weil das Rudel toll war – ebenso wie diese sagenhaft reinblaue Blume.
Als er bemerkte, wie seine Mama hinter ihm stand, ebenso den Fund von Nerúi bewunderte, und ihm sanft mit ihrer Zunge über den Kopf fuhr, drückte er seinen kleinen Kopf lächelnd gegen ihre Brust. Er mochte es, wenn Mama oder Papa das machten – es bescherte ihm so ein Gefühl von Sicherheit, auch wenn es hier vielleicht nicht ganz so sicher war. Gedankenverloren lauschte er den Worten seiner liebsten Mama, und nickte stumm. Zerbrechen durften sie sie nicht, denn dann würde sie sterben; Diese Erfahrung hatte auch er schon machen müssen.
Auch Aszrem kam hinzu und bewunderte die Schöpfung der Natur.

„Caylee? Das wird sie sicher freuen! Das müssen wir ihr später erzählen.“

Er nickte selbstbewusst in sich hinein und nahm sich das als nächste Aufgabe vor. Als Malakím ausrief, es wäre ein Wunder, und ein Zeichen, wurde sein stummes Nicken überzeugender, und seine Rute fing wie wild an zu schlagen. Ja, das musste es sein!
Munter fing auch er an seinen Blick schweifen zu lassen, um den Weg, der ihnen so gezeigt wurde, zu entdecken. Ob er tatsächlich von Engaya stammte… das mochte er bezweifeln, aber es war ihm im Moment egal. Die Suche, die Rettung des Rudels, das war das Ziel.

Auch er merkte er viel zu spät, dass etwas im Gange war. Etwas, was nicht hätte passieren dürfen. Seine sonnengelben Augen hörten mit einem Mal auf zu Suchen, als sie Mama Nyota und Kylia sahen. Seine Augen sahen sie, aber sein Verstand arbeitete zu langsam. Wieso waren sie so in einander Verbissen? Was war los, was war nur los…?
Papa Aszrem rannte los, dicht gefolgt von Mama Tyraleen.
Die Zeit blieb stehen, und bewegte sich nur noch im Sekundentakt – der für ihn eine halbe Ewigkeit darstellte. Es ging alles viel zu schnell und gleichzeitig viel zu langsam - und er war wie versteinert, einfach nur stocksteif an seinen Platz gefesselt. Er sah wie sich die beiden Wölfinnen, kämpfend den Abhang hinunter stürzten und sein Magen zog sich schrecklich zusammen, als sie aus seinem Blickwinkel verschwunden waren. Sie waren einfach plötzlich weg, und in seinen Ohren klingelte es immer wieder „Maaamaaa!“ und „Nyootaaa!“, während er einfach nur sprachlos war und sein Körper stocksteif. Panik machte sich in seinem kleinen Körper breit, sodass er glaubte bersten zu müssen. Es war zu viel für ihn, und in seinem nächsten Augenaufschlag steckte etwas endgültiges. Als sich seine Augen vollends öffneten wusste er, dass Nyota und Kylia tot waren. Sein Herz wusste es und es schien ihn zu zerreisen. Es war schlimmer als der Tod von Oma Banshee. Schlimmer. Gerade noch hatten sie ‚Caylee’ gefunden und nun starrten sie dem Tod entgegen.

Sein Körper fing an zu Zittern, als ihn ein Schauer überfuhr. Es war das Gefühl des Todes, das Gefühl, dass er auch gehabt hatte, als Acollon erschienen war und Banshee und er fort gegangen waren – friedlich. Und was war das? Das war… unfair. Es war unfair. Wieso? Was war nur passiert, er verstand es nicht. Er verstand es einfach nicht. Nur sein Herz raste und sein Innerstes schmerzte.
Schwankend setzte er sich in Bewegung, wurde immer schneller, stolperte immer wieder, während sich heiße Tränen ihren Weg hinauf in seine Seelenspiegel bahnten. Es konnte nicht sein. Es durfte nicht sein.

Am Abgrund angelangt, setzte er vorsichtig ein paar Schritte nach vorne, um nicht zu fallen – es war ein einfacher Instinkt in ihm, hier vorsichtig zu sein, sonst wäre er wohl einfach auf den Abhang zugelaufen. Als er im Stande war einen Blick nach unten zu werfen, wurde jedoch nur das bestätigt, was er ohnehin schon wusste. Nur sah, dass was er gesehen hatte viel grauenvoller aus. Oma Banshee war nicht so gestorben. Sie hatte einfach nur dagelegen und war eingeschlafen. Das was sich seinen Augen hier bot, war einfach nicht natürlich. Die beiden Körper, die so weit unten im Abgrund lagen, waren so schrecklich gekrümmt und verformt, wie er noch nie einen Wolfskörper gesehen hatte. Sie regten sich nicht mehr. Sie waren gegangen, obwohl sie es nicht gewollt hatten.
Beinahe schon blind vor glühenden Tränen, die über sein Gesicht rollten und seinen Blick verschleierten blickte er in die Richtung von Tyraleen.

„Maaamaa! Wir müssen Mama Nyota doch helfen! Wir müssen Kylia doch helfen!“

Seine Stimme war kaum mehr als ein großes Schluchzen. Seine Stimme klang noch viel kindlicher, als sie eigentlich war, er konnte nicht mehr fest sprechen, seine Stimme versagte einfach unter diesem schrecklichen Stern, der über ihnen schwebte.

„Wir müssen doch helfen!“

Der Silberpelz schüttelte wild seinen Kopf. Wieso halfen sie nicht? Vielleicht waren sie noch am Leben! Sie konnten es nicht genau wissen! Vielleicht log das Gefühl in seinem Inneren, vielleicht log es und Kylia und Nyota waren nicht tot. Sie mussten Leben. Es ging nicht ohne sie.
Ohne überhaupt nachzudenken versuchte der kleine Welpe sich seinen Weg nach unten zu suchen. Immer wieder hing sein Oberkörper gefährlich nahe über dem Abgrund, und wenn seine Pfoten wegrutschten, versuchte er verzweifelt wieder Halt zu finden um es an einer anderen Stelle wieder zu versuchen. Sie mussten helfen!

Als er es ein paar mal erfolglos probiert hatte, und doch nur leichtes Gestein hinunter gebröckelt war fing er an zu wimmern und sein kleiner Körper an zu Zittern.

„Wir müssen doch helfen…“

Die Stimme kaum lauter als ein Flüstern, hoffnungslos und verzweifelt. Wieso musste das passieren. Sie mussten doch helfen.


[ Am Abgrund | Tyraleen, Nerúi, Aszrem, Malakím]

Aléya
20.01.2010, 19:54

Mutig schritt die kleine Weiße voran, den Kopf erhoben und bahnte sich ihren Weg. Sie würden es schon schaffen. Sie alle. Daran glaubte sie fest. Geschickt setzte die Welpin die Pfoten, suchte sich Schlupflöcher zwischen den vielen Wolfsleibern und bemerkte gar nicht, dass Ahkuna und auch Avendal ein Stück zurück fielen.

Was meinst du wo wir hin gehen werden, Ave?

Noch immer blickte sich Aléya nicht um, erst als die Stimme ihrer Freundin keine Antwort gab, drehte sie den Kopf. Keine Avendal.

Ave?

Beklommenheit machte sich in der Jungfähe breit, sofort pulsierte etwas starkes, mächtiges durch ihren Körper – neben der Angst und Sorge um ihre Freundin.

Ave!“, rief sie nun lauter und trabte geschwind den Weg zurück, den sie gegangen war, nur um hlb in ihre Freundin hinein zu laufen. War sie wirklich so schnell gewesen und hatte die anderen zurück gelassen? Sie sollte sich etwas schämen oder aber die anderen mehr Fressen, sonst würde ihnen früher oder später die Kraft zum Laufen fehlen.

Mir geht es gut, Ave. Aber sag mal: Warum seid ihr so langsam und noch immer hier hinten? Wir sollten uns beeilen, wenn wir den Anschluss nicht verlieren wollen. Komm mit!

Auffordernd zupfte die Weiße an einem grauen, großen Ohr Avendals und schwor sich, ihre Freundin so schnell nicht mehr aus den Augen zu lassen.

Also... was meinst du: Wohin werden wir gehen? Bis ans Ende der Welt? Bis zum Mond hinauf? Zu den Sternen? Ich möchte so gerne zu den Sternen gehen.

Wieder schwankte die Kleine zwischen einer welpenuntypischen Ernsthaftigkeit ihrer ersten Worte und einem träumerischen Jungtier. Etwas ging mit der Fähe vor sich, deren Auswirkungen sie sich bei Leibe nicht im klaren war.


[Avendal & Ahkuna]

Averic
20.01.2010, 20:21

Als er ein Geräusch hinter sich wahr nahm, drehte Averic grade den Kopf herum, da spürte er auch schon ein leichtes Zwicken in seiner Rute. Und sah einen Welpen daran baumeln. Der Pechschwarze zog eine Augenbraue hoch und noch bevor er zu einer weiteren Reaktion fähig gewesen wäre - sich den infantilen Welpen schnappen und zurecht weisen - war Krolock schon davon gelaufen. Averic schickte dem Knaben ein stummes Zähnefletschen, es war ihm aber zu blöd, sich dann weiter darüber auf zu regen. Jetzt hatte Krolock ihm erst recht bewiesen, dass er nichts weiter, als ein dummes, kleines Kind war, dass anfing zu zetern, wenn es seinen Willen nicht bekam. Wer erzog diesen verwahrlosten Waisen eigentlich jetzt, wo Kaede nicht mehr lebte? Wenn das nun in Takashis Aufgabenbereich fiel - prost Mahlzeit. Er erinnerte sich wieder daran, warum er Welpen nie sonderlich gemocht hatte. Ein Glück, dass seine Kinder besser erzogen waren. Er ließ also Krolock Krolock sein, wurde sich aber mit wachsender Unzufriedenheit bewusst, dass Amúr nun alleine bei Akru sein musste. Ihm gefiel das alles ganz und gar nicht.
Seine dunkelblauen Augen wandten sich wieder seiner Tochter zu, die das wohl eher lustig fand, ihm aber wenigstens das Angebot machte, Krolock eins aus zu wischen. Nur wie, das wusste sie nicht. Als Caylee neben ihm war, beugte der große Rüde den Kopf etwas tiefer in ihre Richtung, näher an ihr großes Welpenohr.

Wir können ihm ja die Ohren so lang ziehen, dass wir ihn daran hoch oben an einen Baum knoten können.“

Eine recht gute Idee, wie er fand. Auf ihre vorherige Frage musste er wohl oder übel auch noch irgendwie Antworten, auch wenn es nichts gab, was seine Tochter zufrieden stellen würde.

Ich weiß nicht genau, wie lange wir noch laufen müssen. Aber bis wir bei Mama sind, ist es sicher nicht mehr weit, wenn wir uns beeilen.“

Averic hob den Kopf wieder und sah nach vorne. Er wusste nicht, in was für einem Tempo der Trupp mit Tyraleen und Nyota voran kam, aber immerhin hatten auch sie zwei Welpen dabei und konnten somit nicht viel schneller sein, als sie. Noch während er darüber nach dachte, spürte er schlagartig ein unglaublich kaltes Gefühl in seiner Brust. Es breitete sich aus, wie Eiswasser, dass man in seine Venen injizierte. Einen kurzen Moment lang spürte er den frostigen Atem des Todes auf seinem Gesicht, dann war er vorbei gezogen.
Averic kannte dieses Gefühl bereits, die Situation. Er wusste genau, was sie bedeutete. Doch noch nie war sie so intensiv und stark gewesen. Noch nie, hatte er dabei ein Gesicht – nein, Gesichter – vor Augen gehabt und genau gewusst ...
Ein paar Herzschläge lang war der Pechschwarze stehen geblieben und hatte gerade aus gestarrt, als würde er etwas Unsichtbares ansehen. In der Tat. Er wandte sich wieder Caylee und Chardím zu, inzwischen wieder völlig ernst. Furchtbar ernst.

Kommt.“

Dann wurde er schneller. Rennen konnte der große Rüde nicht, dem hätten seine Welpen nicht mithalten können, auch wenn er das dringende Bedürfnis verspürte los zu stürmen. Etwas Schreckliches war passiert. Und weil er nur wusste was und nicht warum, konnte er nicht ausschließen, dass vielleicht noch Weiteres passieren würde. Warum? Warum?


[ Auf der Flucht | Caylee, Chardím ]

Chardim
20.01.2010, 20:47

Aufmerksam, interessiert, aber schweigend hatte Chardím das Spektakel beobachtet. Und er verstand wirklich nicht, warum sich plötzlich alle so aufregten. Er fand es äußerst logisch, dass es jetzt Wichtigeres gab, als herum zu tollen. Immerhin hatte sie das böse Nichts schon so eingekesselt, dass man es jetzt die ganze Zeit über sah! Das war doch schrecklich und gefährlich! Ihm wollte nicht einleuchten, warum Krolock das einfach nicht einsah und so einen Aufstand machen musste. Da fühlte er sich schon richtig erwachsen, er konnte auch gut damit leben, mal nicht zu spielen! Papa mochte zwar ein wenig grimmig und fies gucken, aber das tat er ja eigentlich recht oft, inzwischen ... Doch das der große andere Wolf gleich genau so eingeschnappt war, wie Krolock, fand er noch komischer. Vielleicht hatte sein Vater aber auch irgendwas gemacht, dass er nicht gesehen hatte? Seine Schwester zumindest führte sich nicht so auf. Chardím saß da, schaute einfach neugierig zu, wie sich alles entwickelte, wie auch noch ein anderer Wolf und Ciradán herkamen, wieder gingen und dann waren nur noch er, seine Schwester und Papa übrig. Auch gut. Schwungvoll erhob sich der schwarzweiße Jüngling wieder – er hatte gerade Gefallen daran gefunden einfach zu schweigen und ab zu warten, was passierte – da peste wieder jemand aus dem Unterholz hervor. Chardím wandte den Kopf sofort herum, um weiter zu beobachten, da entwickelte sich das Ganze aber in eine etwas unangenehmere Richtung. Krolock war wieder da ... und biss Averic einfach in die Rute! Empört klappte dem Jungwolf der Unterkiefer herunter. Boah! Jetzt war es nicht mehr lustig. Seinen Papa schien das zwar nicht sonderlich gestört zu haben, Caylee auch nicht, aber er war jetzt ganz schön sauer auf Krolock. So was machte man nicht! Und erst recht nicht mit seinem Vater! Und er war auch ziemlich enttäuscht, über Krols Verhalten, damals war er nicht so gewesen. Bestimmt war er nur neidisch, weil er nämlich selbst keinen Papa mehr hatte. Er schnaubte, guckte jetzt auch etwas grimmig und tapste dann neben seinem Vater uns seiner Schwester her, die keinerlei Anstalten machten, irgendwie mit Krolock zu schimpfen. Statt dessen wollten sie aber einen Plan überlegen, um es Krolock heim zu zahlen. Papas Plan klang ziemlich gut, nur wie das gehen sollte, das konnte er sich schwer vorstellen. Chardím wandte sich auch an Caylee.

Wenn wir dem Nichts entkommen sind, überwältigen wir ihn zu Zweit!“

Er nickte bekräftigend. Das klang gut und realisierbar! Der junge Wolf sah wieder nach vorne und wäre beinah in Averic reingerannt, konnte aber noch schnell genug stoppen. Irritiert sah er zu seinem Vater hoch, folgte dessen Blick, aber da war nichts. Warum stand er denn jetzt? Hatte er sie nicht grade noch zur Eile getrieben? Da befahl sie der Schwarze aber schon weiter und bewegte sich noch hastiger vorwärts, als vorher. Chardím tat einfach, wie ihm geheißen und rannte los. Vielleicht machte das Nichts auch einfach alle komisch.


[ Auf der Flucht | Averic, Caylee ]

Rakshee
21.01.2010, 20:11

Rakshee war zufrieden. Das Rudel zerfloß um sie herum, ihre Flucht war versüßt durch ihren Begleiter, und die Bedrohung durch das Nichts schien mit jedem Schritt zu schrumpfen. Natürlich wusste sie, irgendwo, dass dem nicht so war. Aber sie gab sich diesem Gefühl willentlich hin, und sie genoß es. Es trieb den Geruch von Schnee und kalter Luft in ihre Nase. Es erinnerte sie an die Tage, an denen weder Hiryoga noch Rasmús und Tyäl gegangen waren. Es war ein gutes Gefühl.
Die Braune stellte die Ohren auf, als Garrett ihr antwortete, und nickte leicht.

"Mh, du hast Recht. Aber ich kann es mir kaum vorstellen. Was ist mit deiner Familie, bist du nicht mit ihnen aufgewachsen?"

Und - wie konnte ein Wolf ohne Familie überleben? Natürlich, wenn es Engayas Wille war, so würde auch eine Pflanze im Feuer nicht verblühen. Aber sie zog diese Möglichkeit nicht wirklich in Betracht, wand nun abermals den Blick, um aus der Wolfsmasse ringsherum einzelne Gesichter zu fischen. Jakash war noch da, Mama Shnai konnte sie auch sehen, ihre Schwestern jedoch konnte sie in diesem Moment nicht ausmachen. Vermutlich waren sie trotzdem irgendwo in der Nähe.
Rakshee hob den Blick nur kurz zum Himmel, bevor sie zu Garrett zurück fand. Sie suchte und fand seine Augen, und genoß ihren Anblick.

"Ich habe das Tal nie verlassen, nachdem wir aus den Bergen hierher gezogen sind. Erzähl mir von der Welt ausserhalb des Tals"

Bat sie, und machte einen halben Stolperschritt, als sie mit der Pfote nach seinem Ohr fischte. Nein, es war nicht die Zeit zu spielen - es war die Zeit die letzte Hoffnung im Herzen zu halten.


[Auf der Flucht | Garrett]

Nihil
21.01.2010, 20:44

Nihil lag, ein wenig gelangweilt, da und starrte in die Leere. Er hatte sich etwas vom Rande des Nichts zurückgezogen, weil er nachdenken wollte. Er spürte irgendwie, dass sich etwas veränderte. Nur wusste er noch nicht, was sich veränderte. Aber er war sich irgendwie sicher, dass es etwas mit ihm und den anderen Wölfen da draußen im Außerhalb zu tun haben musste. Nur was? Doch Nihil schob diese trüben Gedanken beiseite und stand wieder auf. Seine Pfoten suchten sich ihren Weg über den Boden, welchen Boden? Seufzend fiel er in einen flotten Trab und kam auch schon bald wieder an den Rand des Nichts. Hier war es irgendwie trüber, er konnte nach draußen sehen, und die Wölfe würden das erste Stück hier drinnen sehen. Doch wer würde schon auf einen Welpen achten, der im Nichts lief? Schließlich liefen sie doch alle vor dem Nichts weg und die Wölfe, die in das Nichts traten, starben. Aber warum? Was war am Nichts, was die Wölfe nicht abkonnten, und was war am Außerhalb, dass Nihil nicht abkonnte? Jetzt bereuhte er es irgendwie, Engaya nie gefragt zu haben, als er die Möglichkeit gehabt hatte. Aber da konnte er jetzt auch nichts mehr dran ändern, also: Weiter laufen und hoffen, dass er irgendwann von irgendwem bemerkt wurde.
Viele Wölfe vielen in sein Blickfeld, aber keiner von ihnen würde wohl auf ihn achten. Wölfe um Wölfe. Welpen sah er auch, doch niemand interessierte ihn wirklich. Er wollte die Spitze erreichen. Wie weit war der Weg wohl? Seine Grübeleien wurden unterbrochen, als er über seine eigenen Pfoten stolperte. Er fiel der Schnauze lang hin und rappelte sich mühsam wieder auf. Nach kurzem Kopfschütteln schaute sich Nihil um und entdeckte einen Welpen bei einem größeren Wolf. Wie die wohl hießen? Überlegend lief er auf gleicher Höhe mit ihnen mit und betrachtete sie aufmerksam. Ein leises Jammern entwich seinem Maul, er wollte zu ihnen, doch Engayas Verbot, mehr oder weniger Verbot, hielt Nihil jedoch davon ab, das Nichts zu verlassen. Aber wie konnte er dann wenigstens die Aufmerksamkeit der beiden auf sich lenken? So schnell es ging, ratterte Nihil ihm alle möglichen Möglichkeiten, die ihm bekannt waren, durch und überlegte, was am besten wäre. Laut rufen? Nein. Laut jammern? Nein. Laut bellen? Wäre eine Möglichkeit. Rauslaufen? Ausgeschlossen. Noch was? Nein. Also entschied sich Nihil kurzerhand dafür, zu bellen.
Und schon entwich ein leiser Belllaut seine Kehle, zu leise. Schnaubend wiederholte er seinen Versuch und bellte dieses Mal lauter. Das mussten sie aber gehört haben. Um noch mehr aufzufallen, wagte sich Nihil weiter an den Rand des Nichts, um für die Wölfe dort sichtbarer zu sein. Würden sie ihn bemerken? Nihil hoffte es zumindest.



[erst alleine | dann nahe Krolock und Takashi | im Nichts]

Garrett
22.01.2010, 10:06

Einen Moment durchflutete es Garrett mit einer Welle der Unsicherheit. Sie waren an jenem Thema angelangt, über welches er so ungern sprach und immer so schön einen Bogen machte. Seine Familie. Ja, das war schon eine Geschichte für sich. Eigentlich hätte er doch vollkommen anders sein müssen... war es aber nicht. Es schien immer schon etwas anderes für ihn bestimmt zu sein als sein Leben in Verbitterung und Furcht zu leben, er hatte es nie getan und es würde auch nie so sein, dessen war er sich nur zu sicher.
Wieso also, sollte er nicht hier einmal über seinen Schatten springen. Wieso sollte er Rakshee erzählen was war. Wie es war. Sie war in ordnung und er vertraute ihr voll und ganz. Schon lange nicht mehr hatte der Schwarze einem Artgenossen so sehr vertraut.

"Alles was ich von meiner Familie weiß sind Erzählungen. Den einzigen den ich wirklich kennen gelernt habe, war mein Vater und meine Schwester. Meine Mutter verstarb als ich noch sehr klein war. Meine Brüder starben damals ebenfalls weil sie nicht stark genug waren um zu leben. Zusammen mit mir überlebte nur meine Schwester. Wir wuchsen bei unserem Vater auf und er brachte uns soweit alles bei was wir wissen mussten und er schickte uns fort nachdem wir das Jungwolf Alter erreicht hatten. Unsere wege trennten sich, auch der von meiner Schwester und mir... seither bin ich auf Wanderschaft."

Vorsichtig drehte er den Kopf zur Seite und blickte Rakshee in die Augen in der Hoffnung ihren wieder aufgekeimten Frohmut nicht mit seinen Worten erneut erstickt zu haben.
Ihre nächste Frage war zwar nicht weniger leicht zu beantworten, ließ ihn aber hoffen ihre Aufmerksamkeit eher darauf zu richten, daher redede Garrett schnell weiter.

"DIe Welt ist viel viel Größer als ich es selbst dachte. Flüsse, Seen, Berge. Riesige Wälder und freie Landschaften. Alles reiht sich aneinander und scheint endlos. Als könnte man ewig laufen und würde doch nie dorthin gelangen wo alles endet. Als wäre es endlos. "

Ja, es war eine schöne und endlose Welt dort draußen. Doch etwas fehlte dort, die Einsamkeit die jene Weite zumindest in ihm ausgelößt hatte, hatte er aus der Erzählung heraus gelassen. Er war nicht der Wolf für jene Endlosigkeit. Er hatte etwas ganz anderes gesucht. Jene familiären Bindungen die er nun hier fand. Nun wusste der Schwarze, was er gebraucht hatte. Was er gefunden hatte.


[Flucht | Rakshee ]

Takashi
22.01.2010, 17:29

Auf Krolocks Frage hin schüttelte der Große nur den Kopf. Er war zwar ziemlich unsicher wegen dem Nichts, doch richtige Angst hatte er noch nicht. Außerdem würde er es nur sehr ungerne Krolock gegenüber zugeben. Denn was mochte dieser dann bloß von seinem Onkel denken? Wahrscheinlich würde er sich nur lustig über ihn machen und ihn als Memme abstempeln. Das wäre nicht sonderlich gut, da der Welpe dann seinen Onkel wohl nicht mehr ganz für voll nehmen würde. Für Takashi wäre das eine reine Katastrophe, denn der Welpe ließ sich von kaum jemanden etwas sagen. Wenn er dann nicht einmal mehr Takashi ein wenig gehorsam widmen würde, hätte wohl keiner mehr Einfluss auf den Welpen. Zumal es jetzt auch nicht sonderlich leicht mit ihm war.

“Averic? Ach der…der wird uns schon nicht nachkommen. Der hat wahrscheinlich besseres zu tun!“

Der Schwarze grummelte leise. Machte dieser Averic etwa gerade die Welpen wieder verrückt? Takashi verdrehte genervt die Augen und wollte sich nicht weiter darum Sorgen machen. Schließlich war das auch nicht seine Angelegenheit gewesen. Inzwischen war der Rüde einige Schritte hinter Krolock, holte dann aber wieder etwas auf, bis er wieder auf dessen Höhe war.

“Ich weiß nicht so wirklich, was ich von dem Weißen Kram hier halten soll. Natürlich weiß ich auch nicht, wie es sich als nächstes verhalten wird. Aber dennoch glaube ich nicht, dass es uns hier einschließen wird. Wir werden hier wohl noch durchkommen…denke ich. Und du meinst, dass man da einfach rein rennen kann? Ich weiß nicht so recht. Dennoch tendiere ich eher dazu, in einer solchen ausweglosen Situation dort durch zu gehen! ...“

Der schwarze Rüde verstummte. Es wäre doch wirklich besser erst gar nicht darüber nachzudenken oder gar darüber zu reden. Zuerst wollte man hier einfach nur raus kommen, ohne, dass noch etwas passierte. Auch Takashi wollte hier so schnell wie möglich raus. Sicherlich war er da nicht der Einzige. Und als hätte man gerade in diesem Moment nicht genügend Sorgen! Auf einmal erblickte Takashi einen Welpen ein Stück neben sich, den er zuvor noch nie gesehen hatte. Hätte der Kleine nicht auf sich aufmerksam gemacht, hätte der große Rüde ihn in der Eile wohl übersehen. Das tat ihm nun irgendwie leid. Dann verlangsamerte er sein Tempo wieder und viel einige Meter hinter Krolock zurück. Unsicher begann er, den fremden Welpen zu mustern. Er schien hier wirklich fremd zu sein. Aber wo kam er denn auf einmal her? Und was machte er denn da im Nichts? Verwirrt sah sich der Schwarze um. Der Welpe konnte doch nirgendwo her gekommen sein! Überall hatte sich das Nichts bereits ausgebreitet. Oder war er etwa durch das nichts gelaufen? War der Kleine ihnen die ganze Zeit gefolgt? Aber das konnte doch nicht wahr sein!

“Ach du meine Güte! Wo kommst du denn so plötzlich her, Kleiner? Und komm raus da…das ist gar nicht mal so ungefährlich…!“

Verwirrt und unsicher zugleich wechselte der Blick des Rüden von Krolock, zu dem Weißen und anders herum. Ein fremder Welpe, der ganz plötzlich bei ihnen war. So plötzlich war er aufgetaucht, als wäre er aus dem Nichts gekommen. Es schien sogar so, als würde er sich nur durch das Nichts fortbewegen. Aber das wäre doch sicherlich sehr unwahrscheinlich. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Dennoch hatten sie jetzt keine Zeit zu verlieren. Wenn sie hier erst einmal raus waren, könnten sie wohl noch darüber reden.

[Auf der Flucht | Krolock, Nihil]

Malakím
22.01.2010, 18:07

Husch, husch, husch - die blauen Augen hielten kaum einmal still, so schnell suchten sie die Umgebung nach noch mehr blauen Blumen ab. Gedanklich sah er sie genau vor sie, die auseinandergezogene Fährte aus Blüten, die ihnen einen Pfad durch das Nichts bahnten. Dabei glaubte er nicht wirklich daran, dass die Göttin ihnen auf diese Weise den Weg wies. Er hatte es ernst gemeint, als er Tyraleen sagte, der Weg würde in ihr liegen und sie müsste ihn finden, statt nur danach zu suchen. Dennoch hielt er die Idee einer Blumenspur für hübsch und gut geeignet, um die Welpen zu beschäftigen.
Nur ließen sich die Welpen diesmal nicht auf sein Spiel ein. Der Schwärzling hob den Kopf, als verschiedene Schreie seine Ohren erreichten. Er sah die beiden Fähen nicht mehr stürzen, nurmehr, wie Aszrem halb über dem Abgrund hing, Tyraleen gerade bei ihm ankam und auch die Welpen zu den beiden Erwachsenen eilten. Nyota und Kylia waren nicht auszumachen, aber das war nicht weiter verwunderlich. Die Schreie machten deutlich, was geschehen war.
Das Lächeln auf den schwarzen Lefzen verblasste. Malakím seufzte schwer, sein Blick glitt zum Himmel. Es war für die Hinterbliebenen immer schwer, wenn sie einen Liebsten verloren, aber manchmal war es noch schwerer.
Des Schwärzlings Pfoten trugen ihne näher zu den anderen hin, doch er gesellte sich nicht direkt zu ihnen. Er blieb in einiger Entfernung stehen. Ganz einfach, weil er nicht dazu gehörte. Weder hatte ihn viel mit den Toten verbunden, noch verspürte er diese tiefe, verzweifelte Trauer, die die anderen gerade empfanden. Es war nicht seine Art, derartige Gefühle bei sich selbst zuzulassen, stets umging er solche Regungen mit einem Lächeln und einem Gedankensprung, der ihm einen posotiven Aspekt der Situation offenbahrte. Gerne wollte er diesen Wölfen helfen, wollte sie trösten und aufmuntern. Nur konnte er das nicht so machen, wie sonst auch. Hier und Jetzt würde soetwas nur auf Ablehnung stoßen. Geduld und Geschick waren gefragt, um das Leid seiner Mitwölfe zu lindern.
Malakím kehrte zu der blauen Blume zurück. Kurz überlegte er, ob er sie einfach brechen sollte, entschied sich aber dagegen. Die Blume hatte jetzt einen Namen, und sie zu pflücken bedeutete damit mehr denn je, sie zu töten. Ein leises Lächeln erschien wieder auf den schwarzen Lefzen, während der Schwärzling anfing zu graben. Einmal rund um das Pflänzchen herum, und dann - vorsuchtig! - das Blümchen mit dem Wurzelballen ins Maul genommen. Und schon trugen ihn seine Läufe zurück zu den Trauernden, diesmal bis hin zu Aszrem und der kleinen Prinzessin. Diese beiden waren am Wichtigsten, das sagte ihm sein Gefühl und seine Erfahrung. Malakím setzte die Blume vorsichtig bei den beiden ab, nahe des Abgrundes, und hielt den Kopf auf Höhe der Welpin.

"Sieh mal, Prinzessin. was hälst du davon, wenn du deiner Mama die hübsche Blume schenkst? Sie hat sie noch gar nicht gesehen. Ich bin sicher, sie freut sich im Himmel über dieses schöne Geschenk, und bestimmt wächst die Blume dann da unten für deine Mama weiter. Hm?"

Seine Stimme war leise und sanft, in keinster Weise drängend. Der Hauch eines Lächelns umspielte seine Lefzen - er hielt seine Idee für gut, und genau das wollte er vermitteln. Außerdem konnte der Schwärzling ohnehin nicht anders...


[Spähtrupp, am Abgrund | Tyraleen, Nerúi, Turién, Aszrem]

Aszrem
23.01.2010, 12:09

Er konnte den Blick nicht von ihr lösen, obgleich der Schmerz wuchs, je länger er zu ihr hinabstarrte. Sie anzusehen, selbst ihren zerbrochenen Körper, war alles, was er noch hatte. Er konnte nicht zu ihr hinunter. Keine letzten Worte. Kein letztes Beieinanderliegen und die Wärme des anderen spüren. Kein letzter Blick. Kein Abschiednehmen, das ihm vergönnt war. Sie war tot - einfach tot. Und zwischen ihnen der Abgrund.
Seinen Namen hatte Aszrem nicht gehört, aber es spielte auch keine Rolle. Neben ihm kam Tyraleen schlitternd zum Stehen. Auch das spielte keine Rolle. Nyota war tot. Nichts war mehr wichtig.
Außer...
Nerúi kam angerannt, so schnell ihre kurzen Läufe sie trugen. Ihren Ruf nach ihrer Mutter hörte er nur zu deutlich. Es stach tief in seine Brust.
Nerúi spielte eine Rolle. Sie war wichtig. Sie war seine und Nyotas Tochter. Sie war alles, was ihm blieb, der Grund, warum sein zerrissenes, blutiges Herz noch schlug. Aszrem zog tief die kühle Luft ein und versuchte, sich zu fassen. Es gelang ihm nicht. Er fand gerade mal genug Kraft, sich zu seiner Tochter herum zu drehen und sie mit einer Pfote vom Abgrund fort und zu sich hin zu drehen. Mit vorgeneigtem Kopf schmiegte er hals und Wange an ihren kleinen Körper und ludt sie damit ein, sich weiter an seiner Brust auszuweinen. Sein eigenes Schluchzen ließ sich dabei nur schwer unterdrücken. Aszrem schloss die Augen, aber es war dennoch, als starre er noch immer den Abhang hinab. Er konnte sie noch immer sehen.
Oh, ihr Götter, wie es brannte!
Sein Herz schien ihm in der Brust zu verbrennen, wollte ein verkohltes Loch in seinem Fleisch und seiner Seele hinterlassen. Eine neue Welle der Verzweiflung spülte durch seinen Geist und zwang ihn, die Augen zu öffnen und mit einem Auge erneut den Abgrund hinab zu spähen.
Da lagen sie. Noch immer. Und nichts, gar nichts würde sich daran ändern. Sie konnten die Zeit nicht zurück drehen, konnten es nicht verhindern. Warum nur war das passiert? Nyota. Kylia. Warum nur waren sie übereinander hergefallen? Sie hatten sich so gut verstanden. Kylia war eine wundervolle Patin gewesen. Oh, ihr Götter, Nerúi hatte ihre Mutter und ihre Patin verloren!
Neue Tränen bahnten sich heiß ihren Weg seine Wangen hinab, und nur mit allergrößter Mühe konnte er ihren Fluss stoppen. Er musste jetzt stark sein für seine Tochter. Er musste sie jetzt trösten, wo es nichts zu trösten gab...
Jemand näherte sich ihnen. Süßer Blumenduft. Und Malakíms sanfte Stimme, die zu Nerúi sprach. Aszrem schloss die Augen und öffnete sie langsam wieder, den Blick nun auf die blaue Blüte gerichtet. Malakím hatte sie nicht etwas ausgerissen, sondern sie ausgegraben. Für einen kurzen Moment fragte sich der Schwarzbraune, woher der Rüde in so einer Situation nur diese Ideen nahm. Und doch... wenn es seiner Tochter helfen konnte, dann war es eine gute Idee.

"Nerúi...",

seine Stimme brach. Aszrem schluckte und versuchte, sich zusammen zu reißen.

"Nerúi, ich glaube, das ist eine gute Idee von Malakím. Komm, wir schenken ihr die Blume gemeinsam, ja? Dann weiß deine Mutter, dass wir sie lieb haben..."

Aszrem löste seinen Hals von seiner Tochter und streckte den Kopf zur Blume hin, sodass er sie mit der Nase berühren konnte. Er hoffte sehr, dass seine Tochter auf diese Idee ansprang und am besten auch etwas Trost darin finden würde...


[am Abgrund | Tyraleen, Nerúi, Turién, Malakím]

Tascurio
23.01.2010, 15:02

Ohne Interesse an den Wölfen, mit denen er auf der Flucht war, lief Tascurio irgendwo hinter Amáya und Yerik. Da war eigentlich genug Abstand, dennoch hörte er teilnahmslos ihrem Gespräch und den Unterhaltungen einiger anderer Wölfe zu. Missmut stand ihm ins Gesicht geschrieben. Zum einen war er gezwungen, nahe der Anderen zu sein, ohne Möglichkeit zum Rückzug, zum Anderen verschlag das Nichts seine wunderschöne Welt. In ihm fühlte es sich an, als würde jeder Grashalm und Baum, jede Blume und jedes Gestrüpp unwillig schreien, wenn das Nichts wieder ein kleines Stück vorgerückt war. All das Schöne in der Welt konnte nicht weglaufen. Es musste ausharren und sich in sein Schicksal fügen.
Als Yerik seiner Patentante den Weg abschnitt, richtete sich seine Aufmerksamkeit doch auf die Beiden, während er gedanklich das Gespräch durchging, das die Zwei bis eben geführt hatten. Da sie im Weg standen, stapfte er näher und blieb dann bei ihnen stehen, als störe ihn, dass er um sie herum gehen müsste, wenn er weiter wollte.

“Lass sie lieber. Stur wie sie ist wird sie eher sterben, als nachzugeben.“

Er sah zwischen den beiden Erwachsenen hin und her. Wartend. Seine Ohren lagen unglücklich und unzufrieden am Kopf an und obwohl er seine Stichelei losgeworden war, stand deutliches Desinteresse in sein Gesicht geschrieben. Erst war er einfach gelaufen und nun stand er. Nichts davon machte viel Sinn.
Was passierte, wenn man ins Nichts eintrat. Speziell mit ihm? Was würde geschehen, wenn er einfach aufhörte, zu existieren? Er könnte gehen, mit der Welt die er liebte.




[Bei Amaya und Yerik]

Ahkuna Caiyé
23.01.2010, 22:43

Ahkuna seufzte. Wie lange mag diese Flucht wohl noch dauern? Es war schon viel zu lang. Überall war ES. Das was alle das „Nichts“ nannten. Wie es wohl dort drinnen Aussah. Starb man oder lebte man dort weiter? Ohne jemals wieder heraus zu kommen. Wird man, wenn man hinein gerät, irgendwo wieder geboren oder kam man nach oben zu den Göttern? Zu Banshee und Acollon? Was war dieses „Nichts“ eigentlich genau? Niemand hatte sie darüber informiert oder informieren können. Doch Ahkuna wollte nicht aufdringlich wirken wenn sie jemanden fragte. Nein. Dies würde in einer solchen Situation vielleicht nur noch Unruhe in diese ganze Sache bringen.
Eine Pfote vor die andere. Immer weiter. Wenn sie zu langsam werden würden sie vielleicht vom „Nichts“ von den anderen abgetrennt werden. Nicht gut. Absolut nicht gut. Dies wäre wohl das absolute „Worst case“-Szenario. Getrennt von den anderen darauf wartend das das „nichts“ einen auch noch erwischt. Oder, während man versucht noch zur Gruppe aufzuschließen, würde sich das „Nichts“ einfach um sie herum schließen.
Ahkuna folgte den Welpen. Immer hinter ihnen her. Sie musste darauf aufpassen dass niemand von ihnen stehen blieb und noch verschwand. Ahkuna fühlte sich schon fasst wie eine Erwachsene. Sie passte auf ihre kleinen Verwandten auf während sie versuchte so ruhig wie möglich zu wirken. Das letzte was sie brauchten war eine panische Aufpasserin. Davon rennen würde jetzt nichts bringen. Sicher. Sie hätte zu dem vorderen Trupp stoßen können aber dazu gehörte sie nicht. Sie war nicht dazu auserkoren worden mit den anderen einen sicheren Weg zu suchen. Sie dachten wohl das Ahkuna dazu nicht geeignet war. Sie verstand das zwar aber einfach nur tatenlos herum zu laufen war nicht gerade das Beste was man tun sollte wenn man gerade vor einer Bedrohung stand.


[Bei Aléya und Avendal]

Krolock
23.01.2010, 23:00

Krolock sah verwirrt zu, wie Takashi plötzlich zurück fiel und dann anfing mit dem Nichts zu reden? Hatte der Alte nun völlig den Verstand verloren? Mit großer Skepsis trat der noch kleine, schwarze Welpe heran und starrte in die Leere, in der sich nichts verbarg, abgesehen von diesem merkwürdigen Welpen.
Plötzlich flog alles, was er über das Nichts zu wissen glaubte, durcheinander. Ging davon überhaupt irgendeine Gefahr aus, wenn sogar ein Welpe darin überleben konnte? Wer hatte überhaupt verbreitet, dass es tödlich war, sich vom Nichts erwischen zu lassen? Das ganze war doch ungeheuerlich!
Misstrauisch schritt er ein bisschen näher heran. Kein Geruch, nichts außer der Leere und auch kein Geräusch, vom Bellen abgesehen, drang an seine Ohren. Es war merkwürdig. Der Welpe wirkte auf ihn komisch. Irgendwas an ihm schien anders. Zumal es höchst ominös war, dass ein wildfremder Welpe plötzlich auftauchte.
Die Schnauze verziehend sah er Takashi an.

“Geh doch mal vor und hohl ihn raus! Ich will wissen was passiert!“

Sollte der Alte beim Hineingehen verschluckt werden, war der Welpe darin nur ein Rätsel mehr, das dieses seltsame Nichts für sie alle bereithielt. Wenn dem aber nicht so war, gab es nichts, was man fürchten musste.
Des Weiteren blieb er stumm und starrte den weißen Welpen an. Irgendetwas Bannendes ging von ihm aus. Es gab keine Worte, dieses Gefühl zu beschreiben.


[Bei Takashi und Nihil]

Keskitio
24.01.2010, 10:09

Krolock, du hast die Ortsangaben vergessen ...


Traurig schaute Kess Atalya an. Warum musste sie gleich wieder gehen? Das war echt schade. Unglücklich wandte sie sich ab und trabte los. Sie hoffte, andere Wölfe zu finden und mit diesen reden zu können. Hoffentlich würde sie welche finden, die sich nicht gleich wieder abwandten, wie dieser Welpe Atalya. Auch wenn sie bestimmt ihre Gründe hatte. So trabte sie also voran und horchte auf eine neue Seelenstimme. Sie musste nicht einmal lange warten! Schon hörte sie eine neue Stimme! Erfreut legte sie einen Zahn zu und galoppierte voran, als sie die beiden Wölfe fand, deren Stimme sie gehört hatte. Sie schaute die beiden einen Moment an, dann sprach sie sie an.

"Ihr haut beide nicht ab, oder?

Kess schaute die beiden einen Moment an, dann ordenete sie kurzerpfote (wenn man das denn sagen kann ^^) die beiden Stimmen je einem der Wölfe zu. Und ohne zu überlegen, sprach sie aus, was sie wusste. Wie sollte es auch anders sein? Und das war genau der Fehler, den sie jedes Mal aufs Neue beging.

"Hallo Garret und Rakshee."

Sie schaute die beiden Wölfe an und ein leichtes Lächeln schlich sich auf ihre Lefzen. Sie hoffte wirklich, dass die beiden nicht weggehen würden, wie Atalya. Und dann fiel ihr auf, dass sie wieder diesen Fehler begangen hatte. Seufzend schloss sie die Augen und schüttelte den Kopf, bevor sie sie wieder öffnete und die beiden betrachtete. Hoffentlich würde es Garret und Rakshee nicht stören. Warum musste auch ausgerechnet sie diese Stimmen hören? Es wäre doch wirklich viel leichter, wenn sie sie nicht hören würde! Oder? Immerhin wusste sie es ja nicht, wie es war, sich unter Wölfen aufzuhalten und die Stimmen, die von ihnen ausgingen, nicht zu hören. War es so viel anders?


[erst alleine | dann Rakshee und Garret]

Nihil
24.01.2010, 10:23

Nihil blieb stehen, als der Wolf stehen blieb. Nur Augenblicke später kam auch der dunkle Welpe heran. Aufmerksam beobachtete Nihil die beiden und hörte sich ihre Worte an. Die Worte des Welpen, die an den Wolf gerichtet waren, erschreckten Nihil irgendwie. Sie durften nicht hier rein, Nihil durfte nicht dort raus! Nihil würde sich an Engayas Worte halten. Ganz bestimmt. Also ging Nihil nur so weit an den Rand des Nichts, wie es ihm möglich war, ohne gleich ins Außerhalb zu kommen. Warum durfte er eigentlich dort nicht hin? Er wusste nur, dass er dort nicht hin durfte, warum war ihm nicht klar. Aber er sprach aus, was er wusste.

"Ich komme von dort hinten." Nihil drehte seinen Kopf kurz nach hinten in die Tiefe des Nichts, bevor er weiter sprach. "Doch, das ist gefährlich. Das hat Engaya mir gesagt. Sie sagte, ich dürfe hier nicht raus. Und ihr sollt hier nicht rein. Warum? Wisst ihr das? Ich weiß es nicht."

Nihil schaute die beiden an. Er legte den Kopf leicht schief und wackelte mit den Ohren. Dieser Welpe ... er wusste nicht was und warum, aber ihm kam es fast so vor, als würde er ihn kennen! Nein! Das konnte nicht sein, er kannte niemanden. Er war noch nie jemandem begegnet! Noch nie. Er hatte noch nie mit jemandem gesprochen, also, es war gar nicht möglich, dass Nihil diesen Welpen kannte. Aber wie würde er - die beiden - auf seine Worte reagieren? Ob er endlich erfahren würde, warum er das Nichts nicht verlassen durfte und warum die anderen hier nicht rein durften? Oder würde Engaya noch mal auftauchen und es ihm sagen? Dann wüsste er es mit Bestimmtheit. Aber konnte es auch sein, dass auch die beiden dort wussten, warum er nicht raus uns sie nicht rein durften? Dann würde er endlich nicht mehr im 'Dunkeln' tappen, obwohl er so was in der Art eh schon tat ...


[Krolock und Takashi | im Nichts]

Katsumi
25.01.2010, 15:51

Es war kalt. Alles war kalt. Und der ehemalige Alpha fror, wie lange nicht mehr. Stets war die Wärme des wunderbaren Lächelns seiner Sandkönigin um ihn. Doch heute nicht. Morgen genau so wenig. Das Nichts. Es war unmittelbar hinter dem Braunen und schien ihn zu verfolgen. Irgendwo da muss Isis sein. Und Akru... Beide Wölfe wurden verschluckt vor dem mörderischen Nichts. Hungrig hatte es sich auf alles geworfen, das lebte, hatte dem Tal die Aktivität ausgehaucht und ein verängstigtes Rudel zurückgelassen. Welches nun rannte. Immer weiter. Nur er nicht. Er hatte keine Kraft. Er konnte nicht. Es hatte ja auch keinen Sinn, oder? Hier hätte er noch mit seinem Seelenbruder laufen sollen. Um die Wette, wie es Welpen taten. Sie hätten zusammen die anderen unterstützen müssen. Der der graue Hüne folgte seiner Liebe. Katsumi blieb stehen und blickte den Wölfe hinterher, die alle um ihr Leben trabten. Ein tiefer Seufzer entglitt der rauen Kehle.

Natürlich werden wir kein Leid mehr ertragen. Nie wieder, das verspreche ich Dir, mein Freund. Es werden schwere Zeiten auf uns zukommen, auf das ganze Rudel. Das Nichts bedroht uns. Und wir Beide werden kämpfen. Nicht nur für uns, sondern auch für jene, die es nicht können.

Akrus Worte. Und wo war er?! Das blaue vom Himmel hatte er versprochen, die unzerstörbare Freundschaft. Ein Plötzlicher Schrei zuckte durch den Himmel und sofort nahm Katsumi einen Satz.

„Was?!“

Dieser Schrei. Unzerstörbare Freundschaft. Die Seelenspiegel funkelten. Akru war nicht weg. Nicht wirklich. Er tat nur das, was er musste. Seiner Liebe folgen.
Mit den kräftigen Läufen drückte sich der Braune vom Boden weg und preschte weg von dem drohenden Nichts. Weg von dem, welches ihn verschluckt hätte. Zurück zu seinen Wölfen. Ja, seinen. Seine Familie. Schnell holte er auf und hörte Aszrems Schrei noch immer. Ob in seinen Gedanken oder in Wirklichkeit, das konnte er nicht sagen. Er klang nur so... Katsumi konnte es nicht beschreiben.

Komm´, mein Bruder, lass´ uns die Welt ein wenig verbessern.

Akru hatte ja so Recht. Der Fünfjährige verlangsamte seinen Schritt und sah sich um. Aszrem war an einem Abgrund, umzingelt von seinen Liebsten. Was auch Immer mit der Alphafähe war oder geschehen ist, er konnte es später herausfinden. Weiter glitt der wachsame Blick. Die meisten liefen in Gruppen, niemand wollte alleine sein. Alleine... Katsumi schüttelte das Haupt und erspähte in der Ferne einen einzelnen Wolf, welcher in der Mitte des Rudels lief. Shani Caiyé. Der ehemalige Alpha trabte auf die weisse Fähe zu und trat an ihre rechte Seite.

„Shani, sei gegrüsst. Was verführt dich in solch einer Zeit dazu, alleine zu laufen?“

Der Braune lächelte freundlich, neigte seinen Kopf und passte sich dem Tempo der Fähe an. Sie ging regelmässig, atmete ohne Stocken und ihre Lebenspumpe schlug zwar schnell, aber ohne Aussetzer. Sie wusste, wohin sie musste. So schien es jedenfalls. Eigentlich passte es nicht so zu ihrer zierlichen Gestalt, aber Fassaden täuschten einem mehr als genug. Zudem kannte er sie nicht übertrieben gut. Katsumi wirkte nicht betrübt. Akru redete munter auf ihn ein, so, wie er es von dem Hünen nicht gewohnt war. Isis fehlte natürlich. Sie war einfach weg. Die erste Fähe, der er wieder so vertraute wie Nisha. Isis, Nisha. Zwei Fähen die sich so ähnlich waren und doch so unterschiedlich... Katsumi nickte nach vorne in die Weite.

„Wir werden noch eine ziemliche Strecke laufen müssen, darf ich dich begleiten?“

Erneut lächelte er und ging genau so regelmässig wie die weisse Fähe weiter.


[Erst alleine | hört den Ruf | eilt zurück zum Rudel | geht zu Shani | uf der Flucht]

Shani Caiyé
25.01.2010, 17:42

((Shani ist weiß! :D ))

Shani hob langsam den Kopf und sah Lunar nach, der sich unaufhaltsam entfernte. Sie fühlte es fast körperlich. Wie ihr Bruder immer mehr zu einem Schatten wurde, nicht nur in ihrem Sichtfeld, sondern auch in ihrem kleinen, schlagenden Herz. Die große Verbindung, die sie einst aneinander gehalten hatte, die den Schwarzen einst in das Tal der Sternenwinde – zu ihr – geführt hatte … war fort. Irgendwo unter Hiryogas Tod, ihren Welpen, Lunars Kälte und seiner Angst, zu ihr zu kommen begraben. Sie war sich nicht sicher, ob sie sie je wieder freibuddeln könnte, ob ihre Kraft dafür noch ausreichte. Und ob sie verzeihen könnte … dass er auch nicht dagewesen war, als sie ihn am dringendsten gebraucht hatte. Als ihre Welt untergegangen war. Jetzt, viele Monate später wollte die Sonne noch immer nicht scheinen und ihr schwarzer Bruder vermochte es nicht, sich ihr wenigstens nun zu stellen. Nur ein einziges Mal. Nein, er floh.
Lunar war aus Shanis Blickfeld verschwunden. Stumm blickte sie wieder nach vorne, fragte sich mit zugeschnürter Kehle, wie es so weit hatte kommen können. Und wo all die Wölfe waren, von denen sie gedacht hätte, sie würden sie in dieser Not unterstützen. Sich ihrer Einsamkeit voll bewusst und die Bitterkeit dieser Erkenntnis auf der Zunge schmeckend blieb ihr Blick im Nichts liegen – beinah genoss sie das Gefühl zu erblinden, nichts mehr zu sehen. Trotz ihrer Lage kam ihr auch jetzt nicht der Gedanke, Hiryoga nach zu folgen und ihre Pfoten einfach in den wabernden Nebel zu setzen. Viel zu sehr hielten ihre Welpen sie an dieser Welt, auch wenn ihr Herz tausend Tränen vergoss.
Sie zuckt zusammen, als plötzlich jemand neben ihr war und sie ansprach. Ihr Kopf schnellte herum, beinahe verlegen, als wäre sie bei etwas Verbotenem ertappt worden. Es war nur Katsumi, der so plötzlich an ihrer Seite aufgetaucht war, der braune Rüde, über den sie zwar nicht viel wusste, der ihr jedoch immer als angesehenes und freundliches Mitglied erschienen war. Sie bemühte sich um ein Lächeln, das schnell einen bitteren Beigeschmack bekam und zuckte mit den Schultern, soweit das im Laufen möglich war.

“Es gibt niemanden, der sich zu mir gesellt hat. Die Einsamkeit ist ein Begleiter, der dich nicht so schnell verlässt.“

Ungewohnt melancholische Worte für Shani, aber Lunars Verschwinden klebte noch immer zäh in ihren Gedanken und wollte ihre Freude vorerst nicht freigeben.

“Auch du bist alleine?“

Sie meinte den Braunen oft in der Gesellschaft von Akru und Isis gesehen zu haben, aber beide fehlten. Vielleicht wollten sie alleine sein, die Verbindung zwischen den beiden Wölfen hatte schon lange bestanden, auch wenn sie Shani immer ein wenig merkwürdig vorgekommen war. Aber es ging sie nichts an und sie hatte beide nicht gut genug gekannt, um nachzufragen.

“Sehr gerne.“

Sie freute sich ehrlich über die Frage Katsumis, ob er sie begleiten dürfte. Es hieß für sie, diesen schweren Weg nicht alleine gehen zu müssen und möglicherweise einen Gesprächspartner zu haben, die ihr sonst immer so leicht abhanden kamen. Wieder lächelte sie, diesmal länger.


[ auf der Flucht | Katsumi ]

Takashi
25.01.2010, 18:16

Der schwarze Rüde erstarrte. Hatte er da etwa nicht richtig gehört? Er solle doch in das Nichts gehen und einfach mal sehen, was passieren würde? Immerhin ging es bei der ganzen Sache ja auch noch um einen fremden Welpen. Für einen Fremdling würde sich Takashi eher weniger in Gefahr begeben. War denn Krolock nun völlig durch geknallt?

“Nein, Krolock, das werde ich nicht tun! Da wird auch keiner rein gehen, keiner! Hörst du…hast du das kapiert?“

Sprach Takashi wütend mit Nachdruck. Sein Gesichtsausdruck wurde finster. Erst kam der fremde Welpe dazu, dann kam Krolock auf dumme Gedanken. Und was würde dann als nächstes passieren? Am liebsten würde er sich ja die Welpen einfach schnappen und mit ihnen abhauen. Um jene weitere Diskussion zu vermeiden, wäre das vorteilhaft. Doch wie sollte Takashi so etwas bloß anstellen? Zum einen waren beide Welpen sicherlich viel zu schwer für einen längeren Weg. Das größere Problem war wohl, dass sich der fremde Welpe im Nichts befand. Vielleicht sollte der Rüde doch…? Nein, auf keinen Fall! Er sollte sich niemals zu so einer bescheuerten und höchst gefährlichen Aktion verleiten lassen. Seine Gesichtszüge entspannten sich langsam und er schüttelte nur noch den Kopf. Er seufzte leise und beschloss, Ruhe zu bewahren. Langsam, ganz langsam nur, setzte er sich wieder in Bewegung.

“Ohh…eure Welpengeschichten sind echt niedlich! Aber nun…komm da raus. Das macht mich unruhig! Du kannst ja da raus kommen und uns folgen. Auf dem Weg kannst du die Geschichte weiter erzählen.“

Meinte der Rüde möglichst ernst. Dann ging er weiter. Irgendwie war er schon aufgrund der Situation genervt. Er wollte einfach nur Weg von hier und nie wieder das Nichts sehen. Kurz warf der Schwarze Krolock einen strengen Blick zu und ging schließlich weiter. Die Welpen würden ihm folgen. Sicherlich.

[Auf der Flucht | Krolock, Nihil]

Krolock
25.01.2010, 21:47

Krolock grinste schief und nickte brav, als Zeichen dafür, dass er verstanden hatte. Sein Onkelchen wusste aber sicher, dass ihm die Gefahr des Nichts durchaus schon vor der Standpauke bekannt gewesen war. Der schwarze Jüngling ging etwas logischer zu Werke, als Takashi. Hörte sich zunächst an, was der Welpe im Nichts zu verzapfen hatte. Engaya! Dass er nicht lachte. Welpengeschichten!
Da er aber keine Lust auf eine Diskussion über dieses Thema hatte, schwieg er sich aus. Er betrachtete nur den Weißen. So etwas komisches war ihm noch nie passiert.

“Was wenn er Recht hat und da nicht raus kann, so wie wir nicht rein können?“

Fragte er, um seinen Onkel ein bisschen zur Vernunft zu rufen. Es war zweifelsohne total abnormal, dass dieser Welpe da im Nichts einfach herumlief.

“Vielleicht ist er ja gar nicht echt und wir bilden ihn uns nur ein… du wirst langsam verrückt, Onkelchen!“

Aber Takashi hatte sich plötzlich umgewandt und ging weiter. Krolock hingegen stand noch immer da, direkt vor Nihil und sah den komischen Nichtswelpen an. Er war anders, da war sich der Schwarze inzwischen sicher. Gefährlich, interessant und dennoch irgendwie langweilig. Bald würde es nur noch den Welpen im Nichts geben und die Ära des Rudels würde zu Ende sein. Schwarzseherei oder nicht, noch war Krolock nicht gewillt, sich seinem Schicksal zu überlassen. Er ging langsam weiter, auf dem schmalen Grad entlang, der ihn nie zu nah, aber auch nicht zu weit vom Nichts wegführte.

“Keine Ahnung. Du bist doch der Komische. Musst du doch wissen, warum du das bist! Wir sind hier draußen, die normalen Wölfe. Wie sieht das Nichts aus? Also da drin? Wie hier draußen? Oder ist da einfach nichts?“

Neugierig tappte er am Nichts entlang.


[Nahe Takashi, direkt beim Nichts und neben Nihil laufend]

Nerúi
26.01.2010, 03:04

[Bani und Turi: Ich hab ein wenig was vorweg genommen, ich hoffe es ist in Ordnung, ansonsten ändere ich es natürlich jederzeit]

Nerúis Welt verlor an Farbe. Mit jedem Atemzug schien es grauer um sie zu werden, tonloser, Farbloser. Grau. Tränen rannen noch immer ihre Wangen herab, liessen ihre Augen erblinden, und nahmen der ergrauten Welt ihre Kontur. Turiéns Stimme erklang, erst hinter und dann neben ihr, wiederholte sich mit der gleichen Verzweiflung die auch in ihrer Brust lauerte, und nur am Rande nahm sie wahr wie ihr Silberbruder am Rande der Schlucht auf und ab lief. Nerúi rührte sich nicht. Die Hoffnung auf einen Weg hinunter hatte sie nie gehabt. Tatsächlich klang es wie eine trsöstende Verlockung, sich noch einmal an Mamas Brust zu kuschell, nocheinmal an Kylias Rute zu ziehen, ihnen in die Ohren zu flüstern dass sie wieder aufstehen mussten. Aber zugleich steckte ihr ein leises Stimmchen, dass es nichts ändern würde. Gar nichts.
Papa Aszrems große Pfote verschob sie ein wenig, und verzweifelt und Halt suchend zugleich drängte sie sich an ihn, schob die tränennasse Schanuze so tief in sein Fell wie sie nur konnte, und versuchte mit geschlossenen Augen das alles rückgängig zu machen. Sie musste nur dran glauben, ganz bestimmt! Aber sie konnte nicht daran glauben dass Nyota und Kylia nicht dort unten lagen. Sie konnte weder ihre eigenen Tränen noch den leicht bebenden Körper ihren Vaters ignorieren, nicht Turién und nicht Tyraleen. Sie konnte einnfach nicht.
Bitterkeit begann ihr trauerndes Herz zu fluten, und der Tränenstrom nahm noch einmal zu. Warum hatten sie kämpfen müssen? Warum hier? Warum war niemand von ihnen schnell genug gewesen um sie zu retten? Warum nicht? Engaya, warum nicht? Warum nicht?! Wut glomm in ihr auf, allein auf die Göttin gerichtet, die sie angeblich alle retten sollte, und die dann ihre Mama und ihre Patin stahl! Ihr kleines Gesicht verzog sich zu einer wütend-traurigen Grimasse während sie die Augen aufschlug, und nur die plötzliche Überraschung einer schwarzen Schnauze an ihrer Seite vertrieb den Zorn aus ihrem Blick und ihren Gedanken. Für den Bruchteil einer Sekunde erwartete sie gelbe Augen am Ende des Nasenrückens. Aber da waren keine. Die gelben Augen waren dort unten, für immer verschlossen.
Dennoch erreichten die leisen Worte sie, und die strahlend blaue Blüte lies die Welt aus ihrer Farblosigkeit erwachen. Der Blick ihrer schmerzerfüllten Augen fand von der Blüte zu Malakím und dann zu Papa Aszrem, dessen Stimme genauso klang wie ihre eigene und die von Turién. Durchdrungen von Trauer, von Verzweiflung.
Langsam nur nickte sie, wand viel zu schnell den Kopf, und rief mit nachgebender Stimme nach ihrem Silberbruder.

"Turié-"

Schluckend kämpfte sie gegen einen weiteren Tränenschwall an, der ihr die Stimme versagen lies, aber er würde sie dennoch hören. Jede Stimme war laut, wenn man selbst in Stille gehüllt war. Die Schwarzbraune zögerte noch, bis auch ihr Bruder sie und die Blume erreicht hatte, und begann dann, mit ihm und Papa Aszrem, die Blume in Richtung des Abgrunds zu schieben, zögerte plötzlich, und hob noch ein mal den Kopf, um Mama Tyraleens Blick aufzufangen. Sie musste auch helfen. Sie war doch auch...erneut wartete sie, bis sie zu viert die Blume sanft über den Rand geschoben hatten, und ihr im Fall nachsahen, der bei näherer Betrachtung viel zu langsam und viel zu kontrolliert von statten ging. Zwischen Kylia und Nyota landete die Pflanze auf dem Erdklumpen mit den Wurzeln, die Blüte nach oben gestreckt, als wolle sie den verbliebenen Wölfen dort oben noch einmal zuwinken, bevor sie sich verabschieden mussten.
Nerúi aber hatte die Blume nur fallen sehen - dass sie längst und etwas unsanft hätte aufschlagen müssen war der Welpin nicht einmal ansatzweise in den Sinn gekommen. Mit einer Bewegung die Äonen von Jahren zu überdauern schien erhob sie sich, tappste an Turién, Papa und Tyraleen vorbei, um den kleinen Kopf zu Malakím hochzurecken. Noch immer rannen in immer neuen Schüben Tränen aus ihren Augen, und ihre kleine Zunge versuchte unsicher Malakím an der Nase zu erwischen. Ihre Stimme konnte sie nicht mehr verwenden, ihr Hals war zu eng geworden um noch ein Wort hinurch zu lassen, aber der Schwarze würde sie so oder so verstehen. Nur zögernd wand sie sich wieder von ihm ab, und begab sich an ihren Platz zurück, an Papa Aszrem gedrängt und die Augen im Abgrund versenkt. Das Blütenblau trieb ihr neue Tränen in die Augen, die sie schließlich schloss, während sie sich wieder in Aszrems dichtem Fell vergrub. Es war alles getan was sie nur tun konnten, doch die plötzliche Leere in ihr war nicht fortgegangen. Nerúi wollte fort von sich selbst, an einen Ort an dem Mama und Kylia noch lebten. Ihr war klar dass es keine leichte Reise werden würde. Nie wieder.


[Am Abgrund | Aszrem, Turién, Tyraleen, Malakím]

Ruiza Tsuki
26.01.2010, 11:23

Sinnfreier Schmerz. Schmerz der alles überlagerte. Cyriell hatte sie allein gelassen. Sein Geruch war fort. Ruiza wusste es. Ihr Pelz juckte. Fort. Allein. Einsam. Hilflos. Tausend Empfindungen strömten auf sie ein und warfen sie wie einen Ball hin und her.
Ihre Haut kribbelte und ihr Herz raste. Er war wirklich fort. Was sollte sie dann noch hier? sie gehörte nicht wirklich zum Rudel, auch wenn Banshee sie damals aufgenommen hatte. Sie war immer ein Fremdkörper geblieben.
Und sie wusste nun auch dass sie Shun nie hätte verfluchen dürfen, denn Flüche, in Hass ausgesprochen konnten umgekehrt werden und den Verflucher treffen. Sie hatte Shun auf ewige Einsamkeit verflucht. Scheinbar hatte er den Fluch auf sie umgekehrt. Es stimmte sie traurig. so wollte sie nicht weiterleben.

Mit einer lähmenden Gewissheit blieb sie immer weiter zurück, wurde langsamer bis sie das Schlusslicht des Rudels bildete. Es gab schließlich niemanden der sie vermissen würde. Sie war allein, blieb allein und würde nun auch allein sterben. Vom Nichts verschluckt


[Ruiza's Abgangspost]

Nihil
26.01.2010, 17:41

Nihil starrte die beiden an. Er konnte seinen Ohren und Augen kaum glauben. Waren alle Wölfe so ... so ... Dafür fand er kein Wort. Einfach so, wie sich die beiden benahmen? Der Große dachte, er würde scherzen, oder so etwas in der Art, und der Kleine hielt ihm zum Narren und betrachtete ihn schief - oder so ähnlich. Auf jeden Fall benahmen sie sich daneben! Warum glaubte der Große ihm nicht? Und warum meinte der Kleine, er sei komisch? Irgendwie verwirrt trat Nihil wenige Schritte zurück und starrte die beiden total verwirrt an. Dann lief er neben dem Welpen her und widersprach dem Großen, obwohl er genau das eigentlich gar nicht vor gehabt hatte.

"Ich kann hier nicht raus! Und ich habe gar keine Geschichte zu erzählen! Was sollte ich denn erzählen? Ich habe noch nie etwas erlebt! Ihr seid die ersten Wölfe, mit denen ich mich unterhalte, abgesehen von Engaya, und sie sagte mir nur, ich dürfe das Nichts niemals verlassen. Davon kommt mein Name auch, und das nur, weil ich irgendwie weiß, dass es mein zu Hause ist. Und das wird es immer bleiben, ich kann nicht zu euch da raus kommen!"

Dann erst schaute Nihil den dunklen Welpen an, neben dem er herlief. Er dachte einen Moment über seine Frage nach, wie es im Nichts aussehe. Was sollte er denn antworten? "Da drinne ist nichts", oder wie? Aber das stimmte nicht, da drinne war nichts und doch wieder alles, Gerüche, Geräusche, Dinge, Lebewesen - alles war da und doch wieder nicht ... Also, wie sollte er diese Frage beantworten, dabei nicht lügen, also die volle Wahrheit sagen? Das ging doch gar nicht. Wie sollte er sich nur ausdrücken? Oh, das war so schwierig. Es viel Nihil einfach nicht ein, wie er diese Frage hätte beantworten können. Also schwieg er. Einen Moment. Dann kam ihm eine Idee. Eine sinnlose und bekloppte Idee, die genau das aussagte, was ihm unpassend erschien.

"Du kannst nicht sagen, dass da drinne nichts wäre. Aber wie bei euch da draußen ist es auch nicht. Hier, ganz am Rand, ist auch Boden, aber ich sehe es nur wie durch Nebel. Umso weiter ich hinein gehe, umso schwächer wird der Schein des Bodens. Gleich dort vorne, nicht weit, ist eigentlich nichts mehr sichtbar. Aber es ist nicht nichts da, es ist etwas da. Es sind alle Geräusche da, alle Gerüche, alle Lebewesen, alle Pflanzen - alles, und doch ist alles wiederum nicht da. Ich sehe sie nicht, ich bin hier drinne aufgewachsen und habe mich daran gewöhnt, zu laufen, ohne zu wissen, wohin ich trete, aber es ist auf alle Fälle etwas da. Und manchmal glaube ich sogar, dass das Nichts sich um mich kümmert, sich um mich sorgt. Das erste Mal, als ich so nah am Rand war, zog mich irgendetwas vom Rand weg. Als wolle etwas mich wieder ins Innere ziehen. Als würden andere nach mir greifen, mich rufen, mich holen wollen. Es ist etwas da.", murmelte Nihil. "Es ist definitiv etwas da."

Seine Worte hörten sich irrsinnig in seinen Ohren an, sie sagten eigentlich nichts aus - ob der Welpe ihn verstand? Und würde der Große ihn für völlig hirnlos und bekloppt abstempeln? Nihil hoffte, dass er sich nicht gleich das erste Gespräch mit anderen Wölfen versaut hatte. Immerhin war es sein erstes Gespräch - es könnte auch sein Letztes gewesen sein. Aber hoffentlich war es das nicht ...


[Takashi & Krolock | im Nichts]

Takashi
26.01.2010, 20:30

Takashi war die Sache ganz und gar nicht geheuer. Aber was sollte er auch bloß dagegen tun? Den fremden Welpen einfach verscheuchen? Nein , sicherlich nicht. Jedoch hinderte dieser ungünstiger Weise Takashi und Krolock an der Flucht aus dem Nichts. Dies machte den großen Rüden besonders unruhig, da er ja schließlich auch einiges an Verantwortung für Krolock übernahm. Er empfand es als seine persönliche Aufgabe, den Welpen hier ohne jeglichen Schaden heraus zu bringen. Doch nun trödelten sie hier verwirrt rum, weil der weiße Welpe komische Dinge erzählte. Takashi gefiel es auch überhaupt nicht, dass der schwarze Welpe so nah am Nichts entlang ging. Er hatte sich von dem Fremden dazu einfach verleiten lassen! Aber Krolock dort einfach wegzunehmen ging auch nicht, wenn man keinen Streit heraufbeschwören wollte. Es beruhigte den Schwarzen ein wenig, dass Krolock zuvor seine Worte verstanden hatte.

“Ach Krolock…rede doch keinen Unfug! Komm jetzt!“

Versuchte er den Welpen zu motivieren, die Reise fortzusetzen. Und was war überhaupt mit dem fremden Welpen? Wieso war er überhaupt alleine her gekommen? Hatte man ihn einfach ausgesetzte und nun suchte er die Aufmerksamkeit der anderen? Ein Welpe. Ausgesetzt. Und dann auch noch in einer solchem Umgebung, die alles andere als gutes hieß! Entsetzt konnte er nur noch den Kopf schütteln und sich eine eigene Meinung dazu bilden.

.oO(Es ist mir einfach nur ein Rätsel um diesen weißen Welpen! Er war plötzlich da, niemand hatte ihn zuvor bemerkt. Und dann war er auch noch ausgerechnet zu uns gekommen. Ich kann nur hoffen, dass Krolock nicht durch ihn auf irgendwelche komischen Gedanken kommt…)

Der Schwarze Rüde spitzte die Ohren. Auch Krolock schien den Fremden merkwürdig oder gar komisch zu finden. Zu Recht. Der Blick des Schwarzen wanderte nach hinten, zu dem Fremden. Er schien sichtlich verwirrt zu sein. Dann begann er noch einmal zu wiederholen, dass er aus dem Nichts nicht raus könne. War es nicht langsam an der Zeit, das wirklich ernst zu nehmen? Nun wurde es aber wirklich merkwürdig! Krolock und Takashi waren die ersten Wölfe, die mit dem weißen in Kontakt getreten waren, in Ausnahme von Engaya? Und wie bitteschön solle er dann bloß auf die Welt gekommen sein? Da konnte der Größe dem Kleinen nur einen kritischen Blick schenken. Zudem wusste der Rüde auch nicht, was er von der irren Nichts Beschreibung des Welpen halten sollte.

“Komm doch erstmal mit…!

Murmelte Takashi und war sich nicht sicher, ob das überhaupt richtig war. Vielleicht sollte man sich auch in einer Art Sorgen um den Welpen machen, weil er irgendwie komisch war.

[Auf der Flucht | Krolock, Nihil]

Amáya
27.01.2010, 09:21

Leise und unbemerkt begann es unter der Oberfläche der Schwarzen zu brodeln. Wut züngelte an ihren Eingeweiden hoch, leckte und labte sich an ihrer Seele.
Dieser Rüde... wie konnte er es wagen!?
Am liebsten hätte Amáya vergessen wo sie waren, hätte verdrängt, wer er war und hätte sich schlicht der Wut hin gegeben, dem Honigwolf das Lächeln aus dem Gesicht gewischt.
So bleckte sie nur deutlich die Zähne, das Nackenfell wie elektrisiert gesträubt. Doch so schnell wie die Welle kam, war sie auch wieder abgeflaut. Die Drohgesten wurden in den näheren Hintergrund geschoben, dass Fell glättete sich bis zu ihrer herkömmlichen Verwegenheit.

Dein Lachen geht mir auf die Nerven.

Kühl und distanziert hielt sie ihre Worte, die Lefzen aufeinander gepresst, als müsste sie die Worte erst drei Mal kauen, bevor der Todesengel sie hervor würgen konnte.
Auf seine folgende Ansprache zuckten nur die Winkel ihrer dunklen Lefzen. Was für ein Unsinn.

Du würdest mir am liebsten die meisten meiner Wünsche erfüllen, ja? Wie lächerlich.

Die blauen Augen durchbohrten das Gold, Spott schwang in ihrer Stimme mit. Einen Augenblick hielt sie inne, lief ein paar Schritte schweigend weiter.

Du willst also wissen, was ich mir wünsche, ja? Nur zu....

Weiter kam die Schwarze nicht, denn mit einer raschen Bewegung hatte sich der lächelnde Wanderer vor sie geschoben und hinderte sie am Weitergehen.
Rückartig schoss Amáyas Kopf in die Höhe, die Pfoten drückten gegen den Boden. Die Ohren waren wachsam aufgestellt, Argwohn und Missbilligung in ihrem Blick.

Was soll das?

Leicht schritt sie nach vorne, versuchte mit geschmeidigen, tänzelnden Schritten an Yerik vorbei zu kommen, ihm den Rücken zu zukehren. Sie war viel, aber gewiss nicht dumm. Ihre Aufgabe war eine andere, als sich von so einem Unsinn umbringen zu lassen.

Wenn du sterben willst brauchst du es nur zu sagen. Ich helfe dir gerne dabei.

Obwohl sie den kühlen, provozierenden Unterton hielt, so wussten sie doch beide, dass ihr Blutdurst keine Priorität hatte. Es gab kein Schema, kein bestimmtes Raster, nachdem die Schwarze handelte. Es war nach freier Lust und Laune heraus, ihr eigener Wille.
Ein leises, nerviges Stimmchen erklang vom Boden zu ihren Ohren hinauf und sofort senkte sich der eisige Blick.

Du schon wieder.“, war die liebevolle Begrüßung ihres Patenkindes. Eine nervige, dumme Pelzkugel, die an ihr klebte und der sie den Beinamen ‚Klette’ verpasst hatte.

Kleine Kinder halten lieber den Schnabel und ziehen weiter.“, gab sie mürrisch zurück, legte die Ohren wieder an. „Das Gleiche gilt für vorlaute und neumalkluge Rüden.


[bei Yerik und Tascurio]

Katsumi
27.01.2010, 13:52

(In deinem Bogen stand weiss-beige, da dachte ich, beige wäre mal was anderes als weiss x) habs abgeändert^^ Und der Beitrag ist etwas kurz und.. bläh^^)

Was war hinter dem Nichts? Wird das Rudel jemals diese Frage beantworten können? Jemals einen Ausweg finden? Oder konnten sie nur noch davon laufen? Durchqueren konnte man es nicht, überfliegen auch nicht. Einen Tunnel graben kam wohl auch kaum in Frage... Der Zeitpunkt des Umschlossen sein wird kommen. Bald schon, oder etwa nicht? Dieses Nichts zerstörte alles. Wirklich alles. Also auch die Sternenwinde... War das das Ende? Endstation? Gab es denn gar keine Macht, die grösser war, als das Nichts? Engaya? Konnte auch ihre Macht nicht helfen, ihre Kraft? Was geschah, wenn man von dem tödlichen Nebel umgeben war? Stirbt man? Löst man sich auf? Oder lebt man an einem anderen Ort weiter...?

„Manchmal wäre es schön, wenn sie sich andere Freunde suchen würde...“

Katsumi sah zu Shani um ihren Denkschritt zu unterstreichen. Seine goldenen Augen suchten ein Glitzern in den grünen Augen und blickte erst nach ihrer Frage wieder in die Ferne. Ja, er war alleine. Zumindest zum Teil, den Akru war da. Bei ihm. Der Braune wird den Weg für den Hünen weitergehen.

„Ja, Shani, heute beehrt mich wohl niemand...“

Kurz verrutschte die fröhliche Mimik. Trauer schimmerte über die Augen. Sie stark, mein Liebster. Seufzend begann der Fünfjährige in seinem Innern nach der Hoffnung zu suchen, und fand sie bei Akru. Fest zog er daran und holte sie empor. Der Braune blühte noch einmal auf und erneut versuchte der Rüde zu lächeln. Katsumi liess Shani wissen, dass er trauerte und blickte ihr deshalb direkt ins Gesicht.

„Ich habe Isis verloren...“

Lange sah er in die schönen grünen Augen, dass nickte Katsumi mit dem Kopf und schluckte die Trauer hinunter. Shanis erfreute Reaktion über ein Gespräch wollte er nicht durch Gejammer zerstören und so beliess es der Rüde bei den einzigen vier Worten. Vielleicht konnte er später dazu etwas beitragen, vielleicht auch nicht. Die Übersicht über die einzelnen Wölfe ist im Allgemeinen sehr minimal. Sie liefen zerstreut.

„Was glaubst du, wird das Nichts mit uns anstellen..?“


[Auf der Flucht | Bei Shani] (Falls es jemand stören sollte, dass ich Akru in Gedanken mit mir nehme, also dass Akru mit Katsumi spricht, oder Katsu sich das einbildet, dann sagt bescheid..^^)

Tyraleen
27.01.2010, 16:18

Tyraleen wartete. Stumm und bewegungslos wartete sie darauf, dass dieser Moment vorbeiging, dass das Entsetzen wich und sie ihre Rolle fand, dass ihr Körper wieder funktionierte. Doch alles lief vor ihr ab, ohne dass sie sich regen konnte. Turién erreichte sie, schrie, weinte, flüsterte am Ende nur noch, brauchte so deutlich die Wärme seiner Mutter, ohne dass diese sich zu ihm bewegen konnte. Malakím kam, in der Schnauze die blaue Blume – Caylee! – die er nun Neruí reichte, sie solle sie ihrer Mutter schenken. Ohne eine Regung betrachtete Tyraleen all das und als Neruí sie ansah und sie an ihrer Seite haben wollte, folgte die Weiße dieser Aufforderung mechanisch. Ohne die Blume an ihrer Schnauze zu spüren schob sie sie mit ihrem Sohn, ihrer Großcousine und dem Gefährten ihrer Tante über die Kante des Abgrunds, sah dem blitzenden Blau nach und konnte mit ihren Gedanken doch nicht folgen.
.oO(Averic …)
Sie hob den Kopf, als würde sie erwarten, dass ihr schwarzer Gefährte gleich hinter den Bäumen und dem Nichts hervor kam.
(… halt mich)Oo.
Taumelnd, ihre Läufe nicht spürend, begann sie Pfote vor Pfote zu setzen. Weg von dem Abgrund, weg von ihrem Sohn, der sie brauchte, weg von dem schmal gewordenen Pass. Zurück zu Averic, nur mit ihm würde sie ertragen können, was geschehen war, nur mit ihm konnte sie fassen, was geschehen war. Tränen liefen ihr weiterhin die Schnauze hinab, alle ihre Gedanken konzentrierten sich auf den dunklen Blick ihres Gefährten und die Gewissheit wuchs, dass sie ohne ihn jeden Boden unter den Pfoten verlieren würde, dass sie ohne ihn Nyota nachstürzen würde, in die Pfoten Banshees und Acollons. Sie wusste, dass sie in diesen Momenten versagte, dass sie alles andere als eine Leitwölfin war und ebenso niemals eine Mutter … und doch ließen sich ihre Läufe nicht mehr vom Kurs abbringen lassen, ihr Körper hatte sein Ziel bestimmt und ließ sie nichts mehr daran ändern. Er wusste, dass sie es sonst nicht schaffen würde. Dass ihr Fundament sonst im Nichts versinken würde und sie dem Wahnsinn der Trauer überantwortet werden würde. Sie war ihm jetzt schon viel zu nahe.


Wie eine Wolke, die die Sonne verdeckt schob sich das Nichts in diesem Moment über die Bergkante, sodass die Wölfe ihren Fluchtweg als versperrt erkannten. Der schmale Pass würde sie auf einen leicht ansteigenden Weg führen, der schließlich haltlos im Nichts mündete.

[ fort von den Anderen ]

Turién
27.01.2010, 19:17

Music: [URL=http://www.youtube.com/watch?v=e348n660zrA]Cantus in Memoriam[/URL]

Es fühlte sich so schrecklich an. Es überrannte ihn und ließ ihm kaum Luft zum Atmen. Für ihn gab es keine Götter mehr. Hatte es noch nie gegeben. Aber durch diesen Vorfall wurde sein Glaube daran, dass es keine Göttin names Engaya gab nur noch gestärkt. Wenn es Engaya wirklich gab... wieso tat sie ihnen das alles an? Wie konnte eine Göttin des Lebens nur so grausam sein.
Das machtlose Zittern ließ seinen Körper nicht los, und es war ihm egal, wie schwach er nun wirkte. Es war ihm egal, denn die anderen waren mindestens genauso schockiert wie er. Seine Augen waren beinahe blind vor Tränen und doch hörte er seinen Namen laut und deutlich. Sein Blick glitt zur Seite, er musterte Malakím, der die blaue Blume, Caylee, gebracht hatte, Nerúi und Aszrem. Auch Mama Tyraleen war da, und ohne zu wissen wie er es zustande brachte, konnte er sich aufraffen, stark sein. Er erhob sich und ging, wenn auch unsicher zu den Wölfen, die er so unglaublich lieb hatte und schob gemeinsam mit ihnen ihren Wegweiser, das kleiner Wunder, die blaue Blume über den Abgrund. Die sonnengelben Augen, wässrig und hilflos, starrten der Blume mit den Wurzeln lange hinterher. Er hatte keine Ahnung, ob Kylia und Nyota sich freuen würden oder nicht. Er hatte keine Ahnung was mit ihnen war. Nur einen kleinen Trost hatte er; Sie waren nicht allein. So wie Banshee zusammen mit Acollon gegangen war, hatten Kylia und Nyota sich gegenseitig. Wenigstes etwas - was die Trauer über den Verlust aber nicht minder schlimm machte. Als er den Kopf um wandte, um den Anblick zweier gebrochener Körper am Boden des Abgrundes nicht mehr sehen zu müssen, erhaschte er noch aus den Augenwinkel den Blick auf etwas Weißes, was sich entfernte. Erst viel später erkannte er, dass es seine Mama war - Tyraleen.

"Mama?"

Wieso ging sie, wieso verschwand sie ohne einen Ton zu sagen?

"Mama?!"

Seine Stimme wurde lauter, hektischer. Sein Herz beschleunigte kräftig, während es ihm eiskalt den Rücken herunterlief. Wieso ging sie weg? Wieso? Panik machte sich in dem Rüden breit, er konnte nicht mehr atmen, wusste nicht was er machen sollte; es war diese Hilflosigkeit, die ihn lähmte. Dann lief er los, seiner Mama hinterher, kraftlos, wissend, dass er sie nicht einholen würde - er wurde langsamer, sein Gesicht tränenüberströmt. Seine Stimme wurde zu einem lauten Heulen.

"Maaaammmaaa! Bitte verlass' mich nicht...bitte... Geh nicht weg-...!"

.( ... nicht du auch noch. Bitte nicht!)

Er konnte den Satz nicht zu Ende bringen. Es war panische Angst in seinem Körper und entfernt vom Abgrund, alleine, rollte er sich zusammen, legte seine Rute über sein Gesicht und schluchzte in sich hinein. Verzweiflung über seine Unfähigkeit durchströmte seine Adern. Er wusste sich nicht anders zu helfen, er wusste es einfach nicht. Der Silberprinz war ein Häufchen Elend. Alleine, von der Welt verlassen. Nyota war weg, Kylia war weg und Tyraleen war weg. Er wollte einfach nur noch die Augen schließen und betete stumm, dass alles vorbei sein sollte. Es sollte alles vorbei sein. Seine Mama durfte nicht auch noch gehen.


[ Am Abgrund | Nerúi, Aszrem, Malakím]

Krolock
27.01.2010, 20:49

Krolock verdrehte die Augen, als der Welpe den Namen der behämmerten Göttin nannte. Alles Blödsinn! Und wenn nicht, dann liebten die Götter das Leid der Wölfe. Wieder entschied er sich dafür, alles was mit dem Namen zu tun hatte, zu ignorieren. Es gab immerhin ein paar interessante Anhaltspunkte, die er dem Redeschwall des Kleinen entnehmen konnte.

“Du musst doch irgendwas gemacht haben, da drin? Du kannst ja auch denken und reden? Woher? Was weißt du über uns hier draußen? Schau dich doch mal um! Hier gab es, ehe das Nichts kam, einen Wald, Wiesen, Flüsse. Vielleicht hast du das komische Zeug, was nichts ist, in diese Welt gebracht!“

Auf den letzten Satz gab Krolock nur sarkastisch zum Besten:

“Außer dir wird ohnehin bald niemand mehr da sein.“

In diesem Augenblick waren sie eingeschlossen. Erst realisierte er es nicht wirklich, doch dann begriff er und blieb stehen. Da es nun nirgendwo mehr hinging, hatte er immerhin genug Zeit, sich mit Nihil zu unterhalten.
Nützlich, an vorderster Front zu laufen. Der Rest des Rudels würde erst noch eine Weile brauchen um festzustellen, dass es vorbei war.
Zu gerne wäre er selbst auf Entdeckungsreise im Nichts gegangen, um die Welt dort drin mit der Außenwelt zu vergleichen. Bald würde es ohnehin soweit sein, aber wahrscheinlich würde das Nichts nichts von ihm übrig lassen.
Krolock setzte sich und sah zu seinem Onkel hinüber.

“Hey, Takashi, willst du mal nachsehen ob nun wirklich der komplette Weg dicht ist? Ist er wohl, nicht wahr? Unsere Welt endet.“

Seine Augen wanderten kurz über das Rudel. Er brauchte seine Geschwister nicht zu schützen, denn sie waren genauso sicher und hoffnungslos verloren, wie er. Wenn alle starben, war es irgendwie nicht weiter schlimm. Es blieb immerhin keiner zurück, der vermissen konnte.
Abgesehen vom komischen, weißen Welpen, der ohnehin niemanden von ihnen kannte.

“Gibt es mehr von deiner Sorte? Sonst wirst du wohl lebenslang allein sein. Trostlos, findest du nicht? Aber du kennst das ja nicht anders.“


[Bei Nihil und Takashi]

Nihil
28.01.2010, 16:53

Nihil beobachtete den Welpen. Wie konnte er nur so negativ denken? Das erschien Nihil föllig unnormal! So negativ konnte doch kein Wolf denken - oder? Naja, anscheind ja doch, ein Beispiel lief ja gerade neben ihm her. Er musste wohl akzeptieren, dass er so dachte. Seufzend blieb auch Nihil stehen, als der Welpe es tat. Auch er hatte bemerkt, wie das Nichts sie eingeschlossen hatte, doch er hatte es gespürt. Er spürte, wie das Nichts die Wölfe dort im Außerhalb eingeschlossen worden waren. Der Welpe sprach zu dem Großen, der sie gerade zuvor noch aufgefordert hatte, mit zu kommen. Den letzten Satz des Welpen nahm Nihil noch auf, bevor er auf alles antwortete. Er wollte sicherlich nicht alleine sein.

"Sicher, ich lebe dort drinne. Mäuse, Kitze und solche kleinen Tiere laufen mir immer dann über den Weg, wenn ich Hunger habe, aber sonst? Nö, sonst ist nichts da. Und Eltern? Nein, solche habe ich nicht. Also ..."

Nihil unterbrach sich, als er ein komischen ziepen in seiner Brust verspürte. Nachdenklich schüttelte er seinen Kopf und verharrte einen Moment in einer Starre und horchte auf Geräusche oder auf Dinge, die er fühlen konnte. Tatsächlich war da etwas, und er wusste auch was.

"Das Nichts ist mein Vater, meine Mutter, meine Geschwister, meine Familienmitglieder ... Alles auf einmal halt. Du verstehst es vielleicht nicht, aber für mich ist das Nichts alles, was es gibt. Auch, wenn es das Außerhalb auch noch gibt, aber ich lebe halt hier.", fuhr er fort. "Nein, ich bin alleine, abgesehen vom Nichts. Ja, wenn du es trostlos nennst? Ich weiß nicht, kann schon sein. Aber kann sich nicht noch alles ändern? Oder denkst du nur verklemmt an alles Negative und lässt das Positive nicht in Frage kommen?"

Nachdenklich legte Nihil den Kopf schief und überlegte einen Moment. Würde es wirklich für ihn trostlos enden oder würde sich doch alles komplett anders entwickeln? Würde das Nichts alles verschlucken, oder einen Flecken überlassen? Würde es alles verschlucken und niemanden am Leben lassen - außer ihm? Den kleinen Nichtswelpen? Würde nur er überbleiben? Hoffentlich nicht ... Hoffentlich würden noch andere überleben.


[Takashi und Krolock | im Nichts]

Malakím
28.01.2010, 18:41

Malakíms Lächeln wuchs. Zunächst, weil Aszrem seine Idee aufgriff, und dann, als auch die Prinzessin sich darauf einließ. Es funktionierte sogar noch besser als gedacht, holte die kleine Welpin doch noch ihren Silberbruder und die weiße Alphastochter zu sich, damit sie alle gemeinsam die Blume herabschicken konnten. Sie alle, nur ohne ihn. Den Schwärzling störte es nicht, er trat gar noch einen Schritt zurück. Dies war eine Familienangelegenheit, ein gemeinsames Abschiednehmen, bei dem er nicht weiter miteinbezogen werden sollte. Er hatte ja auch schon seinen Beitrag geleistet, und ihm reichte vollauf die Belohnung, dass seine Idee angenommen worden war. Und doch wurde er noch mehr belohnt. Die kleine schwarze Welpin kam zu ihm und berührte ihn an der Schnauze. Sie lächelte nicht, und ihr Blick war noch immer voll Schmerz und Trauer, und doch wusste Malakím, dass es nun besser war. Etwas. Ein Wenig. Aber besser, und da war alles, was zählte. Sanft erwiderte er ihren Blick und sein Lächeln wuchs noch einmal mehr zu ihrem stummen Dank.
Nerúi kehrte an die Brust ihres Vaters zurück. Tyraleen schritt an ihm vorbei, mit Verzweiflung in den Augen und unsicherem Schritt. Der Schwärzling wandte ihr den Kopf nach, ohne ihr zu folgen. Sein Lächeln schwand, und ein leises Seufzen entfleuchte seinen Lefzen. Doch rühren tat er sich nicht. Sein Blick flog zu dem Silberprinzen, der seiner Mutter nachrief. Ungehört blieb. Und, wie es nur allzu verständlich war, sich schließlich der Verzweiflung ergab. Ohje, hier gab es noch viel Trost zu spenden. Nur würde seine Nähe allein wohl leider nicht ausreichen.
Sein Blick glitt zu dem Schwarzbraunen, darin eine stumme Frage. Und dann wanderten seine Augen noch etwas höher, und sahen, wie das Nichts ihren Weg fraß. Ihren letzten Fluchtweg? Er kannte das Revier nicht so gut, aber er wusste, wieviel Hoffnung alle in diesen Pfad gesteckt hatten. Die Antwort war also vermutlich: Ja, das war ihr letzter Fluchtweg - ähm - gewesen. Unwillkürlich sah er zum Himmel auf. Dann war es wohl beschlossen. Bald war er zuhause.
Malakím senkte den Kopf zu dem kleinen Welpen herab und stupste ihn sachte, jedoch auch etwas energisch an, während er ihm abwechselnd über das tränennasse Gesicht leckte. Dann fasste er ihn erstaunlich geübt am Nackenpelz und hob ihn an, um ihn gleich darauf auf seine wackeligen Läufchen zu stellen.

"Komm, kleiner Held, wir müssen deine Mutter einholen und ihr beistehen!"

Und leise flüsternd setzte er hinzu:

"Sie schafft das nämlich nicht ohne dich, weißt du? Und du bist doch so ein tapferer Sohn!"

Sanft schupste er ihn einen halben Schritt vorwärts und schickte sich an, sich ebenfalls in Bewegung zu setzen.


[Spähtrupp | Aszrem, Turién, Nerúi, Tyraleen]

Aszrem
28.01.2010, 19:41

Seine Tochter presste sich an ihn und weinte bitterlich. Aszrem spürte das Gefühl aufsteigender Tränen aufwallen, doch es kamen keine mehr. Es schien, als wären seine eigenen Tränen versiegt, nun da Nerúi bei ihm war. Und wohl für ihn mitweinte. Er selbst fühlte sich ausgetrocknet. Leer. Als wäre mit seinen Tränen auch ein Teil seines Selbst aus ihm herausgeflossen. So, wie sie den Tod Nyotas und Kylias nicht ungeschehen machen konnten, so gab es für ihn selbst auch kein Zurück mehr. Nie wieder. Ein Teil von ihm war mit seiner Gefährtin gestürzt und zerbrochen. Ein Teil von ihm war mit ihr gestorben. Er konnte es spüren.
Der Schwarzbraune sah auf, als Turién zu rufen und laut zu schluchzen begann. Seine Augen suchten irritiert nach Tyraleen, und entdeckten die Weiße etliche Meter entfernt von ihnen. Sie ging fort, den weg zurück, den sie gekommen waren. Ohne etwas zu sagen. Ohne sich umzusehen und auf ihren Sohn zu reagieren. Aszrem starrte ihr fassungslos nach, sah auf den eingerollten, bebenden Welpen und spürte, wie Zorn in ihm erwachte. Wie konnte sie ihren eigenen Sohn jetzt so im Stich lassen?! Ohne Trost, ohne Wärme, ohne Nähe, ohne einfach für ihn da zu sein?! Gerade sie, die sie mehr Mutter war als Alpha, musste ihre Welpen doch ganz vorne an stellen! Wie konnte sie diese Aufgabe, dir ihr doch tief ins Herz eingebrannt sein sollte, jetzt so vernachlässigen?! Aszrem ertappte sich dabei, wie seine Lefzen sich vor Wut kräuselten, und nur mit Mühe gelang es ihm, seine Zähne wieder zu verbergen. Er hatte sich längst noch nicht wieder soweit unter Kontrolle, dass er seine Mimik unbeeinflusst von seinen Gefühlen lassen konnte.
Malakím wandte sich zu ihm um, sein Blick war fragend. Ehe Aszrem die Frage ergründen konnte, sah der Schwarze auf, und der Schwarzbraune wandte instinktiv ebenfalls den Kopf um.
Da war es, das Nichts, und es schnitt ihnen den Weg ab. Den letzten Weg, der sie noch aus der Umklammerung des Nichts hätte retten können. Aszrem spürte, wie er innerlich gefror. Sein Zorn auf Tyraleen verrauchte augenblicklich, war vergessen. Da war das Nichts. Und sie konnte nicht länger entkommen. Ihr aller Schicksal war besiegelt. Aszrem konnte den Blick nicht davon abwenden.
Oh, ihr Götter, sie würden alle sterben. Nerúi würde sterben. Oder noch schlimmer. Wer konnte sagen, ob denen, die durch das Nichts starben, der Weg ins Jenseits gestattet sein würde. Ihr Götter, Nerúi und er würden Nyota vielleicht gar nicht wiedersehen...
Es hätte ihn entsetzen müssen. Aber da war nichts mehr. Leer starrte sein Innerstes dem Nichts entgegen, als würde ein Samen des Nichts in seiner Seele wachsen.
Endlich kehrte sein Blick zu Malakím zurück. Der Schwarze lächelte noch immer. Aszrem sah ihn nur an und sah dann auf seine Tochter herab, als Malakím sich Turién zuwandte. Leckte ihr über den Kopf.

"Nerúi, wir müssen jezt zu den anderen zurück. Komm, und weine nicht mehr. Wir müssen jetzt stark sein, du und ich."

Er leckte ihr die nassen Wangen. Seine Stimme war wieder so ruhig wie sonst, kein Beben mehr darin. Irgendwo in ihm registrierte ein Teil von ihm diese Tatsache mit Verwunderung, und verschwand sofort wieder. Aszrem erhob sich langsam, die Schnauze noch am Kopf seiner kleinen Tochter. Es war Zeit zu gehen.
Auch wenn es eigentlich keine Rolle mehr spielte...


[am Abgrund | Tyraleen, Malakím, Nerúi, Turién]

Ethell Feamiliell
28.01.2010, 19:56


Sie rannte über das Gras. Unbändige Freude, purer Ehrgeiz und Sehnsucht nach ihr trieb sie an. Sie hatte sie gewittert. Sie hatte andere Wölfe gewittert. Der Geruch, altbekannt und doch fremd wurde mit jedem Satz schärfer und eindringlicher, stärker, kraftvoller.
Die Füße trieben die Weiße fast automatisch an, die grünen glänzenden Augen auf ihr Ziel gerichtet, welches unweit vor ihr lag. Es war das Rudel. Und Gani. Gani Amira, ihre beste Freundin, welche sie damals- und daran mochte Ethell gar nicht so recht denken- verlassen hatte, über Nacht, sie hatte sie allein gelassen, den Grund wusste sie nicht. Ihr war nicht klar gewesen warum sie es getan hatte. Warum sie sie verlassen hat, und auch warum war die Spur zu ihr so schwach gewesen?
Sie schüttelte ihre Mähne, mehr als Anreiz als um den Gedanken an Gani Amira.
Die Augen strahlten. Sehnsucht, ja Sehnsucht nach ihrer besten Freundin. Sie hatte ihr immer Halt gegeben. Immer.
Ob es ihr gut geht? Was ist wohl aus ihr geworden?
Das würde sie erst später erfahren. Mit schnelleren, eleganteren und sprunghafteren Schritten rannte sie nun dem Rudel und Gani Amira entgegen.
Nur noch ein paar Sprünge um zum Rudel zu gelangen...
Sprung!
Die Freude war auf dem Höhepunkt, ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, Ekstase und Rage bauten sich in ihr auf, eine Mischung aus Gefühlen wurde stärker, wollte ausbrechen, Nervosität, Rage, Ekstase....

Sie schüttelte den Kopf. Ein Pochen, ein Seufzen, ein Schnauben.
Dunkelheit, Leere in ihrem Kopf.
Druck, Spannung, Schmerz.
Was war geschehen?

"Wie wo was wo...was ist..warum bin ich?"

stammelte sie vor sich hin. Zahlreiche Fremde hatte sie zu erwarten. Mehr nicht.
Und...wo war Gani? Ihre Freundin? Wollte sie ihr nicht helfen? In ihrer Lage? Erfüllt von Kälte und Schmerz?
Wo war sie?
Und da bemerkte sie die Aufruhr, die Panik, der Stress der in der Luft lag. Wider und wieder fragte sie sich: Was war geschehen? Die Sonne, die sie auch immer als Freund und Helfer gesehen hatte, sie war verschwunden, verdeckt, versteckt. Einfach weg. Ein kaltes Gefühl glitt über das sanfte weiße Fell und jagte ihr Schauer ein. Kälte, Angst, Panik. Überall. Sie und auch die anderen waren ausgeliefert. Sie spürte es. Es kam. Auf sie zu, direkt auf sie zu! Aber was war es, die Bedrohung, welche unbändig auf leisen Sohlen auf sie zu kam? Eine Bedrohung, machtvoller als alles was sie zuvor gesehen hatte, gespürt hatte, kannte. Was war es? Die Freude in ihr war schon lange gewichen, es war als würde Fenris sie höchstpersöhnlich am Nackenfell packen und in die kälteste, gefährlichste, tödlichste Gefahr stecken. Und immer tiefer wurde ihr Misstrauen. Auf was hatte sie sich eingelassen?


Mein Dank geht an Jumaana für die Hilfe beim Einstieg :)

Shani Caiyé
29.01.2010, 11:56

Katsumi schien seltsam melancholisch, sein Blick hing genauso verloren im Nichts wie zuvor Shanis. Die weiße Fähe vermochte nicht zu sagen, was in dem Kopf des Rüden vorging, empfand nur plötzlich das Bedürfnis, ihn zu trösten. Dabei wusste sie nicht einmal, ob es da etwas zu trösten gab. Es waren nur die goldenen Augen, die von Traurigkeit sprachen, ohne zu enthüllen, woher diese kam. Wie sein Blick fiel auch seine Antwort aus, schwer wie ein von Ranken umwachsener Stein. Sachte nickte sie darauf, wollte aber nicht antworten, gab es darauf doch nur noch schwerere Steine, die noch trauriger machten. Seine Augen suchten ihren Blick und sie erwiderte ihn ausdruckslos, voll stummer Zustimmung. Sie fühlte sich dem braunen Rüden in diesem Moment seltsam verbunden, zwei einsame Wölfe in Mitten von kalter Leere und umspült von dem schweren Wasser der Melancholie.

“Immerhin können wir uns so gegenseitig beehren …“

Wieder überzog der Schatten der Trauer Katsumis Blick, diesmal noch offensichtlicher. Auch wenn er gleich darauf ein Lächeln fand und es ihr schenkte … die Trauer blieb und er schien sie nicht verbergen zu wollen. Fast unsicher erwiderte die Weiße diesen Blick, wagte nicht, eine Frage hineinzulegen und bekam doch eine Antwort. Nur verstehen konnte sie sie nicht ganz. Verloren … Sprach er vom Verlieren, so wie sie Hiryoga verloren hatte? Oder sprach er vom Verlieren, so wie sie ihre Welpen verlor? Unsicher klappten ihre Ohren zurück.

“Verloren?“

echote sie zaghaft, wollte nicht aussprechen, was sie eigentlich fragen wollte, ob … Isis … tot war? Schrecken umklammerte das Herz der Weißen. Sie hatte die zierliche Wölfin nicht richtig gekannt, dennoch lebten sie sicher schon ein Jahr zusammen im Tal der Sternenwinde. Man hatte sich unterhalten, sich bei der Jagd tonlos verständigt, sich gemeinsam um die Beute gebalgt. All das verband irgendwo, irgendwann und ließ das plötzliche, unwiederbringliche Ende zum Schrecken werden. Gleichzeitig wurde sie sich bewusst, was das für Katsumi bedeutete … seine Gefährtin war tot. Und Shani wusste, wie sich diese Erkenntnis anfühlte.
Katsumi schob, ganz so, als hätte er so eben gesagt, dass das Nichts bedrohlich war, eine Frage nach, die Shani kaum erfassen konnte. Ebenso wenig fand sie eine Antwort, wollte viel eher eine von dem Rüden, ohne zu wissen, ob sie tatsächlich wissen wollte, was geschehen war.


[ beim Rudel | Katsumi ]

Shariku
29.01.2010, 15:35

Sie lief ziellos allein umher. Seit langem schon. Ihre kleinen grauen Pfoten folgten einer eingebildeten Spur, sie folgtem einem Weg, welcher kein Richtung hatte. Shariku war nicht traurig, nicht verwirrt, sie war einfach nur allein. Mit einem schiefen Lächeln lief sie durch die Gegend und versuchte immer die gleiche Richtung bei zu behalten. Wo ihre Familie war, hatte sie aufgehört sich zu fragen. Ihre Geschwister interessierten sich eh nicht brennend für sie, aber die anderen, wo waren sie? Sie hätte am liebsten leise Gesungen, damit sie wenigstens irgendetwas hörte. Doch das ging nicht. Nie würde sie singen können, nie würde sie ihre Gedanken in Worte fassen können, obwohl so viel aus ihr heraus wollten.

(Warum kann ich nicht sprechen? Warum kommt nichts aus mir heraus? Kein Wort, kein Laut? Habe ich vielleicht irgendwann einmal etwas vom Nichts verschluckt? Das muss es sein! Ich glaube ich werde es mir mal anschauen, ich will wissen was meine Heimat zerstört. Vielleicht finde ich im Nichts ja meine Stimme? )

Mit einem nun entschlossenen Gesicht änderte sie die Richtung um auf das Nichts zu treffen. Kleinen Blätter, vermutlich vom letzten Herbst, wehten gegen ihre Pfoten schienen sie zurück halten zu wollen. Doch Shariku war zu neugierig, sie wollte das Nichts sehen, es kennen lernen, wissen was ihr vielleicht das Leben nehmen würde. Doch als sie es erreicht hatte, war sie einfach nur schockiert. Was hatte sie sich vorgestellt? Wie konnte man sich vorstellen Nichts zu sehen?

(Ich weiß nicht was ich erwartet habe, aber das nicht. Es ist....es ist seltsam.)

Sie war verwirrt, das erste echte Gefühl seit langem. Nicht mehr dieses taube, verträumte Schweben, nein, sie war wieder in der Welt angekommen. Mit großen Augen starrte sie auf die Umgebung. So etwas hatte sie noch nie gesehen. Sollte sie hinein springen? Sollte sie erkunden was auf der anderen Seite war? Shariku ging in Stellung, nur schnell Schwung holen und los rennen, bald würde sie wissen was sich hinter diesem Schleier verbarg. Über ihre knackte ein Ast, sie fuhr zusammen. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Hätte sie das jemals getan? Vermutlich nicht. Es war eine blödsinnige kindische Idee gewesen. Ein Verzweiflungsschritt, der Versuch von jemanden bemerkt zu werden, der versuch von jemanden aufgehalten zu werden. Langsam setzte sie sich hin. Das Gras unter ihr war kühl. Was war mit ihr los? Machte die Einsamkeit sie so schnell verrückt, dass sie ihren gesamten Optimismus verlor?

(Was stimmt nicht mit mir? Haben die anderen mich extra zurück gelassen? )

Mit wachsender Verwirrung und Panik sah sie sich um. Allein. Nur ein paar Blätter wirbelten herum, sie war Mutterseelenallein. Sie schloss die Augen. Panikartig ging ihr Atem, ihre Beine zitterten. Vor ihren Augen sah sie Bilder, Dinge die sie bewegten. Wie die Sonne aufging, wie sie unterging, wie der Schnee glitzerte, wie die Blätter fielen. Shariku wurde klar was sie gerade tun wollte. Sie wollte ihrem Leben ein Ende setzten? War sie so verzweifelt. Sie schüttelte den Kopf, erst langsam und sacht, dann immer schneller und heftiger. Sie versuchte die Gedanken zu verscheuchen. Ihr Leben lang hatte sie gekämpft, ihr Leben lang wollte sie ihr Leben verbessern und dann so was? Nein, nie wieder wollte sie sich überlegen ihr Leben zu beenden. Mit einem nun entschlossenen Blick, schnellen Schritten und einer freudig erhobenen Rute rannte sie ein paar Schritte entfernt von Nichts los. Ihr einzigster Gedanke bestand darin ihr Rudel wieder zu finden. Kein trüber Gedanke würde sich mehr bei ihr einschleichen. Am liebsten hätte sie geheult um die anderen zu rufen...

[allein am Nichts | sucht die anderen]

Takashi
29.01.2010, 21:01

Auf einmal war alles so anders. Was war nur geschehen? Das Nichts war so nah gekommen, dass es Krolock und Takashi umschlossen hatte und es keinen Weg zu entkommen gab! Unruhig drehte sich der große Schwarze ein paar Mal im Kreis. Das konnte doch alles nicht war sein! Hatten sie etwa so viel Zeit verschwendet? Er sagte nichts mehr und hörte auch nicht zu, nun war es an der Zeit zu handeln. Ruckartig blickte er sich um. Wo gab es bloß einen Ausweg? Es war einfach keine Zeit mehr zu verlieren. Da! Im Nichts existierte noch eine Stelle, die schmaler als die anderen war, und direkt den Weg entlang führte. Diese Stelle schien überwindbar zu sein, dennoch aber nur sehr knapp. Sollte Takashi es wagen? Und Krolock, was war mit ihm? Der Jungwolf würde es unmöglich alleine über das Hindernis schaffen! Es war auch keine Zeit mehr, um nachzudenken. Schnell drehte sich der Große zu seinem Schützling um, der sich erstmal in aller Ruhe niedergelassen hatte. Ein Hauch von Entsetzen glitt über Takashis Gesicht. Er zögerte nicht lange und schnappte sich auch schon den kleinen schwarzen im Nackenfell. Er war schon recht schwer, doch es gab keinen anderen Weg, ihn von hier weg zu bekommen. Es wäre wirklich gut, wenn er genau in diesem Moment keinen Unfug anstellen würde. So ging Takashi einige Schritte rückwärts und fixierte starr das weiße Hindernis. Keines Falls dürfte er es auch nur ansatzweise berühren. Er wusste, was ihm und auch Krolock dann geschehen würde. Der Adrenalin Gehalt in seinem Blut stieg rasch an. Dann schoss der Schwarze endlich los, von null auf hundert. Kurz vor dem Nichts sprang er ab, die Vorderpfoten stark angezogen. Mit den Hinterbeinen konnte er sich noch einmal kraftvoll abstoßen, dann befanden sich Welpe und Wolf in der Luft. In Wirklichkeit dauerte es kaum ein paar Sekunden. Doch für Takashi kam es wie eine Ewigkeit vor.

.oO(Werden wir es schaffen? Kann es nicht einfach aufhören … diese weiße Hölle! Es ist so nah und scheint doch so fern! Ich muss es schaffen…ich darf nicht versagen! Schließlich gilt es doch auch als meine Aufgabe, auf Krolock aufzupassen.)

Ein ängstliches zittern ging durch den Körper des schwarzen Rüden. Was war das eben gewesen? Er streckte die Vorderpfoten so weit er konnte aus, landete auf ihnen. Irgendwo in seinem Körper hatte es bedrohlich geknackt. Ein Gelenk – doch glücklicher Weise war nichts passiert. Es war wirklich so verdammt knapp gewesen! Gerade noch hatte Takashi das Gefühl gehabt, von dem Nichts eingesogen zu werden! Es war das schreckliche Gefühl, als hätte jemand nach seinen Läufen gegriffen und versucht, ihn nach unten zu reißen. Doch nun war das alles vorbei – sie waren sicher auf der anderen Seite gelandet. Takashis vor Schreck und Panik rasendes Herz schien man über den ganzen Platz hören zu können, meinte er selbst zumindest. Vorsichtig setzte er Krolock auf der Nichtsfreien Seite ab. Takashi verspürte auf einmal eine solche Hitze, die von seinem Körper ausging, während sein Blut hastig durch den Körper rauschte. Dann drehte er sich zu dem Fremden um. Er zitterte ein wenig.

“Kleiner…folge uns durch das Nichts…du kannst das doch…bitte…!“

Sprach er entkräftet. Der riesige Satz über das Nichts und die plötzliche Anstrengung in Verbindung mit der Angst waren einfach zu viel. Nun standen sie also wieder auf der sicheren Seite. Doch auch das war kein weiterer Anlass, erneut Zeit zu vertrödeln.

[Auf der Flucht | Krolock, Nihil]

Nerúi
30.01.2010, 03:11

Nerúi wollte nicht hier sein. Sie wollte nicht wirklich fort von diesem Ort - sie wollte nur nicht da sein. Mit geschlossenen Augen glaubte sie ihre Mama zu sehen, mit Kylia an ihrer Seite, und einem dunklen Umriss der sie führte. Sie öffnete sofort die Augen, und sah Aszrems dunkles Fell dicht vor ihren Augen. Ihr Blick huschte sosfort den Angrund hinunter - aber sie waren nicht wieder aufgestanden. Nur die blaue Blume lachte standhaft zu ihnen hinauf, und Nerúi konnte dieses Lachen nicht erwiedern. Turiéns Stimme lies sie den Blick wenden - da war Mama Tyraleen, - da, ganz weit weg, da hinten. Wo ging sie hin, und warum nahm sie sie nicht mit, warum hatte sie nichts gesagt? Turién lief ihr nach, und gab wieder auf - sein Kummer hätte ihr Herz zerrissen, wenn davon noch etwas übrig gewesen wäre. So jedoch rannen ihr nur weitere Tränen über die Wangen, und erst als sie eine warme Zunge auf dem Fell spürte, wandte sie den Blick von ihrem Silberbruder, zu dem sich jetzt wenigstens Malak gesellt hatte.
Papas Stimme war nicht mehr so wie vorher. Sie klang normal, so wie immer. So als wäre alles in Ordnung. Sie wollte es so gerne glauben. Nur zögernd erhob sie sich, nachdem Aszrem ihr die Tränen aus dem Gesicht geleckt hatte. Sie wollte nicht weg. Da unten war Mama, da unten war Kylia. Sie wollte nicht weg, aber hier sein wollte sie auch nicht. Sie wollte das alles anders war. Jetzt, sofort. Mit tränenschweren Augen blickte sie nocheinmal hinunter.

"Auf Wiedersehen Mama und Kylia"

Flüsterte sie, die Stimme gequält leise und halb erstickt. Ein paar Tränen fanden ihren Weg hinunter, bevor sie sich vom Abgrund losriss, und den ersten Schritt in Richtung Turién machte. Ihr Körper fühlte sich plötzlich so bleischwer an, ihr Herz schien nicht mitkommen zu wollen. Es fühlte sich so schrecklich an, so schwer, es zog sie zurück zu der gefährlichen Kante.
Aber sie wand den Kopf nicht mehr, fürchtete, ihn somnst nie wieder nach vorne richten zu können, und setzte nur unglücklich Pfote vor Pfote, zu Turién und Mama Tyraleen hinterher. Das Nichts in ihrem Rücken hatte sie nicht bemerkt, aber es war jetzt auch nicht länger von Bedeutung. Mama war tot. Mama und Kylia waren tot. Sie fühlte sich so hohl, so aufgebraucht. Ihre Augen suchten Papa Aszrem, und ihr Gang wurde ein klein wenig leichter. Sie musste auf ihn aufpassen, damit sie ihn nicht auch noch verlor. Es waren schon zu viele gegangen.
Bei Turién angekommen schob sie sich an seine Seite, leckte ihm immer wieder über die Schnauze. Sie fühlte sich schrecklich, aber es würde nur immer noch schlimmer werden wenn Turién weiter so traurig aussah. Natürlich sah er so aus, sie tat das auch...aber sie wollte nicht dass er es tat. Nicht so sehr. Nicht...nicht jetzt.

"Komm mit mir"

Es kostete soviel Kraft diese Worte hervorzubringen, und man hörte es deutlich. Aber es war genau das was sie sagen wollte. Komm mit mir. Trauer mit mir. Der Weg zurück führte in eine zerstörte Heimat, der Weg hinter ihnen führte zu ihrer toten Mutter. Nerúi wusste nicht warum sie zurück gingen, aber sie nahm es hin. Sie hatte ihre Mutter verloren, ihre Patin. Was kümmerte sie da der Weg, den ihre Pfoten beschritten? Es war alles so unwichtig, wenn man plötzlich lernte was wirklich wichtig war. '...wir müssen jetzt stark sein' Die Schwarzbraune wusste nicht wofür, aber sie wollte es sein. Sie wollte stark sein. So stark wie Mama gewesen war, so stark wie sie und Kylia. Sie konnte nicht verhindern dass weitere Tränen ihre Wangen herunterliefen, aber sie blieb auf den Pfoten, schob die Nase vorsichtig in Turiéns Ohr und setzte dann die nächsten Schritte vorwärts. Sie mussten stark sein. Und herausfinden warum Mama Tyraleen ging. Und sie mussten zusammen bleiben. Denn der Verlust zerrte nach wie vor so sehr an ihr, dass sie auseinander zu bersten glaubte. Und sie konnte nicht benennen was sie noch zusammenhielt - aber es würde kaputtgehen, wenn sie sich nun weiter noch trennten. Alles würde kaputtgehen.

"Ich hab dich lieb"

Fügte sie hinzu, sehr viel leiser, aber mit deutlich klarerer Stimme. Wenigstens Turién konnte sie das noch sagen, bevor es zu spät war. Immer und immer wieder.


[Am Abgrund | Aszrem, Malakím, Turién]

Rakshee
30.01.2010, 04:37

Rakshees Lächeln hielt der Antwort Garretts nicht lange stand. Die Worte wischten es von ihren Leftzen wie der Wind ein loses Blatt von einem Fels, und mit nachdenklicher Miene hörte sie ihm weiter zu, die Ohren auf Halbmast, die Rute unruhig durch die Luft streichend. Was konnte das für ein Vater sein? Ihre Brauen zogen sich zusammen bevor sie antwortete, die Stirn in Falten.

"Wie kann ein Vater soetwas tun? Ihr könntet beide tot sein!"

Sie war wirklich wütend über soviel Verantwortungslosigkeit. Wie konnte man seine eigenen Welpen als Jungwölfe fortschicken?! Ohne jede Notwendigkeit, ohne Grund? Rakshee schnaubte, fing sich wieder, verzog aber noch einmal missbilligend die Leftzen.

"Bleibt zu hoffen dass ich ihn nie kennenlerne, denn die Standpauke die ich für ihn parat hätte würde Nächte über dauern"

Ihre Worte waren bitterer als sie beachsichtigt hatte, und sie rügte sich im nächsten Moment dafür. Egal was er getan hatte - er war immer noch Garretts Vater, ein Wolf und somit ein Geschöpf Engayas, dessen Wert nicht an seinen Taten bemessen werden durfte.

"Entschuldige"

Hängte sie, ein wenig kleinlaut und deutlich ruhiger, an und spitzte wieder die Ohren, als der Schwarze fortfuhr. Ihre ganze Haltung hatte sich wieder beruhigt, und ihre Rute pendelte nun bloß noch im Takt ihrer Schritte mit.

"Das klingt alles irgendwie vertraut"

Antwortete sie, nun wieder ein zaghaftes Lächeln auf den Leftzen, den Blick von den blauen Augen nehmend und in die Ferne richtend.

"So als würde man Tal um Tal aneinander reihen. Aber verändert es sich gar nicht?"

Es konnte ja unmöglich überall gleich aussehen? Hoffte sie zumindest.
Die Unterhaltung über Garretts Vater hatte die Braune unweigerlich an ihren eigenen Vater erinnert - auch er war fortgewesen, und nun war er für immer fort - aber er hatte all das doch nicht gewollt, er hatte dass nicht getan um sie loszuwerden. Er hatte doch nicht in das Nichts stürzen wollen. Die aufkommenden Tränen fortblinzelnd wand sie kurz verlegen den Kopf ab, wobei ihr Blick ihre Mutter fand. Shani. Sie war nur ein paar Meter entfernt, aber Rakshee fühlte sich so weit fort von ihr. Und diese Distanz schmerzte, ähnlich wie der Verlust ihres Vaters es tat.
Mit einer etwas unsicheren Miene wand sie sich wieder zu ihrem Begleiter, holte tief Luft und lies das Lächeln auf ihre Leftzen zurückfinden. Es war noch lange nicht zu spät.

"Darf ich dir meine Mutter vorstellen?"

Fragte sie mit blitzenden Augen, und machte bereits den ersten Hüpfer in die entsprechende Richtung. Wie konnte sie den Weg besser zurück gehen als mit Garrett zusammen? Mit deinem Bruder, mit deinen Schwestern stichelte ein leises Stimmchen in ihr, und Rakshee schob es sogleich beiseite. Es ging den anderen sicherlich nicht anders als ihr - aber sie waren alle verstreut, Jakash noch in sein eigenes Gespräch vertieft.
Und sie war so oder so nicht so ganz glücklich mit dem Gedanken Garrett gleich ihren gesamten Geschwistern vorzustellen...und so konnten sie einen guten Anfang machen. Aszrem kannte ihn ja auch schon. Der Kopf schelmisch schief legend erwartete sie nur noch seine Antwort.


[Abseits des Rudels | Garrett]

Gani Amíra
30.01.2010, 19:20

Schmerzen sind nicht immer nur körperlich. Das weiß doch jeder Welpe! Doch es waren nicht die seelischen Schmerzen, die Gani quälten und auch keine Wunden wie ihre Narbe an ihrer rechten Vorderpfote taten ihr im Moment weh. Nein, irgendetwas pochte hinter ihren Augen. Anfangs hatte sie vermutet, sich irgendwo den Kopf angestoßen zu haben, doch das konnte es nicht sein – sie hätte sich daran erinnern können! Im Augenblick fühlte die Prinzessin sich wie ein unwissender Welpe, der langsam hinter seiner Familie her tapste und nicht wusste, was eigentlich Sache war. Wusste sie das? Aber eigentlich hielt Gani Amíra sich auch in der Mitte des Rudels, um möglichst nicht aufzufallen. Immer wieder hatte ihr Blick Akru und Aryan gesucht, doch gesehen hatte sie ihren Seelenbruder und ihren Vater nicht. Das hatte den Schmerz in ihrem Kopf nur noch verstärkt. Als bräuchte sie dringend irgendetwas, das ihr bekannt war – das ihr gut tat.
Als die Graue den Blick senkte, musste sie mit Entsetzen feststellen, dass noch immer Blut aus ihrer aufgeplatzten Wunde floss. Schon wieder. Sie riss immer wieder auf, egal, was sie machte. Wut stieg in Gani auf. Der Schmerz pochte hinter ihrer Stirn wie ein Presslufthammer. Ein leises Keuchen war aus ihrer Richtung zu verlauten, doch sie zwang sich zur Ruhe. Jetzt durfte sie nicht einfach durchdrehen, nein, sie musste Geduld wahren. Wenn das nur so einfach wäre … Sie hörte sich den Namen ihres Vaters flüstern – die Luft wurde immer knapper. Gani lief jetzt näher am Waldrand und sonderte sich so immer ein bisschen mehr vom Rudel ab, doch niemand von den anderen merkte es. Die hinterste Gruppe würde sie noch lange nicht einholen, also hatte sie Zeit für eine kleine Verschnauf- und Ruhepause. Das war es, was sie jetzt brauchte, um ihre Aggressionen abzubauen. Gegen ein kleines Kämpfchen hatte sie auch nichts, doch niemand würde sie damit so beglücken können wie Aryan und der war, wie es schien, momentan nicht zu entbehren. Gani bremste ihr Tempo leicht ab, die Augen geschlossen, den Kopf gehoben. Der Schmerz vermischt mit ihrem Zorn könnte tödlich werden – für sie und für ihr Rudel. Sie war eine Tochter der Sternenwinde, sie durfte keinem etwas antun. Engaya würde ihr nicht verzeihen. Und Fenris hatte sich ohnehin schon von ihr abgewandt. Oder war es umgekehrt? Hatte Gani sich von den Göttern der Sternewinde verabschiedet, um ihr Leben allein zu leben? Die graue Prinzessin wusste es selbst nicht.
Der Schmerz blieb beständig und die Wölfin wollte gerade die Augen öffnen, um sich umzusehen, als sie einen seltsamen Geruch einfing. Im selben Augenblick stolperte Gani über etwas Lebloses und taumelte mit geschlossenen Augen nach vorne. Schmerz durchzuckte ihre Pfote und sie quietschte qualvoll auf. Dann erst riss sie die Augen auf und erblickte ein weißes, lebloses Bündel, das nur etwas kleiner als sie selbst sein müsste. Es lag reglos am Boden. Sein Geruch kam Gani schrecklich bekannt vor, doch es war kein Sternenwind, die sie da vor sich hatte. Gani taumelte um das Wölfchen herum und spürte mit Entsetzen, dass ihre Sinne schwanden. All ihre anderen Gedanken verschwanden und machten einem davon Platz: RETTE SIE! Ohne Hoffnung packte Gani das Nackenfell der weißen Wölfin und zog sie zwischen den Bäumen hervor. Sie atmete schwer – ihre Muskeln wollten nicht so wie sie und stetig schwanden die Kräfte der blutroten Prinzessin. Doch sie kannte diese Fähe, musste sie retten. Sonst war es zu spät! Der Schmerz hämmerte in ihrem Kopf und auf einen Schlag wurde Gani bewusst, was dieser Schmerz war. Es musste das Nichts sein, vor dem das Rudel warnte, das alles tötete und verschlang, wie es es mit Hiryoga, Shanis Gefährten gemacht hatte. Ganis Kehle wurde eng, als sie Tränen in sich aufsteigen musste. Wäre das weiße Ding doch nicht so schwer! Doch es war um einiges schwerer, sie loszulassen, damit sie starb. Hätte Gani die Augen aufgehabt, hätte sie den milchigen Nebel gesehen, der jetzt in ihren ausgerissenen Eiskristallen brannte. Sie war so dumm gewesen, so dumm und naiv! Jetzt würde die fremde Fähe sterben und das …
Jetzt erkannte Gani den Geruch, der ihr durch das Fell der Fähe in der Nase brannte! Es war … diese weiße Fähe, das kleine, naive Ding, was sie abgöttisch geliebt hatte. Ethell Feamilliel, oder wie sie doch hieß. Ihre Kindheitsfreundin und Spielkameradin. Die sie wie alle anderen der Wanderer mit ihrem Weggang schwer enttäuscht hatte. Die Tränen in Ganis Seelenspiegeln flossen jetzt über ihr schmales Antlitz und durchnässten ihre Schnauze und das stumpfe Fell der mageren Fähe in ihrem Fang. Es war alles ihre Schuld! Doch dann lichtete sich der milchig-weiße Nebel und Gani sah die bekannten Wölfe vor sich, ihre Familie, ihr Rudel. Gani schleifte Ethell mit sich mit, sie mussten außer Gefahr, doch die Graue merkte, dass auch die Bewusstlosigkeit der Weißen langsam schwand. Das Pochen verblasste leicht und Gani konnte erleichtert – obwohl tränenüberströmt – aufatmen. Nur noch ein paar … ja, was eigentlich? Ihr Ziel, die Berge waren weit entfernt. Doch Es würde nicht mehr lange dauern, bis ihr Vorsprung zu den Schlusslichtern groß genug war, um anzuhalten und Ethell aufzuwecken.
Und beständig schwanden die Kräfte der grauen Prinzessin …


[ Mitte des Rudels | Ethell schleppend ]

Tyraleen
30.01.2010, 20:53

Mechanisch setzte sich eine Pfote vor die andere, Schritt um Schritt entfernte sich der Körper Tyraleens von der kleinen Gemeinschaft der Trauenden und ließ doch ihren Geist irgendwo dort zurück. Die Trauer hatte sich ihn geschnappt und war mit ihm davon gelaufen, hinterließ Wahnsinn, wirre Fetzen ohne Inhalt, Bilder von toten Wölfen und hatte ihr doch die eine Gewissheit gelassen, dass sie zu Averic musste. Krampfhaft klammerte sie sich an diesem Gedanken fest, verlor das Wissen, wer Averic war, wo er war und was er dort machte. Vielleicht wusste es ihr Körper, denn er bewegte sich von ganz alleine in eine Richtung, ihr eigenes Wissen musste die Schlucht hinab zu Nyotas zerschundenem Körper gefallen sein und vermochte erst wieder hinauf zu kommen, wenn Tyraleen ihre Trauer eingeholt hatte. Sie musste sie suchen, sie war doch mit ihrem Geist davongerannt. Wo könnte sie hingelaufen sein? Wenn sie ins Nichts gegangen war, dann musste Tyraleen ihr dorthinein folgen. Aber ihr Körper gehorchte ihr doch nicht mehr, er lief doch einfach so, wohin? Was tat er, sie mussten doch ihre Trauer finden! Sie musste doch …
… da hatte jemand gerufen. Jetzt, da, noch einmal. Wer rief sie da? Nicht einmal bei ihrem Namen, er rief … Mama.
.oO(Tyraleen, Tyraleen, mein armer kleiner Engel. Was machst du nur? Dein Sohn ruft dich, dein Sohn, Turién. Du rennst einfach so davon, dabei musst du doch jetzt bei ihm sein. Er braucht dich, auch er ist traurig. Tyraleen, Tyraleen, deine Trauer ist nicht davongerannt, du rennst vor ihr davon. Und sie hat nicht deinen Geist gestohlen, sondern du sperrst ihn aus deinem Körper aus. Armer kleiner Engel … komm wieder zu dir. Wir werden zu Averic gehen, wir beide, dein Geist und dein Körper und wir nehmen auch die anderen mit. Deinen kleinen Sohn Turién und Neruí, die dich jetzt braucht. Sie hat nun keine Mutter mehr und auch wenn ihr Vater ihr so viel geben wird, braucht sie jemanden, der ihr die Liebe einer Mutter schenkt. Magst du das nicht machen? Du wärest gut darin … ganz sicher, auch wenn du nun kurz vergessen hast, warum dein Herz schlägt. Tyraleen, Tyraleen, du musst dich jetzt umdrehen, du musst jetzt stehen bleiben. Sonst kann ich auch nichts mehr gegen den Wahnsinn tun, der dir entgegeneilt. Du kannst stehen bleiben, wenn du es nur willst … Tyraleen, Tyraleen.)

Die weiße Fähe schwankte, erzitterte und blieb dann stolpernd stehen. War es wahnsinniger, Selbstgespräche zu führen oder zu vergessen, wer man war? Solang man mit sich selbst sprach, wusste man alles über den anderen. Wenn man mit niemandem sprach, gab es auch nichts mehr zu wissen. Was tat sie hier nur? Averic? Wieder sah sie in die Ferne, hoffte ein paar bittersüße Sekunden einen schwarzen Schemen auszumachen, dann drehte sie sich um. Die anderen waren gar nicht so weit hinter ihr, sie hatte es viel weniger weit geschafft, als ihr brechender Verstand ihr vorgegaukelt hatte. Sie konnte noch immer die Tränen in Turiéns Augen sehen. Malakím stand bei ihm und auch Neruí und Aszrem erreichten den so schrecklich traurigen Welpen.
.oO(Wegen dir, mein armer Engel, wegen dir. Aber keine Angst, Tyraleen, du kannst es wieder gut machen. Du musst nur etwas sagen, jetzt. Du kannst das doch, du bist nicht verrückt. Sprich nur, dann wirst du merken, dass du dich irrst.)
Ihr Blick erreichte die Nichtswand, die ihren Fluchtweg abschnitt und die ihren Aufenthaltsort zu einer Sackgasse machte.

“Turién?“

Wackelig waren ihre Schritte, jetzt, da sie plötzlich wieder ihr Geist setzte. Sie kam nicht ganz zu ihnen, vier Schritte lagen noch zwischen den vier anderen Wölfen und ihrem eigenen dummen Selbst.

“Ich habe … mein …“ Ihre Gedanken schwiegen. “… wir müssen zurück.“

Sie fühlte sich wie eine Sünderin vor einem hohen Gericht und ihr kleiner Sohn war der strenge Richter. Ihr war bewusst, wie dieses Bild die Wirklichkeit verzerrte, Turién war nur ihr Sohn und er sprach keine Anklage … aber sie hätte es verdient.


[ am Abgrund ]

Turién
31.01.2010, 00:14

Was war er jetzt noch…? Nichts mehr. Es war dunkel um ihn herum, und Angst umschnürte sein Herz. Die Angst, dass ihn nun alles verließ und nichts mehr blieb, nur er allein. Es war das schrecklichste, dass er sich vorstellen konnte. Ganz alleine zu sein.
Tief in seinem Kummer verunken, seiner Angst, dass niemand mehr da sein würde, dass nun alle Wölfe, die er doch so schrecklich lieb hatte gingen und ihn zurückließen, hörte er eine Stimme, und die Hoffnung, dass Tyraleen wiedergekommen war, schoss in ihm herauf, um gleich darauf wieder in sich zusammen zu sinken – es war ‚nur’ Malakím. Der schwarze Rüde stubste ihn an und wollte ihn aufmuntern. Doch er wollte nicht und drehte im ersten Moment seinen Kopf leicht weg, bis er eine warme Zunge spürte, die über seine Tränen und sein Gesicht fuhr. Wenigstens etwas Wärme in dieser inneren Kälte, die er zu spüren glaubte. Ohne es richtig zu wollen wurde er angehoben, konnte sich nicht wehren (und wollte er überhaupt?). Im ersten Moment dachte er wieder fallen zu müssen, doch sich selbst wundernd blieb er stehen, und seine sonnengelben Augen blickten zu Malakím hoch. Ja, er war doch stark. Ein starker Rüde! Und Tyraleen brauchte ihn, den Silberpelz, jetzt. Aber wo war sie, warum war sie dann vor ihm weggelaufen? Es war als hätte Malakím wieder etwas in ihm geweckt, und Turién nickte kräftig und schleckte ihm dankend an der Schnauze.

„Ja…“

Dann erschien Nerúi neben ihm, er hatte sie fast gar nicht bemerkt. Und so schlecht er sich auch fühlte, es zerbrach ihm da Herz auch sie so traurig zu sehen. Es tat gut, auch ihre Zunge über seine Schnauze fahren zu spüren. Er war gar nicht so alleine, wie er gedacht hatte. Er war nicht alleine, solange es noch einen einzigen Wolf gab, den er lieb hatte. Das war sein Glauben, sein Halt. Er schloss die Augen und nickte sanft auf ihre Worte. Sie würde schon verstehen. Seine Stimme war kaum vernehmbar, einzig allein Nerúi würde ihn hören können.

„Ich komme mir dir. Wir schaffen das zusammen.“

Er unterdrückte ein Zittern und einen Schwall von Tränen – denn er musste ja jetzt stark sein. Er wollte jetzt stark sein, damit die anderen nicht mehr so traurig waren. Damit es einfach für alle war. Damit sie nicht ganz so alleine waren, gefangen in ihrer eigenen Trauer. Der Silberne drückte seinen Kopf gegen den von der kleinen Schwarzen und schleckte ihr dann immer wieder über Schnauze und Stirn. Er war für sie da, und sie war für ihn da. So war das. Und so würde es immer bleiben.

„Ich habe dich auch lieb.“

Nach diesen Worten konnte er eine kleine Träne kaum zurückhalten. Denn obwohl diese Worte doch eigentlich Freude auslösen sollten, waren sie irgendwie traurig, in eben dieser Situation. Sie drückten seine Angst aus, auch sie jemals verlieren zu müssen. In diesem Moment war den jungen Rüden nämlich klar geworden wie unberechenbar das Leben sein konnte, wie plötzlich beendet. Man konnte es nicht immer absehen und sich noch von seinen Liebsten verabschieden. Manchmal war es mit einem Schlag vorbei. Ohne Erbarmen.
Sich an Nerúi kuschelnd, machte er sich auch innerlich bereit nun den Weg zurück zum Rudel anzutreten… um seine Mama zu finden. Und ihr beizustehen. Denn wie Malakím gesagt hatte – sie brauchte ihn, und er brauchte sie.

Dann war da diese Stimme. Die Stimme, die eben jener Wölfin gehörten, von der er Angst hatte, dass diese ihn nun auch verließ. Seine Mama.
Blinzelnd hob der junge Wolf seinen Kopf an, und sah nun auch die weiße Gestalt, die sich ihnen wieder näherte. Es war wie ein kalter Schauer der sich über ihn ergoss, und erst einige Sekunden später erkannte er das Gefühl als Erleichterung. Pure Erleichterung. Freude. Glück. Sie hatte ihn nicht alleine gelassen.

„Oh, Mama!“

Seine Realität war verworren und versponnen – in diesem Moment war wichtig, dass sie wieder da war. Und obwohl er so schnell wie Möglich zu seiner Mutter wollte, löste er sich doch sanft von Nerúi, bevor er mit schnellen Sprüngen bei der Weißen war und seinen Kopf in ihr Brustfell drückte. Sein Atem ging schrecklich schnell und stoßweise, seine Augen waren in dem dichten Gewirr von Fell geschlossen und er wollte einfach nur die Wärme seiner Mama spüren, die wieder ihre Schützende Pfote über ihm schweben ließ. Sie war wieder da. Der Silberprinz hob seinen Kopf und reckte seinen Blick, um Tyraleen in die Augen sehen zu können. Er war völlig außer Atem.

„Ich hatte solche Angst, dass du weg gehst. Dass du mich – uns – alleine lässt…“ Er drückte sein Gesicht wieder an die Weiße, sodass seine Stimme nur noch dumpf erklang. „Aber du bist wieder da. Ich hab’ dich so schrecklich lieb. Bitte bleib immer da.“



[ Am Abgrund | Nerúi, Aszrem, Malakím, Tyraleen]

Malakím
31.01.2010, 20:04

Der Schwärzling grinste ob des nassen Dankeschöns des Silberprinzen. Der Kleine hielt sich nun wieder selbst auf den Pfoten und hatte offensichtlich an Entschlossenheit gewonnen. Malakím spürte Stolz in sich aufkeimen. Ein bisschen Stolz auf sich selbst und seine gute Arbeit, die er hier zu leisten vermochte. Und viel, viel Stolz auf den kleinen Welpen. Oh, natürlich auch auf die Prinzessin, und auch ein bisschen auf ihren dunklen Vater, der sich tapfer und gänzlich in vaterhafter Manier schlug. Und auf Tyraleen, die nun ihren Weg zurück zu ihrem Sohn fand. Daran hatte er nun keinen Anteil, ums schöner war es jedoch anzusehen, wie Mutter und Sohn wieder zueinander fanden. Der Schwärzling trat ein wenig zurück, um den beiden Familien mehr Raum füreinander zu lassen, und atmete einmal tiiieeef durch.

'Puh, das war eine Menge Arbeit. Und sie ist vermutlich noch nichtmal vorbei. Haste trotzdem ziemlich gut gemacht bis jetzt, Malakím, du Jungspund, doch doch, ziemlich gut!',

dachte er. Seine blauen Augen kehrten erneut zum Himmel zurück. Bei all diesem ganzen familiären Zusammensein kam doch stark das Bedürfnis in ihm auf, es den anderen gleich zu tun.

"Hab dich auch lieb",

flüsterte er und lächelte. Sein Blick kehrte wieder zu den anderen Wölfen zurück, dann setzte er sich langsam in Bewegung, den Weg zum Rudel einschlagend. Er lief betont langsam, und trotzdem schaffte er es einmal mehr, seinem Gang etwas Tänzelndes zu verleihen.


[am Abgrund | Aszrem, Nerúi, Turién, Tyraleen]

Garrett
01.02.2010, 12:57

Garrett musste unweigerlich Lachen, als er die Entrüstung Rakshee's merkte. Schnell schnappte er nach ihrem Ort und hielt es einen Moment fest, ehe er wieder losließ und die Wirklichkeit zurück kehren ließ. Natürlich war es gefährlich gewesen. Aber dafür war er geschaffen worden. Es war niemals seine Heimat gewesen, niemals der Ort an dem er leben sollte, wie sollte er es der Braunen erklären.
Vorsichtig schüttelte der Rüde den Kopf.

"Nein. Mein Vater hat uns fortgeschickt um uns zu schützen. Das Gebiet in dem wir aufwuchsen war keines Wegs ein sicheres Gebiet. Wir waren dort viel mehr in Gefahr, als wir es gewesen waren, als wir allein unterwegs waren. Nur mein Vater konnte selbst einfach nicht mitkommen," der Schwarze wandte den Blick etwas ab, einen Moment lang betrachtete er die Pfoten und die Erde auf der er lief, "er konnte den Ort nicht verlassen an dem meine Mutter schläft."

Garrett erinnerte sich noch gut daran, wie er selbst damals protestiert hatte. Wie er am Fell des großen Wolfes gezogen hatte und angefleht hatte er solle nicht dort bleiben. Es hatte alles nichts geholfen. Inzwischen wusste er das er nicht hatte fort gehen können. Inzwischen verstand er das, was er zuvor nicht verstehen konnte.
Er war froh das Rakshee in diesem Moment auf das andere Thema zu sprechen kam, ihre Entschuldigung überhörte er gekonnt, es gab nichts wofür sie sich hätte entschuldigen müssen, nicht ins einen Augen. Das andere Thema war leichter und um einiges einfacher zu verdauen, als das vorherige. Sowieso kam ein kleiner Teil in seiner Seele so langsam zu dem Schluss, das er zuviel von seinem Leben verriet. Was aber in Rakshee's Gegenwart, leiser als ein Lufthauch zu sein schien.
Der Schwarze nickte leicht und ließ seinen Blick wandern und unweigerlich, ohne es zu merken, folgte er seiner braunen Freundin wiederstandslos.

"Tal und Tal, genau. Sie alle sehen nicht genau gleich aus, sie sind alle unterschiedlich, aber Ähnlichkeiten findet man überall. Als würde es so gewollt sein. Wahrscheinlich ist es das sogar."

Sorglos folgte er der Braunen und nickte leicht. Wieso nicht. Ihre Mutter kenne zu lernen konnte keine schlechte Tat sein, im Gegenteil, er hatte ja vor seine gutes Auftreten hier zu wahren und sich nicht ins Abseits zu katapultieren. Er war vielleicht neu hier, aber er hatte sich vorgenommen sich schnell in dieses Rudel zu intigrieren. An weiterziehen war schon lange kein Gedanke mehr verschwendet geworden. Und wie gehabt, die Spur hatte er vor lauter Nichts sowieso verloren. Ein großer Jammer war es dennoch nicht, es war einfach über gewisse Aspekte bestimmte Ziele zu vergessen. Alles machte Neuem platz, wie auch seine Ziele.

"Klar, wieso nicht."

Unterstütze er sein Nicken schließlich. Es brachte nur Vorteile, die er zwar nicht ausnutzen, aber gewiss haben wollte. Sämtliche Wölfe dieses Rudels kennen zu lernen war mit Sicherheit eine große Aktion, aber er hatte ja genug Zeit es nachzuholen. Wieso sollte er also nicht jetzt schon beginnen. Und Rakshee wusste schon was sie tat. Der schwarze Wolf vertraute und folgte ihr vollkommen.


[Abseits des Rudels | Rakshee ]

Avendal
01.02.2010, 13:25

Avendal merkte kaum, das ihre Freundin plötzlich nicht mehr neben ihr stand. So vertieft war sie darin schnell und zielstrebig zu laufen, die Umgebung nach Mama und Papa zu untersuchen und auch noch darauf zu achten nicht auf die kleine Schnauze zu fliegen. Bei den Erwachsenen sah das alles so einfach aus, natürlich, die hatten ja auch eine viel bessere Aussicht.
Mit einem kurzen Blickt betrachtete sie Akhuna die genau hinter ihr lief, irgendwie sah sie ganz schön traurig aus. Oder verwirrt. Oder vielleicht hatte sie sogar Angst! Kurz knickte die kleine, graue Welpin die Ohren ein und ließ das Tempo nur ganz kurz fallen, tauchte zwischen die Läufe der weißen Fähe ab und drückte sich für eine Sekunde vorsichtig an ihr linkes Vorderbein. Mit den dunklen Augen blickte sie zu der Weißen auf.

"Es wird schon alles gut gehn."

Vesuchte sie ihr Mut zu machen, obwohl sie gar nicht wusste, ob das der Grund war warum sie so deprimiert schaute. Aber egal, es konnte ja nur helfen. Schnell huschte die Kleine wieder zwischen den Läufen ihrer Aufpasserin hindurch nur um fast in Aléya hinein zu rasseln, die in diesem Moment auf einmal vor ihr stand. Huh, wo kam sie denn nun her.

"wieso, wir laufen doch ganz normal! Warst du denn weg?"

Verwirrt lehnte sie den Kopf etwas zur Seite, vergaß schon fast witer zu laufen, besann sich dann jedoch aufgrund der Worte ihrer Freundin und legte wieder einen versucht schnellen Welpengang ein. Dann hatte Aléya allerdings ausgesprochen und die Neugier der kleinen Grauen war geweckt. Ja genau, wo gingen sie eigentlich hin?! Zum Mond, nee der war so weit weg und die Sterne auch, obwohl es richtig richtig toll war. Vielleicht würden sie einen Berg suchen und dann bis zu den Wolken und den Sternen empor klettern? Vielleicht bis zu Oma Banshee ins Himmelsreich von dem Dayli ihr erzählt hatte? Dort wo es immer schön war? Aber das Ende der Welt wiederrum war ihr schon wieder zu weit. So weit würden ihre kleinen Pfoten sie auch sicher nicht tragen können, also blieb doch nur eine der anderen Möglichkeiten.

"Ich weiß nicht, aber vielleicht suchen wir uns einen Berg und klettern dann gaaaanz hoch, bis zu den Wolken und dem Himmelsland. Da soll alles ganz schön sein. Das hat Dayli mir erzählt."


[Aléya & Akhuna | Flucht ]

Aszrem
02.02.2010, 11:00

Aszrem fühlte sich leicht und schwer zugleich, als er Pfote vor Pfote setzte und zu Malakím und Turíen trat. Die Verbaschiedung seiner Tochter klang ihm in den Ohren nach, und er musste sich zwingen, nicht noch einen letzten Blick den Abhang hinab zu werfen. So leer wie er sich innerlich auch fühlte, er spürte doch, dass ein erneuter Anblick seiner zerschmetterten Liebe Trauer und Verzweiflung wieder empor schwemmen mochten. Und sollte das passieren, so war er sich nicht sicher, ob er sich ein zweites Mal würde erheben und fortgehen können. Lieber wollte er sie in Erinnerung behalten, wie sie gewesen war - lebendig, feurig. Aszrem schlos die Augen, doch es gelang ihm nicht, das Bild seiner lebenden Gefährtin heraus zu beschwören. Was ihm allein vor Augen trat, war der Blick in den Abgrund.
Aszrem schlug die Augen auf, suchte Halt im Anblick seiner kleinen Tochter. Sah zu, wie sie Turién zu trösten versuchte, wie die beiden einander versicherten, sich lieb zu haben. Diesmal konnte der Schwarzbraune nicht verhindern, dass sein Kopf sich drehte und sein Blick zu der Felskante wanderte. Er konnte fühlen, wie verschiedene Gedanken sich an sein Bewusstsein anschlichen, aber keiner wurde wirklich gedacht.
Als Aszrem den Blick endlich wieder abwenden konnte, war Tyraleen zu ihnen zurück gekehrt. Turién empfing sie mit unbändiger Freude und Erleichterung. Aszrem betrachtete Mutter und Sohn und konnte nur daran denken, dass seine kleine Tochter nie wieder so ein Beisammensein vergönnt sein würde. Vielleicht konnte sie Trost und Geborgenheit bei ihren anderen "Müttern" finden. Vielleicht bei ihrem Vater. Und vielleicht blieb ihnen allen nicht mehr genug Zeit, als dass es eine Rolle spielen würde.
Die Leere in ihm wich etwas anderem, düsteren. Aszrem fühlte es, ohne es benennen zu können, aber tat nichts dagegen. Auch das spielte schließlich keine wirkliche Rolle mehr, so wie alles andere auch. Außer Nerúi. Nerúi war wichtig, aber sie und alle anderen würden bald tot oder einfach verschwunden sein. Und er würde es nicht ändern können. Der Gedanke fraß sich wie Säure in sein Bewusstsein.
Sein Blick lag noch immer auf Tyraleen und ihrem Sohn. Sie war zurück gekommen, aber Aszrem wollte ihr dennoch vorwerfen, dass sie überhaupt gegangen war. Wollte ihr sagen, was für eine Rabenmutter sie war, die sie ihren Sohn ignoriert hatte. Wie unfähig sie als Mutter offensichtlich war, und wie unfähig als Alpha. Immerhin hatte sie sie hierher geführt, hierher, wo Nyota, seine Nyota hatte sterben müssen. Und auch so spät, dass das Nichts sie nun eingeschlossen hatte und sie alle vernichten würde, dass es seine kleine Tochter vernichten würde!
Er würgte die Worte herunter, bevor sie seine Zunge verlassen konnten, wandte den Kopf zur Seite und starrte finster auf den Boden. Es war nicht fair. Nicht, was passiert war, und auch nicht, was er Tyraleen hatte vorwerfen wollen. Es war nicht fair, aber es fühlte sich trotzdem irgendwo richtig an, obwohl es falsch sein musste. Ergab das einen Sinn?
Sein Blick wanderte zu Malakím. Der schwarze Rüde lächelte. Plötzlich war da der Impuls, los zu springen und dem jüngeren Rüden an die Kehle zu gehen und ihm das Grinsen aus dem Gesicht zu wischen. Hier gab es nichts zu lächeln, hier gab es nur Leid und Tod und Trauer - warum, bei Fenris, LÄCHELTE ER IMMER NOCH?!
Mit einem Ruck wandte er den Kopf ab und setzte sich in Bewegung, zurück n Richtung des Rudels. Er musste jetzt irgendetwas tun, bevor er seine Gedanken doch noch in die Tat umsetzte.

"Wir müssen zurück!"

Es gelang ihm nicht, die Härte aus seiner Stimme zu vertreiben, er musste sich schon zwingen, kein schnelles Tempo vorzulegen. Nerúi sollte schließlich nicht den gleichen Eindruck gewinnen wie Turién von seiner Mutter. Er wollte sie nie verlassen, aber wenn er noch länger untätig bleiben musste in seiner Verfassung, würde er irgendetwas Unverzeihliches tun...


[fort vom Abgrund | Tyraleen, Nerúi, Turién, Malakím]

Nerúi
03.02.2010, 22:49

Nerúi versuchte zu Lächeln, als sie Turiéns leise Stimme hörte. Natürlich gelang es ihr nicht, aber immerhin konnte sie nun gegen die verbliebenen Tränen ankämpfen, die sich in ihren Augen sammelten. Sie wollte stark sein. Sie musste stark sein, und es gab auf einmal so viel mehr dass sie stärkte. Turiéns Zunge, die sanft über ihr Gesicht strich und sie wämte, seine Worte die ihr Innerstes am Leben hielten. Und Mama Tyraleen, die zurückkam, Papa Aszrem der mit ihnen ging - und nicht zuletzt auch Malakím, der sich jetzt zwar eher bedeckt hielt, aber auftauchte sobald er gebraucht wurde. Ein paar einzelne Tränen schafften es doch noch über ihr Gesicht, aber Turiéns warmer Körper der sich an sie schmiegte fing sie auf, und Nerúi legte vorsichtig den Kopf gegen seine Schulter. All die Bitterkeit war so viel leichter zu ertragen mit Turién an ihrer Seite. Als Mama Tyraleen zurückkam setzte auch sie sich in Bewegung, lief holprigen Schrittes und nicht ganz so schnell wie Turién auf sie zu, und drängte sich gegen ihre Vorderläufe.

"Lauf nicht weg Mama Tyraleen"

Ihre Stimme war leise, ihr Blick suchte die goldenen Augen dort oben. Sie wusste nicht warum Tyraleen weggelaufen war und konnte es nicht verstehen, aber sie war froh dass sie wiedergekommen war. Wir müssen zurück - Nerúi hatte diese worte heute schon zu oft gehört, und jedes Mal rief es ihr erneut ins Gedächtnis was sie zurücklies, dort hinten in der Schlucht.
Papas Stimme riss sie zurück in die Wirklichkeit, auch wenn seine Worte die gleichen waren die Mama vorher ausgesprochen hatte. Ihr fiel sofort auf dass sein Ton sich geändert hatte, es erschreckte sie. Aber vorallem riss es sie von dem Gedanken an ihre verstorbene Mutter los, und Nerúi setzte sich augenblicklich in Bewegung, rannte Aszrem nach bis sie ihn erreicht hatte, und reckte den Kopf zu ihm hoch.
'Was ist los?' lag ihr auf der Zunge, aber ihr fiel rechtzeitig auf wie absurd diese Worte in dieser Situation waren. Ihre Mutter war tot. Das war los. Und es gab Papa Aszrem jedes Recht sich komisch zu verhalten - denn nichts war mehr so wie es sein sollte. Und es würde nie wieder so sein. Die Schwarzbraune wand den Kopf, strauchelte und fing sich nur noch knapp vor dem Sturz. Sie stand nun, und sah zu Turién und Tyraleen zurück, wollte nur sehen ob sie auch mitkamen. Und eilig lief sie sogleich weiter, zurück an Aszrems Seite. Um alles in der Welt wollte sie jetzt verhindern dass die Distanz zwischen ihnen zu groß wurde...


[Spähtrupp | Aszrem, nahe bei Turién, Tyraleen und Malakím]

Krolock
05.02.2010, 13:36

Krolock ging nicht weiter auf das Geschwätz des Welpen ein, weil er gar nicht konnte. Takashi packte ihn und startete eine übereilte Rettungsaktion. Der junge Rüde hielt still, nicht wissend, ob dies helfen würde. Ein paar Sekunden später waren sie in der Luft und aus dem Gefängnis befreit. Boden befand sich unter seinen Pfoten, ein Aufschub. Entkommen würden sie ohnehin nicht.

“Alles okay mit dir, Onkelchen?“

Fragte er und legte dabei den Kopf schief. Takashi zitterte und Krolock konnte nicht genau nachvollziehen, aus welchem Grund. Angst? Anstrengung? Etwas anderes? An den Nichtswelpen verschwendete er keinen Gedanken. Der Kleine war, egal wie man es drehte und wendete, auf der sicheren Seite in seinem Nichts. Das Nichts das alles war. Mutter, Vater, Geschwister, Nahrungsquelle und Zuhause. Eine abartige Vorstellung wenn man bedachte, dass es darin nichts gab. Komischerweise schien Nihil sich nicht daran zu stören.

“Wie dem auch sei… können wir weiter gehen?“

Dem Ende entgegen. Krolock erhob sich und sah sich misstrauisch nach dem Nichts um, dass so nah, beinahe greifbar gewesen war. Es würde ein interessanter Tod werden. In ein paar Stunden war sicher alles vorbei.
Der junge Wolf schüttelte seinen Pelz und drehte sich zu Nihil um, den er noch in Grund und Boden diskutieren musste.

“Nenn mir doch irgendwas Positives, du Träumer. Wir leben, in den Tag hinein. Wir wissen nicht, wozu wir da sind und finden es auch nie wirklich heraus. Jeder ist für sich allein, egal wie viele Wölfe in der Nähe sind. Und eines Tages sterben wir und unsere Existenz hat keine Rolle gespielt. Vielleicht für einzelne, die genauso sterben. Und deshalb ist das Leben völlig sinnlos. Wir können nie an dem Punkt an, dass es Sinn macht, gelebt zu haben. Wir sind unwichtige Figuren in einer großen, weiten Welt, die sich nicht um ein einzelnes Schicksal schert.“

Krolock sprach kühl und gleichgültig. Es interessierte ihn nicht, dass kein Leben wirklich etwas bedeutete. Dass war eben so. Aber nur Wölfe die sich selbst belogen, fanden etwas Positives in diesem Kreislauf von Kommen und Gehen, Leben und Sterben.


[bei Nihil und Takashi]

Lyerra
06.02.2010, 20:49

(Habe mit Sheena geredet, ich darf schon schreiben.)


Lyerra war in ihren eigenen Gedanken versunken und achtete auf nichts und niemanden, bis... - sie stolperte.

"Waah", quitschte sie.

Ohne aufzusehen stand sie auf, schüttelte sich einmal und ging langsam weiter.

"Imiák,was meinst du? Was ist hier los in diesem Rudel?"

Als sie einige Meter weiter galufen war, sah sie sich um.

"Imiák? Imiák wo bist du?"

Panisch schaute sie sich in alle Richtungen um. Wo war Imiák? Weg. So viel war klar.

"Iiiimiiiák..." kreischte Lyerra, ihre Stimme schrillte vor Panik eine Oktave höher.
Verdammt was sollte sie denn jetzt tun?

"Imiák..?"

ihre Stimme war fast nur noch ein flüstern und wurde bei jedem Buchstaben leiser. Tränen Schauer schüttelten ihren ganzen Körper und schnürten ihr die Kehle zu. Was sollte sie denn jetzt tun?Warum hatte Imiák nur nicht mit ihr geredet?
Erneut stiegen Lyerra Tränen in die Augen.
Sie blieb stehen und versuchte sich zu beruhigen.
Sie musste zu Sheena und mit ihr reden...
Promt drehte sie sich um und lief die 20 bis 25 Meter zurück, zu der Stelle wo sie Sheena verlassen hatte."Sheena... Imiák ist weg. Was [...] was soll ich denn jetzt tun? Ich [...]"

Neue Tränen stiegen in ihr auf. Heiß kullerten sie über ihr Gesicht, wütend schüttelte sie den Kopf.
Wie hatte Imiák sie einfach so verlassen können?

"Sheena hast du vielleicht kurz Zeit? Du wolltest mir und Imiák doch noch erklären, was hier los ist nicht war? Ich denke danach werde ich mich mal im Rudel umschauen und vielleicht Laufe ich dann mit wem anders weiter..."



Als sie noch einige Minuten dort gestanden hatte,drehte sie sich um und lief erstmal ziellos Richtung Rudel.
Lyerra lief lange zwischen den verschiedenen Wölfen umher, und kam schließlich zu dem [...] nichts.
Müde und ein wenig verzweifelt setzte sie sich hin und wartete, dass etwas passieren würde.





[erst hinter dem Rudel, dann bei Sheena und schließlich am Nichts l alleine, Sheena und bald Shariku]

Face Taihéiyo
07.02.2010, 11:52

Mit lautlosen Schritten lief der rabenschwarze Schatten in einem kleinen Abstand dem Rudel hinterher. Face Taihéiyo hatte ganz bewusst das Schlusslicht gewählt, um zumindest etwas im Auge behalten zu können, wenn jemand zurück fiel. Die Stimmung der Wölfe war seit jenem Tag gedrückt, an dem Banshee von ihnen gegangen war. Es war nicht leicht, so oft die Trauer im Gesicht seines Patenkindes gesehen zu haben. Und doch trauerte er selbst nicht, wohl wissend, dass er damit vielleicht der Einzige war. Es gab nichts zu betrauern, denn er wusste, dass die weiße Wölfin immer noch da war. Und dass ihr Körper diese Welt verlassen hatte, war nur ihre Befreiung gewesen.
Die saphirblauen Augen des Rüden waren aufmerksam nach vorne gerichtet, auch wenn man ihnen diese Aufmerksamkeit vielleicht nicht ansah. Aus den Augenwinkeln nahm er immer wieder das Nichts war, doch auch das fürchtete er nicht. Er kannte es schon. Zumindest in einer anderen Form. Sollte es ihn erwischen, wäre auch das nichts, was er nicht schon erlebt hätte. Aber Face hatte nicht vor, dies zu zulassen. Er wurde noch gebraucht.
Irgendwann fiel dem tiefschwarzen Wolf etwas abseits des Pfades auf, eine Bewegung, scheinbar ziellos und irritiert. Es war ein kleines Wesen und so wechselte Face ohne darüber nach zu denken den Kurs, um nach zu sehen. Sein Blick erspähte eine silbergraue, kleine Welpin mit hellblauen Augen.

Amúr. Was machst du hier so ganz allein?“

Er stellte sich schnell neben Tyraleens Tochter und warf einen prüfenden Blick um sich. Das Nichts war überall, sonst aber niemand. Das Rudel war schon weiter vorne. Es war hier viel zu gefährlich, für die Welpin, er würde sich also darum kümmern, sie zurück zu ihrer Mutter zu bringen. Er hoffte inständig, dass noch niemandem etwas geschehen war.


[ Auf der Flucht | Amúr am Ende des Rudels ]

Tyraleen
07.02.2010, 12:23

“Oh, Mama!“
Pure Erleichterung galoppierte diesen Worten voraus, umsprang Tyraleen wild und voller Freude, ließ sich von ihrer Aussage einholen, verband sich und schickte Turién herbei, der nun ebenso eilig und lächelnd auf sie zugewetzt kam. Als er seinen Kopf in ihr Brustfell drückte, sie sein kleines Herz rasend schnell an ihrem eigenen Herzen spürte, züngelte ein Feuer in ihrem Kopf auf und verbrannte jeden Wahnsinn, ließ nichts als ein Häuflein Asche zurück. Wie hatte sie ihn nur alleine lassen können? Ihn hier zurücklassen, ohne Nyota, ebenso traurig wie sie und doch ohne klares Ziel, wo er seine Trauer ertragen könnte. Wie hätte sie nur so kalt sein können? Ihr Kopf schmiegte sich an den silbernen Körper ihres Sohnes, voller Erleichterung, dass er ihr so schnell verzieh, dass er keine Zweifel hegte.

“Es tut mir so leid, Turién.“,

flüsterte sie. Als er sich von ihr löste um ihr in die Augen sehen zu können - sein Blick war ihrem so ähnlich und war doch heller und unschuldiger, ohne das melancholisch Dunkle der Bernsteine – stand darin nichts als Erleichterung. Wieder drückte er sich an sie, liebevoll begann sie mit der Zunge über sein Fell zu fahren, wusch ihn von Angst und Trauer sauber, so gut sie es vermochte.

“Ich werde immer da bleiben. Deine Mama wird dich nie alleine lassen, sie hat dich nämlich auch furchtbar lieb. So sehr, dass es ihr das Herz zerreißen würde, wenn sie dich alleine lassen würde.“

Ihren Sohn noch immer an sich gedrückt haltend fiel ihr Blick auf Malakím, der lächelnd da stand, den Blick in den Himmel gerichtet hatte und etwas flüsterte. Tyraleen verstand es nicht und meinte doch die Bedeutung irgendwo in der kalten Herbstluft zu erahnen. Sie lächelte dem Schwarzen zu, folgte mit dem Blick seinen ersten Schritten und richtete sich selbst etwas auf. Sie mussten wirklich zurück. Hier gab es kein Weiterkommen mehr, schnellst möglich mussten sie das Rudel auf einen anderen Pfad führen. Das Lächeln wurde von ihrem Gesicht geweht, ihr Blick fiel auf Aszrem, der sie seltsam ansah. Sie konnte den Ausdruck in seinem Gesicht nicht deuten, er löste nur einen Schauer aus, der ihr kalt den Rücken hinab lief. Schnell drehte sie den Kopf weg, fuhr Turién wieder mit der Zunge über sein Fell und war froh, als Neruí zu ihr kam. Ebenso liebevoll empfing die Weiße die Tochter ihrer von nun an verstorbenen Tante und leckte ihr über die Stirn.

“Ich laufe nicht mehr weg, Neruí, versprochen. Ich werde von nun an für dich da sein, ja? Hab keine Angst, du und dein Papa, ihr seid nicht alleine.“

Sie sah aus dem Augenwinkel Aszrems Bewegungen, hob wieder den Kopf und empfing ein Echo ihrer Worte … ja, sie mussten nun endlich los. Sanft stupste sie ihre beiden Welpen an, würgte ein Lächeln hervor und deutete in Richtung des Rudels.

“Kommt.“

Die kleine Gruppe legte die kurze Strecke zum Rudel schnell zurück, trotz der schweren Last, die sie auf den Schultern zu tragen hatten. Zwei Nachrichten, die beide entsetzlich waren, lagen auf ihren Zungen und keiner vermochte dafür Worte zu finden. Stumm hatten sie sich darauf geeinigt, dass Aszrem die Führung übernehmen sollte und Tyraleen war ihm dankbar dafür – sich wohl bewusst, dass es eigentlich ihre Pflicht wäre, diese Aufgabe zu übernehmen.
Als die fünf Wölfe das Rudel erreichten, machte sich allgemeine Erleichterung breit, denn das Auftauchen des Spähtrupps konnte doch nur bedeuten, dass sie einen Ausweg gefunden hatten? Doch mit weniger guten Nachrichten trat Aszrem vor das Rudel, der Rest des Spähtrupps mischte sich schon unter die anderen Wölfe.


Tyraleens Blick hüpfte eilig über die Wölfe dahin, suchte nach schwarzem Fell, stolperte über jeden, der es hatte und doch nicht Averic war und stoppte schließlich voller Erleichterung, als die blauen Augen mit dem weißen Strich in der Menge auftauchten. Haltlos wollte sie auf ihn zustürmen, zügelte sich jedoch angesichts der Welpen, die sie nicht noch einmal einfach stehen lassen würde. Sie beugte sich zu ihrem silbernen Sohn und ihrer neuen schwarzen Tochter und berührte beide an der Nase.

“Ich gehe zu Averic, möchtet ihr mitkommen? Dort sind auch Caylee und Chardím. Lasst uns zu ihnen gehen und bei ihnen sein, wenn sie die schlimmen Nachrichten von Aszrem erfahren.“

Eilig und doch nicht zu schnell wandte sie sich zwischen den Wölfen hindurch, darauf bedacht, ihre beiden Welpen nicht zu verlieren, erreichte endlich – endlich! – Averic und vergrub ohne ein Wort, ohne einen Blick ihre Schnauze in seinem Fell. Lautlos begann sie zu weinen, vermochte keine Worte zu finden und wusste doch, dass Aszrem gleich verkünden würde, was sie nie wieder hören wollte. Aber jetzt war sie da, jetzt war sie hier. Hier konnte sie ertragen, was schwer wie Fenris’ Pfote auf ihr lag. Hier konnte sie ertragen, was immer passieren würde.


[ beim Rudel | Averic, Caylee, Chardím, Neruí, Turién ]

Aszrem
07.02.2010, 13:03

Schnelle, kleine Schritte näherten sich ihm und dann war auch schon Nerúi an seiner Seite. Sein Blick blieb unverändert und auf den Weg gerichtet, innerlich konnte er jedoch genau fühlen, wie ein wenig Wärme ihn durchströmte. Nicht die Hitze des Zorns, die ihn zuvor erfüllt hatte, sondern so etwas wie Erleichterung. Gleichzeitg echoten Tyraleens Worte in seinen Ohren. Sie beide, Nerúi und er, waren nicht alleine. es lag tatsächlich ein wenig Trost in diesen Worten. Und doch fühlte er sich mehr denn je einsam und verlassen, und er wusste genau, warum.
Neben ihm strauchelte Nerúi, und nun huschte Aszrems Blick zu seiner Tochter, Besorgnis in den Augen. Doch es war nichts weiter passiert, sogleich war die kleine Welpin wieder an seiner Seite. Aszrem neigte den Kopf zu ihr herunter, ohne im Schritt inne zu halten, und leckte ihr einmal über die Wange. Sie war hier, bei ihm. Nur das zählte noch.

Der Weg zum Rudel war seltsam länger und gleichzeitig kürzer, als Aszrem erwartet hatte. Während er einfach stehen blieb und darauf wartete, dass auch das Rudel ihm gegenüber endgültig zum Stehen kam, mischten tyraleen, Malakím und die Welpen sich unter die Rudelmitglieder. Sein Blick glitt über die vielen Wölfe und wurde dutzendfach erwidert. Seine Miene war neutral wie eh, und doch deutlich härter in ihren Zügen. Er konnte sehen, wie die Hoffnung des Rudels sich in den Augen der Wölfe in Unsicherheit und Furcht verwandelte. Furcht vor dem, was er gleich verkünden würde. Er, der er hier alleine vor ihnen allen stand, wo eigentlich Tyraleen oder Nyota hätten stehen müssen, und sich die Zeit nahm auf ihrer aller ungeteilte Aufmerksamkeit zu warten, anstatt sie zur Eile anzutreiben. Der Grund dafür war simpel: Er fand noch keine Worte, und er wollte nicht, dass auch nur irgendetwas von wem, was er zu sagen hatte, im Stimmengewirr unterging.
Aszrem wusste nicht, woher er die Kraft nahm, einfach da zu stehen und sämtliche Blicke des Rudels zu ertragen. Oder woher er die Kraft zum Sprechen nahm.

"Zu siebt haben wir uns von euch getrennt, um einen Fluchtweg aus dem Tal zu suchen",

begann er, wissend, dass gerade Malakíms Auftauchen bei ihrer Gruppe ungeplant gewesen war, aber das waren Details, die nicht wichtig waren in diesem Moment.

"Zu fünft sind wir zu euch zurück gekehrt. Denn Kylia und Nyota... sind tot."

Eine Pause schloss sich an. Nicht, weil er die Worte wirken lassen wollte, sondern weil er diesen Moment brauchte, um fortfahren zu können.

"Sie starben, als am Pass der Boden unter ihren Pfoten wegbrach und sie in die Tiefe stürzten. Wir konnten ihnen nicht mehr helfen."

Er hatte das Bild noch vor Augen, vor allem die Details, die er nicht erwähnte. Wie die beiden Fähen ineinander verbissen kämpften, aus Gründen, die er nie erfahren würde.

"Kurz darauf verschlang das Nichts den Pass. Der Weg ist versperrt. Wir haben nur noch eine letzte Möglichkeit: wir gehen nach Osten, über die Anhöhe. Wenn die Götter es wollen, ist der Weg dort noch frei."

Sein Blick glitt über die Wölfe. Gleich würde er das Verstehen in ihren Augen keimen sehen. Gleich würden sie die ganze Tragweite dessen begreifen, was seine Worte bedeuteten. Und dann würden sie laufen.

"Vorwärts!",

befahl er, und setzte sich gen osten in Bewegung...


[das Rudel]

Rakshee
07.02.2010, 18:24


Rakshee lachte, als Garrett ihr Ohr fing, und daran zupfte. Lächelnd lauschte sie seinen Erklärungen, und wie schon so oft heute wuchs Ernstahftigkeit in ihrem Blick, als er geendet hatte. Sie nickte, und war froh als er fortfuhr, und das Thema lenkte ihr Lächeln zurück auf ihre Leftzen. Die Welt außerhalb musste so groß sein - und jetzt würden sie ausziehen und sie sehen. Nicht freiwillig zwar, aber immerhin gemeinsam. Grinsend tänzelte die Braune in Richtung Shani los, sobald die Zustimmung des Schwarzen sie erreichte. Auch Katsumi war bei ihrer Mutter, und Rakshee machte eine tänzelnde Verbeugung vor ihnen beiden, bevor sie sich zuerst an ihre Mutter wandte.

"Hallo Mama"

Es waren nur zwei Worte, aber es lag all die Wärme darin die sie selbst so sehr vermisst hatte. Sie rieb den Kopf sanft an Shanis Hals, bevor sie wieder aufsah, und auch Katsumi begrüßte.

"Hey Katsumi"

Viel mehr als seinen Namen wusste sie von dem Rüden allerdings auch nicht. Er hatte viel mit Akru und Isis rumgehangen, aber sonst konnte sie wenig über ihn sagen. In einer eleganten Bewegung wand sie den Kopf nun wieder kurz Garrett zu, und machte einen Schritt zurück, damit Shani und Katsumi ihn auch sehen konnten, und sah zu den beiden hinüber.

"Das ist Garrett"

Erklärte sie munter lächelnd, und wand nun wieder den Kopf.

"Darf ich vorstellen - meine Mutter, Shani, und Katsumi"

Fuhr sie lächelnd fort, und sah plötzlich etwas Weißes ins Gedränge des zum Stehen kommenden Rudels verschwinden - das war Tyraleen gewesen. Sie waren zurück. Rakshees Augen suchten die anderen Späher, konnten aber nur Aszrem, Malakím und die zwei Welpen ausmachen. Und Aszrem stand wie ein Fels vor dem versammelten Rudel, und wartete. Es war doch gar nicht seine Aufgabe, zu...?
Rakshee unterbrach sich in ihrem Gedanken, als sie die feste Stimme ihres Paten hörte. Sie hörte den Unterschied sofort - und lauschte gebannt. Ihre Haltung versteinerte schon bei seinen ersten Worten - sieben, fünf - was?! Voller Schreck starrte sie zwischen all den Wölfen vor ihr hindurch Aszrem an, starr vor Schreck und Zitternd unter der Last seiner Worte. Das konnte nicht...aber er fuhr fort - und sie hatte richtig gehört. Sie waren tot. Ihre Großtante Nyota, Jakash Mentorin, und Kylia - die Patin ihrer Tochter. Es konnte nicht...durfte nicht...Rakshee kam nicht weiter, denn wieder erklang Aszrems Stimme, sie klang so hart wie ein scharfkantiger Stein in Rakshees Ohren, und die Worte wurden dadurch nur umso schlimmer - denn es gab keinen Zweifel daran dass er es ernst meinte - verdammt ernst. Sie hörte seinen abschließenden Befehl kaum mehr, hatte sich schon in Bewegung gesetzt, drängte sich rücksichtslos durch die Wolfsleiber vor ihr und um sie herum. Ihr Ziel war nicht ein Ort im Osten, ihr Ziel war Aszrem. Es war sicher nicht richtig Mama, Katsumi und Garrett ohne ein Wort stehen zu lassen - aber Rakshee war sich sicher dass sie jetzt an Aszrems Seite gehörte. Er war immerhin ihr Pate - und so steinern er sich von außen hin zeigte, so wund musste sein Innerstes nun sein. Das Rudel um sie herum setzte sich in Bewegung, und Rakshee passte sich der Kursänderung an, verließ schließlich die Masse der Wölfe und setzte Aszrem nach, der allen vorauslief und ihnen den Weg wies.
Nach ein paar schnellen Sprüngen hatte sie zu ihm aufgeholt, und lief an seiner Seite weiter. Sie hatte irgendetwas sagen wollen, aber es gab keine Worte dafür. Ihr Blick mied den ihres dunklen Nebenläufers, und suchte wachsam nach Nichtsfeldern die ihren Weg kreuzen könnten. Sie war einfach nur da, fühlte sich starr und eisig, und lies den Gegenwind die Tränen fortwischen, die aus den bernsteinernen Augen rannen...


[Vor dem flüchtenden Rudel | Aszrem]

Nihil
07.02.2010, 20:14

Nihil zuckte leicht zusammen, als der Große den Welpen plötzlich packte und abschätzend eine Stelle anschaute, wo das Nichts noch sehr niedrig war. Dann lief er los und sprang, erstaunt entfuhr Nihil ein leises japsendes Geräusch, bevor er den beiden hinterher hetze - er jedoch blieb im Nichts. Zur Mitte hin wurde es nebliger, doch dann hellte sich alles wieder auf, als Nihil an die andere Seite kam, wo er sogleich von Worten des Welpens überfallen wurde. Nachdenklich betrachtete er den Welpen. Schließlich legte er den Kopf schief und wackelte die ganze Zeit, unermüdlich, mit den Ohren. Er wusste, es musste komisch aussehen, aber er dachte nach, deshalb kümmerte es ihn in keinster Weise.

"So habe ich noch nie über den ganzen Kram hier nach gedacht. Aber du hast Recht. Dies bezüglich, ich weiß nicht, aber dies bezüglich kann ich dir nicht widersprechen."

Nihil hielt ganz still und starrte die beiden Wölfe an. Schießlich setze er sich hin, nur um gleich darauf wieder auf zu stehen und am Rand des Nichts herum zu laufen. Er starrte in die Ferne und überlegte. Die anderen Wölfe von deren Rudel wussten wahrscheinlich gar nicht, dass die beiden hier waren. Nachdenklich blieb er wieder stehen und verharrte einen Moment. Dann ergriff er endlich doch das Wort.

"Ich laufe zu den anderen, ich sage ihnen bescheid, dass ihr hier seid. Wartet nicht auf mich, lauft einfach."

Mit diesen Worten drehte sich Nihil um und galoppierte davon ins Nichts hinein. Anfangs rannte er in westliche Richtung, doch dann drehte er ab und rannte in die entgegen gesetzte Richtung. Er atmete tief durch, dann schoss er los. Seine Pfoten suchten sich sicher ihren Weg auf dem grundlosen Boden, bis er weiter an den Rand kam. Er erblickte die ersten Wölfe, rannte aber wie ein Schemen an ihnen vorbei, er wollte die Spitze der Wölfe erreichen. Aber dann dachte er: Wieso tat er das eigentlich? Es war doch total irrsinnig ...
Doch seine Gedanken schlug er sofort wieder in den Wind und setze seinen Lauf fort. Nur kurz darauf kam er an den ersten Wölfen vorbei, doch er hielt nicht an, wie er vor gehabt hatte, sondern rannte nah am Rand an ihnen vorbei. Er rannte so lange, wie er konnte, legte noch einen Zahn zu und grub seine Pfoten in den Boden. Er wollte für die Wölfe ein Ende finden, doch so weit er auch lief, er lief immer weiter. Doch er fand kein Ende. Erschöpft hielt er inne. Plötzlich wusste er: Egal, wie lange er laufen würde, er würde im Kreis laufen. Niedergeschlagen wandte er sich wieder um und nahm den Weg zurück in Angriff. Er wollte dem Rudel keine schlechten Nachrichten überbringen, aber er wollte sie auch nicht unnütz laufen lassen. Laufen lassen in einem Kreis.


[erst Takashi und Krolock | im Nichts || dann alleine am Rudel vorbei und zum Rudel zurück | am Rande des Nichts]

Katsumi
07.02.2010, 20:58

Katsumis schämte sich, als er auf eine tadellos schöne Blume trat. Er hatte sie nicht gesehen, aber umso mehr spürte der Rüde, wie ihr Leben unter seinem Gewicht zerdrückt wurde. Einfach so, ohne grosse Gewaltanwendung wurde sie aus ihrem Leben gerissen. Keine Chance auf ein Wiederaufblühen wurde ihr gegeben, da das Nichts den Wölfen dicht auf den Fersen war... Ein Blick brauchte der Braune nicht, um die Unsicherheit der Weissen zu spüren, dennoch sah er in ihre klaren Augen.

„Ja, Shani Caiyé, ich habe meine Gefährtin verloren...“

Ausgesprochen wurde es nie. Katsumi hatte es auch nie gedacht, doch Isis und er, sie waren Gefährten. Gefährten gewesen. Oder waren sie es immer noch? Schlug in seinem Herz auch dieses der Sandkönigin. Seiner Sandkönigin? Tanzte sie um seine Lebenspumpe und erwärmten ihn von Innen. Gab die Wüstenwölfin ihm die Wärme, die er ihr nicht geben konnte, die Kraft, die ihr nicht half? Stampften ihre Pfoten genau wie seine eigenen auf den Boden, trug sie sein Gewicht mir? Oder gehörte sein Herz immer noch Nisha? Wieder? Es war verwirrend... oder verwirrte sich der Rüde selber? Doch eins wusste Katsumi, Isis wird immer bei ihm sein, so wie es Akru tat...

„Ihr Körper war zu schwach, Shani. Isis kämpfte, wie ich nie einen Wolf kämpfen sah, doch es reichte nicht...“

Hoffentlich empfand die weisse Fähe ihn nun nicht als Herzlos. Herzlos deswegen, weil er seine Fähe im Stich liess, von ihr ging und sie vom Nichts verschlucken liess. Deswegen, weil Katsumi das Versprechen einlöste und mit Akru zusammen die Welt verbesserte. Die Trauer umhüllte den braunen Körper und drückte den ehemaligen Alpharüden in den Boden. Der Versuch, stark zu sein, schob er beiseite. Auch als sich die Schritte zweier weiteren Wölfe näher kamen, verblasste der Kummer nicht. Müde von der Wucht, die plötzlich über den Braunen kam, hob Katsumi den Kopf und blickte die junge Fähe an, welche sich fest an den weissen Pelz drückte. Die regelmässigen Schritte brachen ab und so blieb der Rüde stehen und sah in das Bild von Mutter und Tochter fest an. Rakshee, so war der Name der Tochter Shanis, schien glücklich und munter zu sein, in Begleitung eines jungen Rüden. Katsumi nickte, würgte ein Lächeln auf seine Lefzen. Er wollte den Versuch, ‚Hallo‘ zu sagen nicht wagen. Zu gross war die Angst, dass die Stimme zitterte. Auch Garrett galt ein nicken, dann wandte sich der Braune von den beiden jüngeren Wölfen ab. Im selben Augenblick kamen Tyraleen und die anderen zurück zum Rudel. Aszrem trat – aus welchen Gründen auch immer – an die Spitze. Sofort galt die ganze Aufmerksamkeit dem Dunklen. Etwas lag in der Luft. Anspannung? Angst? Trauer? Alles? Die Worte drückten Katsumi noch mehr in den Boden. Ohne die Kontrolle über sich selber wirklich zu haben, wankte der Braune an die Seite von Shani.

„Nein...“

Noch zwei weitere Wölfe... Noch zwei weitere Wölfe...


[Auf der Flucht | Rakshee und Garret trafen auf Katsu und Shani | wankt zu Shani]

Jakash Caiyé
07.02.2010, 22:23

Sie erinnerte sich nicht? Wie konnte man so ein Ereignis vergessen? Jakash sah Kisha an und runzelte die Stirn, sichtlich verwirrt über ihre Antwort. Soweit er wusste, hatte das Rudel nur einmal das Tal zurückerobern müssen, wie konnte man da den Weg aus den Bergen hinab vergessen? Viel mehr verblüffte ihn jedoch die Frage, die sie kurz darauf anschloss. Hatte sein Gesicht vorher Verwirrung ausgedrückt, so zeigte sich in seiner Mimik nun fasst Bestürzung. Wie meinte sie dass? Was sollte diese Fra-...
Die Veränderung in der emotionalen Athmosphäre des Rudels war spürbar. Eine Welle der Aufregung breitete sich von vorne nach hinten von Wolf zu Wolf aus, und Jakash ließ sich ablenken und den Blick zu Spitze des Rudels schweifen. Da ganz vorne stand jemand, groß und dunkel, und gleich darauf erkannte Jakash Aszrem. Die grünen Augen suchten die Umgebung ab und erhaschten einen flüchtigen Blick auf Tyraleen, die sich zu Averic gesellte, seine Tante Nyota konnte er jedoch nicht erspähen. Seltsam, eigentlich hätte er sie neben Aszrem erwartet, oder genauer gesagt, er hätte Aszrem an der Seite Nyotas erwartet.
Die Aufregung wandelte sich in etwas Unruhiges, das sich kalt und schwer in seinem Magen bildete.

"Entschuldige mich",

sagte er an Kisha gewandt ohne den Blick von der dunklen Gestalt vorne zu nehmen, und dann schlängelte sich der schwarze Jungrüde zwischen den Wölfen vor ihm hindurch. Es zog ihn näher an die Spitze, näher ans Geschehen. Irgendetwas Bedeutungsvolles war im Begriff zu Geschehen, und Aszrem war der Ursprung dessen. Aber warum Aszrem? Warum nicht Tyraleen oder Tante Nyota?
Der dunkle Rüde erhob die Stimme, und Jakash hatte den Eindruck, dass alles andere verstummte. Er selbst erstarrte mitten in der Bewegung, und ihm schien, dass auch sein Herzschlag aussetzte, um zu lauschen. Jakash lauschte der harten Stimme, sah in die harten Augen und glaubte zu fühlen, wie auch er selbst versteinerte.
Tot. Tante Nyota war tot. Tot.
Und der Weg war versperrt, verschlungen. Es blieb nur noch ein letzter Versuch zu entkommen, gen Osten.
Und Tante Nyota war tot.
Aszrem wandte sich ab, das Rudel zur Bewegung auffordernd. Jakash konnte sich nicht bewegen, außer mit den geweiteten, entsetzten Augen dem dunklen Rüden zu folgen. Rakshee tauschte an Aszrems Seite auf. Rakshee, seine Schwester, zu der er sich, in dem Augenblick da er sie dort sah, mehr als zu jedem anderen sehnte. Er wollte sie jetzt an seiner Seite haben und die Augen in ihr Fell vergraben, wollte sie bitten ihm zu sagen, dass er sich das alles nur einbildete. Aber Rakshee lief dort vorne an der Seite des dunklen Unheilsboten. Jakash spürte, wie sich seine Lefzen nach unten verzogen und die Zähne freigaben, während sich heiße Tränen in seinen Augen bildeten. Seine Tante war tot. Und er hatte sie in letzter Zeit wie alle anderen auch gemieden, aufgrund seiner eigenen Probleme. Und nun würde er sie nie wiedersehen, würde sie nicht mehr um Rat fragen können, würde gar nie wieder mit ihr reden können. Sein Blick verließ seine Schwester und den Rabenwolf, irrten umher auf der Suche nach Halt, nach Trost. Sie fanden seine Mutter. Neben ihr Katsumi, der sich an sie lehnte, und Garrett. Halt suchend, Trost suchend. Genau das, was er gerade suchte. Neben ihm zogen die Wölfe an ihm vorbei gen Osten. Jakash setzte eine Pfote vor die andere, entgegen dem Strom, und trat zu seiner Mutter. In seinen Augen schwammen die Tränen, und seine Lefzen zitterten, noch immer halb gebleckt. Er sah sie an und suchte in ihren Augen nach etwas, von dem er wusste, dass er es nicht finden würde.

"Nyota... Tante Nyota..."

Seine Stimme bebte, und mehr brachte er nicht heraus...


[Rudel | Shani, Katsumi und Garrett]

Parveen
07.02.2010, 22:50

Ihre Mutter war fort, einfach weg. Für immer. Langsam aber sicher begann ihr diese Tatsache bewusst zu werden. Stunden, Tage, Nächte war sie durch das ehemals wunderschöne – nun völlig zerstörte – Revier der Sternwinde geirrt. Besinnungslos; so schien es zumindest. Das Nichts hatte sich durch ihre Heimat gefressen wie ein giftiger Virus, hatte ihr alles bekannte genommen, sie ihrer Erinnerungen beraubt. Ihrer wirklichen Erlebnisse. Für einen kurzen Moment schloss sie die Augen, versuchte so zumindest für den Augenblick einen geringen Überblick über sich, vor allem aber das Ganze hier, zu bekommen. Vergebens. Sie war nicht traurig, konnte den Tod ihrer Eltern nicht bedauern – war weder verzweifelt, noch hoffnungslos. Da war einfach nur eine unheimlich leblose, vollkommen tote Leere. So unheimlich und vollkommen wie das Nichts – so, als hätte es mit dem Ableben Banshees auch einen Teil ihres Innern für sich beansprucht. Wer bin ich. Eine einfache Frage die sie sich früher, zu Welpenzeiten häufig gestellt- und seitdem nie wieder daran gedacht hatte. So sehr sie sich auch anstrengte, so lange sie auch überlegte – sie fand keine Antwort darauf, fand keinen Wegweiser zu sich selbst; keinen einzigen Hinweis. Ein leichtes, freundliches Lächeln legte sich auf ihre versteinerten Züge. Doch es war nicht das Lächeln einer glücklichen, warmen Seele – nein, es war das Lächeln eines Ertrinkenden, der verzweifelt versucht den letzten Strohhalm, den letzten Ast seiner Rettung zu ergreifen. Parveen war keine Ertrinkende, sie war nicht verweifelt und sehnte sich nicht nach Rettung sie war alles...und nichts. Sie war wie die unzähligen Blätter im Wind; taub und lenkbar.
Erst als der süße, markante Duft ihrer jüngeren Schwester die feinen Sinne der Schwarzen berührte, hob sie den Kopf. Ihre hellen, stechenden Augen fixierten den Horizont. Sie waren zurück, Tyraleen war zurückgekehrt. Langsam – dann immer schneller werdend – setzte sich die Tochter Banshees in Bewegung. Einem dunklen, alles verzehrenden Schatten gleich, bahnte sie sich ihren Weg durch das Geäst, folgte den Witterungen ihrer Familie und vernahm schließlich die Stimme Aszrems. Ihr eben noch so gleitender, eleganter Gang geriet – als sie den Inhalt seiner Worte verstand - ins Stocken, ihre lapislazulifarbenen Augen weiteten sich und in einem kurzen Moment der Fassungslosigkeit verließ ein heller, jammernder Laut die Kehle des schwarzen Schmetterlings. Warum, warum taten ihnen die Götter das an. Warum war Engaya so gnadenlos, so...kalt.
Ein dumpfes Knacken im Geäst, die stetige Bewegung kleiner und kleinster Geschöpfe ermahnte sie zur weiteren Flucht. Das Nichts war hinter ihr, neben ihr – überall. Jede Sekunde des Zauderns konnte ihren Tod bedeuten; und sie durfte noch nicht sterben. Ihre Aufgabe war noch nicht erfüllt, vorallem aber wollte sie nicht noch mehr Qualen, noch mehr Leid auf die Schultern ihrer Familie legen. Denn dafür lebte sie weiter; um ihnen den Schmerz zu nehmen. Langsam und fürsorglich, jedem, wie er es brauchte. Immer noch lächelnd stolperte sie weiter vorwärts, ihre Augen blickten ins Leere, ihre Gedanken waren irgendwo – nur nicht in der Realität und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie plötzlich einer jungen, schneeweißen Fähe gegenüberstand, diese aber vorerst nicht weiter bemerkte und erst nach einigen Metern wendete, die Tochter Hiryogas fixierte. Sie war jung...und schön. Schön wie ihr Vater. Ein herzlicheres, wärmeres Lächeln breitete sich auf den Zügen Parveens aus, als sie stockenden Schrittes auf ihre Verwandte zutrat- dabei aber die Welpen nicht außer Acht ließ.

„Ahkuna!“

Erleichterung sprach aus ihrer Stimme. Jetzt konnte es nur noch besser werden, sie war nicht mehr alleine, ihre Familie war da und sie würde für ihre Familie da sein. Kaum war sie sich dieser Tatsache bewusst, reckte sie musternd den Hals, begann ihre Gegenüber zu analysieren. Ging es ihr gut ? Was fehlte ihr und – fehlte ihr überhaupt etwas? Sie würde diese Lücke füllen, egal was es war, sie würde heilen, helfen, das sein was sie brauchte.

„Avendal. Aléya. Ich weiß nicht ob ihr euch an mich erinnern könnt, ich bin...Parveen.“

Es schmerzte, der Gedanke, dass sich die beiden vermutlich nicht an ihren Namen, ihre Persönlichkeit erinnern konnten, tat weh. Sie wusste sie alle, hatte sich die Namen und passenden Gesichter eingeprägt. Zu lange war sie fort gewesen, zu viele Ereignisse waren an ihr vorüber gezogen. Sie musste nachholen, erfahren was geschehen war. Alles. Sie würde ihr leeres Gedächtnis mit ihren Erinnerungen füllen und zumindest so tun als wäre sie dabei gewesen. Ein stummer Beobachter, als Teil ihrer Gedanken.

„Ich bin so froh dass es dir – euch ! - gut geht. So froh..“

Noch immer lächelnd hob sie den interessierten Blick, fixierte die Weiße erneut. So schön, so strahlend. Es gab viel zu erzählen, doch das Nichts – und Aszrems indirekter Befehl zur Flucht – hielten sie davon ab. Wut. Auf das was sie daran hinderte nachzuholen, was sie daran hinderte ihre Lücken zu füllen und zu lernen; den Schmerz zu vergessen.


[Aléya, Avendal & Ahkuna]

Ahkuna Caiyé
08.02.2010, 18:02

Ahkuna war es gar nicht so aufgefallen, das sie ihre Trauer langsam nach außen hin fielen ließ. Erst als sie von ihrer kleinen Verwandten darauf angesprochen wurde, wurde es ihr klar. Sie musste doch jetzt stark sein. Sie, als eine Art Vorbild für die kleinen, musste doch jetzt für sie da sein. Aber sie konnte nicht. Egal wie sehr sie sich das wünschte. Sie war im Moment zu schwach um die Stark zu sein. Zu schwach um einfach nur für die kleinen da zu sein. Es geht mir gut. Wollte sie sagen. Sie wollten ihr sagen dass es alles wieder gut wird aber das konnte sie nicht. Sie musste sich aufraffen. Sie ließ ein seichtes seufzen vernehmen und sie stupste die Welpin noch einmal an, ehe die sich von dannen machte und sich beinahe mit Aléya eine Kopfnuss geteilt hätte.
Wieder waren sie stehen geblieben. Warum? Wann? Waren sie schon stehen geblieben als Avendal Ahkuna angesprochen hatte oder schon eher? Gerade schien alles zu verschwimmen. Ahkuna hatte ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Gerade als sie Ahkuna darüber Gedanken machen wollte sah sie das Tyraleen und ihre Gefährten wieder da waren. Ihr Blick fing an zu leuchten. Sie waren wieder da! Das war ein gutes Zeichen. So hoffte sie. Doch schon viel es ihr auf. Fehlte da nicht jemand? Es kam Ahkuna so vor und schon kam die Antwort auf ihre Frage. Es fehlten so gar zwei Mitglieder. Nyota und Kylia. Zwei so wunderschöne Fähen. Sie konnte es nicht fassen. Gerade hatte Ahkuna sie aufgerafft weiter zu gehen und schon blieb sie wieder stehen.

//Nein!//

In ihr schrie alles. Für sie war nun wieder ein Teil ihrer Welt zerstört worden. Wieder war etwas abgebrochen. Ein wichtiges Teil war verschwunden und verschluckt worden. Alles drehte sich in ihr und sie verlor fast den Halt auf den Beinen. Beinahe wäre sie hinten weg geknickt. Beinahe. Der Schock ließ ihre Glieder so stocksteif werden, dass sie wie eine Statue aussah. Ihre Azurblauen Augen waren starr auf einen Punkt vor ihren Füßen gerichtet, doch gesehen hat sie nichts. Dieser Moment schien endlos zu sein. Sie fühlte sich jetzt so leer. So fürchterlich allein.
Als sie ihren Namen hörte hob sie ihren Kopf, um ein bekanntes Gesicht zu erhaschen. Parveen. Es schien doch noch jemanden zu geben der da war. Jemand der stärker war. Jemand wie Sie. Ahkuna legte die Ohren seitlich und wedelte langsam und vorsichtig mit der Rute. Es ging wieder. Es funktionierte wieder. Parveen hatte allein mit ihrer Anwesenheit, Ahkuna wieder etwas Kraft gegeben. Parveen war nun da. Leicht winselnd und langsam ging sie auf ihre Tante zu.

„Parveen… Hast du… hast du… Das ist so fürchterlich. “

Ahkuna wusste nicht was sie sagen sollte. Sie konnte nicht mehr richtig denken. Wenn der Tod so plötzlich kommt, erwischt es jeden hart. Den einen mehr, den anderen weniger. Jeder verarbeitete es auf seine Weise und Ahkuna war dann immer gerne bei älteren Wölfen und nun war Parveen ja da. Sie schritt zögerlich immer näher an ihre schwarze Tante. Der Weg, so schier endlos.
Je näher sie kam, desto mehr konnte sie ihre Tante riechen. Der Geruch war so bekannt und doch so Fremd. Sie wusste wer vor ihr war aber solange waren sie nicht zusammen gewesen. Sie seufzte. Erleichterung machte sich breit. Vorsichtig steckte sie ihre Nase in den Nackenpelz ihrer Tante und fing wieder an zu winseln. Ja, nun war jemand da, der ihr helfen konnte alles zu vergessen. Der ihr helfen konnte, über alles hin weg zu kommen.


[bei Avendal, Aléya und Parveen]

Thx, Nihil ^^"

Shani Caiyé
09.02.2010, 14:01

Fast ängstlich lag Shanis Blick auf dem braunen Rüden an ihrer Seite, wartete stumm auf seine Antwort und wollte sie doch nicht hören. Ohne es einsehen zu wollen, kannte sie sie jetzt bereits, hatte sie in der Traurigkeit des Blickes gesehen und in den schweren Worten gehört. Vielleicht waren Isis und sie sich nie nahe gekommen und doch war die sandfarbene Wölfin ein so fester Teil des Rudels, dass ihr Fehlen furchtbar schmerzte. Die Worte, die Katsumi schließlich sprach, gaben nicht viel Auskunft, Shani bemühte sich, nicht in schreckliche Fantasien abzugleiten und doch stellte sie sich die Wüstenwölfin von einer Krankheit gezeichnet und daran zu Grunde gehend vor. Es war kein schönes Bild. Und auch wenn Shani nicht mehr nachfragen und möglicherweise nie erfahren würde, warum Isis nun gestorben war, reichte ihr, was sie wusste und die erschütternde Tatsache, die damit einherging. Irgendwo war Isis nur ein weiteres Opfer und doch ein viel schwereres, weil sie einen Gefährten wie Katsumi zurückließ, der nun wankend und voller Entsetzen seinen Weg alleine zu gehen hatte.

“Es tut mir so leid.“

Sie flüsterte, schien einige Sekunden lang noch etwas sagen zu wollen – fragte sich, ob Katsumi wusste, dass auch sie Hiryoga verloren hatte, vom Nichts verschluckt – und fand dann doch keine Worte. In welcher Weise wäre es tröstend für den Braunen, wenn er wüsste, dass sie das Gleiche durchlebt hatte und noch immer durchlitt? Vielleicht wusste er es ja sogar, schließlich fiel es auf, wenn ein Rüde plötzlich fehlte und Banshee hatte selbstverständlich erfahren, was geschehen war. Shani hatte keine Ahnung, wie viel das Rudel über ihren Gefährten und sie wusste, vielleicht hielt sie sich für viel undurchsichtiger, als sie in Wirklichkeit war.
Als Rakshee mit einem schwarzen Wolf an ihrer Seite auf sie zukamen, war die Weiße sich nicht sicher, ob sie froh oder unglücklich sein sollte. Zum einen kam ihre Tochter zu ihr – ihr Herz erwärmte sich schlagartig – doch zum anderen unterhielt sie sich mit Katsumi, er hatte ihr soeben etwas Schreckliches offenbart. So oder so ließ sich die Situation nicht ändern, also beschloss Shani sich einfach zu freuen und lächelte ihrer Tochter entgegen. Als diese sich nach einer kurzen und doch so wundervoll warmen Begrüßung an ihren Hals schmiegte, begann ein kleiner Funken in Shanis Augen zu glimmen und voller Liebe erwiderte sie die kurze Geste.

“Hallo, mein Schatz.“

Schon war der Moment wieder vorbei, Rakshee trat einen Schritt zurück, stellte den schwarzen Wolf als Garett vor. Freundlich nickte sie ihm zu, versuchte sich nichts von der vorangegangenen Situation anmerken zu lassen.

“Hallo Garrett, freut mich.“

Vielleicht hätte sie noch eine Frage gestellt, wer der Schwarze war, ob er mit ihrer Tochter befreundet war, doch jede Absicht zerrann, als der Spähtrupp zurückkehrte. Wie alle anderen, wandte auch Shani sich sofort nach vorne, entdeckte Aszrem und fragte sich kurz, was er dort tat. Dann begann er zu sprechen und auch diese Frage wurde vergessen. Die Informationen sickerten wie dickflüssiges Moorwasser in ihren Kopf, breiteten sich dort aus und färbten alles schwarz. Nyota und Kylia tot. Der Fluchtweg versperrt. Ein leises Keuchen entwich ihrer Kehle und reglos versuchte sie, nicht einzuknicken. Wieder waren es zwei Fähen, mit denen sie persönlich nie viel zu tun gehabt hatte und die doch fest wie ein Gipfel zu einem Berg zu diesem Rudel dazugehört hatten. Nyota … die Leitwölfin, die verbliebene Leitwölfin! Weitere Opfer, weiterer Schrecken und nur noch eine Chance, selbst mit dem Leben davon zu kommen. Ihr gelang es, sich zu fassen, sah Rakshee fortspringen, wollte sie zurückrufen und sah dann doch ein, dass Aszrem ihre Tochter nun mehr brauchte, als Rakshee ihre Mutter. Doch es gab noch jemanden, Jakash, dessen Mentorin Nyota doch gewesen war! Um sich selbst nicht ihrem eigenen Entsetzen stellen zu müssen, versuchte Shani sich um andere zu kümmern, schaute sich nach Jakash um, war beinahe froh, als sie merkte, dass auch Katsumi ihren Trost brauchte. Er schwankte und lehnte sich dann schwer an sie, fand kaum Worte und zeigte ihr doch, wie schutzlos ihn diese Nachricht getroffen hatte. Ohne darüber nach zu denken drückte die Weiße ihre Stirn sanft gegen die des Rüden, legte ihren Kopf in seinen Nacken und versuchte ihn zu halten. Sie fand keine Worte des Trostes, war dafür doch schon zu viel geschehen, versuchte einfach nur da zu sein. Als sie Jakash erspähte und begriff, dass er auf sie zusteuerte, rief sie ihm leise entgegen.

“Jakash, mein armer Schatz.“

Er erreichte sie und sofort nahm sie auch ihn in Empfang, fuhr ihm mit der Zunge über die Stirn, stützte ihn, vergrub ihre Schnauze in seinem Fell. Nyota und ihn hatte so etwas wie eine tiefe Freundschaft verbunden, vielleicht auch einfach nur eine starke Tante-Neffe-Beziehung und Shani wusste, wie schwer den schwarzen diese Nachricht nun traf. Viel schwerer als sie oder Katsumi, die grundsätzlich von der ganzen Situation angeschlagen waren, mit Entsetzen all die Toten hinnehmen mussten … aber sie verlor in Nyota keine wichtige Stütze. Shanis Blick fiel auf Garrett, der nun alleine bei ihnen stand. Sie hätte sich auch um ihn gekümmert, aber zwei andere Wölfe brauchten ihren Trost nun mehr.


[ beim Rudel | Katsumi, Jakash und Garrett ]

Amúr
09.02.2010, 18:00

Eben noch wollte sie nur jemanden zurück bringen und nun hatte sie sich selbst verlaufen. Ein leises Seufzen kletterte aus ihrer Kehle. Wo waren die anderen nur? Wäre sie schon größer und erfahrener würde sie einfach der Fährte folgen. Doch das musste sie erst lernen. Sie Kämpfte sich aus den Gebüsch heraus in den sie eben noch hängen geblieben war und landete dabei mit einen leisen fiepen auf ihren Pelziegen Hintern. Sie legte die Ohren an. So konnte es nicht weiter gehen. Zudem war überall in der nähe war das Nichts. Vereinzelt hörte sie die Stimmen von Insekten die die Gefahr noch nicht mitbekamen in der sie Schwebten. Sie Redeten und Redeten- Amúr konnte sie nicht Ignorieren. Erneut seufzte sie. Wenigstens waren sie zusammen. Mit einmal hörte sie eine Stimme hinter sich und erschrak. Wobei sie zusammen zuckte. Dann sah sie den Rabenschwarzen Rüden an den sie zum Glück kannte.

“Face Taihéiyo „

Hauchte sie und Stand auf. Ihre kleine Rute Pendelte kurz bei seinen Anblick. Es hatte sie jemand gefunden. Etwas schüchtern begann sie nun zu sprechen.

“Ich... ich hab mich verirrt“

Sie log zwar zum Teil doch wie Demütigend wäre es wenn sie zugeben würde das sie sich verirrt hatte als sie jemanden zurückbringen wollte? Nein diese Schmach wollte sie sich nicht eingestehen. Sie ging näher zu den Rüden. Stellte sich neben seine Beine. Mit großen Augen musterte sie die Umgebung ehe sie zu Face Taihéiyo auf sah.

“Können wir gehen? Weg von hier?“

Weit weg von der Gefahr wäre Amúr am liebsten. Wenigstens war sie nun nicht mehr alleine. Damit ging es doch schon mal voran oder? Erneut drang die Stimmen der Insekten zu ihren Ohr. Wie schön wäre es nun sie einfach zu Ignorieren? Sie einfach nicht zu hören? Sie war jedoch dazu auserkoren diese Stimmen zu hören. Nur wieso? Warum wählte das Schicksal für sie einen Solchen weg? Die Ohren Zuckten als würde sie hoffen so die Stimmen vertreiben zu können. Doch es klappte nicht. Ungeduldig sah sie zu Face Taihéiyo auf. Er sollte sie einfach nur noch hier Raus bringen. Am besten zu ihrer Mutter. Dort würde sie sicher sein!
Sie folgte den schwarzen Rüden mit tief blauen Augen.. Nah blieb sie bei seinen Pfoten. Noch einmal wollte sie sich nicht verlaufen. Hoffentlich wusste der Rüde wo sie lang mussten. Ihre Ohren Zuckten unruhig. Ihr kleines Herz klopfte wild. Als sie dann beim Rudel waren blieb sie Zögernd stehen. Ihr blick wanderte wieder zu den Rüden hoch und sie legte den Kopf leicht schief. Er hatte sie hier her gebracht doch sollte sie ihn nun hier stehen lassen? Sie Kämpfte mit den Drang nun zu ihrer Mutter zu rennen. Das wäre doch unhöflich ihn nun hier zu lassen oder? Ja das war es mit Sicherheit. Face Taihéiyo hatte sie schließlich sicher hier her geleitet.

“ich danke dir Face Taihéiyo „

Sprach sie nun zögerlich und lächelte leicht.


[ Wird Gefunden und geht mit Face Taihéiyo|neben Face Taihéiyo beim Rudel ]

Averic
09.02.2010, 19:05

(( Amúrlein, wir sind schon etwas weiter. :] Du kannst ja einfach was dran hängen: siehe Tyraleens letzten Beitrag, die SL-Anweisung. War ein bisschen doof, tut mir Leid, dass ich mit Face so lange gebraucht habe. ^^'' ))

Mochi Cake
09.02.2010, 19:05

Mochi Cake hörte Stimmen. Er hörte sie schon seit Tagen und er kannte diese Stimmen. Er konnte sie nur nicht mehr richtig zuordnen, da er sich nicht richtig erinnerte: wie sie ausgesehen hatten. Die Wölfe. Von diesem Rudel. Die Wölfe von diesem Rudel, in das er gelaufen war auf der Flucht vor einer Vorahnung. Einer Spannung, die in der Luft gelegen hatte. Einer Spannung, die Mochi Cake zunächst nicht recht zuordnen konnte und für die er auch immer noch keine richtigen Worte fand, wenn er recht darüber nachdachte. Die Spannung hatte sich mittlerweile auch recht gut auf die Stimmen übertragen, die er seit Tagen hörte. Und er nahm gut war, dass die Spikes, die Ausschläge dieser Spannung eine Grenze erreicht hatten, einen Cut-off-Bereich, eine Klippe. Was dahinter kam, war der Wahnsinn. Mochi Cake grinste breit. Und genau darum war er auch wieder zurückgekehrt. Er hatte keine Angst vor dem Tod, keine Angst davor, nicht mehr da zu sein. Eigentlich hatte er mehr Angst davor, dass irgendwann nichts mehr passieren könnte, dass irgendwann einfach nichts Neues mehr kommen würde. Er wollte es sich ansehen, was passierte. Was sie jetzt tun würden. Und überhaupt. Wie sie damit umgingen und wer die Grenze überschreiten würde. Mochi wusste: Es würde ein Heidenspaß und es würde ihn verdammt nochmal ablenken. Und zurück konnte er jetzt sowieso nicht mehr, konnte es seit Tagen nicht mehr.
Er gähnte und stand auf, schüttelte seinen Körper. Sein Herz begann zu rasen und sein Körperfett schaukelte noch eine Weile weiter. Mochi Cake wartete kurz, bis es endete. Er war, für seine Verhältnisse merkwürdig sauber und das lag daran, dass er den Juckreiz nicht mehr ertragen hatte. Daraufhin hatte er sich mehrere Tage lang seiner Körperpflege gewidmet. Für seinen Pelz war dies ungewohnt, er stand jetzt wollig von seinem Körper ab, außer an Mochis Läufen, wo das Fell nicht so dicht wuchs. Mehr denn je sah er aus wie eine fellbewachsene Wurst, die auf vier dünnen Beinen durchs Leben ging. Langsam setzte sich der beleibte Rüde in Bewegung und nahm das gewohnte Schwingen seines Bauches wahr. Vor einer ganzen Weile schon, Mochi wusste gar nicht mehr genau, wann es gewesen war, aber kurz nachdem er das Rudel verlassen hatte, da es mit der Verpflegung dort nicht zum Besten stand, wie er schnell spürte, war er auf Menschen getroffen. Er hatte sie eine Weile beobachtet und war irgendwann, bevor er weitergezogen war, in eine Art Lebensmittellager eingebrochen. Dort hatte er mehrere geräucherte Würste verschlungen, die ihn aufgrund der würzigen Note zunächst irritiert hatten, da nach glaubte Mochi Cake jedoch sicher zu sein, dass dies die einzig wahre Art war, wie man Fleisch zubereiten sollte. Es ließ sich auch soviel besser essen. Außerdem hatte er die Hälfte von etwas gefressen, was bei den Menschen "Kuchen" hieß. Mochi hatte davon nie zuvor gehört und der Geschmack der Speise war etwas derart Neues und Ungewohntes, dass der Fettleibige glaubte, auf der Stelle verrückt werden zu müssen. Auch jetzt, nachdem er längst zum Rudel zurückgekehrt war, verfolgten in die Gerüche der Speisen - was sicherlich auch damit zusammenhing, dass Mochi bereits seit einigen Tagen nur leichte Kost hatte zu sich nehmen können. Die meisten Tiere hatten diesen Ort bereits verlassen und Mochi war eigentlich über die Maße erstaunt darüber, dass auch das Rudel noch nicht geflohen war.
Die Stimmen kamen näher, Mochi konnte jetzt auch einige der Wölfe sehen, sie liefen zum Teil verstreut, einige weiter vorne, andere in einer größeren Gruppe weiter hinten. Der Rüde blieb stehen, setzte sein schleimigstes Lächeln auf und wartete, bis die ersten von ihnen nah genug an ihn herangekommen waren.

"Hi. Na, habt ihr mich vermisst? Oder warum seid ihr Trottel noch hier, wo alle anderen längst weg sind?"


[vor dem Rudel | bei denen, die ganz vorne laufen, vermutlich Rakshee und Aszrem??]

Averic
09.02.2010, 20:13

Verbissen war Averic vorwärts gelaufen, hatte wieder zurück geblickt, war langsamer geworden, um Caylee und Chardím nicht davon zu rennen. Am Liebsten hätte er sie beide gepackt und wäre losgestürmt, leider waren sie dafür mittlerweile viel zu groß. Doch das Gefühl in seiner Brust wurde zunehmend drängender, unerträglicher. Grau und weiß rauschte alles an ihm vorbei, sie überholten ein paar der Wölfe und trotzdem ging es dem Schwarzen nicht schnell genug. Das Wissen um den Tod, der zuerst an ihm vorbei gezogen war und seine Opfer gewählt hatte; der Tod, der nun hässlich grinsend über ihnen schwebte, lag wie ein bitterer Geschmack auf seiner Zunge. Und er wusste, dass Tyraleen ihn jetzt brauchte und er dringend zu ihr musste.
Endlich sah Averic in der Ferne die Schemen von Wölfen auftauchen. Der Pechschwarze, Caylee und Chardím waren stehen geblieben, seitlich vom Rudel, aber dennoch weit vorne. Der dunkle Schleier von Trauer schien nahezu sichtbar über den Wölfen zu hängen, die auf sie zu kamen. Und ja, sie fehlten.
Wenige Atemzüge später, tauchte vertrautes, weißes Fell zwischen den Anderen auf, ein Körper drängte sich gegen ihn und vergrub sein Gesicht in Averics dunklem Pelz. Er musste nicht fragen, er wusste es schon. Langsam den Kopf herum drehend, begann er tröstend mit der Zunge durch das Fell seiner Liebsten zu fahren. Ausgerechnet Nyota. Bei den Göttern, welche Gewalt musste auf den Spähtrupp niedergegangen sein, dass sie seine Tante bezwingen konnte? Das alte Weib, dass irgendwo so ausgesehen hatte, als wolle sie niemals sterben. Die Antwort darauf, war ihm nicht bekannt. Er wusste nie warum. Nur der Tod selbst konnte ihm nie verborgen bleiben. Und nun waren sie alle fort. Averics dunkler Blick flog kurz über die Wölfe und fand nur noch vereinzelte Gesichter, die ihn schon sein Leben lang begleiteten. Nein, eigentlich war selbst das falsch. Bis auf Sheena, war niemand aus seiner Welpenzeit beständig gewesen. Alles um sie herum verschwand, das Tal war fast weg und alles wurde fremd. Aszrem verkündete Nyotas und Kylias Tod, während sich Averic immer noch an seine kleine Schwester schmiegte. Der Schwarze spürte, wie verzweifelt Wut in ihm hoch kochen wollte; wieso ließen die Götter das alles zu!? Wieso ließ Engaya ihre Wölfe so im Stich? Das konnte doch nicht das Ende sein!


[ Rudel | Tyraleen, Chardím, Caylee, Nerúi, Turién ]

Aléya
09.02.2010, 21:37

Immer wieder zuckten die aufmerksamen Ohren der weißen Fähe nach hinten, ein wachsamer Blick wurde zurück geworfen und mit jedem Mal musste Aléya fest stellen, dass das Nichts wieder ein kleines Stück weiter gerückt war. Es schien ihr fast, als wäre es völlig gleichgültig, wie schnell sie liefen – das Nichts war der ausdauernde Jäger und sie die hilflose Beute, die nichts weiter tun konnte als bis zur völligen Erschöpfung zu fliehen.
Trotzdem ließ sich die Weiße nichts von ihrer Furcht anmerken, die langsam aber stetig nun auch an ihrem Herzen zu nagen begann.
Es schmerzte und erfüllte die Welpin mit einem seltsamen Gefühl, welches ihr bisher unbekannt gewesen war. Aber sollte sie deswegen aufgeben? Das Bild ihres Vaters trat vor ihr geistiges Auge. Damals, als sie in Panik aus dem Wald gestürmt war und Aryan hinterher sprang, um sie zu retten, hatte sie nicht die Kraft und den Mut gehabt. Heute war das nicht mehr so. Obwohl so wenig Zeit vergangen war, so hatte die Kleine doch eine unglaubliche Wandlung durch gemacht, war größer und kräftiger geworden. Ihre Wachstumsschübe schienen kein Ende nehmen zu wollen.
Ungeduldig kratzten die Krallen über den Boden, als sie darauf wartete, dass Avendal und auch Ahkuna endlich zu ihr aufschlossen und die Flucht weiter gehen konnte. Sie würde ihre Freundin nicht im Stich lassen und immer beschützen, genau wie ihr Vater es ihr gezeigt und sie beschützt hatte.
Ein sanftes Lächeln umspielte die dunkleren Lefzen.

Ich weiß auch nicht. Ich bin normal weiter gegangen und plötzlich wart ihr nicht mehr zu sehen...

.oO(Und Papa habe ich auch schon länger nicht mehr gesehen... Hoffentlich geht es ihm gut.)

Schnell schob Aléya den Gedanken zur Seite. Wenn sie nur alle genauso schnell waren wie Aryan, dann konnten sie es schaffen.
Das Lächeln der Jungfähe wurde breiter, als Ave ihr erklärte, dass sie auf den Berge klettern würden. Munter nickend stimmte sie ihrer Freundin zu.

Das kann natürlich auch sein. Wie es da oben wohl ist? Über den Wolken... da kann man bestimmt immer alle Sterne sehen. Dann sind wir ja die ersten Himmelswölfe! Au ja, komm Ave, ich will der aller, aller, aller erste Himmelswolf der Himmelswölfe werden! Schnell, beeilen wir uns!

Die Jungwölfin kam gar nicht mehr dazu, denn ein paar Wölfe waren stehen geblieben. Die Späher waren zurück! Aber warum blickten sie alle denn nur so traurig? War etwas passiert?

Was ist denn los?“,

fragte die Kleine, die sich zwischen den einzelnen Wolfsleibern vorgedrängelt hatte. Ihre junge, leise Stimme war kaum zu hören gewesen, lauter zu werden war jedoch nicht nötig. Aszrem, der Gefährte von Nyota trat vor und berichtete. Seine Gefährtin war nun auch tot. Das konnte doch nicht sein... Das durfte doch nicht sein! Tyraleen lief mit schnellen Schritten zu ihrem Gefährten. Aléya sah noch, wie sie die Schnauze in sein dunkles Fell vergrub. Also musste es wahr sein.

Warum? Warum verlässt Engaya uns? Wohin führt dieser Weg, wenn er an jeder Abzweigung mit dem Tod endet?

Ihr Wehklagen war lauter als eigentlich beabsichtigt, doch es war ihr egal. Tränen glitzerten in den immer dunkler werdenden Augen der Welpin und etwas schnürte ihr die Kehle zu.

Was soll das für eine Probe sein, wenn es keine Chance gibt, sie zu bestehen? Papa... Papa! Papa!!

Der Schmerz in ihrem Inneren wollte sie auffressen, es brannte in ihrer Kehle und ihr junges Herz schien zerspringen zu wollen. Wieder ein Mal. Sie konnte es nicht fassen. Der Einzige, der ihnen jetzt noch helfen konnte, war Aryan.
Schnell schluckte sie die Tränen hinunter, schlüpfte erneut durch die Reihen, doch so weit musste sie dieses mal gar nicht gehen. Avendal und Ahkuna waren ebenfalls näher gekommen. Zudem war nun eine weitere Fähe aufgetaucht. Wie war noch gleich ihr Name? Doch als hätte die Dunkle ihre Gedanken gelesen, nannte sie ihren Namen fast im gleichen Atemzug. Parveen, genau.
Obwohl sie nun wieder Namen und Gesicht zuordnen konnte, ließ sich das Wehklagen der Weißen nur schwerlich unterdrücken. Ohne Hemmungen warf sich die Welpin, nun wieder ganz klein, an den Vorderlauf der jungen Erwachsenen.

Es passieren so viele schlimme Dinge. So viele sind tot. Warum nur?

Vergessen war der Mut und Frohsinn. Zumindest für diesen Augenblick. In diesem Augenblick konnte die Welpin sie nicht alle tragen, musste selber klein sein und beschützt werden.

Papa...


[erst bei Ave und Ahku, dann in der Mitte des Rudels, zurück bei Ave, Ahku und Parveen]

Shariku
09.02.2010, 22:10


Shariku war immer noch allein. Ihr Optimismus war wieder gesträrkt und ein unbändiger Wille trieb die zarte Fähe an. Sie musste die andern finden, sie musste einen Weg aus diesem Dilemma finden. Das Nichts, an iherer unmittelbaren Seite gelegen, war eine bedrohliche Mauer, welche sie davon abhielt wieder zu verzagen. Jedes kleine Blättchen, jeder grüne Halm gab ihr Hoffnung, bestärkte sie das hr Leben einen Sinn hatte.

(Wenn ich nicht leben sollte, wäre ich wahrscheinlich schon im Winter meiner Gebuert gestorben. Oder ich wäre nicht mit dem Rudel mitgekommen, da ich nicht sprechen kann und mich von den anderen unterscheide. Ich hätte mich ins Nichts gestürtzt, wenn meine Zeit vorbei gewesen wäre, ich wäre umgedreht und nicht meinem Instinkt in die Nähe der andern gefolgt. Auch für mich gibt es einen Sinn zu leben, und wenn er nur darin besteht zu kämpfen und allen zu beweisen das ich auch stumm durch das Leben kommen kann. EWs gibt so vieles wofür es sich zu leben lohnt. Halt durch, Shariku! Du schaffst das!)

Ihre Pfoten sanken etwas in den feuchten Boden ein, die Nasse erde quoll zwischen den Ballen hervor. Obwohl sie es nicht bevorzugte schmutzig zu sein, war sie für jede Sinneswahrnehmung dankbar. NAchdem sie ihren Tod verhinderte hatte, fühlte sie sich frei. Ihre Schritte wurden schneller. Ihre Rute war freudig erhoben, die Lungen nahmen die schwere feuchte Luft tiefer auf. Ihre Augen schauten in den Himmel. Dunkel Graue Wolken, aber diesmal war die kleine Wolke die ihr glich nicht allein, sie war mit den anderen vereint. Würde sie auch jemanden finden? War dies ein Zeichen?
Leicht schüttelte sie den Kopf. Solche Gedanken.
Der Wind frischte auf und trieb Blätter mit sich. Sie sie den Wind liebte. Ein weiterer Grund zu leben, um den Wind weiter spüren zu können. Was würde sie alles verpassen? Aber diese Gedanken schluckte sie herunter.

(Dies ist der erste Tag meines neuen Lebens. Ich werde ihn nicht mit trüben Gedanken belasten.)

Wie Lebensfreude einen Geist heilen konnte war verblüffend. Shariku sprang ohne zu überlegen über einen vermorschten Ast. Bei der Landung kam sie ins schlittern und ihr zog es die Beine weg. So viel zum Thema unbändige Lebensfreude, die einem nichts anhaben konnte. Ihre linke Körperseite war von Schlamm und altem Gras beschmiert.

(Na super! Das muss natürlich wieder mir passieren.)

Sie beachtete den Schmutz nicht weiter und richtete den Blick, von etwas angezogen, wieder gen Himmel. Ein schwarzer Vogel flog dort, ganz in der Nähe ihrer Wolke. Gab es dort oben auch ein Nichts? Oder war der Himmel frei? Wie schön wäre es, wenn sie fliegen könnte. Freiheit. Grenzenlosigkeit. Träume. Wünsche.
Doch wie sie es sich angewöhnt hatte begann sie auch nun wieder über ihr Leben nach zu denken.

(Wenn ich ein Vogel wäre, würde ich nicht wissen wie es ist weit zu laufen, zu rennen und zu sprinegn. Ich wüsste nicht wie sich Nadelboden vom Laubboden unterscheidet und wie es ist in einer Höhle zu schlafen. )

Immer mehr begann sie ihr Leben zu lieben. Fröhlich sprang sie wieder los. Ihre Schritte wurden abermals leicht. Ihr Blick kehrte von den Wolken zum Boden zurück, ihre Gedanken von den Träumen zur Wirklichkeit.
Plötzlich stoppte sie abermals. Dort, in einiger Entfernung sah sie eine weiße Fähe sitzten. Freude stieg in ihr auf und sie rannte auf sie zu. Schlitterned kam sie neben ihr zum stehen und blickte sie mit ihren gefühlvollen Augen an. Sie hatte wunderschöne grüne Augen. Ihr tiefer Blick traf die grünen Augen.

Sharikus Augen blickten sie fragend an. Wer war sie? Kam sie von den anderen?

Auch wenn es ungewöhnlich war, ihre Fragen standen in ihren Augen, gut lesbar für jeden der sich darauf einlies sie zu verstehen.


so sry, das ichs verpennt habe^^

[am Rand des Nichts | Lyerra]

Garrett
10.02.2010, 09:55

Munter und aufrichtig hielt der dunkle Rüde den Kopf erhoben. Er hatte eigentlich keine Ahnung wie man sich in solch einer Situation verhielt. Es war vollkommen neu und doch war es nicht genau dieses Neue was er suchte? Er versuchte einfach er selbst zu sein, dann würde schon nichts schief gehen können. Wenn er er selbst blieb, und Garrett zweifelte nicht daran das er sich genau in jenem Moment hätte verlieren können, dann konnte er nur noch durch seine Unwissenheit Fehler machen und die Situation versauen und dafür konnte er dann wohl wirklich nichts.
Seine Pfoten folgten denen der braunen Fähe in gleichmäßigem Takt, seine vor neugier scheinbar Funken sprühenden Augen, waren auf die Wölfe vor ihnen gerichtet, auf die Rakshee nun zusteuerte. Er konnte das leichte Glimmen nicht verhindern und hoffte das es nicht unhöflich vorkam. Es ging einfach nicht anders. Die Situation war so fremd und seine Neugier auf Neues so stark, das er nicht umher konnte, es mehr oder weniger bewusst nach Außen zu zeigen. Sein Blick verharrten auf der weißen Fähe, die Rakshee mit einem Lächeln auf den Lefzen entgegen blickte. Ihre Mutter wie es schien. Bei ihr war ein weiterer Rüe, den Garrett ebenso wenig kannte. Woher auch. Auch ihn betrachtete der Schwarze für einige Sekunden lang eingehend, wandte den Blick allerdings schnell wieder ab, als er merkte das es dem Rüden nicht sonderlich gut zu gehen schien. Sein Blick verharrte wieder auf den grünen Augen Shanis, während Rakshee sie vorstellte. Katsumi hieß dieser andere Rüde also. Aber so oder so, nachdem die Braune geendet hatte, neigte der schwarze Rüde sofort den Kopf, als eine Art Gruß oder Verbeugung, dann richtete er den Blick wieder auf die beiden Wölfe.

"Hallo, freut mich euch kennen zu lernen."

Seine Stimme war sicher und freundlich und er hoffte inständig das er nicht anders rüber kam. Auch wenn er es anders auch nicht hätte ändern können, hoffen tat er trotzdem. Doch eine Unruhe neben ihm, ließ ihn den Blick zu der Braunen richten. Sie hatte den Blick umgewandt, blickte zu etwas, was weit vor ihnen geschah und dann hörte auch er die Stimme des schwarzen Wolfes den er bereits kennen gelernt hatte. Aszrem, Rakshees Pate. Und seine Worte gingen auch dem Neuling im Rudel unter die Haut. Erneut. Zwei Tote. Und unter ihnen die andere Leitwölfin. Nyota war tot. Das Rudel hatte eine weitere sehr wichtige Stütze verloren. Er verharrte in vollkommener Starre, unfähig sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Er hörte die Stimmen der anderen, war aber unfähig auf sie zu reagieren. Rakshee verschwand von seiner Seite, doch selbst um das zu begreifen schien er einen Moment unfähig. Wiederholte es sich alles? War das immer so? Starben immer so viele? Er hatte gedacht das wäre bei ihm eine Ausnahme gewesen, nun war es auch hier so. Er war überall, nicht wahr? Allgegenwärtig, der Tod.
Hilfesuchend, suchte er den Blick der anderen Wölfe, ehe er den Kopf wieder herum schnellen ließ und mit dem blauen Blick nach Rakshee suchte. Was sollte er nun tun? Garrett wusste das ihn hierbei keiner helfen konnte. Keiner konnte seine Gedanken kennen, es war auch besser so. Seine Furcht und Bedenken, sollten diese Wölfe nicht auch noch tragen müssen, sie hatten schon zu viele Verluste und Lasten zu tragen.
Und dann erinnerte sich der Schwarze an das Gespräch mit der Braunen zuvor. Er erinnerte sich an das was sie ihm über die Götter gesagt hatte, erinnerte sich an seinen kläglichen Versuch zu beten. Der Gedanke kam ganz unbeeinflusst in sein Gedächtnis, doch war es wie das letzte bisschen Sonnenschein nach dem er wie eine Pflanze die Wurzeln ausstrecken konnte. Natürlich. Der Tod war vielleicht überall und allgegenwärtig. Doch das Leben war es sicherlich genauso.
Entschuldigend, wandte er den Blick erneut zu Shani und Katsumi herum, zu denen sich entzwischen ein weiterer, schwarzer Wolf gesellt hatte, in seiner Trauer überwältigt. Doch Garrett blieb nicht lange weilen. Er wusste das er bei shani und ihrem Sohn wenig ausrichten konnte, auch Katsumi konnte er wenig helfen, wenn er nicht wusste wobei. Doch Rakshee konnte er beistehen. Mit schnellen Bewegungen schob sich der junge Wolf durch die Scharen des Rudels, die allesamt ihr Tempo erhöht hatten. Ganz vorn kamen die Wölfe in Sicht, zu denen er gewollt hatte. Rakshee, Aszrem sowie ein weiterer Rüde den er nicht kannte. Ohne viele Worte nahm er die letzten Schritte und schob sich an die Seite der braunen Fähe. Sanft und wärmend stupste er sie an. Ein Zeichen des Trostes. Er wusste, das er nicht unbedingt hiehrer gehörte. Doch er wollte hier und jetzt für seine braune Freundin einstehen, wollte ihr beistehen auf dem Weg den sie nun zu gehen hatte. Etwas anderes ließ seine Seele, seine Art gar nicht erst zu. Er wollte bei ihr sein und sie fangen, wenn sie drohte zu fallen.


[An der Spitze des Zuges | Aszrem, Rakshee, Mochi ]

Aszrem
10.02.2010, 10:59

Er musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, dass das Rudel sich in Bewegung setzte und ihm zu folgen begann. Es brach keine Panik aus, niemand stürmte kopflos voran - dafür waren sie wohl alle noch viel zu gelähmt vor Schock. Aszrem war über dieses Stadium hinweg und am anderen Ende dieses Weges angekommen. Sein Körper und seine Seele schienen nach Bewegung zu schreien, nach Taten, nach Verausgabung bis zur totalen Erschöpfung. Es schmerzte fast körperlich, zwar mit straffem Schritt aber doch viel zu langsam voran zu schreiten. Ihm wäre ein kräftezehrender Sprint lieber gewesen, ein Sprint bis die Pfoten bluteten. Aber er konnte jetzt nicht laufen - konnte seiner Tochter jetzt nicht davon laufen.
Er hätte Nerúi jetzt gerne an seiner Seite gehabt. Seine Tochter war der letzte Ankerpunkt seiner Seele, und fürchtete, sich selbst zu verieren, wenn er diesen Punkt aus den Augen verlor. Ein nicht gernger Teil seines Selbst stand noch immer an diesem Abgrund und sehnte sich danach, sich einfach vorneüber fallen zu lassen...
Kurz wandte er den Kopf zur Seite, und ein kalter und gleichzeitig brennender Blick taxierte die junge Fähe an seiner Seite. Rakshee. Ach ja, seine Patentochter. Er hatte ganz vergessen, dass es noch jemanden gab, der vielleicht noch auf ihn zählen wollte. Jemand, dem er vielleicht noch wichtig war - und der ihm wichtig sein sollte. Rakshee war letztendlich eine Art Tochter für ihn. Aber eine, die mittlerweile ganz gut selbstständig durch's Leben kam.
Gerade, als er etwas zu ihr sagen wollte, erklang eine Stimme aus der Richtung, in die sie liefen. Aszrem wandte den Blick wieder nach vorne und erblickte einen Wolf, den er schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen hatte. Und es wäre ihm lieber gewesen, wäre ihm dieser Anblick auch weiterhin erspart geblieben. Er mochte diesen fetten Wolf nicht, der sich und sein körperliches Wohl so gehen ließ wie er es noch nie zuvor gesehen hatte, und sich damit jeglicher Würde beraubte. Was jedoch wirklich Aszrems Zorn hochkochen ließ, waren die Worte Mochis. Aszrem hatte sich noch nie Beleidigungen gefallen lassen, aber bei seinem jetzigen Gemütszustand und der aktuellen Situation, konnte er soetwas noch viel weniger ertragen. Seine Lefzen kräuselten sich und gaben die Zähne preis, und seine Stimme wurde von einem dunklen Grollen unterlegt.

"Pass besser auf, was du sagst, Fettwolf, oder ich bringe dich zum Schweigen!",

donnerte er und schnappte nach dem dickleibigen Rüden, dass die Zähne dicht vor Mochis Gesicht aufeinander krachten. Knurrend wandte er den Kopf wieder nach vorne, nachdem er Mochi passiert hatte, und versuchte seine Gedanken auf etwas anderes zu lenken als die befriedigende Vorstellung, den fetten Wolf für seine Respektlosigkeit an ihm und den Toten zu zerfleischen. Denn er empfand dessen Beleidigung nicht nur als gegen sich gerichtet, sondern gegen das ganze Rudel und die Opfer, die sie schon hatten hinnehmen müssen. Gegen Nyota...

"Rakshee. Solltest du jetzt nicht bei deiner Familie sein? Bei deinem Bruder zum Beispiel? Er braucht dich jetzt sicher",

wandte er sich schließlich an seine Patentochter, ohne sie erneut anzusehen. Seine Stimme klang noch immer steinern. Es war nicht von ihm beabsichtigt, aber es war ihm gerade nicht möglich, sanfter zu sein...


[Rudelspitze | Rakshee, Mochi, Garrett]

Caylee
10.02.2010, 12:39

Caylee war brav und stumm neben Averic hergelaufen, hatte ab und an nach dem Ohr ihres Bruders gehascht und hatte ansonsten weder etwas zu sagen noch viel zu denken gehabt. Sie mochte manchmal ein wenig tölpelhaft auf den Gefühlen anderer herumtrampeln und wirkte durch ihre überschwängliche Spontaneität nicht unbedingt tiefgründig, aber sie hatte ein sensibles Gespür für die Stimmungen ihrer Mitwölfe. Und irgendwann im Laufen spürte sie, dass sich ihr Papa innerlich versteifte, er irgendetwas Schlimmes bemerkt hatte. Kurz darauf wurde er schneller, sodass sie kaum hinterher kam und eine neuerliche Angst vor dem unbestimmten Schrecklichen flammte in ihr auf. Umso erleichterter war sie, als ihr Papa stehen blieb, sie sich neben ihm fallen lassen konnte und zunächst einmal wieder zu Atem zu kommen. Schnell merkte sie aber, dass Averic nicht etwa ihr körperliches Wohl im Auge gehabt hatte, sondern aufgrund von Aszrem zum Stehen gekommen war, der nun vor dem Rudel stand, als wolle er den Weltuntergang verkünden. Caylee zuckte leicht zusammen, als ihr bewusst wurde, dass die eine durchaus ernst zu nehmende Möglichkeit war. Sie stemmte sich wieder hoch und stellte fest, dass ihre Läufe zitterten. Irgendetwas Schlimmes war passiert, da war sie sich ganz sicher. Aus der Schar der Wölfe lösten sich nun drei Gestalten, sie auf sie zu eilten und schnell und voller Erleichterung stellte Caylee fest, dass es ihre Mama, Turién und Neruí war. Ein erleichtertes Lächeln hüpfte auf ihre Lefzen. Doch Mama Tyraleen schien kein Auge für sie zu haben, drückte sich nur an Averic und verbarg ihr Gesicht in dem schwarzen Pelz. Fast hilflos fiel das Lächeln wieder ab und ihr Blick versuchte wenigstens ein wenig Freude bei ihren beiden angekommenen Geschwistern zu finden. Doch auch da nichts als Traurigkeit. Genau in diesem Moment begann Papa-oder-so Aszrem zu sprechen und verkündete die ganze schreckliche Wahrheit. Dass ihr Fluchtweg abgeschnitten war, begriff Caylee noch nicht, dafür verstand sie umso besser, was es hieß, dass Nyota und Kylia tot waren. Bei Oma Banshee. Die Ohren der Kleinen klappten zurück und sie begann leise zu schniefen. Bei Oma war das irgendwie ganz anders, da konnten sie Tschüss sagen und ihr versichern, wie lieb sie sie hatten und dass sie sie nie vergessen würden. Dagegen Mama-oder-so Nyota war einfach weg. Für immer. Vorsichtig tappte sie auf Neruí und Turién zu, Neru war die einzige, bei der Nyota nicht Mama-oder-so war, sondern richtig Mama. So wie bei Caylee Tyraleen. Für sie war es also am aller schlimmsten. So wie wenn Tyraleen sterben würde. Ein kalter Schauer rann der Kleinen über den Rücken, das wollte sie sich gar nicht erst vorstellen.

“Weißt du was, Neruí? Jetzt sind Oma Banshee und Tante Nyota wieder zusammen. Weißt du noch wie traurig Mama Nyota war, als Oma sterben musste? Jetzt muss sie nicht mehr traurig sein, jetzt sind sie ja beide in dieser anderen Welt. Ich glaube, das ist schön.“

So richtig schön sah es für Caylee gerade nicht aus, aber sie wusste ja auch nicht, wie es Nyota nun ging. Banshee hatte gesagt, dass sie sich freue, in diese andere Welt zu gehen, vielleicht ging es ihrer Tante ja genauso. Trotzdem spürte die Kleine nun die ersten Tränen über ihre Wange rollen, sich nur langsam bewusst werdend, dass sie Nyota nie wieder sehen würde.


[ beim Rudel | Averic, Tyraleen, Chardím - direkt Neruí und Turién ]

Rakshee
10.02.2010, 14:54

Rakshee war aufgeblüht, in den kurzen Momenten an der Seite ihre Mutter. Wärme schien sie wie Sonnenlicht ganz einzuhüllen, ihren Körper zu fluten. Rakshee bemerkte im nächsten Moment Katsumis Trauer, und obwohl sie sie nicht begründen konnte, tat er ihr Leid. Natürlich, es gab mehr Gründe zum Trauern als zu allem anderen. Aber dennoch... Rakshee lachte übers ganze Gesicht, als sie Garretts Verbeugung sah - es war einfach ein schöner, erhellender Anblick, und sie erfreute sich daran. Und dann kam Aszrem.

Rakshee war gerade erst angekommen, und plötzlich trat ihnen ein längst vergessenes Gesicht entgegen - Mo...irgendwas mit Mo, Rakshee hatte den Namen vergessen. Und sie spürte ihre eigenen Leftzen zucken, als sie seine Worte hörte. Aber sie konnte sich alle bösen Worte von der Zunge wischen - Aszrem tat das nicht. Sichtlich erschrocken wand sie den Kopf zu ihrem Paten um, sah ihn aus ungläubigen Augen an.
Sie hatte seine Stimme noch nie so gehört, hatte sich nichteinmal in ihren kühnsten Träumen ausmalen können dass Aszrem zu solcher offenen Wut fähig war. 'Drei Dinge fürchtet der Weise - blaues Feuer, den Sturm hinter den Wolken, und den Zorn eines friedlichen Mannes' Aber Aszrem lief weiter, und sie folgte. Mo-Morri? Musste sich jetzt selbst trösten, sie hatte eine wichtigere Aufgabe. Garrett erreichte sie, und sie beantwortete sein Stupsen mit einem traurigen Lächeln. Es war Dank für seinen Beistand und Entschuldigung für ihre Flucht zugleich. Den Blick wieder auf den Weg richtend der vor ihnen lag, hörte sie die steinerne Stimme ihres Paten. Ihr Blick fand zurück zu ihm, Trauer in den gelben Augen, und Wärme in der Stimme, die mit jedem gesprochenen Wort fester klang.

"Du bist meine Familie"

Ihre Augen vervollständigten den Satz um einiges. 'Wer wird dann bei dir sein?'
Rakshee konnte den Drang, sich zu Jakash durchzukämpfen und sich zwischen ihm und Mama vor der Bedrohung des Nichts zu verstecken nicht abstreiten. Aber umso stärker spürte sie dass das nicht ging. Das Nichts würde sie auch mit geschlossenen Augen erreichen, und wer war sie, ihren Paten zurückzulassen, dem nur noch seine kleine Tochter blieb - und sie? Ihre Gedanken huschten zu Caylee, und sie zögerte einen Moment, bevor sie sich von Aszrem ab und an Garrett wandte.

"Könntest du für mich nachsehen ob mit Caylee alles in Ordnung ist? Sie ist eine kleine Welpin mit blauen Augen, fast noch blauer als die deinen - ich will nur..."

Sie zögerte, stoppte den Fluss ihrer sowieso schon sehr leisen Stimme. Sie wollte jetzt auf keinen Fall von Aszrems Seite weichen, aber sie musste zugleich wissen was mit ihrer Patin war. Es war ihre Pflicht es zu wissen. So unangenehm es ihr war, Garrett als Botenläufer auszunutzen, so viel schlimmer fühlte sie sich, während sie es nicht wusste. Es war, als würde sie ihn fortschicken, dabei hatte sie ihn gerade jetzt gerne an ihrer seite. Unsicher sah sie ihn an, wartete auf eine Antwort auf eine unvollendete Frage, bevor sie zögernd und scheu den Blick abwandte und wieder auf Aszrem verweilen lies. Sie rief stumm nach ihrer Göttin, sie brauchte für all das so viel mehr Kraft als sie alleine hatte...


[An der Spitze des Zuges | Aszrem, Garrett, Mochi]

Lyerra
10.02.2010, 19:31

Lyerra saß längere Zeit allein da, und dachte über verschiedene Sachen nach.

(Imiák...Warum bist du gegangen?)

Kurz darauf kamen ihr dann andere Gedanken:


(Ob es wohl einen Sinn hat, dass ich jetzt alleine bin? Oder... Ach ich weiß auch nicht. Warum lebe ich überhaupt? Bin ich eine kleine Nebenrolle die eigentlich niemanden so richtig interessiert?)

Während sie noch so nachdachte, kam ein schwarzer Wolf auf sie zu. Oder eher eine Wölfin?!

"Oh hallo,"

sagte Lyerra.

"Wer [...] wer bist du? Wie heißt du und..."

Erst jetzt viel Lyerra auf, das die Fremde noch kein einziges Wort gesagt hatte.

"Hrm... Was ist los? Warum sagst du nichts? Kannst du nicht sprechen?"

Sofort bemerkte Lyerra wie dumm diese Frage war. Wenn die schwarze Fähe wirklich nicht sprechen konnte, wie sollte sie ihre Frage denn dann beantworten?
Lyerra guckte der Schwarzen aufmerksam in die Augen.
Von ihren Freunden wusste sie, das stumme Wölfe versuchten mit den Augen zu reden, wenn man sich nur auf sie einließ...
Lyerras Mutter hatte immer gesagt, dass Lyerra selbst, sehr Gefühlvoll sei, und sich gut auf andere einlassen könne.
Lyerra schaute der anderen Fähe noch aufmerksamer in die Augen, und suchte nach Anzeichen dafür, dass sie ihr etwas sagen wollte.
Sie hatte schon einmal mit einem stummen Wolf geredet, doch das war schon lange her.
Lyerra überlegte, was sie wohl als erstes sagen oder auch fragen würde, wenn sie jetzt in diesem Moment einen noch neueren Wolf treffen würde, als die Schwaze die vor ihr stand.
Ihre ersten Fragen würden vermutlich sein:
Wer bist du und woher kommst du.
Die eine Frage hatte sie ja vorhin schon selbst gestellt.
'Also los', sagte sich sich selbst, und fing an zu sprechen.

"Ich bin Lyerra. Ich komme gerade vom Rudel. Ich war mit einer Freundin unterwegs, aber sie hat mich im Stich gelassen..."

Lyerra spürte wie die Tränen wieder kamen, und sie konnte nichts dagegen tun, dass sie ihr über das Fell liefen.
Beschämt, der Fremden etwas vorzu heulen, schaute sie auf den Boden.
Die Schwarze würde wohl auf ihre Frage den Kopf neigen können, oder irgentetwas tun, damit Lyerra wusste, dass sie das richtige gesagt hatte.



[beim Nichts l Shariku]

Shariku
10.02.2010, 22:03


Shariku blickte die Weiße beim sprechen gebannt an. Worte, Klang, Gesang...diese Wunder waren ihr verschlossen. Doch die Fremde verstand was sie am Wortklang hinderte, warum sie nicht antworten konnte.
Einen Moment nur schien sie zu überlegen, wie sie mit ihr kommunizieren sollte, doch sie erkannte den Weg.

Als sie anfing zu sprechen, fiel ihr ein Stein vom Herzen. Lyerra...ein schöner Name. Sie wurde im Stich gelassen? Wie gemein. Doch manchmal fühlte sie sich auch verlassen und allein gelassen. Sie wurde verraten, weil sie anders war. Aber Lyerra? Was war passiert? Als sie die große Trauer der Schönen sah, wurde auch sie traurig. Auch wenn man "normal" war, gab es Niederschläge.

Mit ihren gefühlvollen Augen suchte sie wieder die Grünen der Fremden. Sie wollte ihr sagen, das sie ihr Mitgefühl und Verständnis hatte.

Doch manchmal, und das war für die kleine Shariku ein Segen, sagte eine Geste mehr als tausend Worte.
Langsam und vorsichtig streckte sie ihre NAse vor und stupste Lyerra zart an.

Ihre Augen sagten: Ich kann verstehen wie du dich fühlst, ich kenne das. Deine Trauer muss dir nicht peinlich sein.

Sie hoffte das sie weitersprechen würde und ihr mehr erzählen würde. Sie liebte es zuzuhören. Und sie hoffte das sie eine Idee hatte was sie jetzt tun sollten. Shariku liebte es sich entspannen zu können und auf die Entscheidungen anderer vertrauen zu können.

Wieder suchte sie den Blick der grünen Augen.
In ihren Augen stand nun neben dem Mitgefühl eine weitere Frage: Kannst du mir helfen? Weißt du was wir jetzt tun sollen? Wo sind wir eigentlich?

Sie freute sich so über das Erscheinen Lyerras, dass alle Ungewissheiten, Gedanken und Gefühle mit einem Mal aus ihr heraus zu breschen schienen.

Ihre Rute bewegte sich leicht. Ihre Augen warteten begierig auf den Blick der Weißen. Sie sollte weiterreden. Egal was, Shariku freute sich über jedes Wort was zu ihr gesprochen wurde.

Wie gern würde sie nur einmal ihren NAmen nennen. Wieso hatte sie einen, wenn sie in nicht sagen konnte?
Vielleicht konnte jemand anderes ihn für sie sagen, sie fand das er schön klang.

Ihr Blick wanderte wieder zum Himmel. Ihre dunkelgraue Wolke war auch nicht mehr allein, und obwohl die anderen heller waren, passte sie wunderbar ins gesamt Bild. PAsste sie, Shariku, auch in eine Rudel hinein? Oder sah man gleich das sie anders war?

Mit freudiger Erwartung auf die nächsten Reaktionen Lyerras, saß Shariku da. Gespannt lauerte sie auf weitere Wörter und Erklärungen. Würde sie noch weitere Wölfe treffen?


[am Nichts | bei Lyerra]

Avendal
11.02.2010, 12:12

Grau in Grau und Silberweiß. Avendal strich sich sanft mit der Pfote über die augen, versuchte den Sand und die Erde zu entfernen, als der Staub der sich in ihren Augen sammelte während sie lief. Es brannte in den dunklen Seelenspielen, doch die Kleine gab keinen Mucks von sich, es war jetzt wichtig stark zu sein und nicht wegen jeder Kleinigkeit herum zu jaulen. Mit den Worten ihren weißen Freundin konnte sie allerdings nur wenig anfangen. Es war doch eigentlich alles ganz normal gewesen, was war nur mit Aléya los. Avendal konnte sich keinen Reim daraus bilden, welchem Phänomen ihre Freundin da erlegen war, sie wusste nichts davon. Für sie war alles ganz normal gewesen. Aber vielleicht war das auch einfach nur in der ganzen Hektik unter gegangen. Doofe Hektik. Andererseits freute es sie dann schon wieder, das Aléya sich für ihre Idee zu begeistern schien. Und Himmelswölfe! Das klang toll. Die silbergraue Welpin machte einen kleinen Luftsprung und jappste freudig auf.

"Au, ja, Himmelswölfe!"

Es war ihr ganz egal das das vielleicht nur eine Fanatasie war, für sie war es die Zukunft, sie würden alle zu Himmelswölfen werden und dann konnten sie auch wieder richtig bei Banshee und den anderen im Himmelsreich leben. Und Banshee konnte wieder auf sie aufpassen und über sie wachen und einfach nur ihre Leitwölfin sein. Und Nyota konnte wieder mit ihr Leitwölfin sein, so wie es sollte. Dann waren die beiden wieder zusammen und alle anderen hatten auch alles wieder zurück, das war doch toll!
Und dann war Aléya plötzlich von ihrer Seite verschwunden. Noch einen Moment lang reckte die kleine Wölfin den Hals um ihre weiße Freundin zwischen den anderen Wölfen zu finden, doch dann drangen die Worte der Späher an ihre Ohren und wie von selbst fand Avendal unsicher auf alle vier Pfoten zurück und machte sich kleiner, als sie eigentlich inzwischen war. Was ... was hatte das zu bedeuten. Nur noch zu fünft zurück gekommen? Die großen Ohren der Kleinen fielen in sich zusammen. Das war schrecklich. Wieder waren zwei gestorben unter ihnen Nyota. Nyota... die letzte Leitwölfin war nun auch ins Himmelsreich gegangen, zusammen mit einer anderen Wölfin. Und sie hatten sie nicht mitgegangen. Es war doch so klar. Nie würden sie einfach so dorthin gelangen, nicht einmal wenn sie den höchsten aller Berge erklettern würden. Sie würden erst ins Himmelsreich gelangen, wenn sie starben. Es war ihnen nicht vergönnt, noch nicht.
Stattdessen musste man fliehen.
Doch Avendals Läufe schienen wie erfrohren, keinen Schritt wollte die kleine Wölfin mehr gehen. Schock und Verzweiflung, Angst und Panik, die sie vorher zu heftig unterdrückt hatte, lähmten ihre Glieder und ihre Gedanken. Angst war in ihrem Kopf, der Fluchtinstinkt dahin. Die Silberne bemerkte nur flüchtig das eine weitere Wölfin zu ihnen stieß. Parveen. Ihre Tante oder irgendwie sowas. Sie hörte wie sich die Erwachsenen miteinander unterhielten. Merkte wie Aléya wieder zu ihnen stieß. Reagierte aber kaum. Sie merkte wie sich die Weiße halt suchend den Erwachsenen zu wand, hörte ihre Worte, blieb aber selbt vollkommen stumm. Es war eine weitere Situation mit der sie nicht umgehen konnte. Es waren zu viele hintereinander. Warum musste das alles passieren? Warum?
Wie gerne hätte sie sich ebenfalls bei einer der beiden erwachsenen Fähen schutz gesucht. Doch ihre Gelenke wollten sich nicht bewegen, stockstief und starr saß sie da und ließ die Kälte über sich herein brechen. Sie sollte laufen, rennen. Ihr Leben retten. Doch dazu war die Kleine nicht einmal mehr fähig. Angst und Furcht hatten ihre Sinne vernebelt. Engaya schien sie alle verlassen zu haben und Fenris schien sie alle einer nach dem anderen holen zu wollen. Einsam und Grausam. Was brachte es dann, davor wegzulaufen? Sie waren allesamt verdammt, alle waren sie zum Tode geweiht. Das Nichts würde sie alle nacheinander fressen. Wieso sollte sie da noch weglaufen?


[Stehengeblieben | Aléya, Parveen, Akhuna ]

Mochi Cake
11.02.2010, 14:08

"Yo!",

entfuhr es Mochi, als Aszrems Zähne so nah an seinem Kopf vorbei ins Leere bissen. Er achtete kurz auf sein Herz, auf den durcheinander gebrachten Rhythmus und atmete gleichmäßig. Sein Herz wurde ruhiger. Mochi verzog seine Lefzen und zeigte seine Zähne. Dies sollte eine Art gruseliges Grinsen darstellen, aber ehrlich gesagt hatte Mochi keine Ahnung, ob es nun gruselig oder vielmehr einfach albern wirkte.
Dann begann er zu sprechen und bemühte sich um einen ruhigen Singsang. Er wollte hier keinen Kampf provozieren. Er hatte keine Lust zu sterben, ehe er nicht möglichst viel vom Spektakel mitbekommen hatte.

"Freund - der du nicht bist by the way, spar dir deinen Atem lieber. Ich bin zwar nicht dein Freund, aber andererseits bist auch du nicht mein Feind. Du bist außerdem emotional, du bist wütend und du trauerst um wen auch immer und das ist vermutlich in Ordnung so, es sei denn, man denkt einmal darüber nach, wie es eigentlich zu den Toten kommen konnte, denn einen logischen Grund dafür gibt es soweit erst einmal nicht. Oder warum seid ihr geblieben, nachdem es längst begonnen hatte, warum seid ihr noch da?"

Mochi trat einen Schritt zurück und reckte sich, um einen Blick auf das Rudel werfen zu können, dass hinter Aszrem aufholte.

"Ich sage dir etwas, ich bin im Vorteil, ich denke logisch und vernünftig und meine Gefühle leiten mich kein Stück. Du hast richtig bemerkt, ich bin ein fetter Sack und demnächst gehe ich wahrscheinlich sowieso hops. Und um meinen Tod ist es nicht schade, aber um deinen ist es vielleicht nicht so bestellt-"

Er nickte zu der Fähe hinüber, was war ihr Name, Mochi wusste es nicht mehr, hatte aber auch nicht viel Zeit bei dem Rudel verbracht.

"-und darum würde ich gerne wissen: Warum seid ihr noch da? Und wo wollt ihr hin? Was ist euer Plan? Und was wisst ihr überhaupt über all das hier? Was denkt ihr darüber?"

.oO(Und denkt ihr überhaupt?),

dachte Mochi bei sich, sprach es aber nicht aus, denn für die nächsten Minuten, vielleicht Stunden hing er schon noch an seinem Leben. Und er wollte es wirklich wissen. Was sie wussten. Und wenn sie nichts wussten, warum es so war.


[vor dem Rudel | bei allen möglichen Leuten wie Aszrem und Rakshee]

Tyraleen
11.02.2010, 16:09

Voller Erleichterung atmete Tyraleen den Geruch ihres Gefährten ein, spürte seine große Statur schützend an ihrer Seite und begann sich an seiner Wärme zu betäuben. Ihre Ohren verschlossen sich vor ihrer Umwelt, die Augen zu, die Nase vergraben in Averics Fell konnte sie kurz vergessen, wo sie noch immer waren. Wenige Sekunden lag genoss sie das Gefühl zu schweben, aller Pflichten und Lasten entledigt zu sein, bis die Trauer sie auf leisen Pfoten einholte. Dumpf erinnerte sie sich an ihre eigenen Worte zu sich selbst, dass sie vor ihr nicht davonrennen durfte und ihr war klar, dass jetzt die möglicherweise vorerst letzte Gelegenheit war, sich ihr zu stellen, ohne den Boden unter den Pfoten zu verlieren. Ganz vorsichtig tastete sie sich heran, sah über den Abgrund, in den Nyota gestürzt war, erinnerte sich des Lachens der schwarzen Fähe, erinnerte sich der Selbstverständlichkeit, mit der sie sich ihrer angenommen hatte, als Banshee gestorben war. Und endlich kamen die Tränen, rannen stumm und doch ohne Verzweiflung an ihren Wangen hinab in Averics Fell. Tante Nyota war tot und mit ihr starb die Generation, die dieses Rudel so lange und so gut geführt hatte. Niemand von ihnen war mehr übrig, nunmehr lastete alle Verantwortung auf Tyraleens Schultern, ohne dass diese sie hätte tragen können. Zumindest nicht in diesen Momenten. Stumm erinnerte sich die Weiße an das damals nie zuvor gesehene Lachen ihrer Mutter, als Nyota in den Bergen zurück zum Rudel der Sternenwinde gekommen war. Tyraleen erinnerte sich erstaunlich gut an ihre allererste Begegnung … Nyota hatte sie „Schneefell“ genannt und von diesem Moment an, hatte die Weiße ihre Tante gemocht. Es war ein so schöner Moment gewesen und jetzt daran zurückzudenken trieb nur noch mehr Tränen in Tyraleens Augen. Trotzdem war sie unendlich dankbar, sich noch zu erinnern und voller Wärme daran zurückzudenken. Seit diesem Tag war Nyota ein fester Teil des Rudels geworden und hatte sich warm – oft feurig – einen Platz in Tyraleens Herz erlacht und erspielt, um am Ende ihr noch so vieles beibringen zu können. Sie war weit mehr als nur eine Tante gewesen … sie war eine Freundin, eine Stütze und eine Lehrerin mit so viel Herz. Sie mochte noch so alt gewesen sein, stets hatte sie gewirkt, als würde sie niemals sterben und jetzt erst bemerkte die Weiße, dass sie das tatsächlich irgendwo geglaubt hatte. Und jetzt plötzlich musste sie Abschied nehmen.
Die Weiße öffnete die Augen, hob ganz leicht den Kopf um etwas zu sehen und erkannte das, was sie vermutet hatte. Aszrem lief schon voraus, trieb sie zur Eile an und selbstverständlich hatte er Recht. Mit zitternden Läufen setzte sie sich in Bewegung, musste sich dabei ein wenig von Averic lösen und stellte erleichtert fest, dass sie nicht einknickte. Die Tränen noch immer im Fell glitzernd hob sie den Blick um ihrem Gefährten in die Augen sehen zu können.

“Erinnerst du dich an unsere erste Begegnung mit Nyota? Sie hat mich „Schneefell“ genannt und ich mochte sie sofort. Du warfst ihr ihre Abwesenheit vor … so wie Acollon. Aber sie ist geblieben, bis zum Schluss. Bis über Mamas Tod hinaus. Und vielleicht wäre sie auch bei unserem Tod an unserer Seite gewesen.“

Es war kein Vorwurf in ihrer Stimme, sie klagte ihn nicht wegen seinem Misstrauen an. Sie erinnerte sich nur mit wehmütiger Melancholie an diese erste Begegnung, die sie beide – Averic und Tyraleen – gemeinsam erlebt hatten.

“Ihre Augen hatten eine ganz ähnliche Farbe wie die von Mama. Nur ein wenig dunkler. Wie das Feuer, warm und lodernd. Wie sie selbst.“

Tyraleen wirkte jetzt viel gefasster und spürte selbst, wie gut es war, sich der Trauer zu stellen. Jetzt mochte sie weinen und sich in aller Klarheit bewusst sein, dass Nyota nie wieder kommen würde, was furchtbar schmerzte, aber ihr Kopf gehörte wieder ihr. Voller Wärme drückte sie erneut ihren Kopf an Averics Schulter, wohlwissend, dass sie ihm alles verdankte.


[ beim Rudel | direkt bei Averic, daneben Neruí, Turién und Caylee ]

Aszrem
11.02.2010, 18:35

(Ich poste mal vor Garrett, weil Aszrem nicht direkt etwas mit Garrett zu tun hat und ich auf Mochi noch reagieren möchte, bevor ich die nächsten Tage away bin ^.~)


Aszrems Ohren klappten nach hinten, jedoch nicht etwa, um Mochis Worte hinter ihm besser hören zu können, sondern als Zeichen größten Missfallens. Der fette Rüde strapazierte seinen derzeit so dünnen Geduldsfaden mit jedem Wort, und Aszrem musste sich zwingen, stur gerade aus weiter zu sehen. Mochi hielt sich mit den Beleidigungen in Wort und Tonfall zurück, und das musste der Schwarzbraune anerkennen, auch wenn ihm die Anwesenheit des Dicken generell gegen den Strich ging. Er war wütend, ja, aber allein aus Emotionen heraus hatte er sich noch nie zu einem Angriff verleiten lassen, und er würde jetzt nicht damit anfangen. So sehr es ihm in den Muskeln kribbelte, seine ganze Wut und Verzweiflung und Trauer an dem Fettwolf auszulassen, so würde ihn das doch einen Pfad entlang führen, den er nicht wieder zurückgehen können würde. Und er durfte diesen Pfad nicht betreten - wenn schon nicht um Seiner Willen, dann um Nerúis.
Und er war wütend und verzweifelt, denn Mochi - so sehr es ihm auch missfiel - hatte leider Recht. Sie waren viel zu lange geblieben, hätten viel früher fliehen müssen. Er hätte Nyota dazu drängen müssen das Tal früher zu verlassen, hätte auch die sterbende Banshee noch zu überzeugen versuchen müssen, dass sie hier nicht bleiben konnten. Unklar blieb, ob sie dem Nichts hätten entkommen können außerhalb des Tals - aber klar war dafür, dass sie es nicht mehr würden herausfinden können, wenn sie nicht noch unglaubliches Glück hatten. Aszrem verbannte diese Gedanken aus seinem Bewusstsein so gut er konnte. Es war zu spät, und er wollte nicht an verpasste Gelegenheiten denken. Jetzt nicht und nie wieder, wo es doch nicht zu ändern war. Es schmerzte zu sehr.

"Geh und frag jemanden, der dein Gerede ertragen will!",

grollte er zurück ohne sich umzuwenden. Er hoffte, Mochi würde tatsächlich zum Rest des Rudels verschwinden. Er hoffte auch, dass dieser Alptraum bald vorbei war. Aber zumindest dieser Wunsch würde sich wohl bald erfüllen. So oder so.


[Rudelspitze | Rakshee, Mochi, Garrett]

Lyerra
11.02.2010, 19:55

Lyerra war so froh, dass Shariku sie trösten wollte. Allein der kleine Stupser von der Schwarzen gab ihr neue Kraft.

"Danke. Ich weiß das sehr zu schätzen, dass du mich trösten willst. Kennst du eine Möglichkeit, wie ich vielleicht deine Namen erfahren könnte? Es wäre doch zu schade ihn nicht zu kennen. Er ist bestimmt wunderschön."

Allein an der Art, wie die Schwarze Lyerra angesehen hatte, während diese gerdedet hatte, gab ihr das Gefühl, dass es der Schwarzen spaß machte, ihr zuzuhören.

"Vielleicht...Ich wil dich ja jetzt nicht mit in meine Probleme hineinziehen, aber vielleicht freust du dich, wen ich dir etwas von mir erzähle..."

Lyerra schaute der Fähe direkt in die blauen Augen.

Ich wurde in einem Tal, weit weg von hier geboren. Schon als ich noch ein klener Welpe war, hatte ich fragen, die niemand mir beantworten konnte. Ich fragte mich, warum ich niemand anders war, und warum ich so war wie ich jetzt immer noch bin. Eben solche Fragen."

Lyerra stoppte, um zu überlegen, ob sie noch weiter darüber berichten sollte, oder lieber über etwas anderes reden sollte. Unsicher fing sie wieder an zu sprechen.

"Als ich älter wurde, lernte ich meinen Gefähten Lakéta kennen. Wir verstanden uns super, und wahrscheinlich wären wir immer noch zusammen, wenn es mich nicht von dort weggezogen hätte. Ich wollte woanders hin. Andere Gegenden kennen lernen, ander Wölfe treffen und vielleicht Antworten auf meine Fragen erhalten. Ich verabschiedete mich also von ihm und meinem Rudel, und lief los. Ich war sehr lange unterwegs, und irgendwann, nciht mehr allzu weit von dem Rudel entfernt, traf ich Imiák. Sie ist damals voll in mich reingerannt..."
Bei dem Gedanken daran, wie verdutzt Imiák damals geguckt hatte, und wie froh sie war als sie endlich wieder einen Wolf traf, um spielte ein Lächeln ihre Lefzen.
"Wir verstanden uns gut,und liefen gemiensam weiter, um ein neues Rudel zu finden. Kurz darauf trafen wir auf dieses Rudel, jedoch wussten wir beide nicht, was an dieser Gegend falsch war. Es lag etwas in der Luft, das war klar, doch wir konnten es nicht zuordnen. Ich hatte das Gefühl, das es nach allem, und doch wiedernach nichts riechen würde. Als eine Fähe namens Sheena uns erlaubte zudem Rudel zu kommen, redete sie kurz mit uns und schickte uns vor, da sie noch einiges zu erledigen hatte. Wir waren kurz hinter dem Rest des Rudels, undeine Zeit lang war in in Gedanken versunken. Als ich stolperte, kehrte ich wieder in die Realität zurück, und Imiák war weg. Einfach verschwunden. Ich habe sie gesucht, und nach ihr gerufen, doch ich fand sie nicht. Kurz darauf lief ich zu Sheena, um sie noch etwas zu fragen, und um ihr zu sagen, dss ich jetzt einen anderen Wolf suchen würde. Nun ja, und so traf ich also dich..."

Lyerra schaute der Fremden ins Gesicht., stupste sie sanft an, schleckte ihr dann über die Nase, und ging einige Schritte.

"Wollen wir nicht zu dem Rudel? Einfach in der Nähe von ihnen umherlaufen, und trotzdem weiterhin zu zweit sein.
zögernd ging Lyerra noch ein paar Schritte, und wartete auf Sharikus Reaktion.



[beim Nichts l Shariku]

Majibáh
12.02.2010, 19:20

Ein verwirrter Blick streifte sie, aber sie schwieg zu den merkwürdigen Worten, welche sie gesprochen hatte. Scheinbar wollte sie nicht darüber sprechen und sie musste langsam wirklich lernen, sich zu zügeln, wenn das Thema sehr kompliziert war. Natürlich war da ein Verlangen, man hätte es nicht leugnen können, zu erfahren, was das alles zu bedeuten hatte. Besser aber sollte sie auf die Antwort reagieren, bevor sie irgendetwas merken sollte, der Verdacht aufkam, dass irgendetwas nicht stimmte und sie lange Erklärungen, die größtenteils auch noch Lügen waren, erfinden müsste. Außerdem war sie noch nie gut darin gewesen, nicht die Wahrheit zu sagen, es fiel bei ihr einfach auf, weil sie herumdruckste und sich merkwürdig benahm.

„Ich fühle mich so unwissend, ich weiß überhaupt nichts mehr von diesem Rudel. Kläre mich doch bitte über die Dinge auf, die passiert sind, als ich nicht bei dir war.“

Majibáhs Stimme war ein leises Gemurmel, hätte man sich nicht angestrengt, hätte man wohl kaum verstanden, was sie sagen wollte. Wahrscheinlich hörte man auch die Vorsicht in ihrer Stimme, diese schreckliche Angst, ihrer Schwester mit diesen Worten wehzutun. Alte Wunden zu öffnen, war sie ihr doch einige Male schon etwas nachdenklich und traurig erscheinen, was sie ihr zuletzt auch gestanden hatte. Wenigstens gehörten sie jetzt wieder zum Rudel, hatten einander. Irgendwie wusste die Fähe, dass ihre Schwester nicht so viel Liebe für sie empfand wie sie selbst. Doch es störte sie kaum, merkte man schließlich nicht den geringsten Unterschied. Vorsichtig drückte sie ihre Schnauze in das helle Fell Jumaanas, sog ihren Duft beinahe gierig auf. Wie sehr sie das doch alles vermisst hatte, die letzten Jahre. Schon ermahnte sie sich, nicht in Selbstmitleid zu versinken. Eine ihrer größten Schwächen, nach der Zeit der Einsamkeit könnte sie sich beinahe daran gewöhnen, ständig Aufmerksamkeit zu bekommen. Noch einmal stupste sie ihr Gegenüber an, als kleine Entschuldigung, falls sie die Weiße verletzt haben sollte.
Andererseits lag in ihrem Ton ... Neugier. Unbedingt wollte sie erfahren, was sie alles verpasst hatte. Ihr war schmerzhaft klargeworden, wie wenig sie eigentlich über die Wölfin wusste, was ihr noch in Erinnerung geblieben war, schien so wenig. Diese Zeit war vergangen, vorbei, auch wenn es manchmal ganz schön gewesen war, daran zu denken, und sie manchmal davor gerettet haben, aufzugeben, sich einfach von dem Winter töten zu lassen. Sich der Kälte zu ergeben und den Tod in dem tiefen, erbarmungslosem Schnee zu finden, bis sie irgendwann unter einer dicken Schicht Eis verschwunden wäre.

[Jumaana l ??]

Nihil
12.02.2010, 19:40

Den Rückweg lief er langsamer als den Hinweg. Er hatte einfach keine Lust, schnell zu rennen und sich die Seele aus dem Leib zu hecheln. Lieber langsamer, die Nachricht würde früh genug beim Rudel ankommen. Leise seufzend hing Nihil seinen Gedanken nach, während im Außerhalb der Wind um die Blätter pfiff, das Laub rascheln ließ und die Äste im Wind auf und ab schwangen. Wie in einem großen Tanzsaal tanzten die Blätter umeinander und miteinander, als wäre ihre Nummer schon wochenlang eingeübt worden, es sah gut aus. Hier, im Nichts, spürte Nihil von dem lockeren Wind nichts. Er war einfach … nicht da. Und doch, irgendwo war ein sanfter Luftzug, der durch Nihils Fell strich und es sanft liebkoste. Irgendwo war da ein Hauch vom Wind zu spüren – aber mehr auch nicht. Hier gab es einfach keinen Sturm, Regen war vielleicht in den obersten Schichten noch vorhanden, wie hier die Lebewesen am Boden wenige Meter hinein konnten, bevor sie spurlos verschwanden. Aber hier unten am Boden – Regen? Nihil hatte noch nie Regen in seinem Fell gespürt, nur das Wasser eines Sees, den er sich gewünscht hatte und der einfach da gewesen war, mehr nicht. Und das war auch wieder getrocknet, kaum dass Nihil dieses Fleckchen Wasser nicht mehr in Anspruch genommen hatte. Sein Hunger war immer gestillt, aber waren die Leckereien, die er zerkaute und sein Magen dann zum verdauen anvertraute, wirklich echt? Oder waren sie einfach nur gedachte Dinge, die Nihil zum Überleben brauchte, die ihm Engaya schickte … und das war es dann auch schon wieder? Nihil hatte plötzlich Sehnsucht nach dem Außerhalb. Er wollte die Dinge spüren, wie sie dort waren, er wollte wissen, was es hieß, den Regen im Fell zu spüren, sich im Schlamm zu wälzen, im See zu baden mit anderen Welpen zu tollen und zu spielen, erwachsene Wölfe ärgern oder jemanden Mama und Papa zu nennen. Auch wenn er seinen richtigen Eltern nie würde kennen lernen können. Seinen richtigen Vater hatte er noch nie gesehen, seine richtige Mutter war nie da gewesen, sie war einfach fort gegangen. Wer hatte sich am Anfang um ihn gekümmert, als er noch Milch gebraucht hatte? Hatte er diese Milch von Engaya erhalten? Ebenso alles andere? Mäuse? Kleine Kitze? Schickte Engaya all diese Tiere ihm, damit er leben konnte? Aber konnte dieses Leben denn als Leben bezeichnet werden? War es nicht einfach nur das am Leben behalten eines Welpen? Wusste Engaya, wie einsam Nihil war? Oder wusste sie es nicht? Hatte sie denn keine Ahnung, wie es Nihil ging? Einsam und alleine im Nichts zu leben? Wo einfach absolut nichts ist? Er wollte endlich einmal nicht im Nichts leben und er wollte endlich mal wissen, wie es dort im Außerhalb war. Hatte er denn kein Recht auf diese Erfahrung? War er dazu verdammt, auf ewig alleine und einsam irgendwo zu leben, wo einfach absolut nichts existierte?
Während Nihil so seinen Gedanken nachhing und irgendwie langsam den Überblick verlor, kamen im plötzlich die ersten Wölfe wieder in den Blick. Es waren vier Wölfe, zwei graue, oder überhaupt bunt aussehende, und zwei schwarze. Einer von ihnen wirkte irgendwie … Nihil wollte nicht unhöflich klingen – auch wenn es nur seine Gedanken waren – aber irgendwie sah der eine von ihnen … dick aus. Der Wolf mit zwei anderen wirkte außerdem schon etwas erwachsener, die letzte sah noch etwas jünger aus. Vorsichtig lief er in ihre Richtung, hielt sich aber weit genug im Nichts, sodass er mit seinem weißen Fell in dem weißen Dunst nicht groß auffiel. Die Stimmung zwischen den vieren, die Nihil spürte, gefiel ihm aber ganz und gar nicht, deswegen mied er die vier und trabte ein Stück weiter, wo er eine weiße mit einem schwarzen Wolf entdeckte. In deren Nähe waren zwar noch ein paar andere Wölfe, doch diese würde er sich trauen, an zu sprechen. Entschlossen trabte Nihil langsam auf den Rand zu, auf die Grenze zwischen dem Nichts und dem Außerhalb und hielt auf die Weiße und den Schwarzen zu. Die Weiße drückte gerade ihren Kopf an die Schulter des Schwarzen, als Nihil an sie heran kam, ganz am Rand des Nichts, wie er es auch getan hatte, als er den schwarzen Welpen, dessen Namen er noch immer nicht kannte, auf sich aufmerksam machen wollte. Jetzt jedoch waren so viele Wölfe, nicht nur zwei, in der Nähe und sie würden alle mit bekommen, wenn Nihil die zwei hier ansprach. Davor schreckte er plötzlich zurück. Er war noch nie bei anderen Wölfen gewesen, und gleich so viele Wölfe auf einmal? Nein, das war Nihil zu viel. Schnell wich er wieder zurück, weiter ins Nichts hinein und entschloss sich, die anderen Wölfe nur zu beobachten. Ihnen zu folgen, mehr nicht. Ob er den schwarzen Welpen und den großen schwarzen Wolf wieder finden würde, wusste er nicht, da blieb er lieber bei diesen hier und lief neben ihnen her, als wieder ganz einsam zu sein. Aber in Gedanken beschäftigte er sich immer noch damit, dass es aus diesem Nichts hier kein Entkommen gab. Augenblicklich überschlugen sich seine Gedanken und prasselten wie ein Hagel auf ihn ein. Nihil behielt aber den Überblick und erkannte bald, dass sich aus diesem Wirrwarr aus Gedanken eine Frage hervorhob.

Was würden die Wölfe tun, wenn sie merkten, dass es aus dem Nichts kein entkommen gab?



[erst alleine | im Nichts || dann Tyraleen und Averic | immer noch im Nichts]

Averic
13.02.2010, 00:23

Averics Blick ruhte auf seiner weißen Tochter und ihre lieben, tröstenden Worte für Nerúi schnitten ihm ins Herz. Banshee, Acollon, Nyota, dort oben alle vereint. Für immer zusammen. Aber eben nicht mehr hier, nie mehr bei ihnen. Der Pechschwarze wandte seinen Kopf zu Tyraleen, als sich diese von ihm löste. Sie sah so furchtbar traurig aus, fast befürchtete er, sie würde gleich einknicken. Tränen glitzerten, wie so oft in letzter Zeit, in ihren schönen Augen und er spürte sie auch in seinem Fell.
Auf ihre Worte hin wanderte sein Geist viele Jahre zurück, sah eine endlose, graue Eiswüste vor sich. Es war keine schöne Zeit für ihn gewesen. Oh nein. Sicher erinnerte er sich an die erste Begegnung mit Nyota; er konnte förmlich noch sehen, wie sie sich umkreist hatten, beide das Haupt so hoch erhoben, wie es nur ging, als ob sie sich gegenseitig in Stolz und Kraft übertrumpfen wollten. Sie hatte damals von Freiheit trotz eines gepfändeten Herzens geredet und er hatte entgegnet, dass man das kaum frei nennen konnte. Eine vernünftige Antwort hatte er darauf nie bekommen. Genau so wenig, wie er die Frage beantwortet hatte, die ihm die kleine Tyraleen dann gestellt hatte. War er frei? Konnte er die Frage Heute beantworten? Das Leben in den Bergen damals war eine sehr schwierige, zwiespältige Zeit gewesen. Sie waren noch so furchtbar jung gewesen. Er ein heranwachsender, unverstandener Jungwolf und sie eine zurückhaltende, kleine Welpin.

Das rechne ich ihr hoch an ... sie ... war damit eine der sehr Wenigen, die sie nicht mehr alleine gelassen haben.“,

antwortete Averic leise und lauschte, wie seine Schwester von der Augenfarbe ihrer Tante erzählte. Ähnlich wie die von Banshee. „Gold“.
Gold ist wie das Gefühl, wenn die Sonne auf deinen Pelz scheint. Gold riecht wie die Abenddämmerung. Gold ist warm.’
Farben mochten für den, der sie sah nichts Besonderes sein, doch für ihn, dessen Welt grau war, waren sie ein Geheimnis, dass sich ihm niemals offenbaren würde. Es war immer wieder schön, wenn Tyraleen versuchte ihm die Farben zu erklären, auch wenn er sie niemals sehen würde. Und jetzt war es nicht schön, jetzt war es einfach traurig. Welche Farbe hatte das Nichts? Averic konnte sich nicht vorstellen, dass das Nichts eine Farbe hatte. Das Nichts war für ihn grauer und farbloser, als alles andere.

Caylee hat Recht. Nyota ist jetzt da, wo sie hingehört.“

Als seine weiße Gefährtin ihren Kopf an seine Schulter drückte, strich er ihr liebevoll mit der Schnauze über das Gesicht und leckte zärtlich die Tränen von ihren Wangen. Averic trat einen Schritt vor, deutlich machend, dass sie nun weitergehen mussten. Caylee, Chardím, Turién und Nerúi waren hier bei ihnen, Avendal hatte er bei seiner Schwester Parveen gesehen, Chanuka bei Liel, Tascurio bei Amáya und Amúr saß bei Face. Ein kurzer Augenblick, um die Nase zu rümpfen: auf Akru war eben doch kein Verlass. Wie er es schon immer gewusst hatte. Bei Face Taihéiyo würde seine Tochter in Sicherheit sein.

Kommt, wir gehen weiter.“


[ Auf der Flucht | Tyraleen, Caylee, Chardím, Turién, Nerúi ]

Takashi
13.02.2010, 09:12

Langsam begriff Takashi den Ernst der Lage. Sie befanden sich in einer sehr gefährlichen Situation. Wann war überhaupt jemand des Rudels an ihnen vorbei gelaufen? Das war doch schon eine halbe Ewigkeit her! Das musste heißen, dass sie sich wirklich sehr weit hinten befinden mussten. Hatten sie etwa schon den Anschluss verpasst? Noch immer rauschte dem schwarzen Rüden das Blut durch die Ohren. Zu der plötzlichen Anstrengung kam nun auch noch die Hektik dazu. Sie mussten ganz schnell von hier weg, sofort! Wenn sie erneut vom Nichts eingeschlossen werden würden, wusste Takashi nicht, ob er noch einmal eine solche Hürde überwinden konnte. Am Besten war es, einen solchen Moment erst gar nicht herauszuprovozieren.

“Krolock, wir müssen uns beeilen! Es darf nicht noch einmal so etwas passieren!“

Mit diesen Worten lief der Rüde auch schon weiter. Er war sich sicher, dass Krolock ihm folgen würde. Der fremde Welpe war in der Zwischenzeit verschwunden. Sicherlich war er zum Rudel gelaufen um dort alles zu berichten. Er befand sich also nicht mehr in Gefahr. Wobei das Nichts eigentlich keine Gefahr für ihn darstellte. Komisch. Egal, einfach weg von hier! Seien Schritte beschleunigten sich immer wieder. Natürlich aber nur so, dass auch Krolock mithalten konnte. Bald würden sie beim Rudel angelangt sein und nicht mehr in Gefahr schweben, erneut vom Nichts eingeschlossen zu werden.

[Auf der Flucht | Krolock]

Turién
13.02.2010, 14:11

Ein Leben ohne Trauer gab es nicht. Ein Leben ohne Freude auch nicht. Und wenn selbst das kleinste Gefühl von aufkeimender Freude, alles gewesen sein mochte, so gab es sie doch; Freude. Und nach Trauer kam Freude. Freude.
Hier an der Seite seiner Mama, seiner irgendwie richtigeren Mama, fühlte er sich wohl; doch dieses Wort alleine reichte nicht um diesen Zustand zu beschreiben. An ihrer Seite fühlte er sich so wohl behütet, dass nichts in dieser Welt ihm schaden konnte. Denn sie würde auf ihn aufpassen. Die warme Zunge, die immer wieder über seinen Pelz fuhr, schien die Angst und Verzweiflung, die er soeben noch ertragen hatte, langsam wegzuwaschen. Wenn es ihr auch nie möglich sein würde, alles verschwinden zu lassen, so fühlte er sich doch besser.
Er blickte zu ihr auf, als sie ihm versprach ihn nie alleine zu lassen. Und diese Worte ließen ihn eine so große Erleichterung spüren, dass er es kaum ertragen konnte – sie fiel von ihm ab, wie ein kalter Schauer und er zweifelte kein bisschen an ihren Worten. Denn Tyraleen würde ihn nicht alleine lassen, dass hatte sie gesagt.

Als auch Nerúi zu ihnen stieß, und Tyraleen mit ihr sprach, nickte er sanft auf ihre Worte hin und machte ein paar Schritte auf die Dunkle zu – bis seine Stirn die ihre berührte und sie sich direkt in die Augen sehen konnten.

„Du bist nicht alleine.“

Er verharrte einen kurzen Moment so, lächelte dann ein melancholisches, trauriges Lächeln und fuhr einmal mit seiner Zunge über ihre Stirn, so wie seine Mama es bei ihm getan hatte.

_________________________

Sie waren schneller wieder beim Rudel gewesen als er es gedacht hatte. Immer mal wieder war er näher bei Tyraleen gelaufen, dann mal wieder bei Aszrem und Nerúi, aber auch bei Malakím war er gewesen. Kaum angekommen, spalteten sie sich und seine weiße Mutter wollte zu Averic, fragte Nerúi und ihn, mitzukommen. Ohne weitere Worte schlugen sie sich durch das Rudel zu seinem großen Vater durch, und als Tyraleen ihren Kopf weinend an seine Schulter, in sein dichtes Fell drückte, wie er zuvor bei ihr, kamen auch ihm wieder die Tränen der Trauer empor. Er hörte kaum die Worte von Aszrem, als dieser dem Rudel mitteilte, was sich am Rande einer Hoffnung, ereilt hatte, und dass zwei Wölfe gestorben waren. Er war so in Gedanken versunken, dass er nicht merkte, wie ein paar Tränen sein Gesicht hinab rannen, und schreckte leicht zusammen, als Caylee Nerúi ansprach. Er erwiderte nichts auf diese Worte, und musste doch bei dem Anblick von ihr, als er in ihre strahlenden Augen sah, an die wunderschöne blaue Blume denken, die nun wachend bei Kylia und Nyota wuchs denken.

„Du beschützt sie.“

Caylee würde seine Worte wohl kaum verstehen, auch in seinen Ohren waren sie irgendwie konfus, und doch war es etwas, an das er sich klammern konnte. Er musste etwas haben, was gut war. So wie Caylee glaubte, dass sie in einer besseren anderen Welt waren, so war er sich sicher, dass Caylee, alias die blaue Blume, nun auf die beiden Wölfe Acht geben würde.
Auch huschten seine Augen zu seinem Bruder Chardím, der noch nichts gesagt hatte, nicht ein Wort, bevor sie bei Neúi blieben, die sich neben ihm befand, und die er sanft anstubste, als sie sich in Bewegung setzten, als Aszrem zur Eile trieb und sie versuchen wollten, dem Nichts zu entfliehen.



[ Auf der Flucht, beim Rudel | Nerúi, Tyraleen, Averic, Chardím, Caylee ]

Liel
13.02.2010, 17:12

Es war an Liel, ihren kleinen Freund verwirrt zu mustern. Sie hatte versucht seinen Worten zu folgen, hatte verstanden, was er ihr vermitteln wollte, konnte es aber trotzdem noch nicht wirklich verarbeiten.
Natürlich wollte man nicht wahrhaben, wenn die Eltern starben, aber man musste es den anderen Trauernden nicht noch schwerer machen, indem man ihnen eindeutig Falsches erzählte. Doch sie wollte ihren Bruder auch nicht als Lügner dastehen lassen, also war die Version mit dem vertrösten in der Traumwelt vielleicht doch die bessere Lösung.
Dann hatte Chanuka eine Weile geschwiegen und auch Liel hatte sich nicht weiter zu dem Thema äußern wollen. Sie hatte ihm erzählt und somit anvertraut, was ihr auf dem Herzen lag und damit hoffte sie, dass der Schmerz leichter werden würde. Was er auch tat, ein winziges bisschen fühlte sie sich schon besser.
Doch dann hatte Chanuka, eher untypisch für ihn, wieder angefangen zu sprechen und hatte ihr eine sehr merkwürdige Frage gestellt. Deshalb also musterte sie ihn nun verwundert. Warum in Engayas Namen, kam er auf die Idee sie fragen zu müssen, ob er anders als die anderen war. Sie konnte sich keinen Reim daraus machen, vor allem konnte sie den Gesprächsverlauf nicht verstehen, wollte er einfach nur ein anderes Thema vorschlagen?
Sie blickte in seine Bernsteinfarbenen Augen und sah, wie Ernst ihm diese Frage war. Er musste sich wirklich darum sorgen, was die anderen von ihm dachten, wenn er sie fragte.
Ganz unbewusst stahl sich ein sonniges Lächeln auf ihre Lefzen und ihre Augen bekamen ein herzliches Leuchten. Natürlich war er anders als die andern. Niemand war gleich, aber das konnte nicht die Antwort sein, die er hören wollte. Er wollte bestimmt auf etwas anderes hinaus, vielleicht eine Macke, die kein anderer Wolf hatte, vielleicht hatte er auch irgendetwas, was sonst kein anderer Wolf hatte. Und es bereitete ihm Sorge, dass man es bemerken könnte. Doch was konnte es denn sein?
Aufmerksam glitt ihr Blick langsam über seinen kleinen Körper, nein, äußerlich fiel ihr nichts auf. Er sah aus wie ein junger Wolf und das war er schließlich auch. Dann fühlte sie sich in ihn hinein, beleuchtete seinen Charakter, aber auch hier konnte sie nichts finden. Das Einzige…
Da fiel ihr plötzlich ein, dass sie noch keinen Kontakt zu anderen Wölfen gehabt hatte, vor allem nicht zu anderen Welpen. Chanuka und Shani waren die einzigen Wölfe mit denen sie außerhalb ihrer Familie zu tun gehabt hatte. Vielleicht konnte sie seine Frage deshalb gar nicht beantworten?
Sie lächelte ihm aufmunternd zu, das einzige ‚anders’ was ihr von ihm bewusst war, konnte sie ihm zumindest mitteilen.

„Chanuka, mein kleiner Freund“

Sie seufze leicht, wie gut es war ihn so nennen zu können. Dabei strahlten ihre Augen sachte auf und das Lächeln vertiefte sich ein wenig.

„Sorgst du dich sehr darum, was die anderen Wölfe, was ich, von dir denken?“

Sie betrachtete ihn wieder ein wenig nachdenklich. Musste man sich solche Gedanken machen? Da sie keinen Kontakt zu den anderen Welpen hatte, wusste sie nicht, ob man dort nur angesehen war, wenn man ein bestimmtes Bild erfüllte und Chanuka sich deshalb sorgte. Sie beschloss die anderen so schnell wie möglich kennen lernen zu müssen.

„Das Einzige, was mir auffällt, was bei dir anders ist als bei den anderen, ist, dass ich dir vertrauen kann wie keinem anderen. Das ich mit dir fühlen kann und mich eine Wärme durchfährt, wie ich sie vorher nicht kannte, wenn ich nur an dich denke“

Sie verstummte, ein wenig komisch klangen die Worte in ihren Ohren schon. Vielleicht würde sie ihm erklären müssen, dass sie die anderen Welpen aber auch gar nicht kannte und so schlecht urteilen konnte.
Doch noch bevor sie wieder anfangen konnte zu sprechen, wurde es chaotisch. Einige Wölfe fingen an zu laufen und ehe sich Liel versah, rutschten die beiden Jünglinge immer weiter Richtung Ende des Rudels. Entfernt konnte sie hören, wie von dem Tod Nyotas und Kylias erzählt wurde. Das Rudel schien führungslos, das Nichts hatte sie eingekesselt, es gab nur noch eine letzte Möglichkeit.
Sofort verschwanden das Leuchten aus ihren Augen und das Lächeln von ihren Lefzen.
Und dann spürte sie einen heftigen Schmerz in ihrer kleinen Brust, wie sie ihn nie zuvor verspürt hatte. Ähnlich wie bei dem Tod ihrer Mutter und den ihres Vater, aber doch ein wenig anders. Und ebenfalls anders als Chanukas Schmerzen.
Wie erstarrt blieb die kleine Fähe stehen, sie fühlte sich schlecht, unmöglich eine Pfote vor die nächste zu setzen. Erneut war etwas Schreckliches passiert, doch ganz sicher was es war, war sie sich nicht.
Wo waren Krolock und Ciradán?
Das Nichts würde näher rücken, wenn sie nicht weiterlief, aber daran dachte sie nicht. Hektisch drehte sie ihren Kopf in alle Richtungen, doch ihre Brüder konnte sie nicht erblicken. Bei wem waren die beiden denn zuletzt gewesen? Sie hätte sich mehr kümmern müssen!
Doch dann entdeckte sie in der Ferne Krolock der mit Takashi am Rand des Rudels lief. Nahe des Nichts. Konnte das den Schmerz ausgelöst haben? Aber das würde gar keinen Sinn ergeben, es blieb nur eine letzte Möglichkeit.

„Ciradán….?“

Flüsterte sie fast schon wie zu sich selbst.
Und mit einer erschütternden Klarheit wusste sie, ohne es genau zu wissen, dass er verschluckt sein worden musste.



[Chanuka. Stehend]

(Ich hoffe es passt alles einigermaßen...)

Krolock
13.02.2010, 19:33

Krolock hielt ohne Probleme mit seinem Onkel Schritt. Da Takashi sich soeben in Gefahr gebracht hatte, um ihn zu retten, beließ er es dabei. Es wäre unnötig gewesen, noch irgendwelche klugen Sprüche anzuhängen. Er konzentrierte sich nun lieber darauf, dass er seine kürzeren Beine zu größter Eile antrieb, damit sie dem Rudel nachkamen. Für das Ziehen in seinen Muskeln und Sehnen hatte er keine Beachtung mehr übrig. Obwohl er schon lange lieber stehen geblieben wäre, schaffte er es doch immer wieder, einen Schritt weiter zu gehen.
Nach einer Weile hatten sie schließlich zum Rudel aufgeschlossen. Krolock warf einen flüchtigen Blick zu seiner Schwester, die irgendwo vor ihm ging. Irgendwo war die Witterung seines Bruders. Nur sehen konnte er ihn nicht.
Am liebsten wäre der schwarze Welpe nun stehen geblieben und hätte gewartet. Ihm erschien diese ewige Flucht sinnlos. Sie konnten ohnehin nicht entkommen. Aber nun waren sie wieder mitten unter dem Rudel und er tauchte einfach ein in die Masse. Das Nichts lag irgendwie am Rand, Nihil war ohnehin verschwunden. Krolock machte sich nicht die Mühe, den Welpen wieder zu finden. Wieso auch? Bald würde er der einzige Wolf weit und breit sein. Ob das Nichts irgendwo ein Ende hatte? Es gab nur einen, den er das hätte fragen können, aber diesen konnte er gerade nicht ausmachen.
Eine Stimme in ihm lachte noch gehässig, als er daran dachte, wie der weiße Idiot reagiert hatte. Nichts hatte er mehr entgegen zu setzen gehabt, als er niederschmetternd bemerkt hatte, dass das Leben keinen Sinn machte und jedes Handeln völlig vergebens war. Nichts würde je eine Rolle spielen. Nicht in dieser Welt in der jeder Geist nur ein Tropfen im Meer war.

[Erst etwas hinter dem Rudel, dann mitten drin, bei Takashi]

Tyraleen
14.02.2010, 12:06

Stumm ließ Tyraleen ihren Gefährten die Bilder der Vergangenheit sehen, so wie sie sich zuvor erinnert hatte. Sicher waren Averics Erinnerungen nicht so schön und friedlich wie ihre eigenen, in seinem Kopf mussten damals Misstrauen und Widerstand geherrscht haben und dennoch glaubte sie daran, dass er diesem Bild jetzt, nach dieser langen Zeit und mit Nyotas Abschied im Hinterkopf, etwas Schönes abgewinnen konnte. Zumindest die Tatsache, dass ihre Tante seinem Misstrauen und seiner unausgesprochenen Prüfung standgehalten hatte. Sie hatte Banshee alles bedeutet, waren innig aneinander gebundene Schwestern, eine so tiefe Beziehung wie Tyraleen selbst sie zu ihren eigenen Schwestern nie aufgebaut hatte. Es war tatsächlich schön, dass Banshee und Nyota nun wieder vereint waren.

“Wir haben sie auch nie alleine gelassen, Averic. Weder Mama noch Nyota. Und ich will auch dich nie alleine lassen. Bis ich irgendwann sterbe …“

Ihr war bewusst, wie nahe dieser Tag nun schon sein könnte, wie klar ihr Spähtrupp den Fluchtweg versperrt gesehen hatte. Aber ebenso klar hatte sie ihre Worte zu Malakím im Kopf, dass sie kämpfen würde, dass sie gegen jedes Monster dieser Welt antreten würde, um ihren Welpen eine Chance auf Leben zu geben. Die Tränen noch immer im Fell richtete sie sich etwas auf, sah nach vorne und dann zu den drei Welpen an ihrer Seite. Ihre Mutter durfte nun nicht weinend einer Toten nachtrauern, hatte sie auch noch so sehr geliebt. Sie musste ihr Versprechen gegenüber Turién einhalten, in niemals zu verlassen, das hieß auch, ihn nicht dem Tod zu überlassen. Sie musste Malakím beweisen, dass Engaya einen Weg für sie bereithielt, den sie nur noch betreten musste. Und sie musste Banshee zeigen, dass ihr Rudel ohne sie nicht verloren war, sondern aus den Fängen des Nichts entkommen würde und ein neues, schönes Leben beginnen konnte. Sogar ein zaghaftes Lächeln fand einen Weg auf ihre Lefzen und bereitwillig ließ sie sich von Averic die Tränen aus dem Gesicht waschen. Die Zeit der Trauer würde kommen, zunächst mussten sie kämpfen.

Das Rudel erreichte eine kleine Anhöhe. Nahe an den Bergen waren sie schon vorher höher als im Tal, auf dem kleinen Hügel, dessen Spitze sie nun erreichten war es ihnen möglich, das gesamte Revier zu überblicken. Es gab nur noch das Nichts zu sehen, kein See und kein Baum ragten aus dem blinden Weiß. Es verschlug den Wölfen die Sprache, der Anblick legte all die Entsetzlichkeit und den Schrecken der vergangenen Tage dar. Doch es sollte noch schlimmer werden. Auf der anderen Seite des Hügels, ihr letzter Fluchtweg, schob sich ihnen erbarmungslos und in kriechend langsamer Schnelligkeit eine Wand aus Nichts entgegen.
Sie waren umzingelt. Es war vorbei.


Eben noch hatte Tyraleen neue Kraft gefunden und hatte sich ihrer Aufgabe erinnert, jetzt schien all das wie weggeblasen. Ohne Worte zu finden und ohne die Endgültigkeit zu begreifen starrte sie auf das Nichts, das sich ohne einen Laut das Land nahm, was sie so dringend brauchten. Nichts als Nichts. Die Augen blind geworden vom langen hineinsehen, schloss die junge Mutter verzweifelt ihre Lider, hob die Schnauze in den Himmel um zu Engaya zu flehen und fand doch keine Worte, um ihrer Angst, ihrem Entsetzen und ihrer Verzweiflung Ausdruck zu verleihen. Ihr Mund öffnete sich leicht, dann begann sie zu heulen, ein kurzes schmerzvolles Lied, in der Hoffnung es möge Engaya erreichen. Verstummend öffnete sie die Augen, sah ihre Welpen an, sah Averic in die Augen und ein wehmütiger Laut kam aus ihrer Schnauze.

“Es war nicht schwierig, dieses Versprechen zu halten.“

Ihre Stimme war tonlos, dann gab sie sich erneut einen Ruck. Der Weg, der Weg den Engaya ihr stumm versprochen hatte, der Weg, zumindest ihre Welpen zu retten. Ihr Blick begann die Ränder des Nichts abzutasten, doch egal wie genau sie hinsah, es führte kein Weg mehr von diesem Hügel, sie waren umzingelt von einem Gegner, den sie nicht besiegen konnten.


[ auf dem Hügel beim Rudel | direkt Averic, Chardím, Caylee, Turién und Neruí ]

Nerúi
15.02.2010, 16:08

Um Nerúi wurde es still. Natürlich war es das nicht. Aber die Wärme von Mama Tyraleen legte sich wie ein Schutzmantel um das verletzte kleine Herz, und dämpfte alle Geräusche um Nerúi herum. Turién kam zu ihr, und sie ging intuitiv auf seine Berührung ein, und sah ihn an. Die leisen Worte trieben erneute Tränen in ihre Augen und ein zaghaftes Lächeln in ihren Blick. Und dann ging es zurück zum Rudel. Mama Tyraleen lud sie ein mitzukommen, und so wich sie, an seinen Läufen entlangstreichend, von Aszrems Seite, der nun vor dem Rudel geblieben war. Wie durch Watte hörte sie seine Worte, und da waren sie auch schon bei Averic, Caylee und Chardím angekommen. Nerúis Blick verlor sich zwischen den Wolfsleibern, bis Caylee zu ihr trat. Sanft stupste Nerúi ihre Schwester an, während weiterhin Tränen in ihren Augen glitzerten. Sie wollte etwas erwiedern, kam aber nicht dazu, denn Turién schaltete sich ein. Nerúis Züge verzogen sich ganz von selbst zu einem Lächeln. Caylee würde es vielleicht nicht verstehen - aber sie tat es.

"Danke"

Flüsterte sie ihren beiden Geschwistern nur zu, bevor sie sich an sie anschmiegte. Und dann setzte sich das ganze Rudel wieder in Bewegung, und sie folgte. Immer noch etwas paralysiert, etwas starr, aber die Welt um sie herum nahm langsam wieder Gestalt an.
______________________________

Sie waren jetzt auf diesem Hügel, und überall ringsherum war das Nichts. Und es kam näher, man konnte ihm regelrecht beim Wachsen zusehen. Nerúi war außerdem aufgefallen dass der Kuschellberg wieder da war - vielleicht konnte man von da oben aus mehr sehen? Alle Gedanken an ihre verlorene Mutter waren wie aus ihrem Geist gewaschen, als sie sich der endlosen Maße aus Nichts gegen über sah - überhaupt war alles weg, als würde ihr Unterbewusstsein nun ihre Gedanken filtern. Die Schwarze verlies ihre Position bei Mama Tyraleen, Papa Averic, Turién, Caylee und Chardím, und lief zu Papa Aszrem zurück, stellte sich an seinen Vorderläufen auf, und guckte zu ihm hoch.

"Was machen wir jetzt, Papa?"

Irgendwas mussten sie ja machen - sonst würde das Nichts sie ja essen. Oder was auch immer das Nichts tat, wenn es einen verschluckte. Auf jeden Fall sollten sie das verhindern.

"Vielleicht kann es uns auch gar nicht aufessen? Es hat ja auch die Caylee-Blume stehen gelassen..."

Überlegte sie, und setzte sich zu Aszrem, lehnte sich an ihn an. Es war komisch. Und sie fühlte sich wie im Traum - sie hatte irgendetwas wichtiges gerade vergessen...


[Auf der Anhöhe | Aszrem]

Mochi Cake
16.02.2010, 00:16

Dem grauen Rüden verschlug es die Sprache. Er atmete tief ein. Dann hob er den Kopf und blickte sich um. Das Rudel war nähergekommen, ebenso war es das Nichts oder wie auch immer man es nennen wollte. Noch einmal senkte der Rüde den Kopf, lauschte seinem Herzschlag, konzentrierte sich kurz auf den Rhythmus, versuchte zu erkennen, ob und wie gleichmäßig er war, dann drängt er die Wahrnehmung, dass er noch lebte fort und sah sich noch einmal um, tat einen Schritt, noch einen, bewegte die Ohren unbewusst, immer auf der Suche nach Geräuschen und sah. Noch ein letztes Mal. Umher.
Mochi war eigentlich einer jener Wölfe, die eher Gedanken in Form von Wortfetzen hatten statt Bildern, doch jetzt stand ihm dieses Bild sehr klar vor Augen: Wie das Nichts, dieses vollkommene Gegenteil jeglicher Existenz, nein, jeglichen Seins sich unaufhaltsam auf sie zuschob und sie alle verschlang. Dieser Baum, dort, ihm gegenüber, hatte er unter ihm jemals gelegen, er wusste es nicht, würde verschwinden, er, das Rudel, alle. Ein stummes Massengrab, das nie von ihnen zeugen würde. Kurz ließ Mochi den logisch folgenden Gedanken zu, was danach geschehen würde, wie es weitergehen würde, was mit dem Nichts geschehen würde, ob es sich weiter in alle Richtungen ausbreiten würde, es war ... komisch, er hatte sich nie danach gefragt.

.oO(Es ist),

dachte Mochi bei sich,

.oO(als habe die Natur festgestellt, wie gering die Wahrscheinlichkeit ihrer Existenz ist und habe nun, in an instant and out of a sudden beschlossen, diesen Fehler zu korrigieren.)

Dann brachte der graue Rüde auch diesen Gedanken zum Schweigen und drehte sich wieder zu Aszrem um.

"Es ist schon bitter, wenn die Wahrheit größer ist als man selbst, nicht wahr?"

Und dann, lauter, im Zorn, auch auf sich selbst:

"Ihr verdammten Vollpfosten! Warum seid ihr geblieben, warum? Was ist euer Plan, keiner kommt raus, das wisst ihr doch? Ihr wisst das, oder? Und ich Trottel komme noch zurück und warte, warte ewig, denn ich denke ja, ihr habt eine Idee, einen Plan, irgendetwas werdet ihr euch überlegt haben, ihr werdet etwas wissen, aber die Wahrheit ist doch, dass ihr NICHTS WISST!"

Dann fühlte Mochi die Kälte in seinen Läufen hochsteigen. Und sagte leiser zu sich selbst:

"Fuck. Das ist kollektiver Selbstmord. Das - das ist... Aber darüber denkt man ja wohl nicht nach, bei all denjenigen, die ihre Blödheit schon das Leben gekostet hat und die jetzt noch betrauert werden, von wegen, man sieht sich dann ja wieder, das ist außerhalb den Grenzen jeglicher Logik, das ist - das ist..."

Warum war er zurückgekommen? Was hatte ihn hierher gebracht? - Er hatte es sehen wollen, das war die Antwort, er hatte sehen wollen, wie sie damit umgingen, mit dem, was sie nicht kannten, ob sie es ertragen hatten oder ob sie versucht hatten, etwas in Erfahrung zu bringen und jetzt. Jetzt musste er feststellen, dass nichts, NICHTS von alledem geschehen war, dass sie nur dagelegen und zugesehen hatten, wie es sich ausgebreitet hatte, wie es immer mehr geworden war und auch als sie wussten, dass sie nichts dagegen tun konnten, hatten sie nichts versucht, etwas in Erfahrung zu bringen, hatten sie zugesehen, wie die Ihren gestorben waren und nun waren sie hier, zu allem bereit und voller Trauer und Hass und was auch immer, aber nicht auf sich selbst, nein, auf die Umstände, oder wie auch immer sie es nannten...
Mochi hasste sich selbst.

"Ich will, bevor ich sterbe, ich will, ich will wissen, wer hier das Sagen hat, ich will wissen, wer dafür verantwortlich ist, dass hier alle in den Tod laufen, zumindest die Welpen, denn alle anderen sollten für sich selbst denken können, ich will wissen, wer Schuld hat daran, dass hier alle in ihr Verderben laufen müssen - na ja, außer mir, ich bin selbst schuld. Hatte mehr erwartet."

Er sah sich um, er stand mitten im Rudel.


[mitten im Rudel | erst Aszrem und Co., dann in Hörweite von Tyraleen]

((Freunde, es macht mich fertig, wenn ich Wendungen wie "das Vieh zur Schlachtbank" nicht verwenden kann... ;_; ))

Aszrem
16.02.2010, 17:02

Er hatte es gewusst.
Nein, natürlich hatte er es nicht wirklich gewusst, gar nicht wissen können, ohne es zuvor gesehen zu haben. Aber er hatte keine wirkliche Hoffnung mehr gehabt, hatte sich auf das Schlimmste gefasst gemacht - und jetzt, da das Schlimmste eingetreten war, kam es ihm vor, als hätte er es schon die ganze Zeit gewusst.
Das Nichts umgab sie von allen Richtungen. Kein Fluchtweg. Keine Hoffnung. Kein Überleben.
Mochis Worte hallten in seinen Ohren. Diesmal hatte er nicht das Bedürfnis, auf den fetten Rüden loszugehen. Erneut war der schwehlende Zorn in ihm verraucht und hatte eine nüchterne Leere hinterlassen. Aszrem fühlte Erschöpfung in sich empor kriechen, nicht körperlich, sondern seelisch. In so kurzer Zeit waren so viele und so intensive Gefühle über ihn hinweg gerollt, als hätte er auf einen Schlag das Gefühlsreservoir seines Lebens aufgebraucht zu haben.
Mochis Geschrei vermochte Aszrem keine Reaktion zu entlocken. Nerúi dagegen hatte sofort damit Erfolg. Er neigte den Kopf und berührte seine Tochter sanft mit der Nase an der Wange, bevor er wieder aufsah, zum Nichts.
Was sollte er ihr sagen? Er wusste nicht, was sie noch machen konnten. Er wusste nicht, was sie noch versuchen könnten. Er wusste nicht, worauf sie noch hoffen sollten. Auf ein Wunder? Engaya hatte anscheinden zuvor kein Mitleid mit ihnen gehabt, warum sollte sie jetzt welches empfinden und sie alle retten? Abgesehen davon glaubte Aszrem nicht, dass Götter so funktionierten. Nicht die hiesigen, nicht seine heimatlichen, und vermutlich auch keine anderen Götter irgendwo auf der Welt. Sie erledigten nicht die Arbeit für einen, der die an ihn gestellte Aufgabe nicht erfüllen konnte. Wer scheiterte, hatte die Konsequenzen zu tragen.
Was also sollte er ihr sagen? Ehrlich sein und sie damit der endgültigen Verzweiflung überlassen, die sich schon durch sein eigenes Innerstes fraß?

"Ich weiß nicht, ob das Nichts uns fressen kann oder nicht",

antwortete er schließlich. 'Aber warum sollte es nicht, wo es doch schon andere gefressen hat?'

"Aber wir können noch zu Engaya und Fenris beten. Auf dass wir nicht einfach im Nichts verschwinden, sondern Leben und Sterben dürfen, wie das Gleichgewicht ihres Seins es vorsieht. Um mehr dürfen wir wohl nicht bitten, denn das allein ist die größte Gnade, die sie uns jetzt erweisen können."

Er war nicht sicher, ob Nerúi verstehen würde, wie er das meinte oder warum er wollte, dass sie auch zu Fenris betete. Er war nicht sicher, ob es überhaupt etwas bringen würde. Er selbst hatte seinen Glauben und seine Hoffnungen fast verloren. Aber es würde reichen, würde ihm reichen, wenn Nerúi allein Erfolg mit dieser Bitte hätte. Dafür wollte er hoffen und beten. Ein letztes Mal.


[Anhöhe | Rudel, Nerúi]

Shariku
16.02.2010, 20:46

Wie immer wenn sie beachtet und angesprochen wurde, fühlte Shariku sich wohl und wichtig. Sie liebte es ein Teil zu sein und nicht nur unbeteiligt daneben zu stehen. Ihr Name. Wie konnte sie ihn ausdrücken? Gar nicht. Ihr Name lies sich nicht darstellen. Oder doch? Sie sah keine Möglickeit, nur die das in jemand nannte. Wie sollte man Shariku auch zeigen oder sonst wie verständlich machen? Lyerra hatte wieder begonnen zu sprechen. Shariku hatte gelauscht. Wie immer hatte sie das Wunder des gesprochenen Wortes in seinen Bann geschlagen.
Doch irgendetwas sagt ihr das sie weiter ziehen sollten, auch Lyerra schlug dies vor.
Nach dieser Liebkosung sprang sie auf und lief neben der Weißen her. Die Geschichte war traurig und schön. Sie wollte mehr hören. Doch dies schien nicht der Zeitpunkt zu sein um über die Vergangenheit zu plaudern.
Mit einem Lächeln auf den Leftzen folgte sie Lyerra. Würde sie weiter erzählen? Was würden sie tun wenn sie die anderen fanden, würden sie zusammen bleiben oder würde sie andere Freunde finden? Das Nichts war unheimlich Nahe und die Stille die die Umgebung umfangen hatte war fast greifbar. Etwas in ihr drängte sie weiter vor wärts. Der Wind rauschte in einem seltsamen Ton, die Bäume knarrten. Wussten sie das sie bald vom Nichts verschluckt werden würden? Sie wusste nicht wohin mit ihren Gedanken, sie achtete auf den Weg, auf Lyerra und auf die Natur. Würde sie es merken wenn sie im Nichts starb? Würde sie sterben? War dies der letzte KOntakt zu einem Wolf den sie haben würde bevor es so weit war? Sie wusste es nicht. Gab es etwas was sie schon immer im Leben tun wollte? Jetzt gerade wenn sie sich von ihren Todesgedanken verabschiedet hatte und dem Leben entgegen sah, kamen ihr die Gedanken was mit dem Nichts und der Welt wie sie sie kannte passieren sollte. Direkt vor ihnen erhob sich ein Hügel, viele Wölfe waren darauf versammelt. Ihr Leben war noch nicht sehr lang gewesen und nicht immer glücklich.
Hätte sie etwas änder sollen? Nein.
Hätte sie jemanden noch etwas vermitteln sollen? Nein, jeder der wusste das er ihr etwas bedeutete brauchte keine Bestättigung.

(Im Leben geht es nicht um die Wörter die wir sprechen, es geht um die Handlungen die man ausführt. Was wird die Zukunft bringen? Gibt es eine für uns?)

Mit einem Seitenblick auf Lyerra, und um sich zu bestätigen das sie noch da war, lief Shari weiter. Dachte die Weiße auch über die Zukunft nach? War sie unsicher? Machte sie sich überhaupt so einen Stress wie sie selbst? Nicht weit vor ihnen sah sie einen Hügel, das Rudel war dort versammelt. Sie würden also alle zusammen sein wenn es so wiet war. Was, so weit war? Wenn sie ehrlich war hatte sie keine klare Vorstellung was geschehen würde. Mit Lyerra an der Seite erreichte sie den Hügel. Wie gut es tat nicht allein zu sein.

Dankbar blicktre sie Lyerra an. Alles was sie in ihrem Leben gesehen hatte, alle Erinnerungen und Gefühle lagen in diesem Blick, es war so viel das man nicht genau sagen konnte was sie genau ausdrücken wollte. Doch Lyerra würde verstehen. Da war sie sich sicher. Mit einem glücklichen Lächeln, endlich wieder bei den andern zu sein, mit Lyerra hier zu sein, mit einem guten Gefühl sah sie der Zukunft entgegen, egal was kommen würde. Sie war nicht allein.


[Lyerra | beim Rudel]

Lyerra
16.02.2010, 21:13

Lyerra freute sich, als die Fähe sich erhob um ihr zu folgen. Sie mochte das Lächeln auf den Lefzen de Schwarzen. Sie lief eine Strecke, ohne darauf zu achten, wo sie lang lief. Als die Schwarze stehen blieb, stellte Lyerra sich neben sie und wartete. Warum wohl das Rudel hier war? So viele Wölfe auf einen Haufen...

"Was glaubst du ist hier los?.. Wenn ich doch nur deinen Namen wüsste.."

Lyerra fand nicht, dass es das Schönste war, sich mit jemandem zu unterhalten, desen Name sie nicht wusste.
(Ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, ihren Namen zu erfahren?)
Lyerra glaubte ja eigentlich nicht an Engaya oder Fenris, aber hatten die beiden nicht übernatürlche Kräfte?
Sie war so froh hier zu sein. Ehrlich gesagt, war es ihr auch egal. Es wäre sicher schön gewesen, den Namen der schwarzen Fähe zu kennen, jedoch ging es ja auch ohne ihn. Lyerra hatte das Gefühl, als wenn die Fähe neben ihr, es genauso schön fand wie sie, mit der anderen hier zusein.

"Ich bin wirklich froh, dass du mit mir hier bist. Es ist so schön jemanden zu haben, dem ich etwas erzählen kann."

Als sie dann auch noch den Blick der Anderen spürte, und in deren Augen schaute, wusste sie hundert prozentig, dass in diesem Blick viel mehr lag, als nur Dankbarkeit.
Lyerra schaute nach vorne, musterte die vielen Wölfe, die vor ihr waren. Als sie sich umdrehte, sah sie das NMichts - wieder einmal.
Lyerra mochte es nicht. Etwas das einfach nichts war, durfte es doch nicht geben oder?
Wieder musste sie an Imiák denken. Ob sie wohl noch da war, oder ob das Nichts sie erschluckt hatte?
Diesesmal, stiegen keine Tränen in ihr auf.
Nur Zorn. Sie fragte sich, wie Imiák es nur über's Herz bringen konnte, sieeinfach so alleine zu lassen.

"Glaubst du, dass Imiák noch lebt?" Lyerra schaute der Fähe direkt in deren blaue Augen.
Abermals stupste Lyerra die andere Fähe an, und schaute dann nach vorne. Sie hatte keine Angst vor dem Tod.
Es würde doch nicht wehtun,oder?




[beim Rudel l Shariku]

Jakash Caiyé
17.02.2010, 16:30

Die warme Zunge seiner Mutter wischte die heißen Tränen in seinen Augen fort, doch versiegen wollten sie nicht. Jakash vergrub das Gesicht in das weiche Halsfell Shanis und weinte lautlos. Das Zittern legte sich schnell, nur ab und an brachten schnelle Atemzüge den schwarzen Körper kurz zum Beben. Die Nähe und Wärme des mütterlichen Körpers beruhigte ihn und spendete ein wenig Trost, und ließen ihm doch immer und immer wieder bewusst werden, dass diese Wärme für Leben stand, Nyota jedoch tot war. Seine Tante war fort, und sie würde nie mehr zurück kommen.

"Warum?",

flüsterte er leise, und wusste doch, dass es darauf keine zufriedenstellende Antwort gab. Es konnte keinen akzeptablen Grund für den Tod eines geliebten Familienmitglieds geben, fand er...

_____________________________________________

Nun stand er neben seiner Mutter und bei allen anderen Rudelmitgliedern auf der Anhöhe, von der aus ihnen ihr Schicksal offenbar wurde. Das Nichts umgab sie, schloss sie ein. Jakashs Trauer um seine Tante war Schrecken gewichen, Entsetzen, dass nur noch von einer dünnen Wand aus Ungläubigkeit zurück gehalten wurde. Das konnte doch nicht das Ende sein? Es MUSSTE einen Ausweg geben! Es MUSSTE!

"Was... was bedeutet das?"

In seiner Stimme lag der Hauch eines Zitterns, das besagte, dass er sehrwohl im Innersten wusste, was das bedeutete.
Am anderen Ende des Rudels begann jemand lautstark zu rufen und zu zetern. Er war nicht zu überhören, aber die Stimme war Jakash nicht vertraut. Das wr jedoch nur von geringer Bedeutung angesichts dessen, was da gerufen und vorgeworfen wurde, und Jakash spürte, wie sich ein Loch unter ihm auftat und die dünne Mauer des Nicht-Verstehen-Wollens zu bröckeln begann. Sein Blick glitt zu seiner Mutter. Fragend. Furchtsam. Das konnte doch nicht das Ende sein...?!


[Anhöhe | Shani, (Katsumi ?)]

Caylee
18.02.2010, 09:49

Auch wenn Caylee die ganze Situation in ihrem Ausmaß nicht begriff und auch nicht so dabeigewesen war, wie Neruí und Turién, fühlte sie sich in diesem Moment sehr verbunden mit ihren beiden Geschwistern. Kein Erwachsener schaltete sich ein und gab einen weisen Kommentar ab, nur sie drei standen beieinander und gaben sich und vor allem Neruí ein wenig Trost. Selbst Turiéns Antwort, die Caylee nicht verstand – Wieso beschützte denn gerade sie Nyota? Und wie machte sie das? – hatte etwas sehr Warmes und Tröstendes an sich. Einige Momente wollte die Kleine diese Atmosphäre nicht zerstören, war aber doch zu neugierig und im tiefsten Inneren auch sehr froh, sich einer Frage widmen zu können, um nicht die ganze Zeit über die tote Mama-oder-so Nyota nachdenken zu müssen.

“Ich beschütze sie? Wie denn, was denn, wo denn?“

Sie hatte versucht, ein wenig fröhlicher zu klingen, aber das, was da aus ihrer Schnauze kam, klang sehr bemüht und wenig glücklich. Nun setzten sich auch alle wieder in Bewegung und sie konnten nicht mehr so eng und tröstend beieinander stehen. Mit hängenden Ohren und einem tieftraurigen Gesichtsausdruck begann auch Caylee wieder zu laufen, möglichst nahe bei Neruí. Lange waren sie nicht unterwegs, Caylee kam es so vor, als hätte sie nur drei Schritte gemacht, schon standen alle wieder. Jetzt war aber plötzlich alles ganz anders, Angst lag über dem Rudel, die auch Caylee deutlich spüren konnte und ihre Mama heulte auf. Die Kleine zuckte zusammen, flüchtete sich an die Seite Turiéns und sah sich beinahe gehetzt um. Neruí lief plötzlich weg und ganz in ihrer Nähe zeterte jemand schrecklich laut. Noch immer begriff die Weiße nicht, was geschehen war, erst als sie versuchte, sich hilfesuchend an den Blick ihrer Mama zu klammern, sah sie das dahinter. Das Nichts, schrecklich nahe. Ihre Augen huschten weiter, sie drehte sich einmal im Kreis, aber überall gab es nichts anderes zu sehen. Nun packte auch Caylee die Angst, ein leises Wimmern kam aus ihrer Schnauze. In einer verzweifelten Geste warf sie sich auf den Boden und schob ihren Kopf unter den Bauch ihrer Bruders um nichts mehr sehen zu müssen.


[ beim Rudel | Averic, Tyraleen, Chardím - direkt Turién ]

Shariku
18.02.2010, 12:08


Sharikus Blick überfolg die Versammlung. Was hier los war? Wahrscheinlich hatte sich das Rudel zusammen gefunden um in den Tod zu gehen, einer nicht schwinden Gewissheit folgend. War es ein besseres Gefühl dabei nicht allein zu sein? Jemanden zu berühren wenn man in die nichtgeahnten Fänge des Nichts trat?
Mit einer absurden Neugiert freute sie sich auf diese Erfahrung. Bis jetzt hatte sie doch alles in ihrem Leben erlebt. Sie hatte gelernt, geliebt, getrauert. Sie kannte viele Gefühle, hatte Erinnerungen.
Nun hatte sie trotz ihrer Behinderung eine Freundin gefunden. Wenn es nun vorbei sein sollte, sollte sie sich dagegen wehren?
Nein, sie war hier mit Lyerra, bereit für etwas, was sie nicht verhindern konnten.
Sie war nicht allein, sie würde für Lyerra, sie sie ja eigentlich kaum kannte da sein, Lyerra würde für sie da sein, eine Fähe deren Namen sie nicht einmal kannte.

(Einen Wunsch hätte ich jedoch bevor es vorbei ist. Lyerra, ich würde dir so gern sagen wie dankbar ich dir bin. Ich werde dich nie im Stich lassen, auch wenn wir uns kaum kennen. Du wirst immer auf mich zählen können, auch wenn unser Leben vielleicht nur noch einige TAge an dauern wird. Lyerra, ich wünschte du wüsstest das, das du mir etwas bedeutest, weil du mir einfach erzählen kannst ohne dich zu wundern das ich nicht antworte.)

Ob ihre Freundin noch lebte? Sie wusste es nicht, sie nkannte sie ja nicht einmal. Doch für Lyerra wünschte sie es sich. Ja, sie lebt sicher noch, wahrscheinlich hatte sie doch noch einen Weg gefunden, das Tal zu verlassen.
Plötzlich dachte Shariku an Schnee. Schnee und Kälte waren das erste was sie von der Natur gesehen hatte. Wäre es nicht passend gewesen wenn es jetzt geschneit hätte? Wäre es nicht eine schöne Geste gewesen?
Vielleicht fand sie in ihrem Durcheinander ihre Familie wieder, auch wenn sie zu den meisten keinen guten Draht gehabt hatte. Aber war das in so einer Situation nicht egal?

Doch sie würde erst einmal bei Lyerra bleiben. Sie waren jetzt für einander da. Zwei völlig Fremde waren hier vereint, doch es fühlte sich wie eine lebenslängliche Freundschaft an.
Shariku war für jede Geste von Seiten Lyerras dankbar und schaute ihr in die grünen Augen.
Sie schien keine Angst zu haben, keine Angst vor dem unabwendbaren Schicksal.
Und irgendwie hatte sie auch keine Angst. Es war absurd, es war unrealistisch und unvernünftigt.
Doch es war ihre Empfindung.

Mit ihn ihren obscuren Gedanken kam ihr eine Idee, eher ein Wunsch, der sie bis zu seiner Erfüllung nicht mehr ruhen lassen würde.

(Ich werde jermanden suchen der Lyerra meinen Namen sagen kann. Wenigstens das möchte ich für sie tun, dann brauch sie nicht immer zu überlegen wie sie mich ansprechen soll. )

Sie wollte mit Lyerra jemanden finden, der ihren Namen kannte. Dann würde sie ohne Probleme ins Nichts treten können.
Sie stupste die andere an. Ihr Fell war weich. Schön.
Sie bildeteten den perfekten Kontrast und trotzdem schloss die Vertrautheit zwischen ihnen ein unbeschreibliches Bild.
Schwarz und Weiß. Grün und Blau.


[beim Rudel | Lyerra]

Malicia
18.02.2010, 19:10

Der Schmerz saß zu tief, um ihn einfach ausblenden zu können. Er bohrte sich wie der Dorn einer Rose in ihr Herz und ließ sich nicht ohne weiteres wieder herausreißen. Mit einem gequälten Lächeln blieb Malicia eng bei ihrer Familie und doch war sie nie mehr als ein unwichtiger Schatten. Ein Schatten ihrer Selbst, ohne Freude, ohne Glück. Was sie jetzt brauchte, war Yerik oder bestenfalls sogar Cumará. Einen ihrer Freunde, die immer für sie da gewesen waren. Aber nicht einmal die graue Fähe, die nun schon so lange verschwunden blieb, würde sie jetzt aus ihrem Tief herauslocken können. Niemand könnte das. Aber sie könnten es versuchen, wie sie es immer gemacht hatten. Aus einem schwarzen Schatten einen schwarzen Engel machen. Mit einem Herz aus Glas, das so schnell zerbrach wie nichts anderes. Und wenn ein Dorn mit Widerhaken sich hineinbohrte, war dieses Herz hoffnungslos verloren. Erst Banshee, dann Acollon und nun auch noch ihre über alles geliebte Tante Nyota. Malicia war stark - phne Frage - doch sie hatte schon zu viel verloren, was einst ihr Leben dominiert hatte. Sie war gegangen, um sich selbst und Acollon zu suchen und war glücklich zurückgekehrt. Hatte ihrer Mutter versprochen, immer nur das zu tun, was sie für richtig hielt. Und jetzt wusste die Schwarze nicht einmal mehr, was sie wollte, fühlte oder gar für richtig hielt. Alles war falsch, so verdammt falsch, wie man es sich gar nicht vorstellen konnte. Der Tod Banshees hatte in Malicia eine Weiche umgestellt, eine Weiche, die zwischen Hoffnung und Angst bestimmte. Hoffnung war das gewesen, was Malicias Leben neben dem ihrer Mutter erfüllt hatte und Angst war alles, was nach dem Tod des weißen Engels zurückblieb. Nun war nichts und niemand mehr da, das ihr diese Angst nehmen könnte, sie saß zu tief und machte Malicia zu dem anderen Wesen, das sie jetzt war - ein Schatten. Oder besser gesagt: Das Opfer seines eigenen Schattens. Malicia fühlte sich verfolgt, Tag und Nacht, Stunde um Stunde. Von ihrer eigenen Angst. Ihre gehetzten Blicke bewiesen dies, doch nach außen drang die tiefsitzende Furcht meist nicht.
Malicia nagte an ihren Lefzen, zerbiss sich beinahe ihre Zunge und schluckte das Blut herunter. Faith blieb verschwunden. Nachdem der kleine Welpe so herzerreißend darum gebettelt hatte, ein paar Meter selbst zu laufen, hatte die Wölfin es ihr gestattet. Was sich als falsch erwies. Doch hatte die Fähe es für richtig gehalten? Nun, wahrscheinlich gab es gar kein Richtig oder Falsch mehr für die schlanke, hochbeinige Schwarze, die ihren Lebenswillen mit zu Banshee ins Grab gelegt hatte. Doch nach ein paar Schritten war die kleine Weiße gestolpert und gestürzt, dabei den letzten Atemzug tuend. Malicia warf Sheena einen fragenden Blick zu, doch diese schüttelte stumm den Kopf. Die Schwarze senkte den Kopf und verabschiedete sich von dem Geist der toten Welpin, um kurz danach weiterzulaufen,
Nun war sie alleine, verletzte sich selbst mit ihren messerscharfen Zähnen und machte sich Vorwürfe. Ihr eigenes Blut vermischte sich mit dem des toten Welpens und sie schluckte erneut. Ihre Kehle war trotz der Flüssigkeit wie ausgedörrt und ihr Herz pochte schnell und schmerzhaft. Sie hatte schon wieder jemanden verloren, auch wenn es nur ein Welpe gewesen war, den sie geschätzt zwei Stunde kannte. Es war ein Teil ihres Lebens gewesen, sie hatte die Verantwortung für Faith übernommen. Malicia unterdrückte einen gequälten Laut und blickte an den anderen vorbei ins Nichts. Sie wollte und konnte nicht mehr. Ihr Blick glitt zu Sharíku und der fremden Weißen, die sie vorhin zusammen mit einer Braunen bei Sheena gesehen hatte. Sheena hatte ist nicht leicht, dabei war sie doch so eine gute Fähe. In Malicias Abwesenheit war Zack von ihr gegangen und der Rest ihrer Familie starb auch. Malicia bewunderte die Weiße für ihre unglaubliche Kraft, die Banshees Tochter selbst niemals aufbringen konnte. Sie seufzte nun doch leise auf und glitt lautlos auf die Weiße und Sharíku zu. Vor so kurzer Zeit war ihr Vater gestorben, auch der noch. Hiryoga war einer der engsten Vertrauten der schwarzen Wölfin gewesen, ihr Bruder und Beschützer. Nun war er auch gegangen, durch das Nichts, und hatte eine Familie zurückgelassen. Malicia wartete beinahe sehnsüchtig darauf, dass die Tränen in ihr aufkamen, doch ihre Angst war zu stark, um Trauer zu erlauben. Nach einem kurzen Blick nach hinten kam sie vor ihrer Nichte zum Stehen.

"Sharíku?", flüsterte sie beinahe unhörbar.
[list]OOC: Entschuldigt, ein kurzer und schrecklicher Post!
Und Sheena, falls das mit Faith' Tod so nicht in Ordnung ist, sag bitte Bescheid (:
[/list]

Takashi
18.02.2010, 21:26

Schnell hatten Takashi und Krolock das Rudel erreicht und waren ihnen auch immer weiter gefolgt. Den schwarzen Rüden überkam ein erleichtertes Gefühl, was aber nicht lange anhalten konnte. Man brauchte nur links und rechts von sich zu blicken, da war es schon wieder weg. Dennoch ließ sich der Rüde nicht vom weiter gehen hindern. In der Hoffnung, doch noch irgendeinen Ausweg zu finden. Bis jetzt hatten sie ein wenig Glück gehabt und waren keiner weiteren Hürde begegnet. Doch die Situation schien sich trotzdem zuzuspitzen und immer auswegloser zu werden. Überall war dieses schreckliche Weiß ausnahmslos vertreten! Kein einziger Fleck war mehr vom Revier übrig geblieben. Nur noch die Anhöhe, von der man alles aus sehen konnte, war noch nicht vom Nichts aufgefressen worden. Aber für dieses kleine Fleckchen war es auch nur noch eine Frage der Zeit, bis es endlich verschwinden würde.

Entsetzt ließ Takashi sich langsam auf sein Hinterteil sinken. Es war offensichtlich, dass dies nun das Ende war. Es gab keinen Weg zurück. Von allen Seiten war das Rudel eingeschlossen. Unruhig musterten seine ozeanblauen Augen das Revier, von dem nur noch weißer Nebel übrig geblieben war. Vielleicht hätte man schon sehr viel früher aufbrechen sollen, um das Schlimmste zu vermeiden. Aber wer hatte schon daran gedacht, jemals das Revier zu verlassen? Der Rüde schüttelte nur noch den Kopf und gab einen tiefen Seufzer von sich. Immer wieder sah er nach Krolock, ob sich der Welpe noch in der Nähe befand. Das viele Weiß blendete ihn viel zu sehr. Er hasste es förmlich. So kniff er die Augen zusammen, sodass er den Anblick des Nichts nicht mehr ertragen musste. Takashi sah nun sehr grimmig aus, was er aber auch war. Nur ganz langsam schien sich Angst in ihm einzuschleichen. Der Schwarze fühlte sich viel mehr wütend, als ängstlich und deprimiert. Seine Laune war bei diesem Anblick nicht die beste und auch die ganze Situation überforderte ihn völlig.

.oO(Was soll das überhaupt? Wer hat damit zu tun? Ist das etwa wieder so ein…Fluch?)

Seine Hinterläufe, auf denen er saß, schienen plötzlich ganz unruhig und angespannt zu sein. Am liebsten würde Takashi aufspringen und irgendwo anders hin laufen. Aber bloß wo? Außerdem gab es inzwischen keine einzige Möglichkeit mehr eine andere Richtung einzuschlagen. Langsam legten sich seine Ohren an den Kopf an, was erahnen ließ, dass selbst er allmählich Angst verspürte. Erst war die Angst nur ganz langsam geworden, dann kam sie ganz plötzlich. Entsetzt zog der Rüde seine Vorderpfoten zurück, saß kerzengerade dort.
Es war vorbei. Alle Wege in die rettende Ferne waren versperrt.

[Anhöhe | Rudel | Krolock]

Tyraleen
19.02.2010, 12:27

Pfote neben Pfote setzend drehte sich Tyraleen im Kreis, nicht nur körperlich, angestrengt und voller Konzentration einen Fluchtweg suchend, sondern auch innerlich, immer klarer sehend, dass es keinen Ausweg mehr gab – zumindest keinen, den sie mit ihren Augen erkennen könnte. Wieder verlor sich ihr Blick im ewigen Wolkengrau des Himmels, irgendwo dort waren ihre Mütter Engaya und Banshee, zwei Namen für eine Wölfin, die wusste, wie man es schaffen würde. Wenn sie es doch nur verraten könnte. Tyraleens unerschütterlicher Glaube daran, dass es einen Ausweg gab, ließ sie weder in Verzweiflung noch in Hoffnungslosigkeit ertrinken, sondern viel mehr zu neuer Stärke finden, auch wenn sie den Weg noch immer nicht erkannt hatte. Mit verbissener Akribie machte sie sich daran gedanklich all die Worte ihrer Mutter durchzugehen, alles, was sie in ihrer Priesterinnenausbildung erzählt hatte. Es war eine Menge gewesen. Aber kein einziger Rat für den Fall des „Im Nichts eingeschlossen“-Seins. Doch über allem und in jeder Situation war der Glaube gestanden, der Glaube an Engaya, die Liebe, die Treue, der Zusammenhalt, die Gemeinschaft.
Tyraleens Blick traf wieder die Erde, das Nichts war näher gekommen, nunmehr schien es schon fast an den Pfoten der Wölfe zu lecken. Es war keine Zeit mehr. Und plötzlich hatte Tyraleen eine Idee. Vielleicht war das Nichts gar nicht schlimm. Vielleicht starb man nicht, wenn man hineinfiel. Viel eher war es der Weg in eine andere Welt und sie Narren hatten nicht von alleine diesen Weg antreten wollen, sondern sich so lange gewehrt, bis Engaya ihnen keine Wahl mehr lassen konnte. Bis sie zu diesem kleinsten Fleckchen Erde gekommen waren, auf dem sie sich nicht mehr gegen die neue Welt wehren könnten. Wieder lag der Blick der Weißen auf ihren Welpen, die Vorstellung sie ins Nichts zu schicken, machte ihr noch immer schreckliche Angst, ihre eigenen Gedanken schienen so klar und logisch und dennoch wollte Tyraleen Turién nicht einen Schritt hineinsetzen lassen. Aber was blieb ihr anderes übrig? Wie konnte sie wissen, ob ihre Gedanken falsch oder richtig waren. Aber was blieb ihr anderes übrig? Liebe, Zusammenhalt, Gemeinschaft. Sie drehte sich zum Rudel, trat weg von Averic und ihren Welpen in die Mitte der zusammengedrängten Wölfe, versuchte jedem von ihnen in die Augen zu sehen.

“Liebes Rudel, wir haben das Ende unserer Flucht erreicht, kein fester Weg führt uns mehr aus unserem verschlungenen Revier hinaus. Aber das heißt nicht, dass es gar keinen Weg mehr gibt. Keiner von uns weiß, was mit einem Lebewesen geschieht, wenn es ins Nichts fällt, also warum glauben wir, dass wir sterben? Vielleicht erwartet uns eine andere Welt, die uns Engaya zeigen will. Wir können es nicht wissen, bis wir es selbst ausprobiert haben. Egal, was uns erwartet, wir haben keine andere Möglichkeit mehr. Nur eines zählt jetzt noch: Wir sind ein Rudel! Zusammenhalt ist unsere Stärke, die Gemeinschaft unser Trumpf. Liebe ist unsere Waffe. Ein jeder von euch trägt sie in sich und wenn wir sie alle ziehen, sind wir stärker, als jedes Nichts. Wenn wir ihm mit Stolz und als Gemeinschaft entgegentreten, kann uns alles erwarten, wir werden es gemeinsam durchstehen.“

Tyraleens Stimme war stark und klar, keine Spur mehr von der verzweifelten Trauer, mit der sie zu Averic geflohen war.

“Wir sehen uns dann, in dieser anderen Welt. Wenn wir aneinander glauben. Wenn wir uns lieben.“

Die Weiße hatte begonnen durch die Reihen der Wölfe zu laufen, begegnete den Blicken ihrer Geschwister, ihrer Nichten und Neffen, ihrer eigenen Kinder. Sie sah auch fremde Wölfe, deren Namen sie nicht mal kannte, doch in diesem Moment fühlte sie sich selbst ihnen verbunden, denn auch sie waren nun ein Teil der Gemeinschaft der Eingeschlossenen. Schließlich blieb sie bei Averic stehen, verlor sich in seinem Blick und trat an seine Seite.

“Kommt.“

Schritt für Schritt näherte sie sich mit ihrem Gefährten dem Nichts, begann leicht zu zittern, noch drei, noch zwei, noch einer, noch … voller Intensität dachte sie an Averic, an ihre Welpen, Turién, Caylee, Chanuka, Chardím, Tascurio, Amúr, Atalya und Avendal, an die kleine Neruí und auch an Sheena, an ihre Geschwister, Parveen, Amáya, Kisha und Malicia, an ihre Nichten und Neffen, Rakshee, Jakash, Kursaí, Sharíku und Ahkuna, an ihren geliebten Paten Face, an die kleinen Liel, Krolock und Ciradán, an Wölfe wie Aszrem, Takashi, Jumaana, Lucina, Shani und Malakím – an all die Wölfe dieses Rudels, die sie jeden von ihnen irgendwo liebte. Und sie dachte an Banshee und Acollon, an Nyota und an ihre Geschwister, Hiryoga, Cylin, Merawin – sie waren tot und doch ganz nahe bei ihnen. Vielleicht würden sie Hiryoga wieder sehen? Vielleicht wartete er schon in der neuen Welt? … dann setzte sie ihre Pfote ins Nichts und mit einem Mal war Leben darunter. Sie alle liefen in das Nichts hinein und doch stürzte niemand. Unter den Pfoten der Wölfe, die dem Tod in der Gemeinschaft entgegensahen entstand Leben. Sie liefen nun über den sanft abfallenden Hügel voller Gras, und rasend schnell breitete sich vor ihnen eine neue Welt aus. Dort wuchs ein Wald in die Höhe und dazwischen begann das Wasser des Sees zu glitzernd. Zu ihrer linken Seite erhoben sich Felsen und hinter ihnen begann das Gebirge empor zu ragen. Ein Steinwald, nie zuvor gesehen, wuchs an einer Seite des Sees, dort spross ein Baum voller Federn inmitten einer Blumenwiese. Ein Wasserfall ergoss sich in einen Teich, an dessen Ufer ein Baum mit Muscheln als Früchte wuchs. Ein Felsen, den Himmel berührend ragte aus einem Ausläufer des Gebirges und … wurde von der Sonne beschienen. Die Wolken hatten sich vom Himmel zurückgezogen, gaben den Blick frei auf sein unendliches Blau und die Sonne, die strahlende Sonne, die freundlich vom Himmel lachte. Sie war nicht fort. Zum ersten Mal seit dem letzten Winter sahen die Wölfe wieder Sonne. Die Welpen erblickten sie zum ersten Mal im Leben. Ehrfürchtig und atemlos blieb das Rudel am Fuß des Hügels stehen.


Tyraleen konnte kaum fassen, was sie sah und was sie tat, was geschehen war, wie es geschehen war. Der Weg. Der Weg Engayas. Sie hatte ihn gefunden und unter ihren Pfoten eine neue Welt geschaffen. Eine Welt voller Sonne, eine Welt für ihre Welpen. Eine Welt, die all ihnen entsprang. Die Weiße hatte den Steinwald gesehen und kaum fassen können, dass er da war. Sie kannte ihn aus ihren Gedanken, oft war sie durch ihn gewandert, in Trauer und in Erinnerung an die Welt in den Bergen. Und nun plötzlich existierte er. Hatte sie ihn geschaffen? War er dort, weil sie ihn ersehnt hatte? Ihr Blick glitt in den Himmel, die Schnauze in die Sonne gereckt – die Sonne, die Sonne! – dankte sie Banshee, dankte sie Engaya, Tränen in den Augen glitzernd. Es war alles gut. Endlich war alles gut. Es war egal wie und warum, ihre Gedanken zuvor waren egal, es zählte nur noch, dass sie hier stand, ihre Welpen um sich herum und dass ein neues Leben beginnen würde. In einer sanften Geste drückte sie ihren Kopf an Averics Schulter, folgte mit dem Blick dem Verlauf des Gebirgsausläufers und blieb am Sonnenbeschienen Felsen hängen. Dort oben wäre sie nun gerne. Dem Himmel ganz nahe, ihrer Mutter ganz nahe und den Blick auf ihre neue alte Heimat. Voller Inbrunst warf sie den Kopf zurück und begann ein Lied der Freude zu heulen.


[ neue Welt | Rudel ]

Nerúi
19.02.2010, 21:00

Nerúi hatte sich gesetz, als Aszrem ihr geantwortet hatte. Und es war seltsam. Das Papa was nicht wusste war an sich schon unlogisch, und dass Sterben toll sein sollte, oder man dafür eine Erlaubnis brauchte, war noch viel seltsamer. Aber die kleine Wölfin kam nicht dazu zu fragen, sondern sah auf, als Mama Tyraleen plötzlich das Wort ergriff, und durch die Reihen wanderte. Nerúi bemerkte die Veränderung in der Weißen, war sie eben noch viel unglücklicher gewesen, wirkte sie nun fest entschlossen und sicher. Mit fragendem Blick sah sie Tyraleen entgegen, als sie an ihnen vorbeizog, und ihr Blick fand zu Aszrem, schien zu fragen was mit Mama passiert war. Aber dann lief Tyraleen auf das Nichts zu! Nerúi stockte der Atem, sie wollte ihr zurufen, aber da berührten Tyraleens Pfoten bereits das Nichts - und schienen es auszuradieren.

"Whoa!"

War alles was sie zu sagen im Stande war, und dann rannte sie los. An Caylee und Turién vorbeikommend packte sie turiéns Rute, um ihn mitzuziehen, und lief weiter, dem Nichts hinterher.

"Warte Nichts!"

Rief sie der weißen Masse nach, und sprang wie eine siegreiche Jägerin auf ein Stück des schwindenden Weiß, und unter ihren Pfoten begann sogleich Gras zu kribbeln, und von ihr aus breitete es sich immer weiter aus. Begeistert wand sie sich zum Rudel um, lachte und rannte weiter, um das Nichts zu vertreiben. Sie konnte nicht glauben was gerade geschah, und war wie betäubt von der Freude. Sie mussten doch nicht alle gefressen werden - nein, sie fraßen das Nichts! Vergnügt quietschend rannte sie weiter, ergeben und berauscht in ihrem Freudentaumel. Alle Finsternis am Himmel und in ihrem Herzen war vergessen.


[Neue Welt | Vor dem Rudel]

Aszrem
19.02.2010, 21:27

Er konnte seiner Tochter ansehen, dass sie ihn nicht verstand. Sie war einfach zu jung dafür. Aber genau deshalb wollte Aszrem für sie beten, wollte für sie glauben, damit sie alt genug werden konnte, um eines Tages zu verstehen, wie er das gemeint hatte.
Aszrem hob den Kopf und sah zu Tyraleen herüber, die sich nun an das Rudel wandte - völlig verändert schien. Sorge und Verzweiflung schienen von ihr abgefallen zu sein, die Weiße strahlte Kraft, Zuversicht und Hoffnung aus, während sie von Liebe, Glaube und Zusammenhalt sprach. Zum ersten Mal sah Aszrem sie als die Tochter Banshees, die sie eigentlich war und sein sollte - eine jüngere Version der Alpha und Hohepriesterin Engayas. Und es war diese Erkenntnis, dieses Auftreten, dass in dem schwarzbraunen Rüden tatsächlich neuen Mut weckte. Sie hatten ohnehin keine Wahl, aber wenn dies ein möglicher Ausweg war, wollte er diesen Schritt wagen. Aszrem setzte sich in Bewegung, und nur einen Herzschlag später setzte Tyraleen die erste Pfote ins Nichts - und darüber hinaus. Nerúi stürmte los, und auch Aszrem beschleunigte sein Tempo. Seine Pfoten berührten das Nichts, und er spürte, wie sich darunter fester Boden verdichtete. Gras unter seinen Pfoten. War dies der Weg ins Paradies, zu Engaya? Zu Nyota? Einmal mehr sah er sie im Abgrund liegen, eine blaue Blume zwischen ihr und Kylia. Aszrem trug dieses Bild mit sich, trug es durch das Nichts und glaubte für einen winzigen Moment, es berühren zu können...
Licht flutete ihm entgegen, Sonnenlicht. Nach Monaten wolkenverhangenen Himmels schien es so viel wärmer, heller und goldener zu sein als je zuvor. Eine leichte Brise strich durch sein Gesicht und Fell, trug den Geruch von Wald und Blumen und Leben mit sich. Das Nichts war verschwunden, und vor ihm waren Tyraleen und Nerúi. Seine Tochter. Und nur eine fehlte, um das Bild perfekt zu machen...


[Neue Welt | vor dem Rudel, bei Tyraleen und Nerúi]

Nihil
20.02.2010, 10:53

Nihil war dem Rudel gefolgt, war ihnen gefolgt, wo weit er konnte und hatte ihnen zugehört, dieser weißen Fähe hatte er zugehört und irgendwie ermutigten ihre Worte sogar ihn. Es kam ihm beinahe so vor, als würde er ihr zuhören, doch sie war es nicht. Es war diese weiße Fähe, der er da zuhörte und er begann Hoffnung aufzubauen, doch noch mit den anderen Welpen spielen zu können. Irgendwann lief er dann los, er wollte diesen schwarzen Welpen finden, der ihm immer widersprochen hatte, ihm aber dennoch gefiel. Er suchte diesen Welpen, bis er ihn fand ... und da setzten sich die Wölfe auch schon in Bewegung - auf das Nichts zu. Nihil störte es nicht, er beobachtete den schwarzen Welpen, gab leise bellende Laute von sich und wollte seine Aufmerksamkeit auf sich lenken. Er wollte gerne nochmal ein paar Worte mit ihm wechseln und gab schließlich ein feines Klagen von sich. Er warf den Kopf in die Luft und rief nach dem Welpen, so laut er konnte. Doch es war nicht einfach, er kannte seinen Namen nicht. Oder doch? Hatte der schwarze seinen Namen nicht mal erwähnt? Ja ... er hatte ihn erwähnt ... Wie war er noch gleich?
Krolock.
Ja, Krolock hieß dieser Welpe. Augenblicklich rief Nihil nach Krolock. Ob er ihn hörte? Hoffentlich, dachte Nihil nur. Die ersten Wölfe tauchten schon ins Nichts ein und Nihil spürte, wie das Nichts irgendwie erzitterte. Ja, das Nichts fand hier und heute ein Ende. Jetzt jammerte Nihil, irgendwie schmerzte es in seiner Brust. Eine Stimme schrie in seinem Kopf, sie war erfüllt von Schmerzen, wie Nihil selber. Diese Stimme war beinahe schrill, aber dennoch erträglich, aber diese Schmerzen! Stöhnend sank Nihil zu Boden und schloss schmerzhaft die Augen. Doch nicht lange, da musste er aufspringen, er spürte, wie das Nichts sich zurückzog, auch Nihil musste dem Außerhalb weichen, wenn er nicht sterben wollte. Engaya hatte es ihm gesagt. Das Außerhalb war für Nihil tödlich. Er wusste es von Engaya, aber was sollte er denn tun? Sich todesmutig ins Außerhalb wagen? Wieder erzitterte das Nichts. Es würde der Kraft der Wölfe nicht standhalten, ganz sicher nicht. Die Zeit des Nichts war vorbei.
Krolock.
Er wollte nochmal mit Krolock sprechen. Nochmal ein paar Worte an ihn loswerden. Aber wo war er? Verzweifelt schaute er sich um, erblickte ihn und rief wieder seinen Namen. Er musste ihn einfach hören. Er musste.


[nahe Krolock | im Nichts]

Lyerra
22.02.2010, 19:17

Lyerra hatte Tyraleen aufmerksam zugehört. Die Worte hatten ihr gefallen, sie irgendwo berührt, tief in ihrem Herzen. Shariku war immer noch bei ihr und zuvor war eine Fähe gekommen, hatte Shariku erkannt, und ihren Namen geflüstert.

(Sahriku, Shariku, Shariku.)

"Shariku..." flüsterte sie.
"Ich... ich weiß gar nicht was ich sagen soll, dass ist so ein schöner Name, so..."

Lyerra stoppte. Ein unbändiges Gefühl der Freude durchströmte sie. Und als sich die neue Welt vor ihr geöffnet hatte...
Sie war so glücklich, nichts konnte sie jetzt wieder traurig stimmen. Nicht jetzt. Nicht heute und nicht, solange sie mit Shariku zusammen war.

"Shariku, ich bin so glücklich, das kannst du dir gar nicht vorstellen."

Lyerra schaute ihrer Freundin in die Augen. In diese wunderbaren, blauen Augen. Alles erschien ihr schön. Einfach alles. Die ganzen Wölfe um sie herum, die Luft, das Wetter und ihre neue Heimat.

"Shariku, hast du so etwas schon einmal gesehen? So etwas sonderbares? Eine Welt wächst einfach so aus dem Nichts..."

Erneut stoppte sie.

"Shariku, lass uns los gehen, vielleicht finden wir einen schönen Platzt, wo wir ein bisschen bleiben können. Oh Shariku, es gibt so viel zu erkunden" ihre Stimme klan vor Vorfreude ganz hoch.

Erst jetzt dachte sie wieder an die Fremde. Vielleicht wollte sie ja mit kommen?
Lyerra wusste es nicht. Wenn sie Shariku kannte, und mit wollte, würde sie wohl etwas sagen oder?
Sie wusste, dass es unfreundlich war, aber was solte sie schon sagen?
Lyerra schaute Shariku in die Augen und stupste sie an.

"Komm lass uns gehen."

Torkelnd ging sie ein paar Schritte vorwärts, und drehte sich nach Shariku um. dann preschte sie los, Richtung irgendwo.



[kein fester Standort l Shariku, Malicia (?) ]

Turién
22.02.2010, 20:22

Der Silberrüde lief einfach. Seine Läufe waren müde, ebenso wie sein Körper, doch er spürte all dies nicht. Noch nicht. Seine Gedanken waren so auf die Gemeinschaft fixiert, dass er einfach keine Müdigkeit spüren durfte. Sie mussten nun fort, und für die Gruppe, würde er so einer kleinen Schwäche nicht nachgeben. Er folgte einfach den Wölfen, die er über alles liebte. Und während sie liefen erklärte er, mit dem Sonnenblick, in der Ferne, seiner weißen Schwester etwas über die Blume.

„Du beschützt sie... Wir haben nämlich eine wunderschöne Blume gefunden… die war so funkelnd blau wie deine Augen…!“ , sein Blick glitt für ein paar Schritte über das Gesicht seiner Schwester, in denen diese tiefblauen Augen, mit Sternenstaub in ihnen, funkelten, „Und da hat Neruí sie Caylee genannt. Malakím hat sie mit den Wurzeln ausgegraben - wir haben sie zusammen über den Abgrund geschoben wo Mama Nyota und Kylia lagen, also… ihre Körper. Irgendwie. Und sie ist hinuntergesegelt, ganz sanft, und wächst nun neben den Beiden. Die Blume passt auf sie auf. Und die Blume heißt Caylee. Also beschützt Caylee die beiden. Also passt du auf sie auf.“

Es war so logisch für ihn. Auch wenn es nur ein Name war, es hatte eine tiefere Bedeutung für sie alle. Fremde würden das nicht verstehen, dafür aber er umso mehr.

Das Heulen von Tyraleen ließ ihn leicht zusammenzucken… ihre Reise hatte ihr Ende gefunden und alles schien umsonst. Soweit der Blick des noch so jungen Rüden glitt, so konnte er doch nur überall Nichts erkennen. Nichts. Nichts. Einfach nur Nichts. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken, und die Zuversicht, die Hoffnung, die er sich langsam wieder erarbeitet hatte, nach dem tragischen Tod von Nyota und Kylia, schien wieder in sich zusammen zu sacken. Wieder durchströmte Angst seinen Körper. Angst, dass alles nun sein Ende haben würde… zum ersten Mal hatte er Todesangst. Was geschah, wenn man starb? Ging man wirklich in eine bessere Welt, oder war es vielleicht genau anders herum… sie waren in der guten Welt, und würden in eine schlechte gehen…? Was sie im Nichts erwarten würde, das wusste keiner. Jedenfalls keiner, den sie jemals wieder gesehen hatten.

Er berührte seine Mutter an der Flanke, als sie sprach und lauschte dabei jedem Wort, und mit jedem Ton verflüchtigte sich seine Angst. Hier geschah etwas großes, und er war ein Teil davon. Das Nichts hatte sie umzingelt, sie waren verloren. Verloren, aber zusammen. Wer wusste schon was passieren würde… aber wenn sie doch zusammen in das Nichts gingen, wieso sollten sie dann am Ende alleine sein…?

"Wir sind ein Rudel! Zusammenhalt ist unsere Stärke, die Gemeinschaft unser Trumpf. Liebe ist unsere Waffe...",

wiederholte er die Worte seiner Mutter und der Leitwölfin, als diese begonnen hatte, durch die Reihen der Wölfe zu laufen und sie zu ermutigen, sich gemeinsam in das Nichts zu wagen. Es gab ohnehin keinen anderen Weg. Sie konnten gar nicht anders. Entweder sie würden sich hier verkriechen und panisch davon rennen, oder mutig sein und dem Feind gegenübertreten. Zusammen stark sein. Mut beweisen. Das wollte er.
Aufmunternd suchte sein Blick nach Neruí, Caylee und Chardím, die dich direkt bei ihm befanden. Gemeinsam.
Es war ein magischer Moment, als erst Tyraleen auf das Nichts zulief, und sich, wie ein gigantisches Monstrum, das gesamte Rudel in Bewegung setzte, wie eine einzige Masse, eine Einheit. Das Rudel. Auch er tat es allen nach und seine Läufe liefen wie von selbst. Neruí stürmte an ihm vorbei, zog ihn dabei an der Rute, was ihn nur dazu motivierte noch schneller auf das Nichts zu rasen…
Die Berührung war so anders als erwartet. Hatte er das Nichts immer als kalt und düster empfunden, so spürte er so etwas wie Wärme, als er es berührte, und einen sanften Wind, als er weiter lief. in seinem Kopf entstanden Bilder. Bilder aus seiner Phantasie, Bilder die real wurden… Unter seinen Pfoten entstand ein Weg, Gras, Blumen, Wiese. Es war als hatten sie ein Tor in eine andere Welt gefunden. Eine helle und strahlende Welt.

Der Silberprinz hielt inne, reckte seinen Kopf in die Höhe, und stellte sich sogar nur auf die Hinterpfoten, um der Sonne so nah wie möglich zu sein. Die Sonne! Es war die Sonne. Und er sah sie zum ersten Mal, spürte zum ersten Mal, dieses wunderbare Gefühl der Wärme auf seinem Pelz, die Helligkeit und Fröhlichkeit, die sich aus ihr ergab. Die Sonne hatte aufgehört sich zu verstecken. Alles war neu… und das Nichts. Das Nichts war Geschichte.



[ Beim Rudel / Neue Welt | Nerúi, Tyraleen, Averic, Chardím, Caylee and some others around him :) New World! yay ]

Shariku
22.02.2010, 21:38

Shariku konnte sich gar nicht erinnern was alles geschehen war. Sie hatte den Worten Tyraleens gelauscht, hatte Malicia wieder gesehen und war mit Lyerra bei den anderen gewesen. Dann war alles ganz schnell gegangen. Sie hatte an nichts gedacht als sie in das Nichts getreten war. Wie war es gewesen?

(Ich habe es mir dramatischer vorgestellt. Die Weiße und die Schwarze, fremd und doch vertraut, treten ins Nichts. Dachte ich das alle Kontraste vereint sind? Das alles anderes ist? Dachte ich überhaupt etwas?)

Sie konnte sich nicht erinnern. Noch vor kurzem dachte sie an ihren Tod und ihr einzigster Wunsch war es das Lyerra ihren Namen erfuhr.
Unverhofft hatte sie ihn erfahren und statt dem Tod hatte sich eine neue Welt auf getan.
Es war einfach wunderschön. Sie fühlte als würde sie zum ertsen Mal atmen, als würde sie zum ersten Mal den Wiund spüren. Was für ein herrliches Gefühl. Doch das beste war, das Lyerra hier war. Und sie mochte ihren Namen. Shariku grinste breit.
Sie ware zusammen und erlebten ein Wunder.

Sharikus Augen sprachen Bände: Ich bin genauso glücklich wie du! Ich weiß gar nicht wie ich das aushalten kann! Ich glaube ich platze vor Glück!

Shariku hatte ihrer nun piepsigen Stimme gelauscht. Ja sie würden alles erkunden, auf der Stelle.
Shraikus Körper brannte vor Optimismus und Neugierde auf das unerforschte Land.

Mit einem schnellen Satz sprang sie auf und folgte der davon stürmenden Lyerra. Malicia mochte ihnen vielleicht folgen, sie konnte wenn sie wollte.
Mit schnellen Schritten, den Kopf erhoben raste Shariku los. Nichts könnte sie aufhalten, auch das Nichts nicht, wenn es es noch gäbe.

(EIn Wunder? Eine Wiedergeburt? Eine neue Chance? Ein Neuanfang? )

Zusammen mit Lyerra würde sie alle Hürden meistern. Vielleicht fanden sie einen schönen ruhigen Platz, dann konnte sie ihr weiter erzählen, sie würden vielleicht die ersten sein, die diesen Platz betraten.
Ein monumentales Gefühl überkam die kleine Schwarze.

Ein wunderbares Bild gaben die davon fliegenden Wölfe ab. Schwarz und Weiß, als hätte das Nichts ihnen nie etwas angetan, als hätte es es nie gegeben.
In dieser Welt existierten noch keine Kummer und Schmerz, kein Leid und keine Sorgen. Hier gab es nur die Hoffnung auf ein Leben in der neuen Welt.

(Ich glaube, ich renne zum ersten Mal! Hier ist alles so hell und farbenfroh, nichts trübt die Sicht.)

Ein ein einziger Gedanke beherrschte ihren Kopf. Nein, eigentlich zwei.

(Ich lebe. Und Lyerra ist bei mir! Alles ist gut!)


[irgendwo | Lyerra | Malicia?]

Ethell Feamiliell
05.03.2010, 20:24


Es ist ein wunderbares gefühl, sich geborgen zu fühlen. Sanft gleiten die Gedanken dahin, man schwebt auf einen docken, flauschigen Wolke. Nichts scheint wichtig als die Person neben jemanden, es scheint als wäre man allein auf der Welt - nur man selbst und die bestimmte Person.
Sie wusste nicht was geschehen war, als sie erwachte. Sie war nicht mehr bei dem nervösem Rudel, sie war nicht mehr in der bedrohlichen Gegend. Alles war freundlicher, hell und beruhigend.
Und dort erblickte Ethell sie - Gani!
Sie war bei ihr! BEI IHR! Sie hatte sie gefunden, Enthusiasmus kam in ihr auf.

GANI! Bist du es wirklich? Ja, du bist es! Ich ahbe dich so vermisst! Wie geht es dir? Oh! Meine liebe Gani! Du.. ich..habe ..gefunden..dich!

Sie war wie in einem Schockzustand, nur undeutliches Zeug brachte sie heraus. Zu aufgeregt war die junge Fähe, zu nervös das sie bei ihrer Gani war.
Wärme durchfloss den Körper der Fähe, sie fühlte sich gücklich und froh. Sie streckte sich, um sich wacklig zu errichten und Gani in die Augen zu schauen.
Sie wollte sie in ihrer Freundeanstupsen, ihr über das Fell lecken und fragen...warum sie gegangen war und so vieles mehr! Doch sie brachte es nicht heraus, der Mund war ihr wie verschlossen, die Kehle zugeschnürt.
Sie wollte einfach nur die Anwesenheit ihrer Freundin spüren, wieder mit ihr zusammen spielen und auf eine gemeinsame Zukunft hoffen.
Die Sonne wärmte ihr den Pelz und sie war rundum glücklich. Wie damals als sie noch Welpen waren und zusammen gespielt hatten. Sie wollte wieder die Freundschaft, den Zusammenhalt.

oO(Und wenn sie nciht mit mir spielen mag? Wenn sie mich nicht mehr leiden kann?)Oo

Nun stieg Angst in der jungen Weißen auf, sie verspürte panische Angst, starker Schmerz fuhr ihr in das freundliche Herz. Ein Schmerz der vom Tod geprägt war, von Einsamkeit und Kummer. Von...verlassen werden. Angst vor dem verlieren.
Und vorm Durchhaltevermögen. Würde sie wieder so sorgenlos mit ihr zusamen sein können?
Sie wusste es nciht, in diesem Augenblicken zählte nur das hier und jetzt. Das hier und jetzt mit Gani Amira, ihrer besten Freundin.
Zusammen aufgewachsen, dann verlassen, nun wieder einander getroffen. Ein Kreis der sich zu wiederholen droht? Wird sie Ethell wieder verlassen? Das stand in den Sternen, und nur die Götter verstehen und wissen es. Nur die Götter....

[wacht bei Gani auf | ist erfreut]

Gani Amíra
18.04.2010, 11:00

Gani schluckte die aufsteigenden Tränen herunter und senkte den Kopf. Sie murmelte ein paar beruhigende Worte, strich mit der Schnauze sanft über den Kopf ihrer Freundin und legte sich dann an ihre Seite. Ein unglaubliches Glücksgefühl durchströmte sie und nahm von ihrem Körper Besitz, doch sie vergaß keine Sekunde, dass das Nichts sie bald erreicht haben würde, wenn sie den anderen nicht folgten. Doch verborgen im Gebüsch würde sie niemand finden, deswegen rappelte sich die blutrote Prinzessin laut seufzend auf und stupste ihre Kindheitsfreundin an. Immer und immer wieder, bis diese die geschlossenen Augen öffnete und ein zartes Grinsen sich auf die Lippen der Grauen schlich.

»Komm, Ethell, wir müssen den anderen folgen! Du bist bereits einmal dem Nichts zum Opfer gefallen, doch du schienst stark genug zu sein, um ihm zu entfleuchen. Aber wenn wir nicht bald weiterlaufen, wird es uns aufspüren und fressen, als wären wir zwei kleine Kaninchen und es ein großer, böser Wolf. Aber … warte, Ethell, hast du mich gesucht?«, die Stimme der Grauen sank zu einem Flüstern herab. »Wie dumm von dir, Liebes.«

Unbeholfen versuchte die Wölfin, ihrer Freundin das Aufstehen zu erleichtern, indem sie ihre Schnauze und den Rücken der Weißen schob. Doch als sie den Staub und den Dreck vom Boden einatmete, entglitt ihr ein Niesen und sie richtete sich auf. Ein schwaches Lächeln noch, bevor sie Ethell Feamiliell erneut aufforderte, aufzustehen. Dann wandte sie sich ab, ging ein paar Schritte aus dem Wald heraus und schrak sofort wieder zurück. Rechts von ihr erstreckte sich eine milchige Nebelwand, nur noch wenige Zentimeter von Ethells Lageplatz entfernt. Erschrocken hetzte Gani zu ihrer Freundin zurück und zwang sie grob dazu, aufzustehen. Sie wollte nicht so mit ihrer Kindheitsfreundin umgehen, doch die Angst vor deren Tod war einfach viel zu groß. Wenn Gani starb, war es nicht schlimm – wie oft hatte sie sich Aryan schon angeboten – doch wenn Ethell hier und jetzt ablebte und nichts von ihrer zurückblieb – vom Nichts verschluckt wurde – das könnte sich die graue Prinzessin nie im Leben verzeihen. Sie hatte die Weiße gefunden, sie war deren liebste Freundin und sie würde dafür sorgen, dass die Einzelgängerin überlebte.

»Jetzt mach schon«, knurrte sie voller Besorgnis, »oder willst du dich dem Nichts als Futter anbieten?«

Die Verzweiflung war ich eindeutig anzuhören, doch sie kämpfte um Selbstbeherrschung. Wären doch nur Akru und Aryan bei ihr. Einer der beiden, die sie liebte, könnte ihr die Stärke geben, die sie brauchte. Die Prinzessin stieß ein gequältes Jaulen aus, doch sie wusste, dass niemand außer den beiden Fähen es hören konnte.
Schwerfällig erhob Ethell sich und folgte schwankend ihrer Freundin, die mit schnellen Schritten vor der Gefahr flüchtete. Ethells Kraft kehrte langsam zurück und die beiden schafften es, sich der Nachhut des Rudels anzuschließen.

[ Ethell | hinterste Gruppe erreichend ]
- Play beendet -